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Der Deutschunterricht dient der Entwicklung der deutschen Hörverstehens-, Sprech-, Lese- und Schreibkompetenz. Auf höherem Niveau intendiert er traditionell besonders die Entwicklung der Fähigkeit, deutschsprachige literarische Texte zu verstehen.
Unter der Bezeichnung „Deutschunterricht“ wird eine Vielzahl von Unterrichtsformen zusammengefasst, die sich hinsichtlich ihrer Lernziele und ihrer didaktischen Konzepte erheblich unterscheiden können. Was unter „Deutschunterricht“ jeweils verstanden wird, hängt unter anderem davon ab, an welche Zielgruppe der Unterricht adressiert ist. Grundlegend für Ziele und Methoden ist unter anderem die Unterscheidung von muttersprachlichem und fremdsprachlichem Deutschunterricht.
Inhaltsverzeichnis
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Bereits vor der Schulzeit werden mit den Kindern einfache Übungen zum Erlernen der deutschen Sprache durchgeführt. Darunter fällt beispielsweise die phonologische Bewusstheit.
Dazu gehören folgende Lernspiele und Übungen:
Diese und weitere wichtige Aspekte werden sowohl in der Vorschule, als auch in der ersten Jahrgangsstufe trainiert.
Neben Grundwissen (Grammatik) und Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Reden in deutscher Sprache wird an vielen Schulen in den höheren Klassen auch ein Einblick in die Deutsche Literatur, rhetorische Fähigkeiten, Kenntnis verschiedener Textarten, Textanalyse und Textinterpretation vermittelt. Auch wird oft gelehrt (und gelernt), Referate zu halten, also vor der Klasse zu sprechen.
In den höheren Klassenstufen, besonders in der Gymnasialen Oberstufe, steht im Mittelpunkt des Deutschunterrichts traditionell die Arbeit mit literarischen Texten, insbesondere deren Interpretation im Sinne der Hermeneutik. Dabei können im schulischen Deutschunterricht, ebenso wie in entsprechenden Universitätsstudiengängen, viele verschiedene literaturwissenschaftliche Schulen und Richtungen vorgestellt werden, wie New Criticism, Dekonstruktivismus, Strukturalismus, Poststrukturalismus, Rezeptionsästhetik, Werkimmanente Interpretation, Literatursoziologie und Marxistische Literaturtheorie.
Die schärfste Kritik an der Praxis, in den Mittelpunkt des schulischen (ebenso wie des universitären) Literaturstudiums die Textinterpretation zu stellen, hat der Literaturtheoretiker Siegfried J. Schmidt vorgebracht. Schmidt beanstandet vor allem den eklektischen Umgang mit literaturwissenschaftlichen Methoden, die nach seiner Auffassung eine Pluralität ohne theoretisch fundierte Systematik bilden. Literaturwissenschaftler und -lehrende können aus dieser „Methodenrevue“ nur willkürlich herausklauben, was gerade passend erscheint. Da keine der gebräuchlichen Methoden auf Intersubjektivität und rationale Argumentation hin orientiert sei, rücken Macht und Wissen – etwa bei Prüfungen – in gefährliche Nähe. Der Expertenanspruch, mit dem Literaturwissenschaftler Aussagen über „literarische Texte“ und deren Verhältnis zu Aspekten von Gesellschaft machen, führe dazu, dass solche Aussagen gelegentlich erhebliche gesellschaftliche Relevanz gewinnen (vgl. z.B. die Rolle der Germanistik im Nationalsozialismus). Schmidt argwöhnt, dass die Literaturinterpretation (als Ermittlung der richtigen Textbedeutung), wie sie in Schule und Universität gepflegt werde, primär als Spur akademischer Qualifikations- und Selbstbehauptungsattitüden zu klassifizieren sei. Insbesondere unterstütze sie nicht den Gewinn von Erkenntnissen, die über die Literaturwissenschaft hinaus von Nutzen sein können, und trainiere auch keine andere Fähigkeit als die zur Interpretation literarischer Texte.[1]
Besonders durch den Druck der Ergebnisse der 2001 veröffentlichten ersten PISA-Studie wurden im Fach Deutsch die Rahmenlehrpläne in ihren Zielen und Schwerpunkten neu ausgerichtet: die durch PISA, PIRLS/IGLU und vergleichbare Studien offengelegten Lesekompetenzschwächen haben in den neuen Bildungsplänen der Kultusministerkonferenz zu einer Abwertung der Vermittlung formaler Fertigkeiten geführt. So sieht der Lehrplan des Landes Schleswig-Holstein die Förderung von Kompetenzen als zentrales Moment des Deutschunterrichtes und der Deutschdidaktik. Dies setzt gänzlich andere Akzente als die bisherige Vorstellung, dass formale Fähigkeiten wie Grammatik und Rechtschreibung bedeutender Gegenstand des Unterrichtes sein müssten – diese sind damit nicht aus dem Unterricht getilgt, aber in einen Kompetenzbereich eingebettet und vom Lehrer begleitend zu vermitteln.
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sind demnach
→ Hauptartikel: Muttersprachlicher Deutschunterricht im nicht-deutschsprachigen Raum
Im nicht-deutschsprachigen Raum erhalten deutsche Muttersprachler, also z. B. Migrantenkinder, an den öffentlichen Schulen meist keinen Deutschunterricht. In vielen Ländern bestehen darum deutsche Auslandsschulen. Besonders dicht ist das Netz deutscher Auslandschulen u. a. in Spanien, wo an 11 Standorten insgesamt 6.383 Kinder unterrichtet werden.
Da die meisten der im nicht-deutschsprachigen Raum aufwachsenden deutschen Muttersprachler an ihrem Wohnort keine deutsche Schule zur Verfügung haben, erlernen viele dieser Kinder das deutsche Lesen und Schreiben per Haus- oder Fernunterricht. Kostenpflichtige Fernlehrgänge im Fach Deutsch werden u. a. von der Deutschen Fernschule in Wetzlar und der ILS in Hamburg angeboten.
→ Hauptartikel: Deutsch als Fremdsprache
Eine besondere Form des Deutschunterrichts an allgemeinbildenden Schulen ist der Unterricht Deutsch als Zweitsprache (DaZ), ein Unterricht für Migranten bzw. für Kinder aus Migrantenfamilien. Deutsch als Fremdsprache (DaF) wird in den deutschsprachigen Ländern und außerhalb unterrichtet. DaF-Unterricht findet nicht nur an öffentlichen und allgemeinbildenden Schulen, sondern auch an Privatschulen oder Universitäten statt.
In den Vereinigten Staaten wird Deutsch als Fremdsprache meist erst in der High School, d. h. in den Klassenstufen 9-12, gelehrt. 38% aller öffentlichen High Schools bieten dieses Fach an. Nach Spanisch und Französisch ist Deutsch die an amerikanischen Highschools am dritthäufigsten gelehrte Fremdsprache[2].
Auch an amerikanischen Hochschulen zählt Deutsch zu den populärsten Fremdsprachen. Die Zahl der Studenten, die einen entsprechenden Kurs besuchen, beträgt derzeit etwa 94.260[3].