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Die EURion-Konstellation, nach dem Entwickler Omron auch Omron-Ringe genannt, ist ein Muster auf Banknoten. Da anhand dieses Musters Abbildungen von Banknoten algorithmisch erkannt werden können, ist es technisch möglich, Kopierer und Drucker herzustellen, die das Kopieren zum Zwecke der Fälschung verhindern können. Die tatsächlich von Hard- und Software eingesetzten Algorithmen wurden von den Entwicklern allerdings nicht veröffentlicht.
Der Name EURion constellation wurde von Markus Kuhn, einem Informatiker an der Universität Cambridge, der dieses Muster entdeckte, geprägt. Das Wort EURion ist zusammengesetzt aus EUR (dem Währungscode des Euro) und dem Namen des Sternbilds Orion, dem das Muster entfernt ähnelt. Konstellation ist eine Übertragung des englischen Begriffs constellation für Sternbild.
Markus Kuhn experimentierte im Jahr 2002 mit einem Kopiergerät von Xerox, das sich weigerte, bestimmte Banknoten zu kopieren. Die EURion-Konstellation wurde von Kuhn als ein Muster von fünf kleinen grünen, gelben oder orangefarbenen Kreisen beschrieben. Diese wiederholen sich innerhalb der Banknote an verschiedenen Stellen.
Später untersuchte Andrew Steer diese Muster weiter. Er entdeckte einfache ganzzahlige Verhältnisse zwischen den quadrierten Entfernungen der Ringe untereinander, was ein Hinweis darauf ist, wie das Muster von Bildverarbeitungssoftware effizient erkannt werden kann.
Die EURion-Konstellation ist allerdings nicht das einzige Merkmal, mit dessen Hilfe Vervielfältigungssoftware den Versuch erkennt, Banknoten zu kopieren, zu scannen oder Abbildungen von Banknoten zu bearbeiten. Das Muster wird hauptsächlich von Farbkopiergeräten benutzt; bei Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop dagegen scheint es nicht zur Erkennung von Banknotenabbildungen zu dienen.
Inhaltsverzeichnis |
Eine der ersten Banknoten, die dieses Sicherheitsmerkmal aufwiesen, war höchst wahrscheinlich die 10-Gulden-Banknote der Niederlande, gefolgt von den 100- und 200-DM-Noten (BBk-IIIa), welche ab 1. Oktober 1997 in Umlauf gegeben wurden.
| Währung | Noten mit EURion-Konstellation | Noten ohne EURion |
|---|---|---|
| Armenischer Dram | 1000 Dram (2001), 5000 Dram (2003), 10000 Dram (2003) | 20000 und Gedenkschein 50000 Dram |
| Aruba-Florin | Alle (2003) | |
| Australischer Dollar | Gedenkschein 5 $ (2001) | Reguläre Banknoten |
| Bosnische Mark | 200 Mark | 1, 5, 10, 20, 50, 100 Mark |
| Britisches Pfund | 5 £ (2002), 10 £ (2000), 20 £ (1999) der Bank of England | 50 £ (noch nicht umgestellt) |
| Bulgarischer Lew | Alle (1999) | |
| CFA-Franc | Alle (sowohl west- als auch zentralafrikanisch, 2003) | |
| Chilenischer Peso | Alle (neue Serie ab 2009) | die alte Serie wird standardmäßig ausgetauscht |
| Chinesischer Yuan | 1 ¥ (2004), 2005er-Ausgabe von 5 ¥ und mehr | |
| Dänische Krone | Alle (Serien 1997, 2004, 2009) | |
| Dschibuti-Franc | 1000 Francs (2005) | 2000, 5000 und 10000 Francs |
| Ägyptisches Pfund | 5 £E (2002), 10 £E (2003), 20 £E (2001), 50 £E (2001), 100 £E (2000) | 25 Piaster, 50 Piaster, 1 £E |
| Euro | Alle (2002) | |
| Färöische Krone | Alle (2001) | |
| Japanischer Yen | Gedenkschein 2000 ¥ (Serie D, 2000), Serie E (2004) | |
| Kanadischer Dollar | Alle (2004/2007) | |
| Komoren-Franc | 1000 und 2000 Francs (2005) | 500, 2500, 5000 und 10000 Francs |
| Kroatische Kuna | 5, 10, 20 Kuna (2001), 50, 100 und 200 Kuna (2002) | 500 und 1000 Kuna |
| Madagassischer Ariary | Alle (2006) | |
| Marokkanischer Dirham | Alle (2002) | |
| Mexikanischer Peso | 1000 $ (2004), 50 $ (2005) | 20 $, 50 $ (1993-2005), 100 $, 200 $, 500 $ |
| Niederländische-Antillen-Gulden | 10, 25, 50, 100 NAƒ (1998) | 250 NAƒ (1986) |
| Norwegische Krone | Alle (1999) | |
| Rumänischer Leu | Alle (2005) | |
| Schwedische Krone | 50 Kr (2006), 100 Kr (2001), 500 Kr (2001), 1000 Kr (2006) | 20 Kr |
| Singapur-Dollar | Alle (1999) | |
| Südafrikanischer Rand | Alle (2005) | |
| Südkoreanischer Won | 1000 ₩ (2007), 5000 ₩ (2006), 10000 ₩ (2000 und 2007), 50000 ₩ (2009) | 1000 ₩ (1983–2007) |
| Thailändischer Baht | 100 ฿, 1000 ฿ (2005) | 20 ฿, 50 ฿, 500 ฿ |
| Tunesischer Dinar | 10 Dinar (2005) | 5, 20 und Gedenkschein 30 Dinar |
| Türkische Lira | Alle (2005) | |
| US-Dollar | 5 $ (ab 2008), 10 $ (2006), 20 $ (2003), 50 $ (2004), 100 $ (nach neuem $5) | 1 $, 2 $, 5 $ (bis 2008), 100 $ |
| Währung | Noten mit EURion-Konstellation |
|---|---|
| Belgischer Franken | 500 Francs (1998), 1.000 Francs (1997), 10.000 Francs (1997) |
| Deutsche Mark | BBk-IIIa: 50 (ab Febr. 1998) , 100 und 200 Mark (ab 1. Okt. 1997) |
| Niederländischer Gulden | 10 Gulden (1. Juli 1997)[1] |
| Französischer Franc | 100 Francs (ab 15. Dezember 1997[2]) |
| Österreichischer Schilling | 500 und 1.000 Schilling (20. Oktober 1997) |
| Slowakische Krone | 200, 500, 1000 und 5000 Kronen (1999) |
| Türkische Lira | 20 Mio. Lira (2000) |
Verschiedene Scanner, Farbkopierer und Bildbearbeitungsprogramme wie Adobe Photoshop neuer als Version 7 oder Corel Paint Shop Pro weigern sich, Banknoten zu bearbeiten. In einem Artikel des Magazins Wired wurde das dazu verwendete Counterfeit Deterrence System (CDS) beschrieben. Entwickelt hat es die Central Bank Counterfeit Deterrence Group. Die Einbindung des als Binärmodul vorliegenden CDS in Produkte geschieht nach Angaben der Organisation auf freiwilliger Basis.
Um zu verhindern, dass Fälscher den Schutz umgehen, wurden die verwendeten Algorithmen zur Erkennung von Banknoten nicht veröffentlicht, sondern nur in Form von Erkennungssoftware an Entwickler von elektronischen Reproduktionsgeräten weitergegeben, die die Software in ihre Geräte einbauen.
Experimente von Steven J. Murdoch und anderen zeigten, dass die Erkennung der Banknoten nicht ausschließlich vom EURion-Muster abhängt. Es werden auch andere Merkmale berücksichtigt, die bislang noch nicht in der Öffentlichkeit bekannt sind. Eines davon scheint ein Digitales Wasserzeichen von Digimarc zu sein.[3]
Quelloffene Software wie beispielsweise GIMP und auch Scannertreiber haben derartige Einschränkungen nicht und können weiterhin zur Digitalisierung und Bearbeitung von Banknoten und anderen „geschützten“ Dokumenten genutzt werden. Insofern ist das Schutzkonzept nur bedingt wirksam.
Die Europäische Zentralbank besitzt die alleinigen Nutzungsrechte (aus dem Urheberrecht) am Design der Eurobanknoten. Sie gestattet jedoch die Reproduktion der Banknoten zu „Werbe- und sonstigen Zwecken“, sofern eine Verwechslung in der Öffentlichkeit mit echten Banknoten ausgeschlossen ist.[4] Es ist somit zulässig, einen Eurogeldschein einzuscannen und in einem Bildbearbeitungsprogramm zu verarbeiten. Lediglich das Ergebnis der Bearbeitung muss – sofern es veröffentlicht werden soll – so gestaltet sein, dass keine Verwechslungsgefahr mit echten Banknoten besteht bzw. bei elektronischer Veröffentlichung nicht zur Herstellung von Erzeugnissen verwendet werden kann, die mit echten Banknoten verwechselt werden können.
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