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Meter

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Meter (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Einheit
Norm SI-Einheitensystem
Einheitenname Meter
Einheitenzeichen m
Beschriebene GrĂ¶ĂŸe(n) LĂ€nge, Breite, Tiefe
Höhe;
Dicke, Schichtdicke;
Radius, Abstand;
Durchmesser
GrĂ¶ĂŸensymbol(e) l, s, b, h, d, r etc.
Dimensionsname LĂ€nge
Dimensionssymbol L
In SI-Einheiten SI-Basiseinheit
In CGS-Einheiten 1 m = 102 cm
In Planck-Einheiten 1 m = 6,3·1034
Benannt nach altgriechisch ÎŒÎ­Ï„ÏÎżÎœ mĂ©tron ‚Maß, Werkzeug zum Messen, LĂ€nge‘[1]

Der oder das[2] Meter (von altgriechisch ÎŒÎ­Ï„ÏÎżÎœ mĂ©tron ‚Maß‘, ‚Werkzeug zum Messen‘, ‚LĂ€nge‘)[1] ist eine LĂ€ngenmaßeinheit im Internationalen Einheitensystem und die SI-Basiseinheit der LĂ€nge.

Das Einheitenzeichen des Meters ist der kleine Buchstabe „m“. FĂŒr dezimale Vielfache und Teile davon gelten die internationalen VorsĂ€tze fĂŒr Maßeinheiten.

Der Meter ist die Basiseinheit fĂŒr das Metrische Einheitensystem.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Definitionsgeschichte

Die LĂ€ngeneinheit Meter ist seit Ende des 18. Jahrhunderts in Gebrauch. Der Ursprung dieser LĂ€ngeneinheit ist der Beschluss der französischen Nationalversammlung, ein einheitliches LĂ€ngenmaß zu definieren.

Der heutigen Definition des Meters gingen einige VorschlĂ€ge fĂŒr die Definition einer LĂ€ngeneinheit voraus, die anders als traditionelle Einheiten nicht von der LĂ€nge menschlicher Gliedmaßen abgeleitet war. So schlug der Abt Jean Picard 1668 als LĂ€ngeneinheit das Sekundenpendel vor – also die LĂ€nge eines Pendels, das eine halbe Periodendauer von einer Sekunde hat. Im Schwerefeld von Europa hĂ€tte ein solches Pendel die LĂ€nge von etwa 0,994 m und kĂ€me der heutigen Definition eines Meters ziemlich nahe. Der Begriff Meter fĂŒr diese LĂ€ngeneinheit wurde bereits 1675 von Tito Livio Burattini verwendet. Er bezeichnete die LĂ€nge des Sekundenpendels als Metro Cattolico (allgemeines Maß; „Cattolico“ hier von altgriechisch ÎșαΞολÎčÎșός katholikĂłs ‚das Ganze betreffend‘, ‚allgemein‘).[1]

Internationaler Meterprototyp, Standardbarren aus Platin-Iridium, der Standard bis 1960 (NIST)

Maßgebend fĂŒr eine internationale LĂ€ngeneinheit wurde jedoch nicht das Sekundenpendel, sondern die Erdfigur. 1735 entsandte die Pariser Akademie zwei Expeditionen zur Gradmessung nach Peru und Lappland, um die genauen Abmessungen der Erde festzustellen. Im Jahr 1793 setzte der französische Nationalkonvent – neben einem neuen Kalender – auch ein neues LĂ€ngenmaß fest: Der Meter sollte den 10-millionsten Teil des Erdquadranten auf dem Meridian von Paris betragen – also den zehnmillionsten Teil der Entfernung vom Pol zum Äquator. Ein Prototyp dieses Meters wurde 1795 in Messing gegossen. Er erwies sich spĂ€ter als außerordentlich genau – gemessen am gesteckten Ziel war er nur 0,013 % oder 0,13 Millimeter zu lang.

Zwischen 1792 und 1799 bestimmten Delambre und MĂ©chain die LĂ€nge des Meridianbogens zwischen DĂŒnkirchen und Barcelona. Aus einer Kombination mit den Peru-Lappland-Resultaten ergab sich ein neuer Wert, der 1799 fĂŒr verbindlich erklĂ€rt und als ein Platinstab, das Urmeter realisiert wurde. Im 19. Jahrhundert kamen allerdings genauere Vermessungen der Erde zum Ergebnis, dass das Urmeter etwa 0,02 % zu kurz geraten war. Dennoch wurde an dem 1799 definierten Meter festgehalten – mit dem Ergebnis, dass der Erdmeridianquadrant nicht 10.000, sondern 10.001,966 km lang ist. Diese LĂ€nge gilt jedoch nur fĂŒr den Meridian Paris. Andere Meridiane haben andere LĂ€ngen. Ein Nebeneffekt war, dass man erkannte, dass die Erde keine exakte Kugel ist, sondern eine unregelmĂ€ĂŸige Form hat. Die Erde hatte sich damit als ungeeignet zur Definition des Meters erwiesen. Bis 1960 war deshalb das Meter als die LĂ€nge eines konkreten Gegenstands festgesetzt - des Urmeters, bzw., seit 1889, des Internationalen Meterprototyps (siehe unten). Alle spĂ€teren Definitionen hatten das Ziel, dieser LĂ€nge möglichst genau zu entsprechen.

Der Norddeutsche Bund beschloss am 17. August 1868 die EinfĂŒhrung des französischen Metersystems zum 1. Januar 1872, und 1875 gehörte Deutschland zu den zwölf GrĂŒndungsmitgliedern der Internationalen Meterkonvention.

1889 wurde vom BIPM der internationale Meterprototyp eingefĂŒhrt; es ist ein Stab mit kreuzförmigem Querschnitt aus einer Platin-Iridium-Legierung im VerhĂ€ltnis 90:10. Die LĂ€nge des Meters wurde festgelegt als der Abstand der Mittelstriche zweier Strichgruppen bei einer Temperatur von 0 Â°C. Dreißig Kopien dieses Meterprototyps wurden an nationale Eichinstitute verlost, siehe den Artikel Urmeter.

Obgleich bei der Herstellung der Meterprototypen grĂ¶ĂŸter Wert auf Haltbarkeit und UnverĂ€nderbarkeit gelegt worden war, war doch klar, dass diese grundsĂ€tzlich vergĂ€nglich sind. RegelmĂ€ĂŸige Vergleiche der Kopien untereinander und die Anfertigung von Gebrauchskopien stellten ein Risiko der BeschĂ€digung dar.

Um dem Abhilfe zu schaffen, wurde 1960 festgelegt: Ein Meter ist das 1.650.763,73-fache der WellenlĂ€nge der von Atomen des Nuklids 86Kr beim Übergang vom Zustand 5d5 zum Zustand 2p10 ausgesandten, sich im Vakuum ausbreitenden Strahlung. Das VerstĂ€ndnis dieser Definition setzt lediglich Kenntnisse in Atomphysik voraus. Sind diese und die nötige AusrĂŒstung vorhanden, so kann die LĂ€nge von einem Meter an jedem beliebigen Ort reproduziert werden. Statt auf der aufzubewahrenden Maßverkörperung, dem Urmeter, beruht die Definition des Meters seitdem auf einer Messvorschrift. Der Zahlenwert (1.650.763,73) wurde dabei so gewĂ€hlt, dass das Ergebnis dem bis 1960 gĂŒltigen Meter innerhalb der damaligen Messgenauigkeit entspricht.

Verbesserungen der Messgenauigkeit bei der Realisierung des Meters nach dieser Vorschrift Ă€nderten jeweils den Zahlenwert der Naturkonstanten „Lichtgeschwindigkeit im Vakuum“ (c0), zuletzt 1973 auf den CODATA-SchĂ€tzwert von (299.792.458,0 Â± 1,2) m/s. Um fĂŒr diese wichtige Naturkonstante einen konstanten Zahlenwert zu haben,[3] wurde 1975 auf der 15. Generalkonferenz fĂŒr Maße und Gewichte (kurz CGPM) empfohlen[4] und am 20. Oktober 1983 auf der 17. CGPM beschlossen,[5] diesen Zahlenwert beizubehalten. Seither ist also ein Meter definiert als „die Strecke, die das Licht im Vakuum in einer Zeit von 1 / 299.792.458 Sekunde zurĂŒcklegt“. Dabei ist die Realisierung der Sekunde (SI-Einheit der Zeit) mit einer weit geringeren Unsicherheit behaftet.

Dezimale Vielfache

Bezeichnung Einheit Faktor Vielfaches Anmerkung
Gigameter Gm 109-0 1.000.000 km
Megameter Mm 106-0 1.000 km gebrĂ€uchlich in der Ozeanologie
Myriameter 104-0 10 km veraltet, siehe Myriameterstein
Kilometer km 103-0 1.000 m
Hektometer hm 102-0 100 m Vor allem verwendet bei Artillerie und Marine, Hektometerstein an Straßen
Dekameter dam 101-0 10 m Anfang des 20. Jahrhunderts findet sich die Bezeichnung „Kette“ als Synonym fĂŒr Dekameter.
Meter m 100 Grundmaß
Dezimeter dm 10-1 10 cm Veraltet (um 1900): Decimeter
Zentimeter cm 10-2 10 mm Veraltet (um 1900): Centimeter
Millimeter mm 10-3 1.000 Â”m 10 Millimeter sind 1 Zentimeter.
Mikrometer ”m 10-60 0,001 mm Veraltete Bezeichnung: Mikron.
Nanometer nm 10-90 1000 pm Entspricht einem Milliardstel Meter (einem Millionstel Millimeter).
Ångström Å 10-10 100 pm gebrĂ€uchlich in der Atomphysik und in der Kristallographie
Pikometer pm 10-12 Entspricht einem Billionstel Meter (einem Milliardstel Millimeter).
Femtometer fm 10-15 Unter der veralteten Bezeichnung Fermi in der Kernphysik und in der Teilchenphysik gebrÀuchlich.

Literatur

  •  Johannes Hoppe-Blank: Vom metrischen System zum Internationalen Einheitensystem. Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Braunschweig 1975 (Bericht PTB-ATWD-5).</span>
  • Kreutzfeldt, Reinhard: Das Archivmeter - Zur BegrĂŒndung des metrischen Systems vor 200 Jahren ; Der Vermessungsingenieur 3/99 S.156-158 ; Verlag Chmielorz 1999
  • SchĂŒtze, Engler, Weber: Lehrbuch Vermessung-Grundwissen, 2. Auflage, Weber-Verlags GbR 2007, Dresden. ISBN 978-3-936203-07-3
  • Film: Die Jagd nach dem Urmeter, 52 min., Doku D/F vom 7. August 2010 auf arte

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c  Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. MĂŒnchen/Wien 1965.</span>
  2. ↑ Laut Wahrig Deutsches Wörterbuch, Bertelsmann Verlag neutrum, aber umgangssprachlich auch und in der Schweiz nur der Meter; nach DIN-Norm DIN 1301-1:2002-10 nur das Meter
  3. ↑ J. Terrien: International Agreement on the Value of the Velocity of Light. In: Metrologia. Band 10, Nummer 1, 1974, S. 9, doi:10.1088/0026-1394/10/1/003.
  4. ↑ Recommended value for the speed of light. Resolution 2 of the 15th meeting of the CGPM (1975).
  5. ↑ „New York Times” vom 1. November 1983

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Meter â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Metre â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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