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Eduardo Chibás

Eduardo „Eddy“ René Chibás Rivas (* 26. August 1907 in Santiago de Cuba; † 16. August 1951 in Havanna, Kuba) war Rechtsanwalt und kubanischer Politiker. Er gründete 1947 die Partido del Pueblo Cubano (Ortodoxo), aus der die kubanische Revolutionsbewegung M-26-7 unter dem späteren Präsidenten Fidel Castro (ebenfalls Mitglied der Orthodoxen Partei) entstand.

Leben

Seit Ende der 1920er Jahre war Eduardo Chibás in der Politik Kubas aktiv. Er galt als einer der wenigen nicht korrupten Politiker und vertrat ein Programm der wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen zugunsten einer gegen die Vorherrschaft der US-amerikanischen Konzerne gerichteten nationalen Wirtschaftspolitik sowie des Kampfes gegen die Korruption. Sein Wahlspruch lautete Vergüenza contra Dinero (Für die Ehre – Gegen die Macht des Geldes)

1926 wird Chibas mehrere Male verhaftet wegen seines Protestes gegen die Anklage des Studentenführers und Gründer der Kommunistischen Partei Kubas Julio Antonio Mella wegen Terrorismus. 1927 wurde Chibas Mitbegründer des Directorio Estudiantil Universitario (DEU) zum Kampf gegen den Diktator Gerardo Machado. 1933 gehörte er der Revolutionsregierung von Ramón Grau San Martín an, die nach einem Volksaufstand gegen Machado gebildet worden war. Chibas vollzog 1947 den Bruch mit der korrupten Partido Revolucionario Cubano (Auténtico) und gründete die Orthodoxe Partei.

Chibás war der erfolgversprechendste Kandidat für die Wahlen des Jahres 1952 gegen den Führer der Authentischen Partei Carlos Prío Socarrás, dessen Korruption und Verbindung zur Mafia er anprangerte. Chibás vertrat aber auch einen strikt antikommunistischen Kurs gegen die Partido Socialista Popular, der sehr gut in den beginnenden Kalten Krieg passte.

Chibás plante, sich während einer Radiosendung am 5. August 1951 vor laufenden Mikrofonen zu erschießen, um dem kubanischen Volk ein Fanal für den Aufstand gegen Prío und den hinter ihm stehenden späteren Diktator Fulgencio Batista zu geben. Die Mikrofone waren jedoch bereits abgeschaltet, als er sich mit einer mitgebrachten Schusswaffe schwere Verletzungen zufügte. Diesen Verletzungen erlag er elf Tage später, am 16. August 1951.

Einer anderen Interpretation zufolge sah er keinen Ausweg mehr, weil er in einem Korruptionsprozess gegen den Erziehungsminister der Prio-Regierung keine Beweise vorlegen konnte. Seine politischen Gegner hatten um ihn ein intrigantes Netz geflochten, was Eddy Chibas eigentlich vorhatte, war die Entlarvung und den Beweis der Korruption zu liefern. Seine Gegner hatten ihn aber desavouiert.

Die Orthodoxe Partei löste sich nach dem Tod von Chibás auf. Die Mehrheit der Mitglieder der Revolutionsbewegung von 1953 um Fidel Castro entstammen der radikalreformistischen und antikommunistischen Orthodoxen Partei von Chibás.

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