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DVB-T2 ist der Nachfolgestandard von DVB-T. Die Abkürzung steht für den englischen Begriff Digital Video Broadcasting Terrestrial (zu deutsch etwa: Digitales erdgebundenes Fernsehen) und bezeichnet die terrestrische (erdgebundene) Verbreitung digitaler Radio-, Fernseh- und Datensignale in der Erdatmosphäre. DVB-T2 zeichnet sich gegenüber seinem Vorgänger durch eine höhere Effizienz aus.
Inhaltsverzeichnis |
Die kommerziellen Anforderungen an das System werden in einem Dokument des industriegefĂĽhrten DVB-Konsortiums[1] wie folgt definiert (Auszug):[2]
Im September 2009 wurde die DVB-T2-Norm von Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) unter EN 302 755 V.1.1.1 veröffentlicht.
Am 3. Juni 2008 ist ein Datenblatt der DVB-Gruppe erschienen.[3] Der Standard wurde im Juni 2008 vom Lenkungsausschuss ratifiziert.[4] In folgender Tabelle sind die wesentlichen technischen Unterschiede zwischen DVB-T und DVB-T2 zusammengefasst, in Fett die zusätzlichen Optionen bei DVB-T2:
| DVB-T | DVB-T2 | |
|---|---|---|
| Vorwärtsfehlerkorrektur (FEC) | Faltungscode + Reed-Solomon-Code 1/2, 2/3, 3/4, 5/6, 7/8 | LDPC + BCH-Code 1/2, 3/5, 2/3, 3/4, 4/5, 5/6 |
| Modulation | QPSK, 16-QAM, 64-QAM | Q-PSK, 16-QAM, 64-QAM, 256-QAM |
| Guard Intervall | 1/4, 1/8, 1/16, 1/32 | 1/4, 19/256, 1/8, 19/128, 1/16, 1/32, 1/128 |
| Diskrete Fourier-Transformation (DFT) Blocklänge |
2k, 8k | 1k, 2k, 4k, 8k, 16k, 32k |
| Verteilte Pilotsignale | 8% gesamt | 1%, 2%, 4%, 8% gesamt |
| Kontinuierliche Pilotsignale | 2.6% gesamt | 0.35% gesamt |
DVB-T2 verzichtet auf eine Abwärtskompatibilität zu DVB-T, da sie die Leistungsfähigkeit des neuen Systems reduzieren würde. Ein DVB-T-Gerät kann deshalb keine DVB-T2-Signale empfangen. Umgekehrt werden jedoch viele DVB-T2-Geräte auch DVB-T-Signale empfangen können, weil die Hersteller den DVB-T2- mit einem DVB-T-Empfänger kombinieren werden.
Die Nutzung von aktuellen Videokompressionsverfahren, wie z.B. MPEG-4 AVC, ist sinnvoll, da sowieso neue Hardware eingesetzt werden muss. Allerdings ist das Videokompressionsverfahren kein Teil des DVB-T2-Standards, da der DVB-T2-Standard nur die physische Schicht der Ăśbertragung definiert.
Die BBC begann am 27. Juni 2008 mit DVB-T2-Testaussendungen vom Sendestandort Guildford sĂĽdwestlich von London.
Am 2. Dezember 2009 begann in GroĂźbritannien die Regelabstrahlung in der DVB-T2-Norm.
In Deutschland gibt es einen DVB-T2-Modellversuch zu Testzwecken im Raum Hamburg (Lüneburg, Rosengarten). Die Projektpartner sind davon überzeugt, dass mit einer Einführung von DVB-T2 die Stärken des Antennenfernsehens noch weiter ausgebaut werden können. Deshalb wird neben der technischen Erprobung auch ein hierfür entsprechendes Einführungsszenario entwickelt. Mit einer Einführung des neuen Standards DVB-T2 ist frühestens in einigen Jahren zu rechnen.
AuĂźerdem gab es einen Test im Raum Freimann bei MĂĽnchen durch das IRT[5].
Das ZDF stellt bereits in Aussicht, hochauflösendes Fernsehen auch terrestrisch zu verbreiten, derzeit sei die Kapazität allerdings noch nicht ausreichend. „In einigen Jahren“ könne dies jedoch mit der Einführung verbesserter Übertragungs- und Codierungstechnologien möglich sein[6] — möglicherweise ein indirekter Hinweis darauf, dass man die Entwicklung von DVB-T2 in Verbindung mit dem MPEG-4-Kodierungsverfahren abwarten will.
Der Sendernetzbetreiber des ORF, das Tochterunternehmen ORS, testet DVB-T2 in Wien (Siehe Österreichische Rundfunksender GmbH#DVB-T2). Als 2006 DVB-T flächendeckend eingeführt wurde und das analoge Signal ablöste, sah die ORS die DVB-T2-Technik als noch nicht ausgereift genug an. Deswegen entschied man sich für DVB-T als ersten Schritt [7], am 12. April 2010 gab die ORF-Sendetechniktochter ORS den Start eines DVB-T2-Testbetriebes in Wien bekannt.[8] Seit 2011 wird mit einem zweiten Sender im Arsenal der Betrieb im Gleichwellennetz getestet (Kanal 65). Der Versuchsbetrieb sollte bis März 2012 laufen,[9][10], wurde aber im April 2011 um ein Jahr verlängert[11] Ebenfalls 2011 wurde am Kahlenberg ein Sender auf einer zweiten Frequenz (Kanal 60) in Betrieb genommen, auf dem auch Zusatzdienste getestet werden.[10] Im Juli 2011 wurde der Betreiber für MUX-D und MUX-E ausgeschrieben, auf denen jeweils bundesweit DVB-T2 gesendet werden soll.[12][13] In Zukunft kann noch ein MUX-F ausgeschrieben werden.[14]
Der Pay-TV-Anbieter Europa 7 ist im Jahr 2010 im Regelbetrieb beinahe landesweit auf VHF Kanal 8 gestartet. Das verschlĂĽsselte Angebot ist ĂĽberwiegend in HD.
In Schweden und Dänemark sind Pay-TV-Pakete via DVB-T2 zu empfangen. Tschechien, Slowakei und Serbien testen ebenfalls die neue Norm.
In Kenia gibt es im Moment auch DVB-T2-Pakete der KBC, zusammen mit Pay-TV.[15]
Es ist zu erwarten, dass Länder, die noch kein DVB-T eingeführt haben, voraussichtlich bereits DVB-T2 nutzen wollen.
Technik