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Edward Sapir (IPA: [/səˈpiɹ/]) (* 26. Januar 1884 in Lauenburg i. Pom.; † 4. Februar 1939 in New Haven) war ein US-amerikanischer Ethnologe, Linguist und ein Vertreter des amerikanischen Strukturalismus.
Inhaltsverzeichnis |
Sapir ist Sohn litauischstämmiger Juden, die im Jahr 1889 in die USA emigrierten. Ab 1901 studierte er Germanistik und Indogermanistik an der Columbia University in New York und beendete das Studium 1904 mit einem Bachelorabschluss. Im Anschluss erhielt er einen Masterabschluss mit einer Arbeit über Johann Gottfried Herders Theorie über den Ursprung der Sprache. Während dieser Zeit lernte er seinen späteren Lehrer, den Anthropologen Franz Boas kennen, der ihn mit den indigenen Sprachen Nordamerikas in Kontakt brachte. Aus der Begegnung resultierten zahlreiche Feldforschungsaufenthalte Sapirs, u. a. über die Chinook-Sprachen, Takelma und Chasta Costa.
Aus der Tatsache, dass Boas hauptsächlich Anthropologe war, konnte sich für Sapir eine enge Verknüpfung der linguistischen Studien mit Beobachtungen über Kultur und Lebensweise der jeweiligen Sprachgemeinschaft ergeben. Infolge seiner Sprachstudien entwickelte sich eine Tätigkeit als Assistent im anthropologischen Institut der University of California bei dem Anthropologen Alfred Kroeber ab 1907. Zwei Jahre später, 1909, schloss Sapir seine Promotion mit einer Arbeit über die Grammatik des Takelma ab.
Von 1910 bis 1925 war Sapir Direktor der anthropologischen Abteilung des Kanadischen Nationalmuseums in Ottawa und führte dabei seine Feldforschungsaktivitäten über nordamerikanische Sprachen, während dieser Zeit v.a. über die Wakash-Sprachen, fort. Von 1925 bis 1931 war er Professor für Anthropologie an der University of Chicago. Danach übernahm er die Sterling-Professur für Anthropologie und Linguistik an der Yale University. 1937 erlitt er einen Herzinfarkt, von dem er sich gesundheitlich nicht mehr vollständig erholte.
Neben Leonard Bloomfield gilt Edward Sapir als Begründer der modernen amerikanischen Sprachwissenschaft als eine Varariante des Strukturalismus.[1] Er war einer der ersten Wissenschaftler, der die Beziehungen zwischen dem Studium der Sprache und der Anthropologie erforschte, speziell die Sprachen der Ureinwohner Amerikas. Er schlug 1921 eine alternative Sicht, ein linguistisches Relativitätsprinzip auf die Sprache vor. Nach seiner Annahme beeinflusst die Sprache die Art und Weise, in der Menschen denken. Sapirs Einfluss auf die Sprachwissenschaft ergibt sich aus seinen zahlreichen Veröffentlichungen und durch seine Schüler. Zu ihnen gehörten:
Seine Schüler haben in den folgenden Jahren die Entwicklung der Disziplin maßgeblich weiterentwickelt. Vor allem Whorf hat Sapirs Ideen übernommen und weiterentwickelt. Sie sind als Sapir-Whorf-Hypothese bekannt geworden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sapir, Edward |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Ethnologe und Linguist |
| GEBURTSDATUM | 26. Januar 1884 |
| GEBURTSORT | Lauenburg, Pommern |
| STERBEDATUM | 4. Februar 1939 |
| STERBEORT | New Haven |