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Drumcomputer

Drumcomputer Roland TR-909

Ein Drumcomputer [ˈdɹʌmkəmˌpjuːtɚ], auch Drum Machine [-məˈʃiːn] genannt, ist ein elektronisches Instrument zur Erzeugung perkussiver Klänge.

Die Klangerzeugung erfolgt subtraktiv analog oder digital mit Hilfe von Samples. Angesteuert wird die Klangerzeugung dabei über

Im letzten Fall besteht eine Überschneidung zum elektronischen Schlagzeug.

Geschichte

Die ersten Drumcomputer waren einfache Automaten, die nur vorprogrammierte Rhythmen wie Mambo, Tango usw. abspielen konnten. Zielgruppe waren zumeist Alleinunterhalter. So fand man sie etwa auch in Heimorgeln. Beispiel für diese Art von Drumcomputer ist die „Rhythm Ace“-Serie der japanischen Firma Ace Tone ab ca. 1967.

Zu Beginn der 1980er erschienen die ersten frei programmierbaren Drumcomputer. Die Klangerzeugung war analog, weshalb die Klänge nicht sehr natürlich klangen. Ein berühmtes Beispiel für diese Art der Drum Machine ist die Roland TR-808. Rhythmen konnte man über den eingebauten Pattern-Sequenzer programmieren und das Abspielen per Schnittstelle mit anderen Geräten synchronisieren. Analoge Drumcomputer sind heute meist begehrte Sammlerstücke. Ihre Klänge, da natürlichen Klängen nicht sehr ähnlich, werden heute noch vielfältig in der Pop- und Dance-Musik angewendet. Aus diesem Grund findet man sie häufig in Form von Samples in modernen Drum Machines.

Mit der Linn LM-1 setzte sich zunehmend eine Sample-basierte digitale Klangerzeugung durch. Die Klänge klangen zunehmend natürlicher, wobei Beckenklänge aufgrund ihrer Länge und der damaligen Kosten für Speicherbausteine anfangs schwer zu realisieren waren. Einige Drumcomputer haben zur Ansteuerung Drum-Pads. Dies sind druckempfindliche gummierte Flächen, die per Schlagzeug-Stick gespielt werden können (siehe elektronisches Schlagzeug). Ab Mitte der 1980er Jahre setzte sich ferner MIDI als Schnittstelle durch. Dies bedeutete, dass zunehmend nur noch die Klangerzeugung im Gerät stattfand und es über MIDI extern angesteuert werden konnte bzw. musste.

Ab Mitte der 1990er nahm die Verbreitung der Drumcomputer ab, da sie zunehmend in Synthesizern (Workstations), wie der Korg M1 integriert, bzw. durch Sampler ersetzt wurden. Heute werden sie von Roland (unter dem Namen Boss), KORG, Elektron, Zoom und Alesis produziert.

Übliche Schlagzeugsamples sind Bassdrum, Snare, Hi-Hat, Cymbals, Tom und Percussion-Samples (zumeist Clap, Tambourin, Bongos, Rattle). Für die Samples sind meistens die wichtigsten Parameter wie Lautstärke, Dauer oder Geschwindigkeit/Tonhöhe (Pitch) einstellbar.

Liste bekannter Drumcomputer, die wichtigsten Modelle 1978 - 2012

  • Alesis HR-16 - Sample Drummachine, nur Werksounds
  • Alesis HR-16B - Percussion Sample Machine, nur Werksounds
  • Alesis SR-16 - sehr neutral klingende Sample Drummachine, wurde 15 Jahre hergestellt, günstig & professionell, Werksounds
  • Alesis SR-18 - hervorragend klingender Nachfolger der SR - 16 mit 587 Drumsounds in 16 bit, Natursounds, kein Samplen, 4 Einzelausgänge / 2 Stereoausgänge
  • Akai MPC-60 - neben EMU SP12/1200 die von Roger Linn (Linn 9000 + LM-2) für Akai entwickelte beliebteste Sampling Drummachine, Werkssounds & eigenes Samplen
  • Akai MPC5000
  • Akai MPC1000
  • Akai MPC500
  • Akai XR20 - Sample Drummachine ca. 580 Sounds ab Werk, kein Sampling, dieselbe Bedienung wie Alesis SR-18 durch Technologie-Transfer-Vertrag, Sounds verschieden
  • Boss DR 55 - Sample Drummachine mit Bassounds
  • Boss DR 202 - Dr. Rythm 202, Sample Drummachine mit Bassounds, Effekte: Hall, Delay, Phaser, Cinch-Stereoausgänge, höhenarmer, aber ansprechender Sound
  • Clavia ddrum
  • Elektron Machine Drum
  • Emu Drumulator - erster günstiger Emu Drummachine mit werkseitg gesampleten echten Drumsounds, nur 4 Drumpads, mäßiger Sound
  • Emu SP-12 - erste Sampling Drummachine, 2,5 s Sampletime, auch als Ergänzung zum Emulator II (+) gedacht, gleiches Design / ab 1984
  • Emu SP-12 - Turbo Modell / 5 s Sample-Zeit / beliebt wg.druckvollem 8bit Flieskomma Sound:Hiphop, House, Techno, Dance
  • Emu SP-1200 - Nachfolger der Emu SP-12 / 10 Sec. / 3,5" Diskdrive / sehr beliebt, Sound wie SP-12 plus Diskdrive, neuer Look (grau) 1987-1990 / wegen großer Nachfrage von 1993-1999 (schwarz) wieder von EMU Systems gebaut/ hohe Gebrauchtpreise für SP-12 Turbo & SP-1200
  • Korg DDD-1
  • Linn LM-1 - keine Crash- & Ridebecken, kaum verbreitet, da schnelle Ablösung durch Linn LM-2, erster digitaler Drumcomputer mit echten Drumsounds, Soundchips tauschbar
  • Linn LM-2 - Nachfolger der LM-1 mit Crash- & Ridebecken, mehrere Verbesserungen, besserer Sound, werkseitig gesampelte echte Drumsounds, Soundchips tauschbar
  • Linn 9000 - Drummachine / Midi Sequenzer mit Werkssamples & Samplemöglichkeiten von Roger Linn, wegen div. Bugs nicht lange verkauft worden,
  • Oberheim DX - Zubehör mit Zuzahlung während Bauzeit: 4 zusätzliche Sounds mit DX Stretch Modul als "Add On" , Nachfolger der DMX & billiger, Soundchps tauschbar, Midi, Tapesync
  • Oberheim DMX - damals Oberheims Antwort auf die Linn LM-2, beide Modelle haben ähnlichen Sound, Soundchps tauschbar & mit Oberheim E-Prommer Soundchips brennbar, musste extra erworben werden, Tape Sync, Roland Din Sync
  • Roland TR-505 - Digital Drumcomputer - nur Werkssamples, Midi
  • Roland TR-606 - Analog Rythmcomposer - günstige Variante ohne Einzelausgänge und mit weniger Sounds, die mit denen der Roland TR-808 indentisch sind, keine Einzelausgänge! Roland Din Dync
  • Roland TR-626 - Digital Percussion Computer - nur Werkssamples, Midi
  • Roland TR-707 - Digital Drumcomputer - nur Werkssamples, Midi
  • Roland TR-727 - Digital Percussion Computer - nur Werkssamples, Midi
  • Roland TR-808 - Rythmcomposer - erste programmierbarer Drummachine überhaupt durch statische Lauflicht Programmierung, analoge Klangerzeugung, aus der Sicht der Zeit Ende 1970 sehr echt klingende analoge Sounds / trotz der späteren Sample Drummachines behielt sie ihren Reiz bis heute, auch in Form von Samples, Roland Din Sync, Gate Trigger
  • Roland TR-909 - Analog/Digital-Hybrid Drummachine für House & Techno / Bassdrum, Snaredrum, Rimshot & Open Hihat waren in 90ern ein Muss, auch in Form von Samples f. 12 bit/16 bit Sampler & EMU-/Akai Drummachines benutzt wg. klanglich flexibler Bassdrum (durch Equalizer/Kompressor in Mixer oder Mac/PC-DAW sehr gut an klangliche Bedürfnisse anzupassen) heute noch beliebt! Midi/Din Dync/Gate
  • Roland R8 (R8 II) - legendärer Human Feel Rythmcomputer, Werkssamples, erweiterbar mittels zusätzlicher Speicher- & Soundkarten, kein Sampling / R8 II = alle Soundkarten im Flash-Rom-Speicher enthalten, leichte Oberflächenveränderung, kleine Korrekturen. Fast identisch mit R8
  • Yamaha RX11 - Sample Drummachine - nur Werkssamples
  • Jomox X-Base 09 (XBase09)
  • Vermona DRM1 - analoge Drummachine

Weblinks

 Commons: Drum machines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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