Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Die Berge

p1p5
Die Berge
Waldweg am Fliegerberg

Waldweg am Fliegerberg

H√∂chster Gipfel format|107.4 |format=dewiki}} m √ľ. NN)
Lage Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen
Teil der Einheit Hohe Mark (mit Rekener Kuppen), Halterner Berge, Westm√ľnsterland
Einteilung nach Bundesanstalt f√ľr Landeskunde, BfN
Die Berge (Nordrhein-Westfalen)
Die Berge
Koordinaten 6,9227444444444|primary dim=20000 globe= name= region=DE-NW type=mountain
  }}

Die Berge, auch Borken-Ramsdorfer Berge[1] und meist nur (die) Berge genannt, im Kreis Borken in Nordrhein-Westfalen sind ein bis {{#invoke:FormatNum|format|107.4 |format=dewiki}} m √ľ. NN[2] hoher H√∂henzug und √∂kologisch teilweise wertvoller Unter-Naturraum der Einheit Hohe Mark (mit Rekener Kuppen) in der Haupteinheit Westm√ľnsterland[1].

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Die Berge liegen etwa 11 km (Luftlinie) s√ľd√∂stlich der deutsch-niederl√§ndischen Grenze am Nordrand des den Ballungsraum Ruhrgebiet n√∂rdlich flankierenden Naturparks Hohe Mark-Westm√ľnsterland. Ihre h√ľgelige Landschaft erhebt sich zwischen Ramsdorf im Norden, Velen im Nordosten, Heiden im S√ľden und Borken nebst Gemen im Westen. Der Gro√üteil der Berge, die in Ost-West-Richtung etwa 4,7 km lang und in Nord-S√ľd-Richtung rund 2 km breit sind, befindet sich auf dem Grund der Gemeinde Velen. Ein paar Ausl√§ufer geh√∂ren zur Stadt Borken und Gemeinde Heiden. Die A 31 verl√§uft etwas √∂stlich. N√∂rdlich der Berge flie√üt etwa in Ost-West-Richtung die Bocholter Aa vorbei.

Die Berge sind der westlichste Teil der Rekener Kuppen bzw. der nordwestlichste Ausl√§ufer der naturr√§umlichen Einheit Hohe Mark (mit Rekener Kuppen) ‚Äď siehe dortige naturr√§umliche Gliederung. Von den sich osts√ľd√∂stlich anschlie√üenden, mit bis {{#invoke:FormatNum|format|133.4 |format=dewiki}} m √ľ. NN noch etwas h√∂heren Rekener Bergen werden sie durch die L 829 zwischen Heiden (S) und Velen (N) getrennt.[1][3]

Geologie

Tr√ľmmererzablagerungen

Die Berge stellen den westlichsten Teil der geologischen Halterner Sande dar, die sich in den Rekener Bergen nach Osts√ľdosten fortsetzen. Beide H√∂henz√ľge entstanden durch eine Reliefumkehr von Oberkreide-Lockermaterial und sind mit Unterkreide-Tr√ľmmermaterial gedeckelt. Auff√§llig ist ihr sanfter Abfall nach S√ľden bei deutlich schrofferem Nordabfall.[1]

Durch das Vorhandensein von Tr√ľmmererzablagerungen, Zusammenbackungen aus Eisen, Ton und kleinen Steinen, wurde eine Abtragung der sonst lockeren Sande durch Jahrmillionen andauernde Erosion verhindert. So blieben die H√ľgel erhalten. Das Gel√§nde zeichnet sich ferner durch gro√üfl√§chige, gut erhaltene Podsol- und Pseudogley-Podsolvorkommen aus. Dies sind typische B√∂den ehemaliger Allmende- und Heidegebiete.

Flora

Alte Kiefern

Die Berge zeichnen sich durch eine sehr abwechslungsvolle Vegetation aus. Neben einem breiten Baumartenspektrum kommen viele verschiedene Gräser und Sträucher vor.

Heute sind die Berge fast vollst√§ndig mit Nadel- und Mischw√§ldern bedeckt, wobei artenarme Kiefernw√§lder, besonders im √∂stlichen Gebiet, einen Gro√üteil der Fl√§chen einnehmen. Die Kiefer kommt von Natur aus jedoch nicht in dieser Region vor. Das Vorhandensein dieser Baumart erkl√§rt sich aus den Aufforstungsbem√ľhungen seit etwa 1840. Besonders im westlichen Teil lassen sich inzwischen jedoch Entwicklungstendenzen hin zu trockenen Eichen-Birkenw√§ldern erkennen. Diese stellen wohl die typische Vegetation f√ľr jenen Naturraum dar. Weitere wichtige in den Bergen vorkommende Baumarten sind Rotbuche, Roteiche, L√§rche, Eberesche, Fichte, Erle und Sp√§te Traubenkirsche. Letztere k√∂nnte in Zukunft durch stetige Ausbreitung einige heimische Pflanzenarten durch Verdr√§ngung gef√§hrden.

Magerrasen und Heiderest am Fliegerberg

Fr√ľher erstreckte sich eine ausgedehnte Heidelandschaft mit Callunaheide und Wacholder auf den H√ľgeln. Von der Heide sind heute nur noch Reste auf einigen Lichtungen und an Waldr√§ndern erhalten. Im westlichen Teil der Berge, haben sich im Laufe der Zeit jedoch wertvolle Magerrasenfl√§chen entwickelt, darunter die mit einer Fl√§che von 20 ha gr√∂√üte im Kreis Borken. Die Magerrasen bestehen unter anderem aus Kleiner Sauerampfer, Roter Sp√∂rgel und die Feldhainsimse. Bemerkenswert ist auch das Vorkommen von Sumpf-Quendel, Sumpf-Schachtelhalm und Behaartem Ginster.

Die verschiedenen Naturr√§ume in den Bergen, bieten neben diesen auch einer Reihe von Pflanzen einen Lebensraum, die auf der roten Liste der gef√§hrdeten Arten stehen. Dies sind beispielsweise Sandwicke, Fr√ľhlingssp√∂rgel, Zwerg-Filzkraut, Fr√ľher Schmielenhafer, und Bauernsenf.

In einigen Quellfluren kommen dar√ľber hinaus z. B. Gegenbl√§ttriges Milzkraut, Fieberklee, Hainfelberich, Sumpf-Veilchen, Winkel-Segge und an einzelnen Stellen auch kleinere Torfmoospolster vor.

Fauna

Neben typischen Niederwildarten kommt in den Bergen eine gro√üe Gruppe seltener Tierarten vor, die ebenfalls teilweise auf der roten Liste der gef√§hrdeten Arten gef√ľhrt werden.

Zu diesen Tieren z√§hlen vor allem Vogelarten wie Heidelerche, Baumpieper, Gartenrotschwanz, Gro√üer Buntspecht, Kleinspecht, Gartenbauml√§ufer, Zilpzalp und Fitislaubs√§nger. Jedoch besiedeln auch einige bemerkenswerte Insekten wie Ampfer-Purpurspanner, Hauhechel-Bl√§uling, Blutb√§r, Steinfliegen, Schmetterlingsm√ľcken, K√∂cherfliegen sowie verschiedene K√§ferarten die Berge. So kommen beispielsweise Stierk√§fer, Nashornk√§fer, D√ľnen-Sandlaufk√§fer, Feld-Sandlaufk√§fer und Gelbbindiger Zangenbock vor. Die Gruppe der Reptilien wird in den Bergen vor allem durch Blindschleiche, Wald- und Zauneidechse vertreten. Zudem trifft man vereinzelt auf Amphibien wie die Kreuzkr√∂te und verschiedene Molch- und Froscharten. In einigen Quellbereichen kommen Quellschnecken vor.

Naturschutz

Alte Eiche - Naturdenkmal auf dem L√ľnsberg

Viele der oben genannten Pflanzen- und Tierarten sind in Nordrhein-Westfalen vor allem durch Nährstoffeinträge in Böden und durch Flächenzerstörung bedroht. Um die Artenvielfalt zu erhalten, wurden in den Bergen inzwischen zwei Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Es handelt sich einerseits um das 208 ha gro√üe NSG ‚ÄěL√ľnsberg und Hombornquelle‚Äú. Dieses Naturschutzgebiet, welches im westlichen Teil der Berge liegt, sch√ľtzt verschiedene Wald-, Heide- und Silikat-Trockenrasenfl√§chen sowie die vier Quellinseln des Reiningbaches. Bemerkenswert sind in diesem Gebiet indbesondere das Vorhandensein seltener Quellbewohner, ein Flachmoor und typische Quellfluren, die sich in einem bis zu 8 m tiefen Erosionstal entwickelt haben. Die Waldfl√§chen bestehen vorwiegend aus Nadelw√§ldern sowie aus einem Eichen-Birkenwald, in dem Buchen eingestreut sind.

Ein weiteres Naturschutzgebiet ist das etwa 21 ha gro√üe NSG ‚ÄěH√ľgelgr√§berfeld bei Ramsdorf‚Äú auf dem H√∂velsberg. Es liegt n√∂rdlich des Tannenb√ľltenberges und sch√ľtzt insbesondere bodensaure Kiefern- und Eichenw√§lder mit Altholzbest√§nden aus Rotbuchen und Erlen. Dazwischen hat sich eine Strauchschicht aus Faulbaum und Holunder entwickelt. Zudem befinden sich in dem Gebiet zwei Teiche, die von mehreren Quellen gespeist werden. Das Naturschutzgebiet erhielt seinen Namen aufgrund der etwa 120 H√ľgelgr√§ber aus der j√ľngsten Stein- bis √§lteren Bronzezeit sowie der 5 Wallgr√§ber aus der Zeit von 1800 bis 500 vor Christus, welche in dessen Geltungsbereich liegen.

Neben den Naturschutzgebieten bilden mehrere Waldfl√§chen gesch√ľtzte Landschaftsbestandteile. Zudem befinden sich einige Wildwiesen und ein Naturdenkmal in den W√§ldern. Vereinzelt ist stehendes und liegendes Totholz anzutreffen.

Nutzung

Ehemalige Munitionsbunker auf dem Standort√ľbungsplatz

In fr√ľheren Jahrhunderten befanden sich auf den Bergen gro√üe Hute- und Allmendefl√§chen, Plaggenhieb lie√ü die Heidelandschaft entstehen. Etwa ab 1840 wurden die Fl√§chen teilweise wieder aufgeforstet um die Holzversorgung des nahe gelegenen Ruhrgebietes sicherzustellen. 1931 nahm die ‚ÄěBorkener Segelfluggruppe‚Äú in der H√ľgellandschaft westlich des Tannenb√ľltenberges einen Segelflugplatz in Betrieb. Der Fliegerberg diente als Startplatz f√ľr die Segelflugzeuge. Seit 1957 stand die Hendrik-de-Wynen-Kaserne auf einem kleinen Teil der ehemaligen Forstfl√§chen. Die Bundeswehr nutzte seit den siebziger Jahren, bis zur Schlie√üung der Kaserne Ende 2006, ein √∂stlich an die Kasernengeb√§ude angrenzendes, etwa 230 ha gro√ües Areal, als Standort√ľbungsplatz. Dieser verf√ľgte √ľber einen Schie√üstand sowie ein Munitionsdepot. Inzwischen wurde ein Gro√üteil dieses Areals, unter Einbeziehung des benachbarten Naturschutzgebietes ‚ÄěHombornquelle‚Äú, in das 208 ha gro√üe Naturschutzgebiet ‚ÄěL√ľnsberg und Hombornquelle‚Äú umgewandelt. Auf dem Gel√§nde der ehemaligen Kaserne ist ein Gewerbegebiet entstanden. Der √∂stliche Teil der Berge dient insbesondere der Holzgewinnung und ist daher vorwiegend mit Forsten bestanden. Zwischendurch lockern einige √Ącker und Wildwiesen das sonst geschlossene Waldbild auf. Ebenso befindet sich auf dem Tannenb√ľltenberg seit 1957 ein Hochbeh√§lter des Wasserwerkes ‚ÄúVelen-Ramsdorf‚Äú. Gebietsweise fanden und finden in diesem Teil auch Sandabgrabungen statt. S√ľdlich der Bundesstra√üe 67 befindet sich eine kleine Ferienhaussiedlung mit Campingplatz.

Erschließung

Durch die ausgedehnten W√§lder f√ľhren zahlreiche markierte Wanderwege. Ebenso existieren markierte Rad- und Reitwege. √úber diese Wege gelangt man gut zu den verschiedenen Besonderheiten wie dem H√ľgel<b />gr√§berfeld bei Ramsdorf. Ferner existieren im Bereich des ehemaligen Standort√ľbungsplatzes ehemalige Panzerstra√üen und einzelne befestigte Wege, die zu Wanderparkpl√§tzen f√ľhren. Die Berge werden in Nord-S√ľd-Richtung von der Kreisstra√üe 55 durchquert, welche die Ortschaften Ramsdorf und Heiden verbindet. S√ľdlich wird ein Teilgebiet von der Bundesstra√üe 67 durchquert.

Erhebungen

Zu den Erhebungen der Berge geh√∂ren ‚Äď sortiert nach H√∂he in Meter √ľber Normalnull (NN)[2]:

  • Tannenb√ľltenberg ({{#invoke:FormatNum|format|107.4 |format=dewiki}} m) ‚ąí zwischen Ramsdorf und Heiden
  • L√ľnsberg ({{#invoke:FormatNum|format|92.5 |format=dewiki}} m; mit KD ‚ÄěAlte Eiche‚Äú) ‚ąí im ehem. Standort√ľbungsplatz ostnord√∂stlich von Borken
  • D√∂nersberg ({{#invoke:FormatNum|format|90 |format=dewiki}} m)
  • Fliegerberg ({{#invoke:FormatNum|format|84.7 |format=dewiki}} m) ‚ąí im ehem. Standort√ľbungsplatz √∂stlich von Borken
  • H√∂velsberg ({{#invoke:FormatNum|format|83 |format=dewiki}} m; mit KD ‚ÄěH√ľgelgr√§berfeld‚Äú) ‚ąí s√ľd√∂stlich von Ramsdorf

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b c d Geographische Landesaufnahme: Die naturr√§umlichen Einheiten auf Blatt 95/96 - Kleve/Wesel (Wilhelm von K√ľrten 1977, Osten) - Bundesanstalt f√ľr Landeskunde, Bad Godesberg
  2. ‚ÜĎ a b Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung K√∂ln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  3. ‚ÜĎ Kartendienste des Bundesamtes f√ľr Naturschutz (Hinweise) - Kartendienst ‚ÄěSchutzgebiete‚Äú macht, neben Schutzgebieten und Naturparks, die Grenzen der Gemarkungen und Haupteinheiten einblendbar, der etwas gr√∂bere Kartendienst ‚ÄěLandschaften‚Äú unterteilt die Naturr√§ume noch etwas feiner.

Weitere Quellen

  • Informationstafeln der Naturschutzgebiete

Literatur

  • P. Kranz, & R. Koenen (1999): Das Borkener Land in fr√ľhen Farbbildern, Rehms-Druck Borken

Weblinks

Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.