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Eine Definition (lateinisch definitio âAbgrenzungâ, aus de â(von etw.) herab/ wegâ und finis âGrenzeâ) ist je nach der Definitionslehre, der hierbei gefolgt wird, entweder 1. eine Bestimmung des Wesens einer zu erklĂ€renden Sache, 2. eines Begriffs, 3. die Feststellung eines tatsĂ€chlich geĂŒbten Sprachgebrauchs oder 4. die Festsetzung oder Vereinbarung eines solchen.[1]
In der Definitionstheorie unterscheidet man zwischen der Intension und der Extension eines Ausdruckes. Die Intension (Begriffsinhalt, Sinn, Konnotation) umfasst die Menge der Merkmale (Attribute, Eigenschaften), die gegeben sein mĂŒssen, damit Objekte (Personen, GegenstĂ€nde) mit dem Ausdruck bezeichnet werden. Die Extension (Begriffsumfang, Bedeutung, Denotation) umfasst die Menge aller Objekte, die mit dem Ausdruck bezeichnet werden.
âDie Extension des Namens âTischâ ist die Menge aller Tische, die des Namens 'Buch' die Menge aller BĂŒcher, die des Namens âkubistisches Bildâ die Menge aller kubistischen Bilder, u. Ă€.â
â PawĆowski 1980[2]
Zwischen Intension und Extension gibt es eine reziproke Relation:
âA comparison of the contents and extent of a conception with each other, reveals the following reciprocal relation:
The greater the contents, the smaller the extent, and inversely, the smaller the contents, the greater the extent.
The reason is this: to many different object but few attributes belong in common; one the contrary, many attributes belong in common to but few different objects.â
â Vogel [1858][3]
Die Extension kann leer sein (âder gegenwĂ€rtige König von Frankreichâ).
Eine Definition, die die Intension eines Wortes angibt, nennt man intensionale bzw. konnotative Definition.
In der Ăquivalenzdefinition wird der zu definierende Ausdruck (Definiendum) und der definierende Ausdruck (Definiens) mit Hilfe einer Kopula verbunden, die ausdrĂŒckt, dass zwischen Definiendum und Definiens eine Ăquivalenz besteht, d. h., dass der erste Ausdruck dem zweiten intensionsgleich ist.
Das klassisch-griechische BegriffsgefĂŒge (griech. ÎżÏίζΔÎčΜ (ÎżÏίζΔÏΞαÎč) ÎżÏÎčÏÎŒÏÏ) wurde bei der Ăbersetzung in das Lateinische aufgespalten in definire / definitio und determinare / determinatio. Dabei ist die definitio (Begriffs-ErklĂ€rung) vom zu definierenden âObjektâ her, die determinatio (begriffliche Festlegung) vom definierenden âSubjektâ her bestimmt. FĂŒr die klassisch-griechische Denkform war beides noch in einem einzigen Begriff zusammengefallen.[4]
Beispiele fĂŒr solche Kopula sind "... nennen wir ... ", "... heiĂt soviel wie ...", "unter ... sollte man ... verstehen", "ist ... genau dann, wenn ...".
Siehe auch Artikel: Genus proximum et differentia specifica
Noch im 19. Jahrhundert war die aristotelische Lehre gelĂ€ufig, wonach der nĂ€chsthöhere Gattungsbegriff (genus proximum) und der artbildende Unterschied (differentia specifica) anzugeben sei. Sie ist aber im Grunde nur fĂŒr Klassifikationen brauchbar und steht zudem bei Aristoteles mit seiner besonderen Metaphysik in engem Zusammenhang.[5]
Aristoteles hat fĂŒr eine solche Definition folgendes Schema aufgestellt: Jeder Begriff kann als Art (eidos, species) definiert werden
1. durch den darĂŒber stehenden Begriff (Gattung, genos; genus proximum) und
2. den kennzeichnenden (Art bildenden) Unterschied (diaphora; differentia specifica), das sind die Merkmale.
Die klassische Form der Definition ist demnach die unter Angabe eines genus proximum (Gattung) und einer differentia specifica (spezifisches Abgrenzungskriterium). WĂ€hrend man lange Zeit glaubte, es handle sich dabei um eine universelle Form, zeigt bereits das einfache Beispiel âEin Skandinavier ist ein Mensch, der aus DĂ€nemark, Norwegen oder Schweden kommtâ, dass sinnvolle Definitionen diesem Schema nicht unbedingt entsprechen mĂŒssen.
Definitionen ĂŒber die Gattung und den Artunterschied (lat.: definitio fit per genus proximum et differentiam specificam) bilden die wichtigste Gruppe der Ăquivalenzdefinitionen. Der Ausdruck wird mithilfe eines umfangreicheren Ausdrucks bestimmt und ein Unterschied angegeben, der nur bei der jeweiligen Art von GegenstĂ€nden vorkommt und bei allen anderen Arten der Gattung fehlt. Es scheint zunĂ€chst sinnvoll zu sein, eine möglichst groĂe Anzahl von Eigenschaften zu wĂ€hlen. Eine solche AufzĂ€hlung könnte jedoch nicht vollstĂ€ndig sein. Deshalb versucht man ein Merkmal zu finden, das genĂŒgt, die GegenstĂ€nde der Art von anderen GegenstĂ€nden der Gattung zu unterscheiden.
In Definitionen ĂŒber die Gattung und den Artunterschied, insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften, findet man hĂ€ufig den Fehler, dass sich mehrere Gattungen finden. Man nennt Definitionen mit diesem Definitionsfehler Definition mit mehreren Gattungen.
Man kann ein Wort definieren, indem man ein Synonym zu dem Wort angibt. Das Problem dieser Methode ist, dass selten tatsÀchliche vollstÀndige Synonyme vorhanden sind. John Stuart Mill verweist darauf, dass diese Form der Definition nicht allgemein anerkannt ist:
Eine Definition, die die Extension eines Wortes angibt, wird als extensionale oder denotative Definition bezeichnet.
Eine âdeiktischeâ (oder âepideiktischeâ[7]) Definition ist eine Begriffsdefinition, sagen wir eines âElefantenâ, die im hinweisenden Zeigen auf ein Exemplar der durch den betreffenden Begriff bezeichneten Klasse besteht (siehe Deixis).
Beispiel: Dies hier ist rot: rot
Als deskriptive Definition (oder auch feststellende Definition) bezeichnet man eine Definition, die einen gewohnten Sprachgebrauch festhÀlt.
Als festsetzende Definition bezeichnet man eine Definition, bei der ein neuer Ausdruck eingefĂŒhrt wird.
Thomas Hobbes war einer der ersten, der entschieden eine Definition als Festsetzung der Bedeutung aufgefasst hat. Doch waren fĂŒr ihn wie fĂŒr Spinoza "richtige" Definitionen der Ausgangspunkt fĂŒr jede echte Wissenschaft.
Blaise Pascal (LâEsprit GĂ©omĂ©trique, Logik von Port-Royal) war sodann der erste, der die Lehre vom Definieren als Begriffsfestsetzen logisch sauber durchgefĂŒhrt hat.[8]
Christoph von Sigwart wollte "Definition" nur den Satz nennen, der die Bedeutung zweier AusdrĂŒcke gleichsetzt.
Die "Fregesche Theorie" â die Dubislav so nennt, weil Gottlob Frege[9] es war, der die Unterscheidung von Zeichen und Bezeichnetem entwickelt hat â versteht Definitionen als Substitutionsregeln ĂŒber Zeichen. Eine Definition gibt die Bedeutung eines Zeichens an, indem sie angibt, auf welche Weise ein Zeichen durch ein anderes in logisch Ă€quivalenter Weise zu ersetzen ist.[10]
Nach herkömmlicher Auffassung bilden Definitionen die Grundbausteine einer jeden Wissenschaft. FĂŒr Karl Popper jedoch sind Definitionen gegenĂŒber Problemen und Theorien eher unwichtig. Denn Begriffe sind in ihrer logischen Funktion den Aussagen und Theorien untergeordnet, in deren Zusammenhang sie verwendet werden.
âNicht durch die Definition wird die Anwendung eines Begriffes festgelegt, sondern die Verwendung des Begriffes legt das fest, was man seine âDefinitionâ oder seine âBedeutungâ nennt. Anders ausgedrĂŒckt: Es gibt nur Gebrauchsdefinitionen.â[11]
Die herkömmliche Auffassung, man mĂŒsse, bevor man eine Diskussion beginnt, erst einmal die Begriffe definieren, d. h. Ăbereinstimmung ĂŒber das zu verwendende Vokabular erzielen, hĂ€lt Popper fĂŒr grundfalsch. Denn alle Definitionen, inkl. operationaler Definitionen, können nur das Problem von einer Seite der Definitionsrelation auf die andere Seite verschieben. Das fĂŒhrt zu einem infiniten Regress; letzten Endes bleiben immer undefinierte AusdrĂŒcke ĂŒbrig.[12] Es sei aus logischen GrĂŒnden unmöglich, wissenschaftliche Begriffe empirisch zu definieren oder zu "konstituieren".[13] Doch ist es, um Verwirrung zu beseitigen, oftmals nötig, Begriffe (wie etwa "wahrheitsĂ€hnlich" oder "wahrscheinlich") zu unterscheiden.[14]
Die Begriffe der empirischen Wissenschaft sind immer nur implizit definiert, und zwar durch die SĂ€tze, in denen sie auftreten. Diese implizite Definition ist als solche nur eine logisch-formale; sie gibt den implizit definierten Termen keine bestimmte Bedeutung (implizit definierte Terme sind Variable). Eine "bestimmte Bedeutung" und zwar eine empirische "Bedeutung" erhalten die implizit definierten Terme erst durch den empirischen Gebrauch der SĂ€tze, in denen sie auftreten.
Die irrtĂŒmliche Ansicht, dass es möglich ist, Begriffe entweder explizit (durch Konstitution) oder durch Hinweis (durch eine sog. "Zuordnungsdefinition") empirisch zu definieren, kann durch den Hinweis auf die unĂŒberbrĂŒckbare Kluft zwischen Universalien (Allgemeinbegriffen) und Individualien (Eigennamen) widerlegt werden. Es ist trivial, dass man weder durch eine Klasse von Eigennamen einen Universalbegriff definieren kann, noch einen Eigennamen durch Spezifikation von Universalbegriffen. Zwischen Individual- und Universalbegriffen gibt es also keinen Ăbergang in dem Sinn, dass Individualien durch Universalien oder Universalien durch Individualien definierbar sind; es gibt zwischen ihnen nur eine Substitutionsbeziehung: Jeder Individualbegriff kann nicht nur als Element einer individualen, sondern auch als Element einer universalen Klasse auftreten (aber nicht umgekehrt).[15]
Ein analoges VerhĂ€ltnis wie zwischen Begriff und Gegenstand besteht zwischen Satz und Tatsache. Der Satz stellt einen Sachverhalt dar. Diesen Sachverhalt kann man[16] von der Tatsache (einem irrationalen StĂŒck Wirklichkeit), die der Satz bezeichnet und von welcher der Sachverhalt ein "rationales Teilmoment" bildet, unterscheiden.
Von jedem Gegenstand kann man seine Merkmale aussagen. Jeder Satz, der ein Merkmal aussagt, stellt einen Sachverhalt dar. Dass ein Gegenstand unendlich viele Merkmale hat, entspricht also dem Umstand, dass eine Tatsache unendlich viele Sachverhalte als rationale Teilmomente hat.
Diese zweite Ausdrucksweise, die sich auf Tatsachen, Sachverhalte und SĂ€tze bezieht, ist zweifellos wichtiger als die Ausdrucksweise, die von GegenstĂ€nden, Merkmalen und Begriffen redet. Aber ebenso, wie ein Gegenstand nicht aus Merkmalen besteht, und wie die Merkmale sich schon dadurch als von uns an den Gegenstand herangebracht erweisen, dass sie sich â rein logisch â immer als willkĂŒrlich herausgegriffen erweisen (herausgegriffen aus einer unendlichen Menge möglicher Merkmale), ebenso erweisen sich die Sachverhalte als rationale, von uns in die nicht-rationalisierte Wirklichkeit hineingetragene Koordinaten.
Der naive induktivistische Empirismus hĂ€lt die SĂ€tze fĂŒr Abbildungen der Wirklichkeit. Er glaubt also, dass die SĂ€tze das darstellen, was hier als "Tatsachen" bezeichnet wird; und er ĂŒbersieht also den Unterschied zwischen "Sachverhalt" und "Tatsache". Er hĂ€lt nicht die Tatsachen, sondern die Sachverhalte fĂŒr in irgendeinem Sinne "gegeben" oder "beobachtbar". Ein weniger naiver Standpunkt, der Sachverhalt und Tatsache unterscheidet, steht, wenn er induktivistisch vorgeht, vor dem RĂ€tsel, wie sich aus den irrationalen Tatsachen die rationalen Sachverhalte abheben.
FĂŒr den Deduktivismus besteht hier keine grundsĂ€tzliche Schwierigkeit. Seine TheorienansĂ€tze usw. sind durchweg rationale Konstruktionen. Dass ein Sachverhalt sich als rationales Teilmoment einer Tatsache erweist, bedeutet fĂŒr ihn nichts anderes als die Möglichkeit, dass die Tatsachen rationalen Sachverhalten widersprechen können â anders ausgedrĂŒckt, und zwar biologisch-pragmatisch: dass Reaktionen sich als zweckmĂ€Ăig und unzweckmĂ€Ăig erweisen können.[17]
"Die GrundsĂ€tze der Theorien (nichtempirischer wie empirischer) können als implizite Definitionen der auftretenden Grundbegriffe aufgefasst werden. Das ist fĂŒr nichtempirische Theorien anerkannt; bei empirischen Theorien ist man jedoch meist der Meinung, dass die Grundbegriffe als nichtlogische Konstanten oder dergleichen aufzufassen sind und dass ihnen irgend etwas in der Wirklichkeit zugeordnet ist. Diese Auffassung ist in dieser Form unhaltbar (insbesondere die angegebene Auffassung von den Zuordnungsdefinitionen). Denn dass ein Grundbegriff seinem Gegenstand in der Wirklichkeit zugeordnet werden kann, wĂŒrde besagen, dass Allgemeinbegriffe aufweisbare GegenstĂ€nde bezeichnen (das heiĂt die These "universalia sunt realia" in primitivster Form). Die Sache verhĂ€lt sich so, dass auch die Grundbegriffe der empirischen Wissenschaften implizit definiert sind. Die Zuordnung zur Wirklichkeit geschieht nicht fĂŒr die Grundbegriffe, sondern fĂŒr die Theorie als Ganzes, mit allen ihren Begriffen (dadurch, dass angegeben wird unter welchen UmstĂ€nden sie als widerlegt anzusehen ist). Anders ausgedrĂŒckt: Die Zuordnung geschieht durch die Methode der Entscheidung ĂŒber die besonderen FolgesĂ€tze der Theorie, durch Entscheidung ĂŒber die abgeleiteten Prognosen, in denen die Grundbegriffe gar nicht mehr auftreten. (Die Zuordnung ist Anwendung der Theorie, ist Praxis, sie beruht auf praktischen EntschlĂŒssen; - eine Bemerkung, die eine Auseinandersetzung des Unterschiedes der transzendentalen und der erkenntnispsychologischen Betrachtungsweise dringlich macht.). "[18]
WĂ€hrend die Logik der Forschung eine Methodologie im Sinne des Empirismus vorschlĂ€gt, grenzt Popper letztere ab von einer anderen, fĂŒr die ein jedes wissenschaftliches System maĂgeblich aus Definitionen besteht. Der Konventionalismus ist nach Popper zwar ebenfalls eine deduktivistische Methodologie; aber fĂŒr diese sind Gesetzesaussagen keine Aussagen, die sich auf die Wirklichkeit oder die Erfahrung beziehen, sondern analytische Urteile, die auf Definitionen grĂŒnden.[19] In einem umfassenderen Sinne können an Stelle von expliziten Definitionen auch "implizite Definitionen" durch die Interpretation und die begriffliche Vernetzung innerhalb eines axiomatischen Systems treten. Hierbei werden die Begriffe also nicht explizit, sondern durch die axiomatische Theorie definiert.
Der grundsĂ€tzliche Unterschied aber zwischen Konventionalismus und dem von Popper vertretenen Empirismus ist nicht erkenntnislogisch festzumachen, sondern beruht auf einem Unterschied der Entscheidung fĂŒr eine bestimmte methodologische Ausrichtung: WĂ€hrend der Empirismus wissenschaftliche Aussagen an der Erfahrung scheitern lassen will, kann der Konventionalist durch eine "konventionalistische Wendung" in der unterschiedlichsten Art und Weise seine bevorzugte Theorie stets aufrechterhalten. Denn diese ist schon aufgrund definitorischer Setzung (logisch) wahr; sie legt dann ihrerseits fest, etwa durch Messverfahren, was relevante Daten fĂŒr sie sind.
Als stipulative Definition (oder auch regulierende, regelgebende bzw. vorschreibende Definition) bezeichnet man eine Definition, die einen gewohnten Sprachgebrauch zur Grundlage nimmt, aber den Gebrauch neu regelt. Die Analyse des Sprachgebrauchs mit dem Ziel einer stipulativen Definition bezeichnet man als Explikation.
Carl Gustav Hempel empfiehlt, Realdefinitionen ebenso wie der natĂŒrlichen oder Alltags-Sprache entnommene AusdrĂŒcke und Begriffe dem Verfahren der Explikation oder Begriffsanalyse zu unterziehen. Erst damit können sie zweckgemÀà in wissenschaftlichen AussagenzusammenhĂ€ngen eingesetzt werden. Es wird hier deutlich eine Parallele zu Karl Poppers "diakritische Analyse/Dialysis".
Als Explikation bezeichnet man den Vorgang, in dem von einem Ausdruck dessen Bedeutung noch nicht klar ist zu einem wissenschaftlich fundierten Ausdruck gekommen wird. HĂ€ufig wird das Ergebnis eine stipulative, d. h. regulierende, Definition sein. Es haben sich verschiedene Explikationsverfahren etabliert.
Ausgangspunkt dieser Methode bildet die Wortherkunft. Der Verweis kann auf die Herkunft in derselben Sprache oder die Herkunft in einer anderen Sprache erfolgen. Die Wortherkunft ist hĂ€ufig nur ein Element beim Explizieren und unzuverlĂ€ssig, aber es kann durchaus ĂŒberraschende Ergebnisse und Perspektivenwechsel liefern. Insbesondere kann sie helfen Entwicklungstrends bei der Verwendung des Ausdrucks zu erkennen.
Die etymologische Methode
Eine weitere Methode ist die Analyse (insbesondere der Vergleich) vieler AnwendungsfÀlle des untersuchten Ausdrucks. Die Methode trÀgt auch den Namen sokratische Methode,
In der analytischen Philosophie wird hĂ€ufig versucht, möglichst viel Sprachmaterial zu gewinnen, um in die Analyse eines Wortes einzusteigen. Es gibt verschiedene systematische Hilfsmittel fĂŒr das Auffinden eines ausreichenden Sprachmaterials. Eine Gruppe dieser Methoden bilden die Lexikonmethoden.
In der analytischen Philosophie hat sich ein weiteres Explikationsverfahren etabliert, der Ăbergang zu anderen Wortarten. Ein typischer Fall ist der Ăbergang von einem Substantiv zum dazugehörigen Verb. In vielen FĂ€llen, z. B. wenn man statt der Sprache das Sprechen oder Statt der Feststellung das Feststellen untersucht, erhöht man mit diesem Zugang die Betonung des Handlungscharakters des Untersuchungsgegenstandes. In anderen FĂ€llen Ă€ndert sich zumindest die Perspektive auf den zu explizierenden Ausdruck.
Im Anschluss an die Topik des Aristoteles werden Nominal- und Realdefinition unterschieden.
Mittels einer Nominaldefinition setzt der jeweilige Sprecher durch seine eigene Entscheidung fest, was ein Name benennen bzw. ein sprachlicher Ausdruck bedeuten soll (siehe Hauptartikel Nominaldefinition). Eine Nominaldefinition kommt in der Verwendung dem gleich, was man heute "Explizitdefinition" nennt.
Beispiel: Unter "AWT" sei im nachfolgenden Text "Arbeitswerttheorie" verstanden.
Eine Realdefinition beinhaltet im aristotelischen VerstĂ€ndnis eine Aussage darĂŒber, was eine Sache in Wirklichkeit ist. DarĂŒber hinaus beinhaltet sie bestimmte theoretische und philosophische Voraussetzungen, etwa was bestimmte Dinge sind, oder welche es ĂŒberhaupt gibt, und wie diese geordnet sind (Ontologie). Es werden bei Aristoteles hierbei auch Unterschiede der Art und der Gattung nach gemacht, bzw. die Begriffe in eine Ordnung untereinander gebracht (Taxonomie).
Beispiel: "Lagmy" ⥠Wein, der durch VergÀrung des Saftes der Dattelpalme hergestellt wird.
Hinter dem Gebrauch von Realdefinitionen steht somit mehr oder weniger deutlich ausgeprĂ€gt eine bestimmte philosophische Auffassung von Sein und Wesen (Essentialismus) oder Annahmen ĂŒber das Vorliegen einer bestimmten GesetzmĂ€Ăigkeit, die im Wesen der Sache ihren Ausdruck findet. Gewöhnlich wird mit einer Realdefinition ein Wahrheitsanspruch erhoben.
Weniger philosophisch verfĂ€nglich ist es, Realdefinitionen dem Verfahren der Bedeutungsanalyse oder Explikation zu unterziehen. Das Ergebnis eines solchen Explikationsversuchs kann dann wie eine explizit eingefĂŒhrte Definition behandelt werden, ohne dass man sich dabei unbedingt auf eine spezielle philosophische Position festlegen muss.
Die Logik von Aristoteles ist nie âformalâ in dem Sinne, dass sie von allen metaphysischen Annahmen oder anderen sachlichen Vorannahmen frei wĂ€re. Methodologisch ist wichtig, dass nach Aristoteles die höchste Aufgabe der Definition darin besteht, die wissenschaftliche Untersuchung abzuschlieĂen und dadurch das Wesen der untersuchten Objekte festzustellen.
In der herkömmlichen Philosophie wird das Allgemeine Aristoteles folgend innerhalb der Logik von Begriff, Urteil und Schluss behandelt. FĂŒr Hegel (Jenenser Logik, Wissenschaft der Logik) aber nun reflektieren diese logischen Formen und Prozesse diejenigen der Wirklichkeit, d. h. sie werden von ihm ontologisch gedeutet.
Herkömmlich erfasst durch die Definition das Denken die allgemeine Natur eines Objekts in ihrem wesentlichen Unterschied zu anderen Objekten. Nach Hegel kann die Definition dies nur leisten, weil sie den wirklichen Prozess widerspiegelt, in welchem sich das Objekt von andersartigen unterscheidet: Die Definition drĂŒckt die Bewegung aus, in der ein Sein seine IdentitĂ€t in der Bewegung bewahrt.
Demnach kann eine wirkliche Definition nicht in einem einzelnen Satz gegeben werden, sondern eigentlich nur durch die wirkliche Geschichte des Objekts selbst, wie es sich gegen anderes Besonderes sowohl verteidigt wie auch erhÀlt und erweitert.
Das Allgemeine wird durch die Negation des Besonderen gestaltet, d. h. der Begriff wird dialektisch konstruiert. Der Prozess der Auflösung und Zerstörung der stabilen Welt des gemeinen Menschenverstandes resultiert in der Konstruktion eines Allgemeinen, das in sich konkret ist. Denn es verwirklicht sich im Besonderen und durch das Besondere, d. h. in der TotalitÀt der besonderen Momente.[22]
Innerhalb des Badischen Neukantianismus haben sich insbesondere Heinrich Rickert und Emil Lask um die Ausarbeitung einer Definitionslehre bemĂŒht.
Definieren ist eine möglichst eindeutige Bestimmung eines Begriffes, wobei er gegenĂŒber benachbarten anderen Begriffen abgegrenzt wird.[23]
Rickerts Zur Lehre von der Definition stellt dessen Dissertation dar. In Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung hat er sodann seine Theorie des Begriffs ohne RĂŒcksicht auf die Definition weiter ausgearbeitet. Die allgemeine Verwirrung in der Definitionslehre beruht auf einer falschen Auffassung vom Begriff.[24] Rickert will an "Definition" als einer "Begriffsbestimmung" festhalten.[25]
Zur Frage des VerhĂ€ltnisses von Erfahrung und Denken bzw. von Anschauung und Begriff sagt Rickert unter Berufung auf den âAugenmenschenâ Goethe, der in seiner Farbenlehre sagt, dass wir schon bei jedem aufmerksamen Blick in die Welt theoretisieren:
"Jede ausdrĂŒcklich zum BewuĂtsein gebrachten oder erkannte Wahrheit hat die Form des Urteils, und zu seinem logischen Gehalt gehört notwendig sowohl ein 'intuitives' als auch ein 'diskursives' Moment. "[26]
Rickert behandelt Definieren als Begriffsbildung und Begriffszerlegung und sucht gegen den Intuitionismus etwa von Jakob Friedrich Fries, der glaube, dass es möglich sei, durch bloĂes Sehen schon eine Wahrheit theoretisch zu erfassen, zu zeigen, dass der fertig definierte Begriff nicht etwa logisch frĂŒher als das Urteil ist, sondern seinem logischen Gehalt nach als ein Produkt des Urteilens verstanden werden muss. Das Urteil ist daher nicht bloĂe Verbindung von Begriffen als Vorstellungen, sondern ist TrĂ€ger eines unentbehrlichen diskursiven Elements.[27]
Ernst Cassirer erhebt gegenĂŒber dem Nominalismus den Einwand, dieser könne nicht erklĂ€ren, warum ein bestimmter Begriff (z. B. der Atom-Begriff) zur Entdeckung neuer, bislang unerforschter Tatsachen fĂŒhren könne.[28]
WĂ€hrend in expliziten Definitionen der definierte Ausdruck alleine auf der linken Seite vorkommt, gilt dies fĂŒr Kontextdefinitionen (oder auch implizite Definitionen) nicht. In der Kontextdefinition tritt der definierte Begriff also nicht allein auf der linken Seite auf, sondern in einem fĂŒr ihn charakteristischen Kontext. Die Verwendung in anderen Kontexten ist unzulĂ€ssig.[29]
FĂ€llt beispielsweise eine allgemeine Definition des PrĂ€dikates âadĂ€quatâ schwer, so lĂ€sst sich leicht definieren, dass die Aussage âX ist ein adĂ€quater KalkĂŒlâ genau dann wahr ist, wenn X ein KalkĂŒl ist, der vollstĂ€ndig und korrekt ist.
AdĂ€quatheit wurde damit nur im Kontext âKalkĂŒlâ definiert, und die Frage, wann ĂŒberhaupt etwas adĂ€quat ist, bzw. welche Dinge unter diesen Begriff fallen, stellt sich nicht. Dieser ontologische Unterschied erspart etwa der modernen Mathematik die philosophische Frage nach dem Wesen der Zahl (empirisch, psychologistisch oder logisch). Denn die mathematischen Axiome sagen nicht, was eine Zahl ist, sondern wann sich etwas Zahl nennen darf und welche arithmetischen Eigenschaften sodann fĂŒr diese gelten.
Baruch Spinoza verwechselt in seiner âEthikâ Definitionen mit Axiomen.[30]
Als Beispiel: Er zieht aus folgenden beiden Aussagen, die er âDefinitionenâ nennt, die Schlussfolgerung:
Die Substanz ist von Natur frĂŒher als ihre Affektionen.
(1) âUnter der Substanz verstehe ich das, was in sich ist und durch sich (allein) begriffen wird; es ist derjenige Gegenstand, dessen Begriff nicht der Begriff eines anderen Gegenstandes voraussetzt, aus dem er zu bilden ist.â
(2) âUnter einem Modus verstehe ich eine Affektion der Substanz; es ist etwas, das in anderem ist, durch welches es auch begriffen werden kann.â[31]
Offenkundig handelt es sich bei (1) und (2) um Vereinbarungen ĂŒber den Sprach- bzw. Zeichengebrauch. Aus solchen lĂ€sst sich noch nicht einmal die Existenz des so Bezeichneten schlussfolgern, geschweige denn eine weitere Existenzbehauptung logisch korrekt ableiten. Wenn Spinoza gelingt, zu einer interessanten These zu kommen, dann nur darum, weil er seine Definitionen insgeheim als Existenzialaxiome verwendet.
âOmnia determinatio negatio est.â (dt.: Jede Bestimmung ist eine Verneinung. )
Diese bekannte These ist in Bezug auf Hegels Dialektik interessant.
Partielle Definitionen gelten nur fĂŒr einen bestimmten Teilbereich. Sie sind anwendbar nur fĂŒr den Fall, dass eine gewisse Vorbedingung erfĂŒllt ist.
Die wichtigste Gruppe der partiellen Definitionen bilden die Definitionen von "Dispositionsbegriffen", wie zum Beispiel "wasserlöslich". Solche Definitionen beschreiben nicht Eigenschaften, die direkt durch Beobachtung ablesbar sind, sondern solche, die an eine (PrĂŒf-) Bedingung geknĂŒpft sind.[32]
Mitunter werden AusdrĂŒcke durch eine Methode definiert, mit der man feststellen kann, ob in einem konkreten Fall der Ausdruck angewendet werden kann. In diesem Fall spricht man von operationalen Definitionen.[33] Operationale Definitionen sind hĂ€ufig partiell.
Siehe auch Artikel: Rekursion
In der rekursiven Definition â auch induktive Definition genannt â wird mit der Nennung der einfachsten GegenstĂ€nde begonnen, die dem Definiendum angehören. Dann wird ein Verfahren angegeben, mit dessen Hilfe man die weiteren GegenstĂ€nde erzeugen kann, und darauf hingewiesen, dass alles, was nicht durch wiederholte Anwendung des Verfahrens gewonnen werden kann, nicht zum Definiendum gehört. Die Induktion kann strukturell oder vollstĂ€ndig sein. Rekursive Definitionen finden sich vor allem in der Mathematik und der mathematischen Logik.
Beispiel: âDie Summe <math>\operatorname{sum}(n)</math> der natĂŒrlichen Zahlen bis einschlieĂlich <math>n</math> ist definiert als 0, falls <math>n=0</math>, und <math>\operatorname{sum}(n-1) + n</math> sonst.â
Weitere Beispiele sind die rekursive Definition eines Fibonacci-Baumes oder jene rekursive Definition eines Palindromes.
âA persuasive definition changes descriptive meaning without substantially changing emotive meaning; and a persuasive quasi-definition changes emotive meaning without substantially changing descriptive meaning.â[34]
Persuasive Definitionen finden sich sehr hÀufig in der Philosophie und in den Sozialwissenschaften.
FĂŒr die Entwicklung der Theorie der Typenbegriffe sind die Ăberlegungen von Max Webers zur zum Idealtyp theoriebildend gewesen.[35]
Die logischen Untersuchungen von C. G. Hempel zum Typusbegriff sind nicht nur im Hinblick auf Max Webers Idealtypus interessant, sondern allgemein zur Frage, wie eineTaxonomie zu erstellen sei.
Die Definitionslehre bildet einen Teil der Logik, sofern diese als Methodenlehre aufgefasst wird.[36] Der logische Charakter von âDefinitionâ ergibt sich hierbei âteleologischâ aus deren daraus bestimmbarer methodologischer Funktion.
Wissenschaftliche Definitionen werden in der Regel dann gefordert, wenn Hypothesen und Theorien aufgestellt oder Modelle konstruiert werden, die von anderen Wissenschaftlern nachvollzogen und diskutiert werden können sollen. Um den Kriterien der IntersubjektivitĂ€t zu genĂŒgen, soll hierbei Einvernehmen ĂŒber die Bedeutung der verwendeten Begriffe erzielt werden.
Nach der Definitionslehre von Karl Popper hingegen wird die Definitionsfrage dadurch miterledigt, dass man die Theorie als Ganzes auf einen Objektbereich anwendet und einzelne Folgerungen daraus an BeobachtungssĂ€tzen ĂŒberprĂŒft.
In den Sozialwissenschaften ist die Grenze zwischen Definitionen und AusdrĂŒcken, die keine Definition sind oft flieĂend. Wenn die Ă€uĂere Form nicht eindeutig klarstellt, ob es sich um eine Definition handelt, d. h. wenn der Autor weder explizit noch implizit seine Absicht geĂ€uĂert hat, hĂ€ngt es von der Intention des Autors ab, die man in diesem Fall nicht klĂ€ren kann. In diesem Fall kann es zu Verwechslungen von Definitionen und insbesondere empirischen Verallgemeinerungen kommen, die zu MiĂverstĂ€ndnissen des Textes fĂŒhren können.[37]
Ăhnliche Probleme können auftreten, wenn nicht klar ist, zu welcher Klasse von Definitionen eine vorlegte Definition gehören soll.[38]
Eine Definitionslehre ist je nach Auffassung von Wissenschaftstheorie und Logik ein methodologischer Entwurf davon, was eine âDefinitionâ und wonach sie zu beurteilen sei, also welchen Sinn und Zweck sie habe. Wie im Bereich einer Fachsprache Definitionen geschaffen und gehandhabt werden, wird durch die Terminologielehre untersucht und prĂ€zise festgelegt. Wenn durch Definitionen Objekte klassifiziert, also in eine bestimmte Klasse eingeordnet werden, ist eine Taxonomie geschaffen.
Einer jeden besonderen Definitionslehre liegt eine bestimmte Auffassung von Begriffslehre bzw. eine Auffassung ĂŒber die Beziehungen zwischen Begriff, Urteil und Theorie zugrunde; sie hat damit eine bestimmte Auffassung von Erkenntnistheorie und/oder Methodologie zur (mehr oder minder explizit gemachten) Voraussetzung. Daher gehen die Auffassungen ĂŒber die Rolle von Definitionen in der Sprache und auch in wissenschaftlichen ZusammenhĂ€ngen oft sehr stark auseinander.
Nach Auffassung des Nominalismus ist eine Definition nichts weiter als eine Festlegung des betreffenden Ausdrucks bzw. der jeweiligen Zeichenverwendung und kann als Vereinbarungssache ĂŒberhaupt nicht "wahr oder falsch" sein, lediglich mehr oder weniger zweckmĂ€Ăig. Definitionen in diesem Sinne stellen bloĂ ein technisches Hilfsmittel dar, indem sie erlauben, die Sprechweise abzukĂŒrzen. Wer hingegen meint, fĂŒr jeden Begriff gebe es eine "richtige" Definition, eine entsprechende Aussage könne also wahr oder falsch sein, stellt sich dadurch auf die Seite des Essentialismus als einem der möglichen Antwortversuche auf das Universalienproblem.
Die wichtigsten Definitionslehren sind:[39]
A) Eine Definition bestimmt das Wesen (SacherklÀrung).
B) Eine Definition bestimmt den Begriff (Begriffskonstruktion oder â zergliederung).
C) Eine Definition stellt fest, wie bzw. mit welcher Bedeutung ein Zeichen tatsÀchlich verwendet wird.
Diese Auffassung ist in der Ă€lteren philosophischen Tradition selten ausdrĂŒcklich vertreten werden. Sie wird hĂ€ufig nur implizit vertreten. Zum Beispiel können solche Autoren so interpretiert werden, die den Anspruch auf Wahrheit, den eine Realdefinition macht, auf eine Nominaldefinition zu ĂŒbertragen suchen.[40]
Bisweilen, wie etwa von Christoph von Sigwart,[41] wird unter âDefinitionâ lediglich die Angabe der Bedeutung eines Ausdrucks verstanden.
D) Eine Definition setzt fest, wie bzw. mit welcher Bedeutung ein Zeichen verwendet werden soll.
BetrÀchtliche Verwirrung ist dadurch entstanden, dass selbst Philosophen wie Aristoteles, Leibniz und Immanuel Kant diese vier Konzeptionen begrifflich nicht immer strikt auseinandergehalten haben und daher in ihren Argumentationen zu Inkonsistenzen gekommen sind.[42]
Welche Regeln des Definierens man einhÀlt, ist grundsÀtzlich abhÀngig davon, welcher Definitionslehre zu folgen man sich entschieden hat.
Auch die klassischen Definitionsregeln lassen sich auf Aristoteles zurĂŒckfĂŒhren;[43] sie werden heute vielfach als veraltet und in der modernen Wissenschaft meist als nicht sehr hilfreich angesehen.
Von einigen Autoren wird die NichtkreativitĂ€t von Definitionen gefordert. Damit ist gemeint, dass unter Hinzunahme der Definition zu einer Theorie nichts erschlossen werden kann, was nicht bereits ohne jene Definition erschlieĂbar wĂ€re.[44]
Wenn eine Ăquivalenzdefinition korrekt gebildet ist, kann in allen SĂ€tzen das Definiendum durch das Definiens oder das Definiens durch das Definiendum ersetzt werden ohne dass sich der Wahrheitswert der Aussage Ă€ndert. Diese Eigenschaft gilt aber nicht fĂŒr alle Definitionsarten, z. B. nicht fĂŒr partielle oder rekursive Definitionen.
Die Eliminierbarkeit gilt auch nicht, wenn man sich auf der Metaebene befindet. Zum Beispiel folgt aus der Definition "Ein Schimmel ist ein weiĂes Pferd. " und dem Satz Der Ausdruck "'Schimmel' hat acht Buchstaben" nicht "'weiĂes Pferd' hat acht Buchstaben".
Karl Christian Friedrich Krause formuliert als erstes "Grundgesetz der Definition":
âDie erste Forderung ist: das zu Definirende darf nicht wieder in der Definition vorkommen (terminus definitus non debet ingredi definitionem), denn wĂ€re Diess, so erfĂŒhre man ja nicht, Was das zu Definirende ist, es wĂŒrde Dasselbe durch Dasselbe erklĂ€rt, idem per idem. wie man sagt.â[45]
Und Krause liefert auch gleich zwei Beispiele:
âZ. B. es soll definirt werden der Begriff: Grund, da sagt man gewöhnlich: der Grund von Etwas ist Dasjenige, wodurch dieses Etwas ist. Damit erfĂ€hrt man aber gar nichts, denn es ist idem per idem definirt; man hat nur ein andres Wort eingeschoben anstatt Grund, d. i. das Wort: durch, welches synonym ist mit Grund, oder wenn man den Raum definiren soll, und man sagt: der Raum ist die Form, wonach das Körperlich neben - und miteinander ist, hier ist idem per idem erklĂ€rt; weil man dann das Wort: neben, schon rĂ€umlich versteht.â[46]
Als drittes Grundgesetz der Definition bezeichnet Krause die Regel, dass eine Definition weder zu eng noch zu weit sein darf.[45]
Eine zu weite Definition wÀre "Ein Vogel ist ein eierlegendes Tier", da auch Krokodile Eier legen.
Aristoteles [47] und Cicero [48] haben gefordert, dass eine Definition kurz sein soll. Dem steht entgegen, dass Definitionen mitunter sehr lang sind. HÀufig deuten aber lange Definitionen darauf hin, dass sie Bestandteile enthalten, die nicht die Verwendung eines Ausdrucks erlÀutern, sondern zur Untersuchung des mit dem Ausdruck Bezeichneten gehören.
Eng verwandt mit der Forderung nach KĂŒrze ist die Forderung nach Redundanzfreiheit. Nach dieser Forderung darf eine Definition keine Bestandteile enthalten, die aus dem Rest der Definition logisch folgen.
Beispiel: "Ein Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem die Gegenseiten jeweils parallel und gleich lang sind sowie die Diagonalen sich gegenseitig halbieren" ist redundant, da dieser Satz bereits aus dem Satz "Ein Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem die Gegenseiten jeweils parallel sind" folgt.[49]
Ist eine Definition nicht redundanzfrei, spricht man von einer Definition mit Pleonasmus (definitio abundans).