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Eishockey

Schweden-Lettland (Herren), Mai 2005
Spiel der EisbÀren Berlin in der DEL

Eishockey ist eine Mannschaftssportart, die mit fĂŒnf Feldspielern und einem Torwart auf einer etwa 60 m langen und 30 m breiten EisflĂ€che gespielt wird. Ziel des Spiels ist es, das SpielgerĂ€t, den Puck, eine kleine Hartgummischeibe, in das gegnerische Tor zu befördern.

Der Eishockeysport entstand zwischen 1840 und 1875 in Kanada, wo britische Soldaten das schottische Shinty auf Schnee und Eis spielten. Die Bezeichnung Hockey kommt aus dem Französischen und bedeutet etwa „krummer Stock“.

Eishockey ist durch die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) international organisiert. Der Weltverband hat bis heute 64 MitgliedsverbÀnde. Als spielerisch beste Eishockeyliga der Welt gilt die nordamerikanische National Hockey League (NHL).

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Beim Eishockey muss ein Puck, eine flache Hartgummischeibe, mit SchlĂ€gern in das gegnerische Tor geschoben oder geschossen werden. Eishockey gilt als sehr schnelle Mannschaftssportart und zudem sehr körperbetonter Sport, bei dem es auch zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen den Spielern kommen kann. In der Regel werden diese Auseinandersetzungen schnell unterbunden und enden ohne Verletzungen, jedoch gab und gibt es auch immer wieder VorfĂ€lle, die schwere Verletzungen nach sich zogen (→ Gewalt im Eishockey).

Mittels so genannter Bodychecks ist es möglich, den Gegner den Regeln entsprechend seitlich zu verdrÀngen oder aus dem Weg zu schaffen, um den Puck zu erobern.

Geschichte

Entwicklung

Eishockey an der McGill-UniversitÀt 1884
→ Hauptartikel: Geschichte des Eishockeys

Das erste Eishockeyspiel in einer Halle fand am 3. MÀrz 1875 im Victoria Skating Rink in Montreal statt und wurde von James Creighton organisiert, einem Studenten der McGill University. Allerdings besitzt der Sport mit seinen direkten VorlÀufern eine lÀngere Geschichte. Die Àlteste ErwÀhnung stammt aus DÀnemark aus dem Jahre 1134. Die Schlittschuhe waren wahrscheinlich aus Knochen. Im 16. Jahrhundert wurde in den Niederlanden ein Spiel entwickelt, welches dem heutigen Eishockey sehr Àhnelt und bis heute unter dem Namen Bandy bekannt ist.

Das eigentliche Eishockey entstand mit grĂ¶ĂŸter Wahrscheinlichkeit im heutigen Kanada. Schon die indianischen Ureinwohner Kanattas kannten im 16. Jahrhundert verschiedene Ballspiele. Durch die französische Kolonisation Kanadas in der Mitte des 16. Jahrhunderts vermischten sich jene Ballspiele mit denen der Soldaten zum heute bekannten Lacrosse. Der Camburca, ein Krummstock, entwickelte sich zu einer Art Hockey- oder EishockeyschlĂ€ger.

Mitte des 18. Jahrhunderts kamen die EnglĂ€nder nach Kanada und die Soldaten brachten die ihnen bekannten Spiele Hurling und Shinty, auch Shinney genannt, mit. Im Lauf der Zeit wurden das Shinney-Spiel aufgrund der vorherrschenden Bedingungen schnell aufs Eis ĂŒbertragen. Anfangs spielten nur die Soldaten, doch es kamen Studenten aus MontrĂ©al hinzu, die feste Spielregeln entwickelten, sodass sich allmĂ€hlich ein fester Ligenbetrieb entwickelte. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelangte die Spielidee auch nach Europa, wo diese sich zunĂ€chst vor allem in den klimatisch gĂŒnstigen Gebieten, wie der Alpenregion oder Skandinavien, etablierte. Das erste Spiel in einer Halle mit festen Regeln fand am 3. MĂ€rz 1875 im Victoria Skating Rink in MontrĂ©al statt. In den nĂ€chsten Jahrzehnten verbreitete sich das Spiel in vielen LĂ€ndern, aber v. a. in Kanada, wo es zum Nationalsport aufstieg. 1917 wurde die Profiliga National Hockey League gegrĂŒndet, die zunĂ€chst nur kanadische, spĂ€ter auch US-amerikanische Mannschaften umfasste.

Nach dem 2. Weltkrieg

Geschichtliche Bedeutung erlangten oftmals die Spiele zwischen der damaligen Sowjetunion und den USA oder Kanada vor allem in der Phase des Kalten Krieges als Ausdruck des Kampfes der Systeme. So wurde auch das Spiel der USA gegen die UdSSR beim Olympischen Eishockeyturnier 1980 zu einer Art „Show-down“ der beiden WeltmĂ€chte. Die USA konnten die seinerzeit ĂŒbermĂ€chtige Sowjetunion bezwingen, und das Spiel ging als „Miracle on Ice“ in die Geschichte ein.

Nachdem in der Sowjetunion bis in die 1950er Jahre auf dem Eis vor allem Bandy gespielt wurde, entwickelte sich das sowjetische Eishockey mit einem enormen Tempo.

So gelang es dem sowjetischen Team, bereits bei der ersten Weltmeisterschaftsteilnahme 1954 wie auch bei der ersten Teilnahme am Olympischen Eishockey-Turnier die Goldmedaille zu gewinnen. Weiterhin gab es zwischen der UdSSR und der ČSSR bedeutende Spiele, in denen die sowjetische Mannschaft mit herausragenden tschechoslowakischen Spielern konkurrierte. Auch hier wurde, insbesondere nach dem Prager FrĂŒhling 1968, die unterschiedliche politische Gesinnung und die politischen Befindlichkeiten in den Sport getragen.

Nach dem Zusammenbruch der UdSSR gingen einige der besten Spieler in die National Hockey League, in der Mannschaften der USA und Kanadas spielen. Die NHL stellt heute die bedeutendste Liga der Welt dar, mit vielen der besten Spieler aus Europa und anderen Teilen der Welt. Bei den alljĂ€hrlich stattfindenden NHL All-Star Games zeigt sich, dass viele europĂ€ische Spieler heute zu den wichtigsten LeistungstrĂ€gern der Liga gehören. Nach Nordamerika zieht es die Spieler nicht zuletzt, weil dort auch am meisten Geld zu verdienen ist und die nordamerikanischen Clubs mit attraktiven Arenen sowie einem grĂ¶ĂŸeren Faninteresse aufwarten können.

Fraueneishockey

→ Hauptartikel: Fraueneishockey

Das Eishockey fĂŒr Frauen entwickelte sich aus dem Herreneishockey und unterscheidet sich von diesem in verschiedenen Regelanpassungen. Die wichtigste davon ist, dass bei den Frauen das DrĂŒcken gegen die Bande sowie Body-Checks grundsĂ€tzlich verboten sind. Diese Regelung wurde nach der ersten Weltmeisterschaft 1990 eingefĂŒhrt, da es dort zu schweren Verletzungen aufgrund des Aufeinandertreffens von unterschiedlich robust gebauten Frauen gekommen war. DarĂŒber hinaus sind die Frauen, genauso wie alle Nachwuchsspieler, verpflichtet, mit Helmen mit Gesichtsschutz zu spielen.

Das erste olympische Fraueneishockey-Turnier fand 1998 in Nagano statt. Genau wie die Weltmeisterschaften werden diese Wettbewerbe vor allem durch die Mannschaften aus Nordamerika dominiert. Dort gibt es auch ein ausgeprÀgtes Ligasystem, das dem der MÀnner gleicht. PopulÀr ist Fraueneishockey auch im nördlichen Europa und in Russland.

Bei den Winterspielen von 2006 in Turin konnte mit Schweden zum ersten Mal eine nichtamerikanische Mannschaft die Silbermedaille in einem internationalen Turnier gewinnen.

Spielregeln

→ Hauptartikel: Eishockeyregeln

Das weltweit geltende Regelwerk wird regelmĂ€ĂŸig im Regelbuch der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF) herausgegeben. Die aktuelle Version ist bis 2014 gĂŒltig. Das Regelbuch ist in sechs Abschnitte unterteilt, die die Themen Spielfeld, Teams, Spieler und ihre AusrĂŒstung, Offizielle und ihre Pflichten, Spielregeln, Strafen und Besondere Regeln beschreiben.

Die NHL gibt ein eigenes Regelbuch heraus, dessen Inhalte zum Teil von den Vorschriften der IIHF abweichen.

Spielfeld

Eishockey-Spielfeld

Das Spielfeld ist eine rechteckige EisflĂ€che von 61 m LĂ€nge und 30 m Breite mit abgerundeten Ecken. Es ist von einer ca. 1,20 m hohen Holz- oder Hartplastikbande umgeben, ĂŒber der aus SicherheitsgrĂŒnden Schutzglasscheiben oder Fangnetze angebracht sind, und reicht um die Tore herum. Gegliedert wird es durch fĂŒnf Querlinien:

  • Die rote Mittellinie halbiert das Spielfeld; mittig auf ihr befindet sich der Anspielpunkt (Bullypunkt)
  • Zwei Blaue Linien teilen es in drei gleich große Zonen: die Angriffs-, die Neutrale und die Abwehrzone
  • Zwei rote Torlinien

Die Tore haben eine Höhe von 1,22 m und eine Breite von 1,83 m: Pfosten und Latte sind rot gefĂ€rbt. Vor dem Tor ist ein halbkreisförmiger Torraum markiert. Insgesamt gibt es neun Anspiel- oder Bullypunkte: neben dem in der Mitte des Feldes jeweils zwei in den Verteidigungszonen. GegenĂŒber den Boxen der SpielerbĂ€nke gibt es weitere fĂŒr Zeitnehmung und StrafbĂ€nke.

In der nordamerikanischen NHL weicht das Spielfeld von den internationalen Vorgaben ab. Es ist mit 200 Fuß zwar fast gleich lang (60,96 m), aber nur 85 Fuß (25,91 m) breit und verfĂŒgt ĂŒber eine andere Verteilung der Spielfeldzonen. Dadurch wird das Spiel in der Regel schneller und aggressiver.

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) schreibt als maximale Abmessungen 61 m LĂ€nge und 30 m Breite und als minimale Abmessungen 56 m LĂ€nge und 26 m Breite vor. Die Ecken mĂŒssen abgerundet sein, mit einem Radius von 7 m bis 8,5 m. Insofern wĂ€re auch ein Spielfeld mit etwa NHL-Maßen in der DEL zulĂ€ssig. Jedoch orientieren sich bisher alle DEL-Clubs und Betreiber am internationalen Maß, um auch LĂ€nderspiele austragen zu können.

Team, Spieler und AusrĂŒstung

Spieler auf der EisflÀche (Regel 400)

Eine Mannschaft besteht fĂŒr gewöhnlich aus bis zu 22 Spielern. WĂ€hrend eines Spiels dĂŒrfen sich höchstens sechs Spieler gleichzeitig auf dem Eis befinden. In der Regel bestehen diese aus fĂŒnf Feldspielern und einem Torwart, in besonderen Situationen wird der Torwart aber auch durch einen weiteren Feldspieler ersetzt.

In der Regel wird in Linien, Reihen oder Blöcken gespielt, das bedeutet, dass StĂŒrmer und Verteidiger möglichst immer mit den gleichen Partnern spielen. Eine Mannschaft sollte drei bis vier Verteidigungsreihen (4 mal 2 Spieler = 8 Spieler) und vier Sturmreihen (4 mal 3 Spieler = 12 Spieler) besitzen. Mit zwei TorhĂŒtern erreicht man dann die Anzahl von 22 Spielern pro Team.

Ein Team kann einen MannschaftskapitĂ€n und mindestens einen AssistenzkapitĂ€n bestimmen. Zur Erkennung tragen sie auf dem Trikot ein „C“ (Captain) oder „A“ (Alternate-Captain).

Das Auswechseln von Feldspielern ist nicht nur wĂ€hrend Spielunterbrechungen möglich, sondern kann auch „fliegend“, also wĂ€hrend des laufenden Spiels, erfolgen.

Um Verletzungen vorzubeugen, ist eine umfassende SchutzausrĂŒstung vorgeschrieben. Da die TorhĂŒter durch auf sie abgefeuerte SchĂŒsse einer erhöhten Gefahr ausgesetzt sind, haben sie eine noch umfassendere SchutzausrĂŒstung.

Schiedsrichter

Schiedsrichter in der AHL
→ Hauptartikel: Offizieller (Eishockey)

Die Schiedsrichter zĂ€hlen zu den Offiziellen. Diese sind unterteilt in On-Ice-Offizielle und Off-Ice-Offizielle. Die On-Ice-Offiziellen bestehen aus einem Hauptschiedsrichter (Referee) und zwei Linienrichtern (Linesmen). In unteren Spielklassen wird das System mit zwei Schiedsrichtern ohne Linienrichter verwendet. In höheren Spielklassen kommt manchmal auch das System mit zwei Schiedsrichtern und zwei Linienrichtern zur Anwendung, beispielsweise in der NHL, internationaler Ebene oder teilweise auch in den Play-off-Spielen bedeutender europĂ€ischer Ligen. Der Schiedsrichter hat die allgemeine Aufsicht ĂŒber das Spiel sowie die Kontrolle ĂŒber Spieler und Offizielle. Die Linienrichter haben die Kontrolle ĂŒber LinienverstĂ¶ĂŸe (Abseits und Icing) und ĂŒbernehmen die Bullys. Der oder die Hauptschiedsrichter ĂŒbernimmt bzw. ĂŒbernehmen das Bully nur zu Drittelbeginn oder nach erzielten Toren. Schieds- und Linienrichter haben beim Eishockey einen erheblich grĂ¶ĂŸeren Einfluss als beispielsweise beim Fußball. Sie können durch das Aussprechen von Strafzeiten unmittelbar auf das Spielgeschehen einwirken.

Zu den Off-Ice-Offiziellen zĂ€hlen neben dem Stadionsprecher und dem Spielzeitnehmer ein Punktrichter, ein Video-Torrichter, zwei Strafbankbetreuer sowie zwei Torrichter. In der DEL wird kein Torrichter mehr eingesetzt; der Stand-By-Schiedsrichter ĂŒbernimmt die Aufgabe des Video-Torrichters.

Weiter wird zwischen Spiel-Offiziellen und Team-Offiziellen unterschieden. Zu den Spiel-Offiziellen zÀhlen neben den Schieds- und Linienrichtern auch der Video-Torrichter, die Torrichter, die Punkterichter und der Stand-By-Schiedsrichter. Zu den Team-Offiziellen gehört der Trainerstab der Mannschaften, die Betreuer sowie der Ordnerdienst.

Spielregeln

Ein Eishockeyspiel dauert netto 60 Minuten (drei Drittel mit je 20 Minuten effektiver Spielzeit, dazwischen in den meisten Ligen jeweils 15 Minuten Pausenzeit). Da bei jeder Spielunterbrechung die Uhr angehalten wird, dauert ein Eishockeyspiel jedoch brutto meist erheblich lĂ€nger, etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist die Pausenzeit auf 18 Minuten erhöht worden, außer bei LiveĂŒbertragungen des Pay-TV-Senders Sky, bei denen die Pause wieder 15 Minuten dauert. Im Spielbetrieb der ESBG ist die Drittelpause auf Wunsch der Vereine auf 20 Minuten erhöht worden, damit genug Zeit bleibt, um die Pause fĂŒr Werbung zu nutzen.

Beim Eishockey gibt es formell keine Eigentore, der Treffer wird dem Spieler der angreifenden Mannschaft zugeschrieben, der den Puck zuletzt berĂŒhrt hat.

Ein Tor gilt nur, wenn der Puck die Torlinie in vollem Durchmesser ĂŒberquert und der Schiedsrichter den Puck hinter der Torlinie gesehen hat. Kann nicht mit Sicherheit eine Aussage darĂŒber getroffen werden, ob der Puck tatsĂ€chlich die Torlinie in vollem Durchmesser ĂŒberschritten hat, so ist auf „kein Tor“ zu entscheiden. Sofern das Spiel aufgezeichnet wird, darf der Schiedsrichter den Videobeweis zu Hilfe nehmen.

Es ist zulĂ€ssig, den Puck mit Hilfe des Schlittschuhs fortzubewegen, sofern man dadurch kein Tor erzielt. Wird der Spieler am Schlittschuh getroffen, ohne dass eine aktive Kickbewegung zu sehen ist, und ĂŒberquert der Puck in Konsequenz die Torlinie, ist auf regulĂ€res Tor zu entscheiden.

Den Puck mit dem hohen Stock (Stock ĂŒber Schulter oder ĂŒber der Latte) zu spielen ist unzulĂ€ssig, erlaubt ist es aber, den Puck mit der Hand zu stoppen oder wegzuschlagen. Außerdem darf man innerhalb des eigenen Verteidigungsdrittels den Puck mit der Hand seinem Mitspieler zupassen. HandpĂ€sse in der neutralen Zone und im Angriffsdrittel sind verboten. Das Werfen des Pucks, wenn dieser in der Hand eingeschlossen ist, wird bestraft.

Wird ein TorhĂŒter durch einen Schuss an der Maske getroffen, wird das Spiel unterbrochen. Kommt es jedoch nach einem Maskentreffer zu einem direkten Nachschuss, welcher zum Tor fĂŒhrt, bevor der Schiedsrichter das Spiel unterbricht, ist das ein regulĂ€rer Treffer.

Steht bei einem Entscheidungsspiel nach regulĂ€rer Spielzeit kein Sieger fest, so gibt es eine VerlĂ€ngerung, genannt Overtime. Endet auch diese unentschieden, wird mit einem „Shootout“ per Penalty-Schießen ein Sieger ermittelt.

Begriffe

→ Hauptartikel: Eishockey-Terminologie
  • Bully (Face-Off): Wird das Spiel nach einer Unterbrechung wieder angepfiffen, geschieht dies mit einem Bully (Anstoß) an einem der neun Bullypunkte (je zwei vor den beiden Toren und auf den beiden blauen Linien). Zu Drittelbeginn erfolgt der Anstoß in der Spielfeldmitte.
  • Abseits (Offside): Auf Abseits wird erkannt, wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft die blaue Linie zwischen neutraler Zone und Angriffszone vor dem Puck ĂŒberschreitet und der Puck die blaue Linie vollstĂ€ndig ĂŒberschritten hat. Als Überschreiten der Linie gilt, wenn sich beide Schlittschuhe ĂŒber der Linie befinden. Eine Ausnahme ist, wenn der Spieler rĂŒckwĂ€rts in die Angriffszone fĂ€hrt und dabei den Puck bereits unter Kontrolle hatte. Befindet sich ein angreifender Spieler noch in der Angriffszone wĂ€hrend der Puck sich bereits außerhalb befindet, dann wird ebenfalls nicht auf Abseits entschieden, wenn der Puck durch einen verteidigenden Spieler wieder zurĂŒck in die Angriffszone gespielt wird. Andernfalls mĂŒssen alle gegnerischen Spieler die Angriffszone verlassen, bevor der Puck erneut in diese gespielt werden darf. Verlassen die angreifenden Spieler die Angriffszone ohne den Puck zu berĂŒhren, wird das Spiel nicht unterbrochen.
  • Torraumabseits: Darauf wird entschieden, wenn ein Angreifer den Torraum betritt, bevor sich der Puck dort befindet. Erzielt der Spieler in dieser Situation einen Treffer, so ist dieser gĂŒltig, wenn er dabei durch einen Gegner in den Torraum gedrĂ€ngt oder am Verlassen gehindert wurde. Auch wenn der TorschĂŒtze den Torwart nicht offensichtlich behindert, wĂ€hrend er im Torraum steht, wird das Tor anerkannt.
  • Unerlaubter Weitschuss (Icing): Dies ist der Fall, wenn der Puck direkt oder indirekt, das heißt ĂŒber die Bande, die rote Mittellinie und die gegnerische Torlinie ĂŒberschreitet. Dann wird bei der „No-Touch-Icing“ Regel abgepfiffen, und es gibt Bully in der gegenĂŒberliegenden Endzone. Es gibt noch in vereinzelten Ligen, wie zum Beispiel der NHL (National Hockey League), die „Touch-Icing“ Regel, nach der nicht sofort abgepfiffen wird, sondern erst, wenn ein Spieler der verteidigenden Mannschaft den Puck berĂŒhrt. Ist jedoch eine Mannschaft in Unterzahl gilt diese Regel nur fĂŒr die numerisch ĂŒberlegene Mannschaft.
  • Powerplay: Wird gegen eine Mannschaft eine Bankstrafe ausgesprochen, so hat die bestrafte Mannschaft fĂŒr die Zeit der Strafe einen Spieler weniger auf dem Eis. WĂ€hrend der Überzahl versucht dann die numerisch ĂŒberlegene Mannschaft die bestrafte Mannschaft in ihrer Verteidigungszone einzuschnĂŒren. Powerplay bezeichnet nicht das eigentliche Überzahlspiel, sondern nur den Versuch, sich mit schnellem Pass- und geschicktem Stellungsspiel in der gegnerischen Verteidigungszone festzusetzen.
  • Boxplay, auch Penaltykilling: Boxplay ist das Gegenteil vom Powerplay. Es betrifft die Mannschaft, die bei einer Strafe in Unterzahl spielt. Die Mannschaft im Boxplay versucht zu verhindern, dass der numerisch ĂŒberlegene Gegner ein Tor erzielt.
  • Shorthander: Gelingt einer Mannschaft in Unterzahl ein Tor, bezeichnet man dies als Short-Hander oder Shorthanded-Goal.
  • Empty Net Goal: Schießt eine Mannschaft ein Tor, wenn die gegnerische Mannschaft ihren TorhĂŒter gegen einen zusĂ€tzlichen Spieler ausgetauscht hat, so nennt man dies Empty-Net-Goal.
  • Auszeit (Time-Out): Jede Mannschaft kann pro Spiel eine Auszeit von 30 Sekunden nehmen.
  • Strafschuss (Penalty Shot): Hierbei darf sich der ausfĂŒhrende Spieler von der Mittellinie aus allein auf den TorhĂŒter zu bewegen und versuchen, ein Tor zu erzielen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Puck sich immer in der VorwĂ€rtsbewegung befindet. NachschĂŒsse nach Abprallern sind nicht erlaubt.
  • Direktabnahme (One-timer): Ein Pass, der sofort aufs Tor geschossen wird, ohne ihn vorher anzunehmen.
  • Slot: Der Bereich zwischen den zwei Bullypunkten und dem Tor.
  • Gretzkys BĂŒro (Gretzky’s Office): Der Bereich direkt hinter dem Tor. Benannt nach der Eishockey-Legende Wayne Gretzky, weil dieser aus der Position die meisten seiner 1.963 Tor-Vorlagen erzielte.
  • Bauerntrick (wrap-around): Wenn ein Spieler mit dem Puck hinters Tor fĂ€hrt und beim Herausfahren mit dem SchlĂ€ger den Puck ganz eng an der Stange ins Tor schiebt, dann nennt man das Bauerntrick. In der Schweiz wird dieser Trick Buebetrickli genannt.

Strafen

Strafen werden vom Schiedsrichter ausgesprochen. Die hĂ€ufigsten GrĂŒnde dafĂŒr sind Behinderung (interference), Beinstellen (tripping), Hoher Stock (high-sticking), Haken (hooking), Spielverzögerung (delaying the game), Stockschlag (slashing), Bandencheck (boarding), Stock-Check (Cross-Check), Check gegen den Kopf (checking to the head), Check von hinten (checking from behind), Ellbogencheck (elbowing), Unsportliches Verhalten (unsportsmanlike conduct), Übertriebene HĂ€rte (roughing), Unerlaubter Körperangriff (charging), Halten (Holding), Unkorrekte AusrĂŒstung (illegal equipment), Unkorrekter Spielerwechsel (too many men), Halten des Stockes (holding the stick), Stockstich (spearing), Kniecheck (kneeing) und Check gegen das Knie (checking to the knee).

Um auf Verletzungen zu reagieren, hat der Weltverband IIHF neue Strafen eingefĂŒhrt, die helfen sollen, schwere Verletzungen zu vermeiden. Dazu zĂ€hlen Check gegen den Kopf- und Nackenbereich oder Check von hinten. Beide Fouls ziehen mehr als eine normale 2-Minuten-Strafe nach sich und werden zusĂ€tzlich mit einer persönlichen Disziplinarstrafe verhĂ€ngt (2+10 Minuten).

Um die Zuschauer zu schĂŒtzen und das Spiel flĂŒssiger zu gestalten, wurde eine neue, bei den Spielern und Mannschaften zuerst umstrittene, Regel eingefĂŒhrt: VerlĂ€sst der Puck in direkter Folge eines Schusses aus der Verteidigungszone des schießenden Spielers das Spielfeld ĂŒber die Scheibe, wird eine kleine Strafe gegen den verfehlenden Spieler wegen Spielverzögerung ausgesprochen. Schießt man den Puck jedoch auf die Spielerbank, so wird, seit der RegelĂ€nderung 2007, keine Strafe mehr ausgesprochen.

Die Höhe der Strafe liegt, innerhalb eines gewissen Rahmens, im Ermessen des Schiedsrichters. Sieht der Schiedsrichter ein Foul, zeigt er das durch Heben des Arms an; das Spiel lĂ€uft jedoch so lange weiter, bis die zu bestrafende Mannschaft in Puck-Besitz gelangt. In dieser Zeit kann der TorhĂŒter der nicht bestraften Mannschaft das Tor verlassen, um einen weiteren Mann auf das Spielfeld zu schicken. Erzielt die gefoulte Mannschaft in dieser Phase ein Tor, ist die Strafe hinfĂ€llig.

Mögliche Strafen und Strafzeiten:

  • kleine Strafe (2 Minuten) / kleine Bankstrafe (2 Minuten gegen die Mannschaft)
  • doppelte kleine Strafe (2 + 2 Minuten)
  • kleine Strafe + Disziplinarstrafe (2 + 10 Minuten)
  • große Strafe (5 Minuten + Spieldauer-Disziplinarstrafe)
  • Disziplinarstrafe (10 Minuten)
  • Matchstrafe (5 Minuten + Matchstrafe + mindestens ein Spiel Sperre)
  • Strafschuss (Penalty Shot)

Eine Spieldauer-Disziplinarstrafe oder Matchstrafe hat den sofortigen Ausschluss des Spielers fĂŒr den Rest des Spiels zur Folge. Im Spielbericht werden aber nur 20 Minuten (Spieldauer-Disziplinarstrafe), respektive 25 Minuten (Matchstrafe) eingetragen. Eine Spieldauer-Disziplinarstrafe zieht eine automatische Sperre von einem Spiel nach sich. Die zustĂ€ndige Disziplinarstelle kann aber den Spieler nachtrĂ€glich fĂŒr weitere Spiele sperren. Eine Matchstrafe bedeutet, dass der Spieler automatisch „bis auf Weiteres“ gesperrt ist, das heißt fĂŒr mindestens ein weiteres Spiel. Der Fall wird von der zustĂ€ndigen Disziplinarstelle beurteilt.

Gelingt der in Überzahl spielenden Mannschaft ein Tor, darf der Spieler, sofern er eine kleine Strafe verbĂŒĂŸt, sofort wieder auf das Eis. Auf große Strafen oder Disziplinarstrafen hat ein Tor keinen Einfluss. Sitzen zwei Spieler auf der Strafbank, darf derjenige, dessen Strafe die geringere Restzeit aufweist, wieder auf das Eis. Eine Ausnahme besteht hier seit der Saison 2006/07 in der DEL. Bekommt jeweils ein Spieler beider Mannschaften gleichzeitig eine 2-Minuten-Strafe, egalisieren sich die Strafen. Bekommt nun ein weiterer Spieler einer Mannschaft spĂ€ter innerhalb dieser zwei Minuten eine Strafe, wird die spĂ€ter aufgestellte Strafe aufgehoben, sobald ein Tor fĂ€llt.

Die Zeitstrafen werden auf der Strafbank abgesessen. Der TorhĂŒter wird bei kleinen Strafen oder der ersten Disziplinarstrafe durch einen Feldspieler vertreten, der zur Zeit des Vergehens auf dem Eis war. GrĂ¶ĂŸere Strafen können je nach Liga oder Wettbewerb Spielsperren nach sich ziehen.

Wird gegen beide Mannschaften gleichzeitig eine gleiche Anzahl von Strafen ausgesprochen, so mĂŒssen die betreffenden Spieler zwar die Strafe auf der Strafbank absitzen, die beiden Mannschaften bleiben aber im Feld in der gleichen SpielstĂ€rke wie vor den Vergehen. Eine Mannschaft kann durch Strafen nie auf weniger als drei Feldspieler reduziert werden. Im Falle der dritten Strafe, die zu einem Mann weniger auf dem Eis fĂŒhren wĂŒrde, muss der betreffende Spieler zwar auf die Strafbank, er wird aber durch einen Mannschaftskollegen auf dem Eis ersetzt und die Strafzeit beginnt erst zu laufen, nachdem eine Strafzeit eines vorher bestraften Spielers abgelaufen ist (aufgeschobene Strafe). In den Altersklassen der Kleinst- wie der KleinschĂŒler, auch Bambini und KleinschĂŒler genannt, wird in Deutschland von diesen Regeln teilweise abgewichen.

Wird ein Spieler gefoult, wenn er alleine auf das gegnerische Tor losziehen kann und der TorhĂŒter der verteidigenden Mannschaft draußen ist, wird dem gefoulten Spieler ein technisches Tor zugeschrieben.

Taktik

→ Hauptartikel: Taktik (Eishockey)

Das taktische Denken im Eishockey begann erst in den 1950er Jahren. Vordenker auf diesem Gebiet waren die OsteuropÀer und Sowjets, die langsam ein Spielsystem etablierten. In der Zeit des Kalten Krieges konnte man strikt zwischen sowjetischem Eishockey, das von Kurzpassspiel bis zur Torchance geprÀgt war, und einer kanadisch-nordamerikanischen Spielweise mit mehr Körpereinsatz trennen. So strikt sind die Unterschiede heute nicht mehr zu erkennen. Vor der Entwicklung einer Taktik gab es noch keine richtige Trennung der Positionen. Jeder konnte so spielen, wie er wollte. Mit guter Taktik gelang es technisch schwÀcheren Mannschaften schon oft, gegen talentiertere Teams zu gewinnen.

So gibt es diverse Möglichkeiten, einen Angriff aufzuziehen. Eine beliebte Variante, vor allem in Nordamerika, ist das Dump’n’Chase-Spiel, bei dem der Spielzug mit einem weiten Pass an die Hintertorbande eröffnet wird. Technisch versierte Spieler können durch einen Lauf durch die neutrale Zone zur Torchance gelangen. Daneben gibt es noch verschiedene Passwege, ĂŒber die der Center einen AußenstĂŒrmer erreichen kann. Des Weiteren ist der Konter oder das Break eine beliebte Alternative.

Im Abwehrverhalten unterscheidet man fĂŒnf Varianten:

  • Forechecking (die abwehrende Mannschaft versucht schon in der Angriffszone, wieder an den Puck zu kommen)
  • Backchecking (der Puck soll nicht in die eigene Abwehrzone gelangen)
  • Manndeckung
  • Raumdeckung (vor allem bei Unterzahl angewandt, um so wenig wie möglich laufen zu mĂŒssen)
  • Zonenpressing (sowohl der scheibenfĂŒhrende Spieler als auch der Spieler, der den Puck wohl als NĂ€chstes bekommen soll, werden gedeckt).

Auch dieses Verhalten ist nicht starr, und man kann diese Abwehrtechniken miteinander kombinieren.

Verbreitung und Besonderheiten in verschiedenen LĂ€ndern

Eishockey ist vor allem dort sehr verbreitet, wo auch vor Erfindung der KĂ€ltemaschine – und der damit verbundenen Möglichkeit, Kunsteisbahnen zu schaffen – genĂŒgend EisflĂ€chen fĂŒr eine regelmĂ€ĂŸige AusĂŒbung dieser Sportart vorhanden waren und sind. Ein Betrieb solcher Kunsteisbahnen ist meistens sehr teuer. Allerdings werden mittlerweile kostengĂŒnstigere Alternativen aus synthetischem Eis angeboten, die einer herkömmlichen Eisbahn sehr nahekommen. Somit findet der Eissport nun auch in wĂ€rmeren Regionen wie SĂŒdafrika eine grĂ¶ĂŸere Verbreitung.

Weit verbreitet ist Eishockey vor allem in Kanada, Russland (der ehemaligen Sowjetunion) und den USA, Tschechien und der Slowakei sowie den nordischen LĂ€ndern (vor allem Schweden und Finnland), teilweise auch in Deutschland. Einen sehr hohen Stellenwert hat Eishockey auch in der Schweiz und Lettland und gehört dort zu den beliebtesten Sportarten. Die Gesamtsumme der Eishockey-Zuschauer in einer Saison liegt in diesen LĂ€ndern weit ĂŒber derjenigen der Fußball-Zuschauer. Ein traditionsreiches internationales Highlight fĂŒr Clubmannschaften stellt auch der seit 1923 ausgetragene Spengler Cup dar, der in Davos, im Kanton GraubĂŒnden, stattfindet und eine wesentlich lĂ€ngere Geschichte als der Europapokal und dessen Folgewettbewerbe aufweisen kann.

Eishockey in Europa

Stefan Ustorf und Alexander Weiß von den EisbĂ€ren Berlin prĂ€sentieren den Pokal der European Trophy

Ende des 19. Jahrhunderts breitete sich der in Kanada entstandene Eishockeysport allmĂ€hlich in ganz Europa aus, wobei die Entwicklung in den nordischen LĂ€ndern aufgrund der besseren Bedingungen fĂŒr das damals noch unter freiem Himmel ausgetragenen Eishockey gĂŒnstiger waren.

Die Meisterschaft wird heute in fast allen Ligen durch eine Play-off-Runde ermittelt, fĂŒr das sich die besten Mannschaften des Grunddurchganges qualifizieren. In der ersten Runde trifft die nach dem Grunddurchgang am besten platzierte Mannschaft gegen die am schlechtesten platzierte, die zweitbeste auf die zweitschlechteste usw. – die Gewinner spielen in der nĂ€chsten Runde weiter, bis die zwei verbliebenen Mannschaften das Finale austragen. Die Begegnungen werden in der Regel als Serie von Spielen ausgetragen bei denen vier („Best of Seven“) drei („Best of Five“) oder zwei Siege („Best of Three“) zum Aufstieg in die nĂ€chste Runde erforderlich sind. Steht der Aufsteiger fest, werden die verbleibenden Spiele nicht ausgetragen.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Eishockeys ist in Europa zwar noch nicht so groß wie in Nordamerika, das Marketing erlangte jedoch in den letzten Jahren auch in den Top-Ligen Europas eine immer grĂ¶ĂŸere Bedeutung. In den 1960er und 1970er Jahren brauchte man eine gute Jugendarbeit, um erfolgreich zu sein, heute ist eine professionelle Struktur nötig. So betrieben die Hamburg Freezers zum Beispiel bis 2005 keine Nachwuchsarbeit, weil sie mit der Anschutz-Gruppe einen finanzkrĂ€ftigen Investor haben, der seine Mannschaften in Europa nach dem nordamerikanischen Franchise-System betreibt.

Deutschland

→ Hauptartikel: Eishockey in Deutschland

In Deutschland war zunĂ€chst Berlin Ursprungsort des Eishockeys, spĂ€ter folgten vor allem die sĂŒddeutschen Gebiete in Bayern und Teilen Baden-WĂŒrttembergs als „Hochburgen“ der neuen Sportart. Nach den beiden Weltkriegen erlebte der Sport einen erneuten Aufschwung, auch bedingt durch die GrĂŒndung der eingleisigen Eishockey-Oberliga als höchste deutsche Spielklasse im Jahr 1948, die schließlich 1958 durch die Eishockey-Bundesliga abgelöst wurde. Gab es in den Anfangsjahren eine deutliche Dominanz der bayerischen Vereine, gewannen in spĂ€teren Jahren auch Clubs aus Nordrhein-Westfalen an Bedeutung. Heute gilt Eishockey in weiten Teilen des Landes als eine der wichtigsten Mannschaftssportarten.

Die höchste Spielklasse in Deutschland ist seit 1994 die Deutsche Eishockey Liga (DEL), die den Beinamen „1. Bundesliga“ trĂ€gt. Im Gegensatz zu anderen Sportarten gibt es in der Deutschen Eishockey Liga kein Unentschieden, um rein taktische Spiele zu vermeiden. Bis zur Saison 2005/06 wurde ein Vorrundenspiel, bei welchem es nach regulĂ€rer Spielzeit unentschieden stand, mit einem Penalty-Schießen entschieden. Seit der Spielzeit 2006/07 wird zunĂ€chst fĂŒnf Minuten 4 gegen 4 gespielt. In den Play-Offs wird eine VerlĂ€ngerung mit der kompletten Spieleranzahl gespielt, die sofort endet, wenn eine der beiden Mannschaften ein Tor erzielt. Es gibt kein Penaltyschießen, sondern immer wieder VerlĂ€ngerungen von jeweils 20 Minuten, bis eine Mannschaft ein Tor erzielt. Bei einem Sieg innerhalb der regulĂ€ren Spielzeit erhĂ€lt der Gewinner drei Punkte, der Verlierer null, bei einem Sieg durch VerlĂ€ngerung oder Penalty-Schießen wird der Sieger mit zwei Punkten, der Verlierer mit einem Punkt belohnt.

Österreich

→ Hauptartikel: Eishockey in Österreich

In der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie entwickelte sich der Eishockeysport vor allem in Wien, nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall der Monarchie gewann das österreichische Eishockey durch internationale Erfolge an Bedeutung. Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich wurde der nationale Verband aufgelöst, im Zweiten Weltkrieg kam der Spielbetrieb schließlich zum Erliegen. Erst 1945 wurde der Verband neu gegrĂŒndet, 1947 konnte die Nationalmannschaft erneut die Bronzemedaille bei einer Weltmeisterschaft erobern.

Die höchste Spielklasse des österreichischen Eishockeys existiert in ihrer aktuellen Form seit der Saison 1965/66. Der österreichische Meister wird jedoch mit Unterbrechungen seit dem Jahr 1923 ausgespielt. Rekordmeister und gleichzeitig der Ă€lteste Verein im aktuellen Teilnehmerfeld ist der EC KAC aus Klagenfurt mit 30 Meistertiteln. Die heute den Namen Erste Bank Eishockey Liga tragende Spielklasse hat sich im Lauf der letzten Jahre hin zu einer internationalen Liga entwickelt, wobei vier von zwölf teilnehmenden Mannschaften aus dem benachbarten Ausland stammen. Die Regeln sind nahezu identisch zu denen im restlichen Mitteleuropa, wobei der Gewinner bei einem Sieg innerhalb der regulĂ€ren Spielzeit im Gegensatz zur Schweiz und Deutschland nur zwei Punkte erhĂ€lt, bei einem Unentschieden erhalten beide Mannschaften ebenfalls einen Punkt, der Sieger nach VerlĂ€ngerung oder Penaltyschießen einen Zusatzpunkt.

Schweiz

→ Hauptartikel: Eishockey in der Schweiz

In der Schweiz verlief die Entwicklung des Eishockeys in Analogie zu den NachbarlĂ€ndern, der nationale Verband wurde im Jahr 1908 gegrĂŒndet. Die National League A (frĂŒher Nationalliga A) ist heute höchste Eishockey-Liga in der Schweiz. Sie besteht im Moment aus zwölf Mannschaften. Gespielt wird die Meisterschaft in einer ersten Phase (Qualifikation) als Rundenturnier. Danach ermitteln die besten acht Mannschaften den Schweizer Meister im Play-off-Stil, wobei der 1. Platzierte gegen den 8. Platzierten spielt, der 2. Platzierte gegen den 7. Platzierten, usw. Der Name „National League“ wurde in der Saison 2007/08 zusammen mit vielen zusĂ€tzlichen Neuerungen eingefĂŒhrt. Zu den Änderungen gehören unter anderem ein neuer Pokal und die Erweiterung der Qualifikation auf 50 Runden: Jedes Team spielt viermal gegen jedes andere Team plus zusĂ€tzliche sechs Gruppenspiele. Dazu werden die zwölf Clubs in drei Vierergruppen eingeteilt, deren Zusammensetzung aufgrund der geografischen Lage erfolgt. In jeder Vierergruppe gibt es eine Hin- und RĂŒckrunde, wobei diese Ergebnisse in die Gesamtrangliste der Qualifikation, die also 50 Spiele zĂ€hlt, ĂŒbernommen werden.

Nordische LĂ€nder

Mit der Verbreitung des Eishockeys in Europa fanden vor allem die nordischen LĂ€nder in diesem Spiel eine neue Nationalsportart, da unter anderem die Bedingungen in diesen LĂ€ndern fĂŒr das damals noch unter freiem Himmel ausgetragenen Eishockey optimal waren. So konnte in einigen Teilen Schwedens und Finnlands das ganze Jahr ĂŒber Eishockey gespielt werden, sodass die neue Sportart bereits schnell etabliert war. Vor allem die Nationalmannschaften dieser beiden skandinavischen Staaten entwickelten sich in kurzer Zeit zu internationalen GrĂ¶ĂŸen, die beiden höchsten Spielklassen Svenska Hockeyligan und SM-liiga gelten heute als zwei der bedeutendsten Spielklassen der Welt.

In Norwegen und DÀnemark entwickelte sich ebenfalls eine relativ starke Eishockeybasis, die Klasse und PopularitÀt der beiden Eliteligen GET-ligaen und Metal Ligaen erreichen aber kein Àhnlich hohes Niveau wie in den skandinavischen NachbarlÀndern.

Russland

→ Hauptartikel: Eishockey in Russland

Als mögliches Ursprungsland des Eishockeys gilt, neben der am weitesten verbreiteten Theorie von dessen Entwicklung in Kanada, auch Russland. Allerdings kam es in der damaligen Sowjetunion erst in den 1940er Jahren zu einer wirklichen Entwicklung und Verbreitung des Eishockeys. 1947 wurde die erste Meisterschaft der UdSSR ausgetragen, 1952 trat die Sowjetunion der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF) bei. Wurde in der Sowjetunion bis in die 1950er Jahre auf dem Eis vor allem Bandy gespielt, entwickelte sich das sowjetische Eishockey fortan mit einem enormen Tempo.

In der Zeit des Kalten Krieges entwickelte sich eine starke russische Eishockeydominanz mit internationalen Erfolgen in Serie, was auch der unklaren Profi-Situation der russischen Spieler im Gegensatz zu den nordamerikanischen Amateuren bei internationalen Turnieren geschuldet war. Aufeinandertreffen von Ost- und Westmannschaften wie das Miracle on Ice stellten eine sportliche Variante des politischen Konflikts zwischen den beiden Lagern dar. Die nationale sowjetische Liga galt lange als eine der stĂ€rksten Spielklassen der Welt, nach dem Zusammenbruch der UdSSR gingen ein Großteil der besten Spieler jedoch in die National Hockey League, um in den NHL-Mannschaften der USA und Kanadas zu spielen.

Die höchste Spielklasse in Russland ist heute die Kontinentale Hockey-Liga, welche 2008 die Superliga ablöste und sich durch ihre Öffnung fĂŒr Teams aus ganz Europa und Nordasien (es nehmen Mannschaften aus verschiedenen ehemaligen SU-Staaten, aber auch aus Tschechien, Kroatien und der Slowakei am Spielbetrieb teil) zum Gegenpol zur nordamerikanischen NHL entwickeln soll.

Mittel- und Osteuropa

Auf dem Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei entwickelte sich der Eishockeysport ab etwa 1920 sehr stark und viele Mannschaften des sogenannten „kanadischen Hockeys“ wurden in dieser Zeit gegrĂŒndet. Regionale Schwerpunkte bildeten dabei die Hauptstadt Prag, die grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte wie Pilsen, Bratislava und Budweis sowie die verschiedenen Mittelgebirgsregionen. Seit 1929 wird in Poprad der TatranskĂœ pohĂĄr ausgetragen, der damit das zweitĂ€lteste europĂ€ische Eishockeyturnier darstellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann Eishockey noch zusĂ€tzlich an PopularitĂ€t und wurde zur Sportart Nummer eins in der Tschechoslowakei. Die Nationalmannschaft der ČSSR wurde mehrfach Weltmeister und gehörte zu den dominierenden Nationalteams der 1960er und 1970er Jahre, wĂ€hrend der Armeeklub Dukla Jihlava fĂŒnfmal den Spengler Cup gewann und insgesamt achtmal das Finale des Europapokals erreichte. Nach der Auflösung der ČSFR entstanden in Tschechien und der Slowakei jeweils eine eigene höchste Spielklasse namens Extraliga. WĂ€hrend das tschechische Nationalteam das Startrecht der ČSFR ĂŒbernahm und Ende der 1990er Jahre mehrfach die Weltmeisterschaft gewann, musste das slowakische Nationalteam erst aus der dritten Division in die Top-Division aufsteigen, um 2002 selbst Weltmeister zu werden.

Im gesamten Baltikum wird ebenfalls Eishockey gespielt, am populĂ€rsten ist der Sport dabei jedoch in Lettland. In den ĂŒbrigen LĂ€ndern Osteuropas besitzt der Eishockeysport innerhalb der Mannschaftssportarten einen Ă€hnlich hohen Stellenwert, ohne dass die jeweiligen Spielklassen in Polen (Ekstraliga), Weißrussland (Extraliga), Bulgarien (A-Gruppe), RumĂ€nien (Nationale Eishockeyliga), Serbien (Serbische Eishockeyliga), Slowenien (Prva Liga) oder Ungarn (OB I. BajnoksĂĄg) die QualitĂ€t und Zuschauerzahlen der Ligen in den NachbarlĂ€ndern erreichen.

Übriges Europa

Auch in den ĂŒbrigen LĂ€ndern Europas wird inzwischen nahezu flĂ€chendeckend Eishockey gespielt, wenn auch auf unterschiedlichen Niveau. WĂ€hrend in Norditalien, vor allem im deutschsprachigen SĂŒdtirol der Eishockeysport eine Ă€hnlich hohe PopularitĂ€t besitzt wie in den nördlich angrenzenden NachbarlĂ€ndern, ist der Sport im SĂŒden des Landes nur sehr schwach vertreten. Die nationale Liga Serie A wurde bereits 1924 gegrĂŒndet und gehört damit zu den Ă€ltesten Eishockeyspielklassen Europas. In Frankreich gehört Eishockey eher zu den Randsportarten, wobei wichtige Pokalspiele wie das in Paris stattfindende Endspiel um die Coupe de France von teilweise mehr als 12.000 Zuschauern besucht werden.

Im Vereinigten Königreich und Irland wird ebenfalls Eishockey gespielt, allerdings lediglich als Randsportart, was sich vor allem in Zuschauerzahlen und QualitĂ€t bei internationalen Vergleichen abzeichnet, wobei es im Vereinigten Königreich teilweise parallel mehrere Profiligen gab und gibt. Die höchsten Spielklassen sind die Elite Ice Hockey League in Großbritannien und die Irish Ice Hockey League in Irland. Auch in anderen, fĂŒr den Wintersport eher untypischen Regionen, wie Spanien (Superliga), TĂŒrkei (Superliga) oder Griechenland, entwickelte sich im Laufe der Jahre regelmĂ€ĂŸiger Ligenbetrieb.

Eishockey in Nordamerika

→ Hauptartikel: Eishockey in Nordamerika

Im kanadischen und amerikanischen Englisch wird Eishockey generell als Hockey bezeichnet. Schwerpunkt des nordamerikanischen Eishockeys ist Kanada, wo der Sport Nationalsportart ist und die nördlichen Gebiete der USA. In den USA steht Hockey wegen seiner nur regionalen StĂ€rke hinter Baseball, American Football und Basketball, zusammen mit diesen Sportarten bildet es aber "die großen Vier des US-Sports".

Die 1917 gegrĂŒndete National Hockey League (NHL) gilt als beste Liga der Welt und der Stanley Cup als die begehrteste Eishockey-TrophĂ€e. Amtierender Stanley-Cup-Sieger sind die Chicago Blackhawks nach 4:2-Siegen gegen die Boston Bruins.

Seit den 1940ern wurde aber auch der Ligenunterbau der NHL stetig professionalisiert und ausgebaut. So gibt es heute mit der American Hockey League (AHL) eine Elite-Minor League, in der die Top-Farmteams der NHL-Franchises spielen. Darunter gibt es noch die ECHL (frĂŒher East Coast Hockey League), Central Hockey League (CHL), West Coast Hockey League (WCHL) und International Hockey League (IHL). Des Weiteren gibt es professionell arbeitende Nachwuchsligen in Kanada: die Western Hockey League (WHL), Ontario Hockey League (OHL) und Ligue de hockey junior majeur du QuĂ©bec (LHJMQ). Die Minor Leagues ĂŒbernehmen unter anderem die Jugendarbeit fĂŒr die NHL-Franchises.

In den 1990er Jahren ist die wirtschaftliche Bedeutung des Hockeysports in Nordamerika radikal angestiegen. Die NHL-Franchises zahlten ĂŒbertrieben hohe GehĂ€lter, so dass einige noch heute hohe Schulden haben. Das zeigte sich auch in der Verhandlung ĂŒber ein neues NHL Collective Bargaining Agreement zur Saison 2004/05, die in einem Spielerstreik und Lockout endete, so dass die Spielzeit abgesagt wurde. Nach ĂŒber einem Jahr Verhandlungen wurde eine Gehaltsobergrenze (Salary Cap) beschlossen, die die Liga ausgeglichener und spannender machen soll.

Eine Besonderheit im nordamerikanischen Profisport ist der Entry Draft, der auch im Eishockey durchgefĂŒhrt wird (NHL Entry Draft). Beim Draft sichern sich die NHL-Teams die Rechte an talentierten Juniorenspielern. Ein Kuriosum dabei: Der von vielen als bester Spieler aller Zeiten betrachtete Wayne Gretzky ist einer der wenigen seiner Generation, die nicht gedraftet wurden. Die meisten „Draft picks“ spielen erst in der AHL oder einer Juniorenliga, bis sie von ihrem NHL-Team „befördert“ werden.

Eishockey in Lateinamerika

Eishockey ist in Lateinamerika eine absolute Randsportart. Einen geregelten Spielbetrieb gibt es lediglich in Mexiko, dessen Nationalmannschaft derzeit auch an offiziellen Turnieren des internationalen Eishockeyverbandes IIHF teilnimmt. Des Weiteren gibt es EishockeyverbĂ€nde in Argentinien, Brasilien, Chile und Ecuador, die sich jedoch meist nur dem Inlinehockey widmen und den Begriff „Eishockey“ nur der Form nach im Namen tragen. Trotzdem gibt es einige Hobbyspieler im SĂŒden von Argentinien und Chile, wo im Winter der sĂŒdlichen HemisphĂ€re (ca. Mai bis August) gelegentlich auf zugefrorenen FlĂŒssen oder Seen gespielt werden kann. Das bleibt jedoch die Ausnahme – einerseits, da die zum Eishockey notwendige AusrĂŒstung relativ teuer (und in SĂŒdamerika schwer zu beschaffen) ist, andererseits, weil diese Sportart in den betreffenden LĂ€ndern relativ unbekannt ist.

Das erste Profieishockeyspiel auf lateinamerikanischem Boden fand am 23. September 2006 in Puerto Rico statt: Zur Saisoneröffnung der nordamerikanischen Profiliga NHL trafen sich die Teams der Florida Panthers und der New York Rangers im José Miguel Agrelot Coliseum in San Juan.

Rest der Welt

Auch in anderen Teilen der Welt fand das Eishockey allmĂ€hlich seine Verbreitung. Die Asia League Ice Hockey gilt als spielstĂ€rkste Eishockeyliga außerhalb Nordamerikas und Europas und beheimatet Teams aus Japan, China und SĂŒdkorea. In Australien (Australian Ice Hockey League) und Neuseeland (New Zealand Ice Hockey League) sowie in SĂŒdafrika wird zum Teil ebenfalls seit vielen Jahrzehnten Eishockey gespielt, wenn auch in Form einer absoluten Randsportart. Nichtsdestoweniger spielten bereits mehrere ehemalige NHL-Profis zeitweise in Australien.

Über den regulĂ€ren Ligenbetrieb hinaus nehmen einige afrikanische und asiatische LĂ€nder am offiziellen Spielbetrieb der IIHF teil. So sind dies in Afrika Algerien und Marokko, sowie in Asien unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Macao oder Thailand.

Internationale Turniere

FĂŒr die Eishockeynationalmannschaften existieren verschiedene bedeutende internationale Turniere. Der offiziellen Rangfolge der Internationalen Eishockey-Föderation (International Ice Hockey Federation - IIHF) entsprechend ist hierbei das Olympische Eishockey-Turnier, welches seit 1924 bei den Winterspielen stattfindet, das bedeutendste Turnier fĂŒr Nationalmannschaften. DarĂŒber hinaus finden seit 1920 offizielle Weltmeisterschaften der IIHF statt, welche vor allem fĂŒr die europĂ€ischen Teams eine große Bedeutung besitzen.

Spielszene vom Spengler Cup 2006 (Mora IK vs. Khimik)

Da die nordamerikanische National Hockey League fĂŒr die Weltmeisterschaften der Herren ihre Saison normalerweise nicht unterbricht und auch fĂŒr die Olympischen Spiele bislang nur 1998, 2002, 2006, 2010 und 2014 eine Pause eingelegt hat, ist das Ansehen dieser Turniere in Kanada und den USA relativ gering. Vor allem den Weltmeisterschaften wird dabei vorgehalten, dass bei ihnen nicht die besten Spieler der Welt spielen wĂŒrden und sie deshalb keinen echten Weltmeister kĂŒren könnten. Hinzu kommt, dass bis 1976 nur Amateure an den Weltmeisterschaften teilnehmen durften, so dass beispielsweise Kanada lange Zeit ihren Amateurmeister zur Weltmeisterschaft schickte. Aus diesem Grund wurde der Meister der kanadischen und nordamerikanischen Profiliga lange Zeit als „World Champion“ tituliert.

Neben dem Olympischen Eishockey-Turnier ist deshalb heute der World Cup of Hockey zum wichtigsten Turnier im Eishockey geworden. Er wird von der NHL in Zusammenarbeit mit der IIHF ausgerichtet und fand bislang 1996 und 2004 statt. Da das Turnier vor Beginn der NHL-Saison stattfindet, können hier die besten Spieler aller Nationen teilnehmen, wodurch die Bedeutung vor allem in Nordamerika deutlich erhöht wird.

Das wohl bekannteste und traditionsreichste Vereinsturnier ist der Spengler Cup, der schon seit 1923 jĂ€hrlich in Davos in der Schweiz ausgetragen wird. Rekordsieger ist der Gastgeber HC Davos. Der zweitĂ€lteste Pokalwettbewerb Europas, der TatranskĂœ pohĂĄr, wird seit 1929 im slowakischen Poprad ausgetragen.

Ein weiterer in Europa wichtiger Vereinswettbewerb war der IIHF European Champions Cup. Die Landesmeister der nach IIHF-Weltrangliste sechs besten europĂ€ischen EishockeyverbĂ€nde trafen dabei zwischen 2005 und 2008 jĂ€hrlich aufeinander. Der erste Cup fand im Januar 2005 im russischen Sankt Petersburg statt. Sieger wurde der russische Meister HK Awangard Omsk. Der European Champions Cup war Nachfolger der European Hockey League, des wichtigsten Vereins-Wettbewerbs Europas von 1996 bis 2000. Diese war wiederum Nachfolger des Europapokals, der von 1965 bis 1996 ĂŒber 30 Jahre lang jĂ€hrlich stattfand. Die Initiierung eines neuen kontinentalen Wettbewerbs, der Champions Hockey League, ist der in der Saison 2008/09 erstmals von der IIHF ausgetragene Europapokal-Wettbewerb fĂŒr Eishockeyklubs.

BerĂŒhmte Eishockeyspieler

Mario Lemieux

Verschiedene Spielerinnen und Spieler haben weltweite Bekanntheit erlangt und sind in die internationale oder eine nationale Hockey Hall of Fame aufgenommen worden. BerĂŒhmte Spieler der NHL waren Wayne Gretzky („The Great One“), Mario Lemieux („Super Mario“), Bobby Orr, Gordie Howe, Bobby Hull, sein Sohn Brett Hull, Mark Messier, Patrick Roy, Joe Sakic und Steve Yzerman (alle Kanada); sowie Mike Modano (USA), Jari Kurri (Finnland), Nicklas Lidström und Peter Forsberg (Schweden) sowie Pawel Bure (Russland). Außergewöhnliche sowjetische Spieler waren unter anderem Boris Michailow, Wladimir Petrow, Waleri Charlamow, Wladislaw Tretjak, Wladimir Krutow, Igor Larionow, Sergei Makarow (letztere drei bildeten zusammen die berĂŒhmte KLM-Reihe) sowie Wjatscheslaw Fetissow und Alexei Kassatonow.

Unter den Aktiven genießen Spieler wie die Kanadier Sidney Crosby und Steven Stamkos, der Tscheche JaromĂ­r JĂĄgr, der Finne Teemu SelĂ€nne und die Russen Alexander Owetschkin und Jewgeni Malkin große PopularitĂ€t.

Bei den Frauen haben vor allem die Kanadierinnen Manon Rhéaume und Hayley Wickenheiser weltweiten Ruhm erfahren.

In Deutschland wurde Erich KĂŒhnhackl zum „Eishockeyspieler des Jahrhunderts“ gewĂ€hlt, bekannt sind auch der ehemalige Bundestrainer Hans Zach sowie Gerd Truntschka, Dieter „Didi“ Hegen und Udo Kießling, welcher auch deutscher Rekordnationalspieler ist.

Mit Uwe Krupp, der als erster Deutscher den Stanley Cup gewonnen hat und zwischen 2005 und 2011 Bundestrainer war, sowie den aktuellen NHL-Profis , Marcel Goc, Dennis Seidenberg, Christian Ehrhoff, Alexander Sulzer und Korbinian Holzer erfreuen sich auch deutsche Eishockeyspieler internationaler PopularitÀt. Weitere deutsche Eishockeyspieler in der NHL sind oder waren Thomas Greiss, Marco Sturm, Christoph Schubert und Jochen Hecht.

Bekannte Spieler aus der Schweiz sind die ehemaligen bzw. aktiven NHL-TorhĂŒter, Martin Gerber, Reto Berra, Jonas Hiller sowie David Aebischer, der in der Saison 2000/01 als erster Schweizer den Stanley Cup gewonnen hat. Mit Mark Streit konnte zu Beginn der Saison 2005/06 erstmals ein Schweizer Feldspieler in der NHL Fuß fassen. Hinzu kommen Spieler wie Luca Sbisa, Raphael Diaz, Roman Josi, Nino Niederreiter und Damien Brunner, die aktuell (Stand 2014) in der NHL aktiv sind. Weitere bekannte Spieler mit Schweizer Hintergrund sind in der Liste der Schweizer Spieler in der NHL ersichtlich.

Ein bekannter österreichischer Eishockeyspieler aus den siebziger Jahren ist der mittlerweile in die Politik gewechselte Franz Voves, der insgesamt 75 Spiele fĂŒr die Österreichische Eishockeynationalmannschaft bestritt. Heutzutage verfĂŒgen aktive und ehemalige NHL-Spieler wie Thomas Pöck, Thomas Vanek, Michael Grabner und Andreas Nödl ĂŒber einen großen Bekanntheitsgrad in Österreich.

Bekannte Eishockeyvereine

Zu den bekanntesten Vereinen weltweit zĂ€hlen in erster Linie die Clubs aus der National Hockey League. Über die grĂ¶ĂŸte Tradition verfĂŒgen dabei die „Original Six“ (Boston Bruins, Chicago Blackhawks, Detroit Red Wings, Canadiens de MontrĂ©al, New York Rangers, Toronto Maple Leafs) - die GrĂŒndungsmitglieder sind, oder in den Anfangsjahren in die Liga aufgenommen wurden. Die Mighty Ducks of Anaheim, welche erst Anfang der neunziger Jahre ihr DebĂŒt in der NHL gaben, haben hingegen zuerst durch den Sportfilm The Mighty Ducks, dem sie letztendlich ihren Namen zu verdanken haben, einen gewissen PopularitĂ€tsschub erhalten. Inzwischen heißt das Team „Anaheim Ducks“.

Neben den nordamerikanischen Eishockeyvereinen zĂ€hlt auch der mehrfache sowjetische Meister ZSKA Moskau zu den ruhmreichen Eishockeyvereinen. Dieser mit 20 Titeln erfolgreichste Teilnehmer im Europapokal verfĂŒgte in den 1970er und 1980er Jahren auch weltweit ĂŒber eine der spielstĂ€rksten Mannschaften. Bei mehreren Spielen gegen verschiedene NHL-Klubs (Super Series), welche allesamt auf nordamerikanischem Boden ausgetragen wurden, hatte der ZSKA zum Abschluss ausnahmslos eine positive Bilanz.

In Deutschland sind vor allem die rheinischen Rivalen DĂŒsseldorfer EG (von 2000-2012 DEG Metro Stars) und Kölner Haie (ehemals Kölner EC) bekannt, welche in den 1990er Jahren mehrere spannende Duelle um den Deutschen Meistertitel austrugen. Weiterhin genießen auch Vereine wie die Krefeld Pinguine (Meister 1952, 2003), Frankfurt Lions (Meister 2004), Adler Mannheim (Meister 1980, 1997, 1998, 1999, 2001 und 2007) und DEL-Rekordmeister EisbĂ€ren Berlin (Meister 2005, 2006, 2008, 2009, 2011, 2012 und 2013) große PopularitĂ€t. Vereine wie der EV FĂŒssen (16-facher deutscher Meister), EC Bad Nauheim, EC Bad Tölz, SB Rosenheim, der EV Landshut, der SC Riessersee (10-facher deutscher Meister) oder der BSC Preussen, genauer gesagt, der Berliner Schlittschuhclub, welcher bis heute Rekordmeister ist, spielen heutzutage sportlich eine eher untergeordnete Rolle, haben vorrangig durch ihre mittlerweile weit zurĂŒckliegenden Erfolge jedoch noch einen gewissen Bekanntheitsgrad.

In der DDR gewann beim „ewigen Duell“ zwischen dem SC Dynamo Berlin und die SG Dynamo Weißwasser letztere 25 Mal die Meisterschaft und Dynamo Berlin 15 Mal.

Zu den bekanntesten Schweizer Eishockeyclubs zĂ€hlen der Rekordmeister HC Davos, der SC Bern mit dem seit Jahren höchsten europĂ€ischen Besucherzuspruch zwischen 15- und 16-Tausend Zuschauern pro Spiel, die ZSC Lions aus ZĂŒrich, die Kloten Flyers und der HC Lugano. Daneben gibt es auch kleinere Klubs, welche in den jeweiligen Regionen einen großen Stellenwert haben, wie zum Beispiel die SCL Tigers aus Langnau, der EV Zug, der EHC Biel, Fribourg-GottĂ©ron oder der HC AmbrĂŹ-Piotta.

Die wohl bekanntesten österreichischen Eishockeyclubs sind der Rekordmeister EC KAC sowie der EC VSV, der EHC Liwest Black Wings Linz, der EC Red Bull Salzburg und die Vienna Capitals.

Verwandte Sportarten

Ein VorlĂ€ufer des Eishockeys ist Bandy, eine Eis-Sportart, die in mehrfacher Hinsicht eher dem Feldhockey und dem Fußball Ă€hnelt und besonders in Nord- und Osteuropa und Nordamerika betrieben wird.

Aus dem Eishockeysport hat sich eine Reihe heute eigenstĂ€ndiger Sportarten entwickelt: Zum Einen das Sledge-Eishockey, auch Schlitteneishockey genannt, das den Eishockeysport fĂŒr körperlich beeintrĂ€chtigte Sportler ermöglicht, bei welchen die Beweglichkeit der unteren Gliedmaßen eingeschrĂ€nkt ist, und heute als Sportart im festen Programm der Winter-Paralympics steht. Auch gibt es das Chneblen, bei dem man ohne AusrĂŒstung und aus Spaß auf dem Eisfeld kleine Turniere macht. Zum Anderen existieren gleich mehrere „Sommer-Eishockey“-Sportarten, wie Inlinehockey, Inline-Skaterhockey oder Streethockey, von welchen Inlinehockey und Streethockey ĂŒber eigene Weltmeisterschaften verfĂŒgen, die auch von der Internationalen Eishockey-Föderation durchgefĂŒhrt oder unterstĂŒtzt werden. Streethockey wird immer beliebter bei jungen Menschen, weil man es auch außerhalb und ohne viel AusrĂŒstung spielen kann.

Insbesondere in Skandinavien, der Schweiz und Tschechien ist zudem Unihockey eine sehr populÀre Variante dieses Sports, die in normalen Sporthallen ausgetragen wird und die auch als Mixed gespielt werden kann.

Eine weiter verwandte, jedoch in Deutschland noch nicht sehr bekannte Sportart ist Broomball. Die grĂ¶ĂŸten Unterschiede im Vergleich zum Eishockey sind, dass man den Sport mit Spezialschuhen auf dem Eis spielt und anstelle von EishockeyschlĂ€gern und Puck einen „Broom“ sowie einen Ball benutzt.

Eine spezielle Variante ist Unterwassereishockey.

Literatur

  • Horst Eckert: Eishockey-Guide. Copress, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-7679-0800-X
  • Horst Eckert: Eishockey-Lexikon. Copress, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-7679-0407-1
  • Horst Eckert: Eishockey-Weltgeschichte. Copress, MĂŒnchen 1989, ISBN 3-7679-0235-4
  • GĂŒnter Klein: Dreißig Jahre Eishockey-Bundesliga. Copress, MĂŒnchen 1988, ISBN 3-7679-0289-3
  • GĂŒnter Klein: Die Droge Eishockey. Wero-Press, Pfaffenweiler 2002, ISBN 3-9805991-8-3
  • Stephan MĂŒller: Deutsche Eishockey-Meisterschaften. Books On Demand, Norderstedt 2000, ISBN 3-8311-0997-4
  • Stephan MĂŒller: International Ice Hockey Encyclopedia 1904-2005. Books On Demand, Norderstedt 2005, ISBN 3-8334-4189-5
  • Patrick Reichelt: Superliga DEL. Agon, Kassel 2004, ISBN 3-89784-247-5
  • Peter KrĂ€nzle, Margit Birke: Eishockey verstĂ€ndlich gemacht Copress, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-7679-0549-3
  • Frank Bröker: Eishockey. Das Spiel, seine Regeln und ein Schuss ĂŒbertriebene HĂ€rte. Verlag Andreas Reiffer, 2012. ISBN 978-3-934896-61-1
  • Frank Bröker: Eishockey in Deutschland. Nichts fĂŒr schwache Nerven. Verlag Andreas Reiffer, 2013. ISBN 978-3-934896-93-2

Siehe auch

 Portal: Eishockey – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Eishockey

Weblinks

 Wiktionary: Eishockey â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Eishockey â€“ Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Themenportal Eishockey â€“ in den Nachrichten
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