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Als elektromagnetische Welle bezeichnet man eine Welle aus gekoppelten elektrischen und magnetischen Feldern. Dazu gehören z. B. Radiowellen, Mikrowellen, Licht, Röntgenstrahlung und Gammastrahlung. Die Wechselwirkung elektromagnetischer Wellen mit Materie (Physik) hĂ€ngt von ihrer Frequenz ab, die ĂŒber viele GröĂenordnungen variieren kann. Entsprechend unterscheiden sich die Quellen, Ausbreitungseigenschaften und Wirkungen der Strahlung in den verschiedenen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums.
Anders als zum Beispiel Schallwellen benötigen elektromagnetische Wellen kein Medium, um sich auszubreiten.[1] Sie pflanzen sich im Vakuum unabhÀngig von ihrer Frequenz mit Lichtgeschwindigkeit fort.
Als Transversalwellen zeigen elektromagnetische Wellen das PhÀnomen der Polarisation. Im freien Raum stehen die Vektoren des elektrischen und des magnetischen Feldes senkrecht aufeinander und auf der Ausbreitungsrichtung.
Elektromagnetische Wellen verhalten sich immer auch wie Teilchen (siehe Welle-Teilchen-Dualismus). Diese nennt man Photonen. Welches Verhalten bei einem Experiment mehr in den Vordergrund tritt, hĂ€ngt davon ab, ob die WellenlĂ€nge gröĂer oder kleiner als die âcharakteristische Ausdehnungâ (etwa eine Spaltbreite oder der Wirkungsquerschnitt oder die OrtsunschĂ€rfe beteiligter Teilchen) des Versuches ist.
Inhaltsverzeichnis |
Physikalisch betrachtet handelt es sich bei elektromagnetischen Wellen um sich ausbreitende Schwingungen des elektromagnetischen Feldes. Hierbei stehen elektrisches und magnetisches Feld bei linear polarisierten Wellen senkrecht aufeinander und haben ein festes GröĂenverhĂ€ltnis. Dieses ist gerade durch die Wellenimpedanz gegeben. Insbesondere verschwinden elektrisches und magnetisches Feld an denselben Orten zur selben Zeit, so dass die hĂ€ufig gelesene Darstellung, dass sich elektrische und magnetische Energie zyklisch ineinander umwandeln, im Fernfeld nicht richtig ist. Sie stimmt allerdings zum Beispiel fĂŒr das Nahfeld eines elektromagnetische Wellen erzeugenden elektrischen Dipols oder Schwingkreises.
Die Entstehung elektromagnetischer Wellen erklĂ€rt sich aus den maxwellschen Gleichungen: Die zeitliche Ănderung des elektrischen Feldes ist stets mit einer rĂ€umlichen Ănderung des magnetischen Feldes verknĂŒpft. Ebenso ist wiederum die zeitliche Ănderung des magnetischen Feldes mit einer rĂ€umlichen Ănderung des elektrischen Feldes verknĂŒpft. FĂŒr periodisch (insbesondere sinusförmig) wechselnde Felder ergeben diese Effekte zusammen eine fortschreitende Welle.
Beispiele fĂŒr Experimente, in denen der Wellencharakter zum Tragen kommt:
FĂŒr bestimmte Eigenschaften elektromagnetischer Wellen (z. B. Photoelektrischer Effekt) genĂŒgt das oben beschriebene Wellenmodell nicht mehr, um alle beobachtbaren PhĂ€nomene zu beschreiben, vielmehr treten die Teilcheneigenschaften einzelner Photonen, der Quanten des elektromagnetischen Feldes, in den Vordergrund. Der Wellencharakter (etwa Interferenz) bleibt aber voll erhalten. Man spricht deshalb vom Dualismus von Teilchen und Welle.
Im Rahmen dieser Teilchenvorstellung des Lichtes wird jeder Frequenz <math>f</math> die Energie eines einzelnen Photons <math>h\cdot f</math> zugeordnet, wobei <math>h</math> das Plancksche Wirkungsquantum ist. Andererseits haben auch Teilchen, wie zum Beispiel ĂŒber mehrere Atome hinweg bewegte Elektronen, Welleneigenschaften (siehe auch Elektrischer Strom). Beide Aspekte elektromagnetischer Wellen werden theoretisch im Rahmen der Quantenelektrodynamik erörtert.
Beispiele fĂŒr Wirkungen, in denen der Teilchencharakter zum Tragen kommt:
Photonen mit genĂŒgender Energie (etwa von einigen Elektronvolt aufwĂ€rts) wirken auf Materie ionisierend und können chemische (photochemische) Wirkungen auslösen, wenn die Bindungsenergien ĂŒberschritten werden (Fotochemie). Diese chemische Wirksamkeit wird gelegentlich als AktinitĂ€t bezeichnet.
Die Ausbreitungsgeschwindigkeit <math>c_\text{med}</math> in einem Medium ist typischerweise geringer als im Vakuum. Sie hÀngt in linearer NÀherung von der PermittivitÀt <math>\varepsilon</math> und der PermeabilitÀt <math>\mu</math> des Stoffes ab,
und ist damit abhĂ€ngig von der Frequenz der Welle (siehe Dispersion) und bei doppelbrechenden Medien auch von ihrer Polarisation und Ausbreitungsrichtung. Die Beeinflussung der optischen Eigenschaften eines Mediums durch statische Felder fĂŒhrt zur Elektrooptik bzw. Magnetooptik.
Eine direkte Krafteinwirkung (z. B. RichtungsÀnderung) auf eine sich ausbreitende elektromagnetische Welle kann nur durch das Ausbreitungsmedium erfolgen (siehe Brechung, Reflexion, Streuung und Absorption) bzw. vermittelt werden (siehe Nichtlineare Optik und Akustooptischer Modulator).
Elektromagnetische Wellen sind im elektromagnetischen Spektrum nach der WellenlÀnge sortiert. Eine Liste von Frequenzen und Beispiele elektromagnetischer Wellen gibt es im entsprechenden Artikel.
Das am besten bekannte und am meisten studierte Beispiel einer elektromagnetischen Welle ist das sichtbare Licht. Es stellt nur einen winzigen Teil des gesamten Spektrums dar und ist, mit Ausnahme der Infrarotstrahlung (WĂ€rme), der einzige Bereich, der von Menschen ohne technische Hilfsmittel wahrgenommen werden kann. Bei niedrigeren Frequenzen ist die Energie der Photonen zu gering, um chemische Prozesse auslösen zu können. Bei höheren Frequenzen hingegen beginnt der Bereich der ionisierenden Strahlung (RadioaktivitĂ€t), bei der ein einziges Photon MolekĂŒle zerstören kann. Dieser Effekt tritt bereits bei Ultraviolett-Strahlung auf und ist fĂŒr die Bildung von Hautkrebs bei ĂŒbermĂ€Ăiger Sonnenexposition verantwortlich.
Beim Licht bestimmt die Frequenz die Farbe des Lichtes und nicht, wie oft fĂ€lschlicherweise angenommen, die WellenlĂ€nge. Deutlich wird dies, wenn man Licht in optisch dichteren Medien beobachtet, wo es sich mit einer geringeren Geschwindigkeit als c ausbreitet. Die Frequenz wird beim Ăbergang in optisch dichtere Medien nicht beeinflusst und folglich muss es laut <math> c = \lambda \cdot f \ </math> eine kĂŒrzere WellenlĂ€nge haben. Da sich die Farbe aber im Medium nicht Ă€ndert, ist also nur die Frequenz charakteristisch fĂŒr die Farbe des Lichts. In Spektren wird aus historischen GrĂŒnden jedoch immer noch die WellenlĂ€nge als charakteristische Eigenschaft fĂŒr Licht angegeben. Dieser Zusammenhang zwischen Farbe und WellenlĂ€nge gilt dann aber nur im Vakuum (und in guter NĂ€herung in Luft). Monochromatisches Licht, also Licht nur einer einzigen WellenlĂ€nge, hat stets eine Spektralfarbe.
Kleine Mengen Photonen mit einer Frequenz unterhalb von 4·1014 Hz (WellenlĂ€nge ĂŒber 0,7 ”m und Energie unter 1,7 eV; im oberen Bild rechts vom sichtbaren Licht, also Mikrowellen und Rundfunkwellen) können keine chemischen Reaktionen an MolekĂŒlen bewirken, die bei Zimmertemperatur stabil sind. Damit kann man nur WasserstoffbrĂŒckenbindungen beeinflussen, die deutlich schwĂ€cher als die BindungskrĂ€fte innerhalb eines MolekĂŒls sind und wegen der stĂ€ndigen Bewegung der Atome nur Bruchteile einer Sekunde bestehen bleiben.
Das MolekĂŒl des Fotorezeptors Rhodopsin benötigt je nach Bauart mindestens ein Photon der WellenlĂ€nge 700 nm oder kĂŒrzer, um mit einer KonformationsĂ€nderung zu reagieren, die dann vom Nervensystem weiter verarbeitet wird. Diese notwendige WellenlĂ€nge kann durch Modifikationen der MolekĂŒlbauform geĂ€ndert werden, wie im Bild rechts zu sehen ist. Die Mindestenergie der Photonen ist auch der Grund, wieso kein Lebewesen existiert, das Infrarot durch Nachweis von Einzelphotonen sehen kann. Entsprechend können Lebewesen ohne technische Hilfsmittel auch nicht auf Radiowellen geringer IntensitĂ€t reagieren. Sehr starke Strahlung dieser groĂen WellenlĂ€nge wirkt aber erwĂ€rmend, weil sie durch das Gewebe absorbiert wird.
Erreicht oder ĂŒbersteigt die Energie von Photonen die Bindungsenergie eines MolekĂŒls, kann jedes Photon ein MolekĂŒl zerstören und es können biologische Wirkungen wie beispielsweise eine beschleunigte Alterung der Haut oder Hautkrebs auftreten. Chemische Bindungsenergien stabiler MolekĂŒle liegen oberhalb von etwa 3 eV pro Bindung. Soll es zu MolekĂŒlĂ€nderungen kommen, mĂŒssen Photonen mindestens diese Energie besitzen, was violettem Licht oder höherfrequenter Strahlung entspricht.
Photonen von Röntgenstrahlung und Gammastrahlung besitzen so viel Energie, dass jedes davon viele MolekĂŒle zerstören und Atome (ab etwa 5 eV) ionisieren kann. Das bezeichnet man als Ionisierende Strahlung.
Sehr viele Photonen mit Frequenzen unterhalb von 1014 Hz, beispielsweise im Mikrowellenherd, bewirken einen allgemeinen Energieeintrag und damit eine Erhöhung der Temperatur. Diese kann â wie jede anders verursachte Ăberhitzung auch â die Struktur biologischer MolekĂŒle Ă€ndern. Das hat mit den Eigenschaften von Photonen nichts zu tun.
Das empfindliche Grubenorgan gewisser Schlangen reagiert nicht auf einzelne Photonen wie die Zellen der Netzhaut, sondern auf die Temperaturerhöhung, die durch die Gesamtenergie aller auftreffenden Photonen eingebracht wird
Wie schnell sich Licht ungefĂ€hr ausbreitet, war seit 1676 bekannt. Allerdings fehlte bis 1865 jeder Zusammenhang zu anderen physikalischen Erscheinungen. Diesen konnte damals James Clerk Maxwell herstellen, der aus gewissen mathematischen Beziehungen seiner Maxwell-Gleichungen die Existenz elektromagnetischer Wellen vorhersagte. Deren Geschwindigkeit stimmte mit der damals bereits gut bekannten Lichtgeschwindigkeit so gut ĂŒberein, dass sofort ein Zusammenhang hergestellt wurde. Diese Wellen konnte Heinrich Hertz in den 1880er-Jahren experimentell nachweisen.
In der klassischen Mechanik werden Wellen durch die Wellengleichung
beschrieben. Hierbei bezeichnet <math>\vec f</math> die Auslenkung der Welle und <math>v_{\text{ph}}</math> ihre Phasengeschwindigkeit, die hier als Ausbreitungsgeschwindigkeit der Welle interpretiert werden kann.
Aus den Maxwellgleichungen lĂ€sst sich nun im Vakuum fĂŒr die elektrische FeldstĂ€rke <math>\vec E</math> die Beziehung
herleiten (in SI-Einheiten; siehe Abschnitt Mathematische Beschreibung). Die elektrische FeldstĂ€rke verhĂ€lt sich in dieser Beziehung also wie eine Welle; die GröĂe
tritt als Ausbreitungsgeschwindigkeit auf. Diese Geschwindigkeit <math>c</math> hat eine bemerkenswerte Form: Sie ist ausschlieĂlich aus fundamentalen Naturkonstanten zusammengesetzt, die unabhĂ€ngig vom Bezugssystem des Betrachters sind, was sich folglich auf die GröĂe <math>c</math> ĂŒbertrĂ€gt.
Grundlage der klassischen Mechanik ist das galileische RelativitĂ€tsprinzip, das besagt, dass die Naturgesetze in allen Inertialsystemen â solchen Bezugssystemen, in denen Körper, auf die keine Kraft wirkt, sich geradlinig fortbewegen â dieselbe Form haben (Galilei-Invarianz). Ein sich zu einem Inertialsystem mit konstanter Geschwindigkeit fortbewegendes Bezugssystem ist ebenfalls ein Inertialsystem.
Nach diesem RelativitĂ€tsprinzip wĂ€re nun zu erwarten, dass ein Beobachter, der sich mit einer konstanten Geschwindigkeit relativ zur elektromagnetischen Welle bewegt, eine unterschiedliche Ausbreitungsgeschwindigkeit misst, wie etwa auch ein mit konstanter Geschwindigkeit fortbewegender SpaziergĂ€nger am Rande eines Teiches eine andere Ausbreitungsgeschwindigkeit einer Wasserwelle auf dem Teich feststellen wĂŒrde als ein ruhender Beobachter. Die Maxwellgleichungen sagen aber fĂŒr beide Beobachter die gleiche Ausbreitungsgeschwindigkeit voraus â sie sind nicht Galilei-invariant.
Dieser Widerspruch zur klassischen Mechanik löst sich allerdings nicht zu Ungunsten der Maxwellgleichungen auf: Die Tatsache, dass sich elektromagnetische Wellen (also Licht in einem weiter gefassten Sinne) in allen Inertialsystemen mit der gleichen Geschwindigkeit ausbreiten â die vielzitierte Konstanz der Lichtgeschwindigkeit â bildet ein Postulat Einsteins 1905 veröffentlichter spezieller RelativitĂ€tstheorie, die experimentell sehr gut bestĂ€tigt ist. An Stelle der Galilei-Invarianz tritt die sogenannte Lorentz-Invarianz.
Die zur Wellenausbreitung gehörigen mathematischen Beziehungen lassen sich auf Basis der maxwellschen Gleichungen nachvollziehen. Insbesondere lĂ€sst sich dieselbe Wellengleichung herleiten, mit der sich auch Schallwellen ausbreiten, obwohl dort völlig andere, rein mechanische Grundlagen maĂgebend sind.
Eine elektromagnetische Welle breite sich im Vakuum aus, und zwar im ladungsfreien Raum unter Ausschluss von dielektrischen, dia- und paramagnetischen Effekten (<math>\vec D = \varepsilon_0 \vec E</math> und <math>\vec B = \mu_0 \vec H</math>, siehe Materialgleichungen der Elektrodynamik). Die Stromdichte <math>\vec{j}</math> und Ladungsdichte <math>\varrho</math> betragen null.
Ausgehend von der dritten maxwellschen Gleichung
<math>\nabla\times\vec E = -\frac{\partial\vec B}{\partial t}</math> |
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(1) |
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wendet man auf beide Seiten den Rotationsoperator an. Dadurch erhÀlt man:
Setzt man darin die vierte maxwellsche Gleichung (mit <math>\vec{j}=0</math>) ein,
ergibt sich
<math>\nabla\times(\nabla\times\vec E) = -\mu_0 \frac{\partial}{\partial t} \left( \frac{\partial\vec D}{\partial t} \right)= -\mu_0 \varepsilon_0 \frac{\partial^2\vec E}{\partial t^2}</math>. |
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(2) |
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Dazu gilt ganz allgemein die vektoranalytische Beziehung
mit dem Laplace-Operator
Wendet man diese Beziehung auf <math>\vec E</math> an und berĂŒcksichtigt, dass der ladungsfreie Raum betrachtet wird, in dem nach der ersten Maxwellschen Gleichung die Divergenz von <math>\vec D</math> null betrĂ€gt, so folgt:
<math>\nabla\times(\nabla\times\vec E) = \nabla(\nabla\cdot\vec E) - \Delta\vec E = -\Delta \vec E</math>. |
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(3) |
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Setzt man nun (2) und (3) zusammen, ergibt sich folgende Wellengleichung:
<math>\Delta \vec E = \mu_0\varepsilon_0 \frac{\partial^2\vec E}{\partial t^2}</math>. |
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(4) |
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Fast alle Wellen lassen sich durch Gleichungen der Form
beschreiben, wobei <math>v</math> die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Welle ist. FĂŒr die Ausbreitungsgeschwindigkeit elektromagnetischer Wellen, die Lichtgeschwindigkeit <math>c</math>, gilt daher:
Damit erhÀlt man aus (4) die Gleichung
Analog kann man fĂŒr die magnetische Flussdichte <math>\vec B</math> die Beziehung
herleiten. Die Lösungen dieser Gleichungen beschreiben Wellen, die sich im Vakuum mit Lichtgeschwindigkeit <math>c</math> ausbreiten. Breitet sich die elektromagnetische Welle in isotropem Material mit der DielektrizitÀtskonstante <math>\varepsilon</math> und der PermeabilitÀt <math>\mu</math> aus, betrÀgt die Ausbreitungsgeschwindigkeit
Darin sind aber im Allgemeinen die Materialkonstanten nicht linear, sondern können selbst beispielsweise von der FeldstĂ€rke oder der Frequenz abhĂ€ngen. WĂ€hrend Licht sich in der Luft immer noch fast mit Vakuumlichtgeschwindigkeit <math>c</math> ausbreitet (die Materialkonstanten sind in guter NĂ€herung 1), gilt das fĂŒr die Ausbreitung in Wasser nicht, was unter anderem den Tscherenkow-Effekt ermöglicht.
Das VerhÀltnis der Vakuumlichtgeschwindigkeit zur Geschwindigkeit im Medium wird als Brechzahl <math>n</math> bezeichnet.
wo <math>\mu_r</math> und <math>\varepsilon_r</math> die relative PermeabilitÀt und die relative PermittivitÀt des Mediums bezeichnen.
Mit Hilfe der Maxwellgleichungen lassen sich aus der Wellengleichung noch weitere SchlĂŒsse ziehen. Betrachten wir eine allgemeine ebene Welle fĂŒr das elektrische Feld
wo <math>\vec{E}_0</math> die (konstante) Amplitude ist, <math>f</math> eine beliebige <math>\mathcal C^2</math>-Funktion, <math>\hat{k}</math> ein Einheitsvektor, der in Propagationsrichtung zeigt, und <math>\vec{x}</math> ein Ortsvektor. ZunĂ€chst sieht man durch Einsetzen in die Wellengleichung, dass <math>f(\hat{k}\cdot\vec{x}-ct)</math> die Wellengleichung erfĂŒllt, dass also
Damit <math>\vec{E}</math> nun eine elektromagnetische Welle beschreibt, muss es aber nicht nur die Wellengleichung erfĂŒllen, sondern auch die Maxwellgleichungen. Das bedeutet zunĂ€chst
Das elektrische Feld steht also stets senkrecht zur Propagationsrichtung, es handelt sich also um eine Transversalwelle. Einsetzen von <math>\vec{E}</math> in eine weitere Maxwellgleichung ergibt
Die magnetische Flussdichte in der elektromagnetischen Welle steht also ebenfalls senkrecht zur Propagationsrichtung und auch senkrecht zum elektrischen Feld. AuĂerdem sind ihre Amplituden proportional zueinander:
In natĂŒrlichen Einheiten (<math>c=1</math>) sind die Amplituden sogar gleich.
Mit dieser Beziehung lĂ€sst sich auch eine Aussage ĂŒber die Energiedichte des elektromagnetischen Felds
fĂŒr den Fall der elektromagnetischen Welle herleiten:
Nicht jede elektromagnetische Welle hat die Eigenschaft, dass ihre Ausbreitungsrichtung sowie die Richtungen des elektrischen und des magnetischen Feldes paarweise orthogonal zueinander sind, die Welle also eine reine Transversalwelle ist, auch TEM-Welle genannt. Die hier demonstrierten ebenen Wellen sind von diesem Typ, daneben existieren aber auch Wellen in denen nur einer der beiden Feldvektoren senkrecht auf der Ausbreitungsrichtung steht, der andere aber eine Komponente in Ausbreitungsrichtung hat (TM- und TE-Wellen). Ein wichtiger Anwendungsfall fĂŒr solche nicht rein transversale elektromagnetische Wellen sind zylindrische Wellenleiter. Allerdings gibt es keine rein longitudinalen elektromagnetischen Wellen.