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Als Deckschicht (auch Decke oder Fahrbahndecke) wird der obere Teil des Straßenoberbaus bezeichnet. Eine veraltete Bezeichnung lautet Decklage. Unterhalb der Deckschicht liegen eine oder mehrere Tragschichten. Eine Verbindung aus beiden Teilen wird Tragdeckschicht genannt. Die früher verwendeten Begriffe Straßenbelag oder Gehwegsbelag sind heute nicht mehr üblich [1]. An Deckschichten werden besonders hohe Qualitätsanforderungen gestellt. Ihre Dicke und Zusammensetzung ist abhängig von der Verkehrsbelastung und der damit verbundenen bemessungsrelevanten Beanspruchung (äquivalente 10-t-Achsübergänge).
Inhaltsverzeichnis |
Asphaltdecken bestehen aus abgestuftem Mineralgemisch und Bitumen als Bindemittel. Sie sind die am häufigsten verwendeten Deckschichten. Hierzu gehören Decken aus Gussasphalt, Splittmastixasphalt, Asphaltbeton. Seltener werden Asphaltmastix und offenporige Asphalte, auch Drainasphalt genannt, eingebaut. Gemeinsam mit der Binderschicht bildet die Deckschicht die Fahrbahndecke. Asphaltdeckschichten werden in der Regel in einer Stärke von 3 bis 4 cm ausgeführt. Sie besitzt je nach Verkehrsbelastung eine Haltbarkeit von 12 bis 18 Jahren.
Gussasphalt hat einen hohen Anteil an Füller (sehr feines Material) und Bindemittel. Eingebaut wird er bei max. 230 °C mit Gussasphaltkochern. Während des Einbaus ist der Gussasphalt fließ-, gieß- und streichfähig, und im Gegensatz zu anderen Asphalten wird Gussasphalt nicht verdichtet. Trotzdem ist er nach dem Erhärten nahezu hohlraumfrei.
Gussasphalt wird eingebaut, wenn die Straße hohen Beanspruchungen ausgesetzt ist, wie z. B. auf Autobahnen oder Hauptverkehrsstraßen; wenn es besonders wichtig ist, dass kein Wasser in den Straßenkörper eindringt, wie z. B. auf Brücken; oder wenn die eingebaute Deckschicht nicht verdichtet werden kann, wie z. B. in Maschinenhallen, die während des Einbaus weiterproduzieren und durch das Verdichten empfindlich gestört würden. Nachteile sind die sehr hohe erforderliche Einbautemperatur und die hohen Kosten.
Asphaltbeton enthält eine gleichmäßige Kornabstufung und einen mittleren Splittgehalt, der bei etwa 50 Gew-% liegt. Hergestellt wird er in Asphaltmischanlagen bei einer Temperatur von 160 °C. Eingebaut und vorverdichtet wird Asphaltbeton mit dem Schwarzdeckenfertiger, der den Belag bis zu 90 % vorverdichtet, die Nachverdichtung erfolgt anschließend mit Vibrationswalzen.
Die hohe Standfestigkeit des Splittmastixasphaltes wird erreicht durch seinen hohen Anteil an Splitt. Damit verbunden ist ein geringer Anteil an Sand, was dazu führen kann, dass das Bindemittel abläuft und sich das Kornmaterial entmischt. Um dies zu verhindern, wird der Bindemittelgehalt erhöht und dem Splittmastixasphalt werden stabilisierende Zusätze zugegeben, wie z. B. Zellulosefasern, Polymergranulat oder besondere Füller. Splittmastixasphalt muss intensiv verdichtet zu werden, um den erforderlichen Verdichtungsgrad zu erreichen; bei der üblichen Einbaudicke von 3 - 4 cm erfolgt die Verdichtung mittels Vibrationswalzen und statischen Walzen.
Asphaltbinder, auch Asphaltbinderschicht oder Binderschicht, wird bei Straßen mit hoher Verkehrsbelastung als unterste Schicht der Decke eingebaut. Diese entsprechen den Bauklassen SV, I, II und III. Er besteht aus Mineralstoffgemischen mit abgestufter Körnung. Als Bindemittel wird Straßenbaubitumen oder polymermodifizierter Bitumen verwendet. Daraus entsteht eine standfeste Schicht, deren Lagerungsdichte und Korngrößenverteilung sich durch die Verkehrsbelastungen nur wenig verändert.
Betondecken bestehen aus abgestuftem Mineralgemisch und Zement als Bindemittel. Betondecken kommen bevorzugt bei Straßen mit hoher Beanspruchung zum Einsatz, wie z. B. Autobahnen. Sie sind sehr dauerhaft und können 30 bis 40 Jahre halten.
Betondeckschichten werden in einer Stärke von 18 bis 30 cm ausgeführt. Sie bestehen in der Regel aus Platten mit 5 bis 6 m Länge ohne Bewehrung. Es ist sehr wichtig, den Beton mit Fugen zu versehen. Diese verhindern wilde Risse, wie sie beim Abbinden entstehen können, und gleichen Längenänderungen durch Temperaturschwankungen aus. Bei den Fugen wird unterschieden zwischen Raumfugen, Scheinfugen und Pressfugen. Anschließend werden die Fugen verfüllt. Dadurch wird verhindert, dass Feststoffe oder Flüssigkeiten eindringen, wodurch die freie Beweglichkeit der Platten zueinander behindert würde.
Die einzelnen Betonplatten werden untereinander mit so genannten Dübeln (Querfugen) und Ankern (Längsfugen) verbunden. Dübel sorgen für die Übertragung der Lasten und sichern die Höhenlage der Betonplatte in Längsrichtung. Durch Anker wird das Auseinanderwandern der Platten verhindert.
Pflasterdecken werden im Wesentlichen aus Natursteinpflaster, Betonsteinpflaster und Klinkerpflaster hergestellt. Bei der Herstellung kommen zwei grundsätzlich verschiedene Bauweisen zur Anwendung. Dies sind die ungebundene und die gebundene Pflasterbauweise. Pflasterdecken dürfen nicht in Bereichen mit hoher Verkehrsbelastung (Bauklasse SV, I oder II nach den RSTO 01) eingesetzt werden. Pflasterdecken bieten gegenüber Asphalt- und Betondecken den Vorteil umfangreicher gestalterischer Möglichkeiten.
Bei einer Deckschicht ohne Bindemittel (DoB) handelt es sich um eine Schicht, die nur aus abgestuftem Mineralgemisch ausgeführt wird. DoB werden bevorzugt im landwirtschaftlichen und ländlichem Wegebau verwendet. Im allgemeinem Sprachgebrauch hat sich auch der Begriff „wassergebundene Decke“ oder Grandbefestigung gebildet.