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| Deutsche Forschungsgemeinschaft | |
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| Typ | Eingetragener Verein |
| Gründung | 2. August 1951 |
| Sitz | Bonn, Deutschland |
| Ursprung | Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft, Deutscher Forschungsrat |
| Website | dfg.de |
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist eine Einrichtung zur Förderung der Wissenschaft und Forschung in der Bundesrepublik Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Bund und Länder finanzieren die europaweit größte Forschungsförderungsorganisation gemeinschaftlich als einen gemeinnützigen, eingetragenen Verein. Die DFG ist die zentrale Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland mit Sitz in Bonn. Planungssicherheit durch kontinuierliche Etatsteigerungen ist mit dem Pakt für Forschung und Innovation gegeben.
Präsident der DFG ist Matthias Kleiner, Generalsekretärin ist Dorothee Dzwonnek. Gemeinsam mit dem Präsidenten bildet sie den Vorstand der DFG. Dem zehnköpfigen Präsidium gehören außerdem an: Peter Funke (Alte Geschichte), Konrad Samwer (Physik), Ferdi Schüth (Chemie), Dorothea Wagner (Informatik), Christine Windbichler (Rechtswissenschaften) sowie Arend Oetker (Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft/ständiger Gast) und Leena Bruckner-Tuderman (Medizin/Gast im Präsidium).
In ihrer Satzung definiert der §1 ihre Aufgaben:
„Die Deutsche Forschungsgemeinschaft dient der Wissenschaft in allen ihren Zweigen durch die finanzielle Unterstützung von Forschungsaufgaben und durch die Förderung der Zusammenarbeit unter den Forschern. Sie berät Parlamente und Behörden in wissenschaftlichen Fragen und pflegt die Verbindungen der Forschung zur Wirtschaft und zur ausländischen Wissenschaft. ... “
– Satzung der Deutschen Forschungsgemeinschaft[1]
Das Präsidium, das aus dem Präsidenten und den Vizepräsidenten besteht, bedient sich zur Erledigung der laufenden Geschäfte der Geschäftsführung, an deren Spitze der Generalsekretär der Deutschen Forschungsgemeinschaft steht. Seit 1. September 2007 ist Dorothee Dzwonnek Generalsekretärin der DFG.
Die DFG fördert Einzelprojekte, Graduiertenkollegs, Forschungskooperationen sowie Infrastruktur und sie unterhält weltweit Wissenschaftsbeziehungen. Antragsberechtigt sind neben Institutionen auch einzelne Wissenschaftler (ab der Promotion). Dabei lagen die Ausgaben der DFG 2005 bei etwas mehr als 1,3 Milliarden Euro. In der Amtszeit des Präsidenten bis 2006 steigerte sie das Budget um 40 Prozent.
Die DFG ist Mitglied des Internationalen Wissenschaftsrats (ICSU). Schwesterorganisationen im Ausland sind beispielsweise die National Natural Science Foundation of China, mit der sie gemeinsam das Chinesisch-Deutsche Zentrum für Wissenschaftsförderung unterhält. Weitere Partnerorganisationen sind die National Science Foundation (USA), die Royal Academy (Vereinigtes Königreich), der Schweizerische Nationalfonds und der Consejo Nacional de Ciencia y Tecnología (Mexiko).
Ein wesentliches Steuerungsgremium der DFG ist der Senat, der aus 39 wissenschaftlichen Mitgliedern besteht. Von diesen Mitgliedern werden 36 Mitglieder von der Mitgliederversammlung für drei Jahre gewählt, die Präsidentin bzw. der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, der Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaft und der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft gehören dem Senat qua Amt an.
Ständige Gäste des Senats sind die Präsidenten der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Vorsitzende des Wissenschaftsrates.
Der Senat setzt "zur Erfüllung seiner Aufgaben" Kommissionen und Ausschüsse ein.
Diese Ausschüsse sind:
Die Entstehung der DFG geht auf die Zeit der Weimarer Republik zurück. Gegründet wurde sie am 30. Oktober 1920 als Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft auf Initiative des Chemikers Fritz Haber und von Friedrich Schmidt-Ott, der ihr erster Präsident wurde. Im Jahr 1929 wurde der Name in Deutsche Gemeinschaft zur Erhaltung und Förderung der Forschung, kurz (Deutsche) Forschungsgemeinschaft, geändert.
Ein Großteil der tonangebenden DFG-Wissenschaftler begrüßte nach 1933 das NS-Regime und arbeitete im Rahmen eines „radikalnationalistischen Grundkonsenses“ aus freien Stücken an seinen Zielen mit. Die Forschungsförderung war weitgehend frei von politischem Druck.[2] Die Fördermittel für politisch genehme Forschungsgebiete wie „Rassenhygiene“ und Agrarwissenschaften wurden deutlich erhöht.[3] In die "Volksforschung", wo Wissenschaftler sich mit der Vernichtung der polnischen Intelligenz und Juden beschäftigten, wurden 1934 1,2 Milliarden Reichsmark investiert.[4]
Präsident der DFG war zwischen 1934 bis 1936 der Physiker Johannes Stark. Er berief den NS-Chefideologen Alfred Rosenberg zum Schirmherrn und Ehrenpräsidenten der DFG. Stark verlor sein Amt, weil sich neben Bernhard Rust und seinen Ministerialbeamten auch die SS und die Wehrmacht gegen ihn stellten.[5]. Nach Untersuchungen einer von 2000 bis 2008 vom Freiburger Historiker Ulrich Herbert geleiteten Arbeitsgruppe trug die DFG in der Zeit des Nationalsozialismus maßgeblich zur Erarbeitung des Generalplan Ost bei, bei dem der Tod von Millionen Menschen in Osteuropa in Kauf genommen wurde. Der Generalplan sah vor, so genannte Volksdeutsche in osteuropäischen Regionen anzusiedeln, aus denen die einheimische Bevölkerung zuvor vertrieben worden war. Die Historiker schätzten die Zahl der Todesopfer in Osteuropa auf 33 Millionen Menschen.
Gegen Kriegsende wurden vorsätzlich zahlreiche DFG-Förderakten vernichtet.[6]
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1949 die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft wiedergegründet. In Göttingen konstituierte sich am 9. März 1949 der wissenschaftspolitisch ausgerichtete Deutsche Forschungsrat.[7] Am 2. August 1951 fusionierten die Notgemeinschaft und der Forschungsrat zur Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Nach der Wiedervereinigung wurde 1990 die Förderarbeit auf das Gebiet des vereinten Deutschland ausgedehnt. 1999 wurde außerdem ein Ombudsmann für die Wissenschaft eingerichtet.
Die DFG vergibt jährlich folgende Forschungspreise:
Alle Förderprogramme im Überblick unter http://www.dfg.de/foerderung/programme
Quelle:[14]
50.6994437.14777Koordinaten: 50° 41′ 58″ N, 7° 8′ 52″ O