|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Daten des Dramas | |
|---|---|
| Titel: | Ein Sommernachtstraum |
| Originaltitel: | A Midsummer Night's Dream |
| Gattung: | Komödie |
| Originalsprache: | englisch |
| Autor: | William Shakespeare |
| Erscheinungsjahr: | 1595 oder 1596 |
| Uraufführung: | vor 1600 |
| Ort und Zeit der Handlung: | Athen und ein Wald in der Nähe, Sommer |
| Personen | |
| |
Die Komödie Ein Sommernachtstraum oder Ein Mittsommernachtstraum (engl. A Midsummer Night's Dream) wurde 1595 oder 1596 von William Shakespeare geschrieben und vor 1600 uraufgeführt.
Das Stück ist eines der meistgespielten Shakespeare-Stücke. In den englischsprachigen Ländern ist der Sommernachtstraum ein Klassiker für Schul- und Laientheaterinszenierungen.
Inhaltsverzeichnis |
Die erste Szene spielt in Athen. Theseus, Herzog von Athen, und Hippolyta, Königin der Amazonen, wollen heiraten. Da erscheint Egeus, ein Athener, gefolgt von seiner Tochter Hermia und dem jungen Athener Lysander, die ein Liebespaar sind. Egeus jedoch hält Demetrius für die bessere Wahl. Dieser ist vernarrt in Hermias Schönheit und hat bei Egeus auch schon um ihre Hand angehalten. Davor hatte er sich aber bereits mit Helena, einer Freundin Hermias, verlobt. Egeus verlangt, dass Hermia bestraft werde, wenn sie seiner Forderung, Demetrius zu heiraten, nicht entspreche. Theseus erklärt, sollte sich Hermia weiterhin nicht dem Willen des Vaters fügen, müsse sie den Rest ihres Lebens in einem Nonnenkloster verbringen oder sterben. Der Herzog gibt ihr vier Tage, bis zu seiner Hochzeit mit Hippolyta, Zeit sich zu entscheiden. Nachdem Egeus und Demetrius zu einem vertraulichen Gespräch mit Theseus gebeten werden, schmieden Lysander und Hermia einen Plan, aus Athen zu fliehen. Als Helena, Hermias Freundin, kommt, erzählen ihr die beiden, dass sie sich am Abend des nächsten Tages in einem Wald treffen und fliehen wollen. In der Hoffnung, dass der von ihr Geliebte sich dankbar zeigen möge, beschließt Helena den Plan an Demetrius zu verraten.
Szenenwechsel: Unter der Leitung von Peter Squenz treffen sich sechs Athener Handwerker, die das Stück Pyramus und Thisbe (nach Ovid) auf der Hochzeitsfeier von Theseus und Hippolyta aufführen wollen. Sie verteilen die Rollen und verabreden sich für den folgenden Abend zur Probe im Wald.
In eben diesem Wald streiten sich an besagtem Abend Oberon, König der Elfen, und Titania, Königin der Elfen, die einen indischen Menschenknaben in ihr Gefolge aufgenommen hat, den Oberon verlangt. Sie weigert sich jedoch Oberon den Knaben auszuliefern und geht mit ihrem Gefolge ab. Oberon will Titania einen Streich spielen. Er gibt seinem vertrauten Elf Puck, auch Robin Gutfreund (Robin Goodfellow) genannt, den Auftrag, eine bestimmte Blume zu holen, die einst von Cupidos Pfeil getroffen wurde. Der Nektar dieser Blume, benetzt er die Augen eines Schlafenden, sorgt dafür, dass dieser sich in die nächste lebende Kreatur verliebt, die er sieht. So soll es mit Titania geschehen. Während Puck unterwegs ist, betreten Demetrius, der Lysander und Hermia sucht, und Helena, die ihm gefolgt ist, den Wald. Oberon beobachtet den Streit der beiden und gibt Puck, bei seiner Rückkehr, den Auftrag, nach einem jungen Athener zu suchen, der von einer Frau verfolgt wird, und ihm etwas von dem Saft auf die Augenlider zu träufeln.
Oberon findet wenig später die schlafende Titania und träufelt ihr den Nektar der Blume in die Augen. Hermia und Lysander legen sich indessen im Wald schlafen. Bald darauf erscheint Puck, hält Lysander fälschlich für den gesuchten jungen Athener und reibt den Nektar auf seine Augenlider. Dann treten Helena und Demetrius auf. Helena erblickt den schlafenden Lysander und stolpert über ihn; er wacht auf, verliebt sich in sie und folgt ihr durch den Wald. Kurz darauf erwacht Hermia, stellt fest, dass Lysander verschwunden ist, und zieht alleine weiter.
Mittlerweile haben sich die Handwerker zu ihrer Probe eingefunden. Puck kommt dazu und verwandelt den Kopf des Webers Niklaus Zettel (engl.: Nick Bottom) in den eines Esels. Daraufhin führt er ihn zu Titania, die aufwacht und sich in das Ungetüm verliebt.
Oberon, der sich darüber köstlich amüsiert, entdeckt kurz darauf Pucks Fehler hinsichtlich Lysanders. Er befiehlt Puck, Helena zu holen, und wendet selbst das Mittel bei Demetrius an. Als Helena erscheint, wacht Demetrius auf und verliebt sich in sie. Nun lieben beide, Lysander und Demetrius, Helena. Hermia tritt auf und fühlt sich von den Dreien auf's Übelste verspottet. Oberon erkennt das Chaos und befiehlt Puck, es rückgängig zu machen. Dieser sorgt dafür, dass die vier jungen Menschen aus Athen getrennt voneinander einschlafen und wendet nochmals den Nektar bei Lysander an.
Nachdem Titania sich bereit erklärt hat, den indischen Prinzen an Oberon herauszugeben, befreit dieser sie von der Wirkung des Liebesnektars. Puck spricht einen Zauber, so dass Zettel sein ursprüngliches Aussehen zurückerhält. Am nächsten Morgen finden Theseus, Hippolyta und Egeus die schlafenden Liebenden. Pucks Zauber wirkt: Lysander liebt Hermia so wie sie ihn, und auch Demetrius und Helena sind ein glückliches Paar. Theseus lädt sie ein, zum großen Hochzeitsfest zu kommen.
Die Handwerker finden Zettel und bereiten sich für das Vorspiel auf der Dreifachhochzeit vor.
Die Handwerker spielen das Stück über Pyramus und Thisbe dem belustigten Publikum vor. Zum Schluss kommt noch einmal Puck auf die Bühne und spricht direkt zum Publikum. Er bittet sie, wenn ihnen das Stück nicht gefallen hat, es als einen Traum zu betrachten. Wenn es ihnen aber gefallen hat, sollen sie klatschen. In Shakespeares Worten: Give me your hands, if we be friends and Robin shall restore amends.
Die korrekte Datierung des Stücks ist nicht gesichert. Die am Anfang erwähnte mögliche Datierung des Stücks zwischen 1595 und 1596 basiert auf den folgenden Indizien:[1]
Die Hypothese, welche die meisten der genannten Punkte in sich vereint, ist, dass der Sommernachtstraum im Winter 1595/ 1596 für die Hochzeit der "Careys" am 19. Februar 1596 geschrieben wurde. Mit einiger Sicherheit kann das Stück zwischen Herbst 1594 und Frühling 1596 datiert werden, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aber auf die Zeit vor 1598.
Im Gegensatz beispielsweise zu Die Komödie der Irrungen lässt sich für Ein Sommernachtstraum keine direkte Vorlage finden. Der Inhalt besteht aus vier Handlungssträngen:
Ein Sommernachtstraum wurde oft als Ballett adaptiert. Das Stück lieferte die Vorlage für verschiedene Opern, so The Fairy Queen (1692) von Henry Purcell, Le Songe d'une nuit d'été (1850) von Ambroise Thomas und A Midsummer Night's Dream (1960) von Benjamin Britten. Sehr bekannt wurde auch die Schauspielmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy. Auch moderne Autoren haben sich auf den Sommernachtstraum bezogen, so etwa Botho Strauß in Der Park (1983) und Neil Gaiman in The Sandman – Dream Country (1991).
Zu den bekanntesten Verfilmungen gehören Ein Sommernachtstraum in der Regie von William Dieterle und Max Reinhardt aus dem Jahr 1935 und Ein Sommernachtstraum (1999) in der Regie von Michael Hoffman. Videokunst-Visionär Jean-Christophe Averty inszenierte 1969 mit Ein Sommernachtstraum eine visuell beeindruckende Mischung aus Real- und Trickfilm. Nur vage thematische Anklänge an das Stück weist Woody Allens 1982 erschienene Filmkomödie Eine Sommernachts-Sexkomödie auf. Der 2008 erschienene Musical-Film Were the World Mine verwebt den Sommernachtstraum mit einer Parabel über mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen.
In dem Film Club der toten Dichter wird dieses Stück von einem Welton-Schüler gespielt, ebenso in Ran an die Braut, Wäre die Welt mein, Hotel Zack und Cody, Die Wilden Hühner und die Liebe und in Sturm der Liebe
Der britische Fantasyautor Terry Pratchett hat das Drama in seinem Buch Lords & Ladies aus der Scheibenwelt-Reihe humorvoll eingeflochten.
Zwei Monde des Planeten Uranus, die Wilhelm Herschel 1787 entdeckte, tragen die Namen Oberon und Titania.
Tragödien: Romeo und Julia | Macbeth | König Lear | Hamlet | Othello | Titus Andronicus | Julius Caesar | Antonius und Cleopatra | Coriolanus | Troilus und Cressida | Timon von Athen
Komödien: Ein Sommernachtstraum | Ende gut, alles gut | Wie es euch gefällt | Cymbeline | Verlorene Liebesmüh | Der Kaufmann von Venedig | Die lustigen Weiber von Windsor | Viel Lärm um nichts | Perikles, Prinz von Tyrus | Der Widerspenstigen Zähmung | Die Komödie der Irrungen | Maß für Maß | Der Sturm | Was ihr wollt | Zwei Herren aus Verona | Ein Wintermärchen
Historiendramen: Richard III. | Richard II. | Heinrich VI. | Heinrich V. | Heinrich IV. | Heinrich VIII. | König Johann
Andere Werke: Sonette | Venus und Adonis | Lucrecia | Der verliebte Pilger | Der Phoenix und die Turteltaube | Der Liebenden Klage