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Die ErdnĂ€he eines Himmelskörpers ist der Zeitpunkt und die zugehörige Position dieses Körpers bezĂŒglich der Erde:
Die PerigĂ€umsdistanz ist die Distanz des Körpers zur Erde im PerigĂ€um; die ApogĂ€umsdistanz die Entfernung im ApogĂ€um. Dies ist allgemein ĂŒblich die Distanz vom Mittelpunkt des Körpers zum Erdmittelpunkt, nicht etwa zur ErdoberflĂ€che.
Bei Körpern, die die Erde umkreisen (z.B. der Mond oder Satelliten), sind diese beiden Punkte die Apsiden der Umlaufbahn. Bei Körpern, die nicht die Erde, sondern die Sonne umkreisen (z.B. andere Planeten oder Kometen), sind die ErdnÀhe und Erdferne andere Punkte, die auch bei jedem Umlauf anders liegen.
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Beim Mond unterscheiden sich die beiden Entfernungen um ĂŒber 13 Prozent, weil die Mondbahn eine deutlich elliptische Form hat (ExzentrizitĂ€t 0,055). Die groĂe Halbachse der Bahn misst 384.405 km, die Erdentfernung variiert hingegen zwischen (im Durchschnitt) 356.410 und 406.740 km im Rhythmus des anomalistischen Monats.
Animation des Mondmonats. Neben ErdnĂ€he und -ferne sind auch die Mondphasen sowie die Libration als âTorkelnâ zu beobachten.
Durch die scheinbare GröĂe der Mondscheibe ist die Erdentfernung auch entscheidend fĂŒr die Art einer Sonnenfinsternis: FĂ€llt der Finsternistermin zur ErdnĂ€he, ist der Mond relativ groĂ und die Finsternis vollstĂ€ndig, bei Erdferne aber nur ringförmig (NĂ€heres hierzu siehe im Artikel Sonnenfinsternis).
Bei unteren Planeten (Planeten innerhalb der Erdbahn, d.h. Merkur und Venus) ist ErdnÀhe nahe der unteren Konjunktion und Erdferne nahe der oberen Konjunktion. Die Planeten stehen in beiden FÀllen, von der Erde aus gesehen, sehr nahe bei der Sonne, vor bzw. hinter der Sonne.
Bei oberen Planeten ist ErdnÀhe nahe der Opposition und Erdferne nahe der Konjunktion.
Die Ereignisse wiederholen sich entsprechend der synodischen Periode etwa jĂ€hrlich (Ă€uĂerste Planeten) bis alle zwei Jahre (Mars). Die oberen Planeten werden in ErdnĂ€he rĂŒcklĂ€ufig (Planetenschleife). Die synodische Periode der unteren Planeten ist mit rund vier Monaten (Merkur) bzw. anderthalb Jahren (Venus) im VerhĂ€ltnis deutlich kĂŒrzer.
Bei Kometen kann die ErdnĂ€he nahe dem Perihel liegen, bei sehr schlanken Bahnellipsen aber auch einige Wochen bis Monate vor- oder nachher. Die genaue Situation hĂ€ngt von der Bahnneigung gegen die Ekliptik und vor allem von der Stellung der Erde zum PerigĂ€um ab. Bei der SonnennĂ€he des Kometen C/2004 Q2 (Machholz) im Jahr 2004/2005 (Umlaufzeit 120.000 Jahre) lagen diese zwei Zeitpunkte etwa 20 Tage auseinander, und die zwei Distanzen betrugen 0,347 bzw. 1,205087 AE. NĂ€hert sich ein Komet von der Seite der Erde, liegt seine ErdnĂ€he dann auf der anderen Seite der Sonne und die geringste Distanz ist meist ĂŒber 1 Astronomische Einheit.
Asteroiden mit einer ErdnÀhe kleiner als dem Radius der Mondbahn bezeichnet man als Erdbahnkreuzer. Ihre Beobachtung und Kartierung ist ein wichtiges Projekt: Ein PerigÀum von weniger als einem Erdradius bedeutet einen Impakt (Einschlag auf der ErdoberflÀche).
Satelliten werden bei groĂem VerhĂ€ltnis von ErdnĂ€he zu mittlerem Bahnradius (groĂe ExzentrizitĂ€t) als Highly-Elliptical-Orbit-Satellit (HEO) bezeichnet.