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Unter dem historischen Begriff Demontage versteht man in Deutschland den Abbau von Industrieanlagen.
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So kam es zum Beispiel nach dem Zweiten Weltkrieg in den Besatzungszonen zu Demontagen. Die Siegermächte, insbesondere die Sowjetunion, strebten Wiedergutmachung für erlittene Verwüstungen und Schäden an. Außerdem sollte Deutschland durch die Zerschlagung seiner Rüstungsindustrie militärisch geschwächt und dadurch ein erneuter Angriffskrieg unmöglich gemacht werden. Entsprechend dem Potsdamer Abkommen kam es zu Demontagelieferungen aus dem Ruhrgebiet an die sowjetische Zone. Im Gegenzug sollte dafür wegen der Lebensmittelknappheit in den Westzonen Nahrung aus der sowjetischen Zone, die überwiegend landwirtschaftliche Erzeugnisse produzierte, in die Westzonen geliefert werden. Ein Großteil der demontierten Anlagen des Ruhrgebiets und der sowjetischen Zone wurde in die Sowjetunion geliefert. In der Bizone und später Trizone wurde wegen der Truman-Doktrin die Politik der Demontagen beendet.
Die Demontage von Industrieanlagen in der US-amerikanischen Zone wurde nach einem im März 1946 aufgestellten Industrieplan begonnen, nach dem 1.600 Betriebe demontiert werden sollten, um das Produktionsniveau auf rund 63 % von 1938 zurückzuschrauben. Ein Jahr später wurde jedoch bereits der Marshallplan angekündigt und die Aufnahme Westdeutschlands unter die Empfängerländer der Mittel des European Recovery Programs (ERP). Der neue Industrieplan von 1947 sah bereits vor, die Industriekapazitäten annähernd auf das Vorkriegsjahr anzuheben. Deswegen wurde in Westdeutschland auch das Beenden der Demontagen erwartet. Im Oktober 1947 wurde aber wieder eine Demontageliste erlassen, die immerhin noch 682 Betriebe umfasste. Dadurch kam es in den Folgejahren zum Nebeneinander von Demontage und Remontage, dem verstärktem Wiederaufbau von Betrieben.[3]
Die Demontage-Pläne wurden zuletzt im Petersberger Abkommen vom 22. November 1949 revidiert und Ende 1950 wurde die Demontage in der Bundesrepublik eingestellt. Der Gesamtwert der demontierten Anlagen wird für Westdeutschland bis zu 5,4 Mrd. DM geschätzt, für die Sowjetische Besatzungszone bzw. DDR bis zu 5 Mrd. DM.
In der sowjetischen Besatzungszone belief sich das Brutto-Anlagevermögen im Jahr 1948 auf 74,3 Prozent des Standes von 1936, während es noch 1945 - trotz Kriegsschäden - 123 Prozent des Vorkriegsstandes betragen hatte. Die Produktionskapazitäten sanken sogar auf 70 Prozent, da das Fehlen wertmäßig geringer Bauteile den Stillstand einer ganzen Produktionsanlage verursachen konnte. Die Abnahme um 49 Prozent (von 123 auf 74 %) zwischen 1945 und 48 ist nur zu etwa einem Fünftel durch Abschreibungen zu erklären. Unter anderem gingen in der SBZ vier Fünftel der Kapazitäten in der Fahrzeugindustrie und drei Viertel der Eisenerzeugung aufgrund von Demontagen verloren.[4]
Auch in Japan wurden Industrieanlagen durch die Alliierten demontiert.[5]