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| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Der Untertan |
| Produktionsland | DDR |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1951 |
| Länge | 109 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 12 (früher 16) |
| Stab | |
| Regie | Wolfgang Staudte |
| Drehbuch | Wolfgang Staudte, Fritz Staudte |
| Produktion | Willi Teichmann |
| Musik | Horst Hanns Sieber |
| Kamera | Robert Baberske |
| Schnitt | Johanna Rosinski |
| Besetzung | |
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Der Untertan ist eine Verfilmung der DEFA des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann aus dem Jahr 1951 von Regisseur Wolfgang Staudte.
Inhaltsverzeichnis |
Diederich Heßling ist so, wie ein guter preußischer Untertan sein sollte. Er ist autoritätsgläubig, lernt aber, dass es am angenehmsten ist, wenn man auch entsprechende Macht besitzt. Dass man auch der Macht dienen muss, wenn man selber in Bezug auf Macht vorankommen möchte, lernt er ebenso: Nach oben buckeln und nach unten treten. Er schmeichelt sich deswegen beim Regierungspräsidenten von Wulckow ein. Unter dessen Schutz intrigiert er gegen Konkurrenten und paktiert mit in seiner Papierfabrik arbeitenden, von ihm abhängigen Sozialdemokraten.
Am Höhepunkt seiner Macht ist er angekommen, als er ordensgeschmückt in einem aufziehenden Gewitter ein Kaiserdenkmal einweihen und sich hier chauvinistisch in Rage reden kann. Die klare politische Botschaft der Schlussszene wird da deutlich, wo aus dem anschwellenden Getöse des Donners und des Heulens des Windes dann als Fanal die Fanfare der NS-Wochenschau wird.
Schon fast ebenso legendär wie der Film sind die Geschichten um die Entstehung und die Rezeption des Films.
Heinrich Mann übertrug die Filmrechte für seinen 1918 erschienenen Roman der DEFA, verstarb aber, bevor der Film gedreht wurde. Als Regisseure waren ursprünglich Falk Harnack und sogar Erich von Stroheim im Gespräch gewesen. Als Wolfgang Staudte das Projekt übernahm, wollte er die Hauptrolle zuerst mit seinem Hauptdarsteller aus Die Mörder sind unter uns, Arno Paulsen, besetzen. Allerdings entschied man sich dann doch für den jüngeren Werner Peters.
Der Film war von Beginn an als Prestigeobjekt der DEFA, ja sogar der DDR-Kultur angelegt, so dass Staudte und sein Kameramann Robert Baberske trotz des erhobenen Vorwurfs des Formalismus ungestört arbeiten konnten. Der Film gilt heute als Prototyp einer zum einen werksgetreuen, zum anderen aber eigenständigen Literaturverfilmung. Das Drehbuch verfasste Regisseur Staudte gemeinsam mit seinem Vater Fritz Staudte, der auch eine Rolle im Film übernahm. Neben ihm und Peters spielten solche bekannten Koryphäen wie Sabine Thalbach oder Eduard von Winterstein.
Staudte sagte zur Botschaft seines Films: „Ich will die Bereitschaft gewisser Menschen um 1900 zeigen, die über zwei Weltkriege hinweg zum Zusammenbruch Deutschlands im Jahre 1945 führte. Es soll eine Weiterführung meiner Anklage gegen diese Kreise und eine Warnung vor diesen Menschen sein, wie ich es schon in dem Film ‚Die Mörder sind unter uns‘ ausdrücken wollte.“ (zit. in: Gersch, S. 139)
Die konservative bundesdeutsche Presse warf Staudte vor, er stehe „im Dienste kommunistischer Kulturpolitik“ und betreibe die „Bolschewisierung der Welt“. Man verriss den Film als böse und humorlos, nannte ihn einen „Charaktermord“ (Zitate: Bandmann/Hembus, S. 167). Und der Spiegel kritisierte:
Jedoch gab es auch Kritik in der DDR. So bemängelte Hermann Müller im Neuen Deutschland am 2. September:
In der ganzen Welt erhielt der Film hohe Anerkennung. Lediglich in der Bundesrepublik Deutschland wurde er für sechs Jahre verboten, da man den Film als Angriff auf die Bundesrepublik betrachtete, in der viele Ansätze eines erneuten Untertanenstaates sahen. Der „Interministerielle Filmausschuss“, die für die Filmeinfuhr hauptverantwortliche Stelle, untersagte die Veröffentlichung aufgrund § 93 des StGB, der Herstellung von verfassungsfeindlichen Publikationen verbot. 1956 kam es dennoch zu einer einmaligen Aufführung in Westberlin. Eine Prüfung durch das bundesdeutsche Wirtschaftsministerium ergab schließlich, dass bei dem Film augenscheinlich kein Verstoß gegen geltende Gesetze vorlag und man gab ihn frei. Dennoch wurde er im Januar 1957 erneut durch die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) verboten. Nach einer Kürzung von elf Minuten erfolgte dann die endgültige Freigabe im Februar 1957. Allerdings wurde auch jetzt noch dem Film ein Text vorangestellt, der den dargestellten Fall ausdrücklich als Einzelbeispiel kennzeichnete.
Die Erstausstrahlung im Fernsehen erfolgte in der DDR im September 1954, in der Bundesrepublik im Dezember 1969 (im Bayerischen Rundfunk). Die ungekürzte Fassung bekam man im „Westen“ allerdings erst 1971 zu sehen.
Heute gilt Staudtes Film als Meisterwerk. Hauptdarsteller Peters, der während seiner weiteren Filmkarriere überwiegend auf diesen Rollentyp festgelegt wurde, und Regisseur Staudte wurden für ihre Arbeit mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet, beim Internationalen Filmfest Karlovy Vary wurde der Film 1951 ausgezeichnet, 1955 und 1956 erhielt er zwei Ehrendiplome in Finnland.
Akrobat schö–ö–ö–n! | Ich hab’ von dir geträumt | Der Mann, dem man den Namen stahl | Das Mädchen Juanita | Die Mörder sind unter uns | Die seltsamen Abenteuer des Herrn Fridolin B. | Rotation | Schicksal aus zweiter Hand | Der Untertan | Gift im Zoo | Die Geschichte vom kleinen Muck | Leuchtfeuer | Ciske – ein Kind braucht Liebe | (Mutter Courage und ihre Kinder) | Rose Bernd | Madeleine und der Legionär | Der Maulkorb | Kanonenserenade | Rosen für den Staatsanwalt | Kirmes | Der letzte Zeuge | Die Dreigroschenoper | Herrenpartie | Das Lamm | Ganovenehre | Heimlichkeiten | Die Herren mit der weißen Weste | Fluchtweg St. Pauli – Großalarm für die Davidswache | Zwischengleis