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ErdnÀhe

Bahn eines Körpers (A), der die Erde (B) auf einer elliptischen Umlaufbahn umkreist.
F: ErdnÀhe (PerigÀum)
H: Erdferne (ApogÀum)

Die ErdnĂ€he eines Himmelskörpers ist der Zeitpunkt und die zugehörige Position dieses Körpers bezĂŒglich der Erde:

  • Die ErdnĂ€he (das PerigĂ€um), zu der er auf seiner Bahn der Erde am nĂ€chsten kommt.
  • Die Erdferne (das ApogĂ€um) bezeichnet den grĂ¶ĂŸten Abstand.

Die PerigĂ€umsdistanz ist die Distanz des Körpers zur Erde im PerigĂ€um; die ApogĂ€umsdistanz die Entfernung im ApogĂ€um. Dies ist allgemein ĂŒblich die Distanz vom Mittelpunkt des Körpers zum Erdmittelpunkt, nicht etwa zur ErdoberflĂ€che.

Bei Körpern, die die Erde umkreisen (z.B. der Mond oder Satelliten), sind diese beiden Punkte die Apsiden der Umlaufbahn. Bei Körpern, die nicht die Erde, sondern die Sonne umkreisen (z.B. andere Planeten oder Kometen), sind die ErdnÀhe und Erdferne andere Punkte, die auch bei jedem Umlauf anders liegen.

Inhaltsverzeichnis

Mond

Bahn des Mondes, angenÀhert als Ellipse. Der Mond ist in ErdnÀhe (rechts) eingezeichnet. Mond und Erde kreisen beide um den Erde-Mond-Schwerpunkt, der sich in einem der beiden Brennpunkte der Ellipse befindet.

Beim Mond unterscheiden sich die beiden Entfernungen um ĂŒber 13 Prozent, weil die Mondbahn eine deutlich elliptische Form hat (ExzentrizitĂ€t 0,055). Die große Halbachse der Bahn misst 384.405 km, die Erdentfernung variiert hingegen zwischen (im Durchschnitt) 356.410 und 406.740 km im Rhythmus des anomalistischen Monats.

Durch die scheinbare GrĂ¶ĂŸe der Mondscheibe ist die Erdentfernung auch entscheidend fĂŒr die Art einer Sonnenfinsternis: FĂ€llt der Finsternistermin zur ErdnĂ€he, ist der Mond relativ groß und die Finsternis vollstĂ€ndig, bei Erdferne aber nur ringförmig (NĂ€heres hierzu siehe im Artikel Sonnenfinsternis).

Planeten

Konjunktionen und Opposition

Bei unteren Planeten (Planeten innerhalb der Erdbahn, d.h. Merkur und Venus) ist ErdnÀhe nahe der unteren Konjunktion und Erdferne nahe der oberen Konjunktion. Die Planeten stehen in beiden FÀllen, von der Erde aus gesehen, sehr nahe bei der Sonne, vor bzw. hinter der Sonne.

Bei oberen Planeten ist ErdnÀhe nahe der Opposition und Erdferne nahe der Konjunktion.

Die Ereignisse wiederholen sich entsprechend der synodischen Periode etwa jĂ€hrlich (Ă€ußerste Planeten) bis alle zwei Jahre (Mars). Die oberen Planeten werden in ErdnĂ€he rĂŒcklĂ€ufig (Planetenschleife). Die synodische Periode der unteren Planeten ist mit rund vier Monaten (Merkur) bzw. anderthalb Jahren (Venus) im VerhĂ€ltnis deutlich kĂŒrzer.

Kometen

Umlaufbahn eines Kometen (rot) und der Erde (blau)

Bei Kometen kann die ErdnĂ€he nahe dem Perihel liegen, bei sehr schlanken Bahnellipsen aber auch einige Wochen bis Monate vor- oder nachher. Die genaue Situation hĂ€ngt von der Bahnneigung gegen die Ekliptik und vor allem von der Stellung der Erde zum PerigĂ€um ab. Bei der SonnennĂ€he des Kometen C/2004 Q2 (Machholz) im Jahr 2004/2005 (Umlaufzeit 120.000 Jahre) lagen diese zwei Zeitpunkte etwa 20 Tage auseinander, und die zwei Distanzen betrugen 0,347 bzw. 1,205087 AE. NĂ€hert sich ein Komet von der Seite der Erde, liegt seine ErdnĂ€he dann auf der anderen Seite der Sonne und die geringste Distanz ist meist ĂŒber 1 Astronomische Einheit.

Asteroiden

Asteroiden mit einer ErdnÀhe kleiner als dem Radius der Mondbahn bezeichnet man als Erdbahnkreuzer. Ihre Beobachtung und Kartierung ist ein wichtiges Projekt: Ein PerigÀum von weniger als einem Erdradius bedeutet einen Impakt (Einschlag auf der ErdoberflÀche).

Raumfahrzeuge

Satelliten werden bei großem VerhĂ€ltnis von ErdnĂ€he zu mittlerem Bahnradius (große ExzentrizitĂ€t) als Highly-Elliptical-Orbit-Satellit (HEO) bezeichnet.

Literatur

Weblinks

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