|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Einer flog über das Kuckucksnest |
| Originaltitel | One Flew Over The Cuckoo’s Nest |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1975 |
| Länge | 133 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie | Miloš Forman |
| Drehbuch | Bo Goldman, Lawrence Hauben |
| Produktion | Michael Douglas, Saul Zaentz |
| Musik | Jack Nitzsche |
| Kamera | Haskell Wexler |
| Schnitt | Sheldon Kahn, Lynzee Klingman, Richard Chew |
| Besetzung | |
| |
Einer flog über das Kuckucksnest ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Miloš Forman aus dem Jahr 1975. Der vielfach preisgekrönte Film über die Insassen einer psychiatrischen Anstalt ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ken Kesey und des darauf beruhenden Theaterstücks von Dale Wasserman.
Inhaltsverzeichnis |
Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, lässt sich der wegen Verführung einer Minderjährigen verurteilte Randall Patrick (R.P.) McMurphy in eine psychiatrische Anstalt einliefern.
Dort findet er ein menschenverachtendes System vor. Unter der Herrschaft der kaltherzigen und machtbesessenen Oberschwester Ratched werden die Insassen mit Medikamenten und Elektroschocks ruhig gestellt und jeder freie Gedanke im Keim erstickt.
McMurphy, der sich der Routine der Anstalt nicht anpassen will, rebelliert gegen das strenge Regelwerk und sichert sich damit die Gunst seiner Mitinsassen. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen McMurphy und dem Indianer Chief Bromden, welcher sich gegenüber allen anderen taubstumm stellt. McMurphy ‚entführt‘ zum Beispiel die anderen Insassen mit einem Boot zum Hochseefischen oder stellt mit ihnen ein Basketballspiel auf die Beine. Die Insassen gehen nach und nach mehr aus sich heraus, weil McMurphy die ganze Atmosphäre lockert. Als ein Insasse wegen seiner Zigaretten einen Aufstand probt, den McMurphy durch Vermittlungsversuche verhindern will, endet dieser in einer Schlägerei mit einem Aufseher. Der Indianer will McMurphy helfen, anschließend werden sie mit Elektroschocks bestraft. Diese überstehen beide unbeschadet und sie beschließen zu fliehen.
Am Tag der geplanten Flucht holt McMurphy seine Freundin Candy und deren Freundin Rose auf die Station, indem er den Nachtwächter besticht. Sie betrinken sich und der junge, schüchterne und stotternde Mitpatient Billy Bibbitt hat mit Candy zum ersten Mal in seinem Leben Sex, nachdem McMurphy ihn dazu gedrängt hat. Der betrunkene McMurphy wartet nun darauf, dass Candy und Billy fertig werden, um endlich fliehen zu können. Dummerweise schläft McMurphy ein und so wird er, wie die anderen Insassen auch, am nächsten Morgen in der verwüsteten Station entdeckt.
Als Schwester Ratched in dem Chaos beim Durchzählen der Insassen feststellt, dass Billy fehlt, lässt sie die Station absuchen und entdeckt ihn schließlich nackt mit Candy in einem der Räume. Erst tritt der umjubelte Billy mit Stolz und ohne Stottern vor Schwester Ratched und die Insassen, aber als ihm die Schwester droht, alles seiner Mutter zu erzählen, entlarvt er McMurphy als Schuldigen. Anschließend bringt er sich aus Angst vor Schwester Ratcheds Drohung um. Als diese auf Billys Tod hin empfiehlt, „Am besten wir machen einfach weiter wie bisher“, versucht McMurphy sie zu erwürgen – er wird aber von einem Wächter gestoppt.
Wegen seines Widerstandes gegen die Unterdrückung und nicht zuletzt wegen des Angriffs auf Schwester Ratched wird McMurphy einer Lobotomie unterzogen. Als er wieder auf die Station gebracht wird, beschließt der Häuptling, den gemeinsamen Traum der beiden in die Tat umzusetzen und zu fliehen. Als dem Häuptling jedoch klar wird, dass McMurphy die Psychiatrie aufgrund seines operativ herbeigeführten schweren Hirnschadens nicht mehr aus eigenem Antrieb verlassen kann, erstickt er ihn stattdessen mit einem Kissen und bricht dann alleine aus der Anstalt aus, indem er im Waschraum einen großen, schweren Sockel mit Armaturen ausreißt und damit ein Fenster durchschlägt – eine Ausbruchmethode, die McMurphy zuvor ebenfalls versucht hatte, jedoch am enormen Gewicht des Sockels gescheitert war. Dadurch weckt er den Insassen Taber auf, der den Häuptling aus dem Fenster springen sieht und vor Freude in Geschrei ausbricht, was auch alle anderen Insassen aufweckt.
In der letzten Einstellung sieht der Zuschauer nur den Häuptling davonlaufen – offen bleibt, ob die anderen Insassen ebenfalls fliehen.
Die Filmadaption unterscheidet sich in mehreren Punkten vom Roman. Aus Gründen des Spannungsbogens und der Zeitgrenze mussten ausschmückende und erläuternde Elemente gestrichen werden. Am bedeutendsten ist, dass das Geschehen nicht aus Sicht des Häuptlings stattfindet. Dieser leidet an paranoider Schizophrenie, was sich auch im Schreibstil Keseys deutlich äußert. Bromden gibt aufschlussreiche Informationen über die Vorgeschichte der Station, insbesondere über das manipulative Verhalten Ratcheds, die über diese diktatorisch gebietet.
Auch merkt McMurphy im Roman wesentlich früher, dass der Häuptling nicht taubstumm ist, behält es jedoch lange für sich. Des Weiteren sind sich im Buch die Insassen ihrer Rolle als Gefangene sehr wohl bewusst und hassen Schwester Ratched zutiefst. McMurphy zeigt ihnen jedoch genau, wie sie von Ratched angestiftet werden, sich untereinander zu demütigen und zu entblößen. So wird im Roman ein ausgiebiges Denunziantentum geschildert.
Im Roman wird McMurphys Tod zuvor angedeutet. Eine seiner Tätowierungen ist ein Pokerblatt auf der Schulter: Asse und Achten — das Blatt, das Dead Man's Hand genannt wird, da Wild Bill, ein Spieler des Wilden Westens, es bei seiner Ermordung auf der Hand gehabt haben soll.
Eine Schlüsselszene im Roman fiel dem Filmschnitt zum Opfer: Der Insasse Cheswick begeht im Roman Suizid. Er ist einer der ersten, die durch das Verhalten McMurphys aufblühen. Die Enttäuschung über McMurphys Einordnung in das System, nachdem er erfahren hat, dass die meisten seiner Mitpatienten freiwillig dort therapiert werden, treibt Cheswick dazu, sich im Schwimmbecken zu ertränken. McMurphy resigniert im Buch zunehmend und setzt sich damit auch dem Unmut der Mitpatienten aus, die diesen versuchten Wandel zum Konformen nicht verstehen können. Im Film wirkt der Charakter bis zum Schluss ungebrochen, während er im Buch ein Bewusstsein für seine schwindenden Widerstandskräfte entwickelt.
Generell wird McMurphy aus Gründen der Dramatik im Film eine weitaus noblere Rolle als im Roman zugestanden. Während in der Filmfassung nur um Zigaretten gespielt wird, betrügt McMurphy die anderen Patienten im Buch gezielt und skrupellos um ihr Geld.
Im Roman verliert Schwester Ratched, nachdem sie von McMurphy fast erwürgt worden war, ihre Fähigkeit zu reden, was sie auch unfähig macht, weiter die Kontrolle über die Patienten zu haben. Im Film wird lediglich angedeutet, dass sich Schwester Ratched zu einer netteren Person gewandelt hat.
Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1976.[1]
| Rolle | Darsteller | Synchronstimme |
|---|---|---|
| R. P. McMurphy | Jack Nicholson | Manfred Schott |
| Mildred Ratched | Louise Fletcher | Judy Winter |
| Billy Bibbit | Brad Dourif | Horst Sachtleben |
| Chief Bromden | Will Sampson | Kurt E. Ludwig |
| Harding | William Redfield | Paul Bürks |
| Taber | Christopher Lloyd | Hartmut Neugebauer |
| Charlie Cheswick | Sydney Lassick | Donald Arthur |
| Martini | Danny DeVito | Mogens von Gadow |
| Jim Sefelt | William Duell | Erich Ludwig |
| Dr. John Spivey | Dean R. Brooks | Harald Leipnitz |
| Aufseher Warren | Mwako Cumbuka | Michael Gahr |
| Aufseher Washington | Nathan George | Fred Klaus |
| Orderly Turkle | Scatman Crothers | Herbert Weicker |
| Oberaufseherin | Kay Lee | Alice Franz |
| Colonel Matterson | Peter Brocco | Bruno W. Pantel |
„Eine unterhaltsame Tragikomödie, überzeugend in der Schauspielerführung und Milieuzeichnung, zugleich aber fragwürdig in der eher oberflächlichen, auf Lach- und Schockeffekte spekulierenden Schilderung des ‚Irrsinns‘.“
„Das 1975 gedrehte Psychodrama brachte nicht nur dem aus der Tschechoslowakei geflohenen Miloš Forman den US-Durchbruch, sondern festigte auch Jack Nicholsons Status als nonkonformistischer Star. […] Das Ergebnis ist ein überragendes Werk, das sowohl komische als auch tragische Elemente gekonnt verbindet. Der Erfolg des Filmes ist vor allem dem genial aufspielenden Jack Nicholson zu verdanken, der McMurphy gekonnt von Moll bis Dur bis in die kleinste Nuance beherrscht. ‚Einer flog über das Kuckucksnest‘ wurde so zum finalen Höhepunkt des New Hollywood Cinema, dem amerikanischen Autorenkino der 1960er und 70er Jahre, das bald durch die Flut anspruchsloser Blockbusterfilme zu einem jähen Ende kam.“
– Filmreporter.de[3]
Der Film rangiert in einigen Listen des renommierten American Film Institutes:
Von Einer flog über das Kuckucksnest handelt eine Folge der Reihe Es war einmal ... von ARTE France. Von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft wurde der Film ab 12 Jahren freigegeben.
Zahlreiche Motive des Films werden in den beiden ersten Folgen der sechsten Staffel der Fernsehserie Dr. House zitiert. Das Verhalten von Gregory House ist dabei lose an die Figur McMurphys angelehnt.
Das Oregon State Hospital in Salem, Oregon, in welchem der Film gedreht wurde, ist Anfang 2011 abgerissen worden.
Laterna magika II | Konkurs | Wenn’s keine Musikanten gäbe | Der schwarze Peter | Die Liebe einer Blondine | Der Feuerwehrball | I Miss Sonia Henie | Taking Off | München 1972 – 8 berühmte Regisseure sehen die Spiele der XX. Olympiade | Einer flog über das Kuckucksnest | Hair | Ragtime | Amadeus | Valmont | Larry Flynt – Die nackte Wahrheit | Der Mondmann | Goyas Geister