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Django Reinhardt

Django Reinhardt im New Yorker Jazzclub Aquarium, Ende Oktober 1946.
Fotografie von William P. Gottlieb.

Jean „Django“ Reinhardt (* 23. Januar 1910 in Liberchies, Belgien; † 16. Mai 1953 in Samois-sur-Seine bei Paris), Gitarrist, Komponist und Bandleader, gilt als ein BegrĂŒnder des europĂ€ischen Jazz.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Als Sohn von Manouches[1] (französischsprachigen Sinti) wuchs Django Reinhardt in einer Wohnwagensiedlung außerhalb von Paris auf, lernte frĂŒh Violine, Banjo und schließlich Gitarre zu spielen und begann seine Karriere als professioneller Musiker als ZwölfjĂ€hriger mit dem Akkordeonisten GuĂ©rino.

Am 2. November 1928 erlitt Django Reinhardt schwere Verletzungen beim Brand seines Wohnwagens, nachdem die im Wohnwagen befindlichen Zelluloidblumen, die Djangos damalige Frau (Florine „Bella“ Mayer) am folgenden Tag verkaufen wollte, Feuer gefangen hatten. Djangos rechtes Bein war gelĂ€hmt und seine linke Hand wurde stark verbrannt; daneben erlitt er am Körper schwere Verbrennungen. Die Ärzte hatten vor, das Bein zu amputieren, doch Reinhardt erholte sich von den Verletzungen. In den folgenden anderthalb Jahren der Rehabilitation entwickelte Django Reinhardt eine völlig neue und höchst virtuose Spieltechnik, bei der er fĂŒr das Spielen der Melodie lediglich Zeige- und Mittelfinger einsetzte. FĂŒr Akkorde konnte er in beschrĂ€nktem Maße den Ringfinger und kleinen Finger zu Hilfe nehmen, deshalb benutzte er ausgiebig den Daumen.

„Honeysuckle Rose“ â€“ Pariser Session 1937 von Django Reinhardt, StĂ©phane Grappelli, Coleman Hawkins, Alix Combelle und Benny Carter

Anfang der 1930er Jahre spielte Reinhardt im Orchester des Violinisten Michel Warlop und trat in Pariser CafĂ©s auf, wo ihn 1934 Pierre Nourry und Charles Delaunay vom Hot Club de France entdeckten. Diese hatten die Idee, ein nur von Saiteninstrumentalisten besetztes Ensemble zusammenzustellen, und stellten Reinhardt dem Violinisten StĂ©phane Grappelli vor. Nach Proben im Hotel Claridge wurde das legendĂ€re Quintette du Hot Club de France gegrĂŒndet, in dem neben Reinhardt und Grappelli auch Djangos Bruder Joseph „Nin-Nin“ Reinhardt und Roger Chaput als Rhythmusgitarristen sowie Louis Vola als Bassist mitwirkten.

Dieses Quintett wurde ein Sensationserfolg und blieb – bis auf eine Umbesetzung (Roger Chaput wurde durch Pierre “Baro” Ferret ersetzt)[2] ) â€“ in seiner ursprĂŒnglichen Form bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 bestehen. WĂ€hrend Grappelli bis Kriegsende in London blieb, spielte Django Reinhardt in Paris in den folgenden Jahren mit wechselnden Besetzungen in einem geĂ€nderten Quintett-Format (Reinhardt: Sologitarre, eine Rhythmusgitarre, Klarinette anstelle der Geige, Bass und Schlagzeug sowie – teilweise â€“ Klavier). Im FrĂŒhjahr 1942 konnte er in Belgien einige Aufnahmen, u. a. mit den Orchestern Fud Candrix und Stan Brenders fĂŒr das Label „Rhythme“ einspielen.

1943 versuchte Django Reinhardt in die Schweiz zu gelangen, wurde aber an der Grenze zurĂŒckgewiesen. Nach Paris zurĂŒckgekehrt, bewahrten ihn seine BerĂŒhmtheit und die Beliebtheit seiner Musik bei der französischen Bevölkerung (und wohl auch bei einigen Besatzungsoffizieren) davor, wie viele seiner Verwandten als Zigeuner verfolgt und in Konzentrationslagern umgebracht zu werden. Bis zum Ende des Krieges blieb er unbehelligt in Paris, hielt sich aber bedeckt und mied die Öffentlichkeit in der Hauptstadt (wie der damals als Besatzungsoffizier dienende Schulz-Köhn berichtet[3]).

Reinhardt mit Musikern des Duke Ellington Orchestra: Al Sears, Shelton Hemphill, Junior Raglin, Reinhardt, Lawrence Brown, Harry Carney, Johnny Hodges im New Yorker Jazzclub Aquarium, ca. November 1946.
Fotografie von William P. Gottlieb.

Von November bis Dezember 1945 nahm Django Reinhardt zusammen mit der amerikanischen Air Transport Command Band unter der Leitung von Sgt. Jack Platt (Arrangements: Lonnie Wilfong) eine Reihe von StĂŒcken auf, darunter Djangology und den Uptown Blues. Bei diesen Aufnahmen handelte es sich um Live-Mitschnitte fĂŒr den AFN, die spĂ€ter auf Platte veröffentlicht wurden.

1946 trat Django Reinhardt auf einer Tournee[4] in den Vereinigten Staaten zusammen mit dem Duke Ellington Orchestra auf.[5] Von dem Auftritt am 20. November im Civic Opera House in Chicago sind vier Aufnahmen[6] erhalten, die als The Great Concerts: Duke Ellington: Chicago 1946 auf Doppel-CD veröffentlicht wurden.

Ab 1947 spielte Django Reinhardt hauptsĂ€chlich elektrisch verstĂ€rkte Gitarre, wobei die Melodielinien z. T. deutlich bop-orientierter wurden. 1947 nahm er – mit akustischer Gitarre â€“ auch wieder zusammen mit StĂ©phane Grappelli eine Reihe von Titeln auf (u. a. How High the Moon). Neben einer Reihe von Sessions mit elektrisch verstĂ€rkter Gitarre – u. a. fĂŒr Eddie Barclay’s Label Blue Star â€“ wĂ€re die herausragende Aufnahmesitzung von Djangos Big Band “Django’s Music” vom 16. April 1947 zu nennen. WĂ€hrend der Minor Blues in voller Big Band-Besetzung aufgenommen wurde, nahm ein aus Mitgliedern der Big Band bestehendes Sextett (Django Reinhardt, Sologitarre; Michel de Villiers, Altsaxophon° und Klarinette; Eddie Bernard, Klavier; Joseph Reinhardt, Rhythmusgitarre; Willy Lockwood, Bass; Al Craig, Schlagzeug) vier Titel (Peche A La Mouche°, Clair De Lune, Lentement, Mademoiselle und Melodie Au Crepuscule) auf, von denen besonders die mit Klarinette aufgenommenen herausragen.

Einige der Highlights von Django Reinhardts Aufnahmen mit elektrisch verstÀrkter Gitarre wurden 1947 in den Pariser RTF-Studios[7] aufgenommen. Dabei ist es wirklich unfassbar, welche Juwelen Django Reinhardt im Verlauf nur eines einzigen Tages aufgenommen hat. Besonders zu erwÀhnen wÀren hier die Sessions vom 22. September[8] und 13. November[9] 1947.

Ebenfalls ins Jahr 1947 fĂ€llt eine von Django Reinhardt komponierte Zigeunermesse, die sein damaliger Klarinettist GĂ©rard LevĂȘque zu Papier brachte. Laut Charles Delaunay enthielt diese Messe teilweise so gewagte Harmonien, dass sie sogar fĂŒr den Dirigenten Jo Bouillon Probleme aufwarf. Die Partitur ging aber verloren; ob sie zwischenzeitlich wieder aufgetaucht ist, ist nicht klar. (Teil der Messe war u. a. das bekannte Manoir de Mes RĂȘves.)

Im Dezember 1948 wurde ein Konzert des Quintetts im Théùtre des Galeries in BrĂŒssel mit Hilfe eines von Django Reinhardt gekauften TonbandgerĂ€ts mitgeschnitten. Die Besetzung: Django Reinhardt (Sologitarre), Hubert Rostaing (Klarinette), Henri „Lousson“ Baumgartner, Djangos Sohn aus erster Ehe (Rhythmusgitarre), Louis Vola (Bass) und Arthur Motta (Schlagzeug).

Im Januar/Februar 1949 nahmen Reinhardt und Grappelli in Rom mit einer dreiköpfigen Rhythmusgruppe (Gianni Safred, Klavier; Carlo Pecori, Bass; Aurelio de Carolis, Schlagzeug) insgesamt 67 Titel auf, von denen einige mit zum Besten dessen gehören, was Django Reinhardt aufgenommen hat (Troublant Boléro, Nagasaki, Vous Qui Passez Sans me Voir). Laut Delaunay war Django mit der italienischen Rhythmusgruppe nicht sehr zufrieden, die nicht den Drive des alten Quintetts von 1934 bis 1939 hatte, ihre Aufgabe aber doch effektiv bewÀltigte.

1950 folgte ein zweiter Rom-Aufenthalt. Diesmal wurde Reinhardt von André Ekyan (Altsaxophon, Klarinette) sowie Ralph Schécroun (Klavier), Alf Masselier (Bass) und Roger Paraboschi (Schlagzeug) begleitet. Die Gruppe nahm insgesamt 30 Titel auf.

1951 zog Django Reinhardt in das bei Fontainebleau gelegene Samois-sur-Seine. Im Februar desselben Jahres trat er mit einer neuen Band im Pariser Club St. Germain auf, die aus Bebop-beeinflussten jungen Musikern wie den BrĂŒdern Hubert (Altsaxophon) und Raymond Fol (Klavier), Bernard Hullin (Trompete), Pierre Michelot (Bass) und Pierre Lemarchand (Schlagzeug) bestand. Wenn er nicht mit dieser Band spielte, widmete Django Reinhardt sich nun grĂ¶ĂŸtenteils der Familie, Freunden, der Malerei, dem Angeln und dem Billardspielen.

1951 war auch das Jahr, in dem er anlĂ€sslich einer Übertragung von Radio Luxemburg mit dem l’Orchestre (Symphonique) National unter der Leitung von Wal-Berg (eigentlich: Vladimir Rosenberg) auftrat (das eingespielte StĂŒck war Django Reinhardts eigener Troublant BolĂ©ro,[10] das Orchesterarrangement stammte von Wal-Berg). Danach nahm Django Reinhardt nur noch sporadisch auf, die letzte Session datiert vom 8. April 1953.

Am 15. Mai 1953 erlitt er im CafĂ© Auberge de l’Ile in Samois einen Schlaganfall. Er wurde umgehend ins Hospital von Fontainebleau gebracht, konnte jedoch nicht mehr gerettet werden. Django Reinhardt wurde in Samois beigesetzt, wo inzwischen alljĂ€hrlich zu seinen Ehren ein Festival[11] stattfindet, das als der Treffpunkt fĂŒr alle gilt, die sich fĂŒr seine Musik interessieren.

Djangos Sohn aus seiner zweiten Ehe mit Sophie „Naguine“ Ziegler, Babik Reinhardt, entwickelte sich zu einem eigenstĂ€ndigen Jazzgitarristen. Djangos Grossneffe, der Geiger und Komponist Schnuckenack Reinhardt, trug viel zur Pflege und Fortentwicklung der vom Quintette du Hot Club de France begrĂŒndeten musikalischen Errungenschaften bei. Djangos erster Sohn aus seiner Ehe mit Florine „Bella“ Mayer (spĂ€ter verheiratete Baumgartner), Henri „Lousson“ Baumgartner (1929–1992), war ebenfalls Musiker, mit sehr eigenstĂ€ndigem Profil. Mit Lulo Reinhardt und Markus Reinhardt sind weitere Personen aus dem Reinhardt-Umfeld als Musiker aktiv und erfolgreich. Auch in der dritten Generation erhĂ€lt sich diese Tradition. Djangos Enkel David Reinhardt ist ebenfalls Gitarrist. Er ist 2010 beim “Umbria Jazz Festival” in Perugia aufgetreten â€“ hauptsĂ€chlich mit Kompositionen seines Großvaters.[12]

Musik

Nach Reinhardt benanntes Festival in Samois-sur-Seine, dreißigstes JubilĂ€um 2009

Das Neue und Besondere an der Musik Reinhardts war die Mischung aus drei verschiedenen Musikstilen: er schuf aus dem schon gĂ€ngigen New-Orleans-Jazz der 1920er Jahre, den französischen Walzern (valses musettes) und der traditionellen Spielweise der Roma (Romamusik) einen neuen Musikstil, den Zigeuner- oder Gypsy Swing, der neben der jazzgemĂ€ĂŸen Rhythmik durch Akkordeffekte und Stimmungen gekennzeichnet ist, wie sie in der moderneren Klassik etwa fĂŒr Claude Debussy oder Maurice Ravel typisch wĂ€ren. Ab 1937, seit der Aufnahme von Chicago, war er ohne Zweifel der beste europĂ€ische Jazzmusiker. Sein harmonisches VerstĂ€ndnis, seine bemerkenswerte Technik und sein rhythmischer Sinn machten ihn schon zu Beginn seiner Karriere zu einem ausgezeichneten Begleiter. Er entwickelte sich aber auch zu einem einzigartigen Solisten mit einem besonderen Flair fĂŒr die variierte Gestaltung eines Konzerts, ohne dessen stilistische Einheit zu gefĂ€hrden.

Reinhardts Gitarrenspiel hat einen großen Wiedererkennungswert; dies liegt u. a. an einer Reihe von immer wiederkehrenden Spieltechniken, die besonders in seinen Soli deutlich hervortreten. Diese Techniken sind zum Teil durch die Behinderung seiner Greifhand bedingt; hier gelang es Reinhardt also, aus der Not eine Tugend zu machen.

  • Reinhardts Handicap brachte ihn dazu, das Griffbrett eher vertikal als horizontal zu nutzen.[13] Dieses Prinzip setzt er in der Technik des Downstroke-Sweepings um, bei der Töne auf benachbarten Saiten mit einer einzigen schnellen Bewegung angeschlagen werden.[14] Sweeping ist in der Gitarrenmusik der letzten Jahre gerade wieder sehr modern geworden (im Jazz z. B. bei Frank Gambale).
  • Daneben hat Reinhardt LĂ€ufe aus Oktav-Doppelgriffen in den Jazz eingefĂŒhrt.[13] Dabei werden Tonbewegungen mit dem ganzen linken Arm ausgefĂŒhrt, insofern ist auch hier Reinhardts Behinderung kein Nachteil. Ein weiterer fĂŒr oktavierte LĂ€ufe bekannter Jazzmusiker ist Wes Montgomery, da dieser aber die Saiten mit dem Daumen anschlĂ€gt, klingen sie bei ihm sehr viel sanfter als bei Plektrum-Spieler Reinhardt.
  • Ein weiteres Markenzeichen Reinhardts ist das Tremolo-Picking, das in einer schnellen Auf- und AbwĂ€rtsbewegung der Anschlagshand besteht. Reinhardt setzt diese Technik sowohl bei Akkorden als auch bei Single Notes ein.[15] Letzteres realisierte Reinhardt meist als schnellen chromatischen Lauf, indem er synchron zur Bewegung der rechten Hand mit der linken ĂŒber das Griffbrett rutschte („Tremolo-Glissando“).[13] Auch dies ist wiederum eine Technik, bei der die VerkrĂŒppelung seiner linken Hand keine Behinderung darstellt.

Einen guten Eindruck von Django Reinhardts technischen FĂ€higkeiten bzw. seiner VirtuositĂ€t vermittelt die 1937 aufgenommene Improvisation No. 1,[16] eine Improvisation fĂŒr Sologitarre.

Obwohl Django selbst keine Noten lesen konnte, komponierte er â€“ teils in Zusammenarbeit mit Grappelli â€“ eine Reihe von StĂŒcken, die zu Jazzstandards wurden: etwa Nuages, DaphnĂ©, Manoir de mes rĂȘves oder Minor Swing. Auch heute noch wird seine Musik von zahlreichen Sinti und Nicht-Zigeunern gehört und gespielt. Das von John Lewis komponierte StĂŒck Django des Modern Jazz Quartet ist eine Hommage an Django Reinhardt. (Die ersten Takte von Django sind dem Anfang von Django Reinhardts Improvisation No. 5 entlehnt.)

Akustische Gitarren

Reinhardt verwendete bis 1947 vorwiegend von dem italienischen Gitarrenbauer Mario Maccaferri konstruierten Gitarren[17] der französischen Firma Selmer. Diese Gitarren zeichnen sich auch dank eines zusĂ€tzlich eingebauten Resonanzkörpers[18] im Inneren durch eine große LautstĂ€rke aus. Nachdem Maccaferri Selmer 1933 verlassen hatte, wurden die Gitarren in einigen Details verĂ€ndert: Der zusĂ€tzliche Resonanzkörper wurde weggelassen und der Übergang zwischen Korpus und Hals wird von dem 12. auf den 14. Bund verschoben. Außerdem war das – bisher D-förmige («grande bouche») â€“ Schallloch nunmehr oval («petite bouche»). Diese modifizierte Maccaferri-Konstruktion wurde zu Reinhardts Hauptinstrument. Ab 1947 spielte er vorwiegend elektrisch verstĂ€rkt, nahm aber verschiedentlich noch mit seiner unverstĂ€rkten Selmer auf, so anlĂ€sslich einer Session 1947 mit StĂ©phane Grappelli und – wieder mit Grappelli und einer italienischen Rhythmusgruppe â€“ 1949 in Rom.[19]

Django Reinhardts letzte Selmer-Gitarre[20] – ein Modell von 1940 mit der Seriennummer 503 â€“ befindet sich inzwischen in der MĂ©diathĂšque[21] der CitĂ© de la Musique[22] in Paris.

Die Archtop, die Django Reinhardt auf den berĂŒhmten Fotos[23] von William P. Gottlieb spielt, ist eine unverstĂ€rkte schwedische Levin Deluxe, die Fred Guy, dem damaligen Gitarristen des Duke Ellington Orchestra gehörte.

Elektrische Gitarren

Nach seiner US-Tournee, auf der er (ob erstmals, ist nicht ganz sicher)[24] verschiedene elektrisch verstĂ€rkte Archtops benutzt hat, spielt Django Reinhardt ab 1947 hauptsĂ€chlich elektrisch verstĂ€rkt. An Gitarren ist hier vor allem seine Epiphone[25] mit der Seriennummer 3442 zu erwĂ€hnen, die er aus den USA mit nach Frankreich gebracht hatte (dem amerikanischen Gitarristen Joe Sinacore zufolge[26] hat er sie von Epiphone geschenkt bekommen). Diese Epiphone „Zephyr“ wurde 1967 von Babik Reinhardt, Djangos zweitem Sohn, dem amerikanischen Gitarristen Fred Sharp geschenkt, der sie restaurierte und teilweise umbaute (u. a. Cutaway).

Neben der Epiphone ist Django Reinhardt auf Fotos mit folgenden elektrisch verstÀrkten Archtops zu sehen:

  • Gretsch Synchromatic 400, die dem amerikanischen Gitarristen Artie Narvaez von Artie Shaw Orchestra gehörte
  • Gibson ES-300
  • einer Archtop der Schweizer Marke "RIO"[27]
  • einer italienischen Mogar mit Pick-up (bei den Sessions in Rom 1950)[28]

Daneben spielte Django Reinhardt seine akustische Selmer Modell 807 teilweise mit einem Stimer-Pick-up.

Als VerstĂ€rker benutzte Django Reinhardt Fotos nach zu schließen

  • einen Stimer M10-VerstĂ€rker
  • einen Electar-VerstĂ€rker von Epiphone
  • einen Gibson EH150-VerstĂ€rker (Club St. Germain)

Im Film

Gedenktafel fĂŒr Django Reinhardt in Samois-sur-Seine

Sergio Corbucci hat den Titelhelden seines Italo-Westerns Django nach Reinhardt benannt.[29]

Im Film Swing Kids ist Django Reinhardt eines der großen Vorbilder der Protagonisten. Nach der VerstĂŒmmelung seiner Hand durch die Nationalsozialisten bringt sich der Jugendliche Arvid, angespornt durch sein Idol, das dreifingrige Spiel bei.

In dem Film Sweet and Lowdown (1999) von Woody Allen ist Django Reinhardt das Idol der Hauptfigur, des fiktiven Jazzgitarristen Emmett Ray. Reinhardt tritt in dem Film nur kurz in einer Szene auf, verkörpert vom Schauspieler Michael Sprague.

Der Zeichentrickfilm Das große Rennen von Belleville (2003) beginnt mit einer musikalischen Szene mit BĂŒhnenauftritten von Fred Astaire, Josephine Baker und Django Reinhardt (alle drei in gezeichneter Form).

Der 2008 entstandene Dokumentarfilm Djangos Erben[30] von Suzan ƞekerci ĂŒber die Nachfahren Reinhardts wurde 2009 bei den Grimme-Preisen ausgezeichnet.

Reinhardt und Duke Ellington im November 1946. Foto: William P. Gottlieb.

Siehe auch

Literatur

  • Charles Delaunay: Django Reinhardt: Souvenirs. Paris 1954
  • Michael Dregni: Django. The Life and Music of a Gypsy Legend. Oxford University Press; Oxford, New York 2004 (engl.)
  • Michael Dregni: Django Reinhardt and the Illustrated History of Gypsy Jazz. Speck Press, Denver 2006 (engl.)
  • Patrick Williams: Django Reinhardt. Editions ParenthĂšses, Marseille 1998 (franz.)
  • Francois Billard: Django Reinhardt. Un gĂ©ant sur son nuage. Lieu Commun, Paris 1993 (franz.)
  • Roger Spautz: Django Reinhardt. Mythos und RealitĂ€t. RTL Edition, Luxemburg 1983
  • Dietrich Schulz-Köhn: Django Reinhardt. Ein PortrĂ€t. Pegasus Verlag, Wetzlar 1960
  • Alexander Schmitz, Peter Maier: Django Reinhardt. Sein Leben Seine Musik Seine Schallplatten. Oreos Verlag (Collection Jazz), Gauting-Buchendorf 1985
  • Paul Vernon: Jean ‘Django’ Reinhardt: a contextual bio-discography 1910-1953. Ashgate Publishing Limited, Hampshire 2003 (Google Books)

Weblinks

 Commons: Django Reinhardt â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Michael Dregni gibt als Djangos Vater einen gewissen Jean-EugĂšne Weiss an, der in Djangos Geburtsurkunde jedoch mit „J B Reinhard“ unterschrieb. Dregni erklĂ€rt das damit, dass Djangos Vater von französischen Gendarmen gesucht wurde und seine wahre IdentitĂ€t verschleiern wollte. Djangos Mutter war Laurence „NĂ©gros“ Reinhardt.
  2. ↑ Als Rhythmusgitarristen spielten zumindest bei Plattenaufnahmen anstelle von Joseph Reinhardt bzw. Pierre „Baro“ Ferret zeitweise auch EugĂšne VĂ©es bzw. Marcel Bianchi mit.
  3. ↑ Dietrich Schulz-Köhn in: Klaus Wolbers (Hrsg.): Thats Jazz. Darmstadt 1988, S. 335ff. Der Autor hielt auch wĂ€hrend des Krieges Kontakt zum mit ihm befreundeten GrĂŒnder des Hot Club de France, Charles Delaunay.
  4. ↑ Django in the USA – Canada (Ontario) 29th Oct – 21st Dec 1946 bei Paul Vernon Chester.
  5. ↑ Obwohl immer wieder zu lesen ist, dass diese Tournee ein Misserfolg war, weist Michael Dregni ĂŒberzeugend nach, dass die Tournee sowohl beim Publikum als auch bei der Presse ein Erfolg war.
  6. ↑ Red, Ride, Red (Tiger Rag), A Blues Riff, Improvisation No. 2 und Honeysuckle Rose
  7. ↑ Radiodiffusion-TĂ©lĂ©vision Française in der englischsprachigen Wikipedia; bis 1949 noch RDF.
  8. ↑ Louise, Django’s Dream (RĂȘverie), Swingtime in Springtime u. a.
  9. ↑ Dinette, Symphonie, Saint Louis Blues u. a.
  10. ↑ Version bei YouTube. Django Reinhardt hat mit diesem Orchester noch eine zweite Version des Troublant BolĂ©ro eingespielt; diese wurde auf VOGUE 406505 veröffentlicht.
  11. ↑ Festival Django Reinhardt
  12. ↑ umbriajazz.com
  13. ↑ a b c fgmrecords.com: Django’s Playing.
  14. ↑ about-django.com: Klangbeispiel aus „Swing for Ninine“, (.mp3).
  15. ↑ about-django.com: Klangbeispiel „Mystery Pacific“, (.mp3)
  16. ↑ siehe das entsprechende Video bei YouTube
  17. ↑ rfcharle.com
  18. ↑ lutherie.net
  19. ↑ FĂŒr Details siehe Django in Rome.
  20. ↑ cite-musique.fr
  21. ↑ MĂ©diathĂšque
  22. ↑ CitĂ© de la Musique
  23. ↑ Photographs from the Golden Age of Jazz; siehe unter „Django Reinhardt“
  24. ↑ Michael Dregni zufolge benutzte Joseph Reinhardt bereits 1946 einen Stimer-Pick-up
  25. ↑ „Zephyr“
  26. ↑ Artikel auf der Website von Paul Vernon Chester
  27. ↑ RIO-Gitarren
  28. ↑ Django in Rome
  29. ↑ arte.tv: Django
  30. ↑ Dokumentarfilm am Montag: Djangos Erben
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