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Albert Edward (* 9. November 1841 in London; †6. Mai 1910 ebenda) war als Eduard VII. vom 22. Januar 1901 bis 6. Mai 1910 König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland und Kaiser von Indien.
Inhaltsverzeichnis |
Albert Edward, genannt „Bertie“, wurde 1841 als ältester Sohn der britischen Königin Victoria und deren Gemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha im Buckingham Palace geboren. Bereits am 8. Dezember 1841 wurde er zum Prince of Wales erhoben.
Schon als Kind soll der Thronfolger seinen Eltern Sorgen gemacht haben. Der Überlieferung zufolge soll er von unstetem Wesen und lernfaul gewesen sein.
Am 10. März 1863 heiratete er in der St. George’s Chapel in Windsor Castle Prinzessin Alexandra von Dänemark, älteste Tochter von Prinz Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, dem späteren König Christian IX. von Dänemark und seiner Frau Louise von Hessen-Kassel.
Eduard wird eine Vorliebe für Glücksspiel, Pferderennen, französische Lebensart und die Welt von Theater, exklusiven Jagdgesellschaften, Nachtklubs und Vaudeville nachgesagt. Bereits in seinen frühen zwanziger Jahren soll er unstandesgemäße Liebesverhältnisse mit Schauspielerinnen gehabt haben. Die Schauspielerin Lillie Langtry war in den 1870er Jahren seine Dauer-Mätresse. Seine letzte Liebe war Alice Keppel (die Urgroßmutter von Camilla Parker Bowles), mit der er sich jedes Frühjahr mehrere Wochen in Biarritz aufhielt.
Er war als Prince of Wales in zwei Gerichtsprozesse verwickelt. Im Jahr 1870 wurde er in einem Scheidungsverfahren einer Dame der Gesellschaft als Scheidungsgrund genannt. Und 1891 im Tranby-Croft-Skandal, war er Zeuge in einem Prozess, bei dem es um unerlaubtes Glücksspiel (Baccara) ging.
Schloss Sandringham, sein Landsitz, wurde Zentrum des High-Society-Lebens abseits der Hauptstadt, an dem erstmals auch amerikanische Dollar-Millionäre teilhaben durften.
Angeblich wegen dieses Lebenswandels hielt ihn seine Mutter bewusst so lange wie möglich von allen Regierungsgeschäften fern. Allerdings nahm er bereits lange vor seiner Thronbesteigung zahlreiche Repräsentationsaufgaben wahr, die seine Mutter aus Altersgründen nicht mehr ausfüllte. Insbesondere bei Empfängen ausländischer Politiker hatten seine weltgewandte Art und sein diplomatisches Geschick positive Auswirkungen.
Seit Eduard in Stockholm 1868 durch König Karl XV. von Schweden in die Freimaurerei aufgenommen wurde, war er ein aktiver Freimaurer. Als er 1874 als Großmeister eingesetzt wurde, gab er der englischen Bruderschaft neuen Schwung und Popularität. Etwa in dieser Zeit kam es zum Bruch mit dem Grand Orient de France. Die Zahl aktiver Logen stieg von 1200 auf über 3000. Er trat öffentlich, zu Hause und auf Auslandsreisen als Großmeister auf und legte mit Freimaurerzeremonien Grundsteine von öffentlichen Gebäuden, Brücken und Kirchen in England und Docks in Bombay. Seine Anwesenheit sorgte für Publicity und Berichte über jegliche Freimaurertreffen erschienen regelmäßig in der nationalen und lokalen Presse. Zu seiner Thronbesteigung legte er sein Amt als Großmeister nieder.
Als Königin Victoria am 22. Januar 1901 starb, war Eduard mit 59 Jahren nach Wilhelm IV. der zweitälteste Thronfolger, den Großbritannien jemals hatte. Eduard war der erste britische Herrscher aus dem deutschen Adelsgeschlecht Sachsen-Coburg und Gotha, gleichzeitig der bis dahin am längsten amtierende direkte Thronerbe.
König Eduard VII. sollte am 26. Juni 1902 gekrönt werden; jedoch erkrankte er zwei Tage zuvor an einer Blinddarmentzündung, so dass die Krönung verschoben werden musste. Nach erfolgreicher Behandlung wurde er am 9. August 1902 gekrönt. Eduard VII. regierte vom 22. Januar 1901 bis zu seinem Tode am 6. Mai 1910 über das Vereinigte Königreich.
Nach seinem Amtsantritt führte er sein außenpolitisches Engagement fort. Die Annäherung an Frankreich, die er seit Jahren betrieben hatte, krönte 1904 der Abschluss der Entente cordiale. Auch am britisch-russischen Vertrag, der die Auseinandersetzungen beider Reiche im Norden Indiens beendete, hatte er einen Anteil. Mit der Annäherung an das undemokratische Zarenreich provozierte er allerdings auch heftige Proteste der britischen Bevölkerung. Er galt als der Onkel Europas und hatte ein ambivalentes Verhältnis zu seinem Neffen, dem Deutschen Kaiser Wilhelm II.
Aufsehenerregend war der Empfang einer indianischen Delegation aus dem Westen Kanadas im Jahr 1906. Als theoretisches Staatsoberhaupt konnte er jedoch die kanadische Minderheitenpolitik nicht beeinflussen, und so blieb es beim Austausch freundlicher Gesten, vor allem mit dem Delegationsführer Su-á-pu-luck (Joseph Capilano), einem Squamish-Häuptling.
Innenpolitisch wurde Eduard dagegen kaum aktiv. Allerdings belebte er die prunkvollen und populären öffentlichen Auftritte des Monarchen wieder, die in der Endphase der Regierung seiner Mutter eingeschlafen waren.
Eduard war ein lebenslanger exzessiver Raucher; er rauchte für gewöhnlich 20 Zigaretten und 12 Zigarren am Tag. Im Alter litt er unter einer chronischen Bronchitis. Am 6. Mai 1910 starb er im Buckingham Palace kurz vor Mitternacht, nachdem er tagsüber mehrere Herzinfarkte erlitten hatte.
Aus seiner Ehe mit Prinzessin Alexandra von Dänemark gingen folgende Kinder hervor:
| Nachkommen Eduard VII. | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kinder |
(1) |
(2) |
(3) |
(4) |
(5) |
(6) | |||
| Enkel von (2) |
(2.1) |
(2.2) |
(2.3) |
(2.5) |
(2.6) | ||||
| Enkel von (3) |
(3.1) |
(3.2) |
(3.3) | ||||||
| Enkel von (5) |
(5.1) | ||||||||
| Urenkel von (2.2) |
(2.2.1) |
(2.2.2) | |||||||
| Urenkel von (2.3) |
(2.3.1) |
(2.3.2) | |||||||
| Ururenkel von (2.4) |
(2.4.1) |
(2.4.2) | |||||||
| Urenkel von (2.5) |
(2.5.1) |
(2.5.2) |
(2.5.3) | ||||||
| Urenkel von (3.2) |
(3.2.1) | ||||||||
| Urenkel von (3.3) |
(3.3.1) | ||||||||
| Urenkel von (5.1) |
(5.1.1) |
(5.1.2) |
(5.1.3) | ||||||
| Ururenkel von (2.2.1) |
(2.2.1.1) |
(2.2.1.2) |
(2.2.1.3) |
(2.2.1.4) | |||||
| Ururenkel von (2.2.2) |
(2.2.2.1) |
(2.2.2.2) | |||||||
| Ururenkel von (2.3.1) |
(2.3.1.1) |
(2.3.1.2) |
(2.3.1.3) |
unehelich von 2. Ehefrau | |||||
| Ururenkel von (2.3.2) |
(2.3.2.1) |
unehelich von 2. Ehefrau | |||||||
| Ururenkel von (2.4.2) |
(2.4.2.1) |
(2.4.2.2) |
(2.4.2.3) | ||||||
| Ururenkel von (2.5.1) |
(2.5.1.1) |
(2.5.1.2) |
(2.5.1.3) | ||||||
| Ururenkel von (2.5.2) |
(2.5.2.1) |
(2.5.2.2) | |||||||
| Ururenkel von (2.5.3) |
(2.5.3.1) |
(2.5.3.2) | |||||||
| Ururenkel von (3.3.1) |
(3.3.1.1) |
(3.3.1.2) | |||||||
| Ururenkel von (5.1.1) |
(5.1.1.1) |
(5.1.1.2) |
(5.1.1.3) | ||||||
| Ururenkel von (5.1.2) |
(5.1.2.1) |
(5.1.2.2) |
(5.1.2.3) |
(5.1.2.4) |
(5.1.2.5) | ||||
| Ururenkel von (5.1.3) |
(5.1.3.1) |
(5.1.3.2) | |||||||
Ihm zu Ehren benannte Robert Falcon Scott seine im Januar 1902 entdeckte antarktische Halbinsel König-Edward-VII-Land.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Victoria | König des Vereinigten Königreichs 1901–1910 |
Georg V. |
| Kaiser von Indien 1901–1910 |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Eduard VII. |
| ALTERNATIVNAMEN | Albert Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha, Eduard VII. von Großbritannien |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer König (1901–1910) |
| GEBURTSDATUM | 9. November 1841 |
| GEBURTSORT | London |
| STERBEDATUM | 6. Mai 1910 |
| STERBEORT | London |