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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Saale-Holzland-Kreis | |
| Höhe: | 290 m ü. NN | |
| Fläche: | 24,85 km² | |
| Einwohner: |
11.154 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 449 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 07607 | |
| Vorwahl: | 036691 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SHK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 74 018 | |
| Stadtgliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 27 07607 Eisenberg | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Ingo Lippert (SPD) | |
| Lage der Stadt Eisenberg im Saale-Holzland-Kreis | ||
Eisenberg ist die Kreisstadt des Saale-Holzland-Kreises in Thüringen und liegt auf halbem Weg zwischen Jena und Gera.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Eisenberg besteht aus der historischen Altstadt und jüngeren Stadterweiterungen. Etwa einen Kilometer nördlich vom Stadtzentrum befindet sich die Heimstätten-Siedlung. Im Raudatal, südlich der Altstadt, befinden sich entlang des Baches acht Wassermühlen. Nach Eisenberg wurden die ehemaligen Nachbargemeinden Friedrichstanneck, Saasa und zuletzt Kursdorf (8. März 1994) eingemeindet.
Angrenzende Gemeinden sind Gösen, Hainspitz, Heideland, Petersberg, Rauda, Silbitz, Tautenhain und Weißenborn. Eisenberg gliedert sich in die vier Ortsteile Kernstadt, Friedrichstanneck, Saasa und Kursdorf. Nahe Kursdorf befindet sich der nördliche Einstieg ins Eisenberger Mühltal, ein beliebtes Ausflugsziel.
Nachweislich gehen die Wurzeln der Stadt bis in die Steinzeit zurück. Die Burg Eisenberg war Vorgängerbau des jetzigen Schlosses. Sie wurde im 12. Jahrhundert im Auftrag des Markgrafen von Meißen errichtet. Im 16. Jahrhundert wurde sie umgebaut, 1677–1692 dann unter Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg zum heute noch erhaltenen und nach ihm benannten Schloss Christiansburg ausgebaut.[2]
In der Flur des eingemeindeten Ortsteils von Kursdorf ist ein Hügelgräberfeld südlich der „Alten Straße“ vorhanden, dass aber durch ehemalige Truppenübungen beschädigt ist. Im „Jagen 88“ liegen auch noch zwei Grabhügel der Jungsteinzeit.[3]
Schon 1171 gab es eine Stadtbefestigung. 1217 wurde ein Zisterzienserinnenkloster durch Zusammenlegung des Klosters Camburg und des Klosters Zwickau in Eisenberg gegründet. Seit 1274 besitzt der Ort das Stadtrecht. Ab dem 13. Jahrhundert sind landgräfliche Ministerialen nachgewiesen.
1450 soll im Sächsischen Bruderkrieg die im heutigen Staatsforst Hainspitz befindliche Jacobskapelle zerstört worden sein. Die Steine wurden Ende des 16. Jahrhunderts zum Bau der Kirche im heutigen Stadtteil Saasa und des Hundertmark’schen Hauses am Markt in Eisenberg verwendet. Reste der Kapelle waren bis in das 18. Jahrhundert vorhanden.[4]
1485 fiel das kursächsische Eisenberg an die Ernestiner. 1524 wurde die Reformation eingeführt. Von 1681 bis 1707 war die Stadt Residenz des Herzogtums Sachsen-Eisenberg, danach gehörte sie bis 1918 zu Sachsen-Altenburg.
1880 wurde die Bahnstrecke nach Crossen gebaut, 1905 folgte deren westliche Fortsetzung nach Porstendorf zur Saalbahn bei Jena. Die Strecke nach Porstendorf/Jena wurde 1969 und die nach Crossen/Gera 1999 stillgelegt.
In der Zeit des Nationalsozialismus leisteten kleine kommunistische und sozialdemokratische Gruppen Widerstand gegen die NS-Herrschaft. Ein Kreis um die Sozialdemokraten Heinz Schubert und Friedrich Singer verbreitete Aufklärungsschriften, die sie durch ihre Verbindung zum Exilvorstand der SPD (Sopade) in der Tschechoslowakei erhielten. Während des Zweiten Weltkrieges wurden mindestens 326 Zwangsarbeiter aus Osteuropa in Unternehmen eingesetzt, die Rüstungsgüter herstellten: in Unternehmen der Holzverarbeitung, Möbelherstellung, Leder- und Schuhwarenindustrie, Metallverarbeitung, Instrumenten- und Apparatebaus, der chemischen und pharmazeutischen Industrie und der Porzellanherstellung. Eine 1974 erneuerte Gedenkanlage auf dem Friedhof erinnert an 53 Opfer der Zwangsarbeit aus 27 Nationen, darunter 22 Häftlinge eines KZ-Todesmarsches. Ein weiterer Gedenkstein erinnert an 17 umgekommene Kinder von Zwangsarbeiterinnen.[5]
Anfang der 1950er-Jahre bildete sich in Eisenberg der „Eisenberger Kreis“, eine Widerstandsgruppe von Oberschülern, der, sich auf die Tradition des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus berufend, Aktionen gegen die SED-Herrschaft plante und durchführte.[6]
| Entwicklung der Einwohnerzahlen | |
|---|---|
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1830 bis 1999
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2000 bis 2010
|
¹ 29. Oktober; ² 31. August; ³ ab 1960: Stand jeweils 31. Dezember
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 43,8 % zu folgendem Ergebnis:[7]
| Partei / Liste | Stimmenanteil | Sitze |
| SPD | 38,2 % | 9 |
| CDU | 23,6 % | 6 |
| Die Linke | 22,9 % | 6 |
| BDS/DGV* | 10,2 % | 2 |
| FDP | 5,1 % | 1 |
* Bund der Selbständigen/Deutscher Gewerbeverband e. V.
Eisenberg ist die erfüllende Gemeinde für die Orte:
Das Stadtwappen ziert neben einer Mauer, einem Tor und drei Türmen, die für Stadtfreiheit, Gemeinsinn und Kraftbewusstsein stehen, auch ein Mohrenkopf. Dies geht zurück auf eine Sage aus dem Mittelalter (um das 16. Jh.), nach welcher ein von einem Herzog von Kreuzzügen mitgebrachter Mohr des Diebstahls einer Kette der Gemahlin des Herzogs bezichtigt wurde und enthauptet werden sollte. Kurz vor seiner Hinrichtung fand die Gräfin das vermeintliche Diebesgut in ihrer Bibel wieder und schickte noch rechtzeitig einen Boten zum Richtplatz, so dass der unschuldige Mohr verschont wurde. Zur Wiederherstellung seiner Ehre sollte von nun an sein Kopf mit den verbundenen Augen das Stadtwappen zieren.
Im Jahr 1727 wurde zudem auf einem Brunnensockel eine Statue des Mohren, der als Wahrzeichen der Stadt gilt, hinter dem Rathaus errichtet.
Eine Besonderheit der Stadt ist die Schlosskirche, die größte barocke Kirche Thüringens, 1675 erbaut durch Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg. Das Schloss ist heute Sitz des Landratsamtes, in der Kirche finden Gottesdienste und Konzerte statt.
Der Tiergarten wurde 1971 eröffnet und zeigt kleine Haustierrassen, Wildtiere aus Australien und aus afrikanischen Gebirgsgegenden sowie einheimische Waldbewohner.
Zu Spaziergängen laden der an das Schloss angrenzende Schlosspark mit Bogengarten und Springbrunnen, sowie der Friedenspark zwischen Stadthalle und Katholischer Kirche ein.
Auf dem Friedhof des Ortsteiles Saasa erinnert eine Grabstätte mit Gedenktafel an vier umgekommene Kleinkinder sowjetischer Zwangsarbeiterinnen, die im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland verschleppt wurden.
In Saasa erinnert ein Denkmal an die gefallenen Soldaten des ersten Weltkriegs.
In der Friedrich-Ebert-Straße am Friedenspark und in der Geraer Straße am Parkplatz zum Tiergarten, befinden sich Gedenksteine zum Marsch der KZ-Häftlinge durch Eisenberg des KZ-Buchenwald.
Im Schlossgarten befinden sich zwei Denkmäler. Vor der Schlosskirche steht das Herzog Christian Denkmal. Im hinteren Teil des Parks steht ein Gedenkstein, welcher ein Kupferstich Ernst Thälmanns ziert.
Auf dem Krauseplatz hinter der Polizeiinspektion Eisenberg befindet sich das Krause Denkmal.
Zwischen der ehemaligen Knabenschule (heute Teil des Landratsamtes, befindet sich in der Schulgasse) und der Grundschule Ost befindet sich ein Denkmal. Das Denkmal erinnert an den Atomphysiker Frédéric Joliot-Curie.
Hauptindustriezweige sind der Klavierbau mit der Klavierbaumanufaktur Wilhelm Steinberg, Sanitärarmaturen mit dem Hauptsitz der Sanitärtechnik Eisenberg sowie einem Produktionsstandort der Armaturenwerke Kludi und Möbel (Eisenberger Wohnmöbel (EWM)). Die EthikBank hat ebenfalls ihren Sitz in Eisenberg. 1995 wurden die ursprünglich seit 1898 existierenden Stadtwerke Eisenberg neu gegründet.
Vor dem Zweiten Weltkrieg und teilweise auch während der DDR-Jahre hatte die im gesamten Thüringer Holzland verbreitete Porzellanindustrie ebenfalls wirtschaftliche Bedeutung.
Die Stadt liegt direkt an der Bundesautobahn 9, elf Kilometer nördlich des Hermsdorfer Kreuzes (A 4/A 9). Die B 7 führt ebenfalls durch die Stadt. Eisenberg ist die größte Stadt und neben Schleiz die einzige Kreisstadt Thüringens, die keinen Bahnanschluss mehr besitzt. Die Bahnstrecke nach Crossen wurde 1880 durch die Eisenberg-Crossener Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet und 1999 stillgelegt, deren westlicher Teil über Bürgel nach Jena wurde 1905 eröffnet und bereits 1969 stillgelegt. Seit einigen Jahren verkehrt die JES Verkehrsgesellschaft, die in Eisenberg auch ihren Sitz hat, im Stundentakt mit Stadtbussen durch das gesamte Stadtgebiet.
Des Weiteren erreicht man durch den ÖPNV der JES Verkehrsgesellschaft sowie der RVG /Regionalverkehr Gera Land GmbH die wichtigsten Ortschaften der Region wie z. B. Jena, Hermsdorf, Gera (alle drei mit Zuganbindung), Bürgel, Camburg und Stadtroda.
In Eisenberg befindet sich das Waldkrankenhaus „Rudolf Elle“, welches sich vor allem mit seiner orthopädische Abteilung einen Namen gemacht hat. Die Einrichtung beherbergt auch den Lehrstuhl für Orthopädie der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das Krankenhaus verfügt des Weiteren über eine Abteilung für Chirurgie, eine Abteilung für Innere Medizin, Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin und eine Kinderorthopädie. An das Krankenhaus angegliedert ist das Sanitätshaus „Rudolf Elle“, das Prothesen und Hilfsmittel für Patienten bereitstellt.
Die Ostthüringer Zeitung erscheint täglich (außer Sonntag) mit einem eigenen Lokalteil für Eisenberg. Nach massiven Einsparungen in der Redaktion sitzen heute nur noch drei Redakteure in der Eisenberger Lokalredaktion. Viele Artikel und Beiträge der Lokalseiten werden aus Jena und Stadtroda übernommen. Das Anzeigenblatt "Allgemeiner Anzeiger" erscheint in Eisenberg wöchentlich mit einem Lokalteil aus dem Saale-Holzlandkreis. Die Redaktion sitzt seit März 2012 in Jena. Zuvor wurde die Zeitung in Hermsdorf produziert.
In Eisenberg gibt es vier staatliche Schulen: zwei Grund- (Ost, „Martin Luther“), eine Regelschule (zusammengelegt aus den ehemaligen Regelschulen West und Ost) sowie das Friedrich-Schiller-Gymnasium.
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