|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Donostia-San Sebastián | ||
|---|---|---|
| | ||
| Wappen | Karte von Spanien | |
| |
| |
| Basisdaten | ||
| Autonome Gemeinschaft: | Baskenland | |
| Provinz: | Gipuzcoa | |
| Koordinaten | 43° 19′ N, 1° 59′ W43.32-1.986Koordinaten: 43° 19′ N, 1° 59′ W | |
| Höhe: | 6 msnm | |
| Fläche: | 60,89 km² | |
| Einwohner: | 186.185 (1. Jan. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 3.057,73 Einw./km² | |
| Gründung: | 1180 | |
| Postleitzahl: | 20.0XX | |
| Gemeindenummer (INE): | 20069 | |
| Verwaltung | ||
| Bürgermeister: | Juan Carlos Izaguirre (Bildu) | |
| Offizielle Webpräsenz | ||
| Lage der Stadt | ||
| | ||
San Sebastián (baskisch Donostia, offiziell Donostia-San Sebastián) ist die Hauptstadt der Provinz Gipuzkoa (span. Guipúzcoa) in der spanischen Autonomen Gemeinschaft Baskenland. Sie liegt ca. 20 km westlich der französischen Grenze im Bogen des Golfs von Biskaya. Die Stadt wurde zur Kulturhauptstadt Europas des Jahres 2016 gewählt und kann bis dahin mit Investitionen von rund 100 Millionen Euro rechnen.[2]
Inhaltsverzeichnis |
San Sebastián liegt im äußersten Norden der iberischen Halbinsel an der Bucht La Concha (deutsch: Die Muschel), deren Name von ihrer auffälligen Form herrührt. Die Mündung der Bucht wird durch die Felsmassive des Monte Igueldo und des Monte Urgull begrenzt, in der Ausfahrt selbst liegt die kleine Felseninsel Santa Clara. Der weitläufige Bogen der Bucht mit der Strandpromenade und die zwischen La Concha und der Mündung des Flusses Urumea gelegene Parte Vieja und Alderdi Zaharra (deutsch: Altstadt) sind bekannte Touristenattraktionen.
Das Klima ist maritim mit milden Wintern und kühlen Sommern. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt über 1.500 mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 13,1 °C (Monte Igueldo, 218 m über dem Meeresspiegel, gemittelt von 1950–1996).
|
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für San Sebastián
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Laut einigen Geschichtsforschern wurde die Gegend der heutigen Stadt ursprünglich Izurum genannt. Die erste Erwähnung des Namens „San Sebastián“ (spanisch für Heiliger Sebastian) findet sich im Zusammenhang mit der Beschreibung eines ortsansässigen Klosters in einer Urkunde aus dem frühen 11. Jahrhundert.
Ab dem Ende des 12. Jahrhunderts wurde San Sebastián auf Betreiben der Könige von Navarra zum zentralen Hafen dieser Provinz ausgebaut, verlor diese Position jedoch Mitte des 14. Jahrhunderts an die Stadt Bilbao. Dies führte zusammen mit der sich entwickelnden Stahlerzeugung in der Region zu einer allmählichen Autonomiebewegung einzelner Ortsbezirke.
Im Januar 1489 legte ein Großbrand die gesamte, damals überwiegend aus Holz gebaute Ansiedlung in Schutt und Asche. Der Neuaufbau wurde dazu genutzt, San Sebastián zum Stützpunkt der kantabrischen Kriegsflotte zu machen, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder gegen französische, niederländische und britische Armadas kämpfen musste.
König Philipp IV. verlieh San Sebastián 1662 das Stadtrecht.
1719 wurde die Stadt von einem französischen Heer erobert und diente anschließend als Garnison für etwa 2.000 französische Soldaten, bis sie im Rahmen des Friedensvertrages von Den Haag vom 25. August 1721 an Spanien zurückgegeben wurde. Nach einer weiteren Besetzung der Stadt 1813 durch französische Truppen führte ein Befreiungsversuch am 31. August des gleichen Jahres zwar dazu, dass sich die Besatzer letztendlich am 8. September ergaben, in den dazwischen liegenden Tagen brannte San Sebastián jedoch erneut fast bis auf die Grundmauern nieder.
1863 ließ Königin Isabella II. die Stadtmauern abreißen. Dadurch wurde der Weg für einen großzügigen Ausbau der Stadt Richtung Süden, zum heutigen Stadtzentrum, frei.
Maria Christina von Österreich, Witwe von König Alfons XII. und Königin von Spanien bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes Alfons XIII., machte San Sebastián ab 1886 zu ihrer ständigen Sommerresidenz und verhalf der Stadt damit zu einem starken gesellschaftlichen Aufschwung.
Im Jahr 1914 entwickelte sich San Sebastián mit Einsetzen des Ersten Weltkriegs zum kosmopolitischen Zentrum Europas. Im damals weltberühmten Casino der Stadt verkehrten Persönlichkeiten wie Mata Hari, Leo Trotzki und Maurice Ravel.
Von 1940 bis 1975 war San Sebastián jedes Jahr im August die Sommerresidenz des spanischen Diktators Francisco Franco. In den 1950er-Jahren residierte dort auch Juan Carlos de Borbón, der heutige spanische König Juan Carlos I..
Der baskische Stadtname Donostia ist ebenso wie der spanische Name San Sebastián aus dem Namen des Heiligen Sebastian entstanden. Done, entstanden aus lateinisch domine (Herr), wird im Baskischen den Namen von Heiligen vorangestellt und entspricht damit spanisch San. Done Sebastian entwickelte sich über Donebastia zu Donostia. Die baskischsprechenden Einwohner von San Sebastián bezeichnen sich als Donostiarrak, eine Bezeichnung, die auch im spanischen Wort donostiarra(s) verwendet wird.
Den Stadtvätern ist es gelungen, durch strenge Bauvorschriften den architektonischen Charakter der Stadt zu erhalten. Insbesondere der Blick auf die Concha-Bucht ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts nahezu unverändert.
Heutzutage ist der Tourismus eine Haupteinnahmequelle der Stadt, Hotelburgen und ähnliche Merkmale des Massentourismus gibt es jedoch nicht.
Die Stadt ist Sitz des Orquesta Sinfónica de Euskadi.
San Sebastián präsentiert über das ganze Jahr verteilt international bedeutende Kulturveranstaltungen.
Donostia ist die Hochburg der baskischen Küche. Viele der angesehensten Köche des Baskenlandes, wie Juan Mari Arzak, MartÃn Berasategui oder Pedro Subijana, besitzen Restaurants in der Stadt oder im Umkreis. Nicht nur die bekannten Restaurants der Stadt sind bemerkenswert, die Küche hat allgemein ein sehr hohes Niveau. Donostia hat sowohl die höchste Dichte an Michelin-Sternen pro Quadratkilometer weltweit, als auch die höchste Sternekochdichte der Welt. Nirgendwo gibt es mehr Spitzenköche als in der baskischen Metropole.
Einen ausgesprochen guten Ruf haben die Pinchos (bask.: Pintxo), die in sehr vielen Gaststätten, insbesondere in den Kneipen der Altstadt, zu finden sind.
In San Sebastián und Umgebung (z. B. in den Vororten Astigarraga und Usurbil sowie in der Nachbarstadt Hernani) wird im Herbst Sidra, der für die Region typische saure Apfelwein, hergestellt und zu Jahresbeginn während der Sidrasaison in Sidrerien verkostet. Eine weitere regionale Spezialität ist der extrem trockene Weißwein Txakoli aus dem baskischen Weinbaugebiet Getaria, der in jeder Bar und in jedem Restaurant insbesondere zu den delikaten Pintxos ausgeschenkt wird.
Die Real Sociedad, der erfolgreichste Fußballverein von San Sebastián, spielte lange in der spanischen Primera División und qualifizierte sich häufiger für internationale Wettbewerbe. In der Saison 2006/07 stieg sie jedoch in die zweite Liga ab. Im Juni 2010 stieg "La Real" wieder in die höchste spanische Spielklasse, in die Primera División auf. Die Spielstätte des Vereins ist das Estadio Anoeta, das knapp 32.000 Zuschauer fasst.
San Sebastián ist bei spanischen und ausländischen Investoren ein geschätzter Standort, etliche Konzerne unterhalten hier Niederlassungen.
Viele wichtige Firmen sind im Technologiepark Miramon ansässig.
San Sebastián liegt an der A 1 Madrid-Irun (ehemals N I), der Hauptverkehrsverbindung von Frankreich über Nordspanien, und an der AP 8 Bilbao-San Sebastián. Auf dieser verkehrt ein Schnellbus in 1 Stunde und 10 Minuten zur jeden halben Stunde nach Bilbao und zurück.
Der im Stadtzentrum gelegene Hafen von San Sebastián hat seine frühere Bedeutung verloren und dient seit den 1970er Jahren nur noch der Fischerei und dem Sport. Der nächstgelegene Handelshafen befindet sich im Vorort Pasaia (span. Pasajes).
Der rund 20km entfernte Flughafen von San Sebastián in Hondarribia hat im Wesentlichen regionale Bedeutung.
Einen internationalen Flughafen findet man im etwa 100km (eine Autostunde) entfernten Bilbao (bask. Bilbo).
Söhne und Töchter
Städtepartnerschaften bestehen mit den Städten
Außer der genannten Städtepartnerschaft gibt es vielfach Beziehungen zu Deutschland: seit etwa 1920 besteht eine Deutsche Schule, die von deutschen Industriellen-Familien gegründet wurde. San Sebastián ist außerdem Sitz eines Deutschen Honorarkonsulats.
Palacio de Miramar, ehemalige Sommerresidenz der Königin Maria Christina von Österreich