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Unter Elsässisch (auch: Elsässerdeutsch) versteht man die im Elsass gesprochenen alemannischen und fränkischen Dialekte.
„Elsässisch“ ist damit keine linguistisch in sich kohärente Dialektgruppe, sondern eine geographisch bzw. politisch und kulturell bestimmte Sammelbezeichnung für die über die gesamte Region verteilten lokalen Mundarten. Unter der Bezeichnung Dialekte des Elsass, mit Territorialbezug, zählen allerdings nicht nur die germanischen (deutschen), sondern auch die traditionellen romanischen Dialekte (Langues d’oïl) in einigen Gebieten der Vogesen (Welche) und zwischen Sprachgrenze und Regionalgrenze im Süden (Franc-Comtois/Territoire de Belfort).
Inhaltsverzeichnis |
Die im Elsass verbreiteten germanischen Mundarten werden von der Dialektforschung größtenteils den alemannischen Mundarten zugeordnet. Das zum Oberdeutschen zählende Alemannische (= Westoberdeutsche) wird überwiegend durch das Niederalemannische (hier: Oberrheinalemannisch) vertreten, die im Süden an der Grenze zur Schweiz verwendeten Mundarten werden hingegen dem Hochalemannischen zugerechnet.
Einige Dialekte im Norden und Nordwesten werden den rheinfränkischen Mundarten zugeordnet. Das Rheinfränkische wird bereits zum Mitteldeutschen und in diesem zum Westmitteldeutschen gezählt. An der Grenze zur Pfalz werden dem Pfälzischen verwandte Dialekte, im sogenannten Krummen Elsass lothringisch-fränkische Mundarten gesprochen.
Mit Orthal gibt es seit 2003 (damals noch unter der Bezeichnung Graphal) den Versuch, die elsässischen Dialekte zu vereinheitlichen und zu standardisieren um so ein einheitliches Schreiben zu ermöglichen, vergleichbar der 1976 eingeführte Schriftsprache für die luxemburgischen Mundarten. Orthal kann man auch mit dem (umstrittenen) 1982 veröffentlichten Rumantsch Grischun vergleichen; diese Standardisierung der rätoromanischen Idiome erstreckt sich mittlerweile zusätzlich auch auf das Sprechen. Ob Orthal ähnlich wie Rumantsch Grischun zum Spracherhalt beiträgt, bleibt abzuwarten.
Eine der Isoglossen, die im Elsass und in Nachbarregionen zur Unterscheidung zwischen oberdeutschen (hier: alemannischen) und mitteldeutschen (hier: rheinfränkischen) Mundarten herangezogen werden, ist die Linie, die anlautendes Pf- von P- trennt (Beispiel: standarddeutsch Pfund, alemannisch Pfund, rheinfränkisch Pund). Diese Isoglosse ist in der Karte rechts jedoch nicht dargestellt; einen ähnlichen Verlauf hat die Bruder-Isoglosse (siehe unten). Meist verlaufen zur Mundartgliederung verwendete Isoglossen jedoch nicht identisch, weswegen man nicht von einer alemannisch-fränkischen Mundartgrenze sprechen kann, sondern nur von einer einen Übergang abbildendenden Sprachgrenzzone.
In der Karte dargestellte Isoglossen von Nord nach SĂĽd:
Die in der Karte rote, in N-S-Richtung verlaufende Linie stellt die 1871-1918 geltende französisch-deutsche Staatsgrenze dar. Diese deckt sich nicht mit der französisch-deutschen Sprachgrenze.
Viele Isoglossen des Elsässischen bzw. aller Dialekte im Oberrheingraben verlaufen in West-Ost-Richtung und erzeugen dabei eine Nord-Süd-Staffelung. Diese Unterschiede in Aussprache und Grammatik haben sich vermutlich meist während des Mittelalters herausgebildet. Dabei haben sich möglicherweise Sprachmerkmale von Norden nach Süden durchgesetzt, links des Rheins stärker als rechts des Rheins. Man vermutet, dass dabei oft als alemannisch bezeichnete Sprachmerkmale von als fränkisch bezeichneten Sprachmerkmalen ersetzt wurden (z. B. neuhochdeutsche Diphthongierung und Monophthongierung: wis/weiß und guot/gut). Eine These zur Entstehung dieser Staffeln besagt, dass die Einflüsse der fränkischen Dialekte durch den stärkeren Verkehr im Elsass schneller vorgedrungen sind als auf der rechten Rheinseite. Das Straßburgische wird oft als alemannisch-fränkische Enklave im umgebenden alemannischen Mundartgebiet betrachtet, die Handelsbeziehungen dieser Stadt reichten weit nach Norden.
Der Wortschatz der elsässischen Dialekte ist unter anderem dokumentiert im Wörterbuch der elsässischen Mundarten.
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Hochdeutsches und alemannisches er und ir wird zu r:
Lautverschiebung b zu w:
Eine sonst untypische Lautverschiebung von g zu w:
Spezifisch für das Elsässische ist der Einfluss des Französischen seit dem 17. Jahrhundert. Verwendung französischer Wortstämme:
„Alemannisierung“: Wörter französischer Herkunft werden mit deutschen Grammatik-Endungen verwendet:
Der Straßburger Dialekt ist ein Stadtdialekt, der sich ähnlich wie der Wiener oder Berliner Dialekt deutlich von den Mundarten des Umlandes abhebt. Das Straßburgerische zeichnet sich durch den hohen Anteil von rheinfränkischen Mundartmerkmalen aus.
Auszug aus dem Gedicht „Isszitt“ („Eiszeit“) von Emilienne Kauffmann:[4]
„S’isch kalt drüsse, isskalt! Un wenn von de Kerichühre d’Schläg erab rolle, verkleppere se in de Stross und verfahre wie d’Isszäpfe, wie sich von Büchieslidach leese und ins gefrorene Dräckgräwel falle. S’isch still, drüsse, isstill! Isszäpfe hänge vom Büchhieseldach erunter, dick wie Glockeseil.! Un manchmol, ganz ploetzlig, weisch nit worum, bekummt einer s’Iwergwicht un fallt sänkrächt in de Schnee, wie n’r versinkt und numm noch a Loch losst in de Schneekruscht. Un es rennt d’r e kalter Schücker de Buckel nunter… vor dem dursichtige, spitzige, gschliffene Dolch. Un dee Schneekruscht splitert uff wie de Glasürzucker, wenn me de Neujohrskueche anschnied. E verklärti Welt draijt si in’re blasse Wintersunn, wie d’Kölje im Kerzeliecht vom Tannibauim! De Froscht hücht sinni Kunscht an d’Fenschter in Sternesplitter, Schneebluescht, Heckreesle un Heckebletter. D’Luft isch issig, bissig! Gfrore, stiff und starr, in Riffe und Froscht isch s’Hoeftel, wiss, silwrig und liss in Iss und Glarriss de Garte. D’Matt macht e Buckel untrem wisse Schimmelpeltz vum Froscht wie e satti milchigi Schoofwoll… “
– Emilienne Kaufmann
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Eine Ansprache, die bei einer „muttersprachlichen Gesellschaft“ in Schlettstadt gehalten wurde, im Vergleich mit dem Dialekt am Kaiserstuhl (ca. 20 km östlich von Schlettstadt in Baden) und Standarddeutsch.
| Münstertäler Elsässisch | Liawi frend,
For zwanzig johr ham'r ùns s'Zil un Ideà l gsetzt : d'Elsassìsch sproch ùn kültür zù ferdaidiga ùn ferdera. Mer han schon à les Meiliga gmà cht: Bettschrefda, Mà nifestationa en Strossborìg, Kolm'r, Melhüsa, Unterschrefta gsà mmelt, Theà d'r gspelt, Vortraj à n Stà mmdesch organisi(ea)rt, Fiarùnga en Derf'r ùn Staadt, Dechd'rowa, Radiosandùnga sogà r Tele-Sandùnga, 10 Johr là ng jedi Woch a Elsass'r-Stub em College vu Engersa, ja sogar Strossasang'r en Kolm'r met der Schnetzelbà nk usw. Àla dana Persona, d'r fergà ngena wia da jetziga Komiteemetgled'r, sowia alli „Heimetsproch“- Metgliad'r, bsonders Eich liawi Frend, wo emmer so zà hlrich an ùnseri Generà lfersà mmlùnga komma: a gross mersi ùn fergalt's d'r Gott! Merci fielmol, merci, dà ss Ehr à lli kùmma sen, von St. Louis bis Hojianoï! |
|---|---|
| Schlettstädter Elsässisch | Liewi Frend,
Schon 20 Johr han mer ein Ziel un ein Ideà l: die Verteidigung un die Ferderung vu unsera elsasserditsch Sproch un Kultur. Mer han schon alles Megliga gemà cht: Bettschrefta, Manifestationa en Strossburg, Colmar, Melhüsa, Unterschrefta gsà mmelt, Theater gspelt, Vortraj un Stammtesch organisi(ea)rt, Fierunga en Dorf un Stadt, Dechterowa, Radiosandunga sogà r Tele-Sandunga, 10 Johr là ng jede Wuch a Elsasser-Stub em College vu Ingersheim, ja sogar Strossasänger en Colmar met der Schnetzelbà nk usw. Alla dana Persona, da vergà ngena wia da jetziga Komiteemetglieder, sowie alla „Heimetsproch“- Metglieder, besonders Eich liawi Frend, wo emmer so zà hlrich an unseri Generà lversà mmlung komma: a grossa Dà nk un vergalt's Gott! Merci vielmol, merci, dà ss Ehr à lli kumma sen, von St. Louis bis Hà genau! |
| Mundart Kaiserstuhl | Liewi Freind,
schu 20 Johr hämmr ei Ziel un ei Ideal: d’ Verteidigung und d’ Ferderig vu unsera elsässerditsch Sproch un Küldür. Mr hän schu alls meglige gmacht: Bittschrifde, Manifeschdatione in Schdroosburg, Colmar, Milhüse, Underschrifde gsammlet, Theader gschbield, Vorträg und Schdammdisch organisiert, Fierige in Dorf un Schdad, Dierchderowene, Radiosändige sogar im Färnseh simmer scho gsi. 10 Johr lang jedi Wuch ne Elsässer Schdube im College vu Ingersheim, jo sogar Schdroosesänger in Colmar mit nere Schnitzelbank un so widder. Allene däne Persone, dr freijere wia dr jetzige Komiteemitglieder, wie allene „Heimetsproch“-Mitglieder, bsunders Eich liebi Freind, wu alliwiil so zahlriich an unsri Generalversammlig kumme: ne große Dank und vergäld’s Godd! Dankscheen viemol, dankscheen, dass’r alli kumme sin, vu St. Louis bis Hagenau! |
| Standarddeutsch | Liebe Freunde,
schon 20 Jahre haben wir ein Ziel und ein Ideal: die Verteidigung und die Förderung unserer elsässerdeutschen Sprache und Kultur. Wir haben schon alles Mögliche unternommen: Bittschriften, Manifestationen in Straßburg, Colmar, Mülhausen, Unterschriften gesammelt, Theater gespielt, Vorträge und Stammtische organisiert, Führungen durch Dorf und Stadt, Dichterabende, Radiosendungen, sogar Fernsehsendungen. 10 Jahre lang jede Woche eine „Elsässer Stube“ im College von Ingersheim, ja sogar Straßensänger in Colmar mit einer Schnitzelbank und so weiter. All den Personen, den früheren wie den heutigen Komiteemitgliedern, sowie all den „Heimetsproch“-Mitgliedern, besonders Ihnen, liebe Freunde, die Sie immer so zahlreich zu unserer Generalversammlung kommen: einen großen Dank und vergelt’s Gott! Dankeschön vielmals, dankeschön dass Sie alle gekommen sind, von St. Louis bis Hagenau! |
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