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| Entenvögel | ||||||||
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| Stockenten-Paar (Anas platyrhynchos) | ||||||||
| Systematik | ||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||
| Anatidae | ||||||||
| Vigors, 1825 |
Die Familie der Entenvögel (Anatidae) ist die artenreichste aus der Ordnung der GĂ€nsevögel (Anseriformes). Sie umfasst 47 Gattungen und etwa 150 Arten. Zu dieser Gruppe gehören so bekannte Typen von Wasservögeln wie die Enten, GĂ€nse und SchwĂ€ne. Vielleicht abgesehen von den HĂŒhnervögeln hat keine andere Vogelgruppe so zahlreiche Wechselbeziehungen zum Menschen: Allein fĂŒnf Arten wurden domestiziert, Entenvögel werden wegen ihres Fleisches, ihrer Eier und ihrer Federn gejagt und gehalten, und in vielerlei Form haben sie Eingang in MĂ€rchen, Sagen und Comics erhalten.
Inhaltsverzeichnis |
Alle Entenvögel sind mehr oder weniger stark an ein aquatisches Leben angepasst. Ihr langer, breiter Körper gibt ihnen beim Schwimmen Auftrieb, die FĂŒĂe sind mit SchwimmhĂ€uten versehen (Ausnahme: Hawaiigans) und setzen weit hinten am Körper an. Dadurch wirkt der Gang an Land etwas ungeschickt, doch sind Entenvögel beim Laufen lĂ€ngst nicht so unbeholfen wie viele Seevögel. Der Hals ist oft auffĂ€llig lang â vor allem bei den GĂ€nsen und SchwĂ€nen, aber auch bei einigen Enten.
Die GröĂe der Entenvögel reicht von 30 cm (Zwergenten) bis 180 cm (Trompeterschwan), das Gewicht liegt zwischen 230 g und 22,5 kg. Die FlĂŒgelspannweite eines Trompeterschwans kann 240 cm betragen.
Das Gefieder ist sehr dicht und wird mit dem Sekret der gut entwickelten BĂŒrzeldrĂŒse regelmĂ€Ăig eingeölt, um es wasserabweisend zu machen. Viele Entenvögel sind auĂerordentlich farbenfroh. Dies trifft in besonderem MaĂe auf die Enten der Unterfamilie Anatinae zu, die oft ein Gefieder in leuchtenden Farben haben, wĂ€hrend bei den GĂ€nsen weiĂe, braune und graue Grundfarben ĂŒberwiegen. Meistens gibt es hier einen ausgeprĂ€gten Geschlechtsdimorphismus, bei dem die MĂ€nnchen prĂ€chtig gefĂ€rbt sind, die Weibchen aber unscheinbar graubraun. Am Ende der Brutzeit durchlaufen Entenvögel eine Mauser, bei der sie kurzzeitig flugunfĂ€hig werden und bei der sich MĂ€nnchen mit dem so genannten Schlichtkleid oft in der FĂ€rbung vorĂŒbergehend den Weibchen angleichen. Das Jugendgefieder Ă€hnelt meistens dem Weibchengefieder. Eine bemerkenswerte Ausnahme vom ĂŒblichen FĂ€rbungsschema ist die Paradieskasarka, die als einziger Entenvogel einen umgekehrten Geschlechtsdimorphismus mit farbenprĂ€chtigeren Weibchen hat.
Oberhalb der Augen haben alle Entenvögel SalzdrĂŒsen, durch die aufgenommenes Salz wieder ausgeschieden werden kann. Das hochschnĂ€blige Profil mariner Arten wie der Eiderenten lĂ€sst sich damit erklĂ€ren, dass dem ausgeschiedenen Salz ein besserer Abfluss ĂŒber den Schnabel ermöglicht werden soll.
Entenvögel haben einen verhĂ€ltnismĂ€Ăig breiten Schnabel, dessen RĂ€nder mit Lamellen versehen sind. Ein Stockentenschnabel weist oberseits 36 bis 54, unterseits 72 bis 80 Lamellen auf. Bei den Entenvögeln, die sich von Kleinstlebewesen ernĂ€hren, dienen die Lamellen als Filterapparat. Durch den halb offenen Schnabel wird Wasser eingesaugt, das dann durch die Lamellen hinausgepresst wird. Oft finden sich Modifikationen der ursprĂŒnglichen Lamellenstruktur, so bei den SĂ€gern, bei denen die Lamellen zu kleinen ZĂ€hnen umgebildet sind, die das Festhalten der Fischbeute erleichtern. Der Schnabel der Entenvögel ist oft bunt gefĂ€rbt, vor allem bei MĂ€nnchen im Brutkleid nimmt er leuchtende Farben an. Der Oberschnabel hat eine verhornte Spitze. Er ist mit Tastsinneszellen dicht besetzt.
Die FlĂŒgel der Entenvögel sind kurz und krĂ€ftig. Wegen des verhĂ€ltnismĂ€Ăig hohen Gewichts der Vögel und der geringen FlĂŒgelflĂ€che ist ein permanenter FlĂŒgelschlag erforderlich und es sind keine Gleitphasen möglich. Um sich in die Luft zu erheben, mĂŒssen vor allem die gröĂeren Arten einige Meter auf der WasseroberflĂ€che laufen. Einmal in der Luft, können Entenvögel ausdauernd weite Strecken zurĂŒcklegen, zum Teil in Höhen bis zu 8000 m. Eine Ausnahme sind drei Arten der Dampfschiffenten, die völlig flugunfĂ€hig geworden sind.
Der Schwanz ist meistens sehr kurz und viereckig, manchmal auch leicht gerundet. Nur Ruderenten sind verhĂ€ltnismĂ€Ăig langschwĂ€nzig. Die wichtigste Funktion des Schwanzes ist die Steuerung im Flug.
Entenvögel schwimmen mit abwechselnden SchlĂ€gen der FĂŒĂe. Auch tauchen können alle Entenvögel, obwohl sie diese FĂ€higkeit in sehr unterschiedlichem MaĂe nutzen. Manche tun es nur im Notfall, andere wie Tauch-, Meer- und Ruderenten bei der tĂ€glichen Nahrungssuche.
Bei der Betrachtung der inneren Organe ist das vergröĂerte Herz oft tauchender Enten auffĂ€llig. Der Muskelmagen ist bei den GĂ€nsen vergröĂert, um die faserhaltigen Pflanzen zerkleinern zu können; eine noch stĂ€rkere VergröĂerung findet man bei Meerenten, die Molluskenschalen aufnehmen. Die Pflanzenfresser unter den Entenvögeln haben zudem groĂe BlinddĂ€rme.
Die meisten Entenvögel sind sehr stimmfreudig. Bekannt ist hierbei das Quaken der Schwimmenten. Nur weibliche Enten quaken, wĂ€hrend MĂ€nnchen andere Laute, zum Beispiel dĂŒnne Pfeiflaute von sich geben. GĂ€nse sind fĂŒr das laute Schnattern, PfeifgĂ€nse und HalbgĂ€nse meistens fĂŒr pfeifende Lautgebungen bekannt. Am weitesten können die Rufe der SchwĂ€ne tragen. Der Trompeterschwan hat am Stimmkopf und entlang der Luftröhre blasenförmige Resonanzkammern (Bullae), die die LautstĂ€rke der Schreie enorm verstĂ€rken. Allein die Ruderenten sind wenig stimmfreudig und abgesehen von Zisch- und Grunztönen nahezu stumm.
Entenvögel sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Antarktika verbreitet. Sie kommen in allen Klimazonen von der hocharktischen Tundra bis zu den tropischen RegenwĂ€ldern vor. Dabei findet man sie an allen Arten von aquatischen Habitaten. Die meisten Arten brĂŒten allerdings am SĂŒĂwasser und kommen nur auf dem Zug und im Winter ans Meer; das gilt selbst fĂŒr die meisten der so genannten Meerenten. Mit der Rostgans und der Streifengans gibt es zwei Arten, die im Gebirge selbst noch in 5000 m Höhe anzutreffen sind.
WĂ€hrend tropische und subtropische Arten meistens Standvögel sind, unternehmen viele Entenvögel der gemĂ€Ăigten und vor allem der polaren und subpolaren Zonen ausgedehnte Wanderungen. Bekannt sind vor allem die ZĂŒge der arktischen GĂ€nse, die mehrere tausend Kilometer zurĂŒcklegen, um ihre Winterquartiere zu erreichen.
Man findet unter den Entenvögeln sowohl tag- als auch nachtaktive Arten. Die meisten sind jedoch nicht festgelegt und vor allem in der DĂ€mmerung aktiv. Oft schlafen Entenvögel auf dem Wasser, wobei sie den Kopf unter einen FlĂŒgel stecken. Einen groĂen Teil des Tages verbringen sie mit der Pflege des Gefieders, das mit dem Sekret der BĂŒrzeldrĂŒse regelmĂ€Ăig eingeölt wird. Auch die nicht tauchenden Arten benetzen ihr Gefieder regelmĂ€Ăig mit Wasser, indem sie mit den FlĂŒgeln heftig auf die WasseroberflĂ€che schlagen.
WĂ€hrend nur wenige Arten in Kolonien brĂŒten, findet man Entenvögel auĂerhalb der Brutzeit oft in groĂen Ansammlungen. Diese können auch mehrere Arten umfassen â so mischen sich Schwimmenten und Tauchenten oft unter andere Arten des gleichen Tribus. Nur drei Arten sind strikte EinzelgĂ€nger: die Saumschnabelente, die BlauflĂŒgelgans und die Sturzbachente.
Unter den Entenvögeln haben sich sehr unterschiedliche ErnĂ€hrungstypen herausgebildet, so dass sich kaum etwas Gemeinsames sagen lĂ€sst. GĂ€nse und SchwĂ€ne sind vor allem herbivor. Bei den SchwĂ€nen dient der lange Hals dazu, den Wassergrund zu erreichen und dort an Wasserpflanzen zu gelangen. Adulte GĂ€nse suchen meistens auf dem Land nach GrĂ€sern, Samen, KrĂ€utern und Moosen â dagegen sind ihre Jungen oft Insekten- und Krebstierfresser. Auch HalbgĂ€nse sind meistens Pflanzenfresser, manche sogar ausschlieĂlich.
Die Schwimmenten grĂŒndeln mit Hilfe ihrer Schnabellamellen im flachen Wasser. Den Bodenschlamm suchen sie nach Wasserinsekten, Krebstieren und Pflanzenteilen ab. Bei der Löffelente ist der Lamellenapparat so verfeinert, dass sie zu einem Planktonfilterer geworden ist. Auch Tauchenten und Ruderenten grĂŒndeln, meistens aber tauchen sie zum Grund. Dort fressen sie vor allem Wasserpflanzen, manchmal auch Insekten und Krebstiere. Unter den Meerenten und SĂ€gern findet man ebenfalls viele Vertreter, die nach Kleintieren tauchen. Die SĂ€ger sind spezialisierte FischjĂ€ger, die Eiderenten fressen vor allem Mollusken.
Der tĂ€gliche Nahrungsbedarf der Entenvögel betrĂ€gt etwa 10 % des Eigengewichts. Die Pflanzenfresser nehmen auch Sand und kleine Steine auf, um den Muskelmagen beim Zerkleinern der schwer verdaulichen Nahrung zu unterstĂŒtzen (Gastrolithen).
Manche Entenvögel betĂ€tigen sich auch als Kleptoparasiten. Schnatterenten sieht man gelegentlich beim Ăberfall auf BlĂ€sshĂŒhner, denen die Nahrung geraubt wird. Ebenso attackieren Pfeifenten in gleicher Absicht Tauchenten. Meistens sind Entenvögel allerdings Opfer von Kleptoparasitismus, vor allem durch Möwen.
Die meisten Entenvögel brĂŒten nicht in Kolonien. Ausnahmen sind hier vor allem die GĂ€nse der Tundra, da Kolonien in einer weiten, offenen Landschaft noch den verhĂ€ltnismĂ€Ăig besten Schutz vor RĂ€ubern bieten. Kolonien von Entenvögeln sind selten ĂŒbermĂ€Ăig groĂ und umfassen in der Regel einige Dutzend bis hundert Paare.
Monogamie ist die Regel, und mit der Afrikanischen Ruderente und der Höckerglanzgans sind ĂŒberhaupt nur zwei Arten bekannt, die davon abweichend in Polygamie leben. Bei den meisten Enten suchen die Individuen in jeder Brutsaison einen neuen Partner. Dagegen verpaaren sich GĂ€nse und SchwĂ€ne fĂŒr das Leben. Bei einer Gruppe von HöckerschwĂ€nen konnte festgestellt werden, dass von den erfolgreich brĂŒtenden Tieren 97 % im Folgejahr mit demselben Partner brĂŒteten. Zum Zusammenfinden der Paare gehört ein Balzzeremoniell, das bei jenen Arten komplexer ist, die sich jĂ€hrlich neu verpaaren.
FĂŒr den Nestbau ist gewöhnlich das Weibchen zustĂ€ndig. Bei SchwĂ€nen und PfeifgĂ€nsen ist auch das MĂ€nnchen beteiligt, beim Koskorobaschwan und bei der HĂŒhnergans baut allein das MĂ€nnchen das Nest. Selten ist das Nest mehr als eine Vertiefung im Boden, die mit Vegetation ausgelegt wird. Ausgepolstert wird das Nest oft auch mit Daunenfedern der Brust, die sich das Weibchen hierfĂŒr ausrupft. Damit wird gleichzeitig der Brutfleck freigelegt.
Etwas komplexer sind die Nester vieler SchwĂ€ne, die sehr groĂe Nester aus GrĂ€sern, Wasserpflanzen und Zweigen bauen. Trotz ihrer AusmaĂe sind diese Nester schwer zu lokalisieren, da sie der Vegetation der Umgebung gleichen. Mit den PfeifgĂ€nsen, SĂ€gern und Moschusenten gibt es auch BaumbrĂŒter unter den Entenvögeln. GĂ€nsesĂ€ger und Schellenten brĂŒten in Baumhöhlen.
Es werden vier bis dreizehn Eier gelegt, wobei SchwĂ€ne und GĂ€nse die kleinsten und Schwimm- und Tauchenten die gröĂten Gelege haben. Das Gewicht der Eier liegt zwischen 27 g (Zwergenten) und 345 g (Höckerschwan). GebrĂŒtet wird fĂŒr einen Zeitraum von 22 bis 40 Tagen. Die lĂ€ngste Brutdauer haben hier wiederum die SchwĂ€ne. Besonders kurz ist der Zeitraum bei Schwimmenten, aber auch bei arktischen GĂ€nsen, die wegen der extremen Bedingungen ihres Lebensraums die Zeit fĂŒr Brut und Jungenaufzucht so kurz wie möglich halten mĂŒssen.
Eine bemerkenswerte Ausnahme ist die sĂŒdamerikanische Kuckucksente, die kein eigenes Nest baut, sondern ihre Eier in die Nester von BlĂ€sshĂŒhnern und anderen Enten legt. Die Jungen schlĂŒpfen nach 21 Tagen und verlassen nur ein bis zwei Tage spĂ€ter das Nest. Sie sind sofort vollkommen selbststĂ€ndig. Im Gegensatz zum namensgebenden Kuckuck verschonen sie die Eier des Wirtes, dessen Brut somit nicht geschĂ€digt wird. WĂ€hrend die Kuckucksente ein obligatorischer Brutparasit ist, der nie ein eigenes Nest baut, kommt gelegentlicher intraspezifischer Brutparasitismus bei mehreren Arten vor.
Auch bei anderen Entenvögeln sind die Jungen sofort lauf- und schwimmfĂ€hig. Sie werden jedoch noch einige Wochen von den Elternvögeln begleitet. Bei den Entenvögeln, die alljĂ€hrlich neue Paare bilden, ĂŒbernimmt diese Aufgabe allein das Weibchen. Bei lebenslang monogamen Arten sind beide Elternvögel fĂŒr die BrutfĂŒrsorge zustĂ€ndig. Die Rolle besteht vor allem darin, die Jungvögel zu NahrungsgrĂŒnden zu fĂŒhren und sie zu bewachen. SchwĂ€ne transportieren die Jungen oft auf dem RĂŒcken. Diese Begleitung dauert in der Regel vier bis zehn Wochen, kann aber in manchen FĂ€llen erheblich lĂ€nger wĂ€hren. So begleiten junge GĂ€nse ihre Eltern noch manchmal auf dem Zug und bleiben in den Winterquartieren mit ihnen zusammen.
40 bis 60 % der Entenvögel sterben vor dem Erreichen der Geschlechtsreife, die bei den meisten Arten nach einem Jahr eintritt. Auch danach haben Entenvögel eine verhĂ€ltnismĂ€Ăig geringe Lebenserwartung. Sie betrĂ€gt nur zwei bis drei Jahre bei Enten, fĂŒnf Jahre bei GĂ€nsen. SchwĂ€ne haben eine höhere Lebenserwartung. Dies sind jedoch nur Mittelwerte, die auch weit ĂŒberschritten werden können. So lebte eine Stockente 29 Jahre, eine Graugans 26 Jahre.
Entenvögel sind seit dem OligozĂ€n bekannt, doch sind Fossilien aus dieser Zeit extrem rar. Erst im MiozĂ€n kam es zu einer explosiven Radiation. Alle groĂen rezenten Tribus sind bereits aus dem MiozĂ€n belegt.
Einige gröĂere Taxa sind heute ganz ausgestorben. Die Presbyornithidae, Cnemiornithidae (NeuseelandgĂ€nse), Romainvillidae, Cygnopteridae und Paranyrocidae werden hier nicht bei den Entenvögeln, sondern als eigenstĂ€ndige Familien parallel zu ihnen eingeordnet. Folgende fossile und subfossile Taxa bleiben bei den Entenvögeln:
Entenvögel bilden zusammen mit den Wehrvögeln, der SpaltfuĂgans und einigen ausgestorbenen Taxa die Ordnung der GĂ€nsevögel. Die Verwandtschaft dieser Taxa ist heute unbestritten und wurde in morphologischen und genetischen Analysen eindeutig bewiesen. Dabei sind die Entenvögel die Schwestergruppe der SpaltfuĂgans, und beide zusammen sind die Schwestergruppe der Wehrvögel.[1]
Innerhalb der Familie wurde traditionell eine Einteilung in GÀnse und Enten vorgenommen. Den GÀnsen wurden hierbei auch die PfeifgÀnse und SchwÀne, den Enten auch die HalbgÀnse zugeordnet. In neueren Systematiken erhalten die PfeifgÀnse oft den Status einer eigenen Unterfamilie, bei Sibley und Monroe sogar einer eigenen Familie.[2] Die folgende Systematik richtet sich nach Kear 2005 und erhebt auch Affenenten, Ruderenten und HalbgÀnse in den Rang von Unterfamilien:
Die Lappenente (Biziura lobata) und die ausgestorbene Chatham-Ente (Pachyanas chathamica) sind âincertae sedisâ, d. h. sie lĂ€sst sich keinem der genannten Taxa mit Sicherheit zuordnen.
Oft findet sich in Systematiken auch eine Tribus der Glanzenten, die hier den Schwimmenten zugeordnet wurden.
Auf Analysen der mitochondrialen DNA von 2002 basiert das folgende Kladogramm, das allerdings der oben dargestellten Systematik widerspricht:[3]
| Entenvögel |
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Neben den HĂŒhnervögeln sind die Entenvögel gewiss die Vögel mit den engsten Wechselbeziehungen zum Menschen. Mehrere Arten wurden domestiziert, sie tauchen als Gestalten in Mythen, MĂ€rchen, Opern und Comic-Strips auf, und ihr Fleisch, ihre Eier und ihre Federn werden genutzt.
Seit jeher werden Entenvögel wegen ihres Fleisches bejagt. Auf altĂ€gyptischen Wandzeichnungen findet man die Speerjagd auf SpieĂenten bildlich dargestellt. Die Schwierigkeit, flugfĂ€hige Wasservögel ohne Schusswaffen zu bejagen, fĂŒhrte zur Entwicklung von Köderfallen. Die bekannteste ist die Entenkoje, die bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitet war. Hier diente eine Lockente dazu, die Enten in eine Reuse zu locken. Oft war auch ein abgerichteter Hund beteiligt, der die Enten hineinlockte. Hier machten sich die JĂ€ger das Verhalten von Enten zunutze, in der Gruppe einen vermeintlichen Feind anzugehen. Heute werden solche Fallen kaum noch genutzt. Die Jagd mit Schusswaffen wird noch hĂ€ufig praktiziert, allerdings mehr als âSportâ als zur Deckung eines Nahrungsbedarfs.
FĂŒnf Arten von Entenvögeln sind vom Menschen domestiziert worden: die Stockente, die Graugans, die Schwanengans, die Moschusente und die Nilgans. Die Nilgans ist dabei die einzige dieser Arten, die heute nur noch wild vorkommt. Die heutigen HausgĂ€nse stammen von zwei anderen Arten ab: In Europa wurde die Graugans domestiziert, in China die Schwanengans. GĂ€nse zu domestizieren war ein sehr nahe liegender Schritt. Ăhnlich wie Rinder, Schafe, Kamele und Rentiere leben sie ĂŒberwiegend von Pflanzen, die der Mensch nicht selbst verwerten konnte. In Ăgypten war es schon im Alten Reich ĂŒblich, NilgĂ€nse zu halten. Sie spielte eine Rolle im Ă€gyptischen Schaffungsmythos und wurde auĂerdem mit dem Gott Geb assoziiert. Trotzdem wurde sie regelmĂ€Ăig gegessen und nach Art anderer GĂ€nse auch gestopft, um die begehrte Fettleber zu erhalten. Nach der Eroberung durch die Perser (525 v.Chr.) finden sich keine ErwĂ€hnungen der Nilganszucht mehr.[4]
Die Hausente stammt von der Stockente ab. Die Domestizierung erfolgte offenbar zweimal unabhĂ€ngig voneinander: in Europa und SĂŒd-Ostasien. Man schĂ€tzt, dass dies vor ungefĂ€hr 3000 Jahren geschah, also erheblich spĂ€ter als bei HĂŒhnern und GĂ€nsen. WĂ€hrend in Europa die sogenannten Landenten erzĂŒchtet wurden, zu denen auch die Pekingente gehört, die der Stammform im Habitus noch stark Ă€hneln, aber sehr viel schwerer sein können, wurde in Asien eine steile Körperhaltung herausgezĂŒchtet, die bei der ursprĂŒnglich auch aus Asien, vermutlich Malaysia stammenden Laufente zu sehen ist. Landenten eignen sich vor allem als Fleischlieferanten, die Pinguinenten, so der Sammelbegriff fĂŒr Enten mit steiler Körperhaltung, sind hingegen gute Eierleger. Die Entenzucht ist heute in Europa von nachrangiger Bedeutung, nicht aber in Ostasien, wo Enten zu den wichtigsten Nutztieren gehören.
Die Moschusente wurde ursprĂŒnglich in Peru domestiziert. Der Zeitpunkt lĂ€sst sich heute nicht mehr ermitteln, lag aber lange vor der spanischen Eroberung. Ihre Haustierform ist die Warzenente, die bis auf ihre GröĂe und Gefiederfarbe der Wildform gleicht, im Gegensatz zu den allermeisten Hausentenrassen, die von der Stockente abstammen, hat sie ihre FlugfĂ€higkeit beibehalten, weswegen sie auch âFlugenteâ genannt wird. Die Bezeichnung âWarzenenteâ rĂŒhrt von den warzenartigen WĂŒlsten her, die an der Schnabelwurzel an der Kopfoberseite sitzen.
Neben diesen tatsĂ€chlich zu Haustieren gewordenen Entenvögeln gibt es zahlreiche halbdomestizierte Arten, die als Parkvögel weltweit eingefĂŒhrt wurden. Dies hat zur Folge, dass sich Entenvögel auĂerhalb ihres ursprĂŒnglichen Verbreitungsgebiets ausbreiten. Bekanntestes Beispiel ist der Höckerschwan, der im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa eingefĂŒhrt wurde und heute als âder Schwanâ an sich gilt; spĂ€ter wurde er auch in Nordamerika, Australien und Neuseeland eingefĂŒhrt. Auch der schwarze Trauerschwan, ein heimischer Vogel Australiens, ist in manchen Regionen Europas als Parkvogel heimisch geworden, und in Neuseeland vermehrte er sich nach der Einschleppung durch den Menschen im 19. Jahrhundert geradezu explosiv. Andere Beispiele fĂŒr nichteuropĂ€ische Entenvögel, die augenblicklich in Teilen Europas heimisch werden, sind die Mandarinente, die Brautente, die Kanadagans und die Nilgans.
Federn von Entenvögeln werden zu mehreren Zwecken verwendet. Heute ist das BefĂŒllen von Matratzen und Kissen die bekannteste Verwendung. Besonders begehrt sind hier die Daunen der Eiderenten, die besonders leicht sind und sehr wĂ€rmeisolierend wirken. Ăblicherweise werden Eiderdaunen zweimal wĂ€hrend einer Brutzeit gesammelt: einmal direkt nach dem Nestbau, so dass die Enten sie ersetzen mĂŒssen, und dann noch einmal nach dem Verlassen des Nestes. Weitere wichtige Verwendungen waren lange Zeit die Nutzung als Schreibfeder und die Befiederung von Pfeilen. FĂŒr beide Zwecke galten GĂ€nsefedern als besonders geeignet.
Die Beliebtheit der Entenvögel spiegelt sich auch in zahlreichen Mythen, Sagen und MĂ€rchen wider. In der keltischen Mythologie finden sich oft SchwĂ€ne, die in Wahrheit verzauberte Menschen sind. Ein Beispiel hierfĂŒr sind die Kinder des Lir, die 900 Jahre in Schwanengestalt umherirrten. Das Motiv wird auch in der Lohengrin-Geschichte aufgegriffen, wo der Schwan der verschollene Herzog von Brabant ist.
In der griechischen Mythologie findet sich das Schwanenmotiv ebenfalls hĂ€ufig. So hat sich Göttervater Zeus der Leda in Schwanengestalt genĂ€hert und sie geschwĂ€ngert, woraufhin sie zwei Eier legte, aus denen vier Kinder entsprangen, unter diesen auch Helena. Eine weitere Sage erzĂ€hlt von Kyknos, dem Geliebten des Phaeton. Ăber den Tod seines Freundes war er so untröstlich, dass er jahrelang am Ufer des Eridanus auf und ab wanderte, bis er letztlich als Schwan an den Himmel versetzt wurde (Sternbild Schwan).
Im Buddhismus wird die Ente als Sinnbild fĂŒr die UnterdrĂŒckung des Bösen angesehen; verarbeitet wurde dies unter anderem von Hans GĂĄl in seiner Oper Die heilige Ente. In China gilt sie darĂŒber hinaus in einigen Landesteilen auch als Symbol fĂŒr HomosexualitĂ€t sowie den Penis. Speziell die Mandarinente steht indes wegen ihrer ausgeprĂ€gt monogamen Lebensweise fĂŒr eheliche Treue.[5]
Auch GĂ€nse finden sich oft in ErzĂ€hlungen. Am bekanntesten sind wohl die Ereignisse bei der keltischen Eroberung Roms (387 v. Chr.), als die schnatternden GĂ€nse auf dem Kapitol die BĂŒrger vor den Angreifern warnten. Neueren Datums ist Selma Lagerlöfs Geschichte von Nils Holgersson und den WildgĂ€nsen.
Der französische Automatenbauer Jacques de Vaucanson konstruierte, baute und vermarktete im 18. Jahrhundert eine Mechanische Ente, die heute als sein Meisterwerk gilt. Der Citroën 2CV wird auch als Ente bezeichnet.
Die heute wohl bekanntesten fiktiven Entenvögel hat Walt Disney erfunden. Mit Donald Duck, Gustav Gans und anderen bewohnt ein ganzes Volk von Enten und GÀnsen die fiktive Stadt Entenhausen. Andere bekannte Comic-Enten sind Daffy Duck, eine Figur der Warner Bros., und Alfred Jodocus Kwak.
33 Arten stehen auf der Roten Liste der IUCN, was fĂŒr ein artenreiches Taxon mit relativ groĂen Vögeln ein vergleichsweise geringer Anteil ist.
Mehrere Arten sind bereits ausgestorben, darunter die Moa-Nalos Hawaiis und die neuseelĂ€ndische Halbgans Euryanas finschi. Letztere wurde wie der Neuseelandschwan wahrscheinlich bereits von den Maori ausgerottet. Die ökologische Nische des Neuseelandschwans haben inzwischen aus Australien eingefĂŒhrte TrauerschwĂ€ne eingenommen.
In jĂŒngerer Zeit ausgestorben oder erheblich vom Aussterben bedroht sind:
Die Informationen dieses Artikels entstammen zum gröĂten Teil den unter Literatur angegebenen Quellen, darĂŒber hinaus werden folgende Quellen zitiert:
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