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René Descartes

Descartes ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Descartes (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
René Descartes
(PortrÀt von Frans Hals, 1648)
Unterschrift René Descartes
RenĂ© Descartes [ʀəˈne deˈkaʀt] (latinisiert Renatus Cartesius; * 31. MĂ€rz 1596 in La Haye en Touraine; † 11. Februar 1650 in Stockholm) war ein französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler.

Descartes gilt als der BegrĂŒnder des modernen frĂŒhneuzeitlichen Rationalismus, den Baruch de Spinoza, Nicolas Malebranche und Gottfried Wilhelm Leibniz kritisch-konstruktiv weitergefĂŒhrt haben. Sein rationalistisches Denken wird auch Cartesianismus genannt. Von ihm stammt das berĂŒhmte Dictum „cogito ergo sum“ („ich denke, also bin ich“), welches die Grundlage seiner Metaphysik bildet, aber auch das Selbstbewusstsein als genuin philosophisches Thema eingefĂŒhrt hat. Seine Auffassung bezĂŒglich der Existenz zweier miteinander wechselwirkender, voneinander verschiedener „Substanzen“ – Geist und Materie – ist heute als Cartesianischer Dualismus bekannt und steht im Gegensatz zu den verschiedenen Varianten des Monismus sowie zur dualistischen Naturphilosophie Isaac Newtons, der die Wechselwirkung aktiver immaterieller „KrĂ€fte der Natur“ mit der absolut passiven Materie lehrt (siehe dazu newtonsche Gesetze, Erstes Gesetz der Bewegung).

Descartes ist der Erfinder der sogenannten analytischen Geometrie, welche Algebra und Geometrie verbindet.

Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten sind zwar frĂŒh durch die newtonsche Physik widerlegt worden[1] – sei es seine Ablehnung des Gravitationsprinzips oder seine Wirbel-Theorie –, Descartes’ Leistungen im naturwissenschaftlichen Bereich dĂŒrfen aber nicht unterschĂ€tzt werden, da er einer der wichtigsten und strengsten Vertreter des Mechanizismus ist, der die Ă€ltere aristotelische Physik abgelöst hat.

Sein Ethos der Pflicht und der SelbstĂŒberwindung hat die Literatur der französischen Klassik des 17. Jahrhunderts, insbesondere Pierre Corneille, Nicolas Boileau, Jacques BĂ©nigne Bossuet und Jean de La BruyĂšre, beeinflusst.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Jugend

Descartes wurde als drittes Kind einer kleinadeligen Familie der Touraine geboren. Sein Vater, Joachim Descartes (1563–1640), war Gerichtsrat (Conseiller) am Obersten Gerichtshof der Bretagne in Rennes. Seine Mutter, Jeanne Brochard, starb am 16. Mai 1597 nach der Geburt ihres letzten Kindes, das nicht ĂŒberlebte. Da der Vater rasch wieder heiratete, verbrachte Descartes seine Kindheit bei seiner Großmutter mĂŒtterlicherseits und einer Amme, die ihn ĂŒberlebte und die er liebevoll in seinem Testament bedachte (siehe Adrien Baillet, La Vie de Monsieur Descartes, 2 vol. 1691). Mit acht Jahren kam er als InternatsschĂŒler auf das Jesuitenkolleg von La FlĂšche, das er acht Jahre spĂ€ter mit einer klassischen sowie mathematischen Ausbildung verließ.[2]

Studien-, Lehr- und Wanderjahre

Anschließend studierte Descartes Jura in Poitiers und legte dort 1616 ein juristisches Examen ab. Statt jedoch eine juristische Karriere einzuschlagen, absolvierte er an einer Pariser AcadĂ©mie fĂŒr junge Adelige einen Lehrgang in Fechten, Reiten, Tanzen und gutem Benehmen und verdingte sich noch im selben Jahr 1616 bei dem Feldherrn Moritz von Nassau im hollĂ€ndischen Breda. Dort begegnete er dem sechs Jahre Ă€lteren Arzt und Naturforscher Isaac Beeckman, der ihn fĂŒr die Physik begeisterte und dem er sein erstes naturwissenschaftliches Werk widmete, das mathematisch-physikalisch orientierte MusicĂŠ compendium (1618).

Nach Reisen durch DĂ€nemark und Deutschland verdingte sich Descartes 1619 erneut als Soldat, nun bei Herzog Maximilian von Bayern, unter dem er auf kaiserlich-katholischer Seite an den ersten KĂ€mpfen des DreißigjĂ€hrigen Krieges und so auch an der Eroberung Prags teilnahm.

Im November 1619, kurz nachdem er in Prag die ArbeitsstĂ€tte des Astronomen Tycho Brahe (1546–1601) und in Regensburg die des Johannes Kepler (1571–1630) besichtigt hatte, entwickelte Descartes die Idee, dass es „eine universale Methode zur Erforschung der Wahrheit“ geben mĂŒsse und dass er berufen sei, sie zu finden, wobei er keine Erkenntnis akzeptieren dĂŒrfe außer der, die er in sich selbst oder dem „großen Buch der Welt“ entdeckt und auf ihre PlausibilitĂ€t und Logik hin ĂŒberprĂŒft habe. Descartes begann die Arbeit an den Regulae ad directionem ingenii (Regeln zur Ausrichtung der Erkenntniskraft). In seiner Descartes-Biographie berichtet Adrien Baillet (1691) von drei TrĂ€umen, die Descartes angeblich in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1619 hatte, als er in Neuburg an der Donau war. In den fragmentarischen Olympica aus Descartes' eigenem Notizbuch, deren Inhalt aufgrund von Exzerpten von Gottfried Wilhelm Leibniz teilweise erhalten geblieben ist, findet sich jedoch keine zusammenhĂ€ngende Beschreibung dieser TrĂ€ume.

1620 hĂ€ngte Descartes den Soldatenrock an den Nagel, machte eine Pilgerfahrt nach Loreto, die er der Jungfrau Maria zum Dank fĂŒr die „Vision“ gelobt hatte. In den Jahren darauf unternahm er mehrmonatige Reisen durch Deutschland, Holland, die Schweiz und Italien, wobei er Einblicke jeglicher Art zu gewinnen und mit den unterschiedlichsten Personen, vor allem Gelehrten, ins GesprĂ€ch zu kommen suchte.

1625 ließ er sich in Paris nieder. Hier verkehrte er mit Intellektuellen und bewegte sich in den Kreisen der gehobenen Gesellschaft, wobei er auch siegreich ein Duell bestand. Er las viel, schrieb bis 1628 weiter an den Regulae ad directionem ingenii und gewann zunehmend an Ansehen als scharfsinniger Kopf. Insbesondere beeindruckte er auf einer Abendgesellschaft Kardinal Pierre de BĂ©rulle, den Vorsitzenden des Staatsrats und Gegenspieler von Kardinal Richelieu so sehr, dass er von ihm zu einer Privataudienz eingeladen und danach aufgefordert wurde, seine Theorien ausfĂŒhrlicher darzustellen und damit die Philosophie zu reformieren.

Zeit der Reife und der philosophischen Werke

Descartes, Stich von Balthasar Moncornet

1629 zog es Descartes in die Niederlande, vermutlich wegen der grĂ¶ĂŸeren geistigen Freiheit, die dort herrschte. Hier verbrachte er, zwar im Austausch mit Intellektuellen unterschiedlichster Ausrichtung und Herkunft, aber dennoch relativ zurĂŒckgezogen, die nĂ€chsten 18 Jahre, wobei er hĂ€ufig Wohnungen und Wohnorte wechselte und mit einer seiner DienstmĂ€gde, Helene Jans, 1635 eine Tochter bekam, Francine, die fĂŒnfjĂ€hrig am 7. September 1640 starb. Descartes bezeichnete Francines Tod als „den grĂ¶ĂŸten Schmerz seines Lebens“ (Adrien Baillet). Am 13. Oktober 1642 schrieb er an seinen Freund Constantijn Huygens, Vater des berĂŒhmten hollĂ€ndischen Astronomen Christiaan Huygens, wir Menschen seien geboren „fĂŒr viel grĂ¶ĂŸere Freuden und ein viel grĂ¶ĂŸeres GlĂŒck, als wir sie auf dieser Erde erleben können. Wir werden die Toten dereinst wiederfinden, und zwar mit der Erinnerung an das Vergangene, denn in uns befindet sich ein intellektuelles GedĂ€chtnis, das ganz zweifellos unabhĂ€ngig von unserem Körper ist“. Er sei, so Descartes, von diesem Leben nach dem Tod â€žĂŒberzeugt durch natĂŒrliche und ganz offensichtliche GrĂŒnde“.

Vor allem korrespondierte Descartes intensiv mit seinem Pariser Freund Marin Mersenne und ĂŒber diesen, der allein seine jeweilige Adresse kannte, mit Gelehrten aus ganz Europa sowie mit einigen geistig interessierten, hochstehenden Damen.

WĂ€hrend seiner ersten Zeit in Holland arbeitete Descartes an einem Traktat zur Metaphysik, in dem er einen klaren und zwingenden Gottesbeweis zu fĂŒhren hoffte. Er legte ihn jedoch beiseite zugunsten eines großangelegten naturwissenschaftlichen Werks, das in französischer Sprache verfasst werden sollte und nicht mehr, wie seine bisherigen Texte, in Latein. Diesen TraitĂ© du Monde „(Abhandlung ĂŒber die Welt)“, wie er heißen sollte, ließ er jedoch unvollendet, als er vom Schicksal Galileo Galileis erfuhr, der 1633 von der Inquisition zum Widerruf seiner die Forschungen von Nicolaus Copernicus und Johannes Kepler bestĂ€tigenden Theorien gezwungen worden war. 1637 publizierte Descartes im hollĂ€ndischen Leiden anonym seinen Discours de la mĂ©thode pour bien conduire sa raison et chercher la vĂ©ritĂ© dans les sciences, plus la Dioptrique, les MĂ©tĂ©ores et la GĂ©omĂ©trie qui sont des essais de cette mĂ©thode (dt. Titel: Abhandlung ĂŒber die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Wahrheitsforschung: wörtlich: „Abhandlung ĂŒber die Methode, seine Vernunft gut zu gebrauchen und die Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen, dazu die Lichtbrechung, die Meteore und die Geometrie als Versuchsanwendungen dieser Methode“). Der als populĂ€rwissenschaftliches Werk auf hohem Niveau angelegte Discours de la mĂ©thode, den auch Damen lesen können sollten, wurde langfristig Descartes’ wirksamstes Buch.

Kernpunkte des Discours sind:

  • eine Erkenntnistheorie, die nur das als richtig akzeptiert, was durch die eigene schrittweise Analyse und logische Reflexion als plausibel verifiziert wird,
  • eine Ethik, gemĂ€ĂŸ der das Individuum sich im Sinne bewĂ€hrter gesellschaftlicher Konventionen pflichtbewusst und moralisch zu verhalten hat,
  • eine Metaphysik, die zwar (durch logischen Beweis) die Existenz eines vollkommenen Schöpfer-Gottes annimmt, aber kirchenartigen Institutionen wenig Raum lĂ€sst,
  • eine Physik, die die Natur als durch zwar gottgegebene, aber allgemein gĂŒltige Gesetze geregelt betrachtet und dem Menschen ihre rationale ErklĂ€rung und damit letztlich ihre Beherrschung zur Aufgabe macht.

Langfristig wirksam und in Fachkreisen intensive Diskussion auslösend waren auch die nÀchsten Werke von Descartes: Dies waren

  • die 1641 in Paris zunĂ€chst lateinisch gedruckten MĂ©ditations sur la philosophie premiĂšre, dans laquelle sont dĂ©montrĂ©es l’existence de Dieu et l’immortalitĂ© de l’ñme (so der Titel einer französischen Übersetzung von 1647; dt. „Meditationen ĂŒber die Erste Philosophie, in der die Existenz Gottes und die Unsterblichkeit der Seele bewiesen wird“), deren 2. Auflage 1642 in Amsterdam mit geĂ€ndertem Untertitel erschien, „denn ich kann nicht beweisen, dass Gott die Seele nicht vernichten könnte, sondern nur, dass sie von völlig anderer Natur als der Körper ist und nicht mit dem Körper stirbt“ (Brief an Marin Mersenne vom 24. Dezember 1640) : MĂ©ditations sur la philosophie premiĂšre, dans laquelle sont dĂ©montrĂ©es l’existence de Dieu et la distinction de l’ñme et du corps, dt. „Meditationen ĂŒber die Erste Philosophie, in der die Existenz Gottes und der Unterschied zwischen Seele und Körper bewiesen wird“,
  • ferner die ebenfalls erst nachtrĂ€glich ins Französische ĂŒbersetzte Schrift Principia philosophiae („Grundlagen der Philosophie“, 1644).

Sie stießen bei den Theologen in Utrecht und Leiden auf so heftige Ablehnung, dass Descartes 1645 einen Umzug nach England erwog und in den Folgejahren Holland mehrmals fluchtartig zu Reisen nach Frankreich verließ. In den Principia behandelt Descartes nicht nur die direkten emotionalen Reflexe, z. B. Angst, sondern auch die spontanen GefĂŒhlsregungen, z. B. Liebe oder Hass. 1649 erschien der Traktat Les passions de l’ñme („Die Leidenschaften der Seele“, 1649), den Descartes fĂŒr seine Briefpartnerin, die pfĂ€lzische Prinzessin Elisabeth verfasst hatte.

Christina von Schweden diskutiert mit René Descartes

Er interpretiert die Leidenschaften als nur allzu natĂŒrliche mentale AusflĂŒsse der kreatĂŒrlichen Körperlichkeit des Menschen, verpflichtet diesen aber – als ein zugleich mit einer Seele begabtes Wesen – zu ihrer Kontrolle durch den Willen und zu ihrer Überwindung durch vernunftgelenkte Regungen wie z. B. selbstlosen Verzicht oder großmĂŒtige Vergebung.

Tod

Im SpĂ€tsommer 1649 folgte er einer Einladung der jungen Königin Christina von Schweden, mit der er seit ca. 1645 Briefe wechselte, und reiste nach Stockholm. Hier musste er jedoch mehrere Wochen auf die abwesende Königin warten und bekam erst in der zweiten JanuarhĂ€lfte einige Audienzen (morgens um fĂŒnf), um der Königin seine Philosophie zu erklĂ€ren. Anfang Februar 1650 erkrankte er und starb zehn Tage spĂ€ter im Haus seines Gastgebers, des französischen Botschafters. Es wird ĂŒberwiegend angenommen, er sei an einer LungenentzĂŒndung gestorben.

Nach mehreren Umbettungen findet sich das Grab Descartes' seit dem 26. Februar 1819 in der Abtei Saint-Germain-des-Prés in Paris. Dort liegt sein Leichnam bis auf den SchÀdel, der seit 1878 im Pariser Musée de l'Homme aufbewahrt wird.

Verbot seiner Schriften

1663 wurden die Schriften Descartes’ vom Heiliger Stuhl auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt.

Werk

Philosophische Methode

Descartes’ Methode ist geprĂ€gt von seiner Praxis als Mathematiker. Die vier Grundregeln der Methode sind in seinen Augen eine Anwendung der in der Mathematik ĂŒblichen Verfahren und Arbeitsmethoden. Die im Discours de la mĂ©thode von Descartes ausfĂŒhrlich formulierte philosophische Methode wird in vier Regeln (II.7–10) zusammengefasst:

  1. Skepsis: Nichts fĂŒr wahr halten, was nicht so klar und deutlich erkannt ist, dass es nicht in Zweifel gezogen werden kann.
  2. Analyse: Schwierige Probleme in Teilschritten erledigen.
  3. Konstruktion: Vom Einfachen zum Schwierigen fortschreiten.
  4. Rekursion: Stets prĂŒfen, ob bei der Untersuchung VollstĂ€ndigkeit erreicht ist.

Dieser stark komprimierten und verkĂŒrzten Darstellung stehen die posthum veröffentlichten Regulae ad directionem ingenii gegenĂŒber – ein Werk, das unvollendet blieb und daher lediglich 21 der ursprĂŒnglich geplanten 36 Regeln darlegt. Descartes’ frĂŒhe Methodologie stĂŒtzt sich mehrfach auf das Vermögen der Intuition; mit ihrer Hilfe, so Descartes, erfasst der Mensch die Wahrheit einfachster Aussagen (wie z. B.: ein Dreieck hat drei Seiten) – die Methode selbst besteht im Wesentlichen darin, komplexe Probleme derart zu zerlegen, dass ihre einzelnen Elemente qua intuition als wahr erkannt werden können. Erst spĂ€ter erweitert Descartes seine Konzeption um eine metaphysische Dimension, indem er hinterfragt, wie die Intuition fĂŒr die Wahrheit des Erkannten bĂŒrgen könne (man könnte ja, so Descartes, auch in den einfachsten Dingen stets irren). Die Suche nach einem archimedischen Punkt fĂŒhrt schließlich zum berĂŒhmten cogito ergo sum oder auch „ego sum, ego existo 
 quamdio cogit“ – „Ich bin, ich existiere 
 im Vollzug des Denkens“, widerspricht aber der frĂŒhen Methodologie in ihren GrundsĂ€tzen, so dass Descartes schließlich die Arbeit an den Regulae einstellte.

Erkenntnistheorie

Eine neue Erkenntnistheorie fĂŒhrt Descartes unter anderen in seinen sechs Meditationes de prima philosophia von 1641 aus.

Entsprechend seiner Methode handelt der erste Abschnitt von „dem, woran man zweifeln kann“: Die gĂ€ngige Annahme, dass wissenschaftliche Erkenntnis aus sinnlicher Wahrnehmung und Denken entspringt, muss hinterfragt werden. Keiner der beiden Quellen darf man ungeprĂŒft vertrauen. Unsere Sinne tĂ€uschen uns oft, da wir nicht einfach wahrnehmen, sondern frĂŒhere Wahrnehmungen, die unseren Körper konstituieren, unsere aktuellen Wahrnehmungen bedingen – wir projizieren. Aber auch dem Denken darf man nicht ungeprĂŒft vertrauen, denn ein böser DĂ€mon könnte so auf den Verstand einwirken, dass man falsche SchlĂŒsse zieht und sich tĂ€uscht. Deshalb ist zunĂ€chst einmal an Allem zu zweifeln.

2. Meditation: Doch woher weiß ich, ob das, was mit mir geschieht, Zweifeln ist, ob ich mich tĂ€usche, dass ich „ich“ bin und dass ich „bin“? Wenn ich aber zweifle, so kann ich selbst dann, wenn ich mich tĂ€usche, nicht daran zweifeln, dass ich zweifle und dass ich es bin, der zweifelt, d. h. ich bin als Denkender in jedem Fall existent. Der erste unbezweifelbare Satz heißt also: „Ich bin, ich existiere“ (Original lat.: ego sum, ego existo[3]). Er ist, so Descartes, „notwendig wahr, so oft ich ihn ausspreche oder denke“. Descartes analysiert dann dieses zweifelnde Ich und bestimmt es als ein urteilendes, denkendes Ding: Als res cogitans.

Aurelius Augustinus (354–430) hatte diese Argumentation schon Ă€hnlich formuliert: „si enim fallor, sum. nam qui non est, utique nec falli potest“ („Selbst wenn ich mich tĂ€usche, bin ich. Denn wer nicht ist, kann sich auch nicht tĂ€uschen.“ Vom Gottesstaat 11,26).

In der dritten Meditation geht Descartes zu einer Theorie des Absoluten ĂŒber. Eine Ursache könne nicht weniger vollkommen sein als ihre Wirkung. Da die eigene Vorstellung von Gott weit vollkommener sei als die eigene Vollkommenheit und RealitĂ€t, könne daraus geschlossen werden, dass Gott existiere.

Danach wird die InkompatibilitĂ€t von „betrĂŒgerisch“ und göttlicher Vollkommenheit aufzuzeigen versucht: ersteres wĂ€re ein Mangel, letzteres schließt jeden Mangel aus. Gott könne also kein genius malignus sein, wie es argumentationshalber in der 1. Meditation noch in Betracht gezogen worden war.

Das hieße, so die vierte Meditation weiter, aber auch, dass wir auf die (in der 1. Meditation noch angezweifelten) Richtigkeit unserer empirischen Erfahrungen vertrauen können, weil es Gott gebe und er kein BetrĂŒger sei. Den Grund, warum der Mensch dennoch in seinem Urteil zu fehlerhaften SchlĂŒssen kommen kann, sieht Descartes darin, dass die gottgegebene Wahlfreiheit des Menschen sich auch auf Dinge erstreckt, die der Verstand nicht klar einsieht und trotzdem darĂŒber urteilt. Obgleich die Vernunft die Überlegungen leiten möge, besiegele der Wille letztendlich alle Urteile. Nicht durch den Willen selbst, sondern dadurch, dass er nicht richtig gebraucht werde, wĂŒrden wir zu falschen Urteilen verfĂŒhrt. Wir mĂŒssten uns zwar weiterhin vor Irrtum hĂŒten, könnten aber immerhin auf alles vertrauen, was wir klar und deutlich („clare et distincte“) eingesehen hĂ€tten.

Mathematik

Seite aus La Geometrie

In der Mathematik ist er vor allem fĂŒr seine BeitrĂ€ge zur Geometrie bekannt: Er verknĂŒpfte Geometrie und Algebra und gehört damit zu den Wegbereitern der analytischen Geometrie, die die rechnerische Lösung geometrischer Probleme ermöglicht. Allerdings taucht nirgendwo in seinem Werk das heute nach ihm benannte, rechtwinklige kartesische Koordinatensystem auf, als dessen Erfinder mit grĂ¶ĂŸerem Recht Apollonios von Perge, Nikolaus von Oresme, Pierre de Fermat und Jan de Witt gelten können[4]. Der Begriff kartesisch oder kartesianisch bedeutet allgemein von Cartesius eingefĂŒhrt und tritt an verschiedenen Stellen der Mathematik auf, neben dem Koordinatensystem beispielsweise beim kartesischen Produkt.

Um 1640 leistete er einen Beitrag zur Lösung des Tangentenproblems der Differentialrechnung. Descartes wĂ€hlte einen algebraischen Zugang, indem er an eine Kurve einen Kreis anlegte. Dieser schneidet die Kurve in zwei Punkten, es sei denn, der Kreis berĂŒhrt die Kurve. Damit war es ihm fĂŒr spezielle Kurven möglich, die Steigung der Tangente zu bestimmen. Dieser Ansatz fand unter seinen Zeitgenossen große Beachtung, trug allerdings kaum zur tatsĂ€chlichen Lösung des Problems bei, da man auf diese Weise dem Ableitungsbegriff nicht nĂ€her kam.

Es sind auch zwei SĂ€tze nach Descartes benannt. Mit der Vorzeichenregel von Descartes kann man eine Obergrenze fĂŒr die Anzahl der positiven und negativen Nullstellen eines Polynoms in den reellen Zahlen bestimmen. Der Vier-Kreise-Satz aus dem Jahre 1643 löst ein schon in der Antike betrachtetes BerĂŒhrkreisproblem, zu drei sich gegenseitig berĂŒhrenden Kreisen einen vierten zu finden, der wiederum die drei anderen berĂŒhrt.

Physik

Das teleologische Weltbild des Aristoteles wird ersetzt durch ein kausalistisches, in dem sich innerhalb der Objektwelt (der Welt der res extensa also) alles notwendig durch Druck und Stoß ergibt. Diese Annahme ist im weiteren Voraussetzung fĂŒr die Theoriebildung in vielen Erfahrungswissenschaften geworden und allgemein Kennzeichen mechanistischen Denkens.

Die aristotelische Hervorhebung des Organischen negiert Descartes. Selbst der menschliche Körper wird einmal als bloße „Gliedermaschine“, dann wieder als „Leichnam“ beschrieben. Diese Betrachtung hat eine Fortsetzung in der Denkweise, den Menschen körperlich als mechanischen Apparat, also als Maschine zu betrachten und sein Denken heute beispielsweise mit dem Funktionieren von Computern zu vergleichen, wenn nicht gleichzusetzen.

Kurioserweise erklĂ€rt Descartes in der zweiten Meditation indirekt – ganz aristotelisch – die Seele als das, was den Unterschied zwischen einem Leichnam und einem lebenden Menschen ausmacht. Descartes hat Aristoteles selbst allerdings kaum rezipiert, sehr wohl aber die Schriften der Scholastik, in denen man sich vielfach auf Aristoteles bezog.

In der Physik gehen der erste Hauptsatz der Thermodynamik und die Äthertheorie auf Descartes zurĂŒck.

Physiologie

Mechanisches Tier des Jacques de Vaucanson

FĂŒr Descartes waren physiologische Modellvorstellungen integraler Bestandteil seiner Philosophie. Er reduzierte den lebenden Organismus des Menschen auf dessen Mechanik und wurde damit zum BegrĂŒnder der neuzeitlichen Iatrophysik, in der Menschenmodelle und (versuchte oder gedachte) Konstruktionen von Menschenautomaten eine wichtige Rolle spielten. Aus Furcht vor der Inquisition veröffentlichte Descartes seine Schrift TraitĂ© de l’homme („Abhandlung ĂŒber den Menschen“, 1632) zeitlebens nicht; sie erschien erst 1662 unter dem Titel De homine. RenĂ© Descartes war allerdings durchaus religiös; seine Aufteilung des Menschen in einen mechanisch funktionierenden Organismus und eine Seele ist wohl sein bekanntester und auch meistkritisierter Denkansatz geblieben.

Wirkungsgeschichte

Descartes hat die Philosophie bis in die Gegenwart hinein stark beeinflusst, und zwar vorwiegend dadurch, dass er Klarheit und Differenziertheit des Denkens zur Maxime erhob. Auch die Geisteshaltung des Szientismus geht zum Teil auf ihn zurĂŒck.

Arnold Geulincx entwickelt Descartes Thesen fort und begrĂŒndete den Okkasionalismus. Danach sind fĂŒr Geulincx Körper und Geist getrennte Bereiche, zwischen denen Gott vermittelt.

Blaise Pascal lehnt die Gottesbeweise als rational unentscheidbar ab und kritisiert, dass Gott bei Descartes zum bloßen „LĂŒckenbĂŒĂŸer“ verkommt, der die Verbindung zwischen res cogitans und res extensa herstellen mĂŒsse: „Der Gott Abrahams ist nicht der Gott der Philosophen“, schreibt Pascal in seinen PensĂ©es. Pascal wandelt Descartes' Dualismus in eine dreiteilige Systematik ab: An die Seite von res extensa (Körperliches) und res cogitans (Gedankliches) stellt er das „Herz“ oder den „Geist des Feinsinnes“.


Kant kritisiert in der Kritik der reinen Vernunft den „problematische[n] Idealism des Cartesius“ (Immanuel Kant: AA III, 190[5]): Nach Kant setzt die Sicherheit des Ich denke, bei der Descartes ansetzt, eine innere Erfahrung (Zeitwahrnehmung) voraus. FĂŒr die Bestimmung des Subjekts in der Zeit sei aber wiederum eine Ă€ußere (rĂ€umliche) Erfahrung Grundbedingung. Daher könne die eigene Existenz nicht gewisser sein als die der Ă€ußeren Erfahrung.

In seinen Geschichtsvorlesungen lobt Georg Wilhelm Friedrich Hegel Descartes ausdrĂŒcklich fĂŒr seine philosophische Innovationskraft: Bei Descartes fange das neuzeitliche Denken ĂŒberhaupt erst an, seine Wirkung könne nicht breit genug dargestellt werden. Hegel kritisiert allerdings, dass Descartes die Unterscheidung zwischen Verstand und Vernunft noch nicht mache. In Descartes' archimedischem Denkpunkt des „cogito ergo sum“ sieht Hegel einen Beleg dafĂŒr, dass Denken und Sein eine „unzertrennliche Einheit“ bilden (vgl. Parmenides), weil an diesem Punkt Verschiedenheit und IdentitĂ€t zusammenfallen. Hegel ĂŒbernimmt dieses „Anfangen im reinen Denken“ fĂŒr seine idealistische Systematik. Descartes’ Gottesbeweis suchte er in Kritik der Überlegungen Kants dagegen weiter zu entwickeln (1831).

Franz von Baader formte das Cogito ergo sum um in Cogitor ergo sum („Ich werde gedacht (vom Absoluten), also bin ich.“).

Auch Friedrich Nietzsche findet zunĂ€chst lobende Worte fĂŒr Descartes, weil dessen Hinwendung zum Subjekt ein „Attentat auf den alten Seelenbegriff“ und somit ein „Attentat auf das Christentum“ sei. Descartes und die Philosophie nach ihm seien also „antichristlich, keineswegs aber antireligiös“. Er nennt Descartes den „Großvater der Revolution, welche der Vernunft allein die AutoritĂ€t zuerkannte“ (Jenseits von Gut und Böse). Andererseits lehnt Nietzsche aber Descartes’ Dualismus ab und stellt ihm seine eigene Theorie vom „Willen zur Macht“ gegenĂŒber. Er wehrt sich darĂŒber hinaus gegen die „dogmatische Leichtfertigkeit des Zweifelns“, und deutet damit an, dass der radikale Zweifel nicht voraussetzungsfrei stattfinden kann (siehe weiter unten die EinwĂ€nde von Peirce und Wittgenstein).

Charles Peirce hĂ€lt Descartes’ radikalen Zweifelsansatz in einem Punkt fĂŒr ĂŒbertrieben: Jeder formulierte Zweifel setze nĂ€mlich eine „hinlĂ€nglich funktionierende Alltagssprache“ voraus. Auch Schelling schlug bereits in diese Kerbe: Sprache lasse sich nicht aus einer ersten vorsprachlichen Gewissheit heraus erst neu konstruieren, denn „wo wĂŒrden wir beginnen?“

Der frĂŒhanalytische Philosoph Bertrand Russell nennt Descartes in seiner History of Western Philosophy den „BegrĂŒnder der modernen Philosophie“, wendet aber wie Heidegger ein, dass er noch vielen scholastischen Ideen (z. B. Anselms Gottesbeweis) verschrieben sei. Russell schĂ€tzt allerdings seinen zugĂ€nglichen Schreibstil und wĂŒrdigt, dass Descartes als erster Philosoph seit Aristoteles ein völlig neues Denksystem errichtet habe. Er hebt dabei v. a. seinen radikalen Zweifelsansatz hervor. Russell hĂ€lt Descartes' Erkenntnis fĂŒr wesentlich, dass alle Objekte bzw. ĂŒberhaupt jede Art von Gewissheit gedanklich vermittelt seien. Dieser Gedanke werde eine zentrale Stellung bei den Rationalisten einnehmen. WĂ€hrend die Idealisten diese Einsicht „triumphalistisch“ ĂŒbernĂ€hmen, wĂŒrden die britischen Empiristen sie bedauernd zur Kenntnis nehmen. Russell kritisiert auch, dass das „Ich denke“ als PrĂ€misse ungĂŒltig sei. In Wirklichkeit mĂŒsste Descartes sagen: „There are thoughts.“ („Es gibt Gedanken“). Schließlich sei das „Ich“ ja nicht gegeben.

In den Cartesianischen Meditationen (CM) ĂŒbernimmt Edmund Husserl von Descartes das ego cogito als apodiktisch gewissen Urteilsboden, auf dem die Philosophie zu begrĂŒnden sei (CM § 8). Entgegen der Descartschen Zweifelsmethode fĂŒhrt die von Husserl inaugurierte Methode der EpochĂ© jedoch nicht zu einer innerweltlichen SubjektivitĂ€t, sondern zu einem extramundanen, transzendentalen Bewusstsein. Descartes verfehlt nach Husserl also die transzendentale Wende, weil er in dem apodiktischen Ego immer noch ein „kleines Endchen der Welt“ gerettet zu haben glaube (CM § 10).

Martin Heidegger sieht in Descartes den SchlĂŒssel zur Wissenschaftsgenese der Neuzeit. Durch die (anti-aristotelische) Einklammerung der QualitĂ€ten des Organischen und durch Fixierung auf die Quantifizierung der Objektwelt stelle seine Philosophie den Beginn der unheilvollen technischen Beherrschung der Welt dar. FĂŒr Heidegger ist der Zweifelsansatz nur scheinbar neu, denn Descartes sei noch fest in der Scholastik verankert. Im „cogito ergo sum“ sieht Heidegger die „Pflanzung eines verhĂ€ngnisvollen Vorurteils“, denn Descartes erkunde zwar die cogitatio, nicht aber die „Ontologie des sum“.

Auch Ludwig Wittgenstein wendet ein, dass ein absolut sicher gewusstes (vorsprachliches) Fundament gedanklich nicht vollstÀndig einholbar sei, denn alles geschehe immer schon innerhalb eines prÀsupponierten (vorausgesetzten) Systems.

Von dem Historiker und Philosophen Wilhelm Kamlah wurde Descartes als erster herausragender ReprĂ€sentant der in der oberitalienischen WerkstĂ€ttentradition der Renaissance entwickelten „Neuen Wissenschaft"(-sauffassung) mit ihrer spezifischen methodisch durchgeklĂ€rten Verbindung von mathematischer Theorie und technischer Empirie gewĂŒrdigt, die zur Grundlage des modernen Szientismus wurde. Deswegen werde er als „erster philosophischer Dogmatiker der Mechanik ... sachlich und historisch umfassender“ verstanden denn als „Philosoph des cogito sum, der Entdeckung des Selbst aus dem Zweifel“.[6]

Der Soziologe Norbert Elias sieht in seiner wissenssoziologischen Analyse Descartes als einen prototypischen Vertreter der durch den westeuropĂ€ischen Integrations- und Staatsbildungsprozess verursachten Individualisierung. Descartes' Philosophie sieht Elias als unreflektierten Ausfluss der damals noch seltenen und seit dem 19. Jahrhundert in Europa weit verbreiteten menschlichen Selbsterfahrung als isoliertem Individuum, als „homo clausus“, als „wir-losem Ich“, die seitdem die klassische Erkenntnistheorie prĂ€gte und begrenzte.

FĂŒr Foucault zeigt sich bei Descartes Bild der Maschine „Mensch“ die erste neuzeitlich-philosophische Grundlage fĂŒr die Herausbildung der technokratischen und disziplinierenden Prozesse, die im 18. Jahrhundert eine neue Politik des Körpers und einer neuen Ökonomie der Macht (Biomacht) einlĂ€uteten.

Die Theologin Uta Ranke-Heinemann greift die religionsphilosophischen Gedanken von Descartes zum Beweis der Existenz Gottes und zum Leben nach dem Tod auf. Descartes unterscheidet zwischen hartem und sanftem Beweisen, d.h. zwischen convaincre von lat.vincere = (mit schlagendem Beweis) besiegen und persuader von lat.suavis = sĂŒĂŸ, lieblich, sweet. Die Liebe Gottes lĂ€sst sich – wie alle Liebe – nicht hart beweisen. (Vgl. dagegen Blaise Pascal: „Der Gott Abrahams ist nicht der Gott der Philosophen“). Erkenntnisleitendes Interesse der Theologin ist die Frage nach einem Leben nach dem Tod. Denn „Gott ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebendigen“ (Mk 12,27). Nach dem Verlust ihres Glaubens sei ihr „der Anfang und der Schluss des christlichen Glaubensbekenntnisses: Gott und ewiges Leben“ geblieben: „die Hoffnung und die Liebe“ (Nein und Amen. Mein Abschied vom traditionellen Christentum, MĂŒnchen, 7. Aufl. 2007, S. 413 ff.).

Trivia

Nach Descartes ist der Cartesische Taucher benannt, ein Objekt, das auftauchen, abtauchen oder im Wasser schweben kann.

Im Jahre 1802 wurde im französischen Département Indre-et-Loire die Stadt La Haye en Touraine in La Haye Descartes zu Ehren des Philosophen umbenannt, da diese dessen Geburtsort war. Seit 1967 trÀgt sie nur noch den Namen Descartes.

Im Jahr 1935 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater „Descartes“ nach ihm.

Schriften

  • Musicae compendium (1618)
  • Regulae ad directionem ingenii (ca. 1628)
  • Discours de la mĂ©thode pour bien conduire sa raison et chercher la vĂ©ritĂ© dans les sciences. 1637 (deutsch: „Abhandlung ĂŒber die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Wahrheitsforschung“)
    • AnhĂ€nge: Dioptrique („Lichtbrechungslehre“)
    • Les MĂ©tĂ©ores
    • La GĂ©omĂ©trie (die Grundlegung der neuzeitlichen Geometrie)
  • Meditationes de prima philosophia (1641) („Meditationen ĂŒber die Grundlagen der Philosophie“ – eines der Hauptwerke des Rationalismus.)
  • Principia philosophiae (1644) Elzevier Verlag Amsterdam, deutsch "Die Prinzipien der Philosophie", Felix Meiner Verlag, Leipzig 2005 Online bei zeno.org
  • Inquisitio veritatis per lumen naturale (ca. 1647)
  • Les Passions de l'Ăąme (1649) („Die Leidenschaften der Seele“)
  • De homine (posth. 1662) („Über den Menschen“)
Neuere Ausgaben
  • Meditationen ĂŒber die Grundlagen der Philosophie mit den sĂ€mtlichen EinwĂ€nden und Erwiderungen. Übers. u. hrsg. v. Artur Buchenau. Meiner, Hamburg 1994 ISBN 978-3-7873-0030-3
  • Meditationes de prima philosophia. Lat. mit dt. Vorwort. C. Grumbach, Leipzig 1913 Project Gutenberg eText
  • Meditationes de prima philosophia. Lat.-dt., hrsg. v. LĂŒder GĂ€be. Meiner, Hamburg 1992 ISBN 978-3-7873-1080-7
  • Meditationen ĂŒber die Grundlagen der Philosophie. Hrsg. v. LĂŒder GĂ€be. Meiner, Hamburg 1993 ISBN 978-3-7873-0032-7
  • Die Prinzipien der Philosophie. Übers. v. Christian Wohlers. Meiner, Hamburg 2005 ISBN 978-3-7873-1697-7
  • Discours de la mĂ©thode. Franz.-dt., ĂŒbers. u. hrsg. v. LĂŒder GĂ€be. Meiner, Hamburg 1997 ISBN 978-3-7873-1341-9
  • Regulae ad directionem ingenii. Lat.-dt., ĂŒbers. u. hrsg. v. Heinrich Springmeyer, LĂŒder GĂ€be u. Hans GĂŒnter Zekl. Meiner, Hamburg 1993 ISBN 978-3-7873-0265-9
  • GesprĂ€ch mit Burman. Lat.-dt., ĂŒbers. u. hrsg. v. Hans W. Arndt. Meiner, Hamburg 1982 ISBN 978-3-7873-0501-8
  • Die Leidenschaften der Seele. Franz.-dt., ĂŒbers. u. hrsg. v. Klaus Hammacher. Meiner, Hamburg 1996 ISBN 978-3-7873-1308-2
  • Les MĂ©tĂ©ores / Die Meteore. Faksimile der Erstausgabe 1637. Hrsg., ĂŒbers., eingel. und komm. von Claus Zittel, Klostermann, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-465-03451-3

Literatur

Philosophiebibliographie: RenĂ© Descartes – ZusĂ€tzliche Literaturhinweise zum Thema

  • Theodor Ebert: Der rĂ€tselhafte Tod des RenĂ© Descartes. Alibri, Aschaffenburg 2009
  • Karl Jaspers: Descartes und die Philosophie. de Gruyter, Berlin 1937 (1956, 4. unverĂ€nd. Aufl. 1966 ff.) – siehe auch Three Essays: Leonardo –- Descartes –- Max Weber. Harcourt, Brace And World, New York 1964
  • Andreas Kemmerling: Ideen des Ichs. Studien zu Descartes’ Philosophie, Klostermann, Frankfurt am Main 2005 (2. Aufl.), ISBN 978-3-465-03412-4
  • Sascha MĂŒller: RenĂ© Descartes' Philosophie der Freiheit (MĂŒnchner Philosophische BeitrĂ€ge: Band 21), Herbert Utz Verlag, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-8316-0694-8
  • Dominik Perler: RenĂ© Descartes. Beck, MĂŒnchen 1998 ISBN 3-406-41942-9
  • Hans Poser: RenĂ© Descartes. Eine EinfĂŒhrung. Reclam, Stuttgart 2003 ISBN 3-15-018286-7
  • Peter Prechtl: Descartes zur EinfĂŒhrung. Junius, Hamburg 2004 ISBN 3-88506-926-1
  • Wolfgang Röd: Die Genese des Cartesianischen Rationalismus. Beck, MĂŒnchen 1995 ISBN 3-406-39342-X
  • Rainer SchĂ€fer: Zweifel und Sein. Der Ursprung des modernen Selbstbewußtseins in Descartes’ cogito. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2006, ISBN 3-8260-3202-0
  • Uwe Schultz: Descartes. Biographie. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Hamburg 2001 ISBN 3-434-50506-7
  • Rainer Specht: RenĂ© Descartes. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 10. Aufl., Rowohlt, Reinbek bei Hamburg Juni 2006, ISBN 3-499-50117-1, S. 191 (Behandelt vor allem die Biographie und die ZeithintergrĂŒnde, weniger das Werk.)
  • Bernard Arthur Owen Williams: Descartes: Das Vorhaben der reinen philosophischen Untersuchung. Beltz AthenĂ€um, Weinheim 1996 ISBN 3-89547-103-8
  • Claus Zittel: Theatrum philosophicum. Descartes und die Rolle Ă€sthetischer Formen in der Philosophie. Akademie-Verlag Berlin 2009 ISBN 3-05-004050-5

Weblinks

Texte von Descartes

 Wikisource: Renatus Cartesius â€“ Quellen und Volltexte (latina)
 Wikisource: RenĂ© Descartes â€“ Quellen und Volltexte (français)
 Wikisource: RenĂ© Descartes â€“ Quellen und Volltexte

Informationen ĂŒber Descartes

 Commons: RenĂ© Descartes â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Siehe den IX. (letzten) Abschnitt des II. Buches von Isaac Newton: Die mathematischen Prinzipien der Physik; ĂŒbers. und hrsg. von Volkmar SchĂŒller, de Gruyter 1999, Berlin [etc.]. ISBN 3-11-016105-2, S. 375–376 (eine moderne Übersetzung)
  2. ↑ Geneviùve Rodis-Lewis, Descartes, Ithaca 1998, S. 8
  3. ↑ RenĂ© Descartes, Philosophische Schriften in einem Band, Felix Meiner Verlag Hamburg, 1996 (lat. und dt. Text parallel) 2. Medidation, Absatz 3
  4. ↑ Siehe z. B. C. Boyer, A History of Mathematics, New York 1968
  5. ↑ Kant, Ausgabe der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 1900ff, AA III, 190.
  6. ↑ Die Wurzeln der neuzeitlichen Wissenschaft und ProfanitĂ€t. (Vortrag) Abendland Verlag, Wuppertal 1948, wieder abgedr. in: Von der Sprache zur Vernunft. Philosophie und Wissenschaft in der neuzeitlichen ProfanitĂ€t. Bibliogr. Institut, Mannheim 1975 ISBN 3-411-01495-4 (S. 9–27; Zitat S. 23; siehe auch Der Aufbruch der Vernunft bei Descartes – autobiographisch und historisch. In: Arch Gesch Philos 1961: 43, 70 ff.; u. d. T. Der Aufbruch der neuen Wissenschaft. Descartes' Descartes-Legende. ĂŒberarb. in: Utopie, Eschatologie, Geschichtsteleologie. Kritische Untersuchungen zum Ursprung und zum Futurischen Denken der Neuzeit. BI, Mannheim 1969, S. 73–88)
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