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De Graeff

Dieser Artikel befasst sich mit dem hollĂ€ndischen Geschlecht (De) Graeff. FĂŒr Personen mit dem Familiennamen Graeff, siehe Graeff (Familienname).
Mitglieder der Familie De Graeff[1] bei der Ankunft in Soestdijk. GemÀlde von Jacob van Ruisdael und Thomas de Keyser (1656/1660), National Gallery of Ireland

De Graeff, auch Graeff sowie De Graeff van Polsbroek genannt, ist der Name eines noch heutzutage bestehenden hollÀndischen Patrizier- und Adelsgeschlechts, welches ihren Höhepunkt im Amsterdam des 17. Jahrhunderts, dem Goldenen Zeitalter, erlebte, als sie durch geschicktes Taktieren zu einem der einflussreichsten Geschlechter der niederlÀndischen Republik aufsteigen konnten.[2]

Ihr Reichtum grĂŒndete sich auf HandelsgeschĂ€fte, bei ihrem politischen Engagement standen sie zumeist den Oraniern entgegen, und wurden von diesen mehrfach aus der Amsterdamer Stadtregierung ausgeschlossen. Durch zahlreiche HeiratsbĂŒndnisse waren sie mit der Familie der Bicker verbunden. Im Laufe des Goldenen Zeitalters waren Angehörige der Familie De Graeff auch als bedeutende MĂ€zene tĂ€tig.

Inhaltsverzeichnis

AnfÀnge

Die Familie tritt erstmals zum Anfang des 16. Jahrhunderts in Amsterdam auf. Als erste Familienmitglieder treten Griet Pietersdr Berents und deren Sohn Jan Pietersz Graeff (vor 1512–1553)[3] in Erscheinung. In Ă€lteren Quellen wird erwĂ€hnt, dass Pieter Graeff (in jenen Quellen ist er als Vater von Jan Pietersz Graeff aufgefĂŒhrt) ein Sohn des sich 1483 in Holland befindlichen Wolfgang von Graben († 1521), entstammend aus dem den Meinhardinern entsprungenem krainischen Uradelsgeschlecht der Von Graben von Stein, war.[4] Die aktuellen Quellen nach der heutigen Genealogie schließen diese Herkunft aber aus.[5]

Dirck Jansz Graeff, unbekannter KĂŒnstler (ca. 1578)

Über Jan Pietersz Graeff ist bekannt, dass er in Amsterdam im „Huis De Keyser“ (benannt nach der außerhalb des GebĂ€udes angebrachten „Keizerskroon“) am Damrak wohnhaft war. Dort betrieb er einen florierenden Tuchhandel. Im Jahre 1539 wurde er als deren Gildemeister angegeben. Graeff fĂŒhrte seinen Handel auch in Antwerpen, dem damaligen Stapelplatz fĂŒr englische Leinen. Als Jan Pietersz Graeff sich als HĂ€ndler in Nordbrabant festigen wollte, intervenierten dessen Söhne fĂŒr seine baldige RĂŒckkehr nach Amsterdam. Dort wurde er zum Mitglied der patrizischen Stadtregierung benannt. Er erfĂŒllte im Jahre 1542 seine Funktion als Vroedschap und im darauffolgenden Jahr das Amt eines Schepen.[6] Durch seine TĂ€tigkeit in der Stadtregierung gehörte die Familie De Graeff zu den wenigen Geschlechtern die vor und nach der Alteratie von Amsterdam in der Regierung saßen.

Jan Pietersz Graeff hatte fĂŒnf Söhne. Der zweitgeborene Lenaert Jansz de Graeff war in den 1560er und 1570er Jahren in den religiösen Befreiungskampf der Niederlande involviert;[7] einerseits war er unter seinem Freund Heinrich von Brederode einer der militĂ€rischen und religiösen FĂŒhrer Amsterdams und wahrscheinlich als „Monseigneur de Graeff“ als KapitĂ€n der Wassergeusen an der Eroberung von Brielle im Jahre 1572 beteiligt.[7][8]

Jan Pietersz dritter Sohn Dirck Jansz Graeff (1532–1589) begrĂŒndete die Hauptlinie ders Geschlechts. Er konnte als regierender BĂŒrgermeister Amsterdams und Freund des Wilhelm von Oranien (Wilhelm der Schweiger) den Grundstein fĂŒr den politischen und gesellschaftlichen Einfluss der Familie legen. Dirk Jansz war einer der Emigranten die vor dem spanischen Heer unter dem Herzog von Alba nach Emden flĂŒchteten.[9] Nach seiner ZurĂŒckkehr hatte Dirck Jansz Beteiligungen an ĂŒber 100 Handelsschiffen. In den Jahren 1584/1585 war er mit einem Vermögen von 140.000 Gulden der reichste Einwohner Amsterdams.[10]

Von Jan Pietersz jĂŒngstem Sohn Jacob Jansz Graeff († ca 1580) spaltete sich eine Nebenlinie ab, die aber nicht gleich der vorigen zu Einfluss gelangen konnte.

Das Goldene Zeitalter

Das Geschlecht De Graeff und die Regentenmacht im Goldenen Zeitalter

Siehe auch: Regent von Amsterdam

Im Laufe des Goldenen Zeitalters der Niederlande standen die Mitglieder der Familie De Graeff in harrscher Kritik zum sich immer mehr ausbreitenden Einfluss des Hauses von Oranien-Nassau. Gemeinsam mit den fĂŒhrenden republikanischen StaatsmĂ€nnern, den GebrĂŒdern Bicker und den De Witts waren diese Geschlechter fĂŒr eine Aufhebung der Statthalterschaft, zumindest in der Provinz Holland.[2] Die Geschlechter De Graeff und Bicker exemplarisch, trachteten den zentralistischen, autokratischen Regierungsstil der florentinischen Medici nachzuahmen.[11]

Dirck Jansz Sohn Jakob Dircksz de Graeff baute den gesellschaftspolitischen Einfluss der Familie innerhalb der Stadtregierung und in den republikanischen und protestantischen Kreisen Hollands weiter aus. Jacob Dircksz war fĂŒr seine freidenkende, republikanische Gesinnung aber auch RuhmsĂŒchtigkeit bekannt.[12] Er trat gemeinsam mit seinem Neffen Andries Bicker fĂŒr die Anerkennung der Remonstranten in Amsterdam ein. Nach dem politischen Ende von Reinier Pauw kam die Leitung der Stadtregierung in die HĂ€nde der arminischen Clique rund um De Graeff und Bicker.[13] Diese gab auch der, seit der Ermordung von Johan van Oldenbarnevelt geschwĂ€chten, republikanischen Staatspartei neue Impulse.

Ausschnitt aus De Lairesses DeckengemĂ€lde Triomf der Vrede welches die Rolle der Familie De Graeff sowie die Rolle Amsterdams als BeschĂŒtzerin der republikanischen Staatsform und Verteidigerin der Freiheit darstellt (1672), Den Haager Friedenspalast

WĂ€hrend einer Zeitspanne von annĂ€hernd einem halben Jahrhundert war die Familie De Graeff einer der republikanischen FĂŒhrer der Amsterdamer und der hollĂ€ndischen Politik gewesen. Im Zeitraum der Jahre 1650/1660 war die Stadt Amsterdam auf dem Zenit ihrer FĂŒhrerschaft innerhalb der niederlĂ€ndischen Republik angelangt. Diese Periode am Höhepunkt des Goldenen Zeitalters wurde von den Republikanern als die (ihre) „Ware Vrijheid“ (Wahre Freiheit) angesehen. Es war die sogenannte Erste Statthalterlose Periode, welche sich zwischen den Jahren von 1650 auf 1672 erstreckte. In diesen Dreiundzwanzig Jahren regierten die hollĂ€ndischen Regenten, und an deren Spitze stehend die von Amsterdam, die niederlĂ€ndische Republik. Die fĂŒhrenden Patrizier der Stadt Amsterdam fĂŒhlten sich durch ihre selbstbewusst erlangte SouverĂ€nitĂ€t in die Nachfolge der antiken römischen Republik versetzt.[14] Ohne die fortdauernden Einmischungen des oranischen Statthalters funktionierte das republikanische System der Regenten in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht effektiv.[2] So konnte die Familie De Graeff vom Jahre 1627 an, dem politischen Ende des oranisch gesinnten Staatsmannes Reinier Pauw, bis in das rampjaar 1672 das gesellschaftspolitische, kulturelle und wirtschaftliche Bild der niederlĂ€ndischen Republik entscheidend mitgestalten.[15]

Als herausragende Persönlichkeit des Geschlechts (des Goldenen Zeitalters) ist Jacob Dircksz Ă€ltester Sohn Cornelis de Graeff anzufĂŒhren, der wĂ€hrend seiner Regentschaft in Amsterdam in enger politischer und ökonomischer Kooperation mit seinem Neffen Johan de Witt, dem RatspensionĂ€r der Republik der Vereinigten Niederlande stand. Im Jahre 1648 gelang es den hollĂ€ndischen Stadtregenten um De Graeff, Andries Bicker und Jacob de Witt den Eintritt der Niederlande in die Verhandlungen beim Frieden von MĂŒnster zu erwirken. Bis zu seinem Tod im Jahre 1664 erfĂŒllte De Graeff das BĂŒrgermeisteramt der Stadt Amsterdam, dem republikanischen Zentrum der Vereinigten Provinzen der Niederlande. De Graeff hatte aber nicht nur die Interessen dieser im Sinn, sondern auch die von Holland und den politischen Ausgleich mit den anderen niederlĂ€ndischen Provinzen.[16]

Als Cornelis Bruder Andries de Graeff 1671 mit seiner Staatgesinnten Partei erneut an die Macht gelangte, war es fĂŒr ihn an der Zeit dieses, die „Ware Vrijheid“ der Republik, in einem GemĂ€ldethema in seinem BĂŒrgermeistersaal zu positionieren. Gerard de Lairesse stellte im Triomf der Vrede die Rolle der Familie De Graeff als die BeschĂŒtzerin der republikanischen Staatsform, Verteidiger der Freiheit, dar. Es ist auch als Aussage zur Gegnerschaft und gegen die RĂŒckkehr zur oranischen Statthalterschaft zu verstehen.[2] Im Rampjaar 1672, nach dem politischen Ende des Regimes von Johan de Witt und des damit verbundenen politischen Ende der repuplikanischen Stadtregenten, wurde die Familie De Graeff von dem neuen Statthalter Wilhelm III. von Oranien-Nassau und Gillis Valckenier, Amsterdams neuen starken Mann, von ihren innegehabten Ämtern ausgeschlossen.[17]

Kunst, Architektur und Wissenschaft

Die Familie De Graeff machte sich auch als Förderer der KĂŒnste einen Namen. Im Goldenen Zeitalter wurden besonders die Maler Govaert Flinck, Nicolaes Eliaszoon Pickenoy, Jan Lievens, Jacob Jordaens, Rembrandt,[18] JĂŒrgen Ovens, Gerard ter Borch, Jacob van Ruisdael, Thomas de Keyser, der oben erwĂ€hnte Gerard de Lairesse sowie der Bildhauer Artus Quellinus mit reprĂ€sentativen AuftrĂ€gen, einerseits die Mitglieder der Familie darzustellen und andererseits deren WohnhĂ€user auszuschmĂŒcken, bedacht. Diese KĂŒnstler haben von der Familie auch öffentliche AuftrĂ€ge erhalten; so wie Ruisdael, Quellinus oder Flinck bei der AusschmĂŒckung des damals neu erbauten Stadthauses Op de Dam, wofĂŒr sich die Familie De Graeff und Bicker verantwortlich gezeigt hatten. Als Vorbild der neuen SouverĂ€nitĂ€t, welche sie seit dem Friedensschluss von MĂŒnster im Jahre 1648 innehatten, schufen sie den Bau nach dem Vorbild des venezeanischen Dogenpalastes. Cornelis de Graeffs Sohn Jacob legte hierbei im Jahre 1655 den ersten Stein.[19] Der Poet und Dichter Joost van den Vondel verfasste zu diesem Anlass das Gedicht Bouwzang.[20] Neben Van den Vondel schrieben auch noch andere Dichter wie Jan Vos, Caspar van Baerle und Gerard Brandt Verse und Gedichte ĂŒber die De Graeffs.[4]

Als Bauherren zeigten sich die De Graeffs neben dem Op de Dam fĂŒr die VergrĂ¶ĂŸerung Amsterdams und fĂŒr den Bau verschiedener Grachten verantwortlich. Danebst ließen sie sich prachtvolle StadthĂ€user, wie das Palais Huis van der Graeff, erbauen. Desgleichen zeigten sie sich im Jahre 1638 fĂŒr den Grundstock des heutigen Palais Soestdijk verantwortlich, welches im Jahre 1674 an Wilhelm III. von Oranien, der in seiner Jugend einige Sommer auf diesem Anwesen verbrachte,[21] verkauft wurde.

Rembrandts Rembrandts Jakobssegen (Jakob segnet die Söhne des Joseph) aus dem Jahre 1656 zeigt Wendela de Graeff mit ihrer Familie als biblische Personen vertont

Über die reine Beauftragung von KĂŒnstlern hinaus waren die De Graeff auch große Sammler, deren Erwerbungen heute verschiedene niederlĂ€ndische und auslĂ€ndische Kunstmuseum schmĂŒcken; so befanden sich unter anderem auch die beiden RembrandtgemĂ€lde Minerva[22] und der Jakobssegen sowie Frans Halsens GemĂ€lde Catharina Hooft mit ihrer Amme bis in das Jahr 1753 beziehungsweise 1872 in Familienbesitz.

Des Weiteren organisierten die GebrĂŒder Cornelis und Andries de Graeff im Jahre 1660 die Dutch Gift, das HollĂ€ndische Geschenk. Jenes war als eine pro-englische Strategie Amsterdams gedacht und beinhaltete eine reichhaltige Kunstschenkung an den englischen König Karl II.[23]

Jakob Dircksz de Graeff fĂŒhrte gemeinsam mit seinem Freund Pieter Jansz Hooft (1575–1636) ein chemisches Labor, worin sie ein Perpetuum Mobile erfanden. Auf dem Gebiet der Wissenschaften sowie in Bereichen der Naturkunde unterhielt De Graeff eine nahe Zusammenarbeit mit Constantijn Huygens und via Huygens auch mit Rene Descartes.[24][25] Sein Enkel Pieter de Graeff verkehrte mit Huygens Sohn Christiaan Huygens.

Nach dem Goldenen Jahrhundert

Nach dem politischen Ende der Familie im Jahre 1672 konnte sich die De Graeffs nur mehr bedingt in der Amsterdamer Politik festsetzen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts waren drei Familienmitglieder, namentlich Johan de Graeff (1673–1714), Gerrit de Graeff (1711–1752), Gerrit II de Graeff (1741–1811), sowie im 19. Jahrhundert mit dem Fabrikanten Gerrit IV de Graeff (1797–1870), dem Vater des bedeutenden Diplomaten Dirk de Graeff van Polsbroek, nur noch ein De Graeff in der Amsterdamer Stadtregierung gesessen. Im 20. Jahrhundert konnte Dirks Sohn Andries Cornelis Dirk de Graeff die politisch engagierte und erfolgreiche Tradition seines Geschlechts fortsetzen. Auch waren diverse Familienmitglieder im Ingineurswesen, in den Wasserschaften, als staatliche Inspektoren und Kommissare, Direktoren, im Hofdienst am niederlĂ€ndischen Königshof und als Finanz- und Firmenmanager tĂ€tig.

Herrlichkeiten im Besitz der Familie

Siehe auch: Hohe Herrlichkeit Polsbroek, Hohe Herrlichkeit Ilpendam - Purmerland und Hohe Herrlichkeit Jaarsveld

Wie viele andere niederlĂ€ndische Patrizierfamilien waren die De Graeffs bestrebt, sich die Lebensweise und das gesellschaftliche Auftreten des alten Adels anzueignen und von diesem als ebenbĂŒrtig anerkannt zu werden.[26] Zur BegrĂŒndung solcher AnsprĂŒche diente unter anderem der Erwerb feudaler Grundherrschaften,[27] sogenannter heerlijkheiden, die in den Niederlanden zugleich mit einer eigenen Gerichtsbarkeit verbunden waren.[28] Bei „Niederen Herrlichkeiten“ (lage heerlijkheiden) oder Ambachtsherrlichkeiten war dies die Niedere Gerichtsbarkeit, wĂ€hrend der Grundherr einer „Freien“ oder „Hohen Herrlichkeit“ auch zusĂ€tzlich die Hohe Gerichtsbarkeit besaß.

Karte der Hohen Herrlichkeiten Polsbroek und Jaarsveld (Jaersveld), durch Joan Blaeu (1665)

Jakob Dircksz de Graeff war einer der ersten hollĂ€ndischen Stadtregenten, der in den Besitz einer solchen Hohen Herrlichkeit gelangte. Im Jahre 1610 kaufte er fĂŒr sich und seine Familie von Karl Graf von Aremberg die hoge of vrije heerlijkheid Zuid-Polsbroek,[29] die zu dieser Zeit kein Lehen mehr, sondern als Allod-Eigentum frei vererb- und verĂ€ußerbar war.[30] Ihr Erwerb steigerte das Ansehen und leistete einen Beitrag zur Aristokratisierung der Familie, in der sich De Graeff und seine Erben seither als Vrijheer(en) van Zuid-Polsbroek ansprechen lassen konnten. Des Weiteren ererbte Jacob de Graeff im Jahre 1678 die Hohe oder Freie Herrlichkeit von Purmerland und Ilpendam. Die Herrlichkeiten Zuid-Polsbroek beziehungsweise Purmerland und Ilpendam waren bis in das Jahre 1870 im Besitz des Geschlechtes De Graeff. ZusĂ€tzliche Herrschaftsrechte, hier ist die Familie De Graeff als LehensempfĂ€nger der Stadt Amsterdam zu sehen, hatten sie als Ambachtsherren von Amstelveen, Nieuwer-Amstel, Sloten, Sloterdijk und Osdorp, Urk und Emmeloord.

Des Weiteren ist der Amsterdamer Ratsherr Pieter Dircksz Graeff (1573–1645), im Besitz der Herrlichkeit und des Schlosses Engelenburg gestanden. Die Geschwister Alida (1651–1738) und Arnoldina de Graeff (1652–1703) waren in der zweiten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts vrijvrouwen der Hohen Herrlichkeit Jaarsveld gewesen.

LĂ€ndereien und herrliche Rechte hatte die Familie im sĂŒdlichen Teil von Netelenburg, im nordhollĂ€ndischen Duinen, in Cromwyk und Hoog Rietveld bei Woerden, bei Langerak und am Fluss Lek, den ausgedehnten Landsitz Vredenhof bei Voorschoten sowie in De Graskamp und GrĂŒnde in Soestdijk, Palais Soestdijk, und Baarn.

Familiensitze

Siehe auch: Palais Soestdijk, Schloss Engelenburg, Schloss Ilpenstein, Herengracht 573 und Huis van der Graeff

Stammsitz der Familie war das „Huis De Keyser“ am Amsterdamer Damrak, welches nach der außerhalb des GebĂ€udes angebrachten „Keizerskroon“ benannt ist. Die ersten drei Generationen betrieben dort einen Eisen- und Tuchhandel. In weiterer Folge erwarben Familienmitglieder StadthĂ€user am Fluweelenburgwal, Herengracht und Gouden Bocht. Stellvertretend sind hierfĂŒr Herengracht 573, worin das Tassenmuseum Hendrikje beherbigt ist, und das im Jahre 1672 fĂŒr Andries de Graeff vollendete Stadtpalais Huis van der Graeff zu nennen.[31] Im 19. Jahrhundert ĂŒbersiedelte der Hauptzweig der Familie von Amsterdam nach Den Haag wo er noch heutzutage wohnhaft ist.

Außerhalb der Stadt besaß die Familie De Graeff diverse LĂ€ndereien und Landsitze. 1581 erwarb Dirck Jansz Graeff den großen Landsitz Vredenhof bei Voorschoten. Jener wurde kurze Zeit spĂ€ter von den Spaniern verwĂŒstet und nach seinem Tod von Jan Dirksz Graeff neu aufgebaut.[32] Das Gut blieb bis in das 18. Jahrhundert in den HĂ€nden der Familie. Weitere Landsitze hatte die Familie mit dem nachmaligen Palais Soestdijk, Bronstee bei Heemstede, Vogelsang und Valkenburg sowie Graeffenveld bei Oud-Naarden. Schlösser besaß die Familie De Graeff mit Schloss Engelenburg, Schloss Ilpenstein und dem Schloss von Jaarsveld. Anteile besaß die Familie unter anderem am Schloss Swieten.

Adel

Im Jahre 1677 erhielten Andries de Graeff und sein Sohn Cornelis durch Kaiser Leopold I. den Reichsritterstand verliehen. Grund hierfĂŒr war die angenommene Abstammung aus dem Geschlecht der Von Graben von Stein.[4] Mit dem Tod von Sohn und Vater im darauffolgenden Jahr ist dieser Zweig aber erloschen. Im Jahre 1885 erhielt Dirk de Graeff van Polsbroek fĂŒr sich und seine Nachkommen den neuen niederlĂ€ndischen Adel mit dem PrĂ€dikat Jonkheer verliehen.[33] Dieser adelige Zweig blĂŒht noch heutzutage fort.

Wappen

Das Wappen ist wie folgt beschrieben: Gevierteilt: 1 und 4 in rot und eine darauf platzierten silbernen Spaten; 2 und 3 in blau ein rotbedeckter und stehender silberner Schwan. BlaugerĂ€nderter gekrönter Helm, mit silbernenHelm, mit silberrote Helmdecken. Helmdecken: der silberne Spaten stehend auf der Krone, der Helm mit drei natĂŒrlichen Pfaufedern. Schildhalter: zwei rotbedeckte und aufrecht stehende silberne SchwĂ€ne mit geöffneten niederwĂ€rts gerichteten FlĂŒgeln, die SchnĂ€bel geöffnet. Wappenspruch: Mora sceptra ligonibus aequat.[34]

Das Wappen der (Amsterdamer) De Graeff gliedert sich wie folgt auf: Dirck Jansz Graeff fĂŒhrte im 16. Jahrhundert die silberne Schaufel auf rotem Grund der Herren von Graben (Wappenfeld 1, sowie 1 und 4) und einen silbernen Falken mit einer roten Haube auf blauem Grund (Wappenfeld 2, sowie 2 und 3). Der Ursprung des Falken liegt in dessem Landgut in Gooiland dass er zu Ehren seiner Frau Valckeveen (dem spĂ€teren Landsitz Valckenburg) nannte. Die silbernen SchwĂ€ne auf blauem Grund (Wappenfeld 2 und 3) stehen fĂŒr die herrlichen Rechte des Gutes Vredenhof. Dort hatte das Geschlecht unter anderem das grundherrliche Privileg SchwĂ€ne zu zĂŒchten inne. Die Herren der Hohen Herrlichkeit von Purmerland-Ilpendam fĂŒhrten anstatt des Falken resp. der SchwĂ€ne eine silberne Gans auf blauem Feld (Wappenfeld 2 und 3). Der Herzschild zeigt drei rote Rauten auf Gold und steht fĂŒr die Hohe Herrlichkeit Zuid-Poldbroek.[35] Der ausgestorbene reichsritterliche Zweig († 1678 bzw. 1738 in weiblicher Linie) zeigt ein folgendes Wappenschild: Mit Laubkronen behĂ€ngte silberne Spaten auf rot auf den Feldern 1 und 2 sowie den silbernen Schwan auf blau auf den Feldern 1 und 4.[36]

Familienbeziehungen

Solche verband das Geschlecht De Graeff mit anderen Amsterdamer Regentenfamilien wie den Bicker, Boelens Loen, Hooft, Pauw, Deutz van Assendelft, De Hochepied, Trip oder auch den Dordrechter De Witt. Solche nutzte auch die Familie De Graeff im Verlauf des 17. Jahrhunderts aus um sich politische Ämter und Einfluss zu verschaffen. Andere Verbindungen fĂŒhrten sie zu den Van Egmond van de Nijenburg aus Alkmaar, den Van Voorst tot Voorst, den Van der Does sowie zu den Utrechter Regenten Van Veldhuyzen. Weitere ihnen verwandte Geschlechter waren die Huydecoper van Maarsseveen, Van Foreest und die Van Hogendorp.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts traten die De Graeffs in eheliche Verbindungen mit den De Petersen, Van Herzeele, Lestevenon, Sautijn und den Van Brienen van Ramerus. Weitere Verwandtschaften fĂŒhrten sie zu den Boreel, Clifford und zu den Lampsins, ehemals Barone von Tobago.

Im 19. Jahrhunderts, als viele der alten Patriziergeschlechter ausgestorben waren, gingen die De Graeffs Ehen mit verschiedenen Familien aus dem industriellen und stĂ€dtischen Milieu ein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts Ă€nderte sich diese Tendenz dahinfĂŒhrend dass sich das Geschlecht De Graeff erneut mit den adeligen Geschlechtern des Landes verband, so den Loudon, Van Lennep, Van den Bosch oder den Van der Wijck.

FamilienbegrÀbnisstÀtte Oude Kerk

1648 erstand Cornelis de Graeff die BegrĂ€bnisstĂ€tte in der Amsterdamer Oude Kerk fĂŒr sich und seine Nachkommenschaft. In der Mitte der Glasfenster der Taufkapelle der De Graeffs sind die Wappen von Cornelis und dessen Ehefrau Catharina Hooft angebracht. Im 18. Jahrhundert wurde die GrabstĂ€tte durch zwei weitere großformatige Wappendarstellungen geziert. Das Ă€ltere ist das der Arnoldina de Graeff, Baronin van Voorst tot Hagenvoorde van Bergentheim, das andere das des Jacob Baron de Petersen, einem engen Verwandten der De Graeffs. Im Laufe des 19. Jahrhunderts ist die BegrĂ€bnisstĂ€tte außer Gebrauch gekommen. Nach der Trennung von Staat und Kirche im Jahre 1810 hatten die Kirchenmeister der Oude Kerk die Familie De Graeff mehrmals darauf angesprochen, ihre FamilienstĂŒcke und -papiere aus der GrabstĂ€tte zu holen. Da dies verabsĂ€umt wurde, gingen diese StĂŒcke verloren.[37] Zwischen 1994 und 1998 wurden die GrabstĂ€tte restauriert und auf verborgene Unterlagen die Familie De Graeff betreffend durchsucht.[38]

Familienarchiv

Die zur Mitte des 17. Jahrhunderts grĂ¶ĂŸtenteils durch Pieter de Graeff zusammengetragenen SchriftstĂŒcke und genealogischen Dokumente die Familie De Graeff betreffend wurden im Jahre 1906 von den GebrĂŒdern Dirk de Graeff van Polsbroek, Gijsbert Carel Rutger Reinier De Graeff und Frederik Lodewijk De Graeff in einem Familienarchiv im Stadsarchief Amsterdam aufbewahrt.[39]

Familienmitglieder

Stammliste (Auszug)

Amsterdamer Stammlinie

Die Herren von Zuid-Polsbroek, Purmerland und Ilpendam

Den Haager Zweig

  • Dirk de Graeff van Polsbroek (1833–1916)
    • Pieter de Graeff (1861–1909)
    • Anna Carolina de Graeff (* 1871)
    • Andries Cornelis Dirk de Graeff (1872–1958)
      • Bonne Elisabeth Constance Wilhelmine de Graeff
    • GĂ©org de Graeff (1873–1954)
      • Dirk Georg de Graeff (1905–1986)
      • Herman Jacob de Graeff (1907–1978)
      • Andries Cornelis Dirk de Graeff (* 1909)
    • Jacob de Graeff (1875–1963)
    • Carolina Frederika Christina de Graeff (* 1877)
    • Cornelis de Graeff (1881–1956)

Zweiter Amsterdamer, Alblasserdamer, Delfter Zweig und ĂŒbriges Holland

  • Jacob Jansz Graeff († ca 1580)
    • Jan Jacobsz Graeff (* ca 1570/75)
      • Claes Jansz Graeff
      • Adriaan Jansz Graeff
      • Cornelis Jansz Graeff
        • Jan Cornelisz (de) Graeff
          • Cornelis Jansz de Graeff
            • Catharina Cornelisdr de Graeff
            • Pieter Cornelisz de Graeff († 1693)
            • Jan Cornelisz de Graeff
              • Cornelis Jansz de Graeff
              • Jacob Jansz de Graeff
              • Cornelis Jansz de Graeff
              • Maria Jansdr de Graeff
              • Alida Jansdr de Graeff
              • Cornelis Jansz de Graeff
              • Alida Jansdr de Graeff
              • Henrica Jansdr de Graeff
              • Pieter Jansz de Graeff
              • Jan Jansz de Graeff
            • Apollonia Cornelisdr de Graeff
          • Jacob Jansz de Graeff
          • Cornelis Jansz de Graeff
          • Pieter Jansz de Graeff
            • Pieter de Graeff
              • Joannis de Graeff
          • Jan Jansz de Graeff
      • Adriana Jansdr Graeff († nach 1640)
      • Cornelis Jansz Graeff
    • Claes Jacobsz Graef
    • Adriaan Jacobsz Graeff

Kurzbiografien

Jan Pietersz Graeff

Jan Pietersz (vor 1512–1553),[40] Sohn des Pieter Graeff und der Griet Pietersdr Berents, war ein hollĂ€ndischer TuchhĂ€ndler und ein Mitglied der Amsterdamer Stadtregierung gewesen. Verheiratet war er mit Stein Braseman, mit welcher er fĂŒnf gemeinsame Kinder hatte: Pieter Jansz Graeff († vor 1547) ∞ Maria Jacobsdr Dobbens; Lenaert Jansz de Graeff (um 1530/35–vor 1578), Diederik Jansz Graeff (1532–1589), Cornelis Pieter Jansz Graeff (unverheiratet) und Jacob Jansz Graeff († nach 1580) ∞ Geertge Claes Coppensdr van Ouder Amstel.

Jan bewohnte ein Stadthaus am Damrak, das „Huis De Keyser“ (benannt nach der außerhalb des GebĂ€udes angebrachten „Keizerskroon“). Dort betrieb er einen flurierenden Tuchhandel. Im Jahre 1539 wurde er als deren Gildemeister angegeben. Jan fĂŒhrte seinen Handel auch in Antwerpen, dem damaligen Stapelplatz fĂŒr englische Leinen. Als Jan sich als HĂ€ndler in Nordbrabant festigen wollte, intervinierten dessen Söhne fĂŒr seine baldige RĂŒckkehr nach Amsterdam. Dort wurde er zum Mitglied der patrizischen Stadtregierung benannt. Er erfĂŒllte im Jahre 1542 seine Funktion als Vroedschap und im darauffolgenden Jahr das Amt eines Schepen.[6] Durch seine TĂ€tigkeit in der Stadtregierung gehörte die Familie De Graeff zu den wenigen Geschlechtern die vor und nach der Alteratie von Amsterdam in der Regierung saßen. Der Poet und Dichter Joost van den Vondel nannte Jan in seinem Vers Aen den hooghedelen heer Pieter de Graef, vryheer van Zuitpolsbroek, op den oorsprongk van het geslagt der graven "den braven".[41] Weiters bedachte ihn Vondel in seinem Mengeldicht.[42]

Lenaert Jansz de Graeff

→ Hauptartikel: Lenaert Jansz de Graeff

Lenaert Jansz (ca 1525/30–vor 1578), Sohn des Jan Pietersz Graeff und der Stein Braseman, war ein reicher HĂ€ndler, Mitglied und „UnterstĂŒtzer“ der Amsterdamer Reformierten, sowie ein Freund und militĂ€rischer Adjutant des „Großen Geusen“ Heinrich von Brederode. Laut einer FamilienĂŒberlieferung ist Lenaert Janz mit „Monseigneur de Graeff“ identisch. Jener war als KapitĂ€n der Wassergeusen an der Eroberung von Brielle im Jahre 1572 beteiligt. Dass Lenaert Jansz und jener KapitĂ€n identisch sind gilt historisch aber als ungesicherte Aussage.

Diederik Jansz Graeff

→ Hauptartikel: Diederik Jansz Graeff

Diederik Jansz (1532–1589), Sohn des Jan Pietersz Graeff und der Stein Braseman, war ein reicher HĂ€ndler, Reeder und Politiker. Er im Jahre 1578 der erste regierende Amsterdamer BĂŒrgermeister aus dem Haus De Graeff, und legte damit den Grundstock fĂŒr eine der großen Regentdynastien des Goldenen Zeitalters der Niederlande. Des Weiteren war er mit Wilhelm von Oranien (Wilhelm der Schweiger) befreundet. In den Jahren 1584/1585 war Dirck Jansz mit einem Vermögen von 140.000 Gulden der reichste Einwohner Amsterdams.

Jakob Dircksz de Graeff

→ Hauptartikel: Jakob Dircksz de Graeff

Jakob Dircksz (1571–1638), Sohn des Diederik Jansz Graeff und der Agnes Pietersdr van Neck, war Vrijheer der Hohen Herrlichkeit Zuid-Polsbroek, als LehenstrĂ€ger der Stadt Amsterdam Ambachtsherr von Amstelveen, Nieuwer-Amstel, Sloten, Sloterdijk und Osdorp, BĂŒrgermeister und Regent von Amsterdam sowie Erfinder eines Perpetuum Mobile. Jacob Dircksz war fĂŒr seine freidenkende, republikanische Gesinnung aber auch RuhmsĂŒchtigkeit bekannt. Er trat gemeinsam mit seinem Neffen Andries Bicker fĂŒr die Anerkennung der Remonstranten in Amsterdam ein. Nach dem politischen Ende von Reinier Pauw kam die Leitung der Stadtregierung in die HĂ€nde der arminischen Clique rund um De Graeff und Bicker. Diese gab auch der, seit der Ermordung von Johan van Oldenbarnevelt geschwĂ€chten, republikanischen Staatspartei neue Impulse.

Pieter Dircksz Graeff

Pieter Dircksz (1573–1645), Sohn des Diederik Jansz Graeff und der Agnes Pietersdr van Neck, war Herr von Engelenburg und Mitglied der Vroedschap der Stadt Amsterdam.

Im Jahre 1613 reiste Pieter Dircksz nach Palestina und besuchte das Heilige Grab in Jerusalem. Er verbrachte einen Teil diese Reise auch in Begleitung des Schweizers Wundarztes und Ägypten-Reisenden Hans Jakob Ammann.[43] Am 13. April 1613 erhielt er durch den Franziskaner Angelus a Messana eine Urkunde ĂŒber seinen Besuch in Jersusalem. Jenes Dokument befindet sich heute im Amsterdamer Familienarchiv und beschreibt die PlĂ€tze wo sich Pieter Dircksz wĂ€hrend seiner Pilgerreise aufgehalten hatte; das Grab Jesus Christus, Bethlehem, den Fluss Jordan, den Kalvarienberg wo Jesus gekreuzigt wurde sowie verschiedenen PlĂ€tze von Maria und Johannes des TĂ€ufers.[44] Pieter Dircksz war das einzige Mitglied seiner Familie das entgegem dem protestantischem Glauben dem Katholizismus zugetan war.

Nach seiner RĂŒckkehr bewohnte er ein Haus am Fluweelenburgwal, wurde Mitglied in der Stadtregierung und im Jahre 1620 durch Kauf Herr ĂŒber Herrlichkeit und Schloss Engelenburg.[45] Pieter Dircksz blieb zeitlebens unverheiratet. Sein Erbe war sein Neffe Jacob Bicker (verheiratet mit Christina de Graeff 1609–1679).[46]

Cornelis de Graeff

→ Hauptartikel: Cornelis de Graeff

Cornelis (1599–1664), Sohn des Jakob Dircksz de Graeff und Aaltje Boelens Loen, war Vrijheer der Hohen Herrlichkeit von Zuid-Polsbroek, Schlossherr von Ilpenstein sowie als LehenstrĂ€ger der Stadt Amsterdam Ambachtsherr von Sloten, Nieuwer-Amstel und Amstelveen. Cornelis galt im Laufe des Goldenen Zeitalters als der einflussreichste Regent und BĂŒrgermeister von Amsterdam. Des Weiteren war er auch einer der bedeutenden Kunstsammler und MĂ€zene seiner Zeit.

Cornelis war zwischen 1643 und 1663 zehnmal regierender BĂŒrgermeister, Staatsrat der Niederlande (Generalstaaten), sowie PrĂ€sident der NiederlĂ€ndischen Ostindien-Kompanie (VOC). WĂ€hrend seiner Regentschaft stand er in enger Kooperation mit seinem Neffen Johan de Witt, dem RatspensionĂ€r der Republik der Vereinigten Niederlande. Bis zu seinem Tod im Jahre 1664 war Cornellis unumschrĂ€nkter Herrscher der Stadt Amsterdam, dem republikanischen Zentrum der Vereinigten Provinzen der Niederlande. Cornelis hatte aber nicht nur die Interessen dieser im Sinn, sondern auch die von Holland und den politischen Ausgleich mit den anderen Provinzen.

Dirk de Graeff

Dirk (1601–1637), Sohn von Jakob Dircksz de Graeff und Aaltje Boelens Loen, schloss sein Rechtsstudium mit der Promovotion zum Doktor ab. 1626 unternahm er gemeinsam mit seinem Bruder Cornelis und Willem Nooms, Herr van Aarlanderveen (dieser war der Vater einer unehelichen namens Margaretha, welche er gemeinsam mit Dirks Schwester Wendela hatte) eine ausgedehnte Kavaliersreise, welche diese nach Paris, OrlĂ©ans, Blois, Nantes, La Rochelle, Poitiers und im Jahre 1628 wiederum in die Hauptstadt brachte. Dort wurden sie von dem damaligen schwedischen Botschafter Hugo de Groot (latinisiert Hugo Grotius) freundschaftlich empfangen. Noch im selben Jahr kehrten die drei jungen MĂ€nner ĂŒber Flandern in ihre Heimatstadt zurĂŒck.[47]

1631 wurde Dirk zum Kommissar der Stadt Amsterdam bestellt; im Jahre darauf als Schepen und Vroedschap in die Regierung derselbigen.[48] Verheiratet war er mit Eva Bicker die sich als kinderlose Witwe nach seinem Tod mit Frederik Alewijn verheiratete.[49] Dirk ist 1633 als Leutnant der BĂŒrgergarde (Schutters van de compagnie van kapitein Jacob Symonsz de Vries en luitenant Dirck de Graeff) durch Thomas de Keyser abgebildet worden. Des Weiteren existiert ein PortrĂ€t eines unbekannten KĂŒnstlers von ihm.

SchĂŒtzen der kompanie des KapitĂ€ns Jacob Symonsz de Vries (sitzend rechts) und Leutnant Dirck de Graeff (sitzend links), gemalt von Thomas de Keyser

Agneta de Graeff van Polsbroek

Agneta (1603–1656) war die Tochter von Jakob Dircksz de Graeff und Aaltje Boelens Loen. Im Jahre 1625 verehelichte sie sich mit dem Amsterdamer Regenten Johan Bicker. Aus dieser Ehe entstammten ua zwei Töchter; Wendela Bicker welche den hollĂ€ndischen RatspensionĂ€r Johan de Witt heiratete und Jacoba Bicker, die ihren Cousin Pieter de Graeff ehelichte. Das Ehepaar Agneta und Johan Bicker bewohnte ein Stadthaus an der Amsterdamer Herengracht sowie diverse LandhĂ€user wie De Eult in Baarn, Akerendam und Duynwijck in Beverwijk. Innerhalb besaßen sie eine Insel, das sogenannte Bickerseiland. Im Jahre 1663 wurden von Agneta und ihrem damals bereits verstorbenen Ehemann zwei Portraits durch Wallerant Vaillant geschaffen.[50] Die GrabstĂ€tte des Ehepaares befindet sich in der Amsterdamer Westerkerk.

Hendrik de Graeff

Hendrik (* 1605), Sohn von Jakob Dircksz de Graeff und Aaltje Boelens Loen, könnte womöglich die verbindende Person zwischen dem Geschlecht De Graeff und der Schoonhovener Familie De Graeff (De Graaf), der auch der bedeutende Arzt und Forscher Reinier De Graaf (Reinier de Graeff) angehörte, sein.[51]

Über Hendrik bestehen diverse Lebensberichte; einerseits soll er bereits im Alter von 17 Jahren verstorben sein, andererseits noch 1671 (im Alter von 66) Schriften und Gedichte verfasst haben.[52] Er soll zwei Söhne gehabt haben. Hendrik galt als ein bekannter Verfasser von BĂŒhnenstĂŒcken[53][54] 1665 hatte er CalderĂłns Komödie Lances de amor y fortuna ins niederlĂ€ndische ĂŒbersetzt.[55][56] In weiterer Folge wurde Hendriks Übersetzung als Bearbeitungsvorlage fĂŒr die Auftritte der WanderbĂŒhne des Johannes Velten verwendet.[57]

Wendela de Graeff

Wendela (1607–1652) wurde durch Rembrandt als Josephs Frau Asnath im Rembrandts Jakobssegen (Jakob segnet die Söhne des Joseph) dargestellt.

Andries de Graeff

→ Hauptartikel: Andries de Graeff

Reichsritter Andries (1611–1678), Sohn des Jakob Dircksz de Graeff und Aaltje Boelens Loen, war im Goldenen Zeitalter ein bedeutender Regent und BĂŒrgermeister von Amsterdam gewesen. Andries war als LehensempfĂ€nger der Stadt Amsterdam als Ambachtsherr von Urk und Emmeloord aufgetreten. Des Weiteren galt er als einer der bedeutendsten hollĂ€ndischen Kunstsammler und MĂ€zene seiner Zeit. In der Ersten Statthalterlosen Periode war er gemeinsam mit seinem Bruder Cornelis de Graeff einer der einflussreichsten Regenten der Republik. Nach seines Bruders Tod galt Andries als einer der HĂ€upter der republikanisch gesinnten Partei Hollands und als ein vehementer Gegner der politischen Ambitionen des Hauses Oranien.

Im Jahre 1677 erhielten Andries und sein Sohn Cornelis aufgrund der angenommen Abstammung aus dem Geschlecht der Von Graben (von Stein) durch Kaiser Leopold I. den Reichsritterstand verliehen. Mit dem Tod von Sohn und Vater im darauffolgenden Jahr ist auch der reichsritterliche Zweig De Graeff ausgestorben.

Pieter de Graeff

→ Hauptartikel: Pieter de Graeff

Pieter (1638–1707), Sohn von Cornelis de Graeff, war Vrijheer von Zuid-Polsbroek, Herr von Purmerland und Ilpendam, Regierungsmitglied von Amsterdam, ein vertrauter Ratsmann von Johan de Witt sowie einer der Leiter der NiederlĂ€ndischen Ostindien-Kompanie gewesen (ua).

Jacob de Graeff

→ Hauptartikel: Jacob de Graeff

Jacob (1642–1690), Sohn von Cornelis de Graeff, war Herr von Purmerland und Ilpendam, einer der Grundsteinleger des Amsterdamer Paleis op de Dam sowie ein Mitglied im Amsterdamer Stadtparlament (ua).

Cornelis de Graeff (1650–1678)

Cornelis de Graeff im Jahre 1673, gemalt von Gerard Terborch

Reichsritter Cornelis (1650–1678) war hoofdingeland von der Zijpe- und Hazepolder. Er wurde als Sohn des Andries de Graeff und der Elisabeth Bicker van Swieten geboren.

Cornelis wuchs in Den Haag auf, wo sein Vater das Amt des rekenmeester der grafelijke domeinen der Staaten von Holland und West-Friesland erfĂŒllte. Nach seinem Rechtstudium an der UniversitĂ€t Leiden verehelichte er sich im Jahre 1675 mit Agneta Deutz (1657–1678). Aus dieser Verbindung entstammten drei Kinder welche aber alle vor dem Jahre 1678 verstorben waren. Das Ehepaar bewohnte das vĂ€terliche Stadtpalais in der Gouden Bocht der Amsterdamer Herengracht, das Huis van der Graeff. Neben dem GemĂ€lde von Gerard Terborch ist Cornelis auch von JĂŒrgen Ovens portraitiert worden. Über das TerborchgemĂ€lde ist im deutschsprachigen FĂŒhrer des Museums Mauritshuis folgendes vermerkt: Das Cornelis darstellende GemĂ€lde gelangte ĂŒber die Sammlung Douairiere van Lennep-Deutz van Assendelft in Den Haag zu Beginn des 20. Jahrhunderts in das in Den Haag. In einem deutschsprachigen Buch steht als Bildbeschreibung unter anderem zu lesen: Auch dieses Portrait des 24jĂ€hrigen Sohnes des Amsterdamer BĂŒrgermeisters De Graeff steht vor einem schlichten Hintergrund. Die rotsamtene Tischdecke ergibt den einzigen warmen Ton; die Federn des schwrzen Hutes stecken schneeweiß davon ab. Der junge "Regentensohn", ein Abkömmling einer der bekanntesten Amsterdamer Familien, trĂ€gt einen schwarzen Samtrock nach der letzten französischen Mode, aus dem die mit einem Spitzensaum besetzten HemdĂ€rmel bauschig hervorragen. In der linken Hand hĂ€lt er einen Spazierstock mit silbernem Knauf. Die Rechte hat er etwas affektiert und kokett in die Seite gestĂŒtzt. Es ist ein modisches Portrait, aber verfeinert und zurĂŒckhaltend, in dem sich Ter Borchs vornehmer Geschmack in glĂŒcklicher Weise mit den WĂŒnschen seiner Auftraggeber verbunden hat.

1677 erhielten Cornelis und sein Vater aufgrund der angenommenen Abstammung aus dem Geschlecht der Von Graben (von Stein) durch Kaiser Leopold I. den Reichsritterstand verliehen.[58] Ein Jahr danach verstarb das Ehepaar an einer Essensvergiftung, die sie sich beim Festbankett anlĂ€sslich des Friedens von Nimwegen zugezogen hatten. Cornelis und seine Frau Agneta wurden im Familiengrab in der Oude Kerk bestattet. Mit dem Tod von Sohn und Vater im selben Jahr ist auch der reichsritterliche Zweig De Graeff ausgestorben. Als Erbin des kinderlosen Cornelis ist seine Schwester Alida, Vrijvrouwe der Hohen Herrlichkeit Jaarsveld, aufgetreten.

Alida de Graeff

Alida (1651–1738), Tochter von Andries de Graeff und Elisabeth Bicker van Swieten, war Vrijvrouwe der Hohen Herrlichkeit Jaarsveld.[59][60]

1678 ehelichte sie Diederik (Theodorus) van Veldhuyzen, Herr von Heemstede, PrĂ€sident und Ratsherr der Staaten von Utrecht.[61] Dieser Ehe entstammten keine Kinder. Im selben Jahr erbte sie von ihrem Vater das Huis van der Graeff in der Gouden Bocht. Das Ehepaar ist in weiterer Folge nach Den Haag ĂŒbersiedelt. 1680 erstand das Ehepaar durch Kauf Heemstede und Schloss Heemstede. Hier legten sie eine barocke Gartenanlage an und ließen das Interieur des Schlosses durch Daniel Marot im Ludwig XIV.–Stil verfeinern.

Arnoldina de Graeff

Arnoldina (Aertje) (1652–1703), Tochter von Andries de Graeff und Elisabeth Bicker van Swieten, war Vrijvrouwe von Jaarsveld. Sie war mit Transisalanus Adolphus Baron van Voorst tot Hagenvoorde van Bergentheim, Vrijheer von Jaarsveld, Mitglied der Ritterschaft von Holland, Hofmeister von Wilhelm III. und Leutnant-Statthalter von Gorinchem, verheiratet.

Cornelis de Graeff (1671–1719)

Cornelis (1671–1719), Sohn von Pieter de Graeff und Jacoba Bicker war Herr von Purmerland und Ilpendam sowie Kanoniker im Domkapitel von Sankt Pieter in Utrecht.[62]

Cornelis promovierte an der UniversitÀt Leiden zum Magister der Rechte. Da er kranksinnig war hatte er seit dem Tod seines Vaters im Jahre 1707 unter Kuratel gestanden. Er vernmachte seinen Erben eine reichhaltige Kunstsammlung.

Johan de Graeff

Johan (1673–1714), Sohn von Pieter de Graeff und Jacoba Bicker war Vrijheer von Zuid-Polsbroek sowie ein Amsterdamer Regent.

Nach seinem Rechtsstudium in Leiden verehelichte er sich mit Johanna Hooft (1678–1738). Dieser Verbindung entstammten drei Kinder. 1709 wurde er in die Vroedschap aufgenommen und zum Schepen der Stadt Amsterdam ernannt.

Gerrit de Graeff

Gerrit de Graeff (PortrĂ€ts eines unbekannten KĂŒnstlers)
Elisabeth Lestevenon

Gerrit (1711–1752), Sohn des vorherigen, war Vrijheer der Hohen Herrlichkeit von Zuid-Polsbroek, Heer (auch als Vrijheer genannt)[63] und der Hohen Herrlichkeit von Purmerland und Ilpendam.[64] Er war zeitlebens fĂŒr seinen Reichtum und seinen Geiz bekannt.[65]

1736 wurde er zu einem der Leiter der NiederlĂ€ndischen Ostindien-Kompanie bestellt. Im folgenden Jahr erfolgte seine Ernennung zu einem der Leiter ĂŒber die NiederlĂ€ndische Westindien-Kompanie. Gerrit war zwei mal verheiratet (zuerst mit Maria Elisabeth Sautijn (1709–1736) und hernach mit Elisabeth Lestevenon (1716–1766)) und ließ drei das Erwachsenenalter erreichende Kinder nach. In die Amsterdamer Stadtregierung konnte er im Jahre 1739 als Schepen Einzug halten.[66] 1742 wurde sein jĂ€hrliches Einkommen auf 20.000 bis 22.000 Gulden geschĂ€tzt. Weitere Ämter hatte Gerrit als Mitglied der Amsterdamer Vroedschap, KapitĂ€n der BĂŒrgergarde, Kommissar des t’ Zandpad im Noorderkwartier und zwischen den Jahren 1748 und 1752 als einer der Direktoren der SozietĂ€t von Suriname inne.[67]

Zwischen den Jahren 1738 und 1749 verkaufte Gerrit unter der Hand diverse Meisterwerke der hollĂ€ndischen Malerei seine Vorfahren darstellend an den Hamburger KunsthĂ€ndler Anthony Rutgers. So auch Rembrandts GemĂ€lde des Andries de Graeff und den Jakobssegen, das der KunsthĂ€ndler an den Landgrafen Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel verkaufte, der damit seine GemĂ€ldegalerie auf Schloss Wilhelmshöhe ausstattete.[68][69] Des Weiteren stand Gerrit im Besitz des Frans Hals Bildes Catharina Hooft mit ihrer Amme.[70] Gerrit war zeit seines Lebens als zynischer Aristokrat unbeliebt gewesen, so hatte Jacob Bicker Raye in seinem Tagebuch ĂŒber De Graeffs Ableben nach lĂ€ngerer Krankheit nichts schmeichelhaftes geschrieben.[71][72]

Gerrit II de Graeff

Gerrit (1741–1811), Sohn des vorherigen, war Vrijheer von Zuid-Polsbroek, Herr von Purmerland und Ilpendam.[73] Gerrit war durch seines Vaters Eheschließungen mit Mattheus Lestevenon und Apollonius Jan Cornelis Lampsins, Baron von Tobago, verwandt.[74] Er studierte an der UniversitĂ€t Leiden. 1785 ehelichte er Christina van Herzeele, mit der er zwei Kinder hatte; Gerrit III de Graeff und Geertruid Elisabeth de Graeff (1776-1857), welche mit Gijsbert Carel Rutger Reinier van Brienen van Ramerus (1771-1821) verheiratet war.

Gerrit war ein remonstrantischer und patriotischer Politiker in der Tradition der Regenten des 17. Jahrhunderts stehend. Zwischen 1762 und 1787 erfĂŒllte er verschiedenen Regierungsfunktionen in Amsterdam, worunter Vroedschap, Schepen, Ratsherr und Kommissar. 1787 wurde er - nach dem Einfall der preußischen Truppen in den Niederlanden und der Wiedereinsetzung des Erbstatthalters Wilhelm V. von Oranien - aufgrund seiner Gesinnung zusammen mit Hendrik Hooft aus der Stadtregierung ausgeschlossen.[75] Nach dem Einfall der französischen Truppen nun der BegrĂŒndung der Batavischen Republik wurde Gerrit im Jahre 1795 erneut in die Stadtregierung aufgenommen.[76] 1799 wurde er zum Mitglied des Regierungsrates Vertegenwoordigend Lichaam ernannt. [77] 1803 wurde er zum Wethouder von Amsterdam benannt.

Gerrit III de Graeff

Gerrit (1766–1814), Sohn des vorherigen, war Vrijheer von Zuid-Polsbroek und Herr von Purmerland und Ilpendam.

Gerrit IV de Graeff

Gerrit (1797–1870), Sohn des vorherigen, war Herr Zuid-Polsbroek, Purmerland und Ilpendam, Fabrikant sowie Mitglied im Amsterdamer Gemeinderat gewesen.

Gerrit Arnold Theodoor de Graeff

Gerrit Arnold Theodoor (* 1831), Sohn des vorherigen, wanderte 1850 nach SĂŒdafrika aus und begrĂŒndete dort einen Familienzweig.[78] 1834 hatte er im Kindesalter den ersten Stein des Neubaus der Reformierten Kirche Polsbroek gelegt.[79]

Dirk de Graeff van Polsbroek

→ Hauptartikel: Dirk de Graeff van Polsbroek

Jhr. Dirk (1833–1916), Sohn von Gerrit IV de Graeff, war ein Diplomat und niederlĂ€ndischer Generalkonsul und „Minister-Resident“ in Japan. Dort spielte er als Ratsherr des japanischen Kaisers Meiji eine wichtige Rolle bei Verhandlungen mit diversen westlichen Staaten (ua).

Andries Cornelis Dirk de Graeff

→ Hauptartikel: Andries Cornelis Dirk de Graeff

Jhr. Andries Cornelis Dirk (1872–1958), Sohn von Dirk de Graeff van Polsbroek, war Diplomat, Generalgouverneur von NiederlĂ€ndisch-Ostindien sowie niederlĂ€ndischer Außenminister (ua).

Dirk Georg de Graeff

→ Hauptartikel: Dirk Georg de Graeff

Jhr. Dirk Georg de Graeff (1905–1986), Sohn von GĂ©org de Graeff und Lidia Christine Adelaide Dijckmeester, war mit Wendela Johanna Leonia Hooft verheiratet. Dirk Georg war Kammerherr und Zeremonienmeister der niederlĂ€ndischen Königinnen Wilhelmina und Juliana. Des Weiteren war er als Agent der NiederlĂ€ndischen Handelsgesellschaft tĂ€tig. 1964 war er Direktor der Twentsche Bank, und hernach Managing Direktor der Algemene Bank Nederland. 1970 erhielt Dirk Georg den Orden von Oranien-Nassau.

Jan Jaap de Graeff

Jan Jaap (* 1949) ist Direktor der niederlĂ€ndischen Naturmonumente[80] und seit Jahresbeginn 2011 Kammerherr der niederlĂ€ndischen Königin Beatrix.[81] Jan Jaap war zwischen 1994 und 2003 Deichgraf der Hoogheemraadschap von Schieland, Vorsitzender der Union fĂŒr Wasserschaften[82][83] und ist aktiv in die Erhaltung der Polderlandschaft involviert.[84] Er bewohnt den alten Patriziersitz Schaep en Burgh in 's-Graveland.[85]

Jan Jacobsz Graeff

Jan Jacobs Enkeltochter Ida Coetenburg († 1679), Tochter von Reynier Adriaansz Coetenburgh und Adriana Jansdr Graeff, ehelichte Jordaen Pietersz Stoop

Jan Jacobsz (* Alblasserdam, 1570/75) war ein Sohn von Jacob Jansz Graeff († ca 1580), einem Sohn von Jan Pietersz Graeff, und Geertge Claes Coppensdr van Ouder Amstel. Jan Jacobsz war als Hoogheemraad Mitglied des Wasserverbandes der Zijpe. Verheiratet war er mit Trijn Simons Comans († 1613) mit der er fĂŒnf Kinder zeugte; Adriana Jans Graeff († nach 1640) ehelichte Reynier Adriaansz Coetenburgh († 1633), ein hohes Mitglied der hollĂ€ndischen Deichverwaltung und Schepen von Alkmaar.[86] Cornelis Jansz Graeff heiratete Adriana Jansdr Pauw (Tochter des Alkmaaer BĂŒrgermeisters Jan Pauw)[87] und spĂ€ter Maria van der Veen. Seine Nachkommenschaft war unter anderem mit den Geschlechtern Van Egmond van de Nijenburg,[88] Boelens Loen, Van Foreest,[89] Bardes und Cromhout verbunden.

Albert Claesz de Graeff

→ Hauptartikel: Albert Claesz de Graeff

Albert Claesz (* um 1620), Sohn des Claes Jansz Graeff und Enkelsohn des vorherigen war ein hollĂ€ndischer Marineoffizier und Konteradmiral (niederlĂ€ndisch: Schout-bij-nacht). Der im Dienst der AdmiralitĂ€t von Amsterdam stehende Albert Claesz hatte am Ersten Englisch-NiederlĂ€ndischen Krieg (1652–1654) sowie am Zweiten Englisch-NiederlĂ€ndischen Krieg (1665–1667) als Schout-bij-nacht unter Jacob van Wassenaer Obdam teilgenommen. Als solcher war er in der verlustreichen Seeschlacht bei Lowestoft involviert.[90]

Literatur (Auswahl)

  • P. de Graeff (P. Gerritsz de Graeff und Dirk de Graeff van Polsbroek): Genealogie van de familie De Graeff van Polsbroek. Amsterdam 1882.
  • J. H. de Bruijn: Genealogie van het geslacht De Graeff van Polsbroek 1529/1827. De Bilt, 1962–63.
  • W.J.C.C. Bijleveld: De Herkomst der familie De Graeff. In: Nederlandsch Archief voor Genealogie en Heraldik. 1938–1939.
  • W.H. Croockewit: Genealogie van het geslacht 'de Graeff'; samengesteld uitsluitend uit gegevens uit het Archief dier Familie. In: De Nederlandsche Leeuw. Jahrgang 16, 1898.
  • Elias: De Vroedschap van Amsterdam 1578-1795. 1904.
  • S.A.C. Dudok van Heel: Van Amsterdamse burgers tot Europese aristocraten. Band. 2, 2008.
  • Jonathan Israel: The dutch Republic - It’s Rise, Greatness, and Fall - 1477–1806. Clarendon Press, Oxford 1995, ISBN 0-19-820734-4.
  • S.A.C. Dudok van Heel: Op zoek naar Romulus & Remus. Een zeventiende-eeuws onderzoek naar de oudste magistraten van Amsterdam. In: Jaarboek Amstelodamum. 1995, S. 43–70.
  • Kees Zandvliet: De 250 rijksten van de Gouden Eeuw - Kapitaal, macht, familie en levensstijl. Nieuw Amsterdam Uitgevers, Amsterdam 2006.
  • P. Burke: Venice and Amsterdam. A study of seventeenth-century Ă©lites. 1994.

Weblinks

 Commons: De Graeff â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Die Dargestellten sind: Cornelis de Graeff, seine Ehefrau Catharina Hooft, ihre beiden Söhne Pieter und Jacob de Graeff; die stehenden Figuren stellen von links nach rechts Willem Schrijver, Pieter Trip sowie Cornelis jĂŒngerer Bruder Andries de Graeff
  2. ↑ a b c d Triumph of Peace (en)
  3. ↑ Stammbaum von Jan Pieterszoon (de) Graeff
  4. ↑ a b c Artikel ĂŒber das Geschlecht De Graeff in dem Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek (DBNL), Deel 2 (nl)
  5. ↑ S.A.C. Dudok van Heel: Van Amsterdamse burgers tot Europese aristocraten. Band 2, 2008, S. 974.
  6. ↑ a b Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek. Deel 2: Jan Pietersz Graeff
  7. ↑ a b Lenaert Jansz de Graeff in der DBNL
  8. ↑ De Graeff (Monseigneur de Graeff van Brugge) in der „DBNL“
  9. ↑ S.A.C. Dudok van Heel: Van Amsterdamse burgers tot Europese aristocraten. Band 2. 2008, S. 974.
  10. ↑ Amsterdam. Stadswandeling: Arm & Rijk in de 17de eeuw
  11. ↑ Google Buchsuche: The familial state: ruling families and merchant capitalism in early modern europe, S. 101. Von Julia Adams
  12. ↑ Pieter C. Vies: Andries de Graeff (1611–1678) ’t Gezagh is heerelyk: doch vol bekommeringen
  13. ↑ Google Buchsuche: Geschiedenis van Holland, Teil 2, Band 2, von Eelco Beukers
  14. ↑ Andries de Graeff
  15. ↑ Biografie ĂŒber Andries Bicker in der DBNL (nl)
  16. ↑ H. Brugmans: Geschiedenis van Amsterdam. Deel III Bloeitijd, 1621–1697. 1973, S. 159–167.
  17. ↑ Amsterdam tijdens de Verenigde ProvinciĂ«n en de Bataafse Republiek (Familie De Graeff im Jahre 1672)
  18. ↑ Google Buchsuche: Rembrandt’s bankruptcy: the artist, his patrons, and the art market in Seventeenth-century Netherlands. S. 111-120.
  19. ↑ Dedalo Carasso: Helden van het vaderland in der DBNL (nl)
  20. ↑ Joost van den Vondels (15871679) Gedicht Bouwzang
  21. ↑ Jacob de Graeffs Mutter Catharina Hooft in Vrouwen van Soestdijk
  22. ↑ Rembrandts Minerva in her Study of 1635 The Splendor and Wisdom
  23. ↑ Google Buchsuche: Israel, J.I. (1995) The Dutch Republic, S. 750.
  24. ↑ Briefwisseling Constantijn Huygens 1608–1687 (PDF; nl)
  25. ↑ DBNL Jaarboek van de Maatschappij der Nederlandse Letterkunde, 1936 (nl)
  26. ↑ Nierop: The nobility of Holland (1993), S. 212ff.
  27. ↑ Zur Bedeutung des Erwerbs von Herrlichkeiten fĂŒr den Aristokratisierungsprozess des stĂ€dtischen Patriziats am Beispiel Dordrechts siehe Eric Palmen: De politieke elite. In: Willem Frijhoff u. a. (Hrsg.): Geschiedenis van Dordrecht, II, Verloren, Hilversum 1998, S. 211–220, S. 218, zu Holland allgemein und den Anteilen von Adel, Klerus, BĂŒrgertum und Bauerschaft am Grundeigentum Nierop: The nobility of Holland (1993), S. 96ff.
  28. ↑ Zur Geschichte der niederlĂ€ndischen Herrlichkeiten siehe Johan Philip de MontĂ© ver Loren: Hoofdlijnen uit de ontwikkeling der rechterlijke organisatie in de Noordelijke Nederlanden tot de Bataafse omwenteling. 5. Aufl. Kluwer, Deventer 2000, S. 172ff., zur Unterscheidung niederer und freier/hoher Herrlichkeiten S. 176
  29. ↑ Het Utrechts Archief: Archief van de heerlijkheid zuid-polsbroek 1424–1914, Verwerving van de heerlijkheid en andere goederen, Nr. 2, weist zu diesem Vorgang zwei StĂŒcke (einen Umschlag und eine Urkunde) mit der Zeitangabe „1609, 1610“ aus. Das Datum 18. September 1610 ist Croockewit: Genealogie van het geslacht de Graeff, S. 132, und Elias: De vroedschap van Amsterdam (1963), S. 266, entnommen.
  30. ↑ J. L. van der Gouw: Korte geschiedenis van de grenzen van de provincie Zuid-Holland (1963), Kap. III: De definitieve vorm van het graafschap (1300–1795)
  31. ↑ Pieter C. Vies: Andries de Graeff (1611-1678) ’t Gezagh is heerelyk: doch vol bekommeringen. S. 21-23
  32. ↑ Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek. Deel 2, Biografie von Dirk Jansz Graeff
  33. ↑ Nederland’s Patriciaat, Jahrgang 2, 1911, S. 171; Dirk de Graeff van Polsbroek war der erste seines Geschlechts seit Andries de Graeff und dessen Sohn Cornelis im Jahre 1677, der einen adeligen Titel verliehen bekam und fĂŒhren durfte.
  34. ↑ Nederland’s adelsboek 1914 (14 - De Graeff) (archive.org)
  35. ↑ Google Buchsuche: De werken van Vondel in verband gebracht met zijn leven, en voorzien van ... Von Joost van den Vondel. S. 245 und 246
  36. ↑ Reichsritterdiplom vom 19. Juli 1677 fĂŒr Andries de Graeff und dessen Sohn Cornelis (Österreichisches Staatsarchiv, Wien)
  37. ↑ Jaarboek 69 - Amstelodamum. De doopkapel van de Oude kerk (S. 17-21)
  38. ↑ De Oude Kerk - Familiegraf De Graeff | graf-van-de-maand
  39. ↑ Familienarchiv De Graeff im Stadtarchief Amsterdam
  40. ↑ Stamboom van Jan Pieterszoon (de) Graeff
  41. ↑ Vondels vers Aen den hooghedelen heer Pieter de Graef, vryheer van Zuitpolsbroek, op den oorsprongk van het geslagt der graven
  42. ↑ G. van Enst Koning: Het Huis te Ilpendam en deszelfs voornaamste Bezitters, S. 325
  43. ↑ (de) Ammann, Hans Jakob (1586–1658) Reiß in das Gelobte Land...
  44. ↑ Stadsarchief Amsterdam: Archief van de familie De Graeff
  45. ↑ Biografie ĂŒber seinen Vater Diederik Jansz in der DBNL
  46. ↑ Engelenburg in het Ebidat - Burgendatenbank des EuropĂ€ischen Burgeninstitutes
  47. ↑ Biographie von Cornelis de Graeff im Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek. Teil 2
  48. ↑ Google Buchsuche: Amsterdam, In Zyne Opkomst, Aanwas, Geschiedenissen, Voorregten ..., Band 3, S. 484. Von Jan Wagenaar
  49. ↑ Google Buchsuche: De Gids, Band 50, Teile 1–2, S. 335
  50. ↑ Agneta de Graeffs GemĂ€lde im Amsterdams Historisch Museum
  51. ↑ Genealogie Reinier de Graaf
  52. ↑ Biografie im Letterkundig woordenboek voor Noord en Zuid
  53. ↑ Biografie im Biographisch woordenboek der Nederlanden. Deel 7
  54. ↑ Biografie im Biographisch anthologisch en critisch woordenboek der Nederduitsche dichters. Deel 2 CAB–GYZ
  55. ↑ Google Buchsuche: Francois le Metel de Boisrobert als Dramatiker und Nachahmer des spanischen Dramas: I. Die Tragikomodien, S. 157
  56. ↑ Google Buchsuche: Zeitschrift fĂŒr vergleichende Litteraturgeschichte, Band 5, S. 193
  57. ↑ Google Buchsuche: Studien zur Literatur des siebzehnten Jahrhunderts, herausgegeben von Gerhard Spellerberg und Hans Feger. S. 337
  58. ↑ Biografie ĂŒber seinen Vater Andries in der DBNL
  59. ↑ Dudok van Heel, S.A.C. (1969) Het Maecenaat [Andries] de Graeff en Rembrandt, uit Genootschap Amsterlodamum, S. 150. In: Maandblad Genootschap Amstelodamum.
  60. ↑ Zantkuijl, H. J. (1983) Alida de Graeff, ‘Een gierig mensch’, uit Genootschap Amstelodamum, S. 25/26. In: Maandblad Genootschap Amstelodamum.
  61. ↑ Google Buchsuche: Nature and art: Dutch garden and landscape architecture, 1650–1740, S. 69. Von Erik Jong
  62. ↑ Cornelis de Graeff in Heren van Holland
  63. ↑ Google Buchsuche: Vaderlandsche geographie, of Nieuwe tegenwoordige staat en ..., Von Willem Albert Bachiene, Band 1,Teil 2, S. 722
  64. ↑ Google Buchsuche: Aardrijkskundig Woordenboek der Nederlanden. Von Abraham Jakob van der Aa: I – K, Band 6, S. 117
  65. ↑ Biografie von Gerrit de Graeff im Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek. Deel 2
  66. ↑ Het Huis te Ilpendam en deszelfs voornaamste Bezitters, S. 328
  67. ↑ Gerrit de Graeffs Biographie auf Heren van Holland
  68. ↑ Dudok van Heel, S.A.C.: Het Maecenaat De Graeff en Rembrandt, S. 154. In: Maandblad Genootschap Amstelodamum (1969)
  69. ↑ Rembrandt-Bilder:die historische Sammlung der Kasseler GemĂ€ldegalerie
  70. ↑ Google Buchsuche: Frans Hals, S. 154
  71. ↑ Jacob Bicker Raye. Digitale bibliotheek voor de Nederlandse letteren
  72. ↑ Dagboek van Jacob Bicker Raye in der DBNL (De Graeff, 10. November 1752)
  73. ↑ Biografie von Gerrit II de Graeff im Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek. Deel 2
  74. ↑ Genea net (Sautijn)
  75. ↑ Afgezette en benoemde regeringsleden van Hollandse steden 1787
  76. ↑ Google Buchsuche: Geschiedenis van Amsterdam, Deel 2
  77. ↑ De Graeff in Heren van Holland
  78. ↑ Google Buchsuche: Nederland’s patriciaat (1911), Band 2
  79. ↑ Google Buchsuche: Werken van Vondel: in verband gebracht met zijn leven, Band 5; Von Joost van den Vondel und Jacob van Lennep. S. 782
  80. ↑ Interview auf You Tube:Nederland Prachtland: Jan Jaap de Graeff
  81. ↑ Land van Morgen. Jan Jaap de Graeff, directeur Natuurmonumenten
  82. ↑ Jan Jaap de Graeff, de directeur van Natuurmonumenten staat in het blad Provincies met een interview over het Investeringsbudget Landelijk Gebied (ILG).
  83. ↑ Interview met ir. Jan Jaap de Graeff, voorzitter Unie van Waterschappen over het toekomstige waterbeheer
  84. ↑ De toekomst van het Nederlandse polderlandschap. ir. J.J. de Graeff, Directeur Natuurmonumenten
  85. ↑ Interview met Jan Jaap de Graeff, directeur Natuurmonumenten
  86. ↑ Reynier Adriaansz Coetenburgh in Roots Web
  87. ↑ Google Buchsuche: De vroedschap van Amsterdam, 1378-1795: met een inleidend woord van den archivaris der stad Amsterdam Mr. W. R. Veder, Band 1, S. 63
  88. ↑ RootsWeb: NL-Noord-Holland-L Re: (NH-genealogy) geslacht Van Foreest
  89. ↑ Afstamming Dirk Jordensz van Foreest (Eerste Generatie)
  90. ↑ Google Buchsuche: De Teems in brant: een verzameling teksten en afbeeldingen rond de Tweede Engelse Zeeoorlog (1665-1667). S. 25. Von Wim van Nispen
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