|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Ein Dachreiter ist in der Architektur ein Dachaufbau, ein auf dem Dachfirst aufsitzendes schlankes, oft hölzernes Türmchen, das häufig als Glockenstuhl dient. Im Gegensatz zum richtigen Turm besitzt der Dachreiter kein eigenes Fundament, sondern wird in Zimmermannsarbeit mittels Pfosten auf den Dachstuhl aufgesetzt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Form der Dachreiter wurde von den Zisterziensern und Bettelorden seit dem 13. Jahrhundert an ihren schlichten und turmlosen Kirchenbauten entwickelt.[1] Dachreiter sind oft auf Kapellen und kleinen bzw. schmalen Kirchen zu finden. Bei den gotischen Kathedralen mit Westturmanlagen ersetzt der Dachreiter meist den Vierungsturm, an der Stelle, an der sich Längsschiff und Querschiff kreuzen.
Im späten Mittelalter finden sich Dachreiter auch an Profanbauten oder über einem Giebel. Dachreiter mit Glocke gibt es oft auf den Torhäusern der Herrenhäuser, auf den Herrenhäusern selbst, auf großen Bauernhäusern, auf Gebäuden der Feuerwehr sowie auf Rathäusern. Heutzutage findet man an Privathäusern individuelle Dachfiguren als „Dachreiter“. Das Dorf Seckach im Neckar-Odenwald-Kreis zwischen Buchen und Osterburken weist zum Beispiel über 50 solcher hauptsächlich von ortsansässigen Künstlern gestaltete Dachverzierungen auf.
Dachreiter und Gauben des Rumpenheimer Schlosses
Dachreiter der Allerheiligenkirche in Raschau, um 1790
Zisterzienserkirchen waren turmlos: Altenberger Dom