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Edward Bond (* 18. Juli 1934 in London) ist ein englischer Dramatiker.
Inhaltsverzeichnis |
Bond wurde als Arbeiterkind im Londoner Vorort Holloway geboren. Bei Kriegsausbruch wurde die Familie 1940 nach Cornwall evakuiert. Nach dem Luftkrieg kehrten sie wieder nach London zurück. Edward Bond verließ bereits als 16jähriger die Schule und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. 1956 schrieb er seine ersten Gedichte und Stückentwürfe und trat 1960 einer Dramatikergruppe bei, zu der auch John Osborne, Arnold Wesker und John Arden gehörten.
Nach seinem mehr oder weniger erfolglosen Erstling „The Pope´s Wedding“ erregte Bonds zweites Stück „Saved“ ("Gerettet") großes Aufsehen. Aufgrund expliziter Gewaltdarstellung wurde das Drama kurz nach seiner Premiere am 3. November 1965 im Royal Court Theatre von der Theaterzensur verboten. Den Anstoß der Zensoren hatte eine Szene erregt, in der ein Baby von einer Bande Jugendlicher gesteinigt wird - ein Symbol für die Verrohung der Gesellschaft, wie Bond selbst sagt. Die Absetzung hatte auf die Rezeption von Bonds Arbeit freilich kaum negativen Einfluss. Im Gegenteil: Die anschließende öffentliche Diskussion wurde so erhitzt geführt, dass auch ausländische Bühnen auf „Gerettet“ aufmerksam wurden. Gleichzeitig bedeutete der darauffolgende mehrere Jahre währende Streit über künstlerische Freiheit auf englischen Bühnen den Anfang vom Ende der britischen Theaterzensur (1968).
Ende der 1960er Jahre konnte er sich auch endgültig als Dramatiker durchsetzen. Seine Stücke Trauer zu früh und Schmaler Weg in den tiefen Norden hatten zwar weiterhin Probleme mit der Zensur, doch dies bedeutete auch Werbung für den jungen Autor. In Deutschland fanden seine ersten deutschsprachigen Premieren statt. Peter Stein inszenierte Bond an den Münchner Kammerspielen und in Zürich.
Große Erfolge wurden Anfang der 1970er Jahre seine Lear-Bearbeitung und das Stück Die See. Weitere bekannte Stücke sind Der Irre, Sommer, Restauration und Kriegsspiele (in drei Teilen).
1967 wurde Bond von Michelangelo Antonioni gebeten, am Drehbuch für seinen Film Blow Up mitzuwirken. Der Film wurde zum Kultfilm der Swinging Sixties in London. Er schrieb weitere Drehbücher u. a. für Tony Richardson und Nicolas Roeg sowie viele Hörspiele für die BBC.
Als Librettist schrieb Edward Bond zusammen mit dem Komponisten Hans Werner Henze die Textvorlagen für die Opern We Come to the River (UA 1976), Orpheus (UA 1979), Die englische Katze (UA 1983).
(DE = deutschsprachige Erstaufführung)
→ Die Hochzeit des Papstes (DE: 1971 Deutsches Schauspielhaus Hamburg; Regie: Peter von Wiese)
→ Gerettet (DE: 1966 Atelier-Theater am Naschmarkt Wien; Regie: Veit Relin)
→ Trauer zu früh (DE: 1969 Schauspielhaus Zürich; Regie: Wilfried Minks)
→ Schmaler Weg in den tiefen Norden (DE: 1969 Münchner Kammerspiele; Regie: Peter Zadek)
→ Schwarze Messe (DE: 1972 Theater Bonn; Regie: Bohus Z. Rawik)
→ Passion (DE: 1972 Theater der Stadt Bonn; Regie: Bohus Z. Rawik)
→ Lear (DE: 1972 Städtische Bühnen Frankfurt; Regie: Peter Palitzsch)
→ Die See (DE: 1973 Deutsches Schauspielhaus Hamburg; Regie: Dieter Giesing)
→ Bingo (DE: 1976 Theater der Stadt Bonn; Regie: Hans-Joachim Heyse)
→ Der Irre (DE: 1977 Theater Basel; Regie: Friedrich Beyer)
→ Der weisse Teufel (DE: 1985 Staatstheater Darmstadt; Regie: Matthias Fontheim)
→ Stein (DE: 1979 Westfälische Kammerspiele Paderborn; Regie: Martin Steiner)
→ Wir erreichen den Fluß
→ AA Amerika - Teil I: Grandma Faust; Teil II: Die Schaukel (DE: 1977 Bremer Theater Theaterlabor im Concordia; Regie: Wilfried Grimpe)
→ Das Bündel oder Neuer schmaler Weg in den tiefen Norden (DE: 1978 Schauspielhaus Zürich; Regie: Gerd Heinz)
→ Die Frau (DE: 1977 Schauspielhaus Zürich; Regie: Gerd Heinz)
→ Die Welten (DE: 1987 Landestheater Tübingen; Regie: Rüdiger List)
→ Restauration (DE: 1987 Hessisches Staatstheater Wiesbaden; Regie: Jan Maagaard)
→ Sommer (DE: 1983 Münchner Kammerspiele; Regie: Luc Bondy)
→ Die englische Katze
→ Die Menschenkanone
→ KRIEGSSPIELE - Teil I: Rot, Schwarz und Ignorant (DE: 1988 Theater Bonn; Regie: Ina-Kathrin Korff); Teil II: Die Konservendosenmenschen (DE: 1988; Theater Coprinus Zürich; Regie: Hanspeter Müller); Teil III: Grosser Frieden (DE: 1988 Theater Bonn; Regie: Peter Eschberg)
→ Jacketts oder die geheime Hand
→ September (DE: 1994 Staatstheater Hannover; Regie: Manfred Weiß)
→ Männergesellschaft (DE: 1995 Schauspiel Frankfurt; Regie: Thomas Schulte-Michels)
→ Ollys Gefängnis (DE: 1994 Berliner Ensemble; Regie: Peter Palitzsch)
→ Dienstag (DE: 1998 Theater Heilbronn; Regie: Johannes Klaus)
→ Coffee
→ Das Verbrechen des einundzwanzigsten Jahrhunderts (DE: 1999 Schauspielhaus Bochum; Regie: Leander Haußmann)
→ Die Kinder DE: 2003 Staatstheater Cottbus, Regie: Christoph Schroth)
→ Der Balanceakt
→ Wer da? (DE: 2006 Theater Dortmund, Regie: Hermann Schmidt-Rahmer)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bond, Edward |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Dramatiker |
| GEBURTSDATUM | 18. Juli 1934 |
| GEBURTSORT | London |