|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Det Missionerande Kopimistsamfundet (engl. auch Missionary Church of Kopimism, dt.: Die missionarische Kirche des Kopimismus) ist eine Gemeinschaft von Filesharern, die annehmen, dass das Kopieren von Informationen eine heilige Tugend ist.[1][2][3] Die Anhänger der Gemeinschaft werden Kopimists (dt.: Kopimisten) genannt. Die Bezeichnung leitet sich vom phonetisch ähnlichen copy me (dt.: kopiere mich) ab.[4] Nach Angaben der Kirche ist Kommunikation heilig.[1] Zudem sind die Tastenkombinationen Strg+C und Strg+V heilige Symbole der Kirche, da sie üblicherweise für das Kopieren und Einfügen verwendet werden.[5] Zudem wird das „kopimi“-Logo als heilig erachtet.[6]
Zwischen Mitte 2010 und Anfang 2011 verdreifachte sich die Anzahl der Mitglieder von 1.000 auf 3.000.[7]
Inhaltsverzeichnis |
Der Gründer der Kirche ist der damals 19jährige Philosophiestudent Isak Gerson. Gerson ist zudem aktiv bei Ung Pirat, dem Jugendverband der schwedischen Piratenpartei, und ist Schatzmeister der christlichen Studentenbewegung Schwedens, wobei er versucht die beiden Ideologien zu verbinden.[8] Die Gründung der Kirche erfolgte 2010. Ein im selben Jahr gestellter Antrag, um die Kirche offiziell als solche anzuerkennen, wurde Juli 2011 abgelehnt.[5] Nach zwei fehlgeschlagenen Anträgen[7] wurde Det Missionerande Kopimistsamfundet Ende Dezember 2011 vom Kammarkollegiet als Religion anerkannt.[9] Ab diesem Zeitpunkt ist Kopimismus in Schweden als Religion anerkannt und wird daher nicht mehr als Sekte bezeichnet.[10] Um als Religion zugelassen zu werden, musste die Kirche eine Form von Gebeten oder Meditation in ihren Ritualen angeben, was sich bei der Kirche durch die Anbetung des Wertes von Informationen in der Form des Kopierens äußert. Die Kirche nennt dies „kopyacting“.[6]
In einem Interview gab der Kirchengründer Gerson an, er halte die momentanen Urheberrechte für „sehr problematisch“. Seiner Ansicht nach müssen diese „zumindest […] umgeschrieben“ werden, jedoch schlägt er vor, „die meisten von ihnen [Urhebergesetze] abzuschaffen“. Nach Isak Gerson sollte jegliches File-Sharing erlaubt sein.[6] Der formale Status der Kirche ändert jedoch nichts an der strafrechtlichen Belangung von Mitgliedern bei Urheberrechtsverletzungen, wobei Gerson jedoch hofft, dass der Glaube der Kopimisten in der zukünftigen Gesetzgebung berücksichtigt wird.[7] Peter Sunde, ein Mitgründer von The Pirate Bay, erwähnt in einem Artikel zur Anerkennung des Kopimismus, dass in Schweden das Gesetz zur Religionsfreiheit „absolut“ sei: „[…] kein anderes ist höher“.[11] Auch der Gründer der Piratpartiet Rickard Falkvinge beschreibt den Schutz der Religion in Schweden ähnlich und geht dabei speziell auf den privilegierten Status von Gesprächen mit Priestern ein. Diese dürfen nicht belauscht werden und sind vor Gericht nicht als Beweis zulässig.[12] Die Vorsitzende der schwedischen Piratpartiet, Anna Troberg, bezeichnete den Zusammenstoß von Urheberrecht und Religionsfreiheit als „sicherlich unterhaltsam“.[13] Zudem gab sie an, sie sehe Kirche als „interessantes Phänomen“, werde aber nicht beitreten, da sie selbst Agnostikerin sei.[14]