|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| ||||||||||||||||||||||
Der Standard ist eine österreichische Tageszeitung mit Redaktionssitz in Wien. Die 1988 von Oscar Bronner gegründete Zeitung erscheint im Berliner Format. Der Standard ist Genossenschafter der Austria Presse Agentur.
Inhaltsverzeichnis |
Der Name des Standard wurde erst nach den ersten Ausgaben festgelegt. Probeausgaben, sogenannte „Nullnummern“, erschienen unter dem Titel „Wirtschaftsblatt“. Man einigte sich schließlich auf Der Standard nach Vorbildern aus dem englischsprachigen Raum, wo Zeitungen wie The Standard oder Evening Standard existieren. Die erste Ausgabe des Standard erschien am 19. Oktober 1988. Gegründet wurde die Zeitung von Oscar Bronner, der zur Finanzierung der Neugründung den Axel Springer Verlag mit 50 % beteiligen ließ. Im Jahre 1995 wurde derStandard.at als erster Webauftritt einer deutschsprachigen Zeitung errichtet.[3] Dieser verfügt über eine eigene Redaktion – obgleich die Inhalte der Printausgaben ebenfalls online veröffentlicht werden – und wird heute von der Bronner Online AG betrieben, die mit der STANDARD Verlagsgesellschaft gesellschaftlich verwoben ist.
2006 folgte der Standard dem Beispiel der Süddeutschen Zeitung, und begann die Herausgabe einer Cinemathek, mit der inzwischen 175-teiligen DVD-Serie Der österreichische Film. Die Standard-Redaktion wählte dafür einhundert "sehenswerte" und "beliebte" österreichische Filme aus.
Am 1. Juli 2007 wurde Alexandra Föderl-Schmid zweite Chefredakteurin neben Oscar Bronner, diese Position hatte zuvor Gerfried Sperl bekleidet.
Verlegt wird die Zeitung von der eigenen Standard Verlagsgesellschaft m.b.H.. Verlagsort ist Wien, Erscheinungsort war bis Ende 2009 das niederösterreichische Tulln, wo die Zeitung von Goldmann Druck gedruckt wurde. Seit 2010 wird Der Standard in der Mediaprint-Druckerei produziert, wodurch sich das Format von 315 × 470 auf 300 × 450 mm verkleinert hat und nun der Größe des Kuriers entspricht. Im Jahre 2007 erwirtschaftete Der Standard 55,4 Millionen Euro bei 206 Beschäftigten. 2007 erhielt Der Standard rund 1,2 Millionen Euro aus dem Topf der Österreichischen Presseförderung und ist somit gemeinsam mit der Presse die am höchsten subventionierte Zeitung.
Bei der Gründung der Zeitung im Jahr 1988 hielten Gründer Oscar Bronner sowie der Axel Springer Verlag je 50 % am Zeitungsverlag. 1995 kaufte Bronner diese Anteile zurück, gab jedoch im April 1998 erneut 49 % der Zeitungsanteile ab – diesmal an den Süddeutschen Verlag. Weitere 41 % wurden in die Bronner Familien-Privatstiftung überführt, zehn Prozent der Anteile behielt Oscar Bronner direkt. Am 13. August 2008 kaufte die Bronner Online AG die Anteile der Süddeutschen Zeitung, auch finanziert durch einen Millionenkredit der Erste Bank, womit der Standard zu 100 % im Besitz Bronners oder seiner Stiftung ist.[4] Die Eigentümerstruktur ist nun folgendermaßen:[5][6]
| Reichweite laut ÖMA[7] | |||||||
| Jahr | Reichweite | Leser gesamt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2001 | 6,0 % | 401.000 | |||||
| 2002 | 5,7 % | 383.000 | |||||
| 2003 | 5,8 % | 390.000 | |||||
| 2004 | 5,4 % | 366.000 | |||||
| 2005 | 5,9 % | 404.000 | |||||
| 2006 | 4,9 % | 341.000 | |||||
| 2007 | 5,0 % | 352.000 | |||||
| 2008 | 5,5 % | 383.000 | |||||
| 08/09 | 6,0 % | 421.000 | |||||
| 2009 | 5,6 % | 394.000 | |||||
| 09/10 | 5,6 % | 397.000 | |||||
| 2010 | 5,3 % | 374.000 | |||||
Der Standard ist überregional ausgerichtet und unterhält eigene Redaktionen in den Bundesländern Steiermark, Oberösterreich und Kärnten. Dennoch war in der Vergangenheit eine stärkere Fokussierung auf Wien zu bemerken, die sich bis heute in der höheren Reichweite in Wien (2010: 11,8 % gegenüber rund fünf Prozent österreichweit) bemerkbar macht. In den vergangenen Jahren verlor Der Standard, wie die meisten anderen österreichischen Tageszeitungen, sukzessive an Lesern. Im Jahre 2007 konnte diese Tendenz jedoch aufgehalten und umgekehrt werden, während die meisten anderen Tageszeitungen weiter verloren. Laut Österreichischer Media-Analyse 2010 hat der Standard in Österreich 374.000 Leser. Dies entspricht einer Reichweite von 5,3 Prozent. Die verkaufte Auflage laut Österreichischer Auflagenkontrolle betrug pro Erscheinungstag im Jahr 2010 im Schnitt 73.071 (2009: 74.912) Exemplare.[1] Der Standard hat somit zumindest bei der Reichweite seinen unmittelbaren Konkurrent, Die Presse (die eine höhere verkaufte Auflage hat), deutlich überholt, und ist somit die viertgrößte kostenpflichtige Tageszeitung Österreichs.
Die Zeitung ist dem Ehrenkodex der österreichischen Presse verpflichtet und bezeichnet ihre Blattlinie als liberal und unabhängig. Von Wissenschaftlern wird der Standard als linksliberal wahrgenommen.[8][9] Als Teilnehmer des Project Syndicate veröffentlicht der Standard auch regelmäßig Kommentare von international bekannten Persönlichkeiten, die im Rahmen dieses Projekts weltweit verteilt werden. Freitags liegt dem Standard die selbstproduzierte Hochglanzbeilage Rondo bei, in welcher über Mode, Kosmetik, Reisen, Design, technische Neuheiten, Essen, Musik und Film berichtet wird. Jeden Montag liegt der Zeitung außerdem eine meist achtseitige, englischsprachige Beilage mit Auszügen aus der New York Times bei.
Die Zeitung organisiert und sponsert unter anderem seit 1998 jährlich den Publikumspreis des Vienna International Film Festivals (Viennale).
Mitarbeiter in leitenden journalistischen Funktionen:[10]
Zu den bekanntesten Kommentatoren bzw. Kolumnisten der Zeitung zählen Hans Rauscher („rau“) und Daniel Glattauer („dag“), die bald nach der Gründung der Zeitung abwechselnd für die Glosse im „Einserkastl“ – einer Textbox auf der Titelseite – zuständig wurden, wobei „rau“ zumeist innenpolitische Themen kommentiert, während „dag“ zumeist humorvoll von alltäglichen, häufig kuriosen, Wahrnehmungen, häufig österreichische Eigenheiten, erzählte. Mit dem Jahreswechsel 2008/2009 trat Glattauer eine halbjährige Pause an, von der er allerdings nicht zur Zeitung zurückkehrte. Etabliert als Autoren des Einserkastls sind inzwischen Montags Severin Corti sowie unter der Woche Renate Graber und Gudrun Harrer.[11] Ein bis mehrmals wöchentlich finden sich auf der stets als letzte Seite der aktuellen Zeitung platzierten Kommentarseite Kommentare von unter anderen Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid, Chef vom Dienst Eric Frey sowie von den Kommentatoren und Redakteuren Gudrun Harrer, Thomas Mayer, Christoph Prantner, Conrad Seidl,Petra Stuiber, Andreas Schnauder, Leo Szemeliker sowie Michael Völker im Kommentarteil der Zeitung.
Für die teils unregelmäßig erscheinenden Kolumnen zeichnen unter anderem Friedrich Achleitner, Antonio Fian, Franzobel, Daniel Glattauer, Barbara Coudenhove-Kalergi, Paul Lendvai, Bernd Marin, Otto Ranftl, Markus Mittringer, Kurt Palm („Palmsamstag“), Hans Rauscher, Johann Skocek („Skoceks Zeitlupe“, Sport), Gerfried Sperl und Günter Traxler verantwortlich. Der Schachteil, in dem sich Spiele samt Rätsel sowie Spielkommentare finden, wird seit 1990 von „ruf & ehn“ (Michael Ehn) betreut. Als fester Bestandteil der Zeitung hat sich auch der „Kommentar der Anderen“ etabliert, eine bis zwei Seiten des Kommentarteiles, auf denen täglich Experten, Wissenschaftler oder Politiker zu aktuellen Themen Standpunkte oder Forderungen vertreten, wobei häufig an aufeinanderfolgenden Tagen dem Standpunkt der jeweiligen „Gegenseite“ ebenso viel Platz geboten wird.
Karikaturen werden unter anderem von Oliver Schopf sowie von zahlreichen weiteren, unregelmäßig im Standard erscheindenen Karikaturisten beigesteuert. Die Cartoonserie „Der Lochgott“ von Rudi Klein ist ebenfalls im Standard zu finden.
Mit derStandard.at startete die Zeitung 1995 als erste deutschsprachige Tageszeitung im Internet. Die Internet-Ausgabe der Zeitung erhielt bald eine eigene Redaktion, die zusätzlich zu den gedruckten Berichten auch eigene Berichte online stellte, und wurde als eigenes Unternehmen ausgelagert.
derstandarddigital.at ist die Bezeichnung und Webadresse der Online-Version der Zeitung, die als vollständiges e-paper veröffentlicht wird und ältere Meldungen in einem seit 2009 kostenlos zugänglichen Archiv verfügbar hält. Weiters werden Printinhalte auch auf derStandard.at/Zeitung veröffentlicht. Die Online-Version der Zeitung ist formell unabhängig von dem Nachrichtenportal derStandard.at, das von der Bronner Online AG betrieben wird, die wiederum als Gesellschafterin an der STANDARD Verlagsgesellschaft beteiligt ist.
Seit März 2000 wird das auf Frauen und Feminismus konzentrierte Onlinemedium dieStandard.at angeboten. Auf Grund kontroversieller Inhalte und Reaktionen wurde dort ab Oktober 2008 ein postingfreier Dienstag eingerichtet.[12][13] Anfang 2010 kam mit daStandard.at ein Portal für Migranten zum Onlineangebot hinzu, das im April 2011 mit dem Civis – Europas Medienpreis für Integration ausgezeichnet wird.[14]