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Das Emscherland ist eine naturräumliche Haupteinheit im Süden der Haupteinheitengruppe Westfälische Bucht in Nordrhein-Westfalen. Es nimmt große Teile des Einzugsgebietes der namensgebenden Emscher ein, nicht jedoch dessen randliche Anhöhen in Süden, Osten und Nordosten sowie das Mündungsgebiet.
Der größte Teil des Emscherlandes gehört zum historischen Vest Recklinghausen, welches indes nach Süden die Emscher nicht überschritt und nach Norden bis zur Lippe reichte, von deren linksseitigen Einzugsgebiet ebenfalls Teile zum Emscherland gehören.
Die potentielle natürliche Pflanzengesellschaft des Emscherlandes wäre überwiegend eine Stieleichen-Hainbuchenwald-Landschaft (Stellario-Carpinetum), jedoch ist der Naturraum heute ein weitgehend unbewaldeter Teil des Ballungsraumes Ruhrgebiet, der nur im Norden und im äußersten Osten auch landwirtschaftlich genutzt wird. Teile ursprünglicher Vegetation sind in den regionalen Grünzügen des Regionalverbandes Ruhr erhalten.
Inhaltsverzeichnis |
Südlich grenzt das Emscherland an die Landschaft des Westenhellwegs.
Viele Städte des nördlichen und mittleren Ruhrgebiets haben Anteil an beiden Naturräumen, von Westen nach Osten sind das Oberhausen (minimale Anteile im äußersten Osten), Essen (äußerster Norden), Herne (etwa die nordnordwestliche Hälfte des Stadtgebietes, vor allem Wanne-Eickel), Castrop-Rauxel (Nordhälfte) und Dortmund (sehr kleine Anteile im Nordwesten).
Im Kerngebiet liegen Bottrop (bis auf den unbesiedelten Osten), Gladbeck, Gelsenkirchen (nahezu vollständig, bis auf den äußersten Süden), Herten, Recklinghausen, Oer-Erkenschwick (bis auf die unbesiedelte Haard im Norden), Datteln (ohne die Haard und Ahsen im Norden sowie den unbesiedelten Osten) und Waltrop (ohne den unbesiedelten Nordosten).
Im Norden, an der Nahtstelle zum Westmünsterland, liegt etwa die (südliche) Hälfte des Marler Stadtgebietes im Naturraum, im äußersten Osten Brambauer, ein kleiner westlicher Ortsteil Lünens, welches selbst bereits größtenteils im Kernmünsterland liegt.[1]
Das Emscherland gliedert sich wie folgt:[2][3]
Namensgebend ist der Fluss Emscher im südlichen Emscherland, deren Tal in der letzten Eiszeit durch Schmelzwässer ausgewaschen wurde. Ursprünglich war die Landschaft entlang des Flusstals gekennzeichnet durch ausgedehnte Bruchwälder, dem Emscherbruch, und weiten Überschwemmungsgebieten entlang des stark mäandrierenden Flusses. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Bruch als Wildbahn für Pferde, die Emscherbrücher, genutzt.
Heute ist die Landschaft überformt durch die Emscherzone des Ruhrgebietes und geprägt durch städtische Siedlungen und Industriegebiete. Die Emscher selbst ist nahezu vollständig begradigt und eingedeicht. Ein Teil der alten Bruchwälder hat die Industrialisierung als Teil der „Regionalen Grünzüge“ aus den 20er Jahren oder auch als sogenannter „Zechensumpf“ überdauert. Im zweiten Fall wurden die Gebiete für die oberirdische Wasserführung der Wasserhaltung der Zechen genutzt. Diese Flächen wurden mit dem Verschwinden des Bergbaus in den Emscher Landschaftspark integriert. Die Bezeichnung der Auenlandschaft ist im Landschaftspark Emscherbruch erhalten, der einen Teil des ursprünglichen Bruchwaldes umfasst.
Der Norden des Emscherlands wird vielfach landwirtschaftlich genutzt, gelegentlich sind dort auch kleine Wäldchen zu finden. Forstgebiete sind überwiegend durch Buchenbestände gekennzeichnet. Eine Ausnahme stellt der Verdichtungsraum des Stadtgebiets von Marl dar.
Der im Osten Recklinghausens 113 m (Fritzberg nördlich des heute meist als Quellberg bezeichneten Ortsteils Hillen) erreichende und damit Emscher und Rhein-Herne-Kanal unmittelbar südlich des Rückens um rund 70 m überragende Vestische Höhenrücken liegt zwischen den Niederungen von Emscher und Lippe, in dessen mittleren und östlichen Teil die Gewässer nach Süden, zur Emscher hin entwässern, während im Westen die Täler nach Norden ausgerichtet sind. Der Boden besteht aus lehmigen oder sandigen Decken auf Mergelsanden oder Sandmergel.
Blick über das südliche Emscherland im Grenzbereich Recklinghausen, Herten, Herne von der Halde Hoppenbruch aus nach Süd-Osten. Etwa in der Bildmitte verläuft die Grenze zum Westenhellweg in dieser Perspektive nahezu horizontal. Im Hintergrund sind die Castroper Höhen mit dem Beimberg erkennbar.
Luftbildaufnahme des Emscherlandes bei Castrop-Rauxel nach Nord-Westen. In der Bildmitte ist das Forum Europaplatz erkennbar, rechts davon beginnt das Grutholz/Nierholz. Oben links im Bild ist teilweise das Castroper Holz aufgenommen, dahinter Schloss Bladenhorst und die Dickenheide. Ganz am oberen linken Bildrand verläuft die Emscher.
Die natürlichen Gegebenheiten wurden im Emscherland für die Anlage von Wasserschlössern genutzt, hier die südliche Gräfte von Schloss Herten und die Gräfte von Schloss Bladenhorst in Castrop-Rauxel.
Die Industrialisierung hat das Emscherland verändert. Blick von der Halde Hoheward nach Westen. Vorn das stillgelegte Bergwerk Ewald, in der Bildmitte die Hertener Mark im Landschaftspark Emscherbruch, hinten das Kraftwerk Scholven und die Halde Oberscholven.
Die Emscher ist kanalisiert, hier, links im Bild, bei Oberhausen. Parallel zu ihr wurde der Rhein-Herne-Kanal als Schifffahrtsweg gebaut, hier rechts neben dem Fluss erkennbar. Ganz im Vordergrund geht der Blick noch über die „Mittlere Niederrheinebene“, das Emscherland beginnt kurz vor der ersten weißen Brücke, die Kanal und Fluss überspannt.
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