|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Die Passion Christi |
| Originaltitel | The Passion of the Christ |
| Produktionsland | USA, Italien |
| Originalsprache | Hebräisch, Latein, Aramäisch |
| Erscheinungsjahr | 2004 |
| Länge | 127 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 16[1] JMK 16[2] |
| Stab | |
| Regie | Mel Gibson |
| Drehbuch | Benedict Fitzgerald Mel Gibson |
| Produktion | Bruce Davey Stephen McEveety Mel Gibson |
| Musik | John Debney |
| Kamera | Caleb Deschanel |
| Schnitt | John Wright |
| Besetzung | |
| |
Die Passion Christi ist ein Film von Mel Gibson aus dem Jahr 2004 über die Passion des Jesus von Nazaret vom Ölberg über die Verurteilung und Kreuzigung durch die Römer bis zur leiblichen Auferstehung. Der sehr erfolgreiche, jedoch auch polarisierende Film wurde in den Orten Matera und Craco der italienischen Region Basilicata sowie in Rom und in den Cinecittà Studios gedreht.
Inhaltsverzeichnis |
Der Film schildert den letzten Abschnitt im Leben des Jesus von Nazaret, beginnend unmittelbar vor der Verhaftung Jesu in Getsemani durch die jüdische Tempelgarde bis hin zur Auferstehung am Ostermorgen. Der Film ist in der Art seiner Inszenierung an das christlich-volkstümliche Passionsspiel angelehnt. Der Film greift auf dramaturgische Mittel sowie eine blutige filmische Interpretation des Leidens und Sterbens des Juden und christlichen Messias Jesus von Nazaret zurück. Das Ausmaß der Gewaltdarstellung überschreitet das bisher bei Bibelfilmen gewohnte Maß. Die durchgängige Handlung wird dabei durch Rückblenden auf das Leben Jesu unterbrochen. Im Film werden ausschließlich die lateinische, aramäische und hebräische Sprache verwendet, die nicht synchronisiert, sondern durch Untertitel übersetzt werden.
Als Quellen sind Motive herangezogen aus den vier kanonischen Evangelien, den Visionen der Augustinerschwester Anna Katharina Emmerick und den 14 Kreuzwegstationen. Eigene Deutungen durch den Regisseur sind in den Film eingeflossen.
Mel Gibson war darum bemüht, dass sein Film bei Schlüsselpersonen aller christlichen Konfessionen bekannt wird und zeigte ihn etwa 10.000 Geistlichen als Vorversion.
Der Film konnte zum zweiten Wochenende in den USA einen Box-Office-Erfolg von 212 Millionen Dollar an den Kinokassen verzeichnen. Damit erzielte der Film in den USA das drittbeste Einspielergebnis nach zwölf Tagen. Außerdem konnte sich „Die Passion Christi“ damit bereits nach dem zweiten Wochenende in die Top 50 der erfolgreichsten Filme in den USA eintragen. Nach drei Tagen in den deutschen Kinos hatten über 200.000 Besucher den neuen Mel-Gibson-Film „Die Passion Christi“ gesehen. An seinem Start-Wochenende hat der Film zwischen 38.000 und 40.000 Zuschauer in Österreich erreicht. 2004 sahen 1.349.020 Deutsche den Film, der in einer Wiederaufführung am 24. März 2005 (Gründonnerstag) mit über 140 Kopien erneut bundesweit in die Deutschen Kinos kam. In den USA sahen etwa 67 Millionen Menschen den Film. „Die Passion Christi“ konnte sich mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 600 Millionen US-Dollar in die Top 30 der kommerziell erfolgreichsten Filme eintragen. Laut Guinness Buch der Rekorde (Hamburg) in der Ausgabe für 2006 ist „Die Passion Christi“ der erfolgreichste religiöse Film aller Zeiten.
Ein Rekordergebnis erzielten bislang auch die DVD- und Video-Versionen. 2,5 Millionen von insgesamt 15 Millionen bereitgestellten Exemplaren wurden in den USA bereits am ersten Tag verkauft.
Der Film erhielt im Jahr 2005 drei Oscar-Nominierungen, darunter für die Filmmusik von John Debney.
Mel Gibson gewann 2004 den russischen Golden Knight Film Festival Award und 2005 den Golden Satellite Award. James Caviezel wurde 2004 für den MTV Movie Award nominiert, 2005 gewann er den MovieGuide Award.
Der Film wurde 2004 für die Filmmusik für den Golden Trailer Award nominiert, John Debney gewann 2005 den American Society of Composers, Authors and Publishers Film & Television Music Award. Der Film gewann 2005 den Motion Picture Sound Editors Award und wurde in einer weiteren Kategorie für diesen Preis nominiert.
Der Film erhielt 2005 in der Kategorie „Filmdrama“ den People's Choice Award für das vergangene Jahr. Im Gegensatz zur Oscarverleihung, wo eine Fachjury entscheidet, beruhen die Preisentscheidungen für die People’s Choice Awards mehr oder weniger auf repräsentativen Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Gallup Organization.
In den USA wurde vielfach der Vorwurf des Antisemitismus erhoben. In Europa wurde daneben auch das Ausmaß der Gewaltdarstellungen kritisiert. Auch innerhalb der christlichen Kirchen wurde heftig pro und contra argumentiert. In islamischen Ländern rief der Film ebenso heftige Kontroversen hervor. Die Passion Christi ist laut einer Umfrage des US-Magazins „Entertainment Weekly“ (12. Juni 2006) der umstrittenste Film aller Zeiten. Das Historiendrama habe „einen in der Geschichte Hollywoods beispiellosen Kulturkampf“ ausgelöst. Christliche Gemeinden und Gläubige waren organisiert und in Gruppen zur filmischen Premiere erschienen. Die christliche konservative Rechte in den USA und auch traditionelle konservative christliche Institutionen zeigten viel Interesse an Werbung und Unterstützung für den Film und setzten viel Geld ein, um die „Botschaft der Passion“ kinofilmisch verbreiten zu helfen.[3] Eine gemeinsame Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, und des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, äußert sich jedoch kritisch zum Film: „Mit dieser drastischen Darstellung verkürzt der Film die Botschaft der Bibel auf problematische Weise. Der Film birgt die Gefahr in sich, das Leben Jesu auf die letzten zwölf Stunden zu reduzieren.“ Ein weiteres Problem liege in der Darstellung der beteiligten Juden. Die Unterzeichner der gemeinsamen Erklärung bemerken die Möglichkeit einer antisemitischen Instrumentalisierung.
| |
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. Wenn keine einzige Kritik belegt ist, scheint alles wohl eher die Theoriefindung eines verärgerten Wikipedianers zu sein |
Alle Aspekte der Folterung, wie sie sich aus den Erzählungen der Bibel ergeben können, wurden vom Regisseur mit Mitteln des technisch hochgerüsteten Actionfilms dramatisch interpretiert. Zusätzlich sind noch weitere Gewaltszenen eingefügt, zum Beispiel wenn ein Rabe einem der beiden Schächer ein Auge aushackt. Die Geißelung Jesu im Film dauert fast 15 Minuten.
Ausgehend von den traditionellen christlich-volkstümlichen Passionsspielen im bayerischen Oberammergau und andernorts gibt es in den USA eine Fülle von Orten, die ihr eigenes Passionsspiel inszenieren. So konnte sich Mel Gibson von Anfang an eines interessierten Publikums sicher sein, dem auch die theologisch zum Teil nicht leicht verständlichen Rückblenden im Film sofort einleuchten: So wird beispielsweise das letzte Abendmahl, in dessen Verlauf Jesus den Aposteln Brot als seinen Leib reicht, parallel zum Kreuzigungsvorgang gezeigt. Theologen kritisierten diese Interpretation der Eucharistie als einseitige Vergegenwärtigung des gekreuzigten Leibes Christi und hielten dagegen, dass Eucharistie als die Gegenwart des auferstandenen Leibes Christi zu sehen sei.
Mel Gibson verteidigte seinen Film wiederholt gegen den Vorwurf überzogener Gewaltdarstellung. Er müsse die angenommene massive Gewalt gegen Jesus zeigen und den Zuschauer „über eine gewisse Grenze hinaus“ bringen, um ihm so die „enorme Größe des Opfers“ Christi begreiflich zu machen, sagte Gibson in einem Interview des US-Fernsehsenders ABC. Wer Gewaltdarstellungen nicht ertragen könne, dürfe sich The Passion of the Christ nicht anschauen oder solle gegebenenfalls nach der Hälfte das Kino verlassen, so der Regisseur. Es sei niemand gezwungen, sich bis zum Ende anzuschauen, was Christus für die Menschen durchlitten habe. Und der Regisseur räumte ein, dass er den Film Jugendlichen unter 13 Jahren nicht zeigen würde. In einem Interview mit Bill Hybels meinte Gibson: „Ohne Zweifel hätte es auch gereicht, wenn Gott ein paar Tropfen Blut weniger vergossen hätte. Aber er habe sich entschieden, diesen Weg zu gehen, um uns etwas zu verdeutlichen“. Durch Jesus Christus sei die menschliche Zivilisation für immer verändert worden.
Kritiker meinen, die Motive der jüdischen Anführer, die im Film Jesu Hinrichtung fordern, würden kaum beleuchtet, und der biblische römische Statthalter Pontius Pilatus weitaus menschenfreundlicher dargestellt, als es historische Berichte nahelegten. Der Film baue zwar mit den Personen des Josef von Arimathäa und Nikodemus zwei Jesus nahestehende Personen unter den jüdischen Führern als Gegenstimmen zu seinen Anklägern vor dem Sanhedrin ein. Aber auch wenn man berücksichtige, dass außer den Römern alle handelnden Personen Juden waren, verbleibe die „traditionelle neutestamentliche antijüdische Botschaft“, dass die Juden eine Kollektivschuld am Tode Jesu träfe, was auch in den Passionsspielen zum Ausdruck käme. Von zahlreichen christlichen und jüdischen Würdenträgern wurde dem Film Nähe zum Antisemitismus vorgeworfen, weil er sich nicht bemühe, den im Neuen Testament selbst angelegten Vorwurf einer jüdischen Kollektivschuld am Tod Jesu zu widerlegen oder zu schwächen. Von mehreren hohen Vertretern der katholischen Kirche wurde der Vorwurf der Judenfeindlichkeit indes zurückgewiesen. Aufgrund der Antisemitismus-Kritik und des Sprengstoffs, der den angemahnten „antijüdischen neutestamentlichen Stereotypen“ – zumal in der starken Hollywoodkinodramatik – von Kritikern zugeschrieben wird, entfernte Gibson die Untertitel der selbstverfluchenden Rufe der jüdischen Menge in hebräischer Sprache: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ (vgl. Mt. 27,25). Die Antisemitismusvorwürfe richteten sich nicht nur gegen den Film als solchen, sondern auch gegen die Person Gibson selbst. Dieser war den Polizisten, die ihn wegen Trunkenheit am Steuer festhielten, mit antisemitischen Äußerungen aufgefallen.[4][5]
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Frage, welches Material Gibson aus den Evangelien ausgewählt und durch seine eigenen Ansichten gefärbt hat: Einige Kritiker versuchen zu belegen, dass seine Auswahl zu einer möglichst negativen Darstellung der jüdischen Bevölkerung und Priesterschaft führe. Eine andere Auswahl hätte ein wesentlich positiveres Bild ergeben:
Die Hersteller des Films berufen sich auf eine historisierende getreue Darstellung der Handlung. Schon im März 2003 sagte Gibson in einem Interview über frühere Jesus-Filme: „Sie sind entweder historisch ungenau oder leiden unter schlechter Musik. Mein Film soll die Passion Christi genau so zeigen, wie sie sich ereignet hat.“ Allerdings gibt es keine einheitliche Darstellung nach den Evangelien, sondern Gibson stellte jeweils passende Elemente aus den Evangelien zusammen. So wurde zum Beispiel einerseits die Verhaftung von jüdischen Bütteln und römischen Soldaten nach dem Johannes-Evangelium vorgenommen. Jesus wurde dann lediglich von Annas und Kajaphas nach seinen Lehren befragt. Hingegen wurde Jesus nach den Synoptikern nur von jüdischen Bütteln verhaftet, vor dem Sanhedrin wurde ihm der Prozess gemacht und er wurde wegen Gotteslästerung verurteilt.
Dem Film wurden Unkorrektheiten vorgeworfen:
Thomas Williams, Dekan der Theologischen Fakultät an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum in Rom und ein theologischer Berater von Mel Gibsons Film, sagte zur Kritik an Details des Films, dass Beschwerden über die verwendeten Sprachen, die Höhe des Kreuzes, die Haarlänge Jesu, die Größe der Menschenmenge vor Pilatus im Prätorium und die Platzierung der Nägel in den Händen Jesu angesichts der christlichen Botschaft des Films trivial erscheinen würden. Ähnlich äußerten sich auch andere Theologen.
Der Film ignoriert bewusst jede moderne Exegese und fügt auch in der Bibel nicht erwähnte Szenen ein, beispielsweise aus den Betrachtungsvisionen der seligen Anna Katharina Emmerick, so wenn die Mutter Jesu und Maria Magdalena nach der Geißelung das Blut aufwischen oder gemäß den traditionellen Kreuzwegstationen die legendäre Veronika Jesus ein Schweißtuch reicht.
Darüber hinaus erscheint der Teufel immer wieder als androgyne Figur, gespielt von einer Frau, was vor allem Frauenverbände aufbrachte, aber auch Theologen, die betonten, in der Bibel spiele der Teufel in der Passion keine Rolle, er werde hier mit einer dualistischen Theologie zum Gegenspieler Gottes aufgebaut. Gibson erklärte dazu: „Das Böse ist verlockend und anziehend.“
In der Zeichentrickserie South Park besticht der antisemitische Charakter Cartman durch seine tiefe Zuneigung zum Film und Filmemacher. Der Film und Mel Gibson werden in der Serie mehrfach parodiert. Aber auch andere Zeichentrickserien wie Die Simpsons, Family Guy und Drawn Together nahmen den Film aufs Korn.
Die frühere Frontsängerin der irischen Rockband The Cranberries Dolores O’Riordan sang die Titelmelodie Ave Maria zum Film.
Der Mann ohne Gesicht | Braveheart | Die Passion Christi | Apocalypto