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Deutsch-Sowjetischer Krieg

Der Deutsch-Sowjetische Krieg – in Deutschland als Russland- oder Ostfeldzug, in der Sowjetunion und einigen ihrer Nachfolgestaaten wie auch dem heutigen Russland als Großer VaterlĂ€ndischer Krieg (russisch Đ’Đ”лОĐșая ОтДчДстĐČĐ”ĐœĐœĐ°Ń ĐČĐŸĐčĐœĐ°) bezeichnet – war ein Teil des Zweiten Weltkrieges. Er begann am 22. Juni 1941 mit dem Angriff des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion und endete am 8./9. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht.

Adolf Hitler gab seinen Entschluss zu diesem Angriffskrieg dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) am 31. Juli 1940 bekannt und befahl am 18. Dezember 1940, ihn bis Mai 1941 unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ militĂ€risch vorzubereiten. Um fĂŒr die „arische Herrenrasse“ „Lebensraum im Osten“ zu erobern und den „jĂŒdischen Bolschewismus“ zu vernichten, sollten große Teile der sowjetischen Bevölkerung vertrieben, versklavt und getötet werden. Das NS-Regime nahm den millionenfachen Hungertod sowjetischer Kriegsgefangener und Zivilisten bewusst in Kauf, ließ sowjetische Offiziere und Kommissare aufgrund völkerrechtswidriger Befehle ermorden und nutzte diesen Krieg, um den Holocaust an den europĂ€ischen Juden durchzufĂŒhren.

Nach anfĂ€nglichen deutschen Erfolgen leiteten sowjetische Siege in der Schlacht um Moskau Ende 1941 und in der Schlacht von Stalingrad 1942/43 Deutschlands vollstĂ€ndige Niederlage ein. Vor allem wegen der von Deutschen geplanten und ausgefĂŒhrten Massenverbrechen starben im Kriegsverlauf zwischen 24 und 40 Millionen Bewohner der Sowjetunion sowie etwa 2,7 Millionen deutsche Soldaten. Dieser Krieg gilt wegen seiner verbrecherischen Ziele, KriegfĂŒhrung und Ergebnisse als der „ungeheuerlichste Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg, den die moderne Geschichte kennt“.[1]

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Geplante Vorstoßrichtungen im Unternehmen Barbarossa 1941

Siehe: Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges in Europa

Nationalsozialistische Ziele

→ Hauptartikel: Hitlers „Ostprogramm“

Die Entstehung des deutsch-sowjetischen Krieges geht wesentlich auf die ideologisch-politischen Ziele des Nationalsozialismus zurĂŒck, der sich als radikalen weltanschaulichen Gegenentwurf zum Bolschewismus sah. Diesen betrachtete Hitler in seiner Programmschrift Mein Kampf (1925) als eine auf Welteroberung ausgerichtete Tyrannei eines angeblichen „Weltjudentums“. Dessen Vernichtung und die Unterwerfung der angeblich von ihm abhĂ€ngigen, „rassisch minderwertigen“ Slawen seien unausweichlich, um den deutschen „Ariern“ den ihnen zustehenden „Lebensraum im Osten“ zu verschaffen. Diesen zu erobern, war ein Hauptziel der NS-Außenpolitik.

Die beabsichtigte Eroberung großer Teile Osteuropas knĂŒpfte zwar an Ă€ltere Ziele der traditionell antikommunistischen MilitĂ€reliten des Kaiserreichs und der Weimarer Republik an; auch die dazu notwendige AufrĂŒstung, der Bruch des Versailler Vertrages und der Austritt aus dem Völkerbund waren schon um 1930 weitgehend Konsens in der Reichswehr. Den deutschen MilitĂ€rs ging es aber im Wesentlichen um eine Revision der Ergebnisse des Ersten Weltkriegs. Die auf reinem Rassismus beruhende Lebensraum-Politik der NS-FĂŒhrung und deren Absicht, die Sowjetunion als Staat und zugleich ihre tatsĂ€chlichen oder vermuteten Eliten zu vernichten, gingen jedoch weit ĂŒber diese frĂŒheren Ziele hinaus.[2]

Hitlers Außenpolitik seit 1933 stellte sein langfristiges Eroberungsziel von „Lebensraum im Osten“ zunĂ€chst zurĂŒck. Er deutete es aber schon in einer Rede vor höchsten Reichswehrvertretern am 3. Februar 1933 an (siehe Liebmann-Aufzeichnung) und betonte es auch in spĂ€teren Ansprachen an die WehrmachtsfĂŒhrung immer wieder, etwa wĂ€hrend der Sudetenkrise. Die auf Massenvernichtung und Germanisierung ausgerichteten Ziele des NS-Regimes zeigten sich im Polenfeldzug, in dem eigens aufgestellte Einsatzgruppen zum Teil mit der WehrmachtsfĂŒhrung abgesprochene Massaker an Angehörigen der FĂŒhrungseliten und an Juden verĂŒbten.[3] Diese spezifisch nationalsozialistischen Vernichtungsziele sollten fĂŒr Planung und FĂŒhrung des Krieges gegen die Sowjetunion eine bestimmende, „niegesehene Dimension“ erreichen, die ihn von allen vorherigen Kriegen auch des NS-Regimes unterschied.[4]

Deutsch-sowjetische Beziehungen von 1939 bis zum Kriegsbeginn

Im „Großen Terror“ der Jahre 1936 bis 1940 ließ der sowjetische Diktator Josef Stalin tausende kriegserfahrene sowjetische GenerĂ€le und Offiziere ermorden und schwĂ€chte so die Rote Armee stark. Seit dem MĂŒnchner Abkommen vom Oktober 1938 war er ĂŒberzeugt, dass die WestmĂ€chte dem nationalsozialistischen Deutschland keinen nennenswerten Widerstand entgegensetzen wĂŒrden und die Sowjetunion zu einem Krieg zu drĂ€ngen versuchten, den sie selbst nicht fĂŒhren wollten. Daraufhin vollzog er eine Wende der sowjetischen Außenpolitik und strebte einen Interessenausgleich mit dem Deutschen Reich an.

Das NS-Regime war bereit, sowjetische Expansionsinteressen in Osteuropa anzuerkennen, um Großbritannien „vom Kontinent abzudrĂ€ngen“, den Polenfeldzug als „Einfrontenkrieg fĂŒhren zu können“ und „RĂŒckenfreiheit fĂŒr die spĂ€tere Wendung nach Westen“ zu erhalten, „die ihrerseits als Vorschaltereignis des Lebensraumkrieges ins Auge gefasst wurde.“[5]

Abschluss des Nichtangriffspaktes am 23. August 1939
Mit einem Kreditabkommen vom 20. August 1939 vereinbarten beide Staaten sowjetische Lebensmittel- und Rohstofflieferungen an Deutschland fĂŒr deutsche Industrie- und RĂŒstungsgĂŒter an die Sowjetunion. Dem folgte am 23. August 1939 der Deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt („Hitler-Stalin-Pakt“) mit einem geheimen Zusatzprotokoll, in dem die Vertragspartner ihre gegenseitigen InteressensphĂ€ren in Osteuropa abgrenzten. Der zentrale Punkt des Protokolls sah die vierte Teilung Polens vor und sprach Estland, Lettland, Finnland, Ostpolen und das rumĂ€nische Bessarabien der sowjetischen InteressensphĂ€re zu.

Am 1. September 1939 löste der deutsche Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg aus. Die Sowjetunion besetzte ihrerseits ab dem 17. September 1939 gemĂ€ĂŸ dem geheimen Zusatzprotokoll Ostpolen und spĂ€ter Litauen, fĂŒr das sie Teile Polens an die deutschen Besatzer austauschte. Zudem schloss sie Ende September 1939 noch einen Grenz- und Freundschaftsvertrag mit Deutschland, der ihren endgĂŒltigen Grenzverlauf regeln sollte.

In den folgenden Monaten verfolgte die Sowjetunion mit Duldung und UnterstĂŒtzung des Deutschen Reichs eine Expansionspolitik innerhalb der Einflusszone, die ihr der Hitler-Stalin-Pakt eingerĂ€umt hatte. Sie ĂŒbte Druck auf mehrere Nachbarstaaten aus mit dem Ziel, Gebiete zurĂŒckzugewinnen, die bis 1917/18 zum zaristischen Russland gehört hatten.[6] Finnland widersetzte sich dieser Politik im Winterkrieg (1939–1940), in dessen Verlauf die SchwĂ€che der Roten Armee sichtbar wurde. Obwohl die Sowjetunion weite Teile Kareliens annektieren konnte, musste sie Finnlands staatliche UnabhĂ€ngigkeit weiter anerkennen. Dagegen besetzte die Rote Armee Estland und Lettland am 16. Juni 1940 kampflos. Unter dem Vorwand, die im Vorjahr geschlossenen Beistandspakte seien gefĂ€hrdet, erklĂ€rte sie beide LĂ€nder zu Sowjetrepubliken. Mit der Besetzung Bessarabiens durch sowjetische Truppen am 28. Juni 1940 endete ihre Expansion vorlĂ€ufig.

Die SowjetfĂŒhrung hatte ursprĂŒnglich angenommen, dass Deutschland in einen langwierigen Krieg mit den WestmĂ€chten verwickelt wĂŒrde und ihr genĂŒgend Zeit bliebe, die Rote Armee auf einen möglichen Konflikt vorzubereiten. Der rasche Sieg der Wehrmacht ĂŒber Frankreich im Westfeldzug 1940 hatte diese Hoffnung jedoch zerstört. Stalin reagierte auf die neue Lage mit zwei Grundsatzentscheidungen: Zum einen wollte er das BĂŒndnis mit Deutschland unter allen UmstĂ€nden aufrechterhalten und Hitler nicht zum Krieg provozieren. Zum anderen versuchte er durch weiteren Druck auf Nachbarstaaten, die strategische Position seines Staates zu verbessern. So besetzte die Rote Armee ĂŒber die im Hitler-Stalin-Pakt zugestandenen Gebiete Bessarabiens hinaus die Nordbukowina und das Herza-Gebiet. Zudem schlug Stalin Bulgarien einen Beistandspakt nach baltischem Muster vor. Dadurch entstanden Spannungen mit Deutschland.

Hitler war damals aber ohnehin lĂ€ngst zum Krieg gegen die Sowjetunion entschlossen.[7] Schon am 4. September 1936 hatte er dem Ministerrat unter dem Vorsitz Hermann Görings in einer Denkschrift zur RĂŒstungspolitik erstmals den Grundgedanken eines „unvermeidbaren“ Krieges gegen Russland zur Kenntnis gegeben.[8] Ein Sieg im Osten sollte Deutschland auf dem Kontinent wirtschaftlich autark und eine britische Seeblockade, wie es sie im Ersten Weltkrieg gegeben hatte, wirkungslos machen. Ab dem 2. Juni 1940 hatte Hitler Vertrauten im Oberkommando des Heeres (OKH) seine Überlegungen fĂŒr einen Angriff auf Russland mitgeteilt. Am 29. Juli 1940 informierte der Chef des WehrmachtfĂŒhrungsstabes Alfred Jodl seine Mitarbeiter ĂŒber Hitlers Entscheidung, „[
] zum frĂŒhestmöglichen Zeitpunkt durch einen ĂŒberraschenden Überfall auf Sowjetrussland die Gefahr des Bolschewismus ein fĂŒr allemal aus der Welt zu schaffen.“[9] Am 31. Juli 1940 teilte Hitler dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) seinen Angriffsentschluss mit und befahl die operative Kriegsvorbereitung. Er rechtfertigte den Zweifrontenkrieg ungeachtet der sowjetischen Vertragstreue nun mit der angeblichen Gefahr, dass das unbesiegte Großbritannien sich mit der Sowjetunion verbĂŒnden und diese somit als „Festlandsdegen“ gegen Deutschland verwenden könne.[10] Er ließ die norwegisch-finnische Grenze befestigen, schloss mit Finnland ein Transitabkommen und entsandte sogenannte Lehrtruppen nach RumĂ€nien. Außerdem garantierten Deutschland und Italien die rumĂ€nischen Grenzen. Stalin ließ im Gegenzug eine rumĂ€nische Inselgruppe in der DonaumĂŒndung und die vorgelagerte strategisch wichtige Schlangeninsel besetzen.

Am 12. November 1940 besuchte Molotow auf Einladung der deutschen Regierung Berlin, um den eventuellen Beitritt der Sowjetunion zum DreimĂ€chtepakt zu besprechen. Beiden Seiten war es damit jedoch nicht sonderlich ernst. Hitler befahl dem OKW am selben Tag, die Angriffsvorbereitungen unabhĂ€ngig vom Ausgang der angesetzten GesprĂ€che mit Molotow planmĂ€ĂŸig fortzusetzen. Molotow machte den Beitritt von ZugestĂ€ndnissen abhĂ€ngig, etwa von einem verstĂ€rkten Einfluss der Sowjetunion in Ungarn, Jugoslawien, Griechenland und der TĂŒrkei sowie von weiteren Konzessionen in Finnland und RumĂ€nien. Zudem forderten die Sowjets in einer Note vom 25. November 1940, dass Japan die Bergwerkskonzessionen auf Nordsachalin an die Sowjetunion abtreten solle. Trotz mehrfacher Mahnung beantwortete Hitler diese Note nicht. Weder wollte er das finnische Nickelgebiet und das rumĂ€nische Erdölgebiet in Reichweite der Sowjetunion sehen, noch die Japaner zur Aufgabe ihrer Naphtha- und Kohlengruben bewegen. Die Geschichtswissenschaft geht heute jedoch davon aus, dass fĂŒr Hitlers Politik „das sowjetische Verhalten bestenfalls AnlĂ€sse und VorwĂ€nde fĂŒr die Kehrtwende gab, sie aber nicht verursachte“.[11]

Hitler wies insbesondere Molotows weisungsgemĂ€ĂŸe Forderung nach weiteren ZugestĂ€ndnissen in Bezug auf eine NeutralitĂ€t Finnlands zurĂŒck. Dies deutete die FĂŒhrung der Roten Armee, die damals eine weitere Besetzung Finnlands plante, als Kriegsvorhaben Hitlers. Stalin Ă€nderte seine Politik gegenĂŒber Deutschland jedoch nicht: Im Januar 1941 schloss die Sowjetunion mit Deutschland ein Abkommen ĂŒber die weitere Lieferung von Rohstoffen fĂŒr RĂŒstungsgĂŒter. Eine Umstellung auf Kriegswirtschaft unterblieb.[12] Aufgrund der wirtschaftlichen und strategischen Vorteile fĂŒr beide Seiten aus diesem Abkommen ging Stalin davon aus, dass auch Hitler vorerst den Status quo aufrechterhalten wollte. Seine expansive Balkanpolitik und der am 14. April 1941 mit Japan geschlossene Nichtangriffspakt sollten der Sowjetunion genug Zeit fĂŒr verstĂ€rkte AufrĂŒstung geben.

Deutsche Kriegsplanung

Weisung Nr. 21

Nach Hitlers Bekanntgabe seines Kriegsentschlusses am 31. Juli 1940 begannen OKW, OKH und OKM mit der strategischen Kriegsplanung und ließen jeweils unabhĂ€ngige Angriffsstudien erstellen, die ab 3. September zusammengefĂŒhrt und Hitler am 5. Dezember vorgelegt wurden. Am 18. Dezember 1940 erließ Hitler als FĂŒhrer und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht die „Weisung Nr. 21“ an den WehrmachtfĂŒhrungsstab im Oberkommando der Wehrmacht (OKW): Damit befahl er den Oberkommandos der drei Wehrmachtsteile, den Angriff auf die Sowjetunion bis zum Mai 1941 gezielt vorzubereiten, um „auch vor Beendigung des Krieges gegen England Sowjetrussland in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen (Fall Barbarossa)“. Es gelte, „die im westlichen Russland stehende Masse des russischen Heeres zu vernichten“ und eine Linie zu erreichen, von der aus die LuftstreitkrĂ€fte der Sowjetunion deutsches Gebiet nicht mehr angreifen könne. Endziel der Operation sei die „Abschirmung gegen das asiatische Russland auf der allgemeinen Linie Wolga–Archangelsk“, das heißt, die Besetzung des Großteils der europĂ€ischen Sowjetunion.[13]

Eroberungsstrategie

Anders als beim Westfeldzug stimmten Hitler und WehrmachtsfĂŒhrung ĂŒber die Strategie und Ziele dieses Krieges weitgehend ĂŒberein. Die bis dahin erstellten operativen AngriffsplĂ€ne der drei Wehrmachtsteile sahen eine Kette von Umfassungsbewegungen und Kesselschlachten mit dem Ziel vor, die Rote Armee zu vernichten. WĂ€hrend Walther von Brauchitsch und Franz Halder hauptsĂ€chlich direkt auf Moskau vorstoßen wollten, befahl Hitler jedoch in seiner „Weisung Nr. 21“, dass die „Mitte der Gesamtfront nur Voraussetzungen fĂŒr das Eindrehen schneller Truppen nach Leningrad und dem Donezbecken schaffen“ sollte.

Hitler wollte die angestrebte Linie in einem Blitzkrieg von bis zu 22 Wochen erreichen; General Erich Marcks kalkulierte nur bis zu 17 Wochen. Schnelle VerbĂ€nde sollten keilförmige Breschen in die AbwehrkrĂ€fte der Roten Armee schlagen, diese von rĂŒckwĂ€rtigen Verbindungen abschneiden und ihre VerbĂ€nde am Ausweichen hindern; marschierende VerbĂ€nde sollten sie einkesseln. Danach sollten die motorisierten KrĂ€fte weiter nach Osten vorstoßen.

Das Deutsche Ostheer gliederte sich in drei Heeresgruppen:

Auch vom besetzten Norwegen aus sollten Angriffe gegen die Sowjetunion unternommen werden. Sie zielten insbesondere auf Murmansk und die dortige Eisenbahnverbindung, die Murmanbahn, ĂŒber die britische und US-amerikanische Hilfslieferungen nach Moskau gelangten. Mehrere Unternehmen in Richtung Murmansk („Unternehmen Silberfuchs“, Platinfuchs) und auf die Murman-Bahn (Operation Polarfuchs) blieben erfolglos. Dies lag zum einen an den extremen klimatischen VerhĂ€ltnissen, der langen Polarnacht sowie dem weglosen Tundren-GelĂ€nde, zum anderen an den hier nur schwachen deutschen KrĂ€ften.

Der sechswöchige, im April 1941 begonnene Balkanfeldzug sollte auch die Ausgangschancen fĂŒr den deutschen Angriff verbessern, verzögerte aber den vorgesehenen Angriffstermin um einen Monat. Trotzdem plante die WehrmachtsfĂŒhrung, noch vor Einbruch der sogenannten „Schlammzeit“ (Rasputiza) entscheidende Siege zu erzielen und den „Feldzug“ bis zum Wintereinbruch zu beenden. Etwa 50 bis 60 Besatzungsdivisionen sollten im Land verbleiben; nur fĂŒr diese wurde eine besondere dem russischen Winter angepasste Kleidung eingeplant.

VernichtungsplÀne und Mordbefehle

Nach der strategischen Kriegsplanung der Wehrmacht trat diese im FrĂŒhjahr 1941 in ihre konkrete operative Phase. Nun wurden ihre Aufgaben mit denen der seit 1941 in Teilbereichen zu einer Parallelarmee ausgebauten SS und verschiedenen PolizeikrĂ€ften fĂŒr die zu erobernden Gebiete aufeinander abgestimmt.

Am 13. MĂ€rz 1941 erließ Hitler die „Richtlinien auf Sondergebieten zur Weisung Barbarossa“: Damit ĂŒbertrug er Heinrich Himmler, seit 1934 der „ReichsfĂŒhrer SS“, besondere Vollmachten fĂŒr „Sonderaufgaben im Auftrag des FĂŒhrers, die sich aus dem endgĂŒltig auszutragenden Kampf zweier entgegengesetzter politischer Systeme ergeben“. Dazu ließ das Reichssicherheitshauptamt vier sogenannte Einsatzgruppen aufstellen, die alle Kommunisten und Juden ermorden sollten.

Am 30. MĂ€rz 1941 proklamierte Hitler vor 250 WehrmachtsgenerĂ€len den kommenden Krieg als „Kampf zweier Weltanschauungen gegeneinander“ und als „Vernichtungskampf“. Er forderte die „Vernichtung der bolschewistischen Kommissare und der kommunistischen Intelligenz“. Diese Absicht und Forderung floss in einige Anordnungen des OKW und OKH fĂŒr den bevorstehenden Krieg ein.

Der „Erlaß ĂŒber die AusĂŒbung der Kriegsgerichtbarkeit im Gebiet Barbarossa“ vom 13. Mai 1941 befreite die Wehrmachtssoldaten von allen Bindungen an Völkerrechtsnormen und erlaubte ihnen jeden WillkĂŒrakt gegenĂŒber der sowjetischen Bevölkerung. Die „Richtlinien fĂŒr das Verhalten der Truppe in Rußland“ vom 19. Mai 1941 forderten von der Truppe „rĂŒcksichtsloses und energisches Durchgreifen gegen bolschewistische Hetzer, FreischĂ€rler, Saboteure, Juden“. Die „Richtlinien fĂŒr die Behandlung der politischen Kommissare“ vom 6. Juni 1941 befahlen der Wehrmacht, die „politischen Kommissare grundsĂ€tzlich sofort mit der Waffe zu erledigen.“ Die „Bestimmungen ĂŒber das Kriegsgefangenenwesen“ von 16. Juni 1941 forderten „rĂŒcksichtsloses und energisches Durchgreifen bei den geringsten Anzeichen von Widersetzlichkeit, insbesondere gegenĂŒber bolschewistischen Hetzern“. DemgemĂ€ĂŸ wurden die „Zehn Gebote fĂŒr den deutschen Soldaten“, die in die UmschlĂ€ge jedes Soldbuchs eingeklebt waren und unangebrachte Grausamkeiten oder völkerrechtswidriges Verhalten untersagten,[14] seit Kriegsbeginn daraus entfernt.[15] Die Mordbefehle wurden nach Kriegsbeginn zum Teil weiter verschĂ€rft oder ihre Anwendungsbereiche ausgedehnt. So befahl Reinhard Heydrich den „Höheren SS- und PolizeifĂŒhrern“ am 2. Juli 1941, den Kommissarbefehl vom 6. Juni wie folgt umzusetzen: „Zu exekutieren sind alle FunktionĂ€re der Komintern (wie ĂŒberhaupt die kommunistischen Berufspolitiker schlechthin), die höheren, mittleren und radikalen unteren FunktionĂ€re der Partei, der Zentralkomitees, der Gau- und Gebietskomitees, Volkskommissare, Juden in Partei- und Staatsstellungen.“

Ein Widerspruch deutscher GenerĂ€le gegen diese verbrecherischen Befehle blieb aus; vielmehr gaben OKW und OKH sie an untere OffiziersrĂ€nge weiter. Dies erklĂ€ren Fachhistoriker mit der ideologischen PrĂ€gung des deutschen Offizierskorps seit der Novemberrevolution 1918, die sie Juden und Kommunisten anlasteten, wobei sie diese gleichsetzten, dem langjĂ€hrigen FĂŒhrerkult,[16] Hitlers vorherigen militĂ€rischen Erfolgen und weitgehend ĂŒbereinstimmenden imperialistischen Kriegszielen: So fassten einige fĂŒhrende GenerĂ€le das Ziel, die Sowjetunion zu zerschlagen und ihr Gebiet fĂŒr wirtschaftliche „Autarkie“ Deutschlands auszubeuten, schon vor Hitlers Kriegsentschluss am 31. Juli 1940 ins Auge. Sie befĂŒrworteten im MĂ€rz 1941 daher auch die als notwendig erachtete Aufgabe, erwarteten sowjetischen Widerstand durch Terror zu brechen, um „Ruhe im RĂŒcken der Front zu schaffen“, und betrachteten dafĂŒr aufgestellte Einsatzgruppen als Entlastung.[17]

Logistiker der Wehrmacht errechneten, dass die deutschen Einheiten nur bis zu einer Linie entlang Pskow, Kiew und der Krim versorgt werden konnten. Da Hitler die Eroberung Moskaus im Rahmen eines einzigen ununterbrochenen Feldzuges verlangte, sollte die Wehrmacht durch die rĂŒcksichtslose Requirierung von Nahrungsmitteln und kriegswichtigem Material aus den zu erobernden Gebieten versorgt werden. Weil ein Bedarf von jĂ€hrlich fĂŒnf Millionen Tonnen Getreide aus der UdSSR berechnet wurde, um die Nahrungsmittelversorgung des Deutschen Reiches zu sichern,[18] wĂ€hrend die UdSSR 1940 auf handelspolitischer Basis nur 1,5 Millionen Tonnen hatte liefern können,[19] plante Görings Vierjahresplanbehörde vor dem Überfall durch gezielte Unterversorgung der sowjetischen Bevölkerung möglichst große Mengen an Getreide, Fleisch und Kartoffeln auszubeuten. Die ganze Wehrmacht sollte ernĂ€hrt werden, indem „das fĂŒr uns Notwendige aus dem Lande herausgeholt wird“; dabei kalkulierte man ein, dass „zweifellos zig Millionen Menschen verhungern“.[20] Das NS-Regime verband bei dieser Hungerpolitik kriegswirtschaftliche NĂŒtzlichkeitserwĂ€gungen mit rassistischen Motiven. Christian Gerlach sieht darin einen Hungerplan;[21] andere Historiker bestreiten einen dezidierten Plan und sprechen von einem „HungerkalkĂŒl“. Die meisten Historiker sehen aufgrund der einschlĂ€gigen Dokumente darin keinen Gegensatz.[22] Der Osteuropa-Historiker Hans-Heinrich Nolte schĂ€tzt sieben Millionen Hungertote unter insgesamt 26 bis 27 Millionen sowjetischen Kriegstoten; er berĂŒcksichtigt dabei russische Forschungen.[23] Der Yale-Historiker Timothy Snyder nennt 4,2 Millionen sowjetische Hungertote in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten.[24]

Zudem hatte Himmler seit September 1939 umfassende PlĂ€ne zur millionenfachen Deportation („Umsiedlung“) von „Slawen“ und die folgende „Eindeutschung“ eroberter Gebiete angestoßen und in Polen umzusetzen begonnen, wobei bereits zehntausende der Deportierten starben. Diese PlĂ€ne wurden seit 1941 enorm ausgeweitet und in einen „Generalplan Ost“ integriert. Dieser sah vor, die deutsche „Volkstumgrenze“ fast 1.000 km nach Osten zu verschieben, den Großteil der dort lebenden zunĂ€chst auf 30, 1942 auf bis zu 65 Millionen geschĂ€tzten SowjetbĂŒrger hinter den Ural bzw. nach Sibirien zu vertreiben und einige Hunderttausend „slawische Untermenschen“ als Arbeitssklaven zum Bau von „Wehrsiedlungen“ fĂŒr „Germanen“ bzw. „Volksdeutsche“ zu benutzen.[25]

Rolle und Ziele verbĂŒndeter Staaten

Das NS-Regime betrachtete Finnland und RumĂ€nien als „natĂŒrliche VerbĂŒndete“ und schloss mit diesen Staaten keine formellen Abkommen fĂŒr eine Kriegskoalition. Man informierte sie vorher ĂŒber den Angriffstermin, so dass sie ihren Truppenaufmarsch vorbereiteten.

Finnland unter Carl Gustaf Emil Mannerheim wollte nur die im Winterkrieg verlorenen Gebiete zurĂŒckerobern. Es schloss mit einer Armee beidseitig des Ladogasees zur Grenze auf. RumĂ€nien unter Marschall Ion Antonescu entsandte die 3. und 4. rumĂ€nische Armee an die Ostfront. Diese sollten die Sowjetunion zusammen mit dem deutschen Armeeoberkommando 11 im SĂŒden angreifen. Vom rumĂ€nischen Hoheitsgebiet aus begann die deutsche „Einsatzgruppe D“ mit der Judenvernichtung.

Italien erklĂ€rte der Sowjetunion am 23. Juni den Krieg. Benito Mussolini entsandte ein Expeditionskorps. Ungarn entsandte auf Initiative seines Reichsverwesers MiklĂłs Horthy ein motorisiertes Korps. Die selbstĂ€ndig gewordene Erste Slowakische Republik schickte ihre „schnelle Division“ und spĂ€ter zwei Sicherungsdivisionen. Kroatien entsandte nacheinander mehrere „Legionen“. Spanien unter Francisco Franco schickte rund 15.000 Mann an die Ostfront, die zur Wehrmachtsuniform ein blaues Tuch trugen (Blaue Division).

Aus acht LĂ€ndern und Regionen kamen 1941 insgesamt rund 43.000 „auslĂ€ndische Freiwillige“, um den „europĂ€ischen Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ und die „neue rassische Ordnung“ zu unterstĂŒtzen. In Frankreich, Holland und Belgien sammelten sich grĂ¶ĂŸere, aus skandinavischen LĂ€ndern kleinere FreiwilligenverbĂ€nde. Sie wurden entweder in die Wehrmacht integriert oder trugen die Uniformen der Waffen-SS.

Sowjetische Verteidigungsvorbereitung

Die MilitĂ€rstrategie der Roten Armee war seit 1934 auf eine VorwĂ€rtsverteidigung ausgerichtet: Ein Angriff sollte möglichst bald mit offensiven GegenschlĂ€gen beantwortet werden, um den Kampf auf dem Gebiet des Gegners auszutragen und diesen dort zu besiegen. Deutschland mit seinen VerbĂŒndeten Italien, RumĂ€nien und Ungarn galten als mögliche Hauptgegner im Westen, die im Kriegsfall bis zu 300 Divisionen einsetzen könnten. Dabei rechnete der sowjetische Generalstab unter Boris Michailowitsch Schaposchnikow im September 1940 realistisch in etwa mit dem Verlauf der spĂ€teren zwei deutschen Angriffslinien, Umfassungsversuchen, anschließenden deutschen VorstĂ¶ĂŸen auf Moskau und Leningrad und einer mehrjĂ€hrigen Kriegsdauer, die eine anhaltende und breite Mobilisierung erfordern wĂŒrden.

Nach dem deutschen Polenfeldzug begann die Sowjetunion, entlang der neuen Grenze zum Deutschen Reich die sogenannte Molotow-Linie zu errichten, die die etwa 300 Kilometer weiter östlich liegende Stalin-Linie als westliche Verteidigungslinie ablöste. Der auf Offensivverteidigung zugeschnittene Generalmobilmachungsplan musste nach der Besetzung Ostpolens und dem Winterkrieg gegen Finnland reformiert werden. Ein Neuentwurf von Semjon Konstantinowitsch Timoschenko und Kirill Afanassjewitsch Merezkow vom September 1940 sah eine Gegenoffensive sĂŒdlich der PripjatsĂŒmpfe vor. Stalin setzte ihn im Oktober 1940 in Kraft, befahl jedoch eine Truppenkonzentration im Raum Kiew, um einem erwarteten deutschen Vorstoß zur Besetzung der Ukraine und des Kaukasus zu begegnen. Von Februar bis Mai 1941 wurden Truppenaufstellung, Verteilung, FĂŒhrungsstrukturen und Nachschublinien der westlichen MilitĂ€rbezirke noch mehrfach geĂ€ndert. Dabei wurde die bisherige Strategie einer sofortigen breiten Gegenoffensive im MĂ€rz 1941 aufgegeben; diese sollte nun allenfalls in wenigen Frontabschnitten und erst nach einer vollen Mobilmachung und erfolgreichen Abwehr feindlicher VorstĂ¶ĂŸe erfolgen.[26]

Ab MĂ€rz 1941 zog die Rote Armee zusĂ€tzliche Divisionen aus anderen Landesteilen in den westlichen MilitĂ€rbezirken zusammen und verteilte sie entlang der gesamten Westgrenze. Sie folgte dabei Stalins Direktiven vom Oktober 1940 und reagierte auf den ihr bekannten deutschen Truppenaufmarsch. Die „Abteilung Fremde Heere Ost“ im OKH, die vertraglich verbotene deutsche AufklĂ€rungsflĂŒge ĂŒber sowjetischem Gebiet wiederaufnahm, beurteilte die sowjetische TruppenverstĂ€rkung ĂŒbereinstimmend und kontinuierlich von MĂ€rz bis Juni 1941 als rein defensiv. NS-Propagandaminister Joseph Goebbels zufolge sah das NS-Regime die grenznahe sowjetische Truppenkonzentration als das Beste an, „was [
] ĂŒberhaupt passieren kann“, weil sie den geplanten „Durchstoß“ erleichtere und „eine leichte Gefangenenbeute“ ermögliche.[27]

Die sowjetische FĂŒhrung ging davon aus, dass die Rote Armee nicht vor 1942 gegen die Wehrmacht kampfbereit sein wĂŒrde, vor allem weil die durch die „SĂ€uberungen“ 1936 bis 1940 getöteten GenerĂ€le und Offiziere nicht schnell genug ersetzt werden konnten.[28]

Am 5. Mai 1941 erklĂ€rte Stalin 2000 Absolventen sowjetischer MilitĂ€rakademien, kĂŒnftig sei „bei der Umsetzung der Verteidigung unseres Landes [
] offensiv zu handeln [
]. Wir mĂŒssen unsere Erziehung, unsere Propaganda, Agitation, unsere Presse in einem offensiven Geist umbauen“.[29] Die Rede sollte den Offiziersnachwuchs angesichts der organisatorischen SchwĂ€che der Roten Armee auf die Umsetzung der seit Oktober 1940 gĂŒltigen Offensivstrategie einschwören, auch weil Stalin ab 1942 oder spĂ€ter mit einem Eintritt der Sowjetunion in den Zweiten Weltkrieg rechnete.[30]

Der sowjetische Geheimdienst GRU hatte Stalin erstmals am 20. Januar 1940, dann am 8. April und 28. Juni sowie am 4., 27. und 29. September 1940 ĂŒber mögliche deutsche Kriegsabsichten gegen die Sowjetunion, am 29. Dezember 1940 auch ĂŒber Hitlers „Weisung Nr. 21“ informiert. Der NKWD berichtete zudem zwischen 9. Juli und 6. November 1940 sechsmal ĂŒber deutsche Truppenverschiebungen an die Ostgrenze des Reiches. 1941 hĂ€uften sich derartige Berichte. Stalin ließ sie sich alle unmittelbar und unkommentiert zustellen, hielt keine RĂŒcksprache darĂŒber und behielt sich so ihre Auswahl und Deutung im Sinne seiner Politik vor.[31] Anfang Mai 1941 berichtete der Agent Richard Sorge den Sowjets, der deutsche Angriff solle mit 150 Divisionen am 20. Juni erfolgen.[32] Doch Stalin zeigte sich bis zum Kriegsbeginn unwillig, Hitlers Angriffsabsicht zur Kenntnis zu nehmen.[33] Er wertete alle substanziellen Warnungen aus Kreisen des deutschen Widerstands sowie der britischen und sowjetischen Geheimdienste als Desinformationen, mit denen Großbritannien ihn in den Krieg gegen Deutschland hineinzuziehen versuche. Er ging weiter davon aus, dass Hitler keinen Zweifrontenkrieg wagen wĂŒrde, solange er Großbritannien nicht besiegt habe. Diese FehleinschĂ€tzungen trug spĂ€ter wesentlich zu den großen Anfangserfolgen der Wehrmacht bei.[34]

Am 15. Mai 1941 schlugen die GenerĂ€le Schukow und Timoschenko Stalin vor, einen PrĂ€ventivschlag gegen den deutschen Aufmarsch einzuplanen. Dieser lehnte den Vorschlag nach ihren ĂŒbereinstimmenden Nachkriegsaussagen strikt ab und verbot ihnen entsprechende Maßnahmen.[35] Gleichwohl verstĂ€rkte die Rote Armee ihre offensive Aufstellung; ob sie eine verdeckte Teilmobilmachung einleitete, beurteilen MilitĂ€rhistoriker verschieden. Ein Befehl Stalins dazu ist nicht dokumentiert.[36]

Am 13. Juni 1941 beschloss die sowjetische FĂŒhrung, 237 von 303 sowjetischen Divisionen mit sechs Millionen Soldaten in vier grenznahen Frontabschnitten gegen einen Angriff im Westen bereitzuhalten. Dazu sollten etwa ein Drittel des Personals und der Kraftfahrzeuge aus dem Landesinnern herangefĂŒhrt werden. Zudem sollte die angenommene Unterlegenheit der LuftstreitkrĂ€fte bis Ende 1941 mit 100 neuen Fliegerregimentern ausgeglichen werden. Aufgrund des stĂ€ndig reformierten Plans wurde die ursprĂŒnglich bis Ende Mai 1941 geplante volle Mobilmachung verfehlt; nach Kriegsbeginn ließ sie sich nicht mehr wie vorgesehen umsetzen. Die Molotow-Linie war noch nicht fertiggestellt; in 60 Prozent der fertigen Bunkeranlagen fehlte es an Bewaffnung und Kommunikationsmitteln. Nur 13 Prozent der vorgesehenen schweren, sieben Prozent der mittleren Panzer, 67 Prozent der Kampfflugzeuge, 65 Prozent der FlugabwehrgeschĂŒtze, 50 bis 75 Prozent der Nachrichtenmittel waren bei Kriegsbeginn einsatzbereit. Die Verteidigungsstaffeln konnten ihre AufstellungsrĂ€ume nicht schnell genug erreichen, so dass sie leicht voneinander und vom Nachschub abgeschnitten wurden. Die Rote-Armee-FĂŒhrung hatte keinen deutschen Überraschungsangriff vor Erreichen der SollstĂ€rke ihrer Truppen eingeplant, da sie von einer FrĂŒherkennung feindlicher Absichten und rechtzeitigen Aufmarschbefehlen Stalins ausging.[37] Der Oberbefehlshaber der Marine und Leiter des MilitĂ€rbezirks Leningrad, Andrei Alexandrowitsch Schdanow, trat am 21. Juni aus gesundheitlichen GrĂŒnden einen Urlaub am Schwarzen Meer an. Trotz vieler Warnungen durch ÜberlĂ€ufer und Diplomatie wurde am 21. Juni zunĂ€chst nur die Moskauer Luftverteidigung auf 75-prozentige Kampfbereitschaft gebracht. In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni ließ Stalin nach mehrstĂŒndiger Beratung mit seinen GenerĂ€len die Truppen in den Grenzbezirken in Alarmbereitschaft versetzen.[38]

Infolge des deutschen Überfalls rief die sowjetische FĂŒhrung den „Großen VaterlĂ€ndischen Krieg“ (russisch Đ’Đ”Đ»ĐžÌĐșая ĐžŃ‚Đ”ÌŃ‡Đ”ŃŃ‚ĐČĐ”ĐœĐœĐ°Ń ĐČĐŸĐčĐœĐ°Ì, Welikaja otetschestwennaja wojna) aus. Der Leitartikel der Prawda von Jemeljan Michailowitsch Jaroslawski titelte am 23. Juni 1941: „Der Große VaterlĂ€ndische Krieg des sowjetischen Volkes“.[39] Auch Stalin nannte ihn in seiner ersten Rundfunkansprache nach Kriegsbeginn am 3. Juli 1941[40] und nochmals in einer Rede am 6. November 1941 „vaterlĂ€ndisch“.[41] Schon den Russlandfeldzug 1812 hatte die russische Historiographie VaterlĂ€ndischer Krieg genannt.[42] Die Bezeichnung war nach 1945 auch im Ostblock ĂŒblich und wird bis heute in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion verwendet.

MilitÀrisches KrÀfteverhÀltnis

Truppen- und Waffenzahlen bei Kriegsbeginn

MilitÀrhistoriker wie David Glantz[43] und Michail Iwanowitsch Meltjuchow[44] haben verschiedene Zahlen zum VerhÀltnis beider StreitkrÀfte ermittelt und veröffentlicht:

Streitkraft AchsenmÀchte Rote Armee
Autor Glantz Meltjuchow Glantz Meltjuchow
Soldaten 4.733.990 4.306.800 2.780.000 3.289.851
Panzer 3.612 4.171 11.000 15.687
Flugzeuge 2.937 4.846 9.917 10.743
GeschĂŒtze 12.686 42.601 42.872 59.787

Die Wehrmacht setzte allein 153 Divisionen mit fast 3,6 Millionen Soldaten zum Angriff gegen 140 Divisionen und 40 Brigaden mit etwa 2,9 Millionen Soldaten der Roten Armee ein.[45] Sie hatte bei Kriegsbeginn 1941 also mehr Soldaten, aber weniger StĂŒckzahlen bei allen Waffengattungen. Die durchschnittliche KriegsstĂ€rke einer Infanteriedivision der Wehrmacht betrug 1941 etwa 16.500, einer der Roten Armee 10.855 Soldaten.

Horst Boog schlĂŒsselte die deutschen Panzerzahlen bei Kriegsbeginn im VerhĂ€ltnis zu den Gesamtzahlen der Wehrmacht wie folgt auf:[46]

Typ Gesamtbestand am 1. Juni 1941 Im Osten am 22. Juni 1941
Panzerkampfwagen I 877 281
Panzerkampfwagen II 1.157 743
Panzerkampfwagen III 1.440 651
Panzerkampfwagen IV 572 444
Panzerkampfwagen 35(t) 187 157
Panzerkampfwagen 38(t) 754 651
Panzerbefehlswagen 330 143
SturmgeschĂŒtz III 377 250
Gesamtbestand 5.694 3.648

Dies war Ergebnis der deutschen AufrĂŒstung: Seit dem Westfeldzug 1940 hatte die Wehrmacht die Anzahl ihrer Panzerdivisionen, nicht aber der Panzer fast verdoppelt. Entsprechend mussten Ă€ltere Modelle weiter genutzt werden. Hatte der Panzerkampfwagen I beim Angriff auf Polen 1939 noch fast 50 Prozent der deutschen Panzerwaffe ausgemacht, so waren 1941 nur noch 281 StĂŒck davon bei den Panzerdivisionen eingesetzt. Zahlreiche Panzer I waren zu PanzerjĂ€gern oder zu anderen Zwecken umgebaut worden. Von dem eigentlich nur als Übergangspanzer vorgesehenen Panzerkampfwagen II waren noch 743 StĂŒck bei den Panzerdivisionen im Osten vorhanden. Mit 651 Exemplaren war der Panzerkampfwagen III der wichtigste Panzer der deutschen PanzerverbĂ€nde an der Grenze der Sowjetunion, wobei zwei Drittel der Fahrzeuge mit einer kurzen 5-cm-Kanone und der Rest mit einer 3,7-cm-Kanone ausgerĂŒstet waren. Ein Drittel der eingesetzten Divisionen war noch mit den 157 erbeuteten tschechoslowakischen Panzer 35(t) und 651 Panzer 38(t) ausgestattet. Des Weiteren verfĂŒgten die Panzertruppen ĂŒber 444 Panzerkampfwagen IV, die mit ihrer 7,5-cm-Kanone die einzigen fĂŒr Durchbruchsoperationen geeigneten Fahrzeuge waren. Die 250 Exemplare vom SturmgeschĂŒtz III mit der ebenfalls kurzen 7,5-cm-Kanone sollten hauptsĂ€chlich als UnterstĂŒtzungswaffe der Infanterie zum Einsatz kommen. ZusĂ€tzlich waren die Panzerdivisionen mit SchĂŒtzenpanzerwagen Sd.Kfz. 251 ausgestattet.[46] Theoretisch sollte jede Panzerdivision ĂŒber ein gepanzertes Infanterie-Bataillon verfĂŒgen, aufgrund zu weniger verfĂŒgbarer Fahrzeuge waren aber die meisten Divisionen nur mit einer gepanzerten SchĂŒtzenkompanie ausgestattet.[47]

Zur Organisation der KrÀfte der Roten Armee siehe Schematische Kriegsgliederung der Roten Armee am 22. Juni 1941.

Entwicklung der Waffentechnik

BT-7, A-20, T-34 Modell 1940 und T34 Modell 41 im Vergleich

Die deutsch-sowjetische Zusammenarbeit der 1930er Jahre hatte zu einer Modernisierung der Strategie und Bewaffnung der Roten Armee unter Marschall Tuchatschewski beigetragen, die nach Meinung von MilitÀrhistorikern die sowjetischen Gegenoffensiven 1941 bis 1944 wesentlich ermöglicht hat.[48]

Bodentruppen

Reparatur an einem Panzer V, 1944

WĂ€hrend die Artilleriewaffen der Wehrmacht und der Roten Armee in etwa gleichwertig waren, fanden bei der sowjetischen Infanterie noch Karabiner aus dem zaristischen Russland Verwendung.[48] Die deutschen Panzermodelle Panzer I, Panzer II, Panzer 35 (t), Panzer 38 (t) und auch der Panzer III hatten aber gegenĂŒber den schweren sowjetischen Modellen eine zu geringe Panzerung und Feuerkraft. Zumindest die Panzer III und IV erwiesen sich den im Jahr 1941 veralteten sowjetischen Panzermodellen T-26, T-28, T-35, BT-5 und BT-7 ĂŒberlegen.

Die sowjetischen schweren Panzermodelle KW-1, KW-2, zwar 1941 bereits veraltet und ab 1942 nicht mehr produziert, waren gegen die Feuerkraft der meisten Panzerabwehrwaffen deutscher Bodentruppen gut geschĂŒtzt. Zu ihrer BekĂ€mpfung wurde hauptsĂ€chlich die deutsche Luftwaffe herangezogen.[49] Der moderne schwere Panzer T-34 war schnell, gut bewaffnet und ausreichend gepanzert, wurde aber zu Beginn des Krieges noch nicht in großen StĂŒckzahlen von der Roten Armee eingesetzt. Die ersten Baumuster wiesen noch MĂ€ngel im Bereich des Antriebes und der Rundumsicht auf, zudem kaum FunkgerĂ€te zur VerfĂŒgung standen. Der T-34 wurde im Verlauf des Krieges kontinuierlich verbessert weiterentwickelt, insgesamt wurden ĂŒber 50.000 StĂŒck hergestellt, dieses Muster gilt daher als „Standardpanzer“ der Roten Armee. Erst die schweren deutschen Panzer V (Panther) und VI (Tiger) waren dem T-34 qualitativ gewachsen, hatten aber 1943 noch unter EntwicklungsmĂ€ngeln zu leiden. Mit dem Erscheinen der schweren Panzer JS-1 und JS-2 hatte die Rote Armee die effektivsten Panzer des Krieges zur VerfĂŒgung.[49] Um den quantitativen Anforderungen des Panzerkrieges nachzukommen, wurden von beiden Seiten so genannte SturmgeschĂŒtze und teils improvisiert wirkende Selbstfahrlafetten und Panzerhaubitzen eingesetzt, indem unter Anderem erbeutete GeschĂŒtze auf vorhandene Panzerfahrgestelle montiert wurden.[49] Die Waffenmodelle der Roten Armee waren im Prinzip relativ einfach, zuverlĂ€ssig und robust gebaut und so fĂŒr die Massenproduktion besser geeignet als die anspruchsvoller konstruierten und oft handgefertigten deutschen Waffenmodelle.[50]

LuftstreitkrÀfte

Il-2 wÀhrend der Schlacht von Kursk
Bf 109G-2 in Nordrussland, 1942

Die sowjetischen LuftstreitkrĂ€fte verfĂŒgte zwar bereits 1941 ĂŒber kampferfahrene Piloten von den KĂ€mpfen am Chalchin Gol und aus dem Winterkrieg gegen Finnland, diese waren aber durch starke politische Indoktrinierung oft an der Umsetzung ihrer Erfahrungen gehindert.[51] Der Mangel an FunkgerĂ€ten machte eine effektive FĂŒhrung praktisch unmöglich.[52]

Im Bereich AusrĂŒstung, Struktur und Taktik vollzog sich in den sowjetischen LuftstreitkrĂ€ften ab 1942 ein deutlich bemerkbarer Wandel. Das STAWKA begann, aus den Luftregimentern, die bis dahin den „Fronten“ (Heeresgruppen) unterstellt waren, selbststĂ€ndige Luftarmeen zu bilden, die diese Fronten unterstĂŒtzen konnten, in ihrer Organisation aber unabhĂ€ngig waren. Unter der FĂŒhrung des 1942 zum Oberbefehlshaber der LuftstreitkrĂ€fte bestellten Generals Nowikow wurden 18 Luftarmeen gebildet, die in GrĂ¶ĂŸe und Struktur etwa jeweils einer Luftflotte der deutschen Luftwaffe entsprachen.

Im Bereich der Jagdflugzeuge setzte die Sowjetunion bis April 1942 noch einige Flugzeugmuster aus der Zeit des spanischen BĂŒrgerkriegs ein, gegen Jahresende waren die meisten Regimenter jedoch auf modernere Muster wie MiG-3, LaGG-3 und Jak-1 umgerĂŒstet.[53] Die Lieferungen von Jagdflugzeugen und FunkgerĂ€ten aus den USA und aus Großbritannien trugen in diesem Zeitraum wesentlich zur Modernisierung bei.[52]

Technisch waren diese Muster den von der deutschen Luftwaffe eingesetzten Bf 109 F/G und FW-190 noch bis zu einem gewissen Grad unterlegen, teils wegen MĂ€ngel in der Bewaffnung und AusrĂŒstung, der StabilitĂ€t und der Flugleistung. Die ab 1942 produzierten Muster La-5, La-7, Jak-3, Jak-7 und Jak-9 konnten auch qualitativ in jeder Hinsicht mit den Flugzeugen der Luftwaffe gleichziehen.[54] Bereits ab 1941 wurden im Zuge des Leih- und Pachtabkommens britische Hawker Hurricanes und Supermarine Spitfires in die Sowjetunion geliefert, dazu kamen aus den USA zahlreiche Bell P-39- und Curtiss P-40-Jagdflugzeuge.

Bereits seit dem Polenfeldzug 1939 setzte die deutsche Wehrmacht wirkungsvoll taktische LuftwaffenverbĂ€nde im Zusammenwirken mit Panzertruppen ein. Diese Taktik wurde von der Roten Armee in ihren Offensiven ab 1942 effektiv ĂŒbernommen. Das GegenstĂŒck zum 1941 schon veralteten und verwundbaren Sturzbomber Ju 87 war auf sowjetischer Seite die schwer gepanzerte Iljuschin Il-2. Bis heute gilt die Il-2 mit ĂŒber 36.000 fertiggestellten Exemplaren neben der Po-2 als eines der meistgebauten Flugzeuge der Welt.[55] Sowohl die Ju 87 als auch die Il-2 wurden im Verlauf des Konfliktes noch weiterentwickelt und auf die PanzerbekĂ€mpfung ausgerichtet.

Als mittlere Bomber standen den deutschen Ju 88 und He 111 die sowjetischen Pe-2, IL-4 und ab 1943 Tu-2 gegenĂŒber, die alle eine Vielzahl von Aufgaben ĂŒbernehmen konnten und in qualitativer Hinsicht Vor- und Nachteile gegeneinander aufwogen. WĂ€hrend sich auf deutscher Seite geringfĂŒgige technische Vorteile zeigten, hatten die sowjetischen Bomber mehr Erfahrung und bessere Voraussetzungen fĂŒr den Winterkrieg. Über 3.000 Douglas A-20 Bomber und eine relativ geringe Anzahl von rund 800 North American B-25 Bombern wurden im Zuge des Leih-und Pachtgesetzes an die Sowjetunion geliefert und bis in die 1950er Jahre eingesetzt.[56] Die schweren strategischen Bomber beider Konfliktgegner hatten bis auf die Ausnahme einiger FerneinsĂ€tze von sowjetischen Pe-8-Bombern nur eine untergeordnete Bedeutung.[57]

Eine spezielle Rolle fiel den Transportflugzeugen zu. Im Winter 1941/42 wurden eingeschlossene VerbĂ€nde bei Demjansk und Cholm trotz empfindlicher Verluste aus der Luft versorgt,[58] die EinsĂ€tze wurden grĂ¶ĂŸtenteils von Ju 52 geflogen, einem militĂ€risch adaptierten Verkehrsflugzeug von 1932. Ungeachtet des Alters konnte dieses Muster wegen seiner Robustheit die Aufgabe lösen. Der Versuch, im Winter 1943 Stalingrad aus der Luft zu versorgen, scheiterte aber unter Anderem an fehlender KapazitĂ€t, dem Wetter und der sowjetischen Luftabwehr.[59] Bei dieser LuftbrĂŒcke wurden auch Ju 90, Heinkel He 177 und Fw 200 eingesetzt. Die Sowjetunion bekam die Genehmigung, die leistungsfĂ€hige US-amerikanische Douglas C-47 in Lizenz zu bauen, und bezeichnete diese als Li-2. Eigene bis dahin produzierte Muster wurden infolge eingestellt. Die Li-2 konnte so wie die Ju 52 als Transportflugzeug oder als Hilfsbomber eingesetzt und mit Bordwaffen ausgerĂŒstet werden. Auf beiden Seiten wurden neben den bereits erwĂ€hnten Mustern eine Vielzahl verschiedener Flugzeugtypen eingesetzt.

Kriegsproduktion

Die deutsche Wirtschaft wurde erst seit 1941 allmĂ€hlich auf eine Kriegswirtschaft umgestellt. Die von Fritz Todt eingeleiteten Rationalisierungsmaßnahmen zur billigen und technisch einfachen Massenproduktion kamen erst 1944 unter seinem Nachfolger Albert Speer voll zur Geltung. Bis dahin ĂŒberwog eine vom MilitĂ€r bevorzugte aufwendige Handfertigung von PrĂ€zisionswaffen, so dass die Wehrmacht eine Vielzahl verschiedener und wartungsaufwendiger Waffensysteme einsetzte. Bis 1942 wurde in den Fabriken meist noch in nur einer Schicht gearbeitet.[50]

Die industrielle Ausbeutung der Rohstoffreserven ergab relativ hohe Fördermengen. Die Rohstoffreserven der AchsenmĂ€chte waren aber insgesamt knapp und reichten kaum ĂŒber einen sechs Monate dauernden Krieg hinaus.

Die Sowjetunion verfĂŒgte ĂŒber viel mehr Rohstoffreserven, die sie aber wegen der schleppenden Industrialisierung erst gegen Kriegsende nutzen konnte. Durch fortschrittlichere Rationalisierung konnte die sowjetische RĂŒstungsindustrie aus weniger Rohstoffen mehr StĂŒckzahlen an RĂŒstungsgĂŒtern herstellen als das Deutsche Reich.

Sowjetische (rot) und deutsche (blau) Kriegsproduktion[48]
RĂŒstung und Schwerindustrie (Auswahl) 1941 1942 1943 1944 1945
Flugzeuge 15.735 25.436 34.900 40.300 20.900
11.776 15.409 28.807 39.807 7.540
Panzer[60] 6.590 24.446 24.089 28.963 15.400
3.804 5.997 12.151 19.087 4.400
Kohle (in Mio. Tonnen) 151,4 75,5 93,1 121,5 149,3
315,5 317,9 340,4 347,6 keine Angaben
Stahl (in Mio. Tonnen) 17,9 8,1 8,5 10,9 12,3
28,2 28,7 30,6 25,8 keine Angaben
Öl (in Mio. Tonnen) 33,0 22,0 18,0 18,2 19,4
5,7 6,6 7,6 5,5 1,3

Die begrenzte Zahl motorisierter VerbĂ€nde wurde durch viele Beutefahrzeuge aus dem Westfeldzug ergĂ€nzt. Dies erlaubte der Wehrmacht weitrĂ€umige, der Blitzkriegsstrategie angemessene Angriffsoperationen. Hinzu kamen 1941 650.000, 1944 bis zu zwei Millionen Pferde.[61] Die deutsche Kraftfahrzeugindustrie war weniger leistungsfĂ€hig als die anderer Industrienationen, außer bei den MotorrĂ€dern. Folglich waren KradschĂŒtzen-Einheiten die schnellste und beweglichste Waffengattung der Schnellen Truppen. Sie wurden jedoch in den Staub-, Schlamm- und SchneewĂŒsten der Sowjetunion verschlissen, daher bald aufgelöst und spĂ€ter von VW-KĂŒbelwagen abgelöst.

Trotz der Niederlagen 1941 konnte die Sowjetunion den Nachschub an Waffen und Munition aus zwei HauptgrĂŒnden allmĂ€hlich sicherstellen: Ein großer Teil ihrer westlich gelegenen Industriebetriebe fĂŒr die dringend benötigten RĂŒstungsgĂŒter wurde rechtzeitig demontiert und östlich des Urals außerhalb der Reichweite der deutschen Luftwaffe wieder aufgebaut. Großbritannien und ab dem 2. August 1941 auch die USA lieferten AusrĂŒstung, Kraftfahrzeuge, Nahrungsmittel, Rohstoffe wie z. B. Aluminium (→ Leih- und Pachtgesetz) und Waffen (Lend-Lease-Act). Dies glich zeitweise ProduktionseinbrĂŒche sowjetischer RĂŒstungsbetriebe aus. Die USA lieferten im Kriegsverlauf 57,8 Prozent des Flugbenzins, 53 Prozent aller Sprengstoffe, fast 50 Prozent an Kupfer, Aluminium und Gummireifen, 56,6 Prozent aller im Krieg verlegten Schienen, 1900 Lokomotiven und 11.075 GĂŒterwaggons. Dem standen 92 Lokomotiven und 1087 Waggons aus sowjetischer Produktion gegenĂŒber. Ende 1942 stammten nur fĂŒnf Prozent der sowjetischen MilitĂ€rfahrzeuge aus auslĂ€ndischer Produktion, am Kriegsende ĂŒber 30 Prozent. Dem Gewicht nach waren fast 50 Prozent aller US-Lieferungen Lebensmittel.[48]

Nach der Umsiedlung der Industrieanlagen wuchs die sowjetische Kriegsproduktion bis 1944 rasant und ĂŒbertraf in vielen Bereichen die deutsche: So verbrauchten die technisch einfachen Waffensysteme weniger Rohstoffe. Aus einer viel geringeren Menge Eisenerz als in Deutschland wurde eine gleich große Menge von GeschĂŒtzen, Panzern und Flugzeugen hergestellt. Dabei kam der Sowjetunion die Zentralisierung der Wirtschaft zugute.

Verlauf 1941

Deutsche Bekanntgaben des Angriffs

Am 22. Juni 1941 frĂŒhmorgens um 4:00 Uhr MESZ ĂŒberreichte der deutsche Botschafter, Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg, dem sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw Molotow in Moskau ein „Memorandum“: Die Sowjetunion habe den Nichtangriffspakt durch den Aufmarsch der Roten Armee an der Grenze, konspirative TĂ€tigkeit der Komintern in Deutschland sowie die Annexion Ostpolens und der baltischen Staaten gebrochen und sei dem Krieg fĂŒhrenden Deutschland damit „in den RĂŒcken gefallen“. Die Wehrmacht habe Befehl, „dieser Bedrohung mit allen zur VerfĂŒgung stehenden Machtmitteln entgegenzutreten“.[62] Das Wort „KriegserklĂ€rung“ musste auf Hitlers Befehl vermieden werden; auf Nachfrage Molotows bestĂ€tigte Schulenburg aber, dass es sich darum handelte. Deutsche Flugzeuge bombardierten bereits seit drei Stunden sowjetische StĂ€dte.[63]

Kurz nach 4:00 Uhr frĂŒh ĂŒbergab der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop dem sowjetischen Botschafter Wladimir Georgijewitsch Dekanosow eine Note, die er gegen 6:00 Uhr der internationalen Presse bekanntgab. Der Text rechtfertigte den Angriff damit, dass die Sowjetregierung „entgegen allen von ihr ĂŒbernommenen Verpflichtungen und im krassen Gegensatz zu ihrer feierlichen ErklĂ€rungen“ sich „gegen Deutschland gewandt“ habe und „mit ihren gesamten StreitkrĂ€ften an der deutschen Grenze sprungbereit aufmarschiert“ sei.[64]

Um 5:30 Uhr verlas Propagandaminister Goebbels ĂŒber alle deutschen Sender eine „Proklamation des FĂŒhrers an das deutsche Volk“. Die Kernaussage lautete: „Zur Abwehr der drohenden Gefahr aus dem Osten ist die deutsche Wehrmacht am 22. Juni drei Uhr frĂŒh mitten in den gewaltigen Aufmarsch der feindlichen KrĂ€fte hineingestoßen.“ Wenig spĂ€ter leitete die Russland-Fanfare die „Radio-Sondermeldungen“ des OKW ein.[65]

Mit diesen öffentlichen ErklĂ€rungen begann die NS-Propaganda eine lange vorbereitete Kampagne zur Rechtfertigung des Überfalls, an der das Regime bis zum Kriegsende, viele WehrmachtsgenerĂ€le auch darĂŒber hinaus festhielten. Die historische Forschung hat diese PrĂ€ventivkriegsthese seit 1960 als haltlos zurĂŒckgewiesen und bis 2000 vollstĂ€ndig widerlegt.

AnfÀngliche Erfolge der Wehrmacht

Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1942
Vormarschrichtungen und 1. RĂŒckzug aus Rostow am Don

In den frĂŒhen Morgenstunden des 22. Juni 1941 begann der Vormarsch von 121 deutschen Divisionen auf einer 2130 km breiten Front zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, aufgeteilt auf drei Heeresgruppen (SĂŒd, Mitte und Nord). Die Invasionsstreitmacht bestand aus drei Millionen deutschen Soldaten sowie weiteren 600.000 Soldaten aus Italien, Ungarn, Finnland, RumĂ€nien und der Slowakei, 600.000 Kraftwagen, 625.000 Pferden, 3350 Panzern, 7300 GeschĂŒtzen und rund 2000 Flugzeugen.[66] Die den Heeresgruppen zugeteilten Kampfflugzeuge fĂŒhrten einen massiven Luftschlag gegen die sowjetischen FlugplĂ€tze, der durch die AufklĂ€rungsergebnisse des Kommandos Rowehl ermöglicht wurde, und zerstörten etwa 1200 Flugzeuge am Boden.

Zwei Divisionen operierten von Finnland aus an einer 1180 km breiten Front, acht Divisionen waren in Norwegen stationiert, eine Division stand in DĂ€nemark, 38 verblieben im Westen. Zwei Divisionen kĂ€mpften in Nordafrika und sieben Divisionen standen im Balkan.

Sowjetische Rekruten in Moskau auf dem Weg an die Front, 23. Juni 1941

Dieser Streitmacht standen in den westlichen MilitĂ€rbezirken 170 sowjetische Divisionen gegenĂŒber, zu deren FĂŒhrung drei Fronten gebildet worden waren, die „Nordwestfront“, „Westfront“ und „SĂŒdwestfront“. In den Tagen nach dem deutschen Überfall wurden aus dem Leningrader und dem Odessaer MilitĂ€rbezirk zwei weitere Fronten gebildet, die Nord- bzw. SĂŒdfront. Die erste operative Staffel, bestehend aus 53 SchĂŒtzen- und drei Kavalleriedivisionen, war zwischen 10 und 50 Kilometer von der deutsch-sowjetischen Interessengrenze entfernt stationiert. Dahinter stand eine zweite operative Staffel mit 13 SchĂŒtzen-, drei Kavallerie-, 24 Panzer- und 12 motorisierten SchĂŒtzendivisionen als Reserve bereit, um Angreifer abzuwehren und EinbrĂŒche abzuriegeln. Eine dritte Staffel mit 62 Divisionen, die als strategische Reserve vorgesehen war, formierte sich entlang der FlĂŒsse Dwina und Dnepr 100 bis 400 Kilometer von der Grenze entfernt. Da der Aufmarsch am 22. Juni 1941 noch nicht abgeschlossen war, verfĂŒgten die sowjetischen Divisionen durchschnittlich nur ĂŒber 60 bis 80 Prozent ihrer SollstĂ€rke. Einige der mechanisierten VerbĂ€nde verfĂŒgten ĂŒber keine oder nur veraltete Fahrzeuge; Fernmeldemittel und anderes SpezialgerĂ€t waren nicht oder nur in geringen StĂŒckzahlen verfĂŒgbar.

FĂŒr die Rote Armee bestand seit dem 22. Juni 1941, 0:30 Uhr, „Alarmstufe 1“ (Volle Kriegsbereitschaft), deshalb gelang den Angreifern die taktische Überraschung nicht an allen Abschnitten. Immerhin kamen die fĂŒr weitgreifende Panzerbewegungen notwendigen FlussĂŒbergĂ€nge schnell in deutsche Hand. Gleichwohl gingen in den ersten Angriffstagen ĂŒber 300 deutsche Flugzeuge verloren.

Trotz teilweise erbitterter Gegenwehr der zu kurzfristig in Alarmbereitschaft versetzten Rotarmisten konnte die deutsche Wehrmacht in den ersten Wochen große Raumgewinne verzeichnen. Dabei erwies sich die Zusammenarbeit zwischen Bodentruppen und der Luftwaffe als Ă€ußerst wirkungsvoll. Die wĂ€hrend der Luftschlacht um England wegen hoher Verluste aus dem Kampf genommenen Ju-87 und Bf 110 konnten bei fehlender feindlicher Jagdabwehr ihre Aufgaben erfĂŒllen.

Minsk 1941

Die zwei Panzergruppen der Heeresgruppe Mitte schlossen ihre „Zangen“ zuerst um BiaƂystok und dann um Minsk. Am 9. Juli 1941 meldete das OKW 328.898 Gefangene, 3102 erbeutete GeschĂŒtze und 3332 zerstörte Panzer (so viele Kampfwagen, wie das deutsche Ostheer besaß). Grund fĂŒr die hohen Zahlen war die grenznahe Dislozierung der Roten Armee, ihre geringe MobilitĂ€t und das Verbot, sich ohne ausdrĂŒcklichen Befehl des Generalstabes zurĂŒckzuziehen. Im Gegenteil, am 22. Juni 1941 hatte ihr der Volkskommissar fĂŒr Verteidigung Semjon Timoschenko den Befehl gegeben, bis an die Grenze vorzurĂŒcken, um zum Gegenangriff ĂŒberzugehen.[67] Nach der RĂ€umung der Kessel stießen die VerbĂ€nde der Wehrmacht weiter Richtung Smolensk vor, wo die – wiederum fĂŒr sie erfolgreiche – Kesselschlacht bei Smolensk geschlagen wurde.

Die anderen deutschen Heeresgruppen konnten zunĂ€chst keine derartigen Erfolge vermelden. Auf den FlĂŒgeln entzog das sowjetische Oberkommando seine Truppen der Einkesselung und gab dazu Litauen, die DĂŒnalinie, Bessarabien und die Westukraine auf. Trotzdem gelang der Heeresgruppe Nord Anfang September im SĂŒden und Osten die Abriegelung Leningrads.

Der Heeresgruppe SĂŒd gelang im Juni in der Panzerschlacht bei Dubno-Luzk-Riwne die weitgehende Vernichtung mehrerer der hier eingesetzten Mechanisierten Korps der Roten Armee, allerdings bei hohen eigenen Verlusten. Am 2. Juli begann der Angriff zweier rumĂ€nischer und der deutschen 11. Armee auf die 1940 von der Sowjetunion besetzten Gebiete. Die rumĂ€nische 4. Armee begann anschließend die Belagerung Odessas. Die Heeresgruppe SĂŒd hatte zuvor in der Kesselschlacht bei Uman mehrere sowjetische Armeen vernichtet und beherrschte dadurch den Dnjepr-Bogen.

Die Niederlagen der Roten Armee hatten unter anderem zur Folge, dass viele ihrer Kommandeure, aber auch einfache Soldaten, wegen Feigheit, Verrat oder UnfÀhigkeit verhaftet und hingerichtet wurden. Darunter war auch der Oberkommandierende der sowjetischen Westfront, Armeegeneral Pawlow, der am 28. Juni 1941 durch Stalin von seinem Kommando enthoben und am 22. Juli 1941 zusammen mit anderen Offizieren in Moskau erschossen wurde.

Erst am 30. Juni, lange nach dem Fall von Minsk, wurde ein Staatliches Verteidigungskomitee (GKO) zur BewĂ€ltigung der komplexen Aufgabenstellung und zur Formulierung lĂ€ngst fĂ€lliger Befehle (die bis dahin nur Stalin selbst erteilen konnte) gebildet, dem neben Stalin Nikolai Bulganin (Verteidigungsminister), Kliment Jefremowitsch Woroschilow (Erster Marschall), Nikolai Wosnessenski (Vizepremier), Lasar Kaganowitsch (Chef der Eisenbahnen), Georgi Malenkow (ZentralkomiteesekretĂ€r), Anastas Mikojan (Handelsminister) und Außenminister Molotow angehörten und dessen FĂŒhrung Stalin am Folgetag ĂŒbernahm.

Am 12. Juli 1941 schlossen Großbritannien und die Sowjetunion ein BĂŒndnis. Die USA dehnten das Leih- und Pachtgesetz zu Gunsten der Sowjetunion aus. FĂŒr den Transport der meisten Hilfslieferungen besetzten sowjetische und britische Truppen am 24. August 1941 den Iran und bauten die Versorgungswege vom Persischen Golf bis zum Kaspischen Meer aus (Persischer Korridor). Weitere alliierte Lieferungen erfolgten mit grĂ¶ĂŸeren GeleitzĂŒgen ĂŒber das Eismeer von Großbritannien nach Murmansk. Im Kriegsverlauf kam es zu verlustreichen Geleitzugschlachten mit der deutschen Kriegsmarine und Luftwaffe.

Entgegen einer Denkschrift des OKH vom 18. August 1941, die einen direkten Angriff auf Moskau vorschlug, befahl Hitler wegen der gerade gewonnenen Kesselschlacht bei Uman sowie aus politischen und wirtschaftlichen Überlegungen am 21. August 1941 die vollstĂ€ndige Inbesitznahme der Ukraine und die Herstellung einer gemeinsamen Front mit Finnland. Dazu ließ er von der Heeresgruppe Mitte die Panzergruppe 3 nach Norden abdrehen, wo sie bei der Isolierung Kronstadts und Leningrads mithelfen sollte, wĂ€hrend die Panzergruppe 2 nach SĂŒden verschoben wurde, um bei der Kesselschlacht um Kiew nochmals einen großen Erfolg (665.000 Gefangene, 2718 BeutegeschĂŒtze) zu erringen.

Im August 1941 besetzten finnische Einheiten im Zuge des Fortsetzungskrieges die Karelische Landenge. Ab dem 4. September 1941 beschoss Artillerie der ĂŒber das Baltikum vordringenden Heeresgruppe Nord Leningrad; am 6. September begann eine Serie deutscher Luftangriffe auf die Stadt. Am 8. September eroberte die Wehrmacht SchlĂŒsselburg am Ufer des Ladogasees und unterbrach so jede Landverbindung zu Leningrad. Damit begann die bis 18. Januar 1944 dauernde Leningrader Blockade. Zur Organisation der Verteidigung der Stadt löste General Schukow General Woroschilow ab und arbeitete eng mit dem Leningrader Parteichef Schdanow zusammen.

Am 25. September stabilisierte sich die Front. Stalin ging davon aus, dass die Stadt nicht eingenommen, sondern belagert und ausgehungert werden sollte. Er beorderte Schukow zur Verteidigung Moskaus, wohin dieser am 5. Oktober flog. Erst am 22. November 1941 konnten Lastwagen ĂŒber den zugefrorenen Ladogasee, die so genannte „Straße des Lebens“, VorrĂ€te in die Stadt bringen und FlĂŒchtlinge evakuieren. Über eine Million Menschen starben an den Folgen des Hungers und der KĂ€lte wĂ€hrend der Belagerung, manche versuchten, durch Kannibalismus dem Hungertod zu entgehen.

Am 26. September endete die Kesselschlacht um Kiew mit dem bisher grĂ¶ĂŸten Erfolg der Wehrmacht; ĂŒber 660.000 Rotarmisten gingen in deutsche Kriegsgefangenschaft. Bis dahin stellte der Feldzug fĂŒr die Sowjetunion eine Niederlage von einmaligem Umfang dar: Die Truppen der sowjetischen SĂŒdwestfront mit vier Armeen sowie starke Teile von zwei weiteren Armeen waren vernichtet, und der Zusammenhang der sowjetischen Front war in einer Breite von ĂŒber 400 km zerrissen.

Im Deutschen Reich wuchs inzwischen die Euphorie. Nachdem Hitler nun den Angriff auf Moskau befohlen hatte, kam es zur Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk, auch dabei gingen ĂŒber 600.000 Soldaten der Roten Armee in Gefangenschaft. Aufgrund der gewaltigen Erfolge meldete das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) schon am 10. Oktober anlĂ€sslich einer offiziellen Pressekonferenz, dass der Feldzug im Osten gewonnen sei. Die deutsche Bevölkerung glaubte, dass die Soldaten noch vor dem Winter zu Hause sein könnten. WĂ€hrend die Wehrmacht immer tiefer in sowjetisches Gebiet vordrang, flĂŒchteten etwa 12 Millionen Zivilisten aus den umkĂ€mpften Gebieten in das sowjetische Hinterland. Als am 10. Oktober die Moskauer Bevölkerung zum ersten Male offiziell ĂŒber die Bedrohung durch die Deutschen informiert wurde, kam es in der Hauptstadt zu einer Panik, bei der Menschenmassen versuchten, per Zug oder Auto nach Osten zu entkommen. Diese Unruhen wurden von der sowjetischen FĂŒhrung mit Hilfe von SperrverbĂ€nden des NKWD brutal niedergeschlagen, wobei viele Moskauer umkamen.

Doch schon im selben Monat begann es zu schneien und zu regnen. Straßen und Wege wurden aufgeweicht (Schlammzeit, Rasputitsa) und somit fĂŒr Fahrzeuge schwer passierbar, die deutsche Offensive blieb somit buchstĂ€blich im Schlamm stecken.

Schlacht vor Moskau

→ Hauptartikel: Schlacht um Moskau

Am 16. Oktober wurden in Moskau das PolitbĂŒro, Regierungsstellen und nahezu sĂ€mtliche Diplomaten nach Kujbyschew evakuiert, eine Million Menschen verließen die bedrohte Hauptstadt. Stalin selbst beschloss, in Moskau zu bleiben, rekrutierte ĂŒber 100.000 neue Soldaten und befahl 500.000 Frauen und MĂ€nner zur Schanzarbeit.

Am 20. Oktober ging die Heeresgruppe Mitte unter dem Kommando von Fedor von Bock aus der Doppelschlacht von Wjasma und Brjansk wiederum erfolgreich hervor, so dass sie den Vormarsch in Richtung Moskau fortsetzen konnte. Die Luftwaffe begann mit der Bombardierung strategischer Ziele im Raum Moskau, insbesondere der Eisenbahnanlagen mit dem Ziel die Verlagerung von Truppen und Industriebetrieben nach Osten zu unterbinden. Dem zum Trotz fand am 6. November zur Feier des Jahrestages der Oktoberrevolution in einer Moskauer U-Bahn-Station eine Volksversammlung statt, bei der Stalin an den Patriotismus der Moskauer Bevölkerung appellierte. Bei der MilitÀrparade am nÀchsten Morgen marschierten die beteiligten VerbÀnde vom Roten Platz direkt zur Front. Mitte November setzte der Frost ein, so dass die Wege einfroren und nun wieder befahrbar wurden.

Die Schlacht um Moskau blieb wegen erheblicher sowjetischer Gegenwehr stecken. Am 5. Dezember setzte unter General Schukow eine sowjetische Gegenoffensive mit frischen Einheiten aus Sibirien und Mittelasien ein. Möglich war diese VerstĂ€rkung durch diplomatische AktivitĂ€t und auf Grund von Geheimdienstberichten, denen zufolge Japan keinen Angriff von der Mandschurei gegen sowjetisches Gebiet durchfĂŒhren wĂŒrde. Es war absehbar, dass die japanischen StreitkrĂ€fte fortan weitgehend auf dem pazifischen Kriegsschauplatz gebunden sein wĂŒrden, was sich auch am 7. Dezember 1941 mit dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor bestĂ€tigte. Der Roten Armee wurde dadurch ermöglicht, große Teile ihrer in Fernost stehenden, fĂŒr den sibirischen Winter gut gerĂŒsteten KrĂ€fte abzuziehen und in die Schlacht gegen das Deutsche Reich zu werfen.[68] Gleichzeitig fĂŒhrten die tiefen Temperaturen bis −35 Â°C dazu, dass auf deutscher Seite Gewehre und GeschĂŒtze verklemmten, Motoröl und Benzin eindickten und Soldaten die Gliedmaßen erfroren. Die sowohl bei der direkten Luft-BodenunterstĂŒtzung als auch im Transportwesen lebenswichtig gewordenen EinsĂ€tze der Deutschen Luftwaffe kamen durch die extremen winterlichen Bedingungen annĂ€hernd zum Stillstand. Dadurch waren die Erfolgsaussichten fĂŒr weitgreifende Bodenoffensiven verringert.

Laut Dimitri Wolkogonow erließ Stalin am 17. November 1941 den Befehl Nr. 0428 („FackelmĂ€nner-Befehl“): Danach waren „alle Siedlungspunkte, an denen sich deutsche Truppen befinden, auf 40 bis 60 Kilometer ab der Hauptkampflinie in die Tiefe zu zerstören und in Brand zu setzen â€Šâ€œ. „Zur Vernichtung der Siedlungspunkte“, „zur Inbrandsetzung und Sprengung der Siedlungspunkte“, also der Dörfer, seien Luftwaffe, Artillerie und Jagdkommandos einzusetzen. Wolkogonow beschreibt, wie auf diese Weise unzĂ€hlige sowjetische Dörfer durch die eigene sowjetische Armee vernichtet wurden und andererseits Dörfer von den Deutschen in Brand gesetzt wurden, um Partisanenaktionen zu bestrafen.[69]

Mitte Dezember 1941 war die Gefahr der Einkesselung Moskaus gebannt. Nachdem Hitler am 11. Dezember 1941 mitten im Verlauf der sowjetischen Gegenoffensive den USA den Krieg erklĂ€rt hatte, entwickelte sich der Krieg zu einer global gefĂŒhrten Auseinandersetzung. Am 16. Dezember besuchte der britische Außenminister Anthony Eden Stalin in Moskau, um mit ihm den Entwurf eines britisch-sowjetischen MilitĂ€rabkommens vorzubereiten.

Das Scheitern der Schlacht um Moskau fĂŒhrte zu einer Entlassungswelle unter den Kommandeuren der Wehrmacht. Hitler entließ von Brauchitsch nachdem dieser mehrmals seinen RĂŒcktritt einreichte und ĂŒbernahm selbst den Oberbefehl ĂŒber das Heer. Die GeneralfeldmarschĂ€lle Gerd von Rundstedt, Fedor von Bock und Wilhelm von Leeb wurden ihres Kommandos enthoben, erhielten aber spĂ€ter zum Teil neue dienstliche Aufgaben zugeteilt. Der „Panzerwaffen-Spezialist“ Generaloberst Heinz Guderian (Panzergruppe 2, ab November 2. Panzerarmee) wurde seines Frontkommandos enthoben und bis auf weiteres zur FĂŒhrerreserve versetzt. Generaloberst Erich Hoepner (Panzergruppe 4, ab Dezember 4. Panzerarmee) wurde degradiert und von Hitler zusĂ€tzlich „erniedrigt [
], indem er ihn sogar aus der Wehrmacht ausstieß“.[70] Außerdem wurden beinahe zeitgleich 35 Korps-und Divisionskommandeure abgelöst.[71]

Sowjetische Winteroffensive

Die Rote Armee hatte sich neu organisiert. Die Kriegsproduktion wurde, unerreichbar fĂŒr die deutsche Luftwaffe, hinter den Ural verlegt. Neue Soldaten kamen nun aus den fernen Gebieten der Sowjetunion, und der neue Panzer T-34 wurde in weitaus grĂ¶ĂŸeren Mengen produziert als die deutschen Panzermodelle.

WĂ€hrend der KĂ€mpfe vor Moskau wurde dringend benötigtes Material und Panzer im Reichsgebiet zurĂŒckgehalten. Nach Hitlers Vorstellung sollten acht schnelle Divisionen im Westen „tropeneinsatzfĂ€hig“ gemacht werden. Es bestand die Absicht, ĂŒber den Kaukasus den Nahen Osten anzugreifen. Im HochgefĂŒhl der deutschen Siege war man ursprĂŒnglich von einer „Expeditionsarmee“ im Umfang von etwa 30 motorisierten und Panzerdivisionen ausgegangen.

Gesammelte Pelze werden fĂŒr die Ostfront zu Pelzfuttern umgearbeitet.

Überdies waren die deutschen Truppen in unzureichender Weise fĂŒr den Winter ausgestattet, da Hitler an einen schnellen Feldzug geglaubt hatte und der Meinung war, die Sowjetunion könne innerhalb weniger Monate erobert werden. Daher trugen die Soldaten viel zu dĂŒnne Sommeruniformen; die vorhandenen WinterausrĂŒstungen waren nur fĂŒr Mitteleuropa geeignet. Im Deutschen Reich wurde eine Pelz- und Wollsammlung zugunsten der Truppe durchgefĂŒhrt. Im Laufe des Jahres 1942 wurden neue Direktiven zum Winterkrieg fĂŒr den zweiten Kriegswinter des Ostfeldzuges herausgegeben.

Viele Divisionen der Wehrmacht waren im stĂ€ndigen Kampf mit der Roten Armee dezimiert worden. Das Material war nach wochenlangen MĂ€rschen ausgefallen oder verschlissen. Nachschub und Ersatz fĂŒr die ĂŒberlangen Fronten waren unzureichend. In dieser Situation kam der Wintereinbruch; der Gegner warf stĂ€ndig neue KĂ€mpfer in die Schlacht, die ausgeruht und im Winterkrieg ausgebildet waren und kurze Wege zu ihren Versorgungsbasen hatten.

Wie ein Vorspiel fĂŒr 1942 mit Stalingrad zeigte sich die Einnahme von Rostow am Don am 21. November 1941, der Verlust der Stadt am 29. November 1941, und dass es bis zum 24. Juli 1942 dauerte, um die Stadt erneut zu nehmen. Auch im Norden der Front wurde in der Schlacht um Tichwin ein ambitionierter deutscher Vorstoß, der ursprĂŒnglich das Ziel verfolgte, die Verbindung mit den Finnen östlich des Ladogasees herzustellen, verhindert.

Am 16. Dezember erließ Hitler einen Haltebefehl, in dem er jegliche RĂŒckwĂ€rtsbewegung ohne seine ausdrĂŒckliche Genehmigung verbot, da er befĂŒrchtete, dass die gesamte Front auseinanderfallen könnte. Indem Hitler der angeschlagenen Truppe „fanatischen Widerstand“ abverlangte und TransportverbĂ€nde der Luftwaffe ungeachtet hoher Verluste zur Versorgung abgeschnittener Truppenteile einsetzte, konnte er die brĂŒchig gewordene Front stabilisieren.

Sowjetische Gebietsgewinne wÀhrend der Winter-Gegenoffensive

Bis zum Ende des Jahres wurde die Wehrmacht insbesondere im mittleren Abschnitt der Front dennoch weit zurĂŒckgedrĂ€ngt und die Front an mehreren Stellen aufgerissen. Unter anderem bildete sich hier ein großer Frontbogen um Rschew und wenig spĂ€ter der Kessel von Demjansk, zur Stabilisierung der Front mussten Truppenteile aus dem Westen hierher verlegt und Reserven mobilisiert werden. Damit hatte sie die erste große Schlacht im Osten verloren, man spricht in der Geschichtsforschung heute von der „Kriegswende vor Moskau“.

Die Beweglichkeit der Truppe sank durch die erheblichen AusfĂ€lle an Kraftfahrzeugen sowie an Zugmaschinen und Pferden weiter ab. Der Bedarf an NachschubgĂŒtern aller Art ĂŒberstieg die Transportmöglichkeiten deutlich. Die ungeheuren Verluste und AusfĂ€lle, die das Deutsche Ostheer in der Zeit vom 22. Juni 1941 bis 31. Dezember 1941 zu erleiden hatte, macht eine statistische Auflistung des Generalquartiermeisters deutlich: Demnach verlor die Wehrmacht 2.752 Panzerkampfwagen und SturmgeschĂŒtze, 24.849 Kfz, 38.544 KraftrĂ€der und 35.194 Lkw.[72] Bis Ende 1941 wurden annĂ€hernd eine Million Soldaten der Wehrmacht und ihrer VerbĂŒndeten im Rahmen des Deutsch-Sowjetischen Krieges getötet oder verwundet. Dem standen bis dahin auf sowjetischer Seite fast drei Millionen Gefallene sowie etwa drei Millionen Kriegsgefangene gegenĂŒber.

Verlauf 1942

SĂŒdoffensive: Kampf um die Ölquellen

Lageentwicklung im sĂŒdlichen Teil der Ostfront von der Schlacht bei Charkow bis zur Einnahme von Rostow am Don (23. Juli 1942)

Die Rote Armee hatte inzwischen gewaltige KrĂ€fte aufgeboten, denen aber eine entscheidende SchwĂ€chung der Deutschen noch nicht gelang. Die Schlammzeit im FrĂŒhjahr 1942 fĂŒhrte zu einer relativen Ruhe an der Front, da sĂ€mtliche motorisierten KrĂ€fte stillstanden. Hitler und das OKW kamen nun zu der Einsicht, dass der Gegner noch lange nicht besiegt sei und begannen PlĂ€ne fĂŒr das weitere Vorgehen im Osten zu entwickeln. Der Plan, eine möglichst defensive Haltung einzuschlagen, wurde bald verworfen; einzig und allein eine weitere Offensive wĂŒrde die sowjetischen KrĂ€fte weiter schwĂ€chen können. Aufgrund des langen Frontverlaufes und wegen der bisherigen hohen personellen und materiellen Verluste der Wehrmacht war an eine Großoffensive, die sich ĂŒber die gesamte Front erstreckte, nicht zu denken. WĂ€hrend im Bereich Mitte und Nord zur Verteidigung ĂŒbergegangen wurde, sollte mit allen gepanzerten und motorisierten KrĂ€ften die Sommeroffensive mit Stoßrichtung in den Kaukasus durchgefĂŒhrt werden. Besonders die reichen Ölquellen in dem Gebiet standen dabei im Mittelpunkt der deutschen OffensivbemĂŒhungen.

Nachdem 1941 die Krim bis auf die Halbinsel Kertsch und das Belagerungsgebiet um Sewastopol in deutscher Hand war, sollte 1942 der restliche Raum als Vorbereitung der Offensive (Fall Blau) in Richtung Kaukasus in Besitz genommen werden. Vorbedingung war die RĂŒckeroberung der Halbinsel Kertsch. Vom 15. bis zum 21. Mai fanden die KĂ€mpfe beim „Unternehmen Trappenjagd“ ihr Ende. Manstein meldete 168.198 Gefangene, 284 Kampfwagen zerstört und 1398 BeutegeschĂŒtze. Als Kertsch fiel, hatte die SĂŒdwestfront unter Timoschenko eine Offensive bei Charkow begonnen, um dem deutschen Hauptangriff zuvorzukommen. Ein großer Teil der sowjetischen Truppen konnte jedoch eingekesselt und vernichtet werden und von Bock meldete 240.000 Gefangene, 1247 zerstörte Panzer, sowie 2026 BeutegeschĂŒtze. Die deutschen VerbĂ€nde wurden nun weiter umgruppiert und aufgefrischt, da die große Sommeroffensive erst nach Beendigung der KĂ€mpfe auf der Krim beginnen sollte, an denen viele der im Bereich der Heeresgruppe SĂŒd zur VerfĂŒgung stehenden LuftwaffenverbĂ€nde teilnahmen.

Die Parpatsch-Stellung war durchbrochen worden und TrĂŒmmer der zerschlagenen sowjetischen VerbĂ€nde retteten sich ĂŒber die Straße von Kertsch auf die Taman-Halbinsel. Am 2. Juni begann die eigentliche Schlacht auf der Krim um Sewastopol, dessen Verteidiger sich erbittert wehrten, und endete am 5. Juli. Hierbei wurde erstmals Dora eingesetzt, das - bis heute - grĂ¶ĂŸte jemals gebaute GeschĂŒtz. Es hatte einen Kaliber von 80 cm. Die Krim hatte knapp neun Monate lang eine ganze Armee gebunden – auf einem zwar nicht nebensĂ€chlichen, doch isolierten Kriegsschauplatz. Propagandistisch wurden mit diesem Sieg sowie der fast gleichzeitigen Einnahme Tobruks in Nordafrika erneut große Hoffnungen in der deutschen Bevölkerung geweckt.

Spaltung der Heeresgruppe SĂŒd

Am 21. Juli ĂŒberschritten deutsche KrĂ€fte den Don, wodurch die ersten Schritte fĂŒr den Vormarsch auf Stalingrad eingeleitet wurden. Zwei Tage spĂ€ter konnte Rostow am Don erobert werden. Nach der Teilung der Heeresgruppe SĂŒd in die Heeresgruppen A (Generalfeldmarschall List, ab November unter Generaloberst von Kleist) und B (Generaloberst Freiherr Maximilian von Weichs) begann die Heeresgruppe A am 26. Juli den konzentrischen Vormarsch in Richtung Kaukasus, wĂ€hrend die Heeresgruppe B auf die Wegnahme Stalingrads angesetzt wurde. Diese Aufteilung, die eine Aufsplitterung der vorhandenen deutschen KrĂ€fte bedeutete, ist in Anbetracht der Lage sicherlich als operativer Fehler anzusehen und resultierte aus Hitlers Planungen, sowohl die fĂŒr die weitere KriegsfĂŒhrung wichtigen Erdölgebiete in Besitz zu nehmen, als auch – gleichzeitig – die ĂŒber Persien laufenden Nachschublieferungen der USA an die Sowjetunion, den sogenannten Persischen Korridor mit der Wegnahme Stalingrads ĂŒber die Wolga zu stoppen. An den KĂ€mpfen im Kaukasus beteiligten sich 20 von den spĂ€teren 90 Ostlegionen. Diese Aufstellungen nationaler Minderheiten unter deutschem Kommando waren Ausdruck einer seit dem Winter 1941/1942 verstĂ€rkten BemĂŒhung, die rein militĂ€rische KriegsfĂŒhrung im Osten mit einer Form politischer KriegsfĂŒhrung zu verbinden, sowie aus der Notwendigkeit geboren, die hohen personellen Verluste auszugleichen.

Der Masseneintritt ehemaliger Rotarmisten in die deutschen StreitkrĂ€fte bestĂ€tigte Stalins Misstrauen in die sowjetische Wehrkraft und wird in der Geschichtsschreibung des „Großen VaterlĂ€ndischen Krieges“ bis heute gerne ĂŒbergangen. In der Roten Armee, die teilweise mit brutaler RĂŒcksichtslosigkeit gegen ihre eigenen Soldaten vorging, hĂ€uften sich Anzeichen von Disziplinlosigkeit; ganze TruppenverbĂ€nde liefen zu den Deutschen ĂŒber. Dazu kam eine antikommunistische Haltung in manchen Gebieten der Sowjetunion, die auf eine lange Geschichte politischen Ungehorsams zurĂŒckblicken konnte. In dieser Krisensituation befahl Stalin, „RĂŒckzugsstimmung der Truppe“ bedingungslos zu unterbinden. Es entstanden die berĂŒchtigten SperrverbĂ€nde des NKWD; unmittelbar hinter im Kampf stehenden Divisionen sollten sie im Fall eines ungeordneten RĂŒckzugs jeden FlĂŒchtenden erschießen, selbst wenn nur der Verdacht des befehlswidrigen ZurĂŒckweichens bestand.

Kaukasus

Deutsche VorstĂ¶ĂŸe in den Kaukasus und nach Stalingrad bis zum Vorabend der Operation Uranus

Insgesamt liefen die Operationen, was den Raumgewinn im Kaukasus betrifft, innerhalb weniger Wochen ab. Am 4. August wurde Stawropol eingenommen, am 9. August Krasnodar und der Kuban ĂŒberschritten. Den rumĂ€nischen VerbĂŒndeten gelang es, die sowjetische Verteidigung an der OstkĂŒste des Asowschen Meeres von Norden her aufzurollen und die Taman-Halbinsel von „rĂŒckwĂ€rts“ her zu öffnen. Maikop fiel am 9. August in deutsche Hand und die ZugĂ€nge zur Ossetischen- und Georgischen Heerstraße wurden in Besitz gebracht. Auch das Elbrus-Massiv selbst wurde genommen, am 21. August wehte auf dem Berg die Reichskriegsflagge. Im Februar 1943 wurden alle Flaggen von Sowjets entfernt. Ein am 26. August beginnender Angriff auf Tuapse wurde nach zwei Tagen angehalten, dafĂŒr wurden am 31. August und am 6. September nach schweren KĂ€mpfen die HafenstĂ€dte Anapa sowie Noworossijsk, wichtigster StĂŒtzpunkt der Schwarzmeerflotte, genommen. Im Hochgebirge hatten deutsche Truppen die wichtigsten PassĂŒbergĂ€nge eingenommen und vorĂŒbergehend auf breiter Front nach SĂŒden ĂŒberschritten – sie standen im abchasischen Gebirgsdorf Pßchu, 20 Kilometer vor der KĂŒste des Schwarzen Meeres bei Gudauta. Östlich des Elbrus standen die deutschen und rumĂ€nischen Truppen in den Flussabschnitten des Baksan und des Terek bis Naurskaja. Nördlich davon verlor sich die Front an der Kuma, in der Nogajer Steppe und in der KalmĂŒckensteppe. Einzelne Vorausabteilungen und FernaufklĂ€rungseinheiten gelangten bis zur Bahnlinie Kisljar-Astrachan, nahe der KĂŒste des Kaspischen Meers, die mehrere Tage lang unterbrochen werden konnte. Allerdings konnten diese vorgeschobenen Operationsposten angesichts des Nachschubmangels, der extremen AusdĂŒnnung der deutschen Truppen angesichts des ĂŒberdehnten Frontverlaufs und angesichts des heftigen Widerstands der sowjetischen Truppen nicht dauerhaft gehalten werden und mussten bald wieder aufgegeben werden.

Am 9. September enthob Hitler Feldmarschall List wegen des hinter der ursprĂŒnglichen Operationsplanung weit zurĂŒckbleibenden Fortgangs der Offensive seines Kommandos als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A. Bis zum 22. November 1942 ĂŒbernahm er die FĂŒhrung der Heeresgruppe persönlich und beauftragte dann Generaloberst von Kleist mit dem Oberbefehl. Die Offensivbewegungen der Heeresgruppe waren ohnehin bereits zum Abschluss gekommen, als durch die Einkreisung der 6. Armee bei Stalingrad eine ernste Gefahr fĂŒr die sĂŒdlich des Don stehenden Truppen heraufzog. Als die sowjetischen Truppen am 27. Dezember die Stalingrader Front durchstießen, mussten die besetzten Gebiete im Kaukasus von der Heeresgruppe A aufgegeben werden. Die am 31. Dezember eingeleitete RĂŒckzugsbewegung vollzog sich in drei Etappen, wobei der Kuban-BrĂŒckenkopf trotz stĂ€ndiger Einengung bis zum 9. Oktober 1943 behauptet werden konnte. Das Ziel der SĂŒdoffensive, die Eroberung und Ausbeutung der wichtigsten sowjetischen Ölquellen in Maikop, Grosny und Baku, wurde nicht erreicht.

Schlacht von Stalingrad

→ Hauptartikel: Schlacht von Stalingrad

Am 23. August 1942 begann die deutsche Luftwaffe mit der Bombardierung von Stalingrad. Am selben Tag drangen deutsche Panzer zum ersten Mal in die Außenbezirke von Stalingrad ein. In erbitterten EinzelkĂ€mpfen in den HĂ€usern und Straßen der Stadt kamen die Deutschen nur unter hohen Verlusten voran. Schließlich beherrschte die Wehrmacht zwar etwa 95 Prozent der Stadt, die zum TrĂŒmmerhaufen geworden war, die vollstĂ€ndige Eroberung von Stalingrad misslang jedoch.

Ein deutscher ScharfschĂŒtze vor Stalingrad

Am 19. November begann die Gegenoffensive der Roten Armee unter General Alexander M. Wassilewski, wobei die Front der rumĂ€nischen 4. Armee im SĂŒden durchbrochen wurde. Die Rote Armee setzte bei dieser als „Operation Uranus“ bezeichneten Offensive ĂŒber eine Million Soldaten, 13.000 GeschĂŒtze, etwa 1200 Panzer und 1460 Flugzeuge ein.[73] Am 22. November vereinten sich diese Truppen bei Kalatsch mit sowjetischen VerbĂ€nden, die vom Norden herkommend die Linien der rumĂ€nischen 3. Armee durchbrachen. Damit war die 6. Armee und ein Korps der 4. Panzerarmee (insgesamt 22 Divisionen mit etwa 220.000 bis 250.000 Mann) eingekesselt.[74]

Dem Befehlshaber der 6. Armee, General Friedrich Paulus, wurde von Hitler wiederholt befohlen, einen Ausbruchsversuch zu unterlassen und die Stellungen zu halten.

Hermann Göring, der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, versprach in Anlehnung an die erfolgreiche Luftversorgung der Kessel von Demjansk und Cholm im FrĂŒhjahr 1942 eine Luftversorgung von 500 Tonnen pro Tag. TatsĂ€chlich lag die Menge weit unter dem versprochenen, nur vereinzelt lag sie bei etwa 110 Tonnen pro Tag. Durch ungĂŒnstiges Flugwetter und eine starke sowjetische Jagdabwehr gab es zudem hohe Verluste bei den Transport-und BomberverbĂ€nden der deutschen Luftwaffe. Diese konnten nicht mehr kompensiert werden, da zugunsten der Versorgung Stalingrads auch das Luftwaffenausbildungsprogramm vernachlĂ€ssigt wurde. Die völlig unzureichende Versorgung der eingeschlossenen 6. Armee fĂŒhrte zur Unbeweglichkeit und KampfunfĂ€higkeit der VerbĂ€nde und zur völligen EntkrĂ€ftung der Soldaten.

Generalfeldmarschall Erich von Manstein befahl als Oberbefehlshaber der neu gebildeten Heeresgruppe Don mit Teilen der 4. Panzerarmee unter Hermann Hoth einen Entsatzangriff aus dem Raum Kotelnikowo, der bis 48 Kilometer an die Stadt heranfĂŒhrte. Dann zwang eine sowjetische Großoffensive gegen die 8. italienische Armee, die auf Rostow am Don zielte und damit den gesamten SĂŒdflĂŒgel der Ostfront mit AbschnĂŒrung bedrohte, zur Einstellung des Entlastungsangriffs. Ein Ausbruch der 6. Armee Richtung SĂŒdwesten (Unternehmen „Donnerschlag“) wurde von Hitler erneut untersagt.

Zeitlich parallel zur Schlacht von Stalingrad fand unter dem Decknamen „Operation Mars“ westlich von Moskau eine weitere Großoffensive gegen die deutsche Front statt. Diese sowjetische Offensive gegen die deutsche 9. Armee unter General Model misslang; die Sowjetunion hielt lange alle Aufzeichnungen darĂŒber unter Verschluss.

Verlauf 1943

Gewinne der sowjetischen Gegenoffensiven bis zum Februar 1943

Am 8. Januar 1943 schlug Paulus eine Aufforderung der Roten Armee zur Kapitulation aus. Am 10. Januar begann die Rote Armee mit der Operation „Ring“, bei der sieben sowjetische Armeen den Kessel in zwei Teile spalten konnten. Nach dem Verlust aller FlugplĂ€tze konnten ab Mitte Januar VersorgungsgĂŒter nur mehr aus der Luft abgeworfen werden, wobei diese oft direkt in die HĂ€nde der Gegner fielen.

Am 30. Januar wurde General Paulus von Hitler zum Generalfeldmarschall befördert. Dies sollte Paulus zum weiteren Aushalten bewegen, da zuvor noch nie ein deutscher Generalfeldmarschall kapituliert oder Selbstmord begangen hatte. Doch noch am selben Tag nahm Paulus Verhandlungen mit der Roten Armee auf.

Am 2. Februar ergaben sich die Reste der 6. Armee mit etwa 91.000 verbliebenen Soldaten, etwa 6.000 von ihnen ĂŒberlebten die sowjetische Kriegsgefangenschaft. Über den Luftweg wurden schĂ€tzungsweise 40.000 Verwundete und Spezialisten aus dem Kessel ausgeflogen. Bis zu 170.000 deutsche Soldaten starben bei Stalingrad durch Kampfhandlungen, Erfrierungen und Folgen von Unterversorgung. Die Verluste unter der Zivilbevölkerung, sowie Angehörigen der Roten Armee beliefen sich schĂ€tzungsweise auf 1 Million Tote.

Der Frontbogen von Rschew, der wĂ€hrend der „Operation Mars“ noch verteidigt wurde, musste im MĂ€rz 1943 von der 9. Armee gerĂ€umt werden (Bewegung „BĂŒffel“).

Charkow

Am 29. Dezember 1942 begannen deutsche motorisierte KaukasusverbĂ€nde ĂŒber Rostow am Don Richtung Westen abzufließen, wĂ€hrend der Koordinator des sowjetischen Oberkommandos, Generaloberst Alexander Wassileswki, von Stalin die Zustimmung zu einer noch weiter nach Westen ausholenden Operation in Richtung Charkow–Isjum erhielt. Ziel war die AbschnĂŒrung der gesamten Heeresgruppe SĂŒd. Dabei erwiesen sich die ungarischen und rumĂ€nischen VerbĂŒndeten des Deutschen Reiches als klar unterlegen gegenĂŒber der Roten Armee. Am 9. Februar musste die Gebietshauptstadt Belgorod von der Wehrmacht gerĂ€umt werden.

Am Morgen des 16. Februar musste die Stadt Charkow aufgegeben werden, um der drohenden Einkesselung zu entgehen – die spektakulĂ€rste Niederlage in den Wochen nach Stalingrad. Charkow wurde durch SS-ObergruppenfĂŒhrer Hausser kampflos gerĂ€umt, obwohl Hitler die Verteidigung verlangte. Am 21. Februar begann die deutsche Gegenoffensive unter dem Befehl von General Manstein mit den KrĂ€ften, die vorher ĂŒber Rostow aus dem Kaukasus abgezogen wurden, sowie mit Haussers SS-Panzerkorps. Manstein verfĂŒgte ĂŒber etwa 360 Panzer. Die Rote Armee hingegen verfĂŒgte ĂŒber 1800 Panzer. Bis zum 5. MĂ€rz wurde das Gebiet bis zum mittleren Donez in der Schlacht um Charkow zurĂŒckerobert. Es wurden erhebliche GelĂ€ndegewinne erzielt, und wieder eine geschlossene Front hergestellt, wodurch der völlige Zusammenbruch der Ostfront im FrĂŒhjahr 1943 verhindert wurde. Charkow wurde am 14. MĂ€rz unter einigen Tausend Opfern der Zivilbevölkerung zurĂŒckerobert und in einer letzten Anstrengung vor der Schlammperiode wurde noch Belgorod wiedererobert. Die 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte-SS Adolf Hitler tötete bei der RĂŒckeroberung Charkows eine große Anzahl von Verwundeten und Gefangenen.[75]

„Unternehmen Zitadelle“

→ Hauptartikel: Unternehmen Zitadelle

Nach dem Untergang der deutschen 6. Armee in Stalingrad und dem weiten ZurĂŒckdrĂ€ngen der Wehrmacht von der Wolga und aus dem Kaukasus zeigte sich eine langsame Abkehr der VerbĂŒndeten von Deutschland, von denen einige schon geheime Friedensverhandlungen mit den WestmĂ€chten aufnahmen. Deshalb brauchte Hitler dringend einen nachhaltigen Erfolg. Außerdem sollte mit den begrenzten deutschen militĂ€rischen Möglichkeiten die Sowjetunion soweit geschwĂ€cht werden, dass sie, ihrer Angriffskraft weitgehend beraubt, in diesem Jahr keine grĂ¶ĂŸeren Angriffshandlungen mehr durchfĂŒhren konnte. Damit verbunden war die Tatsache, dass durch ein siegreiches EindrĂŒcken oder AbschnĂŒren des Frontbogens eine Frontbegradigung eintreten wĂŒrde, die ein Herauslösen deutscher VerbĂ€nde ermöglichen wĂŒrde. All dies vor dem Hintergrund der drohenden alliierten Landung in Westeuropa, die spĂ€testens fĂŒr 1944 erwartet wurde. Außerdem sollten neue Kriegsgefangene und ins Reich zu verschleppende „Fremdarbeiter“ die LĂŒcken in der deutschen Kriegswirtschaft fĂŒllen, die die massenhaften Einberufungen zur Wehrmacht aufrissen.

Die Ostfront im Sommer 1943 und die Schlacht bei Kursk

Nach den Winteroperationen zeichnete sich ein weit nach Westen vorreichender Frontbogen um Kursk ab, den Manstein fĂŒr eine deutsche Offensive vorschlug, sofern man unmittelbar nach Ende der Schlammperiode und nach Auffrischen der VerbĂ€nde losschlug. Manstein nannte Mitte April als den letzten erfolgversprechenden Angriffstermin. Mit jedem Tag, den man wartete, wĂŒrde die Rote Armee in diesem Bereich stĂ€rker und die Erfolgsaussichten immer geringer. Hitler wollte jedoch die neuen Panzer V und VI, die aber noch keine Fronterprobung hatten, in diese Offensive einbinden und legte den Angriffstermin zuerst auf Mitte Mai, spĂ€ter dann endgĂŒltig auf den 5. Juli 1943 fest.

Das Oberkommando der Roten Armee war durch Geheimdienstinformationen und Partisanenmeldungen ĂŒber das deutsche Vorhaben bestens informiert. Die Sowjets hatten ein tiefgestaffeltes und zum Teil getarntes Stellungssystem angelegt. Dazu gehörten ausgiebige Minenfelder, Stacheldrahtverhaue, PanzergrĂ€ben, SchĂŒtzengrĂ€ben, eingegrabene Panzer T-34, Pak und MG-Stellungen. Auch wurden die neuen PanzerbĂŒchsen, das GegenstĂŒck der spĂ€teren deutschen Panzerfaust, in großer StĂŒckzahl eingesetzt. Die Tarnungsanstrengungen der Roten Armee gingen soweit, dass viele der zur Front laufenden Feldwege und Versorgungsstraßen unter bemalten Planen auf HolzgerĂŒsten den deutschen Luftbeobachtern vorgaukelten, es sei eine ruhige Straße, wĂ€hrend unter der Plane der Verkehr unbemerkt ablief.[76] Gleichzeitig versammelte das sowjetische Oberkommando große Reserven in dem Frontbogen sowie in den östlich angrenzenden Gebieten.

Der deutsche Angriffsplan sah vor, mit der 9. Armee der Heeresgruppe Mitte aus dem Raume Orel in sĂŒdliche Richtung auf Kursk vorzustoßen; mit der 4. Panzerarmee der Heeresgruppe SĂŒd aus dem Raume Belgorod in nördliche Richtung ebenfalls auf Kursk der 9. Armee entgegen, sich dort zu vereinigen und die eingekesselten sowjetischen Armeen westlich Kursk zu vernichten. Den westlichen Frontbogen zwischen diesen GroßverbĂ€nden sicherten nur schwĂ€chere deutsche VerbĂ€nde. Um eine genĂŒgende Truppenzahl zu erreichen, wurden andere Frontabschnitte zu Gunsten dieser Operation geschwĂ€cht.

Der Truppenaufmarsch bei Kursk fĂŒhrte zur stĂ€rksten Konzentration konventioneller militĂ€rischer KrĂ€fte in der Geschichte. Auf sowjetischer Seite standen 1,3 Millionen Soldaten mit 3.300 Panzern und 2.500 Kampfflugzeugen als Verteidiger gegen 900.000 Soldaten, 2.500 Panzer und 1.800 Kampfflugzeuge der angreifenden Deutschen Wehrmacht.

Deutsche Panzer in der Ukraine im Dezember 1943

Die sowjetische FĂŒhrung kannte den genauen Angriffszeitpunkt und belegte ihrerseits 30 Minuten vor dem deutschen Angriffsbeginn die feindlichen BereitstellungsrĂ€ume mit dichtem Artilleriesperrfeuer. Am 5. Juli 1943 begann der deutsche Angriff, die Rote Armee verteidigte sich verbissen und fĂŒhrte stĂ€ndige Gegenangriffe. Die 9. Armee, die mit weniger Panzern ausgestattet war als die 4. Panzerarmee, lief sich unter großen Verlusten am 10. Juli in den befestigten Stellungen des Gegners fest. Es wurde gerade ein Einbruch von 15 bis 20 km erzielt. GrĂ¶ĂŸere Erfolge konnte dagegen die 4. Panzerarmee erzielen, die einen Einbruch von etwa 30 bis 35 km erzielte. Jedoch zeichnete sich ab dem 11. Juli eine große sowjetische Offensive der Westfront und der Brjansker Front gegen die nördlich von Orel stehende 2. Panzerarmee ab und unter diesem Druck musste die 9. Armee ihren Angriff einstellen und Truppen dorthin abgeben, wĂ€hrend die 4. Panzerarmee noch zwei Tage den Angriff fortsetzte. Die zwischenzeitlich erfolgte Landung der Alliierten auf Sizilien am 10. Juli bewog Hitler dann endgĂŒltig, den Angriff auf Kursk am 13. Juli 1943 einzustellen. Diese Schlacht war der letzte Versuch der deutschen Wehrmacht, in der Sowjetunion durch eine große Offensive die militĂ€rische Initiative zu erlangen. Die Landung der Alliierten auf Sizilien fĂŒhrte zur Verlegung einiger VerbĂ€nde an die Westfront.[77]

Am Höhepunkt der Schlacht am 7. Juli 1943 wurden von beiden Seiten zusammen etwa 700 Panzer und ĂŒber 350 Kampfflugzeuge als zerstört beansprucht. Gemeinsam mit dem 5. Juli 1943, an dem die Deutsche Luftwaffe alleine ĂŒber 362 bestĂ€tigte AbschĂŒsse im Bereich von Kursk beanspruchte,[78] stellte die Schlacht bei Kursk damit auch die verlustreichste Luftschlacht der Geschichte dar.

Übernahme der Initiative durch die Rote Armee

Sowjetische GelÀndegewinne vom Ende des Unternehmens Zitadelle bis zum 1. Dezember 1943 (Ende der Teheran-Konferenz)

Die Rote Armee nutzte diese SchwĂ€chung der deutschen Truppen, um in der Folge selbst die Initiative zu ĂŒbernehmen. Im Zuge der Gegenoffensiven „Kutusow“ und „Rumjanzew“ wurden im August Orjol, Belgorod und Charkow befreit. Erstmals feuerten GeschĂŒtze Anfang August auf dem Roten Platz in Moskau Salut zu Ehren der Befreier Belgorods und Orjols, eine Tradition, die bis Kriegsende beibehalten wurde.

Nach mehreren weiteren sowjetischen Offensiven (Donezbecken-Operation, Smolensker Operation) erreichten die sowjetischen Truppen den Dnepr. Der hastig eingeleitete Ausbau der „Panther-Stellung“ (auch „Ostwall“ genannt) kam zu spĂ€t, im Zuge der Schlacht am Dnepr ĂŒberschritten die sowjetischen Truppen im Oktober den Dnepr auf breiter Front und befreiten am 6. November Kiew. In Italien hatten die Alliierten inzwischen mit ihren Landungen auf dem Festland eine zweite Front errichtet, die bedeutende deutsche KrĂ€fte band. Am 3. November erließ Hitler die Weisung Nr. 51, in der er der Abwehr der fĂŒr das nĂ€chste Jahr erwarteten Invasionen in Westeuropa PrioritĂ€t einrĂ€umte. In der Folge verlor das deutsche Ostheer weitere schlagkrĂ€ftige VerbĂ€nde.

Am 23. Dezember begann die bis zum 17. April 1944 dauernde sowjetische Dnepr-Karpaten-Operation, in der die deutschen Truppen im sĂŒdlichen Teil der Ostfront schwere Verluste erlitten. Im Norden der Front wurde nach der erfolgreichen deutschen Abwehr in der Dritten Ladoga-Schlacht ebenfalls eine neue Großoffensive vorbereitet.

Verlauf 1944

RĂŒckeroberungen der Roten Armee

Sowjetische GelÀndegewinne von Dezember 1943 bis Ende April 1944

Am 14. Januar begann der sowjetische Angriff auf den deutschen Belagerungsring um Leningrad. 900 Tage hatte die Stadt ausgeharrt und konnte nur im Winter ĂŒber den zugefrorenen Ladogasee mit Nachschub versorgt werden. Die Rote Armee setzte nach: ihre FrĂŒhjahrsoffensive (Leningrad-Nowgoroder Operation) brachte weitere Gebietsgewinne und die Wehrmacht musste sich bis zum Peipus-See weiter zurĂŒckziehen. Hitler befahl die Taktik der verbrannten Erde, durch die der Roten Armee keine kriegswichtigen Einrichtungen hinterlassen werden sollten. Ganze Dörfer wurden dabei dem Erdboden gleich gemacht.

Im SĂŒden wurden die deutschen Heeresgruppen in der Ukraine durch fortgesetzte sowjetische Offensiven wĂ€hrend der Dnepr-Karpaten-Operation weit zurĂŒckgeworfen. Immer hĂ€ufiger gelang es der Roten Armee, grĂ¶ĂŸere deutsche VerbĂ€nde einzukesseln, wie bei Tscherkassy/Korsun und Kamenez-Podolski. Bis Ende April wurden weite Teile der Westukraine von der Roten Armee befreit und die AuslĂ€ufer der Karpaten und die Grenzen des rumĂ€nischen Besatzungsgebiets Transnistrien erreicht. Die deutschen VerbĂŒndeten Ungarn und RumĂ€nien wurden von nun ab wieder verstĂ€rkt in die KĂ€mpfe einbezogen. Zuvor war am 19. MĂ€rz Ungarn von deutschen Truppen in einer Operation unter dem Decknamen Margarethe besetzt und die Regierung KĂĄllay gestĂŒrzt worden, um den Waffenstillstand eines weiteren Landes mit den Westalliierten nach dem Vorbild Italiens zu verhindern.

Vom 9. April an konzentrierten sich die sowjetischen Anstrengungen auf die RĂŒckeroberung der Krim. Zu diesem Zeitpunkt war mit Odessa der wichtigste noch in deutschen HĂ€nden verbliebene Versorgungshafen fĂŒr die Truppen auf der Halbinsel verlorengegangen. In der Schlacht um die Krim gelang der Roten Armee bis zum 12. Mai die vollstĂ€ndige RĂŒckeroberung der Halbinsel. Die deutsche 17. Armee, in der auch rumĂ€nische Truppen kĂ€mpften, wurde praktisch vernichtet, mehr als 60.000 Soldaten gingen in Kriegsgefangenschaft.

Nach einer kurzen Ruhephase wĂ€hrend der schlammigen FrĂŒhjahrszeit begannen die großen sowjetischen Sommeroffensiven des Jahres 1944. Am 9. Juni begann der Angriff der Roten Armee gegen die finnische Front auf die karelischen Landenge (Wyborg-Petrosawodsker Operation), die jedoch am 9. August noch östlich der alten Grenze von 1940 zum Stehen kam.

Eine am 6. Juni 1944 erfolgreich durchgefĂŒhrte Landung („Operation Overlord“) der Alliierten in der Normandie fĂŒhrte zu einer dritten Front gegen das Deutsche Reich und erforderte Truppenverlegungen von der Ost- an die Westfront. Damit verlor fĂŒr die deutsche KriegsfĂŒhrung der östliche Kriegsschauplatz seinen Vorrang und nur noch etwa die HĂ€lfte des deutschen Heeres befand sich im Osten.

Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte

→ Hauptartikel: Operation Bagration
Gewinne im Zuge der Operation Bagration und damit verbundener Operationen bis zum 19. August 1944

Die Rote Armee war aus personeller und materieller Sicht zwischenzeitlich so ĂŒberlegen, dass sie abschnittsweise an der gesamten Front zu großen Offensiven befĂ€higt war. WĂ€hrend der Angriff an der finnischen Front noch im Gange war, begann die Sowjetunion eine grĂ¶ĂŸere Einkesselungsschlacht unter dem Decknamen „Operation Bagration“ im Mittelabschnitt, welche die Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte zum Ziel hatte. Am 23. Juni brachen die Angreifer durch die Verteidigungsfront und kesselten große deutsche VerbĂ€nde bei Witebsk und Bobruisk ein. Am 29. Juni kapitulierten diese Truppen, worauf die Heeresgruppe Mitte praktisch aufhörte zu existieren und die Rote Armee bis kurz vor Warschau und an die Grenzen zu Ostpreußen vorstoßen konnte. FĂŒr die sowjetische Partisanenbewegung war diese Offensive Höhe- und Endpunkt zugleich. Mindestens 10.500 Sabotageaktionen in der Nacht auf den 20. Juni gegen Eisenbahnen, BrĂŒcken und Nachrichtenverbindungen bereiteten die sowjetische Offensive vor. Nach der Niederlage der deutschen VerbĂ€nde war die deutsche Herrschaft auf sowjetischem Territorium, abgesehen von kleineren Gebieten im Baltikum, zu Ende gegangen.[79] Diese Niederlage der Wehrmacht war verheerender und folgenreicher als die Schlacht um Stalingrad eineinhalb Jahre zuvor: denn die Wehrmacht verlor mehr Soldaten (schĂ€tzungsweise 200.000 Tote und 300.000 Gefangene) und GerĂ€t, die ganze Ostfront geriet ins Wanken. FĂŒr die Gefangenen der Heeresgruppe Mitte ließ sich Stalin eine besondere DemĂŒtigung einfallen: Am 17. Juli mussten auf seine Anordnung ca. 57.000 deutsche Kriegsgefangene durch Moskau marschieren. Vorher erhielten sie Nahrungsmittel (wahrscheinlich Schtschi, eine typische russische Kohlsuppe) zugeteilt, die Durchfallserscheinungen hervorriefen.[80]

Am 3. Juli eroberte die Rote Armee Minsk zurĂŒck und kesselte die Reste der deutschen 4. Armee ein, die bald darauf kapitulierte. Weiter sĂŒdlich drang ab dem 13. Juli in Galizien eine weitere die sogenannte Lwiw-Sandomierz-Operation bis Lemberg zur Weichsel vor.

Attentat auf Hitler

Durch die unĂŒbersehbar aussichtslose militĂ€rische Gesamtlage zeigten deutsche Offiziere ihre Bereitschaft, unter bestimmten UmstĂ€nden den Krieg gegen Hitlers Willen zu beenden. HĂ€ufig wurde als Bedingung die Verhaftung oder der Tod Hitlers genannt. Weiterhin gab es seitens der GeneralitĂ€t Überlegungen, mit den Westalliierten einen Separatfrieden zu schließen, um gemeinsam gegen das VorrĂŒcken der Roten Armee und somit des Kommunismus nach Mitteleuropa vorzugehen.[81] Inwiefern sich die Westalliierten diesem Vorhaben angeschlossen hĂ€tten, ist ungewiss, da 1943 auf der Konferenz von Casablanca als alliiertes Kriegsziel die bedingungslose Kapitulation als einzig akzeptabler Ausgang des Krieges gegen Deutschland festgelegt war.

Am 20. Juli 1944 versuchte Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Hitler im Hauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen durch einen Sprengsatz zu töten. Henning von Tresckow, Generalstabsoffizier der Heeresgruppe Mitte, war ein enger Vertrauter von Stauffenberg und an der Planung des Anschlages beteiligt. Von Tresckows Erlebnisse an der Ostfront trugen wesentlich zu seiner Haltung gegen die FortfĂŒhrung des Krieges bei. Hitler ĂŒberlebte das Attentat durch eine ungĂŒnstige Platzierung der Bombe, der anschließende Versuch eines Staatsstreiches in Berlin, „Operation WalkĂŒre“, scheiterte ebenfalls. Die unmittelbaren AttentĂ€ter wurden sofort hingerichtet, bis zum Kriegsende kam es zu ĂŒber 200 Todesurteilen, die im Zusammenhang mit dem Attentat standen, darunter war unter anderem der ehemalige Befehlshaber der Panzergruppe IV Erich Hoepner. Unter den Verhafteten befanden sich auch zahlreiche Protagonisten des Krieges im Osten. Mehreren populĂ€ren deutschen GenerĂ€len wurde aufgrund ihrer angeblichen oder tatsĂ€chlichen Mitwisserschaft der Selbstmord nahe gelegt, darunter der ehemalige Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte GĂŒnther von Kluge und der „WĂŒstenfuchs“ Erwin Rommel, die beide zu diesem Zeitpunkt mit der Abwehr der Invasion in der Normandie beauftragt waren.

Warschauer Aufstand

Am 1. August begann unter der FĂŒhrung General Graf Tadeusz Komorowskis, genannt „BĂłr“, der Warschauer Aufstand. Dieser war Teil der Aktion „Burza“ (Gewitter) der aus dem Untergrund operierenden Polnischen Heimatarmee. Bis zum 2. Oktober wurde der Aufstand unter Leitung des SS-ObergruppenfĂŒhrers Erich von dem Bach-Zelewski blutig niedergeworfen. Die Zahl der getöteten KĂ€mpfer auf beiden Seiten (etwa 15.000 bis 30.000) stand in keinem VerhĂ€ltnis zu den Opfern unter der Zivilbevölkerung (ĂŒber 200.000); die polnische Hauptstadt wurde wĂ€hrend der andauernden KĂ€mpfe und auch systematisch danach, fast vollstĂ€ndig zerstört.

Die westliche Sicht der sowjetischen Haltung zu diesem Aufstand (die unter anderem von Churchill selbst vermittelt wurde) wirft Stalins Regierung vor, mit Absicht die Zerschlagung des Aufstands durch die Wehrmacht nicht verhindert zu haben um antikommunistische KrĂ€fte zu schwĂ€chen. DemgegenĂŒber weist etwa der britische Historiker Richard Overy jĂŒngst darauf hin, dass die Möglichkeiten der Roten Armee zu diesem Zeitpunkt (nach einer umfangreichen und raumgreifenden Offensive gegen die Heeresgruppe Mitte) begrenzt waren, Entlastungsangriffe am deutschen Widerstand scheiterten und die polnische Heimatarmee es abgelehnt hĂ€tte, ihre AktivitĂ€ten mit sowjetischen und polnisch-kommunistischen Einheiten zu koordinieren.[82]

Balkan, Baltikum und Ungarn

Mit dem Beginn der „Operation Jassy-Kischinew“ im August marschierte die Rote Armee in RumĂ€nien ein und vernichtete die (neue) deutsche 6. Armee bei Chișinău. Mit dem Königlichen Staatsstreich am 23. August 1944 wechselte König Michael von RumĂ€nien die Fronten und RumĂ€nien erklĂ€rte Deutschland den Krieg. Am 8. September wurde die sowjetische Ostkarpatische Operation eingeleitet. Die Erfolge der Roten Armee zwangen die Wehrmacht dadurch zum RĂŒckzug aus Griechenland, am 13. Oktober rĂŒckten britische Einheiten in Athen ein. Am 5. September erklĂ€rte die Sowjetunion Bulgarien den Krieg und am 8. September rĂŒckte die Rote Armee daraufhin in Bulgarien ein; dort wurde am 9. September ein kommunistischer Staatsstreich inszeniert und die Rote Armee marschierte am 15. September in Sofia ein. Ein weiterer VerbĂŒndeter Deutschlands fiel an diesem 19. September weg, als Finnland einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion schloss und Deutschland gleichfalls den Krieg erklĂ€rte, welcher im Lapplandkrieg mĂŒndete. Am 7. Oktober begann im Norden die Petsamo-Kirkenes-Operation. Am 20. Oktober eroberten sowjetische Einheiten und jugoslawische Partisanen unter Tito die Hauptstadt Belgrad und zwangen die deutsche Heeresgruppe E zum RĂŒckzug bis zur Drina (siehe Belgrader Operation).

Im Norden zog sich die Heeresgruppe Nord am 13. Oktober aus Riga nach Kurland zurĂŒck. Ab dem 20. Oktober, als die Rote Armee zur MĂŒndung der Memel vorstieß, war sie vom Rest der Ostfront durch die Baltische Operation abgeschnitten, konnte aber von der Roten Armee in zahlreichen KĂ€mpfen nicht vernichtet werden.

In Ostpreußen kam die Offensive der Roten Armee im Oktober nach anfĂ€nglichen Erfolgen zum Erliegen. In diesen Tagen griff der Deutsch-Sowjetische Krieg zum ersten Mal auf deutsches Reichsgebiet ĂŒber. Die Panzerspitzen des Generalobersten Iwan D. Tschernjachowski schoben sich Richtung Königsberg bis Gumbinnen, Goldap und Nemmersdorf vor, konnten jedoch von der 4. Armee (Hoßbach) zurĂŒckgedrĂ€ngt werden. Bilder, von durch sowjetische Truppen verĂŒbten GrĂ€ueltaten, wurden aus propagandistischen GrĂŒnden von der Deutschen Wochenschau der Öffentlichkeit gezeigt. Damit sollte der Kampfgeist und Durchhaltewillen der deutschen Bevölkerung gestĂ€rkt werden.

In der ungarischen Hauptstadt Budapest wurden am 24. Dezember 1944 70.000 deutsche und ungarische Soldaten eingeschlossen. Mehrere deutsche Entsatzversuche, zum Teil mit den letzten im Reich vorhandenen Reserven, darunter einige SS-Panzerdivisionen, schlugen fehl. Am 11. Februar 1945 endete die 52 Tage dauernde Belagerung von Budapest mit der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee.

Verlauf 1945

Am 12. Januar 1945 begann die Rote Armee aus dem WeichselbrĂŒckenkopf bei BaranĂłw mit der breit angelegten Weichsel-Oder-Operation und weiter sĂŒdlicher mit der Westkarpatischen Operation. Am nĂ€chsten Tag eröffnete sie die Schlacht um Ostpreußen. Die Westalliierten hatten Stalin in Anbetracht der deutschen Ardennenoffensive um eine Vorverlegung des geplanten Angriffstermins ersucht. Die Wehrmacht war zu diesem Zeitpunkt zusĂ€tzlich geschwĂ€cht, weil bedeutende KrĂ€fte nach Westen abgezogen waren.

Die Rote Armee stieß von Warschau (Besetzung am 17. Januar) aus nach Norden vor und schnitt damit Ostpreußen vom Rest des Reiches ab. Die deutsche Bevölkerung floh, denn GerĂŒchte ĂŒber PlĂŒnderungen, Morde, Brandschatzungen und Vergewaltigungen durch die Rotarmisten verbreiteten Angst und Schrecken unter den Zivilisten. Da die NSDAP durch die Gauleiter Erich Koch und Karl Hanke vorbereitende Evakuierungsmaßnahmen verboten hatte, erfolgte die Flucht oft in letzter Minute. Insgesamt wurden in der „Operation Hannibal“ ĂŒber zwei Millionen FlĂŒchtlinge ĂŒber das Meer nach Westen evakuiert. Dabei wurden mehrere FlĂŒchtlingsschiffe, darunter am 30. Januar der KdF-Dampfer Wilhelm Gustloff, der mehrere Tausend FlĂŒchtlinge und deutsche Soldaten aus Ostpreußen evakuieren sollte, von sowjetischen U-Booten versenkt. Der letzte Evakuierungskonvoi von der Halbinsel Hela (die bis zum Kriegsende von deutschen Truppen gehalten wurde) nach DĂ€nemark mit insgesamt ĂŒber 40.000 Menschen dauerte vom 5. bis zum 9. Mai 1945.

Die deutsche 4. Armee, die Ostpreußen verteidigte, wurde bis Ende MĂ€rz in der Schlacht um Ostpreußen vernichtend geschlagen. Königsberg wurde am 30. Januar eingekesselt, kurzzeitig von deutschen Einheiten entsetzt, fiel aber am 9. April endgĂŒltig an die Rote Armee. Hitler forderte, die wichtigsten deutschen StĂ€dte als „Festungen“ zu verteidigen, trotz der schlechten Erfahrungen, die man mit der Taktik des Haltens um jeden Preis gemacht hatte. Die „Festung“ Thorn fiel am 1. Februar, Posen am 23. Februar, Graudenz am 5. MĂ€rz und Kolberg am 18. MĂ€rz.

Am 27. Januar erreichte die Rote Armee das KZ Auschwitz-Birkenau, das aber von der SS bereits aufgegeben worden war. Die Lagerinsassen wurden zuvor in weiter westlich gelegenen Lager „umgesiedelt“, oder auf „TodesmĂ€rsche“ geschickt und die SS versuchte die Spuren der industriellen Tötung von Menschen zu verwischen. Am selben Tag erreichten erste sowjetische Einheiten KĂŒstrin und damit die Oder.

Nach der sowjetischen Winteroffensive stand die Rote Armee Ende Januar 1945 entlang der Oder und Neiße von Stettin bis Görlitz knapp 80 Kilometer vor Berlin. Im Februar und MĂ€rz brachte die Rote Armee rund 2,5 Millionen Soldaten mit ĂŒber 6000 Panzern sowie 7500 Flugzeugen fĂŒr den Angriff auf Berlin in Stellung. Ihnen gegenĂŒber standen rund eine Million deutsche Soldaten mit knapp 800 Panzern sowie VerbĂ€nde der Wlassow-Armee.

In der Schlacht um Ostpommern wurde die rechte Flanke gesichert und die Voraussetzungen fĂŒr den Angriff auf die Reichshauptstadt Berlin gelegt. Die Hauptangriffsrichtung aus vorbereiteten BrĂŒckenköpfen folgte der Reichsstraße 1 (heute Bundesstraße 1) ĂŒber Seelow direkt nach Berlin. Die Höhen von Seelow bildeten dabei ein steil aufsteigendes, natĂŒrliches Hindernis; um diese Höhen wurde eine der blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges geschlagen. Die Schlacht um die Seelower Höhen begann am 16. April mit einem der stĂ€rksten Artilleriebombardements der Geschichte: rund 18.000 ArtilleriegeschĂŒtze und Raketenwerfer konzentrierten ihr Feuer auf gerade einmal 4 km Frontlinie. Im Laufe des 18. April errang die zahlenmĂ€ĂŸig weit ĂŒberlegene Rote Armee die Oberhand und entschied nach großen Verlusten die Schlacht fĂŒr sich.

Unterdessen wurde der sowjetische Belagerungsring um Breslau am 15. Februar geschlossen, das allerdings unter einer brutalen FĂŒhrung des Gauleiters Hanke, der sich selbst jedoch mit einem Flugzeug aus der Stadt absetzte, erst am 6. Mai in die HĂ€nde der Roten Armee fiel (Schlacht um Breslau).

Am 6. MĂ€rz versuchte die 6. SS-Panzerarmee mit UnterstĂŒtzung der 6. Armee (Armeegruppe „Balck“), der 2. Panzerarmee und der Heeresgruppe F eine groß angelegte Offensive (Operation FrĂŒhlingserwachen) direkt gegen die gut vorbereitete 3. Ukrainische Front in Ungarn mit dem Ziel, diese ĂŒber die Donau nach Osten zu drĂ€ngen.[83] Bis zum 15. MĂ€rz kam der Angriff zum Stehen, ohne das Angriffsziel auch nur ansatzweise erreicht zu haben. Am 16. MĂ€rz begann die sowjetische Gegenoffensive (Wiener Operation), die bis zum 4. April ganz Ungarn eroberte und bald westlich von Wien bei Pressbaum stand. Wien fiel am 13. April in die HĂ€nde der Roten Armee, die von Osten aus auch Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark eroberten. Am 8. Mai erreichte sie Graz.

Am 25. April schloss sich der Belagerungsring um Berlin, wĂ€hrend sich bei Torgau an der Elbe erstmals sowjetische und US-amerikanische Kampfeinheiten begegneten. Auf deutscher Seite kĂ€mpften neben Truppen der Wehrmacht und der Waffen-SS auch der Volkssturm und Einheiten der Hitler-Jugend. Am Morgen des 26. April fand der letzte grĂ¶ĂŸere und erfolgreiche deutsche Panzerangriff statt, Bautzen wurde zurĂŒckerobert (Schlacht um Bautzen). Am 28. April scheiterte der Versuch der deutschen 12. Armee unter General Walther Wenck, die Hauptstadt zu entsetzen. Am gleichen Tage wurde Mussolini beim Versuch, in die Schweiz zu flĂŒchten, von italienischen Partisanen gestellt und erschossen.

Am 30. April töteten Hitler und Eva Braun sich selber im Bunker unter der Reichskanzlei. Die Leichname wurden durch SS-Angehörige vor dem Bunker mit Benzin ĂŒbergossen und verbrannt. In seinem politischen Testament bestimmte Hitler Großadmiral Karl Dönitz zum ReichsprĂ€sidenten. Am 2. Mai streckten die letzten Verteidiger von Berlin die Waffen vor der Roten Armee. Das Berliner ReichstagsgebĂ€ude wurde bis zuletzt hauptsĂ€chlich durch westeuropĂ€ische Freiwillige der Waffen-SS verteidigt.

Die ĂŒber Jugoslawien, Böhmen und Österreich nach Westen abziehenden deutschen Truppen sowie die FreiwilligenverbĂ€nde des Generals Wlassow wurden zum großen Teil durch die Amerikaner an die Sowjetunion ausgeliefert. Die auf deutscher Seite kĂ€mpfende kroatische Armee, die serbische Staatswache, sowie einige slowenische HilfsverbĂ€nde wurden von der britischen 8. Armee an die Titopartisanen ĂŒbergeben, die mindestens 100.000 Mann ermordeten. Am 8. Mai besetzte die Rote Armee im Zuge der Prager Operation Dresden, am 10. Mai rĂŒckten sowjetische Einheiten auch in Prag ein.

Am 7. Mai wurde zwischen 2:39 und 2:41 Uhr im Hauptquartier der westlichen StreitkrĂ€fte (SHAEF) im französischen Reims im Beisein des sowjetischen Vertreters General Susloparow durch General Jodl im Auftrage Dönitz’ die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht mit Wirkung zum 8. Mai 1945, 23:01 Uhr unterzeichnet. Am Tage des Inkrafttretens wandte sich Dönitz in einer Rundfunkansprache an das deutsche Volk:

„Die Grundlagen, auf denen das Deutsche Reich aufbaute, sind zerborsten. Die Einheit von Staat und Partei besteht nicht mehr. Die Partei ist vom Schauplatz ihres Wirkens abgetreten. Mit der Besetzung Deutschlands liegt die Macht bei den BesatzungsmĂ€chten.“

Da die UdSSR mit der in Reims ausgefertigten Kapitulationsurkunde nicht zufriedengestellt war, wurde dieser formale Akt nach Inkrafttreten des Waffenstillstands wiederholt. Dazu unterzeichneten in der Nacht zum 9. Mai Vertreter des OKW und der drei Wehrmachtteile (Feldmarschall Keitel, Admiral von Friedeburg, Generaloberst Stumpff) eine weitere Kapitulationsurkunde vor Vertretern und Zeugen der vier Alliierten in der Heerespionierschule Berlin-Karlshorst.

Massenverbrechen

→ Hauptartikel: Verbrechen der Wehrmacht, Verbrechen der Roten Armee

Ein Großteil der Verbrechen im Deutsch-sowjetischen Krieg waren keine gewöhnlichen Kriegsverbrechen, da der NS-Staat die im Kriegsvölkerrecht vorausgesetzte Rechtsgleichheit der Gegner schon vor dem Krieg außer Kraft setzte und Massentötungen bereits im Vorfeld ideologisch gewollt, geplant, befohlen, als unvermeidbare Folge einkalkuliert und legitimiert hatte. Die historische Forschung spricht daher von Massenverbrechen, die auch Kriegsverbrechen einschließen.[84]

Massenmorde an Zivilisten

Nach Angaben von Christian Gerlach[85] ermordeten die deutsche Wehrmacht und die SS allein in Weißrussland bei Massakern gegen die Zivilbevölkerung 345.000 Menschen, dabei waren die Opfer meist Frauen und Kinder, denn die MĂ€nner waren bei der Roten Armee oder bei den Partisanen. In der Regel wurden dabei die Menschen in großen GebĂ€uden wie Scheunen zusammengetrieben und mit Maschinenpistolen oder Maschinengewehren erschossen. Danach wurden, obwohl viele noch lebten, die GebĂ€ude abgebrannt. So starben beispielsweise in Oktjabrski bei einem solchen Massaker 190 Menschen. Anschließend wurden alle HĂ€user des Dorfes angezĂŒndet. In Weißrussland wurden auf diese Weise 628 Dörfer vollstĂ€ndig zerstört, in der Ukraine waren es 250.

Partisanenkrieg

Hinrichtung gefangener sowjetischer Partisanen, Januar 1943

In Polen, auf dem Balkan und in der Sowjetunion hatten die deutschen Besatzer von vornherein verbrecherische Ziele. Der „Generalplan Ost“ sah die Dezimierung der slawischen Bevölkerung um etwa 30 Millionen und die UnterdrĂŒckung der verbleibenden Menschen vor. Die Maßnahmen der Deutschen waren brutal: Die Schulen oberhalb der vierten Klasse in den eroberten Gebieten der Sowjetunion wurden geschlossen, die Juden erschossen, Zwangsarbeiter wurden in das Deutsche Reich gebracht und die Kriegsgefangenen wurden menschenunwĂŒrdig behandelt.

Dies steigerte den Hass der Bevölkerung gegen die deutschen Besatzer. In der Sowjetunion, in Griechenland und in Jugoslawien (unter Marschall Tito) kĂ€mpften Partisanenarmeen, teils waren sie kommunistisch, teils nationalistisch. Die polnische Heimatarmee allerdings konnte nur auf wenig UnterstĂŒtzung von außen hoffen. Aus dem stĂ€ndigen Kleinkrieg gegen die deutsche Armee gingen die Partisanen hĂ€ufig als Sieger hervor.

Da Partisanen nicht als Kombattanten im Sinne der Haager Landkriegsordnung galten, wurden sie nicht als Kriegsgefangene behandelt. Gefangene Partisanen oder als Partisanen VerdĂ€chtige wurden hingerichtet. HĂ€ufig folgten Partisanenangriffen brutale Bestrafungsaktionen, sogenannte „SĂŒhnemaßnahmen“, gegen die Zivilbevölkerung. Gegen Ende des Krieges konnten die Partisanen grĂ¶ĂŸere Gebiete von den deutschen Besatzern befreien. Unter dem Tarnmantel der sogenannten PartisanenbekĂ€mpfung wurden auch unter Einbeziehung von Wehrmachtsangehörigen gleich weitere unliebsame Personen liquidiert.

Holocaust

Die im FrĂŒhjahr 1941 aufgestellten sechs deutschen Einsatzgruppen begannen unmittelbar nach Kriegsbeginn mit Massenmorden an Juden und Kommunisten oder als solchen betrachteten Personen hinter der Front. Sie berichteten Hitler auf seinen Befehl regelmĂ€ĂŸig darĂŒber und ermordeten im ersten Kriegsjahr nach eigenen Angaben fast eine Million Menschen. Die Wehrmacht verhielt sich unterschiedlich; einige Kommandeure gaben die Befehle nicht weiter, andere unterstĂŒtzten die SS aktiv. Soldaten, die sich weigerten, an den Mordaktionen teilzunehmen, wurden in der Regel jedoch nicht bestraft, mussten aber teilweise Nachteile in Kauf nehmen.

Der international renommierte britische Historiker und Hitlerbiograph Ian Kershaw resĂŒmiert den Zusammenhang dieses Krieges mit dem Holocaust wie folgt:

„Es war kein Zufall, dass der Krieg im Osten zu einem Genozid fĂŒhrte. Das ideologische Ziel der Auslöschung des ‚jĂŒdischen Bolschewismus‘ stand im Mittelpunkt, nicht am Rande dessen, was man bewusst als einen Vernichtungskrieg angelegt hatte. Er war mit dem militĂ€rischen Feldzug untrennbar verbunden. Mit dem AnrĂŒcken der Einsatzgruppen, das in den ersten Tagen des Angriffs einsetzte und durch die Wehrmacht unterstĂŒtzt wurde, war die völkermordende Natur dieser Auseinandersetzung bereits eingeleitet. Die deutsche KriegfĂŒhrung im Russlandfeldzug sollte sich schnell zu einem umfassenden Völkermordprogramm entwickeln, wie es die Welt noch nie gesehen hatte. Hitler sprach wĂ€hrend des Sommers und Herbstes 1941 zu seinem engeren Gefolge hĂ€ufig in den brutalsten AusdrĂŒcken ĂŒber die ideologischen Ziele des Nationalsozialismus bei der Zerschlagung der Sowjetunion. WĂ€hrend derselben Monate Ă€ußerte er sich bei zahllosen Gelegenheiten in seinen Monologen immer wieder mit barbarischen Verallgemeinerungen ĂŒber die Juden. Das war genau die Phase, da aus den WidersprĂŒchen und dem Mangel an Klarheit in der antijĂŒdischen Politik ein Programm zur Ermordung aller Juden im von den Deutschen eroberten Europa konkrete Gestalt anzunehmen begann.[86]“

Dem US-amerikanischen Holocaustforscher Christopher Browning zufolge „setzten die Vorbereitungen auf das ‚Unternehmen Barbarossa’ eine Kette von verhĂ€ngnisvollen Ereignissen in Gang, und der mörderische ‚Vernichtungskrieg’ fĂŒhrte dann rasch zum systematischen Massenmord, zuerst an den sowjetischen und bald darauf auch an den anderen europĂ€ischen Juden“.[87] Dabei zeigen Forschungsergebnisse einer internationalen Historikerkommission 2010, dass „nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 das AuswĂ€rtige Amt die Initiative zur Lösung der ‚Judenfrage‘ auf europĂ€ischer Ebene“ ergriffen hatte.[88] Der MGFA-Historiker Rolf-Dieter MĂŒller schrieb in doppelter Hinsicht von dem „anderen Holocaust“. Zum einen sei das „Unternehmen Barbarossa“ von vornherein als Eroberungs- und Vernichtungskrieg geplant und gefĂŒhrt worden und den BĂŒrgern der Sowjetunion als „slawische Untermenschen“ ein Ă€hnliches Schicksal wie den Juden zugedacht worden. Zum anderen habe bald nach Beginn des Russlandfeldzugs die planmĂ€ĂŸige Ermordung der Juden selbst im Fokus der Verbrechen gestanden.[89] WĂ€hrend der deutschen Besatzungszeit wurden in den von Deutschland okkupierten Territorien der damaligen UdSSR ca. drei Millionen Juden umgebracht.[90]

Vergewaltigungen

Deutsche Wehrmacht

Vergewaltigungen durch Soldaten der Wehrmacht blieben bis Anfang der 2000er Jahre weitgehend unerforscht.[91] Deutsche Soldaten, die einer Vergewaltigung ĂŒberfĂŒhrt waren, wurden mit vier Jahren Haft bestraft. Das deutsche Strafrecht galt auch fĂŒr Soldaten im Krieg.[92] Die Wehrmacht hatte aber nicht immer ein Interesse daran, sexuelle Gewalt gegen Zivilisten zu verfolgen und zu dokumentieren, „da im Rahmen des rassenideologisch motivierten Eroberungs- und Vernichtungskrieges die DemĂŒtigung der Bevölkerung einen festen Bestandteil der KriegfĂŒhrung darstellte.“[93] In Ihrer 2004 publizierten Dissertation zu sexueller Gewalt von Wehrmachtssoldaten weist Birgit Beck darauf hin, dass vor allem der „Kriegsgerichtsbarkeitserlass“ vom 13. Mai 1941, der Straftaten deutscher Soldaten gegen sowjetische Zivilisten dem militĂ€rgerichtlichen „Verfolgungszwang“ entzog, damit die Grundlage fĂŒr die Strafverfolgung sexueller Delikte zerstörte und ihre Erfassung weitgehend verhinderte.[94] Vergewaltigungen sowjetischer Frauen durch deutsche Soldaten seien am hĂ€ufigsten „im Rahmen der Einquartierungen in zivile HĂ€user, bei angeordneten Requirierungen oder im Zusammenhang mit PlĂŒnderungen“ erfolgt.[95] Regina MĂŒhlhĂ€user bestĂ€tigt in ihrer einschlĂ€gigen, speziell auf den deutsch-sowjetischen Krieg bezogenen Dissertation 2010 diese Befunde und stellt fest, dass die wenigsten von Wehrmachtssoldaten begangenen sexuellen Gewalttaten disziplinarische Konsequenzen nach sich zogen oder gerichtlich geahndet wurden.[96] Sie erklĂ€rt diesen Umstand auch damit, dass dominantes mĂ€nnliches Sexualverhalten „als Ausdruck von soldatischer StĂ€rke betrachtet wurde“ und deshalb „die TruppenfĂŒhrer sowie die FĂŒhrungen von Wehrmacht und SS sexuelle Gewalttaten in weiten Teilen in Kauf genommen“ hĂ€tten.[97]

Rote Armee

Schon die nationalsozialistische Propaganda unter Joseph Goebbels hatte die sowjetischen Soldaten als Vergewaltiger charakterisiert, die deutsche MĂ€dchen und Frauen in unvorstellbarer Zahl schĂ€ndeten und so dazu beigetragen, „das Bild der Roten Armee als einer asiatischen Horde zu verstĂ€rken“.[98] Die Zahl der von sowjetischen Soldaten vergewaltigten deutschen Frauen wird von Catherine Merridale und Norman M. Naimark auf mehrere Hunderttausend geschĂ€tzt.[99] Heinz Nawratil und Barbara Johr geben die Zahl von zwei Millionen durch Soldaten der Roten Armee vergewaltigte deutsche Frauen an.[100] Zahlreiche Familien entzogen sich der Gewalt durch Selbstmord. In Budapest wird die Zahl der vergewaltigten Frauen auf 50.000 geschĂ€tzt, viele der Opfer wurden im Zuge der Vergewaltigung ermordet.[101][102]

Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen

Ausgehungerte sowjetische Kriegsgefangene im KZ Mauthausen
FĂŒnf Rotarmisten bei ihrer Gefangennahme, Krim, Mai 1942

Da die Genfer Konvention vom 27. Juli 1929 ĂŒber die Behandlung von Kriegsgefangenen nur fĂŒr die Staaten bindend war, die ihr beigetreten waren, richtete sich die Behandlung von Kriegsgefangenen wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges grundsĂ€tzlich nach der Haager Landkriegsordnung (HLKO) von 1907, die als Völkergewohnheitsrecht angesehen wurde. Daher hĂ€tten die kriegsgefangenen Angehörigen der sowjetischen StreitkrĂ€fte entsprechend der HLKO behandelt werden mĂŒssen, zumal die Sowjetunion am 17. Juli 1941 erklĂ€rte, „sie wolle auf der Basis der Gegenseitigkeit die HLKO einhalten, der sie bis dahin nicht beigetreten war“ – doch in einer „von Hitler selbst formulierten Antwortnote“ lehnte die deutsche Seite am 21. August 1941 brĂŒsk ab, denn „es lag nicht in Hitlers Interesse, auf diesem Kriegsschauplatz kriegsvölkerrechtliche Regeln gelten zu lassen.“[103] Entsprechend verfĂŒgten bereits die „Bestimmungen ĂŒber das Kriegsgefangenenwesen“ vom 16. Juni 1941: „Der Bolschewismus ist der Todfeind des Nationalsozialistischen Deutschland. Daher rĂŒcksichtsloses und energisches Durchgreifen bei den geringsten Anzeichen von Widersetzlichkeit, insbesondere gegenĂŒber bolschewistischen Hetzern. Restlose Beseitigung jedes aktiven und passiven Widerstandes.“[104] In einer vom OKW am 8. September 1941 verschĂ€rften „Anordnung fĂŒr die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener“ wurde verfĂŒgt: „Der bolschewistische Soldat hat jeden Anspruch auf Behandlung als ehrenvoller Soldat nach dem Genfer Abkommen verloren [
] Waffengebrauch gegenĂŒber sowjetischen Kriegsgefangenen gilt in der Regel als rechtmĂ€ĂŸig.“[105] Der so genannte Kommissarbefehl fĂŒhrte dazu, dass SS-Einsatzkommandos die Gefangenenlager nach politischen Kommissaren und anderen „politisch untragbaren“ Personen durchkĂ€mmten. Diese Gefangenen wurden einer „Sonderbehandlung“ zugefĂŒhrt, das heißt sie wurden in Konzentrationslager ĂŒberfĂŒhrt und dort meist sofort erschossen.[106]

Nach den großen Kesselschlachten der ersten Monate befanden sich sowjetische Kriegsgefangene zu Hunderttausenden, meist unter freiem Himmel, in sogenannten Stammlagern (Stalags) und Durchgangslagern (Dulags, in denen sie oft „nicht nur zur vorĂŒbergehenden Durchschleusung, sondern langfristig untergebracht waren.“)[107] Bis Mitte Dezember 1941 waren 3,35 Millionen Rotarmisten in deutsche Gefangenschaft geraten.[108] Aufgrund ideologischer Vorgaben und kriegswirtschaftlichem KalkĂŒl „rangierten sowjetische Kriegsgefangene“ neben den Juden und anderen „rassisch missliebigen Menschen [
] auf einer rassenideologisch geprĂ€gten ErnĂ€hrungspyramide (am) unteren Ende der zur Vernichtung vorgesehenen Bevölkerungsgruppen.“[109] Als der Generalquartiermeister des Heeres Eduard Wagner von Generalmajor Hans von Greiffenberg auf die Notwendigkeit einer einigermaßen zureichenden ErnĂ€hrung der sowjetischen Kriegsgefangenen angesprochen wurde, antwortete er am 13. November 1941, dies sei aufgrund der allgemeinen ErnĂ€hrungslage nicht möglich und stellte lapidar fest: „Nicht arbeitende Kriegsgefangene in den Gefangenenlagern haben zu verhungern.“[110] Nach der einschlĂ€gigen Dissertation Christian Streits sind bis Februar 1942 zwei Millionen sowjetische Kriegsgefangene umgekommen, die meisten starben den Hungertod.[111] Ostminister Alfred Rosenberg beklagte in einem Brief vom 28. Februar 1942 an den Chef des OWK General Keitel, dass die umgekommenen Rotarmisten nun der deutschen Kriegswirtschaft fehlten:

„Das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen [
] ist eine Tragödie grĂ¶ĂŸten Ausmaßes. Von den 3,6 Millionen Kriegsgefangenen sind heute nur noch einige Hunderttausend voll arbeitsfĂ€hig. Ein großer Teil von ihnen ist verhungert [
] So muss auch die deutsche Wirtschafts- und RĂŒstungsindustrie fĂŒr die Fehler in der Kriegsgefangenenbehandlung bĂŒĂŸen.“[112]

Erst durch den nun verstĂ€rkten Arbeitseinsatz fĂŒr die deutsche Kriegswirtschaft sank die Sterblichkeitsrate der Gefangenen. Nach seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen kamen bis Kriegsende zwischen 2,5 und 3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene in Wehrmachtsgewahrsam zu Tode.[113] Dem Yale-Historiker Timothy Snyder zufolge wurde der Großteil dieser Menschen „gezielt umgebracht, oder es lag die bewusste Absicht vor, sie den Hungertod sterben zu lassen. WĂ€re der Holocaust nicht gewesen, man wĂŒrde dies als das schlimmste Kriegsverbrechen der Neuzeit erinnern.“[114] Christian Hartmann, Historiker am Institut fĂŒr Zeitgeschichte, definiert den Tatbestand, dass in der Obhut der Wehrmacht „etwa 3 Millionen sowjetische Gefangene verhungert, erfroren, an Seuchen krepiert [sind] oder erschossen [wurden]“, als „das grĂ¶ĂŸte Verbrechen der Wehrmacht“.[115]

Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen

Gefangene deutsche Soldaten in Moskau, 1944

Auch die Lage der Deutschen in sowjetischer Kriegsgefangenschaft war katastrophal. Die in den ersten Monaten des Deutsch-Sowjetischen Krieges gefangen genommenen deutschen Soldaten wurden oftmals auf Anordnung von Politkommissaren oder auf Befehl von fanatischen Offizieren sofort erschossen. Diese Praxis wurde im weiteren Verlauf des Kriegs seltener und war wahrscheinlich als Reaktion auf den deutschen Kommissarbefehl sowie auf aufpeitschende Sowjetpropaganda (z. B. Ehrenburg) zurĂŒckzufĂŒhren.

Die harten klimatischen Bedingungen, die Zerstörungen des Landes und die schlechten Lebensbedingungen, unter denen auch die Zivilbevölkerung zu leiden hatte, verursachten eine außerordentlich hohe Sterblichkeitsrate unter den deutschen Kriegsgefangenen. Viele Tausende starben an UnterernĂ€hrung oder EntkrĂ€ftung auf den Transporten in die Lager im Hinterland. UnterkĂŒnfte, Ă€rztliche Behandlung und Verpflegung waren schlecht, die Arbeitsbedingungen dafĂŒr unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hart. Von etwa 3.060.000 deutschen Kriegsgefangenen kamen schĂ€tzungsweise 1.100.000 ums Leben.[116] Von den 1941/42 in Gefangenschaft geratenen Soldaten starben etwa 90–95 %; von denen im Jahre 1943 starben etwa 60–70 %, im Jahre 1944 etwa 30–40 % und von den im Jahre 1945 gefangenen etwa 20–25 %.[117] Ab dem Jahre 1949 verbesserte sich die allgemeine Lage in der Sowjetunion, was auch positive Effekte auf die Lebenssituation in den Kriegsgefangenenlagern mit sich fĂŒhrte und die Sterblichkeitsrate auf ein normales Maß reduzierte.

Beim Einmarsch der Roten Armee in die östlichen Reichsgebiete wurden oftmals auch HJ- oder BDM-Angehörige oder sogar unbeteiligte Zivilisten auf offener Straße aufgegriffen und nach dem Osten zur Zwangsarbeit deportiert. Die Kriegsgefangenen in der UdSSR waren billige ArbeitskrĂ€fte und halfen beim Wiederaufbau des verwĂŒsteten Landes mit. Bis 1950 war das Gros der Kriegsgefangen entlassen, zurĂŒck blieben nur „kriminelle Elemente“, die wegen „tatsĂ€chlichen oder vermeintlichen Verbrechen im Zusammenhang mit Kriegshandlungen“ verurteilt worden waren.[118] Die letzten von ihnen, rund 10.000 Mann, wurden auf Verhandlungen Bundeskanzler Adenauers zur Jahreswende 1955/56 entlassen.

Ergebnisse

Tote und Verletzte

Die Sowjetunion hat die meisten Toten des Zweiten Weltkrieges zu beklagen. Die staatlich festgelegte Opferzahl von 20 Millionen wurde seit 1985 zur historischen ÜberprĂŒfung freigegeben. Seither schwanken seriöse SchĂ€tzungen zwischen 25[119] und 40 Millionen sowjetischen Todesopfern.[120] Ein staatliche mehrjĂ€hrige ÜberprĂŒfung ergab bis 2009 37 Millionen sowjetische Kriegsopfer.[121]

Christian Hartmann vom Institut fĂŒr Zeitgeschichte gab 2011 eine Gesamtopferzahl dieses Krieges in der Sowjetunion von 26,6 Millionen Menschen an: darunter 11,4 Millionen sowjetische Soldaten, von denen 8,4 Millionen durch Kampfhandlungen und drei Millionen in deutscher Kriegsgefangenschaft starben. Neben den 1,1 Millionen in sowjetischer Kriegsgefangenschaft gestorbenen deutschen Soldaten, fielen an der Ostfront 2,7 Millionen Wehrmachtssoldaten, also knapp ĂŒber die HĂ€lfte der insgesamt 5,3 Millionen im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen deutschen Soldaten. Die Mehrheit der Opfer – 15,2 Millionen Menschen – waren demnach sowjetische Zivilisten.[122]

Deutsche Soldaten beim Anlegen eines „Heldenfriedhofs“

KriegsgrÀber

WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges legten die deutschen Truppen in der Sowjetunion zahlreiche Soldatenfriedhöfe an. ZustĂ€ndig fĂŒr diese sog. Heldenfriedhöfe waren WehrmachtgrĂ€beroffiziere. Ihre Lage und Belegung ist in der Regel gut dokumentiert. Viele Tote blieben aber wegen des Kampfverlaufes auch dort liegen, wo sie das Leben verloren hatten. Sie wurden spĂ€ter von den sowjetischen Truppen oder der Bevölkerung an Ort und Stelle begraben. Über ihre Schicksale gibt es kaum Aufzeichnungen; sie gelten heute vielfach als vermisst. In einzelnen Gebieten kann man sogar bis heute unbestattete Tote – Deutsche wie Sowjets – finden. FĂŒr das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion sind 118.000 Grablagen – vom Einzelgrab bis zu großen Friedhofsanlagen mit mehreren Tausend Toten – bekannt. HĂ€ufig können diese Toten noch heute hauptsĂ€chlich anhand ihrer Erkennungsmarken identifiziert und die Angehörigen informiert werden.[123] Im Lazarett ihren Verwundungen erlegenen Soldaten wurde oft eine Grabflasche am Fußende beigegeben. Diese enthĂ€lt ebenfalls alle notwendigen Informationen zum Verstorbenen.

FĂŒr die deutsche Seite waren die Grablagen wĂ€hrend des Kalten Krieges weitestgehend unzugĂ€nglich. Sowjetische Behörden teilten sogar mit, dass es keine GrĂ€ber aus den KĂ€mpfen mehr gebe. Anders als in den westlichen LĂ€ndern konnte der Volksbund Deutsche KriegsgrĂ€berfĂŒrsorge e. V. hier nicht arbeiten. Erst nach dem Untergang der Sowjetunion konnten mit den Nachfolgestaaten KriegsgrĂ€berabkommen geschlossen werden.[124] Der Volksbund ist nach diesen Abkommen mit der Wahrnehmung der praktischen Aufgaben beauftragt. Aus organisatorischen GrĂŒnden bettet die Organisation die Toten auf neue große KriegsgrĂ€berstĂ€tten in den ehemaligen Kampfgebieten um. Es bleiben jedoch auch einige Friedhofsanlagen erhalten, vor allem Friedhöfe fĂŒr verstorbene Kriegsgefangene. Über 40.000 gefallene deutsche Soldaten werden noch immer jedes Jahr vom Umbettungsdienst des Volksbundes aus den ursprĂŒnglichen Grablagen geborgen, identifiziert und endgĂŒltig bestattet. FĂŒr die Lokalisierung der GrĂ€ber wird sowohl auf Unterlagen der Wehrmachtauskunftstelle (heute der Deutschen Dienststelle, Berlin) als auch auf Aussagen von Einheimischen zurĂŒckgegriffen. Auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion gibt es heute nahezu 300 KriegsgrĂ€berstĂ€tten mit teilweise mehreren Zehntausend GrĂ€bern.

Der Volksbund hat eine frei zugÀngliche, stÀndig erweiterte Onlinedatenbank mit derzeit fast 4,6 Millionen DatensÀtzen angelegt (die sich auf alle deutschstÀmmigen Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges bezieht), welche online[125] abgerufen werden können.[126][127]

Deutsche KriegsgrÀberstÀtten auf dem Gebiet der ehem. UdSSR
Land Anzahl der KriegsgrÀberstÀtten[128]
Armenien 14
Aserbaidschan 9
Belarus 43
Estland 15
Georgien 2
Kasachstan 3
Kirgistan 2
Lettland 60
Litauen 41
Moldawien 1
Russland 87
Usbekistan 5

Politische Folgen fĂŒr Europa

Mit dem deutsch-sowjetischen Krieg endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Als Hauptergebnis in Europa besetzten die vier SiegermĂ€chte Deutschland und Österreich militĂ€risch, trennten beide voneinander und teilten sie in Besatzungszonen auf. Die sowjetische Besatzungszone in Deutschland reichte von Oder und Neiße im Osten bis zur Elbe im Westen und umfasste Sachsen und ThĂŒringen. Die ehemalige Reichshauptstadt Berlin, in der der Alliierte Kontrollrat tagte, wurde ebenso wie Österreichs Hauptstadt Wien in vier Sektoren aufgeteilt und dem ViermĂ€chte-Status unterstellt. Die Alliierte Kommission beschloss im Zuge der angestrebten Entmilitarisierung Deutschlands unter anderem, Preußen aufzulösen.

Auf der Potsdamer Konferenz vom Juli bis August 1945 wurden der Sowjetunion umfangreiche Reparationen auch aus den deutschen Westzonen vertraglich zugesichert. Außerdem wurde beschlossen, sogenannte Volksdeutsche aus der Tschechoslowakei, Ungarn und Polen nach Deutschland umzusiedeln (→ Heimatvertriebene). Dabei kam es auch zu verlustreichen Fluchtbewegungen und Vertreibungen.

Die deutschen Ostgebiete wurden großenteils bis zu einer friedensvertraglichen Regelung unter polnische Verwaltungshoheit gestellt. Der sĂŒdliche Teil Ostpreußens wurde Polen, der grĂ¶ĂŸere nördliche Teil samt Königsberg (Preußen) der Sowjetunion angegliedert (Oblast Kaliningrad). Polen wurde im Gegenzug „nach Westen verschoben“. Die sowjetische Westgrenze war damit fast mit der Demarkationslinie von 1941 identisch.

Finnland bewahrte seine staatliche UnabhĂ€ngigkeit, musste aber die Karelo-Finnische SSR an die Sowjetunion abtreten. Jugoslawien bildete sich als neuer, relativ autonomer Vielvölkerstaat auf dem Balkan. RumĂ€nien und Bulgarien 1945, die Tschechoslowakei, Polen und Ungarn 1947 und die DDR 1949 wurden Satellitenstaaten der Sowjetunion und bildeten mit ihr als Mitglieder des 1955 gegrĂŒndeten Warschauer Paktes den Ostblock.

In Deutschland und Österreich wurde ab 1945 die in Potsdam beschlossene Entnazifizierung einiger Gesellschaftsbereiche begonnen. In den NĂŒrnberger Prozessen mussten sich Spitzenpolitiker, MilitĂ€rs und andere Vertreter des NS-Regimes fĂŒr das Planen und FĂŒhren eines Angriffskrieges und fĂŒr Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Einige von ihnen wurden zum Tod verurteilt. Diese Prozesse gelten als Grundlage fĂŒr das moderne Völkerstrafrecht. Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion mussten beim Aufbau des verwĂŒsteten Landes mithelfen. Die letzten von ihnen wurden 1955 entlassen.

Die Spaltung Europas und Deutschlands in Einflussbereiche der beiden feindlichen SupermÀchte USA und Sowjetunion im Kalten Krieg verzögerte eine politische AnnÀherung der ehemaligen Kriegsgegner. Diese begann mit der deutschen Ostpolitik ab 1970; alliierte Vorbehaltsrechte in Deutschland erlöschen erst 1990 mit der deutschen Wiedervereinigung.[129]

Siehe auch

Literatur

Dokumente

  • Walther Hubatsch (Hrsg.): Hitlers Weisungen fĂŒr die KriegsfĂŒhrung 1939–1945. Dokumente des Oberkommandos der Wehrmacht. 2. Auflage. Bernard & Graefe, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-7637-5247-1.
  • Alexander Hill: The Great Patriotic War of the Soviet Union, 1941–45. A documentary reader. Routledge, London/New York 2009.

Bibliografien/ForschungsĂŒberblick

Gesamtdarstellungen

Deutsche Planung und KriegfĂŒhrung

  • Gerhart Hass: Der deutsch-sowjetische Krieg 1941–1945. Zu einigen Legenden ĂŒber seine Vorgeschichte und den Verlauf der ersten Kriegswochen. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft. 39 (1991) 7, S. 647–662.
  • Andreas Hillgruber: Hitlers Strategie. Politik und KriegfĂŒhrung 1940–1941. 3. Auflage. Bernard & Graefe, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-7637-5923-9.
  • Alex J. Kay: Exploitation, Resettlement, Mass Murder. Political and Economic Planning for German Occupation Policy in the Soviet Union, 1940–1941. Berghahn Books, New York/Oxford 2006, ISBN 1-84545-186-4 (= Studies on War and Genocide 10).
  • Alex J. Kay, Jeff Rutherford und David Stahel (Hrsg.): Nazi Policy on the Eastern Front, 1941: Total War, Genocide, and Radicalization. Mit einem Vorwort von Christian Streit. University of Rochester Press, Rochester, NY 2012, ISBN 978-1-58046-407-9. (= Rochester Studies in East and Central Europe)
  • Rolf Keller: Sowjetische Kriegsgefangene im Deutschen Reich 1941/42. Behandlung und Arbeitseinsatz zwischen Vernichtungspolitik und kriegswirtschaftlichen Erfordernissen, Göttingen 2011. ISBN 978-3-8353-0989-0. Rezensionen: H-Soz-u-Kult 09. Februar 2012, www.kulturthemen.de 09. Februar 2012
  • Regina MĂŒhlhĂ€user: Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion 1941–1945. Hamburger Edition, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86854-220-2.
  • Timm C. Richter: Die Wehrmacht und der Partisanenkrieg in den besetzten Gebieten der Sowjetunion. In: R. D. MĂŒller, H. E. Volkmann (Hrsg. im Auftrag des MGFA): Die Wehrmacht: Mythos und RealitĂ€t. Oldenburg, MĂŒnchen 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 836–857.
  • Bernd Wegner (Hrsg.): Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt bis zum „Unternehmen Barbarossa“. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1991. (im Auftrag des MilitĂ€rgeschichtlichen Forschungsamtes)

Sowjetische KriegfĂŒhrung

Weblinks

 Wikisource: Fall Barbarossa â€“ Quellen und Volltexte
 Commons: Fall Barbarossa â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Ernst Nolte: Der Faschismus in seiner Epoche. Erstausgabe. Piper Verlag, MĂŒnchen 1963, S. 436.
  2. ↑ Andreas Hillgruber: Die „Endlösung“ und das deutsche Ostimperium als KernstĂŒck des rassenideologischen Programms des Nationalsozialismus. VfZ 20 (1972) Droste, 1976, S. 133–153.
  3. ↑ Klaus-Michael Mallmann, Jochen Böhler, JĂŒrgen MatthĂ€us: Einsatzgruppen in Polen: Darstellung und Dokumentation. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-21353-5.
  4. ↑ Manfred Messerschmidt: Der Krieg im Osten. Ursachen und Charakter des Krieges gegen die Sowjetunion. In: Reinhard KĂŒhnl, Ulrike Hörster-Philipps (Hrsg.): Hitlers Krieg? Zur Kontroverse um Ursachen und Charakter des Zweiten Weltkrieges. Pahl-Rugenstein, Köln 1989, S. 109 ff., besonders 115.
  5. ↑ Manfred Messerschmidt: Der Krieg im Osten. Ursachen und Charakter des Krieges gegen die Sowjetunion. In: Reinhard KĂŒhnl, Ulrike Hörster-Philipps (Hrsg.): Hitlers Krieg? Köln 1989, S. 112.
  6. ↑ Gerhard L. Weinberg: Eine Welt in Waffen. Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs. WBG, Darmstadt 1995, S. 116 f.; ebenso Manfred Hildermeier: Geschichte der Sowjetunion 1917–1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 596.
  7. ↑ Gerhard L. Weinberg: Eine Welt in Waffen. Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs. WBG, Darmstadt 1995, S. 201 f.
  8. ↑ Erich Kuby: Als Polen deutsch war 1939–1945. Max Huber, ISBN 3-19-005503-3, S. 39–40.
  9. ↑ Warlimont: Im Hauptquartier der Wehrmacht 1933–1945. S. 126.
  10. ↑ Gerd R. UeberschĂ€r, Wolfram Wette (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion – „Unternehmen Barbarossa“ 1941. S. 178.
  11. ↑ Manfred Hildermeier: Geschichte der Sowjetunion 1917–1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates. Beck, MĂŒnchen 1998, S. 596; Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Siedler, Berlin 1986, S. 654 ff.; JĂŒrgen Förster: Hitlers Wendung nach Osten. Die deutsche Kriegspolitik 1940–1941. In: Bernd Wegner (Hrsg.): Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt bis zum „Unternehmen Barbarossa“. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1991, S. 122; Sergej Slutsch: Die Motive fĂŒr die Einladung Molotovs nach Berlin. In: Klaus Hildebrand, Udo Wengst, Andreas Wirsching (Hrsg.): Geschichtswissenschaft und Zeiterkenntnis. Von der AufklĂ€rung bis zur Gegenwart. Festschrift zum 65. Geburtstag von Horst Möller. Oldenbourg, MĂŒnchen 2008, S. 253–276.
  12. ↑ Lew A. Besymenski: Molotows Besuch vom November 1940. In: Bianka Pietrow-Ennker: PrĂ€ventivkrieg? 3. Auflage. Fischer TB, 2000, S. 124 f.
  13. ↑ Gerhard L. Weinberg: Eine Welt in Waffen. Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs. WBG, Darmstadt 1995, S. 202; Rolf-Dieter MĂŒller, Gerd R. UeberschĂ€r: Hitlers Krieg im Osten 1941–1945. Ein Forschungsbericht. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, S. 1–55; insb. S. 30; Lothar Gall, Klaus Hildebrand: EnzyklopĂ€die deutscher Geschichte. Die Außenpolitik des Dritten Reiches. Oldenbourg, MĂŒnchen 2006, S. 89.
  14. ↑ Text zitiert bei Gerhard Zwerenz: Die 10 KriegfĂŒhrungsgebote. In: Ossietzky. 15 (2006) (online, abgerufen am 10. August 2011); Abbildung eines Soldbuches mit den „Zehn Geboten 
“ auf: Imageshack. abgerufen am 10. August 2011.
  15. ↑ Wigbert Benz: Der Russlandfeldzug des Dritten Reiches. Haag + Herchen, 1986, ISBN 3-89228-199-8, S. 49.
  16. ↑ Hans Mommsen: Der Krieg gegen die Sowjetunion und die deutsche Gesellschaft. In: Bianka Pietrow-Ennker (Hrsg.): PrĂ€ventivkrieg? Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion. 2. Auflage. Fischer TB, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-596-14497-3, S. 58.
  17. ↑ Johannes HĂŒrter: Hitlers HeerfĂŒhrer – Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42. 2. Aufl. Oldenbourg, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-486-58341-0, S. 207, 249.
  18. ↑ Alex J. Kay: „Hierbei werden zweifellos zig Millionen Menschen verhungern“. Die deutsche Wirtschaftsplanung fĂŒr die besetzte Sowjetunion und ihre Umsetzung 1941–1944. In: Transit. EuropĂ€ische Revue. Heft 38 (2009), S. 57–77, hier S. 69.
  19. ↑ Rolf-Dieter MĂŒller: Das „Unternehmen Barbarossa“ als wirtschaftlicher Raubkrieg. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Wolfram Wette (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. „Unternehmen Barbarossa“ 1941. Fischer, Frankfurt am Main 1991, S. 125–158, hier S. 152.
  20. ↑ Aktennotiz ĂŒber eine Besprechung der StaatssekretĂ€re vom 2.5.1941. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Wolfram Wette (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion – „Unternehmen Barbarossa“ 1941. S. 377 (Dok. 35).
  21. ↑ Christian Gerlach: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941 bis 1944. Hamburg 1999, S. 46 ff.
  22. ↑ Wigbert Benz: Der Hungerplan im „Unternehmen Barbarossa“ 1941. wvb, Berlin 2011, S. 44–47; siehe weiterhin Wigbert Benz: KalkĂŒl und Ideologie – Das Hungervorhaben im „Unternehmen Barbarossa“ 1941. In: Klaus Kremb (Hrsg.): Weltordnungskonzepte. Hoffnungen und EnttĂ€uschungen des 20. Jahrhunderts. Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts. 2010, S. 19–37, hier S. 21–25 (Textauszug).
  23. ↑ Hans-Heinrich Nolte: Kleine Geschichte Rußlands. Stuttgart 1998, S. 253–263.
  24. ↑ Timothy Snyder: Bloodlands. Europe between Hitler an Stalin. New York 2010, S. 411.
  25. ↑ Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-15158-5, S. 51 f.
  26. ↑ Nikolaj M. Romanicev: MilitĂ€rische PlĂ€ne eines Gegenschlags der UdSSR. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Lev A. Bezymenskij (Hrsg.): Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. Die Kontroverse um die PrĂ€ventivkriegsthese. 2., um ein Vorwort erweiterte Auflage. Sonderausgabe. Primus-Verlag, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-89678-776-7, S. 90–93.
  27. ↑ Zitiert bei Gerd R. UeberschĂ€r: Die militĂ€rische Planung fĂŒr den Angriff auf die Sowjetunion. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Lev A. Bezymenskij (Hrsg.): Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. Die Kontroverse um die PrĂ€ventivkriegsthese. Darmstadt 2011, S. 29; PrimĂ€rquellen in Fn 44–48, S. 36.
  28. ↑ Jurij KirĆĄin: Die sowjetischen StreitkrĂ€fte am Vorabend des Großen VaterlĂ€ndischen Krieges. In: Bernd Wegner (Hrsg.): Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt bis zum „Unternehmen Barbarossa“. Piper, MĂŒnchen 1991, S. 389 f.
  29. ↑ Kurzfassung der Rede I.V. Stalins vor den Absolventen der Akademie der Roten Armee im Kreml, 5. Mai 1941. In: 1000dokumente.de, abgerufen am 25. April 2011; Übersetzung nach: Osteuropa. Jg. 1992, Nr. 3, S. 248–252.
  30. ↑ Lev A. Bezymenskij: Stalins Rede vom 5. Mai 1941 – neu dokumentiert. Bernd Bonwetsch: Stalins Äußerungen zur Politik gegenĂŒber Deutschland 1939–1941. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Lev A. Bezymenskij (Hrsg.): Der Angriff auf die Sowjetunion 1941. Die Kontroverse um die PrĂ€ventivkriegsthese. Darmstadt 2011, S. 142, 152.
  31. ↑ Lev A. Bezymenski: Der sowjetische Nachrichtendienst und der Kriegsbeginn von 1941. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Lev A. Bezymenskij (Hrsg.): Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. Die Kontroverse um die PrĂ€ventivkriegsthese. Darmstadt 2011, S. 106 f.
  32. ↑ Heiner Timmermann, Sergej A. Kondraschow, Hisaya Shirai: Spionage, Ideologie, Mythos – der Fall Richard Sorge. Lit Verlag, 2005, ISBN 3-8258-7547-4, S. 15.
  33. ↑ Sergej Slutsch: Der Weg in die Sackgasse. Die UdSSR und der Molotov-Ribbentrop-Pakt. In: Osteuropa. Band 59, Nr. 7–8, Stuttgart 2009, ISSN 00306428, S. 75–96, hier S. 76.
  34. ↑ Alexander I. Boroznjak: Ein russischer Historikerstreit? Zur sowjetischen und russischen Historiographie ĂŒber den deutschen Angriff auf die Sowjetunion. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Lev A. Bezymenskij (Hrsg.): Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. Die Kontroverse um die PrĂ€ventivkriegsthese. Darmstadt 2011, S. 116–128, hier S. 118 f.; siehe weiterhin Lev A. Bezymenskij: Der sowjetische Nachrichtendienst und der Kriegsbeginn von 1941. In: UeberschĂ€r, Bezymenskij: Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. S. 103–115, hier S. 110–113.
  35. ↑ Aussagen Schukows: Interview von Viktor Anfilow 1965. zitiert bei Nikolaj M. Romanicev: MilitĂ€rische PlĂ€ne eines Gegenschlags der UdSSR. In: UeberschĂ€r, Bezymenski (Hrsg.): Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. 2. Auflage. 2011, S. 101; Aussagen Timoschenkos zitiert bei Lev A. Bezymenskij: Stalins Rede vom 5. Mai 1941. In: UeberschĂ€r, Bezymenskij (Hrsg.): Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. 2. Auflage. 2011, S. 142 f.
  36. ↑ Bernd Bonwetsch: Kriegsvorbereitungen der Roten Armee. In: Bianka Pietrow-Ennker (Hrsg.): PrĂ€ventivkrieg? Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion. 2. Auflage. Fischer TB, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-596-14497-3, S. 179–183.
  37. ↑ Nikolaj M. Romanicev: MilitĂ€rische PlĂ€ne eines Gegenschlags der UdSSR. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Lev A. Bezymenskij (Hrsg.): Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. Die Kontroverse um die PrĂ€ventivkriegsthese. Darmstadt 2011, S. 94–100.
  38. ↑ Simon Sebag Montefiore: Stalin, am Hof des roten Zaren. S. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2005, ISBN 978-3-596-17251-1, S. 404–407.
  39. ↑ John Barber: The Image of Stalin in Soviet Propaganda and Public Opinion during World War II. In: John und Carol Garrad (Hrsg.): World War II and the Soviet People. Houndmills, London 1993, S. 41.
  40. ↑ Dimitri Wolkogonow: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches PortrĂ€t. Econ, DĂŒsseldorf/Wien 1993, S. 566.
  41. ↑ Karl-Theodor Schleicher, Heinrich Walle (Hrsg.): Aus Feldpostbriefen junger Christen 1939–1945. Ein Beitrag zur Geschichte der Katholischen Jugend im Felde. Franz Steiner Verlag, 2005, ISBN 3-515-08759-1, S. 392. (= HMRG Beihefte 60)
  42. ↑ Frithjof Benjamin Schenk: Aleksandr Nevskij. Heiliger – FĂŒrst – Nationalheld. Eine Erinnerungsfigur im russischen kulturellen GedĂ€chtnis (1263–2000). Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 382, Fußnote 33.
  43. ↑ David M. Glantz: Stumbling Colossus. The Red Army on the Eve of World War. University of Kansas Press, Lawrence 1998, S. 295.
  44. ↑ ĐœĐ”Đ»ŃŒŃ‚ŃŽŃ…ĐŸĐČ Đœ.И.: ĐŁĐżŃƒŃ‰Đ”ĐœĐœŃ‹Đč ŃˆĐ°ĐœŃ ĐĄŃ‚Đ°Đ»ĐžĐœĐ°. ĐĄĐŸĐČДтсĐșĐžĐč ĐĄĐŸŃŽĐ· Đž Đ±ĐŸŃ€ŃŒĐ±Đ° за ЕĐČŃ€ĐŸĐżŃƒ, 1939–1941. М.: ВДчД, 2000, S. 479 (militera.lib.ru).
  45. ↑ Gerd R. UeberschĂ€r: Die militĂ€rische Planung fĂŒr den Angriff auf die Sowjetunion. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Lev A. Bezymenskij (Hrsg.): Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. Die Kontroverse um die PrĂ€ventivkriegsthese. 2. Auflage. 2011, S. 32.
  46. ↑ a b Horst Boog u. a.: Der Angriff auf die Sowjetunion. Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band IV, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1983, S. 185.
  47. ↑ Laurier Culver: SDKFZ 251 Half-Track, 1939–1945. S. 33.
  48. ↑ a b c d Richard Overy: Russlands Krieg 1941–1945. Rowohlt, Hamburg 2004, ISBN 3-498-05032-X.
  49. ↑ a b c Alexander LĂŒdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2.
  50. ↑ a b Richard Overy: War and Economy in the Third Reich. Oxford University Press, 1995, ISBN 0-19-820599-6.
  51. ↑ A. W. Woroscheikin: Jagdflieger. Band 1+2, Berlin 1976, MilitĂ€rverlag der DDR
  52. ↑ a b Richard Overy: Russlands Krieg, 1941–1945. Rowohlt, Reinbek 2003, ISBN 3-498-05032-X. S. 299ff.
  53. ↑ Franz Kurowski: Balkenkreuz und Roter Stern: Der Luftkrieg ĂŒber Russland 1941-1944., Dörfler 2006, ISBN 3-89555-373-5, S. 25.
  54. ↑ Richard Overy: Die Wurzeln des Sieges; Warum die Alliierten den Krieg gewannen. S. 182.
  55. ↑ Russel Miller (Hrsg.): Die Sowjetunion im Luftkrieg. BechtermĂŒnz Verlag, Eltville am Rhein 1984, ISBN 3-86047-052-3, S. 94.
  56. ↑ Hans-Joachim Mau/, Hans Heiri Stapfer: Unter rotem Stern – Lend-Lease-Flugzeuge fĂŒr die Sowjetunion 1941−1945. Transpress, Berlin 1991, S. 114–118.
  57. ↑ Russel Miller (Hrsg.): Die Sowjetunion im Luftkrieg. BechtermĂŒnz Verlag, Eltville am Rhein 1984, ISBN 3-86047-052-3, S .88, 128-139.
  58. ↑ Alexander Boyd: The Soviet Air Force since 1918. McDonald and Janes's , London 1977, ISBN 0-356-08288-1, S. 138.
  59. ↑ MilitĂ€rgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 6. Deutsche Verlags-Anstalt DVA, 1990, ISBN 3-421-06233-1, S. 1045.
  60. ↑ Panzer fĂŒr Deutsches Reich inkl. Selbstfahrlafetten u. StuG, ohne Panzer I o. Panzerhaubitzen: F.M. von Senger und Etterlin: Die deutschen Panzer 1926–1945. ISBN 3-7637-5988-3, S. 345. Zahlen fĂŒr 1945 siehe in Richard Overy: Die Wurzeln des Sieges. ISBN 3-499-61314-X, S. 425.
  61. ↑ Richard Overy: Why the Allies Won. Pimlico, 2006, ISBN 1-84595-065-8.
  62. ↑ Ingeborg Fleischhauer: Diplomatischer Widerstand gegen Â»Unternehmen Barbarossa«. Die FriedensbemĂŒhungen der Deutschen Botschaft Moskau 1939–1941. Ullstein, Berlin 1991, S. 349–351.
  63. ↑ Schwere Zeiten fĂŒr den Frieden – Als vor 70 Jahren der Hitler-Stalin-Pakt geschlossen wurde, sah ein deutscher Diplomat böses Unheil nahen. In: Moskauer Deutsche Zeitung. 2. November 2009.
  64. ↑ Gerd R. UeberschĂ€r, Wolfram Wette (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion – „Unternehmen Barbarossa“ 1941. S. 117.
  65. ↑ Wolfram Wette: Die propagandistische Begleitmusik zum deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Wolfram Wette (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. „Unternehmen Barbarossa“ 1941. Fischer, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-596-24437-4, S. 45–65; Goebbelszitat S. 50 f.
  66. ↑ Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu
“. Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945. Vögel, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-89650-213-1, S. 80 f.
  67. ↑ Anatolij G. Chor’kow: Die Rote Armee in der Anfangsphase des Großen VaterlĂ€ndischen Krieges. In: Bernd Wegner (Hrsg.): Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt bis zum „Unternehmen Barbarossa“. Hrsg. vom MilitĂ€rgeschichtlichen Forschungsamt, Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1991, S. 426 ff, 438 f.
  68. ↑ Percy E. Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des OKW. 8 Hlbde. Weltbild, Augsburg 2005, ISBN 3-8289-0525-0.
  69. ↑ Dimitri Wolkogonow: Stalin – Triumph und Tragödie. Econ, DĂŒsseldorf/Wien 1993, ISBN 3-612-26011-1, S. 617.
  70. ↑ Samuel W. Mitcham Jr., Gene Mueller: Generaloberst Erich Hoepner. In: Gerd R. UeberschĂ€r (Hrsg.): Hitlers militĂ€rische Elite. 68 LebenslĂ€ufe. 2. Auflage. Primus Verlag, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-89678-727-9, S. 364–370, hier S. 367.
  71. ↑ Janusz Piekalkiewicz: Die Schlacht um Moskau. Augsburg 1997, ISBN 3-86047-908-3.
  72. ↑ Percy E. Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des OKW. Teilband II 1940–1941. S. 1105 ff. Auflistung des GenQu/Abt.I/ Az.: 1/58/42 gKdos vom 5. Januar 1942.
  73. ↑ Übersetzung eines Artikels von Colonel Orlov Alexander Semenovich
  74. ↑ Erich von Manstein: Verlorene Siege. AthenĂ€um, Bonn 1955. (17. Auflage. Bernard und Graefe, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-7637-5253-6)
  75. ↑ Wolfram Wette, Gerd R. UeberschĂ€r (Hrsg.): Kriegsverbrechen im 20. Jahrhundert. Primus, Darmstadt 2001, ISBN 3-89678-417-X, S. 255.
  76. ↑ Janusz Piekalkiewicz, Unternehmen Zitadelle,
  77. ↑ www.worldwar-2.net, Chronologie des Zweiten Weltkrieges (engl.)
  78. ↑ Tony Wood, Jim Perry: combat claims and casualty list. durch das OKL, Chef fĂŒr Ausz. und Disziplin, Luftwaffenpersonalamt L.P. (A) V mittels Mikrofilm bestĂ€tigte AbschĂŒsse (PDF)
  79. ↑ Timm C. Richter: Die Wehrmacht und der Partisanenkrieg in den besetzten Gebieten der Sowjetunion. S. 837.
  80. ↑ Alexander Werth: Russland im Krieg 1941–45. Übers. von Dieter Kiehl, Droemer, MĂŒnchen. Im vorliegenden Werk beschreibt Werth, dass nach dem Durchmarsch der etwa 57.000 deutschen Soldaten aus „symbolischen GrĂŒnden“ sogleich mit Straßenreinigungsmaschinen die Straße gereinigt wurde. Es ist wohl davon auszugehen, dass dieser „Reinigung“ ein konkreter Anlass zu Grunde lag.
  81. ↑ Guido Knopp: Sie wollten Hitler töten. Goldmann, 2005, ISBN 3-442-15340-9.
  82. ↑ Richard Overy: Russlands Krieg, 1941–1945. Rowohlt, Reinbek 2003, ISBN 3-498-05032-X. S. 376ff.
  83. ↑ K.-H. Frieser, KrisztiĂĄn UngvĂĄry u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 8. MĂŒnchen 2007, S. 926.
  84. ↑ Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933 bis 1945. Darmstadt 2003, S. 36f.
  85. ↑ Christian Gerlach: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrussland 1941 bis 1944. Hamburg 1999.
  86. ↑ Ian Kershaw: Hitler 1936–1945. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2000, S. 617.
  87. ↑ Christopher Browning: Die Entfesselung der „Endlösung“. Nationalsozialistische Judenpolitik 1939–1942. Mit einem Beitrag von JĂŒrgen MatthĂ€us. List Taschenbuch, Berlin 2006, ISBN 3-548-60637-7, S. 318 (PropylĂ€en, Berlin/MĂŒnchen 2003, ISBN 3-549-07187-6).
  88. ↑ Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes, Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. MĂŒnchen 2010, S. 185.
  89. ↑ Rolf Dieter MĂŒller: Der andere Holocaust. In: Die Zeit vom 1. Juli 1988.
  90. ↑ Ilja Altman: Opfer des Hasses. Der Holocaust in der UdSSR 1941–1945. Mit einem Vorwort von Hans-Heinrich Nolte. Muster-Schmidt-Verlag, Gleichen/ZĂŒrich 2008, S. 7, 47.
  91. ↑ So wurde noch 1999 auf die damals in Arbeit stehende Dissertation Birgit Becks zu sexueller Gewalt von Wehrmachtssoldaten verwiesen. Siehe Birthe Kundrus: Nur die halbe Geschichte. Frauen im Umfeld der Wehrmacht. In: R.D. MĂŒller, H.E. Volkmann (Hrsg. im Auftrag des MGFA): Die Wehrmacht: Mythos und RealitĂ€t. Oldenbourg, MĂŒnchen 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 719–735, hier S. 733.
  92. ↑ Birgit Beck: Vergewaltigungen. Sexualdelikte von Soldaten vor MilitĂ€rgerichten der deutschen Wehrmacht, 1939–1944. In: Karen Hagemann, Stefanie SchĂŒler-Springorum (Hrsg.): Heimat-Front. MilitĂ€r und GeschlechterverhĂ€ltnisse im Zeitalter der Weltkriege. Frankfurt 2002, S. 263, 259.
  93. ↑ Birthe Kundrus: Nur die halbe Geschichte. Frauen im Umfeld der Wehrmacht. In: R. D. MĂŒller, H.E. Volkmann (Hrsg.): Die Wehrmacht: Mythos und RealitĂ€t. Oldenbourg, MĂŒnchen 1999, S. 734.
  94. ↑ Birgit Beck: Wehrmacht und sexuelle Gewalt. Sexualverbrechen vor deutschen MilitĂ€rgerichten 1939–1945. Paderborn 2004, ISBN 3-506-71726-X, S. 327.
  95. ↑ Birgit Beck: Wehrmacht und sexuelle Gewalt. Sexualverbrechen vor deutschen MilitĂ€rgerichten 1939–1945. S. 328.
  96. ↑ Regina MĂŒhlhĂ€user: Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion 1941–1945. Hamburger Edition, Hamburg 2010, S. 145.
  97. ↑ Regina MĂŒhlhĂ€user: Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion 1941–1945. Hamburger Edition, Hamburg 2010, S. 154.
  98. ↑ Catherine Merridale : Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939–1945. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-10-048450-9, S. 348 f.
  99. ↑ Catherine Merridale : Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939–1945. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006, S. 348; Norman M. Naimark: Die Russen in Deutschland. Die Sowjetische Besatzungszone 1945 bis 1949. Ullstein, Berlin 1997, ISBN 3-548-26549-9, S. 160.
  100. ↑ Barbara Johr: Die Ereignisse in Zahlen. In: Helke Sander/Barbara Johr (Hg.): BeFreier und Befreite. Krieg, Vergewaltigung Kinder. Verlag Antje Kunstmann, MĂŒnchen 1992, ISBN 3-88897-060-1, S. 46–73, hier S. 49; Heinz Nawratil: Massenvergewaltigungen bei der Besetzung Ostdeutschlands durch die Rote Armee. In: Franz W. Seidler, Alfred de Zayas: Kriegsverbrechen in Europa und im Nahen Osten im 20. Jahrhundert. Mittler, Hamburg 2002, ISBN 3-8132-0702-1, S. 122.
  101. ↑ James Mark: Remembering Rape: Divided Social Memory and the Red Army in Hungary 1944–1945. In: Past & Present. Number 188, August 2005, S. 133.
  102. ↑ „The worst suffering of the Hungarian population is due to the rape of women. Rapes – affecting all age groups from ten to seventy are so common that very few women in Hungary have been spared.“ Swiss embassy report cited in Ungváry 2005, S. 350 (Krisztian Ungvary: The Siege of Budapest. 2005).
  103. ↑ RĂŒdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945. In: Die Deutsche Kriegsgesellschaft 1939–1945. Band 9. Zweiter Halbband: Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung. Im Auftrag des MilitĂ€rgeschichtlichen Forschungsamtes herausgegeben von Jörg Echternkamp. DVA, MĂŒnchen 2005 (= Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg Bd. 9/1–2), S. 729–875, hier S. 799 f.
  104. ↑ Gerd R. UeberschĂ€r, Wolfram Wette (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion – „Unternehmen Barbarossa“ 1941. Frankfurt a.M. 1991, S. 261 (Dok. 9)
  105. ↑ Gerd R. UeberschĂ€r, Wolfram Wette (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion – „Unternehmen Barbarossa“ 1941. S. 297 ff. (Dok. 26)
  106. ↑ Christian Streit: Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941–1945. Neuausgabe. Dietz, Bonn 1991, S. 83 ff.
  107. ↑ RĂŒdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945. S. 804.
  108. ↑ RĂŒdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945. S. 805.
  109. ↑ Rolf-Dieter MĂŒller: Der Zweite Weltkrieg 1939 1945. Klett-Cotta, Stuttgart 2004, S. 175 f. (= Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte, hrsg. v. Wolfgang Benz, Bd. 21)
  110. ↑ RĂŒdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945. S. 809.
  111. ↑ Christian Streit: Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941–1945. S. 128.
  112. ↑ Gerd R. UeberschĂ€r, Wolfram Wette (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion – „Unternehmen Barbarossa“ 1941. S. 345 f. (Dok. 43); siehe auch RĂŒdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945. S. 816.
  113. ↑ Christian Streit: Keine Kameraden. S. 10 u. passim, berechnet, in erster Linie auf Basis der „Nachweisung des Verbleibs der sowjetischen Kriegsgefangenen nach dem Stand vom 1.5.1944“, 3,3 Millionen tote sowjetische Kriegsgefangene; Alfred Streim: Sowjetische Gefangene in Hitlers Vernichtungskrieg. Berichte und Dokumente 1941–1945. MĂŒller Juristischer Verlag, Heidelberg 1982, S. 244 ff., gibt auf der Grundlage von Prozessakten der Nachkriegszeit mindestens (Hervorhebung bei Streim) 2.530.000 Opfer an; RĂŒdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945. S. 820, kommt in seiner jĂŒngsten Untersuchung durch Abgleich verschiedener Dokumente und statistischer Verfahren auf eine Zahl zwischen zweieinhalb und drei Millionen in deutschem Gewahrsam umgekommenen Rotarmisten, da „zwischen 2,3 und 2,8 Millionen Personen – also etwa die HĂ€lfte der mehr als 5,3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen – ĂŒberlebt“ hĂ€tten.
  114. ↑ Timothy Snyder: Der Holocaust. Die ausgeblendete RealitĂ€t. In: Eurozine. 18. Februar 2010, In: Transit. Heft 38, 2009, S. 6–19, Zitat S. 9.
  115. ↑ Christian Hartmann: Unternehmen Barbarossa. Der deutsche Krieg im Osten 1941–1945. MĂŒnchen 2011, S. 65.
  116. ↑ Albrecht Lehmann: Gefangenschaft und Heimkehr. Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion. C.H. Beck, MĂŒnchen 1986, ISBN 3-406-31518-6, S. 29
  117. ↑ Christian Zentner: Der Zweite Weltkrieg – Ein Lexikon. Heyne, MĂŒnchen 1998.
  118. ↑ Albrecht Lehmann: Gefangenschaft und Heimkehr. Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion. C.H. Beck, MĂŒnchen 1986, S. 28–37, Zitat S. 29.
  119. ↑ Richard Overy: Russlands Krieg. 1941–1945. 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek 2003, ISBN 3-498-05032-X, S. 435 ff.;  Klaus Wiegrefe: Sprung ins Dunkle. In: Der Spiegel. Nr. 35, 2009, S. 69 (online).</span>
  120. ↑ Boris Wadimowitsch Sokolow, nach Milton Leitenberg: Death in Wars and Conflicts in the 20th Century.
  121. ↑ Rianovosti, 7. Mai 2009: UdSSR hat im Zweiten Weltkrieg rund 37 Millionen Menschen verloren
  122. ↑ Christian Hartmann: Unternehmen Barbarossa. Der deutsche Krieg im Osten 1941–1945. C.H. Beck, MĂŒnchen 2011, S. 115 f.; speziell zu den angegeben Opferzahlen der Wehrmacht siehe auch RĂŒdiger Overmans: Deutsche militĂ€rische Verluste im Zweiten Weltkrieg. 3. Auflage. Oldenbourg, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-486-20028-3, S. 255 (5,3 Mio. Gesamtverluste), S. 277 (2,7 Mio. Verluste an der Ostfront), S. 288 (1,1 Mio. in sowjetischer Kriegsgefangenschaft gestorbene deutsche Soldaten) (Zugl.: Freiburg/Br., Univ., Diss., 1996)
  123. ↑ ReiseausrĂŒstung fĂŒr das Jenseits. auf: SWR 2.
  124. ↑ Eine BĂŒrgerinitiative fĂŒr die Toten. auf: Spiegel online – einestages.
  125. ↑ Volksbund GrĂ€bersuche online
  126. ↑ Internet-Suche nach Kriegstoten wird einfacher. In: Ostseezeitung. 25. Januar 2011.
  127. ↑ Deutschlandradio
  128. ↑ Übersicht der KriegsgrĂ€berstĂ€tten des VdK
  129. ↑ Gabriele Brenke, Karl Kaiser, Hanns W. Maull (Hrsg.): Deutschlands neue Außenpolitik. Band 1. Grundlagen. 3. Auflage. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1997, ISBN 3-486-56321-1, S. 129.
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