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Die Herbstzeitlosen (2006)

Filmdaten
Deutscher TitelDie Herbstzeitlosen
OriginaltitelDie Herbstzeitlosen
Die Herbstzeitlosen.JPG
ProduktionslandSchweiz
OriginalspracheSchweizerdeutsch
Erscheinungsjahr2006
Länge90 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieBettina Oberli
DrehbuchSabine Pochhammer, Bettina Oberli
ProduktionAlfi Sinniger
MusikLuk Zimmermann
Besetzung

Die Herbstzeitlosen ist eine Spielfilm der Schweizer Regisseurin Bettina Oberli aus dem Jahr 2006. Die Tragikomödie basiert auf einem gemeinsamen Drehbuchs Oberlis und der Autorin Sabine Pochhammer und handelt von der Truber Dorfladenbesitzerin Martha, die nach dem Tod ihres Mannes beschliesst, mit Unterstützung ihrer Freundinnen eine Lingerie-Boutique zu eröffnen. Die Hauptrolle übernahm Stephanie Glaser. In weiteren Rollen sind Heidi Maria Glössner, Annemarie Düringer und Monica Gubser zu sehen.

Der vom Schweizer Fernsehen mitproduzierte Film wurde am 5. Oktober 2006 in der Schweiz zur Vorführung freigegeben und wurde mit knapp 590'000 Besuchern zur erfolgreichsten Produktion des Jahres. Der Film rangiert hinter Rolf Lyssys Die Schweizermacher (1978) an zweiter Stelle der ewigen Bestenliste des Schweizer Kinos.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Mit dem Tod ihres Mannes Hans hat Martha ihre Lebenslust verloren und würde ihm am liebsten ins Jenseits folgen. Die Jassrunde mit den Freundinnen ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Ihr Dorfladen in Trub im schweizerischen Emmental dümpelt vor sich hin und ihr Sohn Walter, der Dorfpfarrer, möchte die Räume für seine Bibelgruppe nutzen. Als er vorschlägt, sie solle doch den Laden aufgeben und etwas Neues beginnen, kommt sie mit ihrer quirligen und optimistischen Freundin Lisi darauf, sich jetzt im höheren Alter ihren Lebenstraum zu erfüllen: eine Lingerie-Boutique.

Aus dem grauen Gemischtwarenladen wird eine charmante Dessousboutique. Daran stösst man sich jedoch im Ort, und schnell macht sich Widerstand bei den Einwohnern breit. Ihr eigener Sohn opponiert ebenso wie der konservative Gemeindepräsident der fiktiven Traditionspartei LLP gegen die vermeintliche Verführung zur Sündhaftigkeit durch Reizwäsche.

Auch Marthas Freundinnen sind nicht so ganz davon überzeugt, dass die Dessousboutique ein Erfolg werden kann. Durch die Hilfe verschiedener Personen, unter anderem aus dem Computer- und dem Stick-Kurs des Altersheimes, startet Martha einen erfolgreichen Web-Shop für ihre Dessous mit gestickten Trachtenmotiven. Mit ihrer Energie werden ihre Freundinnen angesteckt. Die eine macht die Fahrprüfung, die ihr der Mann aus Kostengründen früher verweigerte, eine andere lernt, mit dem Computer und dem Internet umzugehen. Lisi stirbt in ihrer Küche an einem Herzschlag. Lisi zuliebe versprechen sich die Freundinnen an ihrem Grab, ihre jeweiligen Vorhaben weiter zu verfolgen. Der Widerstand des Sohnes wird gebrochen, als Martha merkt, dass er ein Verhältnis zu Lisis Tochter hat.

Während eines Sängerfestes auf einer Wiese kommt es zu einer direkten Auseinandersetzung zwischen dem Gemeindepräsidenten und Martha. Die Festbesucher werden von Marthas Ideen überzeugt, unter anderem durch eine spontane Präsentation ihrer Dessous durch die Tochter des Gemeindepräsidenten und ihrer Freundin. Ein kleiner Verkaufsstand mit ihren Dessous wird von vielen Frauen umlagert. Walter gibt sich einen Ruck und kann die Sänger des Ortes davon überzeugen, anstatt der alten verschlissenen Traditionsfahne die moderne, von seiner Mutter genähte, zu zeigen.

Rezeption

Der Film, der vom Schweizer Fernsehen mitproduziert wurde, wurde zum erfolgreichsten Schweizer Kinofilm des Jahres 2006. Erstaunlich ist besonders, dass der Altersdurchschnitt im Kino um vieles höher war als sonst, da der Film auch Anklang bei der älteren Bevölkerung fand. Ende August 2007 lag der Film mit knapp 590'000 Besuchern auf Platz zwei der ewigen Bestenliste der Schweiz.

Das Bundesamt für Kultur meldete den Film auf Empfehlung seiner Expertengruppe bei der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film für die Oscars 2008 an.

Der Film war für den Publikumspreis des Schweizer Fernsehens nominiert. Unter 14 Fernsehpremieren, darunter Jeune Homme, Snow White, Vitus oder Grounding – Die letzten Tage der Swissair, kann das Schweizer Fernsehpublikum jeweils bei der Premiere ein Voting abgeben.

Stephanie Glaser spielte in diesem Film ihre erste Hauptrolle und wurde mit dieser Rolle zum Star des Schweizer Filmes 2006.

Kritik

TV-Ausstrahlung

Am 14. Oktober 2007 feierte der Film die Free-TV-Premiere auf SF 1. Er erreichte eine Zuschauerzahl von 1,34 Millionen, was einen Marktanteil von über 45 % entsprach.

Auszeichnungen

  • Bei der 33. Ausgabe des Prix Walo am 22. April 2007 gewann der Film in der Kategorie Filmproduktionen.
  • „Publikumspreis SF Schweizer Film mit Bluewin“ am 17. Januar 2008 dank bester Publikumsbewertung (5.83) und höchste Zuschauerzahlen bei der Free TV Premiere (1'339'700)
  • "Bester Film" und "Beste Hauptdarstellerin" (Annemarie Düringer) am Filmfestival Cinéma Tout Ecran Genf 2006,

Weblinks

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