|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Eldena ist ein Ortsteil der Hansestadt Greifswald. Der Ort geht auf das Ende des 12. Jahrhunderts gegründete Kloster Eldena (ursprünglich Hilda) zurück, das von dänischen Zisterziensermönchen am Südufer der Mündung des Ryck in die Dänische Wiek errichtet wurde. Eldena ist mit einer Fläche von 675,5 Hektar der größte Stadtteil Greifswalds.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Mehrere Jahrhunderte bestand der Ort im Wesentlichen aus dem Kloster, dessen Wirtschaftshof und einer Bockwindmühle. Nachdem 1535 die Säkularisierung des Klosters erfolgt war, kamen am Weg zur Wiecker Fähre ein Gehöft und ein Krug dazu. 1634 gelangte das herzogliche Amt Eldena durch Schenkung an die Universität Greifswald. Diese verpachtete ihre neu erworbenen Ländereien.
1835 wurde in Eldena eine Königliche Staats- und landwirtschaftliche Akademie gegründet. Nachdem in den Jahren 1840/41 eine Chaussee nach Greifswald angelegt worden war, siedelten sich vor allem Akademiemitarbeiter an. 1876 wurde die Akademie aufgelöst. Es bestand weiterhin eine Landwirtschaftsschule mit pomologischem Institut, die 1910 in ein neues Gebäude umzog und dort bis in die 1990er Jahre mit wechselnden Bezeichnungen – unter anderem zwischen 1946 und 1950 als Landwirtschaftliche Fakultät der Universität – der landwirtschaftlichen Berufsbildung diente.
1898 wurde Eldena an die Kleinbahnlinie Greifswald–Wolgast angeschlossen. Die Bevölkerung stieg von 462 Einwohnern im Jahr 1845 auf 733[2] im Jahr 1900. Die Stadt Greifswald erwarb 1937 die der Universität gehörenden Ländereien und 1939 wurde Eldena nach Greifswald eingemeindet.
Nach 1950 und nach der Wende entstanden großflächige Eigenheimsiedlungen. Die Einwohnerzahl stieg seit den 1990er Jahren stärker an und erreichte im Jahr 2004 1994 Einwohner.
Zu den Wirtschaftsbetrieben Eldenas gehörte auch eine Bierbrauerei. Ursprünglich von den Mönchen betrieben, gehörte sie nach der Säkularisierung der Klostergüter zunächst zum herzöglichen Amtshof Eldena.[3] 1837 fiel die mittlerweile durch Schenkung in das Eigentum der Universität Greifswald übergegangene und verpachtete Gutsbrauerei einem großen Ortsbrand zum Opfer, wurde aber noch im selben Jahr wieder aufgebaut.[4] Im Juni 1877 pachtete Konrad Becker die Universitätsgüter Eldena und Koitenhagen und damit auch die Brauerei, die er sogleich erheblich vergrößerte. 1932 musste die Brauerei jedoch ihren Betrieb einstellen, da sie dem Konkurrenzkampf mit der Hinrichsschen Brauerei in Greifswald nicht mehr gewachsen war.[5]
Das zum Bierbrauen benötigte Wasser wurde zum Teil dem Koitenhäger Bach entnommen,[6] der daher auch „Bierbach“ genannt wurde, wovon noch heute etwa der Straßenname „Am Bierbach“ in Eldena zeugt.
Von der Brauerei erhalten ist heute nur noch der am Boddenweg gelegene klösterliche „Bierkeller Eldena“. Er wird heute von prioritären Fledermausarten als Winterquartier genutzt und untersteht daher naturschutzrechtlichem Schutz. Der Bierbach ist heute ab kurz hinter dem Rehbruch im Naturschutzgebiet Eldena trockengelegt und fließt stattdessen nur noch durch den Hohen Graben ab.
Die Badeanstalt Eldena entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und steht im Zusammenhang mit der Gründung von Seebädern an Nord- und Ostsee seit Ende des 18. Jahrhunderts.[7] Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewann das Seebad auch Relevanz für den Fremdenverkehr.[7] Der Eldenaer Sandstrand wurde erst durch Seesandaufspülung in den Jahren 1971/72 auf seinen heutigen Umfang erweitert.[8] Zu DDR-Zeiten besuchten in den Sommermonaten täglich bis zu 15.000 DDR-Bürger aus der ganzen Republik das Strandbad.[8] Seit der Wiedervereinigung und der damit einhergehenden Reisefreiheit hat die überregionale Bedeutung des Strandbades allerdings wieder stark abgenommen.
Der Strandbereich inklusive des dahinterliegenden Grünstreifens wurde im September und Oktober 2008 planiert, um einen Deich bauen zu können. Der „Deich Eldena“ ist Teil des Hochwasserschutzes Greifswald, der im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ zu 70 Prozent vom Bund und zu 30 Prozent vom Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert wurde. Er ist 923 Meter lang und umfasst etwa 85.000 m³ Erdmasse. Nach dem Bau des Deiches folgt der Bau des Rycksperrwerks sowie der Umbau des Deiches Wieck.
Die boddenseitige Deichböschung kann wieder als Liegewiese für das vorgelagerte Strandbad genutzt werden.
54.0909628913.4469223022Koordinaten: 54° 5′ 27″ N, 13° 26′ 49″ O