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EnBW Energie Baden-Württemberg

EnBW Energie Baden-Württemberg AG
EnBW.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005220008
Gründung 1997
Sitz Karlsruhe, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 20.296 (31. Dez. 2011)[1]
Umsatz 18,789 Mrd. EUR (2011)
Produkte Energie, Umweltdienstleistungen
Website www.enbw.com
Deutsches Übertragungsnetz von TenneT, Elia, RWE und EnBW
Hauptsitz in Karlsruhe

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG ist ein börsennotiertes Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Karlsruhe. Das Unternehmen ist nach E.ON und RWE das drittgrößte Energieunternehmen in Deutschland.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte, Entwicklung

1989 bis 1999

Altes EnBW-Logo ohne Energiebalken

Die ersten Bestrebungen, die Energieversorgung im deutschen Südwesten auf eine neue, gemeinsame Basis zu stellen, nahmen Ende der 1980er Jahre konkrete Formen an. Die vier großen Energieversorgungsunternehmen in Baden-Württemberg – (Badenwerk AG, Energie-Versorgung Schwaben AG (EVS), Neckarwerke und die Technischen Werke der Stadt Stuttgart (TWS) – gründeten im Februar 1989 die Stiftung "Energieforschung Baden-Württemberg“. Damals musste die Energiebranche angesichts der absehbaren europaweiten Liberalisierung der Energiemärkte effiziente Strukturen bei Produktion, Verteilung und Vertrieb schaffen. In den Folgejahren kam es zu ersten Fusionsverhandlungen zwischen Badenwerk und EVS. Die für 1993 angepeilte, vom Bundeskartellamt genehmigte Fusion kam aber zunächst nicht zustande, weil der Aufsichtsrat des Badenwerks sie stoppte.

Gleichwohl wurden die Pläne weiterverfolgt und Regeln für die Ausübung des Stimmrechts der öffentlichen Anteilseigner in den beteiligten Gesellschaften geändert. Das führte im Frühjahr 1995 zur Gründung der Stimmbindungsgesellschaft 'Energieverbund Baden-Württemberg' (EBW). Die Fusion wurde im August 1996 auf den Weg gebracht, als die Vorstände von Badenwerk und EVS einige Teams und einen gemeinsamen Steuerungsausschuss bildeten (besetzt mit Vorstandsmitgliedern aus beiden Unternehmen), die sich mit organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Fragen der Fusion beschäftigten und konkrete Pläne zur Umsetzung entwickelten.

Ende 1996 gründeten die Fusionspartner je eine Gesellschaft, in die das jeweilige Betriebsvermögen eingebracht wurde und die die Betriebsführung des operativen Geschäftes übernahm. Der endgültige Beschluss zur Verschmelzung der Unternehmen sollte, so der Plan, am 20. August 1997 in gleichzeitig stattfindenden Hauptversammlungen gefällt und rückwirkend zum 1. Januar 1997 wirksam werden.

Am 13. Dezember 1996 wurden die Fusionsverträge der Neckarwerke und der Technischen Werke der Stadt Stuttgart (TWS) zur Neckarwerke Stuttgart AG (NWS) unterzeichnet.

Auf außerordentlichen Hauptversammlungen am 27. Februar billigten die Anteilseigner das Fusionskonzept und die vorgenommen Vermögensumschichtungen und Gesellschaftsneugründungen zur Vorbereitung der Fusion von Badenwerk und EVS.

Die Hauptversammlungen von Badenwerk und EVS beschlossen am 20. August 1997 die Fusion der beiden baden-württembergischen Energieunternehmen. Der Name des neuen Unternehmens lautete Energie Baden-Württemberg AG, abgekürzt EBW. Die Aktien der Badenwerk Holding AG (Verhältnis 1:1) und der EVS Holdings AG (Verhältnis 1:1,58) wurden in EBW-Aktien umgetauscht. Zum Vorstand der neuen EBW wurden berufen: Gerhard Goll (Vorsitzender), Dr. Karlheinz Bozem (stellv. Vorsitzender), Hans-Jürgen Arndt und Dr. Hartmut Bilger.

Der EBW-Vorstand teilte im Dezember 1997 die Entscheidungen zur Neuordnung des Konzerns mit: Es sollten als eigenständige Tochtergesellschaften der Holding eine Kraftwerksgesellschaft, eine Transportnetzegesellschaft, eine Stromhandelsgesellschaft und eine Vertriebsgesellschaft gegründet werden. Badenwerk und EVS blieben als Regionalgesellschaften bestehen.

Im Januar 1998 wurde aus marketingtechnischen Gründen der abgekürzte Name des Konzern von "EBW" in "EnBW" geändert. Eine erste Werbekampagne unter dem neuen Namen wurde gestartet.

Im Juli 1999 fusionierten die bis dahin noch existieren Gesellschaften EnBW Badenwerk und EnBW EVS zur EnBW Regional AG (REG). Damit war die Fusion auch im operativen Geschäft abgeschlossen.

Die beiden Tochtergesellschaften der ehemaligen EVS Ueberlandwerk Jagstkreis AG in Ellwangen und die Mittelschwäbische Überlandzentrale AG in Giengen an der Brenz beschlossen im Juli 1999 rückwirkend zum Jahresbeginn den Zusammenschluss zur EnBW Ostwürttemberg DonauRies AG (ODR).

ab 2000

Im Januar 2000 verkaufte das Bundesland Baden-Württemberg seinen Aktienanteil von zunächst 25,1 % für 2,4 Milliarden € an den staatsdominierten französischen Stromkonzern Électricité de France (EdF).

Im September 2001 kaufte die EnBW 29,9 Prozent der Aktien der Stadtwerke Düsseldorf AG.

Im Oktober 2003 erfolgte der Zusammenschluss der EnBW mit der Neckarwerke Stuttgart AG.

Im Dezember 2005 kaufte EnBW weitere 25,05 Prozent der Stadtwerke-Düsseldorf-Aktien für 361 Millionen Euro. Mit nun 54,95 Prozent erlangte sie so die Mehrheit an den Stadtwerken Düsseldorf.

Im Juli 2009 beteiligte sich EnBW mit 26 Prozent am Oldenburger Energiekonzern EWE AG. Der Einstieg erfolgte in Form eines Aktienkaufes und einer Kapitalerhöhung.[3]

Am 9. Dezember 2009 gab EnBW bekannt, von der gemeinsam mit BKW FMB Energie betriebenen Projektentwicklung für ein Kohlekraftwerk in Dörpen im Emsland Abstand zu nehmen, nachdem der ortsansässige Papierhersteller UPM Nordland Papier eine Kraft-Wärme-Kopplung mit dem geplanten Kraftwerk abgelehnt hatte.[4][5] Gegen den Bebauungsplan waren im Sommer 2009 insgesamt mehr als 8.000 Einwendungen erhoben worden.[6]

Deutlich mehr als die Hälfte des Gewinns stammte 2010 aus dem Betrieb der vier konzerneigenen Kernkraftwerke.[7] Die Bundesregierung änderte wenige Tage nach dem Beginn der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 ihre Atompolitik radikal: sie beschloss im März 2011 ein Atom-Moratorium, gemäß dem 8 der 17 deutschen Kernreaktoren - auch die beiden EnBW-Kernkraftwerke Philippsburg I und Neckarwestheim I - ausgeschaltet wurden. Sie blieben auch nach dem Ende des Moratoriums ausgeschaltet und verloren durch den deutschen Atomausstieg im Augustz 2011 ihre Betriebserlaubnis. Dadurch brach der EnBW-Gewinn deutlich ein.[8] [9] [10]: Im ersten Halbjahr 2011 wies EnBW einen Verlust von 590 Millionen Euro aus[11]; der amtierende baden-württembergische Finanzminister Nils Schmid (SPD) muss nun auch für 2012 die Zinsen i.H.v. 110 Mio. Euro für den fremdfinanzierten Rückkauf der EnBW-Anteile aus dem Landeshaushalt einkalkulieren.[12]

Im Juli 2011 kündigte EnBW – wie zuvor bereits zwei andere deutsche Stromkonzerne, RWE und E.ON – an, gegen die Brennelementesteuer gerichtliche Klage einzureichen.[13] Im Januar 2012 urteilte das Finanzgericht Baden-Württemberg in Stuttgart in zwei Beschlüssen, diese sei verfassungsgemäß und europarechtskonform. EnBW wird voraussichtlich den Bundesfinanzhof anrufen, wo bereits Beschwerden gegen die Entscheidungen der Finanzgerichte Hamburg und München anhängig sind. Eine endgültige Klärung der Rechtslage steht also noch aus; möglicherweise werden erst das Bundesverfassungsgericht oder der Gerichtshof der Europäischen Union abschließend über die Brennelementesteuer urteilen. Voraussichtlich wird der Rechtsstreit Jahre andauern. [14]

Im Zuge der Energiewende will der verstaatlichte Konzern künftig nur noch in Windkraft an Land und auf See sowie in Gaskraftwerke investieren, sobald der Bau des letzten Kohlekraftwerks in Karlsruhe abgeschlossen ist. EnBW soll, nach dem Willen der neuen Landesregierung, „raus aus der Konfrontation, rein in die Kooperation“ und zum "Ökoversorger" werden. [15]

Anfang November 2011 zeichnete sich ein Rechtsstreit um den Verkauf von Anteilen (48%) an der Leipziger Verbundnetz Gas (VNG) ab. Der 2009 von der EnBW mit einem Anteil von 26% gekaufte Oldenburger Versorger EWE AG möchte diese abstoßen. In diesem Zusammenhang verschärfte sich die Diskussion um die Vertragsverlängerung[16] des Vorstandschefs Hans-Peter Villis.[17] Schließlich wurde bekannt, dass dieser seinen Ende September 2012 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern beabsichtigt.[18]

Rückkauf von EnBW-Anteilen von der EdF durch die Landesregierung Baden-Württemberg 2010

Ende 2010 - die Bundesregierung hatte kurz zuvor eine Laufzeitverlängerung für die seinerzeit 17 aktiven deutschen Kernkraftwerke beschlossen - kaufte das Land Baden-Württemberg 45% der EnBW-Anteile für insgesamt 4,7 Milliarden EUR auf Kredit von der EdF zurück.[19] Zinsen in Höhe von 110 Mio. Euro[12] sollten – so der damalige Ministerpräsident Mappus – aus kalkulierten Dividenden des Konzerns in Höhe von 170 Mio. Euro[12] bezahlt werden.

Im Oktober 2011 beanstandete der Staatsgerichtshof Baden Württemberg die Umgehung des Parlaments beim Rückkauf der EnBW-Anteile mittels Notbewilligungsrecht durch die damalige Regierung, unterzeichnet von Finanzminister Willi Stächele, als Verstoß gegen die Verfassung.[20] Unter politischen Druck trat Stächele daraufhin am 12. Oktober 2011 vom Amt des Landtagspräsidenten zurück. In der Folge flammte die Diskussion um das Zustandekommen des Rückkaufs der EdF-Anteile erneut auf.[21][22]

Am 16. Februar 2012 legte der baden-württembergische Finanzminister und Vizeministerpräsident Nils Schmid (SPD) einen Tag vor Fristablauf Schiedsklage vor der Handelskammer Paris ein. Dieser Vorgang fällt sofort unter die Pflicht zur Veröffentlichung an den Börsen. Mit ihm soll geklärt werden, ob die EdF einen überhöhten Preis für den Rückverkauf der EnBW-Anteile bekommen hat. Die Möglichkeit eines solchen Schiedsverfahrens war im Kaufvertrag festgelegt worden; die EdF hatte allerdings bereits zwei Mal eine Verlängerung der Klagefrist abgelehnt. Sollte der Rückkaufpreis über dem damaligen Marktwert der Anteile gelegen haben, könnte ein Verstoß gegen das europäische Beihilferecht vorliegen: bei zwischenstaatlichen Vereinbarungen ist die Verhandlung von Kaufpreisen nicht frei. Das Schiedsgericht aus einem Vertreter beider Seiten und einem gemeinsam bestellten Vorsitzenden hat Befugnisse und Kompetenzen wie ein ordentliches Gericht.[23]

Auch der Rechnungshof Baden-Württemberg prüft die Höhe des Rückkaufpreises. Es ist strittig, ob der gewährte, von der vermittelnden Bank Morgan Stanley akzeptierte, so genannte Paketzuschlag gerechtfertigt war, da die dabei angenommenen Synergieeffekte ausbleiben. Für eine tiefgehende Prüfung des Verkaufspreises durch die Bank (so genanntes „Due Diligence“-Verfahren) sei zu wenig Zeit gewesen, es wurde lediglich eine Prüfung öffentlich zugänglicher Dokumente des Verkäufers („Fairness Opinion“) vorgenommen.[23]

Ende Februar 2012 teilte die EdF der baden-württembergischen Staatsregierung mit, dass sie auf Mappus´ Schweigepflicht bezüglich der bis dato geheim gehaltenen und weiter geheim zu haltenden Rückkaufsvertragsbestandteile beharre.[24] Die südwestdeutsche Landesregierung geht davon aus, dass Mappus zum größten Teil des Vertrags Stellung nehmen kann und soll, da die meisten Teile mittlerweile öffentlich zugänglich geworden seien; er selbst will dies auch.[25]

Vorstand

Der Vorstand der EnBW-Holding:

Gesellschaften

Die wichtigsten EnBW-Kerngesellschaften:

  • EnBW Akademie GmbH
  • EnBW Energy Solutions GmbH
  • EnBW Gas GmbH
  • EnBW Gasnetz GmbH: Betreibt das Gasnetz der EnBW
  • EnBW Trading GmbH
  • EnBW Kraftwerke AG: Unterhält und betreibt den Kraftwerkspark der EnBW
  • EnBW Regional AG: Die Regionalgesellschaft der EnBW ist für den Zugang zu den unternehmenseigenen Stromverteilnetzen in Baden-Württemberg verantwortlich, sie pflegt Kontakte zu Kommunen und managt die Stadtwerke-Beteiligungen im Land. Dienstleistungen des gesamten EnBW-Konzerns werden zentral über die Regionalgesellschaft den Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg angeboten. (Stuttgart-Blog der Regional AG)
  • EnBW Systeme Infrastruktur Support GmbH: Ist der interne Dienstleister, der unter anderem die Aufgaben der IT-Betreuung und Bereitstellung, Gebäudeservice, Fuhrpark, Kantinen betreibt.
  • TransnetBW GmbH: Die TransnetBW GmbH ist Betreiberin der Stromtransportnetze. Firmierte bis 1. März 2012 unter: EnBW Transportnetze AG [27]
  • EnBW Operations GmbH
  • EnBW Vertrieb GmbH
  • EnBW Kernkraft GmbH (EnKK): Ist eine Tochtergesellschaft der EnBW Kraftwerke AG und zuständig für die EnBW - Atomkraftwerke Phillipsburg, Neckarwestheim und Obrigheim
  • EnBW Technische Dienste und kaufmännische Leistungen GmbH
  • Gasversorgung Süddeutschland GmbH
  • Yello Strom GmbH
  • Energiedienst Holding AG (Energiedienst AG, Energiedienst Netze GmbH, NaturEnergie AG, EnAlpin AG)
  • RBS wave GmbH
  • EnBW Erneuerbare Energien GmbH (EEE): Wurde gegründet für den Ausbau erneuerbarer Energien innerhalb der EnBW. Konzernziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien auf mindestens 20 Prozent bis 2020 zu erhöhen, was einer Verdopplung der heutigen Erzeugung entspricht.
  • Thermogas Gas- und Geräte Vertriebs GmbH
  • EnBW EnergyWatchers GmbH: ist eine Franchise-Gesellschaft der EnBW AG zur bundesweiten Vermarktung von Energieeffizienz-Produkten und -Dienstleistungen zur Optimierung des Energieverbrauchs von Privat- und Gewerbekunden. Basis bildet ein Netzwerk an herstellerunabhängigen Partnerunternehmen.
  • WATT Deutschland GmbH

Aktionäre

Hauptaktionäre der EnBW waren bis zum 18. Februar 2011 mit 45,01% die Électricité de France (EdF) sowie mit 45,01% die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW). Ein Konsortialvertrag zwischen den beiden Haupteigentümern übertrug die unternehmerische Führung an die EdF. Er sollte bis 2012 gelten. Des Weiteren wurde vereinbart, dass kein Partner mehr Anteile als der andere besitzen dürfe, und dass wichtige Entscheidungen nur im Einvernehmen zu treffen seien.

Am 6. Dezember 2010 gab die Landesregierung Baden-Württemberg bekannt, dass sie die Anteile der EDF für 4,67 Mrd. Euro (41,50 Euro pro Aktie) zurückkaufen wird, um sie anschließend an der Börse zu platzieren.[28] Die Übernahme erfolgt über die NECKARPRI GmbH, die zu 100 Prozent dem Land Baden-Württemberg gehört. Diese Gesellschaft unterbreitet auch allen anderen Aktionären ein Übernahmeangebot in Höhe von 41,50 Euro pro Aktie. Am 15. Dezember 2010 genehmigte der Landtag Baden-Württembergs dafür nachträglich eine Landesbürgschaft in Höhe von 5,9 Milliarden Euro.[29][30] Die OEW planen nicht, ihre Anteile an diese Landesgesellschaft zu verkaufen.

Seit dem 18. Februar 2011 besitzt das Land Baden-Württemberg über seine 100 % Tochter Neckarpri GmbH den Aktienanteil der EdF. Somit hält Neckarpri 45,01 Prozent der Aktien an der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und verfügt damit über Stimmrechte aus 112.517.569 Stammaktien.

Neben der Neckarpri GmbH (mit 45,01 Prozent) halten (Stand: 18. Februar 2011) die OEW Energie-Beteiligungs GmbH (OEW) ebenfalls 45,01 Prozent der EnBW-Aktien, die Badische Energieaktionärs-Vereinigung (BEV) hält 2,54 Prozent, der Gemeindeelektrizitätsverband Schwarzwald-Donau (G.S.D.) 1,28 Prozent, der Landeselektrizitätsverband Württemberg (LEVW) 0,54 Prozent, der Neckar-Elektrizitätsverband (NEV) 0,69 Prozent sowie weitere kommunale Aktionäre 0,78 Prozent der EnBW-Aktien. Die EnBW selbst hält 2,30 Prozent; 1,85 Prozent der EnBW-Aktien sind im Streubesitz. Da im Rahmen des Verkaufs des EdF-Anteils rund 3,08 Prozent der weiteren Aktionäre von ihrem Verkaufsrecht zum mit den Franzosen vereinbarten Wert Gebrauch machen wollten, erhöhte sich der Anteil von Neckarpri und OEW auf jeweils rund 46,55 Prozent.[31]

Aktionärsstruktur

Anteil Anteilseigner
46,55 % OEW Energie-Beteiligungs GmbH
46,55 % NECKARPRI-Beteiligungsgesellschaft mbH*
2,45 % Badische Energieaktionärs-Vereinigung
2,30 % eigene Anteile
0,95 % Gemeindeelektrizitätsverband Schwarzwald-Donau
0,70 % Neckar-Elektrizitätsverband
0,11 % Landeselektrizitätsverband Württemberg

100 Prozentige Tochtergesellschaft des Landes Baden-Württemberg

Geschäftszahlen

Kennzahl 2010[32] 2009[33] +/- in %
Stromabsatz 146,9 Mrd. kWh 119,7 Mrd. kWh 22,7
Gasabsatz 63,6 Mrd. kwh 65,8 Mrd. kWh -18,5
Umsatz 17,5 Mrd. Euro 15,6 Mrd. Euro +12,5
EBITDA 2,84 Mrd. Euro 2,62 Mrd. Euro +8,5
EBIT 2,12 Mrd Euro 1,88 Mrd. Euro +12,1
Konzernüberschuss 1,17 Mrd. Euro 0,88 Mrd. Euro +12,4
Ergebnis je Aktie 4,06 Euro 3,60 Euro +12,2
Mitarbeiter 20.450 20.914 -2,2

Stromkennzeichnung

Nach §42 EnWG zur Stromkennzeichnung sind seit dem 15. Dezember 2005 alle Energieversorgungsunternehmen in Deutschland verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms zu veröffentlichen. Für die deutsche EnBW Vertrieb GmbH und den gesamten EnBW-Konzern ergeben sich damit folgende Werte:

  bundesweiter
Durchschnitt
EnBW Vertrieb GmbH[34]
(2010)
EnBW Konzern[32]
(2010)
Erneuerbare Energieträger 16 % 24 % 10,5 %
Kernenergie 25 % 47 % 51 %
Fossile Energieträger + sonstige 59 % 29 % 34,5 %
Radioaktiver Abfall (mg/kWh) 0,7 1,3
CO2-Emissionen (g/kWh) 506 235

Der von EnBW und somit auch von ihrer Tochter Yello vertriebene Strom enthielt bis zur Abschaltung der EnBW-Kernkraftwerke Neckarwestheim 1 und Philipsburg 1 am 6. August 2011 den größten Anteil an Kernkraft aller großen deutschen Energieversorger. Der Strommix hatte einen geringen Ausstoß an CO₂ und einen überdurchschnittlichen Anteil an erneuerbaren Energien, der vor allem aus großen Wasserkraftwerken kommt. Der Strommix des EnBW-Konzerns erzeugte somit eine überdurchschnittliche Menge radioaktiver Abfälle, trug aber – für einen Nicht-Ökostrom-Tarif – wenig zum Treibhauseffekt bei, da beim Uranbergbau weniger CO₂ emittiert wird als bei der Verstromung von Kohle.

In einer im Winter 2006 laufenden Anzeigenkampagne versuchte die EnBW, Kernkraft als „grüne“ Energiequelle zu bewerben und dadurch längere Laufzeiten für das Kernkraftwerk Neckarwestheim durchzusetzen. In der Anzeige sieht man eine Baumgruppe, deren Teile wie ein Reaktor mit dazugehörigen Kühltürmen geformt sind. Dies wurde als Greenwashing oder eine moderne Form von „Neusprech“ kritisiert.

Sponsoring

Die EnBW versteht sich als Partner und Förderer des Sports in Baden-Württemberg und unterstützt zahlreiche Sportvereine und -verbände sowie Veranstaltungen des Breitensports.

So hat die EnBW im Sommer 2010 nach Ablauf des Fünfjahresvertrages als Trikotsponsor die Zusammenarbeit mit dem Fußballbundesligisten VfB Stuttgart durch einen Dreijahresvertrag als Exklusiv-Partner fortgesetzt. Ebenso ist die EnBW Exklusiv-Partner des Karlsruher SC.[35]

Die EnBW ist seit 2010 Hauptsponsor des Handball-Bundesligisten Frisch Auf Göppingen, HBW Balingen-Weilstetten sowie des Basketball-Zweitligisten Kirchheim Knights, des Basketball-Bundesligisten EnBW Ludwigsburg und des Bruchsaler Fußballkreisligisten SV Philippsburg sowie der EnBW TV Rottenburg.

Die EnBW unterstützt als Sponsor und Mitveranstalter seit 2002 die Tour de Ländle und als Namensgeber und Sponsor die EnBW-Oberliga Junioren im Bereich Fußball.[36] Zudem werden gefördert Veranstaltungen des badischen und Schwäbischen Turnerbundes sowie eine Vielzahl von Breitensportveranstaltungen wie den Stuttgart Lauf oder den EnBW Oberschwaben Pokal. Als Haupt- und Presentingsponsor unterstützte die EnBW auch die Schacholympiade 2008 in Dresden

Zusätzlich war die EnBW nationaler Förderer der FIFA WM 2006 in Deutschland.

Das kulturelle Engagement der EnBW umfasst Partnerschaften mit renommierten Institutionen, wie dem Stuttgarter Ballett, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Kunstmuseum Stuttgart und dem ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe und auch eigene Ausstellungsreihen mit regionalen und überregionalen Kunstschaffenden. Die EnBW engagiert sich zudem auch für Bildung, Wissen, Soziales sowie Umwelt und sie betreibt zahlreiche eigene Programme wie die EnBW-Energiekiste, die Energie-Exponate, Schulwettbewerbe und ist z.B. Partner und Namensgeber des Ehrenamtspreises Impuls im Rahmen des Wettbewerbs 'Echt Gut! Ehrenamt in Baden-Württemberg'. Außerdem führt die EnBW in Kooperation mit der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg das Amphibienschutzprogramm „Impulse für die Vielfalt“ durch.

Weiteres Kultur- und Gesellschaftssponsoring (Bildung, Wissen, Soziales, Umwelt)

Seit 1998 vergibt die EnBW an Bildende Künstler und Künstlerinnen mit Bezug zum alemannischen Sprachraum den EnBW-Förderpreis.

Engagement Elektromobilität

Öffentliche EnBW-Ladestation in Karlsruhe

Die EnBW beschäftigt sich seit 2008 mit verschiedenen Themen im Bereich Elektromobilität. [37]Dabei geht es bislang um die Entwicklung und den Betrieb einer Ladeinfrastruktur (Ladesäulen, Abrechnungssysteme, Integration in Smart Grid) sowie der Erprobung der Altagstauglichkeit elektrisch angetriebener Fahrzeuge (E-Bike, Elektroauto, Elektrofahrräder).

Konkret war bzw. ist die EnBW an folgenden Projekten beteiligt

EnBW-E-Bike Elmoto
  • Rund 500 Testfahrer (sogenannte Elektronauten) wurden 2010 und 2011 mit E-Bikes der Marke Elmoto im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Stuttgart ausgestattet. Deren Mobilitätsverhalten wurde zu Forschungszwecken protokolliert und ausgewertet. Das Projekt wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr gefördert.
  • Im Oktober 2011 wurden 45 Ladesäulen der EnBW gemeinsam mit DB Rent und der Landeshauptstadt Stuttgart in Betrieb genommen. Diese dienen der Energieversorgung von Pedelecs und E-Bikes mit denen das Fahrradverleihsystem Call-A-Bike der Deutschen Bahn AG erweitert wurde.
  • Insgesamt betreibt die EnBW in Baden-Württemberg derzeit ca. 300 Ladepunkte an denen Elektroautos, E-Bikes und Pedelecs laden können. Um die Ladestationen nutzen zu können, ist eine Ladekarte notwendig, die schon bald als reguläres EnBW-Produkt für alle Elektromobilisten verfügbar sein wird.
  • Im Projekt MeRegioMobil hat die EnBW 2010 und 2011 als Konsortialführer zusammen mit anderen Unternehmen die Integration der Elektromobilität in intelligente Verkehrs- und Energienetze erforscht. [38] Ziel war der Aufbau und Betrieb einer intelligenten Lade- und Rückspeiseinfrastruktur sowie die Entwicklung einer interoperablen Abrechnungsmöglichkeit für Elektrofahrzeuge. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft im Rahmen des Programms IKT für Elektromobilität gefördert.

Besondere Anlagen

Kraftwerke

Anlagen zur Gasversorgung

Leitungen

Mast der 380 kV/110 kV-Freileitung Pulverdingen-Oberjettingen der EnBW AG mit 2 girlandenförmigen Luftkabeln ( an der Spitze) und einem freitragenden Luftkabel ( in Höhe der 2. Traverse)

Zahlreiche Leitungen, die einst von der Energie-Versorgung Schwaben (EVS) errichtet wurden, verfügen über mindestens ein Luftkabel zur Nachrichtenübertragung, welches girlandenförmig am Erd- oder einem Hilfsseil montiert ist.

Fotogalerie Anlagen der EnBW

Einzelnachweise

  1. ↑ http://www.enbw.com/content/_media/_downloadcenter/gb_2011_de.pdf
  2. ↑ a b Spiegel online - E.on-Manager Villis wird neuer EnBW-Chef
  3. ↑ www.enbw.com - EWE und EnBW begrüßen Entscheidung des Bundeskartellamtes: Beginn einer neuen strategischen Partnerschaft
  4. ↑ Aufgrund fehlender Möglichkeit zur Kraft-Wärme-Kopplung nimmt EnBW Abstand vom Projekt. EnBW (9. Dezember 2009). Abgerufen am 15. Dezember 2009.
  5. ↑ „Aus“ für Kohlekraftwerk in Dörpen. Neue Osnabrücker Zeitung. Abgerufen am 15. Dezember 2009.
  6. ↑ Kohlekraftwerk in Dörpen steht vor dem Aus. Norddeutscher Rundfunk (10. Dezember 2009). Abgerufen am 15. Dezember 2009.
  7. ↑ Professor Uwe Leprich von der Beratungsfirma E&E Consult in Saarbrücken in einem Gutachten, das er im Auftrag von Greenpeace erstellte. ZEIT 15/2011 / zeit.de: "Woher das Geld nehmen?" - Die grün-roten Wahlsieger von Stuttgart wollen den Energiekonzern EnBW zügig auf Ökostrom umpolen. Das stößt auf Widerstand.
  8. ↑ Maria Marquart: EnBW-Übernahme: Mappus droht die Kernkraftfalle. Der Spiegel, 16. März 2011, abgerufen am 19. März 2011.
  9. ↑ Atomkraft: EnBW-Deal könnte teuer werden. Stuttgarter Nachrichten, 19. März 2011, abgerufen am 19. März 2011.
  10. ↑ Rüdiger Bäßler: EnBW wird für Mappus zur Belastung. Die Zeit, 22. März 2011, abgerufen am 22. März 2011.
  11. ↑ http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13501155/Atomausstieg-drueckt-EnBW-in-die-roten-Zahlen.html
  12. ↑ a b c Roland Muschel: Die Späth’sche Schuldenpolitik wirkt bis heute nach. in: badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 10. September 2011 (11. September 2011)
  13. ↑ Auch ENBW klagt gegen Brennelementesteuer. FAZ.NET, 15. Juli 2011, abgerufen am 22. Juli 2011.
  14. ↑ zeit.de 12. Januar 2012: EnBW scheitert mit Klage gegen Atomsteuer
  15. ↑ http://www.taz.de/Energieversorger-EnBW/!80221/
  16. ↑ dpa: Aufsichtsrat stützt EnBW-Chef in: badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 27. Oktober 2011 (2. November 2011)
  17. ↑ Stefan Hupka, dpa: Energieversorger EnBW und Villis geraten unter Druck in: badische-zeitung.de, Nachrichten, Wirtschaft, 1. November 2011 (2. November 2011)
  18. ↑ Markus Balser, Roman Deininger, Karl-Heinz Büschemann: Grün-rot schaltet EnBW-Chef ab Süddeutsche, 6. Dezember 2011.
  19. ↑ Süddeutsche Zeitung online: Baden-Württemberg kauft EnBW-Anteile - Ein Deal mit G'schmäckle
  20. ↑ Staatsgerichtshofs verurteilt EnBW Aktienrückkauf Pressemitteilung vom 6. Oktober 2011 (pdf)
  21. ↑ dpa: Grüne und SPD drohen mit EnBW-Untersuchung in: badische-zeitung.de, Nachrichten, Deutschland, 22. Oktober 2011 (2. November 2011)
  22. ↑ Franz Schmider: Worum geht es bei dem sogenannten EnBW-Deal? in: badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 26. Oktober 2011 (2. November 2011)
  23. ↑ a b Andreas Böhme: Wie viel war das EnBW-Paket wert?. In: badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 17. Februar 2012 (19. Februar 2012)
  24. ↑ dpa: EdF beharrt auf Mappus’ Schweigepflicht. In: badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 1. März 2012 (4. März 2012)
  25. ↑ dpa: Verwirrspiel um Mappus-Auftritt geht weiter. In: badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 2. März 2012 (4. März 2012)
  26. ↑ http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/energieversorger-enbw-chef-villis-muss-gehen-11552839.html
  27. ↑ Aus EnBW Transportnetze AG wird TransnetBW GmbH. EnBW AG, 01.März 2012, abgerufen am 06.März 2012.
  28. ↑ http://www.baden-wuerttemberg.de/de/Baden-Wuerttemberg_erwirbt_den_Anteil_der_EDF_an_der_EnBW/242428.html?referer=88736
  29. ↑ EnBW-Deal: Spätzle mit Geschmäckle. Frankfurter Rundschau, 15. Dezember 2010, abgerufen am 15. Dezember 2010.
  30. ↑ Opposition zum EnBW-Rückkauf: Machtmissbrauch von Mappus? Stuttgarter Zeitung, 15. Dezember 2010, abgerufen am 15. Dezember 2010.
  31. ↑ http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=7902924/qyp1tb/index.html
  32. ↑ a b enbw.com: Geschäftsbericht 2010 der EnBW AG, 17. Februar 2011
  33. ↑ enbw.com: Geschäftsbericht 2009 der EnBW AG, 10. März 2010
  34. ↑ enbw.com: Der Strommix der EnBW, 5. März 2011
  35. ↑ EnBW wird Exklusiv Partner des VfB. VfB Stuttgart. Abgerufen am 10. März 2010.
  36. ↑ EnBW-Oberliga Junioren. EnBW. Abgerufen am 8. März 2012.
  37. ↑ www.enbw.com: Elektromobilität
  38. ↑ Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: MeRegioMobil - Minimum Emission Region Mobil

Weblinks

 Commons: EnBW â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


49.0058048.436678Koordinaten: 49° 0′ 21″ N, 8° 26′ 12″ O

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