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Dieter Köster

Dieter Köster (* 4. September 1947 in Flensburg) ist ein deutscher Film- und Fernsehregisseur, Cutter, Kameramann, Autor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach seiner Lehre und langjähriger Tätigkeit als Fernmeldehandwerker absolvierte Köster den zweiten Bildungsweg. Er ist seit 1969 verheiratet mit Hannelore Conradsen. 1969 entstand sein erster Kurzspielfilm, Hochzeitsreiseverbrechen (mit Hannelore Conradsen als Darstellerin).

Seit 1972 arbeitet er als Autor, Cutter, Kameramann und Regisseur von Kino und Fernsehfilmen, unter anderem fĂĽr das ZDF (Lobende Erwähnung fĂĽr Briefwechsel, Fernsehspielfestival Paris 1974). 1976 erfolgte der Abschluss des Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, anschlieĂźend folgten Tätigkeit als Tontechniker, Kameramann und Redaktionsassistent. Er begleitet seine Filmarbeiten oft auch als Fotograf. In den 1970er Jahren drehte Köster mehrere Jugendfilme (unter anderem mit und von Robert Wolfgang Schnell: Holger wohnt im Zoo). In den 1980er Jahren folgten preisgekrönte Filmarbeiten, die sich mit dem „KleinbĂĽrgerlichen in uns selbst“ befassen, sowie Musikfilme und später Videoclips (1. Preis fĂĽr Stricher, beim Videoclipfestival New York 1994). Er realisierte Filme und Beiträge fĂĽr die TV-Reihen und Magazine: Das Kleine Fernsehspiel, Logo, Denkste!?, Unter deutschen Dächern, Moskito, 45 Fieber, Nahaufnahme, 24 Stunden, Backstage, ARD-Exclusiv, Der Dokumentarfilm und ĂĽber 40 Porträts fĂĽr die ARD-Reihe Höchstpersönlich. Er war MitbegrĂĽnder zahlreicher Film- und Fernsehproduktionen (Pro-Film, Fuzzi-Film, C&V, mbu). Mit Hannelore Conradsen realisiert Köster auch immer wieder subjektive, Reise-Filme: Wir können Kälte nicht ausstehen.

Machart

Als Dokumentarist filmt er vor allem kleine Szenen, oft nur Randbeobachtungen, die er in langen Filmen zu Geschichten von einfachen Leuten assoziiert, das sind bei ihm aber fast alle, im Milieu der Friseure, Massenmedien, Stimmungsmacher, Top-Manager, Formationstänzer, Popmusik<div />sänger oder bei Reisenden im Orient-Express. Oft thematisiert Köster auf unterhaltsame Art und Weise den Hang seiner Protagonisten zur Unterordnung in unterschiedlichen Lebenslagen und zeigt die Folgen. Dafür erhielt er einen Sonderpreis beim Max-Ophüls-Festival 1983 für Wilde Clique, der wegen dieses Spielfilms geschaffen wurde.

2006/2007 laufen Arbeiten an einer Real-Animation, in der er zum ersten Mal Fiktion und Wirklichkeit – via Internet â€“ in einer surrealen Geschichte verbindet: unter dem Titel Ich bin 3 Kirschkuchen (Gloria im Wunderland).

2008 definiert Köster seine Haltung zum ”Film- und Fernsehmachen“ wie folgt: „Im Gegensatz zur weitverbreiteten Praxis, wollte ich nicht alles Unordentliche, völlig klar und ĂĽberschaubar machen, plump und platt und vordergrĂĽndig in Reihe bringen; die Â»Message« mit sämtlichen zur VerfĂĽgung stehenden Zeigefingern, Zaunpfählen und Holzhämmern dem Zuschauer einbläuen; wobei man notfalls auch noch unter Vollnarkose mitbekommt, dass hier Kunst gemacht wird oder das, was dafĂĽr im Allgemeinen gehalten wird und das ganz ohne näher hinschauen zu mĂĽssen, um der Lieblingsbeschäftigung nachgehen zu können: sich ganz toll, aber wirklich ganz toll und betroffen zu fĂĽhlen â€¦â€ś „Die Verbitterung vieler intellektuallisierter Filmemacher, besteht zum Teil ja gerade darin, dass der Fernsehbetrieb auch ohne sie zu funktionieren scheint. Keiner vermisst ihre Deutung. Als gäbe es sie gar nicht (auĂźerhalb der subventionierten Kulturspielwiesen), zappt das Massenpublikum von einer Ablenkung in die nächste. So sieht es aber nur aus. In Wirklichkeit geht es um Vermittlung von Inhalten in nicht nur adäquater Sprache, sondern komplexeste Sachverhalte so darstellen zu können, dass auch Zuschauer ohne Hochbildung (oder einer Affinität dazu) ihr Interesse daran finden könnten â€¦â€ś

Privates

Sein Sohn ist der Diplom-Sozialpädagoge und Filmemacher Svenne Köster. Dieter Köster lebt in Berlin und Taroudannt, bis 2005 lehrte er als Dozent. Ab 2008 will er keine Fernseh-Eigenproduktionen mehr realisieren und andere Perspektiven suchen: „Es war eine interessante TV-Zeit, so soll sie mir in Erinnerung bleiben.“

Filme (Auswahl)

Drehbuchautor (Auswahl)

  • 1970–1973: Briefwechsel (Pro Film / (ZDF)
  • 1976: In der Stille – erste Versuche (Pro Film / NDR)
  • 1977: Jan & Jo (ARD)
  • 1980: Schöne lahme Ferien (ARD) (Coautor)
  • 1981: Die Mauerbande (ARD) (Coautor)
  • 1983: Wilde Clique (HCK) (Coautor)
  • 1985: … zurĂĽck aus Hollywood (ARD)(Coautor)
  • 1986: Wohin mit Willfried? (ARD)
  • 1986–1994: Etwa 40 Videoclips und Musikfilme
  • 1993: Stricher (ARD)
  • 1994: Das groĂźe Kind – Heinz Schenk zum 70. (ARD)
  • 2005: Verflixte-verfickte Stadt (I steh auf di) (HCK / ARD)
  • 2006–2007: Ich bin 3 Kirschkuchen! (Gloria im Wunderland) (mbu) (Coautor)
  • 2008: Der groĂźe Sprung (mbu – independent)
  • 2008: Das blondierte GlĂĽck (Kneesebeck-Film) (Coautor)

Filmschnitt (Auswahl)

  • 1970–1973: Briefwechsel (Pro Film / (ZDF)
  • 1976: In der Stille – erste Versuche (Pro Film / NDR)
  • 1983: Wilde Clique (HCK)
  • 1984: Rauschendes Leben (C & V)
  • 1990: Ha(a)rmonie in Vollendung (HCK / ARD)
  • 1992: Harte Jobs (HCK / ARD)
  • 2000: Szenen aus unserem Leben (HCK)
  • 2004: Aussetzer in Frankfurt am Main (HCK) (Co-Cutter)
  • 2005: Kreuzfahrt in der FluĂźoase (HCK)
  • 2005: Verflixte-verfickte Stadt (I steh auf di) (HCK / ARD) (Co-Cutter)
  • 2006: GrĂĽĂźe von der Heimatfront (mbu)
  • 2006: LUXUS – Made in Cuba (HCK)
  • 2008: Der reinste Terror (Kneesebeck-Film)
  • 2007: Dorothea Moritz macht eine Landpartie (mbu)
  • 2006–2007: Ich bin 3 Kirschkuchen! (Gloria im Wunderland)
  • 2008: Der groĂźe Sprung (mbu – independent)
  • 2009: Sehn’se, det is Berlin! (MaRock-Film)

Kameraarbeiten (Auswahl)

  • 1970–1973: Briefwechsel (Pro Film / (ZDF)
  • 1976: In der Stille – erste Versuche (Pro Film / NDR)
  • 1983: Wilde Clique (HCK)
  • 1984: Rauschendes Leben (C & V)
  • 1990: Ha(a)rmonie in Vollendung (HCK / ARD)
  • 1992: Harte Jobs (HCK / ARD)
  • 2000: Träume auf Rädern (Orient-Express) (HCK / ARD) (2. Kamera)
  • 2000: Szenen aus unserem Leben (HCK)
  • 2001: Start up in den Popmusikhimmel (HCK / ARD) 2. Kamera
  • 2005: Kreuzfahrt in der FluĂźoase (HCK)
  • 2006: LUXUS – Made in Cuba (HCK)
  • 2007: Dorothea Moritz macht eine Landpartie (mbu)
  • 2006–2007: Ich bin 3 Kirschkuchen! (Gloria im Wunderland) (mbu)
  • 2008: Das blondierte GlĂĽck (Kneesebeck-Film)

Fotografische Arbeiten (Auswahl)

  • 1973: Briefwechsel; s/w Fotoserie ĂĽber die Dreharbeiten des Film
  • 1979: Zoo; Polaroidserie des Schriftsteller Robert Wolfgang Schnell im Berliner Zoo
  • 1992: Wetten, dass..? Fotoserie ĂĽber die TV-Show – backstage
  • 1990–1994: Clips; Inszenierte Fotoszenen in den Szenenbildern der Video-Clips
  • 1999: Beobachtungen im Orient Express; s/w Fotoserie (zusammen mit Svenne Köster)
  • 2007: Pixelbilder aus dem zweiten Leben; Fotoserie
  • 2008: Blaue Reihe; Foto – Stillleben

Weblinks

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