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| Debar Дебар Dibra | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Mazedonien | |||
| Region: | Südwesten | |||
| Koordinaten: | 41° 31′ N, 20° 32′ O41.524722222220.5277777778665Koordinaten: 41° 31′ 29″ N, 20° 31′ 40″ O | |||
| Höhe: | 665 m. i. J. | |||
| Fläche: | 2,5 km² | |||
| Einwohner: | 14.561 (2002) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 5.824 Einwohner je km² | |||
| Telefonvorwahl: | (+389) 046 | |||
| Postleitzahl: | 1250 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | OH | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2012) | ||||
| Gemeindeart: | städtische Gemeinde | |||
| Gliederung: | keine | |||
| Bürgermeister: | Argëtim Fida (BDI) | |||
| Webpräsenz: | ||||
Debar ist eine Kleinstadt im Westen Mazedoniens. Sie ist Amtssitz der gleichnamigen Gemeinde, die neben der Stadt noch 19 Dörfer umfasst. Die Grenze zu Albanien ist nur etwa sechs Kilometer im Nordwesten entfernt.
Inhaltsverzeichnis |
Im 5. Jahrhundert v. Chr. als Dober erstmals erwähnt, veränderte sich der Name der Stadt im Laufe der Geschichte nur wenig. Auf mazedonisch wird sie heute Debar (kyrillisch Дебар), auf albanisch Dibra (bestimmte Form, unbestimmte Form: Dibër) und auf türkisch Debre genannt. Während der osmanischen Besatzung wurde der türkische Name auch in erweiterter Form als Debre-i Bâlâ (osmanisch دبرهء بالا) benutzt. Auf bulgarisch wird der Stadtname in Дебър geschrieben. Griechisch heißt die Stadt Divrē (Δίβρη) oder Divra (Δίβρα).
Debar liegt auf einem Hügel oberhalb des Debarsees in einer gebirgigen Region, die ebenfalls den Namen Debar/Dibra trägt. Bis zur albanischen Grenze sind es nur sechs Kilometer. Die Region bietet außer einigen Minen, Wasserkraftwerken und bescheidenem Tourismus kaum Arbeitsplätze, so dass viele Menschen jahrzehntelang und bis heute auswandern mussten.
In der Stadt wohnen 14.561 Menschen; zusammen mit den umliegenden Dörfern, die mit der Stadt die Gemeinde von Debar bilden, sind es 19.542 Einwohner. Die Zahlen stammen von der letzten Volkszählung aus dem Jahr 2002.[1][2]
Die ethnische Verteilung für die Stadt fiel im Jahr 2002 wie folgt aus: 10.768 Albaner (73,95 %), 1.415 Türken (9,72 %), 1.079 Roma (7,41 %), 1.054 ethnische Mazedonier (7,24 %) und 245 Personen anderer Herkunft (1,68 %).[1][2]
94,52 Prozent der Stadteinwohner sahen sich 2002 als Muslime. Von den ethnischen Mazedoniern war ein großer Teil Torbeschen, weswegen auch die Prozentzahl so hoch ausfällt. 4,72 Prozent waren orthodoxe Christen und je 0,38 Prozent bezeichneten sich als römisch-katholisch bzw. hatten einen anderen Glauben.
Erstmals wird Debar im 5. Jahrhundert v. Chr. von Herodot als Ort Dober erwähnt. Im 1. Jahrhundert n. Chr. erwähnt Strabon einen illyrischen Stamm der Doberer, welcher in der Region des Ortes Dober siedelte. Ptolemäus beschriftet auf einer seiner Karten den Ort Doberus/Dober, welcher vom illyrischen Stamm der Doberer besiedelt wird, ebenfalls. Archäologische Ausgrabungen haben gezeigt, dass das antike Dober identisch mit der heutigen Stadt ist und sie somit die Vorgängerin von Debar war, die in seiner Region ein bedeutendes Handelszentrum war.
Während der römischen Zeit wuchs der Ort zu einer kleinen Stadt mit dem Namen Deborus, das an einer Römerstraße lag. Als die Byzantiner das Gebiet eroberten, wurde eine Burg errichtet.
Im Jahr 1502 ist die Stadt unter dem Namen Dibri von Felix Petancic erwähnt, einem Gesandten von Vladislav II., dem König von Ungarn, Böhmen und Kroatien.
Zu einem regionalen Zentrum mit großem Markt und vielen Läden entwickelte sich der Ort während der osmanischen Herrschaft. In diese Zeit fällt auch die Entstehung der Kunstschule von Debar, die vor allem für ihre Holzschnitzereien und Ikonostase bekannt ist.
Gemäß § 10 des Fermans zur Errichtung des Bulgarischen Exarchats trat nach einer abgehaltener Volksbefragung im Jahre 1897 die christliche Bevölkerung in der Stadt und Region der Bulgarischen-orthodoxen Kirche bei. In der Folge wurde Debar Zentrum einer Eparchie des Bulgarisches Exarchats, das hier für die bulgarische Bevölkerung ein Gymnasium und drei Grundschulen leitete.[3] Vom Anfang des 20. Jahrhundert sind mehrere Aufstände gegen den Sultan bekannt. In dieser Zeit beträgt die Einwohnerzahl um die 15.000, wobei die Albaner die Mehrheit stellten.[4]
Nach der Ausrufung der albanischen Unabhängigkeit am 28. November 1912 war die Mehrheit der Bürger für die Zugehörigkeit ihrer Stadt zu diesem neuen Staat. Serbien konnte aber bei den Großmächten (Londoner Vertrag von 1913) durchsetzen, dass Debar wie das gesamte albanischsprachige Gebiet der heutigen Republik Mazedonien unter seine Herrschaft kommt. Im September 1913 brach in der Region der Ohrid-Debar-Aufstand aus. Er wurde vom Bulgarischen Makedonien-Adrianopeler Revolutionären Komitee sowie von der albanischen Bevölkerung organisiert und richtete sich gegen die neue serbische Herrschaft. Durch die Lage unmittelbar an der Grenze wurde Debar vom größten Teil seines Hinterlands (Dibra) auf der albanischen Seite abgeschnitten. Während des Zweiten Weltkrieges schlug Italien 1941 das Gebiet dem von Italien besetzten Albanien zu. Seit 1944 gehörte die Stadt zur jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien (Sozialistische Republik Mazedonien) und seit 1991 zur unabhängigen Republik Mazedonien.
2008 wurde die aus Gostivar herführende Straße neu asphaltiert. Die andere Strecke aus Struga ist eine alte Straße und dementsprechend schlecht ausgebaut. Eine Zollstation an der Grenze zu Albanien ist nur sechs Kilometer nordwestlich entfernt. Von dort führt eine Straße nach Peshkopia und eine durch die Berge über Burrel nach Tirana, die zurzeit ausgebaut wird. Auch eine Zugverbindung soll in ferner Zukunft Debar mit Tirana und der mazedonischen Hauptstadt Skopje verbinden.
Die ganze Region ist im Winter stark lawinengefährdet.