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| Basisdaten | |
|---|---|
| Ort: | Wien |
| Verwendung: | Aussichtsturm, Drehrestaurant, UKW-Rundfunksender (seit 1998) |
| Bauzeit: | 1962â1964 |
| Architekt: | Hannes Lintl |
| Statiker: | Robert Krapfenbauer |
| Renovierung (Architekt): | Christian Lintl[1] (Sohn von Hannes) |
| EigentĂŒmer- gesellschaften: |
Immobilien Holding GmbH[2] BRAU UNION Ăsterreich Aktien- gesellschaft[3] |
| Technische Daten | |
| Gesamthöhe: | 252 m |
| Gesamtmasse: | 17.600 Tonnen |
| Aussichtsplattformen: | Terrassen: 150 m, 155 m; Restaurants: 160 m, 170 m; ZentralgeschoĂ: 165 m |
| Baustoff: | Stahlbeton, Beton, Stahl, Aluminium |
Der Donauturm ist ein Aussichtsturm[4] inmitten des Donauparks im 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt. Er ist eines der Wahrzeichen Wiens sowie mit 252 Metern das höchste Bauwerk Ăsterreichs.[5][6] Er wurde vom 1. August 1962 bis 16. April 1964 errichtet.
Inhaltsverzeichnis |
Der Donauturm ist zur Wiener Internationalen Gartenschau (WIG 64) errichtet worden. Der Entwurf stammt vom Architekten Hannes Lintl, der Ingenieur Robert Krapfenbauer fĂŒhrte die statischen Nachweise. Am 12. Oktober 1962 erfolgte die offizielle Grundsteinlegung, als das Fundament fertig betoniert war,[7] am 16. April 1964 eröffnete BundesprĂ€sident Adolf SchĂ€rf den Turm feierlich[8][9] â nach rund 20 Monaten Bauzeit unter der Leitung von Eberhard Födisch. Im FrĂŒhjahr 1964 war die Grundsteinlegungsurkunde[10] in einer KupferhĂŒlle im FuĂboden im Eingangsbereich des Turmes eingebaut worden.[11] Der Donauturm gehört prĂ€gend zum Wiener Stadtbild und bietet als Aussichtspunkt einen bis zu 80 Kilometer weiten Fernblick ĂŒber die Stadt und deren Umgebung, bei guten SichtverhĂ€ltnissen bis Rax und Schneeberg in Richtung SĂŒden, ebenso wie nach Bratislava in Richtung Osten. Er ist zu einer beliebten und international bekannten Touristenattraktion geworden.
Die Stadt Wien hatte den Bau des Turms bei der Donauturm Aussichtsturm- und Restaurantbetriebsgesellschaft m.b.H. in Auftrag gegeben, die ihn heute noch betreibt. Deren Gesellschafter sind zu 95 Prozent die öffentlich-rechtliche ehemalige Zentralsparkasse der Gemeinde Wien, heute UniCredit Bank Austria (ĂŒber Zwischengesellschaften) und zu 5 Prozent die ehemalige Brauerei Schwechat, heute Brau Union. Das GrundstĂŒck wurde von der Stadt Wien beigestellt und an die am 4. Mai 1962 gegrĂŒndete Donauturm Liegenschaftsverwaltungsgesellschaft m.b.H. ĂŒbertragen, die sich ebenfalls immer noch im indirekten Eigentum der Gesellschafter UniCredit Bank (zu 94,85 Prozent ĂŒber die Ekazent, eine frĂŒhere direkte Tochter der Zentralsparkasse, die den Donauturm mitentwickelte.[12]) und der Brau Union (5,15 Prozent) befindet (siehe Infobox).
AnlĂ€sslich der Internationalen Flugpost-Ausstellung in Wien am 6. Juni 1968 sollten sieben Ballons starten. Drei blieben wegen technischer Probleme am Boden, drei weitere Ballons stiegen auf und fuhren problemlos am Turm vorbei. Der vierte aufgestiegene Ballon gewann jedoch aufgrund von Pilotenfehlern nicht schnell genug Höhe und wurde im Zickzack direkt gegen den Turm getrieben, wo er zunĂ€chst an den Sicherheitsgittern der BrĂŒstung der unteren Aussichtsplattform hĂ€ngen blieb. Nachdem die Verbindungsseile zum Ballon abrissen, stĂŒrzte der Korb mit den Passagieren ab. Der dadurch frei gewordene Ballon trieb daraufhin noch weiter und sank in einiger Entfernung vom Donauturm nieder. Beim Absturz des Korbs kamen der amerikanische Ballonfahrer Francis Shields, der höhere Beamte der Post- und Telegraphendirektion Guntram Pammer und der junge Journalist Dieter Kasper von der APA ums Leben.[13]
SchĂŒler der Höheren Technischen Lehranstalten Klagenfurt und Villach bauten 1969 fĂŒr Minimundus ein Modell des Turms im MaĂstab 1:25 nach.[14] Im Jahr 1974 fand in der KĂŒche des Donauturms die internationale Kochkunstausstellung statt.
AnlĂ€sslich des Papstbesuchs 1983 fand am 11. September am FuĂ des Turms eine Heilige Messe statt, die von Johannes Paul II. zelebriert wurde und an der rund 300.000 GlĂ€ubige teilnahmen. 1990 war der Donauturm zwei Tage lang Bestandteil einer weltweiten Funkkette fĂŒr Pfadfinder, die Völker verstĂ€ndigende GruĂ- und Friedensbotschaften rund um den Globus funkten. Im Jahr 1991 erhielt die Betriebsgesellschaft die Staatliche Auszeichnung und darf seither das Bundeswappen im GeschĂ€ftsverkehr verwenden.
Seit Herbst 2002[15] (nach anderer Quelle seit Mai 2003[16]) ist der Donauturm einer der zulĂ€ssigen Trauungsorte auĂerhalb der Wiener StandesĂ€mter.[17] Die Zeremonien finden auf der verglasten Terrasse des Turms statt.
Auf der vom Wiener Tourismusverband erstellten Liste der meistbesuchten SehenswĂŒrdigkeiten Wiens liegt der Donauturm im Jahr 2008 mit 419.635 Besuchern auf Platz 9. In den Jahren 2000 bis 2007 besuchten demnach jĂ€hrlich zwischen 358.977 (2003) und 415.000 (2007) Menschen den Donauturm. Die von der Betreibergesellschaft veröffentlichten Zahlen weichen davon leicht ab: Auf der Website des Turms ist von jĂ€hrlich rund 450.000[18] beziehungsweise 460.000[19] Besuchern die Rede.
Im Jahr der Eröffnung teilten sich 13 LiftfĂŒhrer die Schichten, um die 595.134 Besucher auf den Turm zu befördern, trotzdem kam es zu zweistĂŒndigen Wartenzeiten.[20] 1972 wurde der dreimillionste Besucher begrĂŒĂt.[21] 1982, im Jahr der Eröffnung der Brigittenauer BrĂŒcke,[22] die eine direkte Anbindung des Donauturms an das Autobahnnetz schuf, wurden ungefĂ€hr 400.000 Besucher verzeichnet. Bis 1984, in den ersten 20 Jahren seines Bestehens, verzeichnete der Donauturm rund sieben Millionen Besucher.[23]
Von 1965 bis 1980 entwickelten sich die Besucherzahlen nach Angaben der Betreibergesellschaft âunspektakulĂ€râ[24] â erst im Jahr 1988 wurden erstmals wieder ĂŒber eine halbe Million Besucher gezĂ€hlt, je zur HĂ€lfte von österreichischen und von auslĂ€ndischen GĂ€sten. Der Umsatz erhöhte sich in diesem Jahr um 13 Prozent auf 95 Millionen Schilling (umgerechnet 6,9 Millionen Euro).[24] Ein Jahr spĂ€ter erreichten die Besucherzahlen mit rund 558.000 Besuchern ihren bisherigen Höhepunkt.[25]
2004, im Jahr des 40-jĂ€hrigen BestandsjubilĂ€ums, hatten seit der Eröffnung im Jahr 1964 insgesamt rund 16,5 Millionen Menschen den Donauturm besucht:[26] WĂ€hrend des JubilĂ€umsfestes vom 4. bis 6. Juni 2004 wurden mehr als 20.000 Besucher gezĂ€hlt, davon 11.000, die auch auf den Turm hinauffuhren.[27] Am 16. Juni 2005 wurde der siebzehnmillionste Gast empfangen. Die damaligen Donauturm-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Gerhard Schrefl und Wolfgang Steinschaden ĂŒberreichten dem JubilĂ€umsbesucher einen Donauturm-VIP-Pass, der ihm und einer Begleitperson ein Leben lang den kostenfreien Besuch sĂ€mtlicher Wolkenkratzer der World Federation of Great Towers ermöglicht, zu denen auch der Donauturm gehört.[28][29]
Das 252 Meter hohe Turmbauwerk wurde in den 1950er/60er-Jahren nach der âinzwischen entstandenen sogenannten Turmbauweiseâ (Krapfenbauer, 1966, S. 28) errichtet. Zum Zeitpunkt der Eröffnung war der Donauturm Europas höchster Stahlbetonturm und Ăsterreichs erster Hochbau, der in gerĂŒstfreier Gleitschalungstechnik nach System Siemcrete IN der Siemens Bauunion gebaut wurde.[30]
Das Gesamtgewicht von Turmschaft mit Turmkorb und Fundament mit Erdauflast betrĂ€gt rund 17.000 Tonnen. Der Stahlbetonturm besteht aus 3750 Kubikmetern Beton und 514 Tonnen Betonstahl. FĂŒr die Turmkopfkonstruktion sollten der Grundsteinlegungsurkunde nach 100 Tonnen Profilstahl und 50 Tonnen Aluminium, fĂŒr den Stahlrohrmast 50 Tonnen Stahl verbaut worden sein.
Statisch gesehen handelt es sich bei dem Turmbauwerk um einen im Baugrund nachgiebig eingespannten KragtrĂ€ger, dessen maĂgebende Belastungen das Eigengewicht in Achsrichtung und der Wind senkrecht zur Bauwerksachse sind. WĂ€hrend nach Krapfenbauer (1964) die Verkehrslasten keine bedeutende Rolle bei der statischen Berechnung spielten, mussten hingegen Erdbebenlasten und die aus den Temperaturunterschieden zwischen der sonnenbestrahlten und der im Schatten liegenden TurmhĂ€lfte entstehenden Materialspannungen berĂŒcksichtigt werden. Die statischen Berechnungen erfolgten â analog zu Ă€hnlichen TĂŒrmen â wie bei einem Schornstein. Dies unter Beachtung der ĂNORMEN B 4000, B 4006 (§ 6) und B 4200, sowie unter Heranziehung der DIN 4114. Die Knicksicherheiten des Turmschafts liegen nach Krapfenbauer (1964) weit ĂŒber dem von der ĂNORM geforderten Wert von 2,50. Das wurde unter anderem durch eine Aussteifung des Turmschafts mit drei horizontalen Plattformen erreicht, die als Hauptpodeste fungieren und mit verhĂ€ltnismĂ€Ăig leichten StahltrĂ€gern ausgefĂŒhrt sind, die gleichzeitig die PodesttrĂ€ger der Stiegenanlage darstellen.
Das Fundament ist in acht Metern Tiefe gegrĂŒndet. Die Fundamentsohle besteht aus einem Kreisring mit 31 Metern AuĂen-, einem Innendurchmesser von 10,2 Metern und einer GrundflĂ€che von 755 Quadratmetern. Auf dieser gelochten Platte wurde die Ă€uĂere Kegelstumpfschale mit einer Wanddicke von 70 und die innere Kreiszylinderschale mit einer WandstĂ€rke von 55 Zentimetern aufbetoniert. Die Zylinderschale stellt die VerlĂ€ngerung des Turmschafts mit gleichbleibendem AuĂendurchmesser von 12,0 Metern dar, der damit in den Fundamentkegel bis zur Fundamentsohle eingespannt ist.[31] In der Höhe des FuĂbodens, im Schnittkreis von Zylinder und Kegelstumpfschale, liegt zusĂ€tzlich ein horizontaler Druckring, der eine RandverstĂ€rkung der durchbrochenen Decke auf der Nullebene darstellt.
Von der Fundamentsohle wird auf den Untergrund (Schotter mit Sand von â6,0 bis â13,5 Meter Tiefe) eine Gesamtlast von rund 17.000 Tonnen ĂŒbertragen, die sich aufteilt auf 4.700 Tonnen fĂŒr das Fundament selbst, 5.600 Tonnen Erdauflast auf dem Fundament, 6.300 Tonnen vom Schaft und der Gondel, sowie 400 Tonnen vom Aufzugsschacht. Daneben wird ĂŒber das Fundament auf den Untergrund ein Moment aus der Windlast von rund 36.800 tm ĂŒbertragen.
Der Schaftdurchmesser betrĂ€gt in GelĂ€ndehöhe 12 Meter, der Turm verjĂŒngt sich in konkaver KrĂŒmmung nach oben hin auf 6,2 Meter Durchmesser in 145 Metern Höhe. Im Weiteren hat der Turmschaft bis zu seinem oberen Ende in 181,95 Metern Höhe einen gleichbleibenden Durchmesser. Laut Grundsteinlegungsurkunde von 1962 sollte der Donauturm 260 Meter hoch werden, davon waren 180 Meter fĂŒr den Stahlbetonschaft und 80 Meter fĂŒr den darauf sitzenden Stahlrohrmast vorgesehen.[32] In diesem Punkt irrt die Grundsteinurkunde, da sich die Bemessung der 260 Meter auf die Gesamthöhe inklusive dem 8 Meter tiefen Fundament bezieht, die Gesamthöhe ĂŒber Grund jedoch nur 252 Meter betrĂ€gt. AbzĂŒglich der Schafthöhe von rund 182 Metern, beginnend auf GelĂ€ndehöhe, verbleiben damit fĂŒr den Stahlrohrmast rund 70 statt der in der Grundsteinurkunde angegebenen 80 Meter.
Auf 150 Metern Höhe umschlieĂt die offene, in Form eines sphĂ€risch gleichseitigen Dreiecks gestaltete Aussichtsterrasse den Turmschaft. Die Tragkonstruktion besteht aus einer kegelförmigen Stahlbetonschale, in der die Untergurte der 24 stĂ€hlernen radialen SchalungstrĂ€ger einbetoniert sind. Darauf befindet sich eine kreisringförmige Stahlbetonplatte, die die Terrasse darstellt. Diese ist mit einer 1,30 Meter hohen nach innen geneigten BetonbrĂŒstung abgesichert. Auf der BrĂŒstung war ursprĂŒnglich ein hohes nach oben offenes Sicherheitsgitter mit an ihrem oberen Ende nach innen gebogenen Spitzen angebracht[33], welches durch einen bis zur an die Kinderterrasse reichenden geschlossenen Korb ersetzt wurde. Die Terrasse, die fĂŒr eine Last von 400 Personen ausgelegt ist, weist mit der sĂŒdlichen Ecke des Dreiecks in Richtung Stephansdom.
In Höhe von 152,46 (â155â) Metern wurde die zurĂŒckgesetzte sogenannte âKinderterrasseâ mit einem Durchmesser von 14,20 Metern angelegt. Diese stĂŒtzt sich mittels 24 mit quadratischem Querschnitt, je 2,60 Meter hohe StahlsĂ€ulen auf der Aussichtsterrasse ab.[33] Bei dieser Terrasse gibt es nur eine ringsum laufenden Handlauf mit Durchstiegssicherung, durch welche Kinder auch ohne Hilfe der Erwachsenen in die Ferne blicken konnten, allerdings nicht direkt hinunter. Seit dem Umbau hat die Kinderterrasse eine vollflĂ€chige Glaswand.
Die untere, groĂe Terrasse ist direkt ĂŒber die zweite Aufzugsstation erreichbar. Von der dritten Aufzugsstation im ZwischengeschoĂ gelangt man ĂŒber die den Vorraum der CafĂ©ebene zu einer Treppe die erst geschlossen durch das Tragwerk/TechnikgeschoĂ und dann um den Turmschaft gerundet auf die Kinderterrasse fĂŒhrt. Von dort fĂŒhrt eine Treppe am Schaft entlang weiter zur Aussichtsterrasse.
Der Raum zwischen den beiden Terrassen war nach dem Bau durch eine leicht zurĂŒckversetzte und vom GelĂ€nde aus kaum wahrnehmbaren Verglasung abgeschlossen. Damit stand nicht nur ein gegen Schlechtwetter geschĂŒtzter Aussichtsraum zur VerfĂŒgung, sondern war auch ein abgeschlossener Raum zwischen der Ausstiegsstelle des Aufzugs und der Aussichtsterrasse vorhanden.[33] Die Kinderterrasse und die Stiegen waren jedoch im Freien. Im Jahr 2000 wurde die alte Verglasung abgetragen und als Schutz vor dem oft starken Wind rund um die Kinderterrasse eine neue Verglasung gezogen, so dass vom Boden der Aussichtsterrasse bis zum Tragwerk der Gondel ein zweistöckiger, geschlossener Raum entstand. Der obere Stock wird nun auch fĂŒr Veranstaltungen, wie etwa Hochzeiten genutzt. Durch den nunmehrigen, von weitem gut sichtbaren Glaszylinder, ist ein neues Erscheinungsbild von Terrassen und Turmkopf entstanden und deren klare optische wie bauliche Trennung verloren gegangen. Gleichzeitig wurde das Sicherheitsgitter der Aussichtsterrasse durch einen an den Glaszylinder heranreichenden âKĂ€figâ ersetzt.
Das Tragwerk des geschlossenen Turmkorbs, der von den Errichtern auch als Gondel oder Turmkopf bezeichnet wird, beginnt auf einer Höhe von 155,9 Metern, Ă€hnlich wie bei der Aussichtsterrasse, mit einer kegelförmigen Stahlbetonschale. Diese weitet sich bis auf Höhe 158,9 Meter zum gröĂten AuĂenradius des Turmkorbs von 9,30 Metern auf. Noch innerhalb der Stahlbetonschale befindet sich auf 157,4 Meter ein InstallationsgeschoĂ. Die beiden oberen Geschosse und das Dach des Turmkorbs sind freitragende Stahlkonstruktionen, wobei das Dach mit schrĂ€gen Zugstangen am Turmschaft aufgehĂ€ngt ist.
Beim Aufstieg von der Kinderterrasse ĂŒber eine um den Turmschaft geschlungene Wendeltreppe, die auf die CafĂ©ebene, die unterste der drei öffentlichen Ebenen der Gondel fĂŒhrt, kommt man an der ZutrittstĂŒre zum InstallationsgeschoĂ vorbei.
Auf 165 Metern Höhe befindet sich mit dem mittleren das ZentralgeschoĂ. Auf dieser ErschlieĂungsebene befindet sich in der einen KreishĂ€lfte die oberste Aufzugsstation, der Hauptausstieg, mit einer Art Vorraum. Links und rechts vom Aufzug finden sich ĂŒber jeweils ein Podest erreichbare groĂe Aussichtsfenster. An der AuĂenseite gelegen befinden sich die mit Fenstern versehenen Toiletten, die ebenso einen Blick auf die Umgebung ermöglichen. Die zweite HĂ€lfte der Ebene, abgetrennt vom öffentlichen Bereich, ist der KĂŒche vorbehalten, die mit zwei KĂŒchenaufzĂŒgen mit den beiden Gastronomiebereichen der Gondel verbunden ist.
Vom ZentralgeschoĂ fĂŒhren zwei eher schmale Doppeltreppen mit Zwischenpodest zu den oberhalb und unterhalb gelegenen Drehrestaurants. Das KaffeegeschoĂ befindet sich in 161,15 (â160â), das RestaurantgeschoĂ in 169,4 (â170â) Metern Höhe.
Wie vom Architekten geplant, wurden die Drehrestaurants zur Eröffnung und spĂ€ter die meiste Zeit ĂŒber als CafĂ© und Restaurant betrieben. Die Inneneinrichtung war ursprĂŒnglich weitgehend identisch ausgefĂŒhrt. Ăblicherweise standen Tische fĂŒr jeweils sechs oder acht Personen mit der Schmalseite an der AuĂenwand, sodass pro Ebene insgesamt 130 Personen Platz fanden. FĂŒr reservierende Gruppen wurde dies umarrangiert. Heute ist das obere âgehobenereâ Restaurant (Donauwalzer) mit Vierertischen und das untere CafĂ© (Panorama) gemischt mit Tischen wie damals und kleinen CafĂ©haustischen bestĂŒckt. Beide Plattformen bieten einen abwechslungsreichen Blick ĂŒber die österreichische Bundeshauptstadt und bei entsprechender Wetterlage bis in zirka 80 km Entfernung. An der feststehenden abgehĂ€ngten Decke befinden sich radiale Richtungsweiser zu markanten Aussichtspunkten.
Die zwei DrehbĂŒhnen mit den Tischbereichen der Restaurants, mit weltweit erstmalig sich mitdrehender Glasfassaden, sind auf je 96 gummigelagerten Laufrollen auf dem Tragwerk aufgesetzt. Ăber getrennte Dreheinrichtungen der MAN Maschinenfabrik Augsburg NĂŒrnberg werden sie je Ebene mit einem Dreiganggetriebe von Ritzel auf Drehkranz von jeweils einem Elektromotor angetrieben. Daraus ergibt sich fĂŒr jedes der beiden Restaurants eine Drehzeit von heute 26, 39 oder 52 Minuten je voller Umdrehung. Um die Laufrollen verschleiĂbedingt zu tauschen, können in jeder der beiden Wartungsebenen unterhalb der DrehbĂŒhnen die Elemente von FĂŒhrungsschienen mit jeweils mehreren Rollen ausgebaut werden. Das einzeln ausgebaute Element wird zerlegt, die Rollen getauscht, anschlieĂend zusammengebaut und wieder an seinem Platz eingesetzt. Danach erfolgt selbige Prozedur mit dem nĂ€chsten Element. So wurde das im Laufe der Jahrzehnte bereits einige Male gemacht, der letzte Rollentausch erfolgte âirgendwann in den letzten 10 Jahrenâ.[34]
Der Stahlmast ist ĂŒber 1,20 Meter in der mit entsprechender Bewehrung versehenen Abschlussplatte des Turmschafts eingespannt. Der Mast beginnt sichtbar auf Höhe 181,95 und hat bis zu seinem oberen Ende auf 250 Meter eine GesamtlĂ€nge von 68,05 Metern. AuĂermittig am Mastrand aufgesetzt ist noch ein rund 2 Meter hoher Aufbau, sodass sich damit insgesamt die bekannten 252 Meter Höhe des Donauturms ergeben. Der Aufbau beherbergt ganz an der Spitze ein WindmessgerĂ€t[35] und eine Blitzschutzanlage.
Die zwei von Ing. St. Sowitsch & Co. errichteten AufzĂŒge beförderten bis 18. JĂ€nner 2010 je maximal 15 Personen inklusive dem obligatorischen AufzugsfĂŒhrer innerhalb von 35 Sekunden mit 6,10 m/s (etwa 22 km/h) zum ZentralgeschoĂ. Im Jahr der Eröffnung waren dies Europas schnellste ExpressaufzĂŒge. In Wien ist heute der Aufzug im Millennium Tower etwa gleich schnell.[36] Die AufzĂŒge im Donauturm sind fĂŒr 1600 Personen pro Stunde ausgelegt. Im Aufzugsdach befindet sich ein Sichtfenster, ĂŒber welches man die Fahrt mitverfolgen kann. Der nördliche Aufzug wurde als Doppeldeckeraufzug ausgefĂŒhrt und war der erste seiner Art in Ăsterreich. Im Unterdeck werden gleichzeitig die Hauptmahlzeiten von der KĂŒche im Keller ins Restaurant transportiert. Bei starkem Wind fahren die AufzĂŒge nur mit 2,5 m/s, da durch die mögliche Schwankung des Turmes die Bewegung der Aufzugskabel gefĂ€hrlich sein könnte. Zwischen 18. und 29. JĂ€nner 2010 wurden die AufzĂŒge nach einer Beförderungsleistung von 20 Millionen Besuchern und einer zurĂŒckgelegten Wegstrecke von 750.000 Kilometern auĂer Betrieb genommen und einer GeneralĂŒberholung unterzogen. Dabei wurden die seit der Eröffnung 1964 in Betrieb befindlichen Antriebsmotoren und Kabinen erneuert. Im Jahr 2010 wurden die Aufzugsanlagen abermals saniert und von Seiten Antrieb und Steuerung auf den letzten Stand der Technik gebracht. Durch den Einsatz regenerativer Antriebe konnte eine Energieeinsparung von mehr als 40% erreicht werden. [37] [38]
In der zweiten HĂ€lfte des Turmschafts kann man auch ĂŒber eine Treppe mit 779 Stufen und 60 Podesten den Turm bis zur Aussichtsterrasse erklimmen. Das Treppenhaus ist jedoch ĂŒblicherweise nur wĂ€hrend des jĂ€hrlichen Donauturm-Laufes sowie in NotfĂ€llen zugĂ€nglich.
Die klare Gliederung von Turmschaft, Turmkorb und Stahlrohrmast wie auch die Bauart als schlanke Röhre in Stahlbetonbauweise Ă€hnelt in der Formensprache und der Bautechnik den TĂŒrmen nach dem Vorbild des Stuttgarter Fernsehturms. Wenngleich der Donauturm nie zur Aufnahme von Fernsehsendeanlagen vorgesehen war, wird er jedoch wegen seiner Bauform als Kopfturm und der Errichtung wĂ€hrend der ersten weltweiten Turmbauwelle von manchen Autoren der Bau- bzw. Architektur-Fachliteratur als Fernsehturm bezeichnet.[39]
Auf dem Stahlmast wurden in einer Höhe von 225,4 Metern und auf 188,9 Meter zwei groĂe Reklamezeichen in Neonbeleuchtung angebracht, geliefert von den Siemens-Schuckertwerken. Es handelte sich dabei um die Logos der beiden EigentĂŒmergesellschaften Zentralsparkasse und Brauerei Schwechat.[40] Nach Krapfenbauer (1964) waren âdies [zum Zeitpunkt der Errichtung] die höchsten Neon-GroĂanlagen der Weltâ. Laut Bank Austria (frĂŒher: Zentralsparkasse) war deren obere Reklame bereits zum Zeitpunkt der Erstellung eines der höchsten sich drehenden Werbelogos der Welt.[41]
Die sich um die Mastachse drehbaren Konstruktionen waren fĂŒr beide Neonreklamen gleich: In jeweils drei kreisrunden Rahmen, im Dreieck rund um den Mast montiert, waren die Unternehmenslogos eingepasst. Der Antrieb zur Drehung erfolgte mit Ritzel und Zahnradring.
In rund 225 m war ab Fertigstellung des Donauturmes 1964 das sich drehende dreifache âZâ der Zentralsparkasse angebracht und blieb dies ĂŒber mehr als drei Jahrzehnte.
Im Jahr 1998 wurde das âZâ samt dessen Unterbau mit den drei kreisrunden Rahmen abgebaut und anstelle dessen mit Hilfe eines Hubschraubers eine neue Unterkonstruktion zur Aufnahme von nur mehr zwei Logoseiten montiert. An dieses Tragwerk wurde das sich ebenfalls wieder um die Mastachse drehende Logo, die âRote Welleâ der Bank Austria, angebaut. Die beiden LogohĂ€lften waren jeweils 10 Meter lang und 6,5 Meter hoch. Die Unterkonstruktion und das etwa 3,5 Tonnen schwere Doppellogo hatten ein Gewicht von rund 17,6 Tonnen.
UngefÀhr im Februar 2008 wurde das Bank-Austria-Logo abmontiert, um dem neuen Unternehmenslogo der nunmehrigen UniCredit Bank Austria Platz zu machen. Die beiden zuvor am Boden zusammengebauten kreisrunden Rahmen mit dem Logo wurden im September 2008, wiederum mit Hilfe eines Hubschraubers, am verbliebenen Logotragwerk montiert. Das Gewicht des gesamten Aufbaus samt dem neuem Logo blieb nahezu unverÀndert bei rund 17,6 Tonnen.[42]
Knapp oberhalb des Turmschafts in rund 189 Metern Höhe war ab 1964 fĂŒr ĂŒber mehr als drei Jahrzehnte das sich drehende dreifache âSchwechaterâ-Logo (weiĂes stilisiertes Bierglas im weiĂen Kreis) angebracht.
Im Lauf der Zeit (irgendwann in den 1990er-Jahren, genauer Zeitpunkt unbekannt) wurden die Leuchtstoffröhren vom Kreis und dem stilisierten Bierglas des âSchwechaterâ-Logos entfernt, um auf den erhalten gebliebenen kreisrunden Rahmen spĂ€ter das A1-Logo der Mobilkom Austria zu montieren. Nach dessen Entfernung, ungefĂ€hr im Februar 2008, wurde bisher kein Ersatz angebracht. Die Konstruktion mit den drei alten âSchwechaterâ-Rahmen ist am Mast verblieben und weithin als leeres Gebilde sichtbar.
Im Stahlrohrmast, der ĂŒber eine Treppe begehbar ist, befinden sich meteorologische GerĂ€te, âdie bisher (1962) in dieser Höhe nicht stĂ€ndig beobachtet werden konntenâ.[7] Nach Krapfenbauer (1964) trĂ€gt der Stahlrohrmast weiters Einrichtungen zur Messung der RadioaktivitĂ€t der Luft sowie eine Relais-Station fĂŒr den Polizeifunk.
Auf der Aussichtsterrasse in 150 Metern Höhe befinden sich seit 1964 Messstationen: Die ZAMG erfasst Wetterdaten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit, das Physikalische Institut der Wiener UniversitĂ€t betreibt Messstation fĂŒr Immissionsmessung, gemessen werden seither Kohlendioxid und Aerosole. Im Februar 1969 wurde zusĂ€tzlich eine Anlage zur âKohlenstoffmonoxid+Kohlenwasserstoffe-Messungâ installiert. Die Messergebnisse waren Basis fĂŒr einen Luftalarmplan und ein Luftreinhaltegesetz.[43]
Beim Bau des Turmes wurde bereits auf die kĂŒnftige Nutzung als meteorologische und Immissionsmessstation RĂŒcksicht genommen. Deshalb wurden im Betonschaft Ausnehmungen fĂŒr MessgerĂ€te und StĂŒtzpunkte eingeplant. Unter Einbeziehung des Stahlrohrmastes ist es damit möglich, die kontinuierliche VerĂ€nderung der Temperaturschichtung der AtmosphĂ€re (Inversion) bis zu einer Höhe von etwa 200 Metern zu beobachten.
1992 wurde der erste Treppenlauf gestartet. Der Sieger schaffte die 776 Stufen im Turmschaft in 4:02 Minuten. Rekordhalter bei den Herren ist Markus Zahlbruckner in der Zeit von 3:31:71 Minuten.[15] 2004 wurden die Stufen fĂŒr den Donauturmlauf neu gezĂ€hlt, alle 10 Stufen eine Markierung angebracht, seither werden 779 Stufen und 60 Podeste als zu laufende Zahl angegeben. Andrea Mayr stellte 2008 bei den Damen in einer Zeit von 4:04:70 Minuten den Rekord auf.[44] Der Teilnehmerrekord wurde 2003 mit 389 Sportlern verzeichnet. 2009 konnte der Lauf wegen Vorbereitungsarbeiten zur Sanierung der Liftanlagen nicht durchgefĂŒhrt werden.[45]
An die untere Aussichtsplattform wurde eine im April 2001 eröffnete Absprungrampe fĂŒr Bungee-SprĂŒnge angebaut, die im gleichen Jahr von rund 1000 Menschen genutzt wurde. Die Absprunghöhe befindet sich auf 152 Meter, dadurch bedingt, dass die Anlage ĂŒber dem BetongelĂ€nder der Aussichtsplattform angebracht ist. Betrieben wird die Anlage von der Jochen Schweizer Events GmbH.
So wie auf hohen Bauwerken heute ĂŒblich, dient auch der Donauturm als TrĂ€ger fĂŒr Mobilfunkantennen. Diese wurden am untersten Drittel des Turmschafts angebracht. Sowohl am Turmkopf als auch am Stahlmast befinden sich Sendeeinrichtungen diverser Funkdienste.
Auf dem ursprĂŒnglich als Aussichtsturm errichteten Bauwerk ohne Funk- bzw. Fernmeldefunktion (vom Polizeifunk am Stahlmast abgesehen) wurden nach der Rundfunkliberalisierung von Radio und Fernsehen ab 1998 UKW-Sendeeinrichtungen auf dem Turmkopf angebracht. Seither senden einige private Regionalradiosender vom Donauturm, der die Funkstellenkennung âWIEN 4â trĂ€gt. Derzeit werden folgende Radioprogramme von hier aus ausgestrahlt (Stand Februar 2010):[46]
| Programmname | Frequenz | ERP | seit |
|---|---|---|---|
| Radio Arabella Wien | 92,9 MHz | 2,6653 kW | 14. Dezember 2001 |
| Orange 94.0 | 94,0 MHz | 0,3981 kW | 17. August 1998 |
| 98,3 Superfly | 98,3 MHz | 0,3802 kW | 29. Februar 2008 |
| Radio Stephansdom | 107,3 MHz | 1,9999 kW | 24. September 1998 |
Problematisch bei den hier eingesetzten Frequenzen ist, dass aus dem Nachbarland Ungarn vom Kabhegy, einem rund 600 m hohen Berg westlich von Veszprem[47] auf der Frequenz 93,9 MHz mr2-Petöfi Radio und auf der Frequenz 107,2 MHz Slager Radio mit einer SendestÀrke von 70 kW senden. Vor allem auf Wiener Anhöhen kommt ein stÀrkeres Signal vom Kabhegy als vom Donauturm, trotz der direkten Sicht zum Turm.
Nicht genutzt wird der Turm durch die groĂteils dem ORF gehörende Ăsterreichische Rundfunksender GmbH (ORS), deren UKW-Radio- und Fernsehhauptsender sich auf dem wesentlich höheren, auch das östliche Niederösterreich bedienenden Kahlenberg befinden.
AnlĂ€sslich der Sonderausstellung âAlt Wien. Die Stadt, die niemals warâ (25. November 2004 bis 28. MĂ€rz 2005) im Historischen Museum der Stadt Wien erschien ein Ausstellungskatalog. Darin ist zu lesen:
â[âŠ] fiel auch der [âŠ] Donauturm als Zeugnis von unsicherem Prestigedenken seinem Spott anheim, weil sich Wien durch seinen âaus reiner Hetzâ gebauten Turm zur âWeltstadt des freiwilligen Humorsâ qualifiziert habe.â
â Wolfgang Kos, Christian Rapp (2004)[48]
Zu einer Ă€hnlichen EinschĂ€tzung ĂŒber Wien und seinen Donauturm â ĂŒber die Motive einen Aussichtsturm in die Ebene an der Donau zu stellen â kam auch schon zwei Jahrzehnte frĂŒher der Autor des damals aktuellen MERIAN ReisefĂŒhrer Wien:
âIn Wien gibt es einen âFernsehturmâ, der mit Fernsehen nicht das geringste zu tun hat und auch gar nicht haben könnte. Er befindet sich nĂ€mlich an der tiefstgelegenen Stelle der Stadt. Das zweckentfremdete Gebilde [âŠ] entstand 1964 anlĂ€Ălich der Wiener Internationalen Gartenschau. Ein Aussichtsturm, geschaffen aus eitel Freude an der Höhenluft? Eher ist er als Zeugnis kleinkarierter GroĂmannssucht zu werten, typisch fĂŒr die Verwaltung der Nachkriegsjahre. [âŠ]â
â György SebestyĂ©n (1982)[49]
Aktuelles
Historisches
48.240236111116.4100944444Koordinaten: 48° 14âČ 25âł N, 16° 24âČ 36âł O