|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| C54 | Bösartige Neubildung des Corpus uteri | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2013) | ||
Das Endometriumkarzinom, auch Uterus- oder Korpuskarzinom (lat. Carcinoma corporis uteri) ist eine Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut.
Inhaltsverzeichnis |
Histologisch handelt es sich in 85 % der Fälle um Adenokarzinome der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Seltene Typen sind z. B. seröse und klarzellige Adenokarzinome oder Plattenepithelkarzinome. Der Grad der Entdifferenzierung (Entartung) der Krebszellen wird mit G1 (hochdifferenziert, dem Normalgewebe sehr ähnlich) bis G3 angegeben. Viele Karzinome exprimieren auf der Zelloberfläche Östrogen- und Progesteron-Rezeptormoleküle.
Die Einteilung der FIGO und die der UICC sind identisch, sie beruht wie bei anderen soliden Krebserkrankungen auf dem TNM-System.
Die Heilungschancen sind davon abhängig: beispielsweise 90 % im Stadium IA, 30 % im Stadium III. Undifferenzierte Tumoren sind schlechter heilbar als hochdifferenzierte.
Stadien nach TNM-Klassifikation und FIGO (Fédération Internationale de Gynécologie et d’Obstétrique):[1][2]
| TNM | FIGO | Kriterien |
|---|---|---|
| TX | Primärtumor kann nicht beurteilt werden | |
| T0 | Kein Anhalt für einen Primärtumor | |
| Tis | Carcinoma in situ | |
| T1 | I | Tumor begrenzt auf den Gebärmutterkörper |
| 1a | IA | Tumor begrenzt auf das Endometrium |
| 1b | IB | Tumor infiltriert weniger als die Hälfte des Myometriums |
| 1c | IC | Tumor infiltriert die Hälfte oder mehr des Myometriums |
| T2 | II | Tumor infiltriert das Stroma der Cervix uteri, breitet sich aber nicht jenseits des Uterus aus |
| T3 und/oder N1 | III | lokale und/oder regionale Ausbreitung |
| 3a | IIIA | Tumor befällt Serosa des Corpus uteri und/oder der Adnexe (direkte Ausbreitung oder Metastasen) |
| 3b | IIIB | Vaginalbefall und/oder Befall der Parametrien (direkte Ausbreitung oder Metastasen) |
| 3c oder N1 | IIIC | Metastasen in Becken- und/oder paraaortalen Lymphknoten |
| 3c1 | IIIC1 | Metastasen in Beckenlymphknoten |
| 3c2 | IIIC2 | Metastasen in paraaortalen Lymphknoten mit/ohne Metastasen in Beckenlymphkoten |
| T4 | IV | Tumor infiltriert Blasen- und/oder Darmschleimhaut |
| Nx | Es kann keine Aussage zu regionären Lymphknotenmetastasen getroffen werden. | |
| N0 | Keine Metastasen in den regionären Lymphknoten. | |
| N1 | Metastasen in den regionären Lymphknoten. | |
| M0 | Keine Fernmetastasen nachweisbar. | |
| M1 | Der Tumor hat Fernmetastasen gebildet. (ausgenommen Vagina, Beckenserosa, Adnexe; einschließlich inguinale und andere abdominale Lymphknoten als paraaortale und/oder Beckenlymphknoten) |
Betroffen sind überwiegend (ca. 66–85 % je nach Quelle)[3] Frauen im Klimakterium nach der Menopause. 5 % sind jünger als 40. Die Häufigkeit liegt in den westlichen Ländern etwa bei dem Doppelten des Zervixkarzinoms. In Deutschland wurden im Jahr 2002 mehr als 11.000 Neudiagnosen gestellt. Die Erkrankungsrate pro Jahr ist in den letzten Jahren gestiegen und liegt momentan bei 25:100.000 Frauen.
Man nimmt an, dass langjährig erhöhte Östrogen-Konzentrationen die Tumorentstehung fördern; z. B. tragen Frauen mit Zyklusstörungen, später Menopause oder Hormonersatztherapie ein höheres Risiko als der Bevölkerungsdurchschnitt. Die Zivilisationskrankheiten Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes Mellitus II erhöhen das Tumorrisiko. Bekannt ist, dass Adipositas die Östrogenproduktion steigert. Ob eine Gefährdung durch Phytoöstrogene (östrogenartige Substanzen in Nahrungsmitteln) besteht, ist bisher nicht geklärt. Gesichert ist aber, dass eine Hormontherapie ausschließlich mit Östrogenen das Risiko erhöht.
Ursachen für erbliche Anfälligkeit für Endometriumkarzinom sind unter anderem Mutationen in Genen, die für DNA-Mismatch-Reparaturproteine kodieren.
Frühkarzinome können nur selten im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen bemerkt werden. Dafür macht sich der Tumor schon früh durch Blutungen bemerkbar. Eine Blutung nach Beginn der Menopause ist darum immer verdächtig, wie auch irreguläre Blutungen und fleischwasserfarbener Ausfluss. 75 % aller Endometriumkarzinome werden im ersten Stadium festgestellt. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt dann bei 90 %. Unterleibsschmerzen bedeuten fast immer einen weit fortgeschrittenen, inoperablen Tumor. Die Diagnose wird durch eine Ausschabung der Gebärmutter (Abrasio uteri) gesichert.
Wenn immer möglich, sollen Korpuskarzinome operativ entfernt werden. Die Standardoperation ist eine komplette Entfernung der Gebärmutter mitsamt den Ovarien, der Scheidenmanschette, der Cervix und der benachbarten Lymphknoten (erweiterte Wertheim-Meigs-Operation). Höhere Stadien sollten danach eine Strahlentherapie erhalten. Inoperable Tumoren werden nur bestrahlt. Beim serös papillären- und dem klarzelligen Endometriumskarzinom wird neuerdings eine adjuvante Chemotherapie angewandt.
Die Prognose des häufigsten Typs, des endometrioiden Adenokarzinoms, ist mit einer Letalität, also dem Risiko an der Krankheit zu versterben, von 6 % relativ gut. Bei den anderen Arten schwankt die Letalität zwischen 21 % und 51 %. Wie bei allen Tumoren verschlechtert auch eine fehlende Differenzierung der Zellen, d. h. eine große Veränderung der ursprünglichen Drüsenzellen, die Prognose. Im Schnitt überleben 80 % der Erkrankten fünf Jahre nach Diagnosestellung. In Stadium I sind es sogar 90 %, in Stadium II 83 %, im Stadium III 43 %. Nach zwei Jahren wird ein Rezidiv, also ein erneutes Wachstum von Tumorzellen, unwahrscheinlich. Allerdings bleibt für den Rest des Lebens ein erhöhtes Risiko, ein Mammakarzinom zu entwickeln.
| |
Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten! |
ar:سرطان بطانة الرحم bs:Rak tijela materice cs:Endometriální karcinom en:Endometrial cancer es:Cáncer de endometrio fr:Cancer de l'endomètre he:סרטן הרחם id:Kanker endometrium it:Carcinoma endometriale ja:子宮体癌 la:Carcinoma corporis uteri nl:Baarmoederkanker no:Livmorkreft pl:Rak trzonu macicy pt:Câncer endometrial rw:Kanseri za nyababyeyi simple:Endometrial cancer sk:Endometriálny karcinóm tr:Rahim kanseri