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Die Elbphilharmonie, auch Elbphilharmonie Hamburg ist ein seit April 2007 im Bau befindliches Konzerthaus - der Elbphilharmonie Hamburg Bau GmbH & Co. KG - in der Hamburg-HafenCity, das auf dem Kaispeicher A, einem ehemaligen Kakaospeicher inmitten des Hamburger Hafens, errichtet wird. Der Entwurf des Gebäudes stammt vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron. Es soll nach Fertigstellung in seinen gesamten Geschossflächen von etwa 120.000 m² neben drei Konzertsälen und Backstagebereichen auch ein Hotel, Gastronomiebereiche, 47 Eigentumswohnungen, eine öffentlich zugängliche Plaza auf 37 Metern Höhe und ein Parkhaus mit 500 Stellplätzen enthalten. Das Richtfest fand nach gut dreijähriger Bauzeit im Mai 2010 statt.
Die Fertigstellung des Gebäudes war zunächst für 2010 geplant, dann mehrfach verschoben worden. Im März 2011 wurde die Eröffnung für 2013 angekündigt, doch im August 2011 kam es zu einer weiteren Verzögerung, so dass seitdem von 2014 oder 2015 ausgegangen wird.[1] Ein weiteres Politikum des Baus sind die steigenden Kosten, so ging man in den ersten Planungen von 77 Millionen Euro aus. Bei Vertragsabschluss 2007 betrugen die Kosten für die Stadt 114 Millionen Euro, die im Jahr 2008 auf 323 Millionen Euro stiegen. Im Jahr 2011 wurden die Gesamtkosten auf 476 Millionen Euro veranschlagt.[2] Diese Schätzungen basieren auf Mehrkostenforderungen und Kosten durch die Bauverzögerung, die von der Stadt nicht anerkannt werden.[3]
Nutzer der Elbphilharmonie soll die HamburgMusik gGmbH – Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft werden. Bereits vor der Fertigstellung des Gebäudes organisiert diese „Elbphilharmonie Konzerte“ sowohl in der Laeiszhalle als auch an zahlreichen weiteren Spielstätten in Hamburg.[4] Generalintendant ist seit 2007 Christoph Lieben-Seutter.[5] Das NDR Sinfonieorchester soll Residenzorchester und das Ensemble Resonanz Ensemble in Residence werden.
Inhaltsverzeichnis |
Die Elbphilharmonie liegt am Kaiserhöft, der Spitze einer Kaizunge zwischen den ehemaligen Hafenbecken des Sandtorhafens und des Grasbrookhafens, und damit am westlichsten Punkt der HafenCity.
Der Entwurf der Architekten Herzog & de Meuron sieht vor, auf dem bestehenden Baukörper des backsteinernen Kaispeichers A einen gläsernen Aufbau mit geschwungener Dachform zu errichten. Entgegen den allerersten Planungen wurde der Speicher für den Bau vollständig entkernt und blieb lediglich in seinen Grundmauern erhalten.
Das Gebäude soll nach seiner Fertigstellung 26 Geschosse und eine Gesamthöhe von rund 110 Metern haben, es löst das Radisson Blu Hotel Hamburg als höchstes bewohntes Gebäude Hamburgs ab. Die Glasfassade des Aufbaus setzt sich aus insgesamt 1096 einzelnen Glaselementen zusammen, von denen zahlreiche unterschiedlich gewölbt und gebogen sind. Zum Sonnenschutz und aus gestalterischen Gründen ist zudem jede Scheibe mit einem Raster bedruckt.[6]
Der Zugang zum Haus erfolgt über eine rund 82 Meter lange, konkav gebogene Rolltreppe, die das Erdgeschoss mit der sogenannten Plaza, einer frei zugänglichen Fläche in Höhe des früheren Kaispeicher-Dachs verbindet.[7] Zusätzlich sollen insgesamt 29 Aufzugsanlagen für die Erschließung des Hauses zur Verfügung stehen.
Vorgesehen sind ein Großer Konzertsaal mit rund 2150 Sitzplätzen, ein Kleiner Saal mit 550 Plätzen sowie ein dritter Saal, das so genannte Kaistudio, mit 170 Sitzplätzen.[8]
Der Große Saal folgt dem Prinzip einer sogenannten Weinberg-Architektur, bei dem sich die Ränge um eine zentral angeordnete Bühne gruppieren. Er wird mit einer Orgel des Herstellers Johannes Klais Orgelbau ausgestattet sein. Der Große Saal ist auf klassische Musik ausgerichtet, kann aber auch für Jazz und populäre Weltmusik genutzt werden. Der Kleine Saal wird vorwiegend zur Aufführung von Kammermusik dienen und darüber hinaus weiteren Nutzungen offen stehen. Das Akustikkonzept der Säle stammt von Yasuhisa Toyota[8], der bereits die Konzepte von mehr als 50 anderen Konzerthäusern und Konzerthallen erstellt hat, zuletzt den vielgelobten Saal im Konzerthaus in Helsinki.[9]
Zwischen Backsteinsockel und Glasaufbau befindet sich in 37 Metern Höhe ein öffentlich zugänglicher Platz. Die Plaza dient als Verbindung zwischen dem Foyer der Konzertsäle, dem Hotel sowie den Eingängen der Wohnungen. Teil der Plaza ist ein Außenrundgang, der um das Gebäude herumführt. Von hier soll sich dem Besucher eine Aussicht über Hamburg bieten, sowie Einblicke nach oben in die verschiedenen Ebenen des Foyers.
Neben dem öffentlichen Bereich der Konzertsäle werden als flankierende kommerzielle Nutzungen ein Vier-Sterne-Hotel mit 250 Zimmern, zum Hotel gehörende Konferenz- und Wellnessbereiche, Gastronomie und 45 Wohneinheiten in der Elbphilharmonie untergebracht. Im ehemaligen Kaispeicher entsteht neben dem Kaistudio und Räumlichkeiten für einen musikpädagogischen Bereich auch ein Parkhaus mit rund 510 Stellplätzen.
Die Elbphilharmonie Hamburg wird von der für die Entwicklung und Vermarktung der HafenCity zuständigen HafenCity Hamburg GmbH neben dem 2008 eröffneten Internationalen Maritimen Museum Hamburg und dem geplanten Science Center als eine der zentralen kulturellen Einrichtungen der HafenCity beworben.[10] Über die Nutzung als Konzerthaus hinaus erwartet der Senat von der Elbphilharmonie die Schaffung eines Wahrzeichens für Hamburg und die HafenCity, insbesondere im Hinblick auf die internationale Repräsentation der Stadt. Das Motiv der Schaffung eines Wahrzeichens wurde frühzeitig für offizielle Werbe- und Imagekampagnen aufgegriffen.
Im Zusammenhang mit dem Bau der Elbphilharmonie sollten weitere städtebauliche Maßnahmen im Umfeld des Gebäudes erfolgen, wie die Verbesserung der fußläufigen Anbindung zu der U-Bahn-Station Baumwall oder die Neugestaltung der Uferpromenade zwischen Baumwall und Landungsbrücken nach Entwürfen des Büros um Zaha Hadid.[11] [12] Aufgrund zu hoher Kosten wurden diese Planungen jedoch zurückgenommen.[13]
Die Elbphilharmonie soll zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung über den ÖPNV und den Individualverkehr erreichbar sein. Die nächstgelegene Schnellbahnhaltestelle ist die Station Baumwall der Linie U3, die rund 400 Meter nordwestlich der Elbphilharmonie liegt. Die in Bau befindliche U4 unterquert das Gebäude zwar nahezu, erhält aber keine eigene Haltestelle. Die Station Überseequartier befindet sich etwa 600 Meter östlich.[14]
Für die Erschließung des Hauses wird ein Verkehrsplan entwickelt. Vorgesehen ist u.a. eine Bushaltestelle vor dem Konzerthaus. Bereits fertig gestellt ist der neue Fähranleger „Sandtorhöft“ in unmittelbarer Nachbarschaft. Er soll jedoch ab Dezember 2012 durch den 2011 bereits fertiggestellten Anleger Elbphilharmonie ersetzt werden.[15]
Für den motorisierten Individualverkehr sollen im Parkhaus des Gebäudes rund 510 Stellplätze zur Verfügung stehen.
Die Elbphilharmonie steht auf dem ehemaligen Kaiserhöft, der im Zuge der Hafenbaumaßnahmen zum offenen Tidehafen von 1865 durch die Begradigung der Johns’schen Ecke entstand. Auf dieser Kaispitze zwischen Sandtorhafen und Grasbrookhafen errichtete der damalige Wasserbaudirektor Johannes Dalmann 1875 den sogenannten Kaiserspeicher am Kaiserkai, der 1893 in Dalmannkai umbenannt wurde. Der Westturm mit seinem Zeitball war lange das Wahrzeichen des Hafens. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hauptgebäude schwer beschädigt, nur der Turm blieb intakt.
1963 wurde die Ruine gesprengt. Zwischen 1963 und 1966 wurde der neue Kaispeicher A nach Entwürfen von Werner Kallmorgen errichtet.[16] Er ist ein bedeutendes Beispiel der Architektur der Nachkriegsmoderne in Hamburg. Das Gebäude diente der Lagerung von Kakao, Tabak und Tee, verlor jedoch mit der Verlagerung des Schüttguthandels in andere Teile des Hafens seine ursprüngliche Nutzung.
Das Projekt Elbphilharmonie ist auf die private Initiative des Projektentwicklers Alexander Gérard und der Kunsthistorikerin Jana Marko zurückzuführen. Diese entwickelten die Idee und Nutzungskonzeption und stellen es als Alternative zum damals geplanten „Media City Port“ vor.
Gérard und Marko gewannen im Jahre 2003 Herzog & de Meuron für eine Zusammenarbeit. Der erste Entwurf der Architekten wurde im Juni 2003 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Im Dezember 2003 trifft der Senat die Grundsatzentscheidung, für den Bau der Elbphilharmonie unter dem Vorbehalt technischer und wirtschaftlicher Machbarkeit. Im Mai 2004 bestellt der Senat Hartmut Wegener förmlich als Projektkoordinator für den Bau der Elbphilharmonie mit allen Kompetenzen. Der Projektkoordinator wird direkt beim Ersten Bürgermeister angebunden, erhält eine Begleitgruppe des Senats zu seiner Unterstützung und bedient sich der ReGe Hamburg als Managementgesellschaft zur Wahrnehmung seiner Bauherren-Aufgaben.
Nach dem Scheitern einer Joint-Venture-Lösung mit den Projektentwicklern Becken und Gérard übernahm die Stadt im November 2004 das Projekt allein und trat in den Architektenvertrag mit Herzog/deMeuron ein.
Eine Machbarkeitsstudie bewertete im Juli 2005 auf der Basis der Vorentwurfsplanung der Architekten das Projekt als technisch und wirtschaftlich machbar und schätzte die Netto-Baukosten nach vorliegendem Planungsstand auf 186 Mio €. Der Senat beschloss daraufhin das Projekt weiter zu verfolgen bei einem Finanzierungsbeitrag der öffentlichen Hand von 77 Mio €. Die restlichen Kosten sollten durch die private Mantelbebauung und Spenden abgedeckt werden. Die Bürgerschaft bewilligte die nötigen Planungsmittel. Ein europaweiter Investorenwettbewerb zum Bau, Betrieb und Finanzierung der Elbphilharmonie wurde gestartet.
Die Stiftung Elbphilharmonie trägt seitdem durch Gewinnung von Spenden und Zustiftungen zur Realisierung des Projekts bei.
Im November 2006 wird das Ergebnis des europaweiten Bieterwettbewerbs bekanntgeben. Das Angebot des Konsortiums ADAMANTA beläuft sich auf 241 Millionen Euro, daraus ergeben sich für die Stadt Projektkosten in Höhe von 114 Millionen Euro.[17] 103 Mio € werden über die Mantelbebauung privat finanziert, der Rest über Spenden aufgebracht. Daraus ergeben sich Baukosten in Höhe von 2.000 € je m2 BGF (Bruttogeschossfläche). Damit einher ging eine Ausweitung der Bruttogeschossfläche von 112.000 m² auf 120.000 m²[18] sowie die Integration eines dritten Konzertsaals.[19] Hochtief erhält den Zuschlag als Generalunternehmer.
Die Bürgerschaft stimmte der Realisierung der Elbphilharmonie und dem städtischen Finanzierungsbeitrag am 28. Februar 2007 einstimmig zu und verpflichtete hierzu die Elbphilharmonie Hamburg Bau GmbH & Co. KG die durch die ReGe Hamburg Projekt-Realisierungsgesellschaft mbH vertreten wird.[20] Die Grundsteinlegung erfolgte am 2. April 2007. Danach bekam der Speicher ein blaues Stahlkorsett, um die Außenmauern zu stützen und wurde komplett entkernt. Zusätzliche 650 Pfähle wurden eingebaut.
Im Jahr 2008 wurden die erheblichen Nachtragsforderungen von HochTief verhandelt, ein zähes Ringen fand monatelang statt. Wegen der aus seiner Sicht verkanteten Situation wünschte der Senat im September 2008 einen personellen Wechsel an der Spitze des Projektes. Der Projektkoordinator Hartmut Wegener legte daraufhin seine Ämter nieder [21]. Dies wurde in der Öffentlichkeit als Rausschmiss des Projektkoordinators durch den Bürgermeister Ole von Beust interpretiert.[22] Sein Nachfolger als Geschäftsführer der ReGe wurde der frühere Projektleiter Heribert Leutner.
Bei Nachtragsverhandlungen zwischen der Elbphilharmonie Hamburg Bau GmbH & Co. KG und der Adamanta wurde im November 2008 ein Nachtrag in Höhe von 137 Mio. Euro ausgehandelt, Der Anteil der Stadt an den Projektkosten lag demnach bei 323 Mio. Euro (sogenannter „Nachtrag 4“).[23] Die Montage der Fensterelemente begann im Jahre 2009. Das Richtfest fand nach rund dreijähriger Bauzeit vom 28. bis 30. Mai 2010 statt. Das Haspa Trendbarometer 2010 ermittelte im Juli 2010, dass 69 Prozent der Bürger der Ansicht waren, dass Projekte wie die Elbphilharmonie „das Image von Hamburg als Kulturmetropole aufwerten“.[24]
Im Oktober 2011 verkündete Hochtief, die Bauarbeiten in einigen Teilbereichen der Elbphilharmonie ruhen zu lassen. Neben der spektakulären Rolltreppe, der Fassadensanierung des Kaispeichers und der technischen Gebäudeausstattung betrifft dies insbesondere das Dach. Hier macht Hochtief Sicherheitsbedenken geltend, obwohl die Planung von einem unabhängigen Prüfstatiker und sowohl die Entwurfsplanung der Architekten als auch die Ausführungsplanung zusätzlich von der Bauaufsichtsbehörde freigegeben worden sind.[25] Der Senat hob in einem Bericht an die Bürgerschaft hervor, dass Hochtief damit alle bauaufsichtlich geprüften und genehmigten Unterlagen zur Statik des Saaldaches vorlägen, die wichtig und notwendig seien, um bauen zu können.[26]
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Kostenentwicklung der Elbphilharmonie (blau), der
Anteil der Stadt Hamburg ist rot hervorgehoben.
Die Elbphilharmonie wird durch die Freie und Hansestadt Hamburg, durch das Investorenkonsortium IQ² (Adamanta), in dem sich die Hochtief AG und die Commerz Real AG zusammengeschlossen haben, sowie durch Spenden aus der Stiftung Elbphilharmonie finanziert.
In einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2005 wurde erarbeitet, dass neben dem Anteil der Stadt und der Investoren eine Spendensumme von 30 Millionen Euro durch private Personen aufgebracht werden müsse, um die Umsetzung des Projektes zu gewährleisten. Die erhoffte Spendensumme konnte bereits im selben Jahr durch eine Großspende in Höhe von 30 Millionen Euro vom Unternehmer-Ehepaar Hannelore und Helmut Greve aufgebracht werden. Weitere Großspenden in Höhe von 10 Millionen Euro von Michael Otto, dem Präsidenten des in Hamburg ansässigen Versandhauses Otto, und von der Reemtsma-Stiftung folgten. Am 31. Oktober 2005 wurde die „Stiftung Elbphilharmonie“ gegründet, um weitere Spenden und Zustiftungen einzuwerben.[28] Die Summe der eingegangenen Spenden für das Projekt beträgt bis Mai 2011 68,7 Millionen Euro. [29]
Während die architektonische Qualität des Gebäudes weltweit weitgehend geschlossene Zustimmung findet, ist das Projekt aufgrund seiner Kostenentwicklung und insbesondere des Beitrages der Stadt Hamburg umstritten.
Seit Vertragsunterzeichnung zwischen Hamburg als Auftraggeberin und dem Konsortium Adamanta im Jahr 2007 sind die Baukosten deutlich gestiegen. Die Gesamtkosten für den öffentlichen Bereich erhöhten sich im Rahmen des so genannten Nachtrags 4 von 190,9 Mio. € auf 399,9 Mio. €[30]. Bei Nachverhandlungen wurde im November 2008 ein Kostenanteil für die Freie und Hansestadt Hamburg in Höhe von 323 Mio. € ausgehandelt, der damit um 209 Mio. € gestiegen war.[31]. Anfang 2010[32] und Anfang 2011 wurden erneut Nachforderungen geltend gemacht. Im Herbst 2011 gab die Baufirma bekannt, das Haus erst im November 2014 übergeben zu können.[33]
Die ADAMANTA hat seit November 2008 Mehrkostenforderungen in Höhe von ca. 40 Mio. Euro geltend gemacht. Deren Berechtigung wird von der Stadt Hamburg bestritten.[34] Demgegenüber fordert die Stadt 40 Mio. Euro Vertragsstrafe.
Auch die aus Sicht der Öffentlichkeit intransparenten Verhandlungen zwischen den Akteuren und die Verzögerung der Fertigstellung wurden kritisiert.
Im Mai 2010 wurde daher auf Antrag der SPD ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss „Elbphilharmonie“ eingesetzt, welcher den Vorwurf einer intransparenten Kosten- und Vertragsstruktur sowie der mangelhaften Unterrichtung der Bürgerschaft durch den Senat überprüfen soll.[35] Der Untersuchungsausschuss endete mit dem Ende der 19. Legislaturperiode. Seine Kritik richtete sich insbesondere gegen die Vertragsstruktur des Bauvertrags, das Fehlen eines abgestimmten Terminplans und eines abschließend definierten Bausolls, die aus Sicht des Ausschusses verfrühte Ausschreibung und die unzureichende personelle Ausstattung der städtischen Projektgesellschaft. Zudem wurde die sog. Einigungssumme in Höhe von 30 Mio. €, die Teil des Nachtrags 4 war, moniert.
Auf Antrag der Fraktionen der SPD, der GAL, der FDP und der Fraktion DIE LINKE wurde auch in der 20. Legislaturperiode ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Elbphilharmonie eingesetzt, der erstmals am 19. April 2011 zusammentrat.[36]
Anlässlich des Richtfestes skandierten einige Demonstranten, das Gebäude sei ein „Schandmal für die Reichen“. [37] Am Tag nach dem Richtfest erlebte die Elbphilharmonie den ersten Massenansturm, als 4000 Besucher beim „Tag der Plaza“ die Baustelle besichtigten.[38]
Die Erweiterung des Musikprogramms durch Generalintendant Christoph Lieben-Seutter gemeinsam mit der langen Bauzeit gaben Anlass zu einer Beschwerde der privaten Konzertveranstalter beim Bürgermeister, ihre Wunschtermine in der Laeiszhalle seien nicht möglich. Am 22. Dezember 2011 wies das Landgericht Hamburg eine Klage des Verbands der deutschen Konzertdirektionen e.V. ab, mit der dieser erreichen wollte, dass der Stadt Hamburg verboten wird, auf die bisherige Art und Weise die sog. Elbphilharmonie Konzerte zu veranstalten. Der Zusammenschluss privater Konzertveranstalter warf der HamburgMusik gGmbH Missbrauch öffentlicher Subventionen vor. Mit Preisdumping würden private Anbieter vom Markt gedrängt. Das Gericht verneinte, dass eine unlautere Verdrängung anderer Anbieter stattfinde.[39]
Generalintendant ist seit 2007 Christoph Lieben-Seutter. Seit der Konzertsaison 2009/2010 präsentiert er ein Musikprogramm, das, neben den Aufführungen privater Konzertveranstalter, in der Laeiszhalle und an weiteren Spielorten in Hamburg unter dem Titel Elbphilharmonie Konzerte stattfindet und einem zukünftigen Anspruch in Bezug auf musikalische Vielfalt, Internationalität und Qualität gerecht werden soll.[40] Mit internationalen Musikern wie John Eliot Gardiner, Rolando Villazón und Leif Ove Andsnes gaben diese Konzerte bereits in ihrer ersten Saison einen Eindruck ihres Niveaus, sie wurden von rund 50.000 Menschen besucht.
In der Saison 2010/2011 fielen die Elbphilharmonie Konzerte durch die Wahl ungewöhnlicher Orte auf. So stach die Queen Mary 2 am 26. August 2010 von Hamburg aus in See und nahm dabei das Fauré Quartett mit auf den Weg nach New York.[41] Mit Mariss Jansons, Thomas Hampson, Piotr Anderszewski und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen bestritten vier Residenzkünstler jeweils mehrere Konzerte, und mit den Wiener Philharmonikern, dem Concertgebouw Orchester Amsterdam, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den New Yorker Philharmonikern und dem Budapest Festival Orchester gastierten fünf namhafte Orchester in der Laeiszhalle. Mit John Malkovich in dem Musiktheater „The Giacomo Variations“ starteten die Elbphilharmonie Konzerte in die Saison 2011/2012, bei der u.a. der Hamburger Geiger Christian Tetzlaff, das Belcea Quartet, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Sir Simon Rattle zu Gast sind.
Neben dem Konzertbetrieb ist ein Schwerpunkt der Arbeit der HamburgMusik gGmbH die Musikvermittlung: Unter der Marke Elbphilharmonie Kompass werden Kinder- und Babykonzerte in verschiedenen Hamburger Stadtteilen sowie Workshops, Künstlerbegegnungen und Musiktheater angeboten. Hier engagiert sich unter anderem die Cyril und Jutta A. Palmer Stiftung mit Stipendien und Zuschüssen.
Baufortschritt im August 2011
53.54141666679.98419444444Koordinaten: 53° 32′ 29″ N, 9° 59′ 3″ O