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Daten sind „zum Zweck der Verarbeitung zusammengefasste Zeichen, die aufgrund bekannter oder unterstellter Abmachungen Informationen (d. h. Angaben über Sachverhalte und Vorgänge) darstellen“ (Gabler). [1]
Etymologie (Duden): Plural von Datum; von lat. dare = geben, datum = das Gegebene (früher verwendet mit „gegeben zu <Datum>“ als Überschrift in Schriftstücken – deren Inhalt somit „das Gegebene“ war); in der Mathematik die gegebenen Größen zur Lösung einer Aufgabe
Inhaltsverzeichnis |
Diese Pluralform folgt damit anderen Wörtern lateinischen Ursprungs wie Studium/Studien und Individuum/Individuen. In der deutschen Sprache hat sich jedoch die Bedeutung von „Datum“ im allgemeinem Sprachgebrauch auf „Kalenderdatum“ eingeengt. Dem entsprechend wird das Wort „Daten“ nicht als Plural von „Datum“ aufgefasst, und stattdessen von „Datumsangaben“ oder „Terminen“ gesprochen. Umgekehrt werden für die Einzahl von „Daten“ im Sinne von Angaben Wörter wie „Datenelement“, „Angabe“ oder „Wert“ verwendet.
Dennoch ist „Datum“ der korrekte Singular und kann entsprechend Anwendung finden. Alternative Konstrukte wie z.B. das häufig anzutreffende deutsch ausgesprochene „Date“, angewandt etwa als „Zwei Daten, eine Date“, sind falsch.
Das Recht verwendet an verschiedenen Stellen den Datenbegriff. Dennoch gibt es keine Definition des Datenbegriffs im Recht. Verwendet wird der Begriff etwa im Datenschutz oder im Strafrecht unter „Ausspähen von Daten“ (§ 202a StGB); „Daten“ in diesem Sinn sind „.. nur solche, die elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind oder übermittelt werden.“
Nach der Terminologienorm DIN 44300 Nr. 19 (inzwischen abgelöst durch DIN ISO/IEC 2382) sind Daten „Gebilde aus Zeichen oder kontinuierliche Funktionen, die aufgrund bekannter oder unterstellter Abmachungen Informationen darstellen, vorrangig zum Zweck der Verarbeitung und als deren Ergebnis.“
Gemäß dem internationalen Technologiestandard ISO/IEC 2382-1 handelt es sich bei Daten um „a reinterpretable representation of information in a formalized manner, suitable for communication, interpretation or processing“, also um eine interpretierfähige, in einer formalisierten Art und Weise verfügbaren Repräsentation von Informationen, nutzbar zur Kommunikation, Interpretation oder zur Verarbeitung.
In der Informatik und Datenverarbeitung versteht man Daten als (maschinen-) lesbare und -bearbeitbare, in der Regel digitale Repräsentation von Information. Ihr Inhalt wird dazu meist zunächst in Zeichen (bzw. Zeichenketten) kodiert, deren Aufbau strengen Regeln folgt, der so genannten Syntax. Um aus Daten Informationen zu gewinnen, müssen sie in einem Bedeutungskontext interpretiert werden. So kann die Zahlenfolge „123456“ zum Beispiel in Abhängigkeit vom Kontext für eine Telefonnummer, eine Kontonummer oder die Anzahl von Kfz-Neuzulassungen in einem bestimmten Zeitraum stehen. Eine nur abstrakt betrachtete Zeichenfolge mit dem Inhalt „123456“ kann nur als Aneinanderreihung von Ziffern erkannt werden; ihre Bedeutung wird erst im jeweiligen Kontext klar.
Die Speicherung von Daten in datenverarbeitenden Maschinen erfolgt in der Regel in binärer Form. Dies erfolgt auf der Grundlage von Bits als kleinster Speichereinheit. Grundsätzlich ist auch die Verwendung von Symbolen mit höherem Informationsgehalt (entsprechend Zeichensätzen mit mehr als zwei Elementen) möglich. Sie erfolgt aus technischen Gründen jedoch bisher nur in der Nachrichtentechnik. In der Computertechnik finden solche Verfahren bisher keine praktische Anwendung:
Bei der Speicherung werden Daten, von der binär kleinsten Einheit ausgehend, immer zu definierten Gruppierungen zusammengefasst – wie z. B. zum Buchstaben 'H' im Datenfeld 'Hauptstraße' der Datengruppe Adresse des Kunden Müller. In technischer Hinsicht sind dabei Begriffe wie Datenfeld, Datensatz, Dokument, Datei / Ordner, Datenbank gebräuchlich.
Man unterscheidet:
Nach dem Grad ihrer Beständigkeit unterscheidet man:
Weitere Begriffe fĂĽr Datenarten:
Formen der Verarbeitung von Daten:
Als Datenoperationen beim Speichern von Daten sind nach dem Prinzip 'CRUD' das erste Erfassen von Daten (create), das Lesen (read), das Verändern (update) und das Löschen (delete) zu unterscheiden. Gegenstand solcher Operationen ist dabei i. d. R. eine bestimmte Gruppe von Daten (wie z. B. eine Kundenadresse, Bestellung etc.), gebildet z. B. nach den Regeln der Datenmodellierung.
Zweck der Speicherung von Daten ist in der Regel ihre Nutzung. Dabei lässt sich die einfache 'Wiedergabe' (z. B. in Form von Anzeigen oder Listen) und das 'Auswerten' unterscheiden – wo die Daten in unterschiedliche logische, mathematische oder Darstellungsverfahren einfließen (z. B. zur Summenbildung, Durchschnittsberechnung, Differenzbildung, Datenabgleich, als grafische Diagramme etc.).
Als besondere Form der Daten-Verarbeitung sind der Datenimport (Dateiimport) und Datenexport (Dateiexport) als gängige Methode zum Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen zu nennen. Hierbei ist u.U. auch eine Datenkonvertierung verschiedener Datenformate oder Dateiformate zwischen Ausgangs- zum Zielsystem erforderlich.
Auf der Erde gibt es (Stand 2011) [2] 1,8 Zettabytes (1021 Bytes = 1,8 Billionen Gigabytes) an digitalen Informationen. Das Gesamtvolumen wuchs in den letzten fünf Jahren um den Faktor fünf und wächst zurzeit täglich um 1018 Bytes. Wollte man die gesamte Datenmenge auf DVD brennen, so benötigte man einen Stapel DVDs, der von der Erde zum Mond und wieder zurück reichen würde. Die digitalen Informationen sind allein im Jahr 2009 um 62 Prozent gewachsen[3].
Die Semiotik definiert Daten als potenzielle Information; siehe auch semiotisches Dreieck. In der Semiotik werden Daten heute in die Sigmatik-Ebene eingeordnet.
Daten im allgemeinen Sinn:
Daten in der Informatik: