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Erich Klausener

Erich Klausener (1928)

Erich Klausener (* 25. Januar 1885 in DĂŒsseldorf; † 30. Juni 1934 in Berlin) war ein fĂŒhrender Vertreter des deutschen politischen Katholizismus[1] und Staatsbeamter. 1906 wurde er zum Regierungsassessor im Preußischen Handelsministerium ernannt und nach Teilnahme am Ersten Weltkrieg 1917 zum Landrat in Adenau und 1919 in Recklinghausen. Im Jahre 1924 wurde er Ministerialdirektor im preußischen Wohlfahrtsministerium. 1926 wechselte er zum preußischen Innenministerium und ĂŒbernahm dort die Leitung der Polizeiabteilung. Nach der MachtĂŒbernahme der NSDAP wurde er ins Reichsverkehrsministerium versetzt. Als Leiter der Berliner Katholischen Aktion seit 1928 wandte er sich gegen die antikirchliche Politik Adolf Hitlers.

In einer Rede auf dem 32. MÀrkischen Katholikentag am 24. Juni 1934 kritisierte er öffentlich die Kirchenpolitik der Regierung und die Ausgrenzung von weltanschaulichen Kontrahenten durch die Nationalsozialisten. Klausener wurde im Zuge der unter der Propagandabezeichnung Röhm-Putsch bekannt gewordenen politischen SÀuberungswelle in seinem Dienstzimmer ermordet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft

Erich Klausener bei der Fronleichnamsprozession in Berlin 1929

Erich Klausener stammte aus einer Familie, die als „streng katholisch“ bezeichnet wurde.[2] Diese ReligiositĂ€t prĂ€gte nicht nur das Leben innerhalb des Familienkreises, sondern auch das aktive Engagement der Familie in kirchlichen Institutionen.[3] Sein Vater, Peter Klausener (1844–1904), stammte aus der ursprĂŒnglich im österreichischen Flirsch beheimateten Familie Klausener, die als Handwerker um 1740 ins Rheinland kam. Erichs Mutter, Elisabeth Biesenbach (1864–1944), stammte aus einer großbĂŒrgerlichen Familie DĂŒsseldorfs. Klauseners Vater studierte Jura und arbeitete zunĂ€chst als Gerichtsassessor und Friedensrichter in Malmedy. Er bekam eine Stelle in der Verwaltung des RegierungsprĂ€sidenten in DĂŒsseldorf und ĂŒbernahm kommissarisch die Funktion des Landrates in den Kreisen DĂŒsseldorf und Moers. Im Jahr 1880 wurde Peter Klausener als Oberbeamter in der Rheinischen Provinzialverwaltung in DĂŒsseldorf gewĂ€hlt. Peter Klausener engagierte sich besonders in Wohlfahrtseinrichtungen der Rheinprovinz, in Arbeiterkolonien und kĂŒmmerte sich um die FĂŒrsorge fĂŒr entlassene Strafgefangene und Blindenanstalten.[4] Erich Klauseners Großvater mĂŒtterlicherseits, Gustav Biesenbach (1831–1893), war Rechtsanwalt und Zentrumsabgeordneter im Preußischen Abgeordnetenhaus. Elisabeth Biesenbachs Bruder Gustav Biesenbach (1862–1934) wurde BĂŒrgermeister in Unkel am Rhein und Mitglied des Reichstages und des preußischen Landtags fĂŒr die Zentrumspartei.[5] Peter Klausener und Elisabeth Biesenbach heirateten 1884. Erich Klauseners zwei Jahre jĂŒngerer Bruder Bruno wurde 1887 geboren.[6]

Schule und Ausbildung

Nachdem Klausener 1903 in seiner Geburtsstadt DĂŒsseldorf das Abitur („ReifeprĂŒfung“)[7] absolviert hatte, studierte er wie sein Vater Jura. Nach einem Studium an den UniversitĂ€ten in Bonn, Berlin und Kiel legte er 1906 das Referendar-Examen ab.[5] Von 1906 bis 1907 diente er in der Kavallerie als EinjĂ€hrig-Freiwilliger bei dem WestfĂ€lischen Ulanen-Regiment Nr. 5 in DĂŒsseldorf,[8] in dem auch von Papen gedient hat.[9] Dort wurde er Leutnant der Reserve.[5] Ab 1908 war Klausener Regierungsreferendar bei der Regierung in DĂŒsseldorf;[10] 1910 legte er das Assessor-Examen ab. Mit der Arbeit Das Koalitionsrecht der Arbeiter nach Reichsrecht und preußischem Landesrecht systematisch und kritisch dargestellt erwarb Klausener 1911 in WĂŒrzburg den Doktor der Rechts- und Staatswissenschaften, Dr. iur. et rer. pol.[11]

Berufliche Laufbahn

Klausener war fortan im Verwaltungsdienst beschĂ€ftigt. ZunĂ€chst trat er eine Stelle bei dem Landratsamt Neustadt in Oberschlesien an und wechselte 1913 als Regierungsassessor an das preußische Handelsministerium in Berlin. In Berlin lernte er Hedwig Kny (1888–1971) kennen, eine Tochter des Professors der Botanik Leopold Kny, und heiratete sie in DĂŒsseldorf am 1. August 1914.[12] Nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er Ordonnanzoffizier und war zunĂ€chst in Belgien und Frankreich, dann mit dem 8. Westpreußischen Infanterie-Regiment Nr. 175 an der Ostfront eingesetzt; 1914 erhielt er das Eiserne Kreuz 2. Klasse, 1917 das der 1. Klasse.[5] Am 18. Januar 1917 kam sein gleichnamiger Sohn Erich Klausener auf die Welt.[13] Erich Klausener wurde am 1. MĂ€rz zum Regierungsrat und, nach Entlassung aus dem MilitĂ€rdienst, am 23. Oktober kommissarisch zum Landrat des Landkreis Adenau in der Eifel bestellt.[14][5] Unter anderem ist Klausener in Adenau dafĂŒr bekannt, dass er die Errichtung des NĂŒrburgrings plante.[15] Zwei Jahre spĂ€ter, am 28. August 1919,[5] erfolgte seine Ernennung zum Landrat des Landkreises Recklinghausen, des damals grĂ¶ĂŸten preußischen Landkreises mit 344.000 Einwohnern. Schwerpunkte seiner dortigen Amtszeit waren Förderung und Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur, die GrĂŒndung der Kreisbank sowie die Einrichtung einer zweiten landwirtschaftlichen Schule.[5] Als Zentrum seiner Arbeit verstand Klausener aber den Sozial- und Gesundheitsbereich mit dem Aufbau von MĂŒtterberatungs-, Tuberkulose- und SĂ€uglingsfĂŒrsorgestellen im Kreis und der Errichtung von KindererholungsstĂ€tten u.a. an der Nordsee.[16]

In seiner Zeit als Landrat in Recklinghausen zeigte sich Klausener, wie damals viele Mitglieder der Zentrumspartei, sozial engagiert. Klauseners auf christlicher Überzeugung beruhendes soziales Engagement brachte ihm den Beinamen „roter“[2] oder „sozialer Landrat“[5] und die Gegnerschaft rechtsgerichteter Kreise ein.[2] Klausener war aber ein klarer Gegner linker Bewegungen. So sagte er in einer Anhörung zum Preußenschlag 1932, er hĂ€tte im Vergleich zu Severing, in seiner Zeit als Ministerialdirektor unter diesem, ein „erheblich anderes Vorgehen gegen die Kommunistische Partei“ stattfinden lassen, wĂ€re es ihm möglich gewesen.[17] Klausener unterstĂŒtzte, aus „vorbehaltloser“[18] Überzeugung zur Verfassungsordnung der Weimarer Republik, wĂ€hrend des Kapp-Putsches im MĂ€rz 1920 den Generalstreik gegen die reaktionĂ€ren Putschisten in Berlin. PlĂ€dierte aber auch wenige Wochen spĂ€ter fĂŒr ein Eingreifen der Reichswehr gegen die linksradikale Rote Ruhrarmee, welche im Ruhrgebiet einen Aufstand initiierte.[19] Trotz seiner offenbar positiven Einstellung gegenĂŒber der republikanischen Ordnung besuchte Klausener zwei Traditionsveranstaltungen seiner ehemaligen Kameraden aus der Kriegsdienstszeit, was zu politischen Schwierigkeiten fĂŒhrte. Dies wurde von Innenminister Severing, seinem zukĂŒnftigen Dienstherrn, kritisiert, da er Veranstaltungen „mit ausgeprĂ€gt monarchistisch-militĂ€rischer Aufmachung“ besuche. Im April 1922 nahm Klausener letztmals an einem solchen Treffen teil, als dort eine Huldigungsadresse fĂŒr Wilhelm II. angefertigt wurde, ohne dass Klausener das Treffen verließ, was Severing als „große Unvorsichtigkeit“ bezeichnete.[20][21]

1923 wurde Klausener wĂ€hrend der Ruhrbesetzung zu zwei Monaten GefĂ€ngnis verurteilt und zeitweise aus dem Ruhrgebiet ausgewiesen. Grund fĂŒr die Verurteilung vor dem belgischen Kriegsgericht war ein Protestschreiben, das Klausener an die belgische Ortskommandatur geschickt hatte. In diesem Schreiben kritisierte Klausener die Misshandlung von deutschen Polizeibeamten durch die belgische Besatzungsmacht.[22]

Karl Friedrich Zörgiebel, Albert Grzesinski und Erich Klausener bei der Verfassungsfeier der Berliner Schutzpolizei im August 1929

Nach einer zweijĂ€hrigen Amtszeit als Ministerialdirektor und Abteilungsleiter fĂŒr Jugend- und ErwerbslosenfĂŒrsorge im preußischen Wohlfahrtsministerium wurde Klausener 1926 auf Vorschlag des Zentrumsabgeordneten Joseph Heß in das preußische Innenministerium berufen. Dort ĂŒbernahm er die Leitung der fĂŒr die Polizei zustĂ€ndigen Abteilung. Der bisherige Leiter dieser Abteilung, Wilhelm Abegg (DDP), wurde zum StaatssekretĂ€r im Innenministerium befördert und blieb in dieser Funktion bis zum Preußenschlag am 20. Juli 1932. Im Innenministerium diente Klausener als Ministerialdirektor unter verschiedenen Innenministern der SPD: Grzesinski (1926–1930), Waentig (1930), Severing (1930–1932) und unter dem parteilosen Bracht (ab 1932). Klausener vertrat somit das Zentrum, den zweitstĂ€rksten Koalitionspartner der Weimarer Koalition, im Innenministerium.[23] Zusammen mit den Referenten Christian Kerstiens und Robert Kempner wirkte Klausener, der „an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung“ stand,[24] in entscheidender Weise an der Entstehung des preußischen Polizeiverwaltungsgesetzes mit. Dieses Gesetz brachte die Polizei Preußens in Einklang mit den demokratischen Prinzipien der Weimarer Republik und beeinflusste langfristig die Entwicklung des Polizeirechtes in den spĂ€teren BundeslĂ€ndern.[25]

Zusammen mit Albert Grzesinski war Klausener ein ĂŒberzeugter Gegner linker und rechter „Kampforganisationen“, der nationalsozialistischen Sturmabteilung und des kommunistischen Roten FrontkĂ€mpferbundes, die er als lebensbedrohlich fĂŒr die Weimarer Republik einstufte und mit den Mitteln der preußischen Polizei entschieden bekĂ€mpfte.[26] Bei den Unruhen in Berlin vom 1. bis 3. Mai 1929, bekannt als Blutmai, wurden durch die unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸige HĂ€rte der Polizei 33 Zivilisten getötet und 198 weitere unbeteiligte Personen verletzt.[27] AnlĂ€sslich der Übergabe des PolizeiprĂ€sidiums und der UnterkĂŒnfte der Polizei in Recklinghausen hatte Klausener 1929 in Vertretung des preußischen Innenministers die Rolle der Polizei als des in vielen Regionen „einzigen Garanten staatlicher Macht“ programmatisch definiert: Den Prinzipien der „Gerechtigkeit“ und der „Freiheit“ verpflichtet, sei „sie stark genug, jeden Versuch der UmwĂ€lzung zu bekĂ€mpfen; niemand möge den Versuch unternehmen, die Macht und die SchlagfĂ€higkeit unserer Polizei auf die Probe zu stellen.“[28] Allerdings beklagte Klausener nach einem Besuch in Italien 1932 die AusrĂŒstung der deutschen Polizei, da es dieser wegen des Versailler Vertrages nicht gestattet war ihre Bewaffnung aufzurĂŒsten. In Italien hingegen wurden beispielsweise die Beiwagen von MotorrĂ€dern mit Maschinengewehren ausgerĂŒstet, was Klausener zuvor unbekannt war, ihn aber durchaus „faszinierte“.[29][30]

Vorsitz der Katholischen Aktion in Berlin

Der 28. mÀrkische Katholikentag im Deutschen Stadion, Juni 1930, wurde von Klausener organisiert. Im Hintergrund der Altar mit dem 15 m hohen Kreuz

Enge Kontakte unterhielt Klausener zu fĂŒhrenden Vertretern der katholischen Kirche, so zu Franz Xaver MĂŒnch, Abt Ildefons Herwegen aus Maria Laach und Erich Przywara.[12] Klausener wurde in den Vorstand des Katholischen Akademikerverbandes gewĂ€hlt.[31][2] Auf Wunsch des Berliner Weihbischofs Josef Deitmer ĂŒbernahm Klausener 1928 zusĂ€tzlich zu seiner Ministerialdirektorenstelle die Leitung der Katholischen Aktion in der FĂŒrstbischöflichen Delegatur fĂŒr Brandenburg und Pommern, die 1930 nach dem Preußenkonkordat zum Bistum Berlin wurde. Die Rolle der Aktion bestand darin, bereits existierende katholische Vereine, wie zum Beispiel das Zentralkomitee der katholischen Vereine Berlin und Umgebung und die Berliner Caritas, zu koordinieren und ihre Interessen stĂ€rker zu vertreten.[32] Die Katholische Aktion in Berlin sah 1928 ihre Aufgabe darin, der Expansion teilweise atheistisch und antikirchlich geprĂ€gter Bewegungen wie der SPD, der KPD und der Freidenkervereine entgegenzuwirken. Die NSDAP wurde hingegen von dem politischen Katholizismus um 1928 nicht so stark staatsgefĂ€hrdend wahrgenommen.[33]

In diesem Zusammenhang war es Klausener besonders wichtig, durch jĂ€hrliche katholische Kundgebungen, wie die Papstkrönungsfeier, der Diözesankatholikentag oder der katholische Vereinstag am Buß- und Bettag,[34] PrĂ€senz und Einheit der Berliner katholischen Gemeinschaft zu demonstrieren.[35] FĂŒr ihn waren diese Kundgebungen eine „Visitenkarte der Berliner Katholiken“,[36] sie nahmen deshalb unter seiner Leitung ein immer grĂ¶ĂŸeres Ausmaß an. Diese Massenveranstaltungen behielten aber stets ihren religiösen Charakter; dabei wurden sie dafĂŒr kritisiert, dass sie Sakramenten wie der Eucharistie keinen wĂŒrdigen Rahmen böten.[36] Als Vorsitzender der Aktion kĂ€mpfte er außerdem besonders gegen die zunehmende Veröffentlichung pornographischen Materials in Berlin. Am 19. MĂ€rz 1931 richtete er eine Eingabe an den preußischen Innenminister Severing in der er ihn, im Namen der katholischen Aktion, aufforderte, „dafĂŒr Sorge zu tragen, dass die gesetzlichen Bestimmungen, die dem Schutze der guten Sitten zu dienen bestimmt sind, in strengerer Weise gehandhabt werden als bisher.“[37] Die Eingabe fand vielfach Beachtung, so wurde Klausener dafĂŒr von der Berliner Morgen-Zeitung als „MinisterrĂŒffler“ tituliert und auch der Vorsitzende der Preußischen Zentrumsfraktion, Joseph Heß, kritisierte ihn heftig.[38] Da die Arbeitslosigkeit nach der Weltwirtschaftskrise auch in Berlin rasch zunahm, unterstĂŒtzte die Katholische Aktion mehrere karitative Organisationen. 1930 fasste der Caritasausschuss der Katholischen Aktion die Ziele der Katholischen Aktion zusammen: „[Wir] mĂŒssen unseren erwerbslosen Jugendlichen [
] nicht nur materiell helfen, sondern vor allem an der Seele gesund erhalten“.[39]

Preußenschlag

Einen Umbruch stellte der 20. Juli 1932 fĂŒr die Republik dar. Dieses Datum ist als Preußenschlag bekannt. An diesem Tag wurde gegen die Verfassung der Weimarer Republik die Regierung Preußens von einem Reichskommissar ĂŒbernommen; Innenminister Carl Severing wurde durch Franz Bracht ersetzt, der die Leitung des preußischen Innenministeriums kommissarisch ĂŒbernahm. Bereits wenige Wochen vor dem 20. Juli ahnte Klausener die zukĂŒnftigen Ereignisse des Preußenschlages und warnte Severing davor. Severing und Klausener diskutierten die Frage, ob ein Polizeieinsatz möglich sei, um den Freistaat Preußen vor einer Übernahme des Deutschen Reiches zu schĂŒtzen. Aus Angst vor einer Auseinandersetzung zwischen Polizei und Heer lehnte Severing diesen Vorschlag ab. Klausener kritisierte spĂ€ter öffentlich die zaudernde Abwehr des Preußenschlags, allerdings gewann der stellvertretende MinisterprĂ€sident Heinrich Hirtsiefer den Eindruck, dass Klausener bei einem „Komplott, das gegen die preußische Regierung gesponnen wurde die Hand im Spiele“ gehabt hatte.[40] Auch Severing behauptete Ähnliches:

„Der Ministerialdirektor Klausener (
) hat sich in der Zeit der ersten Bracht-Tage im Preußischen Innenministerium als unaufrichtig und illoyal erwiesen.“

– Carl Severing in seinen Memoiren „Mein Lebensweg“[41]
Dieser Meinung wurde aber vom SekretĂ€r der Katholischen Aktion in Berlin von 1930 bis 1934[42] Walter Adolph[43] und von Klauseners Neffe[44] Tilman PĂŒnder[45] widersprochen. Der Historiker Klaus Große Kracht sieht ebenso eine Beteiligung Klauseners an der Vorbereitung des Preußenschlags als höchst unwahrscheinlich an.[46] Am 20. Juli stellte Bracht Klausener die Frage, ob er weiterhin die Leitung der preußischen Polizei ĂŒbernehmen wolle.[43] Klausener lehnte eine sofortige Beantwortung der Frage ab, da er fĂŒrchtete, dass eine Bejahung als Verrat gegen die Republik gesehen werden könnte. Er diskutierte mit den Zentrumspolitikern Heinrich Vockel und Heinrich Krone, ob er weiterhin die Leitung der preußischen Polizei ĂŒbernehmen solle. Beide Abgeordneten, sowohl Vockel als auch Krone, rieten Klausener, das Amt weiterzufĂŒhren. Krone war der Meinung, „dass es in der kritischen Zeit darauf ankĂ€me, alle Stellungen zu halten, die noch in den HĂ€nden von Zentrumsleuten lĂ€gen.“[47]

Nach dem MachtĂŒbergang diente Klausener der Regierung Bracht weiter so wie er der frĂŒheren Regierung gedient hatte. Laut Große Kracht spricht vieles dafĂŒr, dass Klausener nicht unbedingt unglĂŒcklich mit der neuen politischen Richtung war. Diese Einstellung war in Einklang mit der Politik der Katholischen Aktion.[48] Im August 1932 schrieb der SekretĂ€r der Aktion Walter Adolph im Kirchenblatt einen durchaus positiven Artikel ĂŒber eine Anordnung Brachts zur Hebung der öffentlichen Sittlichkeit: „Wir freuen uns, dass der [
] OberbĂŒrgermeister Bracht in einem Erlass an die Polizeibehörden die Grundlage fĂŒr die BekĂ€mpfung ĂŒbelster AuswĂŒchse geschaffen hat.“[49]

MachtĂŒbernahme der NSDAP

Erich Klausener, 1933

Mit der MachtĂŒbernahme der NSDAP am 30. Januar 1933 wurden viele Ämter im Preußischen Innenministerium neu besetzt. Der Innenminister Franz Bracht wurde durch Hermann Göring ersetzt. Auch Klausener musste mit einer Entlassung aus seinem Dienst rechnen. Am 13. Februar 1933 wurde Klausener von seinen Dienstpflichten im Innenministerium entbunden und am 1. MĂ€rz 1933 als Leiter der Schifffahrtsabteilung in das Reichsverkehrsministerium unter Minister von Eltz-RĂŒbenach berufen. Als Göring Klausener empfing, um ihm seine Versetzung mitzuteilen, kĂŒndigte er an, jeden zu bekĂ€mpfen, der gegen die NSDAP arbeite.

„Sie haben uns mit Nadelstichen bekĂ€mpft, und diese Taktik hat unsere Lebenskraft noch angefeuert. Ich versichere Ihnen: merken wir, daß jemand gegen uns arbeitet, so werden wir mit der Faust zuschlagen.“

– Hermann Göring zu Klausener, 1933[50]

Jedoch stand Klausener dem nationalsozialistischen Regime nicht vollstĂ€ndig ablehnend gegenĂŒber.[31][51] Ähnlich wie von Papen[52] war er davon ĂŒberzeugt, dass Hitler sich von der tagtĂ€glichen Regierungspraxis, von der „still und konsequent wirkenden Kraft der BĂŒrokratie“, zĂ€hmen lassen wĂŒrde.[53] Obwohl Klausener die nationalsozialistische Ideologie und besonders den Ideologen Alfred Rosenberg öffentlich kritisiert hat, befĂŒrwortete er die Art, mit der die neue FĂŒhrung des Landes einige vorhandene Probleme behandelte.[54] Explizit hat Klausener einige politische Entscheidungen Hitlers begrĂŒĂŸt, wie zum Beispiel die Einrichtung der „Kraft durch Freude“-Organisation und die des „Eintopfsonntags“.[55] Klausener wollte durch eine aktivere Teilnahme der Katholiken an der nationalsozialistischen „nationalen Erhebung“ einen gewissen politischen Einfluss wahren.[56] Schwegel nach „begriff er die ‚nationale Revolution‘ als gemeinsames Aufbauwerk, dem sich die Katholiken nicht entziehen dĂŒrften.“[57] In einer Rede, die Klausener am 26. MĂ€rz 1933 vor den SchĂŒlern des Lietzensee-Gymnasiums und Liebfrauen-Lyzeums hielt, hieß es: „Seid katholisch und seid deutsch! [
] Als BĂŒrger unseres Vaterlandes fĂŒhlen wir den heißen Strom nationaler Begeisterung, der durch unser Volk geht [
] Aus unserer religiösen Überzeugung erwĂ€chst die Pflicht und Kraft der Hingabe an Volk und Nation. Der ganze katholische Mensch ist auch der ganze deutsche Mensch.“ Schwegel deutet diese Aussage patriotisch, da sich Klausener laut Schwegel nicht nur der neuen StaatsfĂŒhrung konform Ă€ußern, sondern vor allem einen neuen „Kulturkampf“ zwischen Kirche und Staat vermeiden wollte.[58] Am 15. Oktober 1933, nach dem Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund, telegraphierten Kapitularvikar Paul Steinmann und Klausener im Namen der Katholischen Aktion Berlins an Hitler: „In den Schicksalsstunden der Nation treten die Katholiken des Bistums Berlin in unerschĂŒtterlicher Liebe zum Volk und Vaterland geschlossen hinter den FĂŒhrer und Kanzler in seinem Kampf fĂŒr die Gleichberechtigung und die Ehre der Nation und die Wiederherstellung eines gerechten Friedens unter den Völkern.“[59] Dabei war die Katholische Aktion Berlin nicht die einzige Einrichtung, die ein derartiges Telegramm ĂŒberstellt hatte. Auch bekannte Gegner des Regimes hatten den Austritt aus dem Völkerbund begrĂŒĂŸt.[60] Solche Bekundungen zum Austritt aus dem Völkerbund wurden von der Propaganda vielfach als reine UnterstĂŒtzung der Reichsregierung benutzt.[61][60]

Am 28. mĂ€rkischen Katholikentag feierte der pĂ€pstliche Nuntius in Berlin, Monsignore Cesare Orsenigo, die Heilige Messe mit ĂŒber 50.000 Menschen

Klausener war es zwar bewusst, dass sich die Beziehung zwischen der Kirche und der nationalsozialistischen Regierung stets verschlechtert hatte, er war aber der Auffassung, dass dies hauptsĂ€chlich auf einen Mangel an Kommunikation und Diplomatie zurĂŒckzufĂŒhren wĂ€re und dass ein Kompromiss in erreichbarer NĂ€he lĂ€ge.[54][62] Diese Meinung wurde durch die ErklĂ€rung Hitlers am Tag von Potsdam am 21. MĂ€rz 1933 unterstĂŒtzt, in der er „freundschaftliche Beziehungen zu dem Heiligen Stuhl“ versprach. Das Konkordat, das Hitler mit der Kirche am 20. Juli 1933 schloss, bestĂ€tigte diese weit verbreitete Meinung.[63] Die Auffassung Klauseners zum Nationalsozialismus wurde vom Apostolischen Nuntius, Erzbischof Cesare Orsenigo geteilt. Dieser war der Meinung, dass das nationalsozialistische Regime keine Erscheinung von kurzer Dauer sein werde und dass folglich ein diplomatischer Bruch zwischen dem Heiligen Stuhl und Deutschland gravierende negative Konsequenzen haben könnte.[64] Dem Historiker Klaus Große Kracht zufolge war der Berliner Generalvikar Paul Steinmann der Meinung, dass Klausener zu freundlich zum NS-Regime gewesen sei und aufgrund dieser Haltung seine Stellung als Vorsitzender des Katholischen Kirchentages „nicht mehr lange halten könne“.[65] Große Kracht betont den Widerspruch zwischen Adolphs Biographie, in der herausgehoben wird, dass Klausener am Ende seines Lebens in einen „unversöhnlichen Gegensatz zur NS geraten“ musste,[66] und den unveröffentlichten Aufzeichnungen desselben, nach denen Klausener noch kurz vor seinem Tod „eine Lanze nach der anderen fĂŒr das dritte Reich gebrochen“ habe. Deswegen bleiben Klauseners Ansichten zum Nationalsozialismus teilweise unklar.[67]

Je grĂ¶ĂŸer der nationalsozialistische Einfluss auf die deutsche Gesellschaft wurde, desto grĂŒndlicher wurde jeder christliche Einfluss aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. In diesem Zusammenhang war es besonders schwierig, die Katholische Aktion fortzufĂŒhren.[68] Nach der Selbstauflösung der Zentrumspartei am 5. Juli 1933 war die Katholische Aktion die einzige öffentliche Verkörperung des politischen Katholizismus.[69] Trotz der erfolgten MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten setzte Klausener seine TĂ€tigkeit im Laienapostolat fort und provozierte mit demonstrativen Treuebekundungen zur Kirche die nationalsozialistischen Machthaber.[55] Beim 31. Katholikentag im Bistum Berlin am 25. Juni 1933 im Grunewald-Stadion wandte sich Klausener gegen die neuesten politischen Entwicklungen. Er forderte eine Begleitung der nationalsozialistischen „Revolution“ durch eine christlich geprĂ€gte Bewegung.

„Wenn die Revolution der nationalen Erhebung nicht begleitet wird von einer Revolution der inneren geistigen Erneuerung, dann ist alle Kraft und Arbeit und alle MĂŒhe vergebens.“

– Erich Klausener am 25. Juni 1933[70]

Mit „geistiger Erneuerung“ meinte Klausener die Übernahme der Werte des katholischen Christentums. Seine Forderung bestand darin, der nationalsozialistischen Bewegung grundlegende christliche Werte hinzuzufĂŒgen. Der Ideologe der NSDAP, Alfred Rosenberg, erwiderte am 27. Juni 1933 im Völkischen Beobachter auf Klauseners Kritik an der nationalsozialistischen Bewegung:

„Der Zentrumsmann Dr. Klausener sieht also den 14jĂ€hrigen Kampf Adolf Hitlers und die große Erhebung unseres Volkes [
] als eine von noch nicht genĂŒgend innerer Geistigkeit getriebene Bewegung an!“

– Alfred Rosenberg am 27. Juni 1933.[71]

Vor Beginn des 31. Katholikentages hatte Arbeitsminister Robert Ley den katholischen ArbeitsverbĂ€nden Staatsfeindlichkeit vorgeworfen, was Klausener dazu veranlasste, öffentlich Stellung zu diesem Angriff zu nehmen. Der nationalsozialistisch veranlagte Katholische Verein fĂŒr nationale Politik reagierte empört auf Klauseners Kritik an der Gleichschaltung der Arbeitervereine.[72]

AnlĂ€sslich des mĂ€rkischen Katholikentages am 24. Juni 1934 im Hoppegarten hielt Klausener eine leidenschaftliche Rede vor 60.000 Zuschauern.[73] Der Originaltext dieser improvisierten Rede ist nicht erhalten. Klausener selber beschrieb den Ablauf der Kundgebung und seine Rede in einer Karte an seine Mutter, in der er betont, dass die Rede gut verlaufen sei und er „nur zum Frieden und zur Liebe geredet“ habe.[74] Max Gallo schreibt in seinem Buch Der schwarze Freitag der SA, dass Klausener sich „nach einem Lob auf die Regierung“ damit begnĂŒgte, „fĂŒr die Katholiken das Recht zu fordern, ihr innerkirchliches Leben ungestört fĂŒhren zu können“.[75] Diese Rede war aber in den Augen vieler Beobachter ausschlaggebend fĂŒr Klauseners Ermordung.[76] Der Schwerpunkt dieser Rede war einerseits Treue der Katholiken zur Kirche und Vaterland und andererseits Menschenliebe.[77] In dieser Rede hat Klausener ein „Treuegelöbnis fĂŒr die Kirche, fĂŒr Papst und Bischof“ ausgesprochen „und so die Existenz einer vom Staat unabhĂ€ngigen, der offiziellen Ideologie widerstreitenden Organisation demonstrativ unter Beweis gestellt“.[78] Erich Klausener – Klauseners Sohn – berichtet, dass die Teilnehmer des 32. MĂ€rkischen Kirchentages, die Rede so verstanden haben, dass diese Menschenliebe jede Bevölkerungsgruppe einschließt, auch die jĂŒdische Bevölkerung.[79] In dem Personenverzeichnis GedenkstĂ€tte Deutscher Widerstand heißt es, dass Klausener sich in dieser Rede gegen die Ausgrenzung von Menschen anderer Weltanschauungen durch die Nationalsozialisten wandte.[80] Der Historiker Michael Behnen betont, dass Klausener in seiner Rede auch die kirchenfeindlichen Maßnahmen der Regierung und deren Rassenpolitik angegriffen habe.[81] Dies steht allerdings im Widerspruch zu einer Aussage Klauseners auf dem Katholikentag am 25. Juni 1933, nach der es Klausener wie eine „Erlösung“ vorkommt, „dass die Reichsregierung [
] denen das Handwerk gelegt haben [
], die die Pest der moralischen Verseuchung [
] verbreiteten, [
] die das Volk [
] schon in seiner völkischen eugenischen Entwicklung angefressen hat“.[82]

Ermordung

Im Zuge der unter der Propagandabezeichnung Röhm-Putsch bekannt gewordenen politischen SĂ€uberungswelle wurden neben SA-FunktionĂ€ren auch Gegner des Nationalsozialismus ermordet. Zu den Opfern gehörte auch Erich Klausener. Am 30. Juni 1934 beauftragte der Leiter des Geheimen Staatspolizeiamtes Reinhard Heydrich den SS-Mann Kurt Gildisch damit, Klausener aufzusuchen und auf der Stelle zu erschießen. Zu diesem Zweck schickte er ihn in Begleitung eines Gestapo- oder SD-Angehörigen – wahrscheinlich Hermann Behrends[83] – ins Reichsverkehrsministerium.

Gildisch eröffnete Klausener in dessen Dienstzimmer im Verkehrsministerium, dass er verhaftet sei. Gildisch schoss mit seiner Pistole Klausener in den Kopf. Klausener erlag dieser Schussverletzung sofort. Nachdem Gildisch Heydrich telefonisch Vollzugsmeldung erstattet hatte, gab Heydrich ihm den Auftrag, den Mord als Suizid zu tarnen. Nach Gildischs RĂŒckkehr ins Geheime Staatspolizeiamt erklĂ€rte Heydrich ihm, dass Klausener „ein gefĂ€hrlicher Katholik“ gewesen sei, der gegen die Regierung gearbeitet habe.[84]

Als Hauptmotiv fĂŒr Klauseners Ermordung gilt seine Rede auf dem Katholikentag vom 24. Juni im Hoppegarten, in der er sich gegen die weltanschauliche Intoleranz des Nationalsozialismus gewandt hatte.[76] Als politischer Beamter im Preußischen Innenministerium hatte er zudem vor 1933 zahlreiche PolizeieinsĂ€tze gegen die Nationalsozialisten verantwortet. Der Historiker Lothar Gruchmann hebt hervor, dass Klausener „eingehende Kenntnis von zahlreichen ungesetzlichen Handlungen und den zweifelhaften Methoden der NSDAP“ gewonnen habe und deswegen „den nunmehrigen Machthabern unbequem sein musste.“[85] In der Exilpresse wurde Klausener zwar hĂ€ufig fĂ€lschlicherweise dem Stab von Franz von Papen und den dortigen Reform- und Umsturzbestrebungen zugerechnet. Der Historiker Hans Rothfels hob jedoch darauf ab, dass Klausener lediglich als potentieller Ansatzpunkt einer möglichen Opposition gesehen wurde, ohne dass erkennbar sei, dass er tatsĂ€chlich in die Aktionen oder Planungen des damaligen Widerstandes verwickelt gewesen wĂ€re.[86] Ob Klauseners TĂ€tigkeit als aktiver Widerstand gegen das Nazi-Regime zu werten ist, bleibt unklar. Laut Ger van Roon kam der katholische Widerstand nie ĂŒber die ersten von Ernst Wolf formulierten Phasen-Normen, nĂ€mlich die Verteidigung der eigenen Rechte, hinaus.[87] Max Gallo betont, dass Klausener keine Ausnahme darstellt.[75] Klauseners Sohn geht davon aus, dass die Rede auf der Galopprennbahn Hoppegarten nicht als Widerstand, sondern eine unpolitische Meinung des Redners zu werten ist. Die Nationalsozialisten dagegen interpretierten, so Klauseners Sohn, die Rede als eine objektive WiderstandserklĂ€rung gegen die Ideologie und die Bewegung des Nationalsozialismus.[79] Im Lagebericht der SS vom Mai/Juni 1934 heißt es, dass Klauseners Massenkundgebungen in Berlin gegen die Schulungsarbeit der NSDAP gewirkt haben.[88] Auch Große Kracht hĂ€lt die Massenkundgebungen als einen möglichen Grund fĂŒr Klauseners Ermordung.[89] So hebt er heraus, dass die Mobilisierung von 50–60.000 Menschen die NS-FĂŒhrung so stark „verunsichert“[90] haben dĂŒrfte, dass sie sich gezwungen sah, einen Schlag gegen die „Überreste des politischen Katholizismus“[91] zu fĂŒhren. Alternativ zeigt er zwar die Vermutung, dass es sich bei der Ermordung Klauseners um einen „Racheakt der NS-FĂŒhrung an dem ehemaligen Leiter der Polizeiabteilung im preußischen Innenministerium“[91] gehandelt habe, aber er zeigt, dass die Organisation von Massenkundgebungen eine „entscheidendere“[90] Rolle gespielt haben dĂŒrfte. Jedoch erwĂ€hnt Große Kracht auch, dass Klauseners Ermordung nicht von „langer Hand geplant“, sondern am 30. Juni 1934 eher kurzfristig angeordnet und deswegen eine Art „Überschussreaktion“ gewesen sein könnte.[92]

Reaktionen

Insbesondere von katholischer Seite gab es empörte Stellungnahmen. Wenige Tage nach dem Mord an Klausener wurde in der Osservatore Romano am 2./3. Juli 1934 folgendes veröffentlicht:

„Einige Zeitungen haben die Meldung gebracht, dass der Chef der Katholischen Aktion in Berlin sich durch Selbstmord der Verhaftung entzogen hĂ€tte. Ähnliche Meldungen bedĂŒrfen keines Dementis, um so mehr, als ihre AbsurditĂ€t am Tage liegt.“

– Osservatore Romano vom 2./3. Juli 1934[93]
Am 3. Juli 1934 wurde ein Trauergottesdienst in der Hauskapelle des Bischöflichen Ordinariates gehalten. Wenige Tage spĂ€ter, am 7. Juli 1934, fand ein Requiem statt, bei dem die Urne mit Klauseners Asche beigesetzt wurde. Sowohl der Trauergottesdienst als auch das Requiem fanden aus Angst vor der Reaktion der Nationalsozialisten im engsten Familienkreis statt.[94] Einige Tage nach dem Requiem ließ das Bischöfliche Ordinariat in allen Kirchen des Bistums Berlin die Nachricht ĂŒber Klauseners Tod verkĂŒnden. Bei dieser VerkĂŒndung wurde der Klerus aufmerksam gemacht, die „gebotene ZurĂŒckhaltung zu beobachten und das Gesamtwohl der Kirche nicht aus den Augen zu lassen“.[95] Das Schweigen der Kirche bezĂŒglich des Falles Klausener kritisierte der in die Schweiz emigrierte Publizist Waldemar Gurian scharf:

„Das Schweigen der Bischöfe ist vielleicht noch furchtbarer als alles, was am 30. Juni geschehen ist.“

– Waldemar Gurian, 1934[96]

Diese Kritik ist aber in Zusammenhang mit der gesamten Kirchenpolitik des Heiligen Stuhles und der Bischöfe zu betrachten.[97] Die kirchliche Politik bestand u. a. darin, „Situationen zu vermeiden, die zu einem Bruch der LoyalitĂ€tspflicht des Konkordats ausgelegt werden könnten“.[98] Die Kirche sah darin ein Mittel, sich als Institution zu retten. Dies fĂŒhrte aber auch zu einer GefĂ€hrdung ihrer GlaubwĂŒrdigkeit. Dazu Ă€ußerte Konrad Adenauer 1946 die Meinung, dass eine deutlichere öffentliche Stellungnahme der Kirche den Verlauf der Geschichte hĂ€tte verĂ€ndern können.[99]

Trotz des bischöflichen Mahnrufs widersprach Klauseners Pfarrer Albert Coppenrath öffentlich der offiziellen These des Suizids und verwies in einer Predigt auf den „erschossenen“ KatholikenfĂŒhrer Klausener. Nach der Kollekte fĂŒr ein Klausener-Denkmal auf dem Friedhof der St.-Matthias-Gemeinde wurde Coppenrath verhaftet. Die folgende Gerichtsverhandlung am 3. August 1936 wegen „Kanzelmissbrauchs“ endete mit einem Freispruch.[100] Coppenraths AmtsvorgĂ€nger Clemens August Graf von Galen, seit 1933 Bischof von MĂŒnster, löste 1936 einen öffentlichen Konflikt mit Reichskirchenminister Kerrl aus. Bei einer Predigt im Xantener Dom erinnerte der Bischof an die „frischen GrĂ€ber, in denen die Asche derer ruht, die das katholische Volk fĂŒr MĂ€rtyrer des Glaubens hĂ€lt.“ Der Kritik des Ministers an dieser Predigt hielt Galen ausdrĂŒcklich das Schicksal Klauseners entgegen.[101]

Zwei Jahre zuvor hatten die Morde des 30. Juni 1934, denen mit Klausener, dem DJK-JugendfĂŒhrer Adalbert Probst und dem Journalisten Fritz Gerlich drei engagierte Katholiken zum Opfer gefallen waren, fĂŒr erhebliche Unruhe unter der katholischen Bevölkerungsminderheit gesorgt und die Volksabstimmung vom August des Jahres aus Sicht des Regimes negativ beeinflusst. „Katholiken! [
] Bekennt Euch gegen Hitler“ forderten anonyme Klebezettel im Ruhrgebiet, die ausdrĂŒcklich an die „MĂ€rtyrer“ Klausener und Probst erinnerten.[102][103][104]

Auf den Rat der Behörden des Innenministeriums hin reichte Klauseners Familie am 28. MĂ€rz 1935 eine Schadensersatzklage aufgrund des Augleichsgesetzes vom 13. Dezember 1934 gegen das Deutsche Reich und das Land Preußen ein.[105] Die mit der Sache betrauten AnwĂ€lte Werner PĂŒnder und Erich Wedell wurden daraufhin in Schutzhaft genommen.[84] Es wurde ihnen vorgeworfen, sie hĂ€tten mit ihrer Klage versucht, die Reichsregierung in einer „öffentlichen Aktion gegen den FĂŒhrer“ zu diskreditieren. Nur der gemeinsame Einsatz der Minister GĂŒrtner, Schwerin von Krosigk, von Neurath, von Blomberg und Frick sowie der schwedischen Botschaft ermöglichten die Entlassung beider AnwĂ€lte am 16. Mai 1935 aus ihrer Haft. Der Prozess um die EntschĂ€digung wurde eingestellt.[105]

Da konservative Kreise und besonders die Reichswehr mit der SA zutiefst verfeindet waren, stimmten sie den Aktionen, die von Ende Juni bis Anfang Juli 1934 um die Ermordung Ernst Röhms stattfanden und hauptsÀchlich gegen die SA gerichtet waren, zu.[106] Als Konsequenz daraus stieg Hitlers PopularitÀt unter den Mitgliedern der Reichswehr, nach diesen Ereignissen, erheblich.[107] Der gleichzeitige Mord eines allgemein respektierten Politikers wie Klausener und der GenerÀle von Schleicher und Bredow verursachte aber eine erschreckende Wirkung bei manchen antinationalsozialistisch geprÀgten Konservativen, die sich von dem Regime der Nationalsozialisten entfernten.[106] Durch diese von Hitler befohlene Ermordungen seiner politischen Gegner scheiterte ein erster Umsturzversuch, den Schleicher mithilfe von Werner von Fritsch und Franz von Papen angestrebt hatte.[106]

Ehrungen

Erich Klausener war zunĂ€chst auf dem Friedhof der St.-Matthias-Gemeinde in Berlin-Tempelhof beigesetzt. Am 4. Mai 1963 wurde seine Urne am Vorabend von deren Kirchweihe in die neu erbaute „GedĂ€chtniskirche der deutschen Katholiken zu Ehren der Blutzeugen fĂŒr Glaubens- und Gewissensfreiheit in den Jahren 1933–1945“ Maria Regina Martyrum in Berlin-Charlottenburg ĂŒberfĂŒhrt und dort in einem Sarkophag am Gedenkort in der Krypta beigesetzt. Eine Inschrift weist hier auf Erich Klausener hin.[108]

Eine mögliche Seligsprechung wurde kurz nach dem Krieg thematisiert und wird vom Freundeskreis „Gedenken Dr. Erich Klausener, Hoppengarten“ unterstĂŒtzt.[109]

In Recklinghausen grĂŒndete unmittelbar nach dem Ende des Krieges der Oberstudiendirektor des Gymnasiums Petrinum, Josef Sprenger, den Klausener-Bund, eine „Gesellschaft zur Pflege christlicher Weltanschauung“. Der Klausener-Bund veranstaltete seminarĂ€hnliche Vortragsabende ĂŒberkonfessionell fĂŒr alle Bildungsschichten. Als Dozenten konnten namhafte zeitgenössische Philosophen und Theologen gewonnen werden (u. a. Theodor Litt, Heinrich Spaemann, Johannes Pinsk). Der Bund bestand bis Ende der 1960er Jahre.[5]

Zu Ehren von Erich Klausener wurde eine Sonderbriefmarke in der Sowjetischen Besatzungszone herausgegeben. SpÀter gab die Deutsche Bundespost am 8. Mai 1984 eine Briefmarke (Mi. 719) heraus.[110]

Die Polizei NRW benannte 1957 in Bork eine Polizeischule mit DiensthundefĂŒhrer-Schule nach Klausener. Die Schule wurde in 1970 nach Schloß Holte-Stukenbrock verlegt.[111]

Berlin erinnert an Klausener mit einer Gedenktafel in der Keithstraße 8 im Bezirk Tempelhof-Schöneberg sowie in der Behrenstraße im Bezirk Mitte. Verschiedene StĂ€dte in Deutschland haben Straßen, PlĂ€tze oder Schulen nach Klausener benannt (zum Beispiel Erich-Klausener-Straße im Stadtteil Stockum seiner Geburtsstadt DĂŒsseldorf, Klausenerplatz im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Klausenerstraße in Magdeburg). In Herten, Kreis Recklinghausen tragen eine bischöfliche Realschule und eine Straße seinen Namen. In Dorsten, Kreis Recklinghausen ist ebenfalls eine Realschule nach ihm benannt worden. In Adenau, wo Klausener als Landrat fungierte, wurde das örtliche Gymnasium nach ihm benannt. Diese NamensĂ€nderung fand 1964 statt.[112] 2009 wurde eine BĂŒste Klauseners in der NĂ€he des Haupteinganges der Schule aufgestellt.[113]

Im Jahre 1992 erhielt das Katholische Zentrum in Recklinghausen den Namen „Erich-Klausener-Haus“. Damit will das Stadtkomitee der Katholiken einen engagierten Christen, ĂŒberzeugten Demokraten und sozialen Landrat ehren. Eine Gedenktafel im Haus, die Publikation einer Dokumentation sowie Gedenkveranstaltungen, zuletzt 2009 zum 75. Jahrestag seiner Ermordung und 2010 zum 125. Geburtstag Klauseners, halten die Erinnerung aufrecht.[114]

Das Bundesministerium fĂŒr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat an seinem Standort in der Invalidenstraße in Berlin den im Zuge der Restaurierung (2003 bis 2004) wiedergewonnenen Lichthof nach Erich Klausener benannt. Der Saal wird heute fĂŒr Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt.[115]

Der Kreis Recklinghausen ehrte den frĂŒheren Landrat 2004 durch die Errichtung eines großen Gedenksteins auf dem Dorfplatz in Ahsen und die Benennung einer Lippe-BrĂŒcke.[116] Den 75. Jahrestag der letzten öffentlichen Rede Dr. Klauseners auf dem MĂ€rkischen Katholikentag in Hoppegarten begingen Erzbistum und Diözesanrat Berlin und der Freundeskreis Dr. Erich Klausener Hoppegarten mit einem Festakt im Rathaus und einer Messe auf der Rennbahn mit Georg Kardinal Sterzinsky und Nuntius Dr. Jean-Claude PĂ©risset. Dabei wurde der Platz vor der Rennbahn nach Dr. Klausener benannt, eine BĂŒste enthĂŒllt und auf dem RennbahngelĂ€nde eine Gedenktafel angebracht.[117][118][119]

Forschungsstand

Obwohl Erich Klausener in einer großen Zahl von Publikationen zur Geschichte der Weimarer Republik und zur NS-Zeit ErwĂ€hnung findet, ist das gesicherte Wissen zu seinem Leben und Wirken noch immer recht unvollstĂ€ndig.

Dies liegt zum Einen daran, dass das Gros der Publikationen, in denen er ErwĂ€hnung findet, ihn nur recht kursorisch am Rand erwĂ€hnt oder abhandelt. Hinzu kommt, dass die meisten Arbeiten, die sich eingehender mit der Person Klauseners befassen – wie Klaus Große Kracht festgestellt hat – keine historisch-kritischen Veröffentlichungen darstellen. Viel mehr handelt es sich bei diesen hauptsĂ€chlich um Erinnerungen von WeggefĂ€hrten (Walter Adolph) oder Angehörigen (Tilman PĂŒnder) Klauseners sowie um Arbeiten, denen eine deutliche politische, religiöse oder weltanschauliche Motivation zugrunde liegt. Die Arbeiten von Autoren wie Baur, Schwegel und Möllers sieht Große Kracht im Rahmen des allgemeinen politisch-gesellschaftlichen Diskurses in der Bundesrepublik Deutschland als Versuche, Erich Klausener als historisches Vorbild fĂŒr die Christlich Demokratische Union Deutschlands zu deuten. Ähnliches lĂ€sst sich zu vielen aus einem dezidiert katholischen Blickwinkel geschriebenen Betrachtungen zu Klausener feststellen, die im Regelfall vor allem altbekannte Informationen und nur wenige neue Erkenntnisse prĂ€sentieren und vor allem Klausener als Beispiel fĂŒr vorbildliche Glaubenstreue reflektieren.

Die bislang einzige ausfĂŒhrliche Biographie, die Walter Adolph 1955 schrieb, stellt keine wissenschaftliche Arbeit dar, sondern basiert vor allem auf eigenen Erinnerungen aus der Zeit des gemeinsamen Wirkens in der Berliner Diözese in den 1920er und 1930er Jahren. Eine historisch-kritische Biografie steht noch aus.

Große Kracht fordert mit Blick auf die oben beschriebenen LĂŒcken andere Quellen zu erschließen, um so eine objektivere Darstellung zu erhalten. Als Ansatzpunkt hierfĂŒr nennt er z.B. die Notizen, die Adolph vor der Veröffentlichung seines Buches verfasste.[120]

Literatur

  •  Walter Adolph: Erich Klausener. Morus-Verlag, Berlin 1955.
  •  Stefan Baur: Leben und Wirken des Landrats des ehemaligen Kreises Adenau, des spĂ€teren Ministerialdirektors Dr. Erich Klausener. In: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler. Kreis Ahrweiler, 1962, S. 54–57 (http://www.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1962/hjb1962.22.htm, abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}).
  • Klaus Gotto: Klausener, Erich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 715 f. (Digitalisat).
  •  Freundeskreis „Gedenken Dr. Erich Klausener, Hoppegarten“ (Hrsg.): Hoppegarten 2009.
  •  Klaus Große Kracht: Erich Klausener (1885–1934), Preußentum und Katholische Aktion zwischen Weimarer Republik und Dritten Reich. In: Richard Faber, Uwe Puschner (Hrsg.): Preußische Katholiken und katholische Preußen im 20. Jahrhundert. Königshausen & Neumann, 2011, S. 271–296.
  •  Lothar Gruchmann: Erlebnisbericht Werner PĂŒnders ĂŒber die Ermordung Klauseners am 30. Juni 1934 und ihre Folgen. In: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte. 4, 1971, S. 404–431 (http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1971_4.pdf).
  •  Erich Klausener, Nicolaus Starost (Hrsg.): Zum Widerstand der Katholiken im Dritten Reich. GedenkstĂ€tte Deutscher Widerstand, 1983 (http://www.bendler-block.de/pdf/B22.pdf, abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}).
  •  Heinz KĂŒhn: Blutzeugen des Bistums Berlin. Klausener, Lichtenberg, Lampert, Lorenz, Simoleit, Mandrella, Hirsch, Wachsmann, Metzger, SchĂ€fer, Willimsky, Lenzel, Froehlich. Morus-Verlag, Berlin 1952.
  •  Georg Möllers: Ermordet vor 75 Jahren: Dr. Erich Klausener. Demokrat, engagierter Christ, politischer Beamter. In: Matthias Kordes (Hrsg.): Vestischer Kalender 2010, 81. Jg.. Recklinghausen 2009, S. 177–188.
  •  Georg Möllers und Richard Voigt im Auftrag des Stadtkomitees der Katholiken (Hrsg.): Dr. Erich Klausener (1888–1934). Überzeugter Christ – engagierter Demokrat. 4. neu ĂŒberarbeitete und ergĂ€nzte Auflage Auflage. Eigenverlag Kath. StadtbĂŒro, Recklinghausen 2010.
  •  Rudolf Morsey: Der Aufstieg des Nationalsozialismus 1930–1933. In: Rainer Bendel (Hrsg.): Die katholische Schuld? Katholizismus im Dritten Reich zwischen Arrangement und Widerstand. LIT Verlag, Berlin-Hamburg-MĂŒnster 2002, ISBN 3-8258-6334-4.
  •  Stefan Naas: Die Entstehung des Preußischen Polizeiverwaltungsgesetzes von 1931. Ein Beitrag zur Geschichte des Polizeirechts in der Weimarer Republik. Mohr Siebeck, 2003, ISBN 3-16-148120-8.
  • Martin Persch: Erich Klausener. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 1570–1573.
  •  Ursula Pruss: Der Erzbistum Berlin. Dr. Erich Klausener. In: Helmut Moll (Hrsg.): Zeugen fĂŒr Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1999, ISBN 978-3-506-75778-4.
  •  Tilman PĂŒnder: Erich Klausener. In: Bernhard Großfeld (Hrsg.): WestfĂ€lische Jurisprudenz. Waxmann Verlag, 2000, ISBN 3-89325-820-5.
  •  Tilman PĂŒnder: Erich Klausener, Staatsdiener und Kirchenmann. In: Vestiche Zeitschrift. Zeitschrift der Vereine fĂŒr Orts- und Heimatkunde im Vest Recklinghausen. 97/98, 1998/1999, S. 255–301.
  •  Reinhard Richter: Nationales Denken im Katholizismus der Weimarer Republik. In: Theologie. 29, LIT Verlag Berlin-Hamburg-MĂŒnster, 2000, ISBN 3-8258-4991-0.
  •  Hans Rothfels: Deutsche Opposition gegen Hitler. Eine WĂŒrdigung. Neue erweiterte Ausgabe (1986). Fischer, 1958, ISBN 3-596-24354-8.
  •  Klaus Scholder: Politischer Widerstand oder Selbstbehauptung als Problem der Kirchenleitung. In: K.O. v. Aretin und Gerhard Besier (Hrsg.): Die Kirchen zwischen Republik und Gewaltherrschaft: gesammelte AufsĂ€tze. Siedler Verlag, 1988, ISBN 3-88680-239-6.
  •  Andreas Schwegel: Christ, Patriot und preußischer Reformer. Vor 70 Jahren wurde der Berliner KatholikenfĂŒhrer Erich Klausener ermordet. In: Die Politische Meinung. Nr. 419, Konrad-Adenauer-Stiftung, Oktober 2004 (http://www.kas.de/wf/doc/kas_5437-544-1-30.pdf).
  •  Andreas Schwegel: Erich Klausener (1885–1934), NS-WiderstandskĂ€mpfer. In: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Portal Rheinische Geschichte. 30. September 2010 (http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/persoenlichkeiten/K/Seiten/ErichKlausener.aspx).
  •  Peter Steinbach: Widerstand gegen den Nationalsozialismus. In: Peter Steinbach, Johannes Tuchel (Hrsg.): Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Bonn 1994, ISBN 3-89331-195-5.
  •  Friedrich Zipfel: Kirchenkampf in Deutschland 1933–1945. Religionsverfolgung und Selbstbehauptung der Kirchen in der nationalsozialistischen Zeit. Walter de Gruyter, 1965, ISBN 3-11-000459-3.

Einzelnachweise

  1. ↑ „Klausener galt Zeit seines Lebens als guter Zentrumsmann, auch wenn ĂŒber eine formelle Parteimitgliedschaft nichts bekannt ist“, s. Klaus Große Kracht, S. 281
  2. ↑ a b c d Persch
  3. ↑ PĂŒnder 2000, S. 290
  4. ↑ Adolph, S. 57
  5. ↑ a b c d e f g h i {{#invoke:Zitation|TitelFormat|titel=Dr. Erich Josef Gustav Klausener}} Arbeitskreis vestischer Geschichts- und Heimatvereine e.V., {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}, abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}} (pdf; 88 kB).
  6. ↑ PĂŒnder 1999, S. 255–258
  7. ↑ Adolph, S. 58
  8. ↑ Adolph, S. 59
  9. ↑ Naas, S. 183
  10. ↑ Naas, S. 182
  11. ↑ Baur, Adolph, S. 59
  12. ↑ a b Adolph, S. 67
  13. ↑ Klausener, S. 24
  14. ↑ Adolph, S.61
  15. ↑  JĂŒrgen Pander: Circus Maximus des Motorsports. In: Der Spiegel. 14. Juni 2007 (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,487072,00.html).
  16. ↑  Georg Möllers: Dr. Erich Klausener (1885–1934) – Überzeugter Demokrat, engagierter Christ, politischer Beamter. In: Möllers und Voigt, 2010.  Erich Klausener: Kinderheime im Vest Recklinghausen. In: Vestlicher Kalender. 1923., In: Möllers und Voigt, 2010, S. 39f; S. 41ff; Wiederabdruck von: Landrat Dr. Erich Klausener, Wohlfahrtspflege (allgemeine Kreispolitik), In: Der Landkreis Recklinghausen, hrsg. v. Erich Klausener und Erwin Stein, Berlin 1925, S. 116–119
  17. ↑ Große Kracht, S. 285
  18. ↑ Schwegel, S.86
  19. ↑  Andreas Schwegel: Erich Klausener (1885–1934), NS-WiderstandskĂ€mpfer. In: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Portal Rheinische Geschichte. 30. September 2010 (http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/persoenlichkeiten/K/Seiten/ErichKlausener.aspx).
  20. ↑ PĂŒnder 1999, S. 259
  21. ↑ Naas, S. 183
  22. ↑ PĂŒnder 2000, S. 300
  23. ↑ PĂŒnder 1999, S. 276
  24. ↑ Naas, S. 183
  25. ↑ Naas, S. 1–3
  26. ↑ PĂŒnder 2000, S. 310–311
  27. ↑  Bernd Buchner: Um nationale und republikanische IdentitĂ€t. J.H.W. Dietz Nachfolger (Parteiverlag der SPD), Bonn 2001, S. 252–262.
  28. ↑   In: Dr. Erich Klausener (1885–1934). Überzeugter Christ – Engagierter Demokrat, hg. v. Georg Möllers und Richard Voigt im Auftrag des Stadtkomitees der Katholiken, 4. neu ĂŒberarbeitete und ergĂ€nzte Auflage, Recklinghausen, S. 51f dokumentiert den Presseartikel der RecklinghĂ€user Volks-Zeitung unter dem Titel „Die Polizei ist die Dienerin der Republik“.
  29. ↑  Erich Klausener: Die Polizei. 1932, S. 518.
  30. ↑  Peter Leßmann: Die preußische Schutzpolizei in der Weimarer Republik: Streifendienst und Straßenkampf. Droste, DĂŒsseldorf 1989, S. 373-374.
  31. ↑ a b Klaus Gotto: Klausener, Erich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 715 f. (Digitalisat).
  32. ↑ Adolph, S. 20–25
  33. ↑ Morsey, S. 54
  34. ↑ Große Kracht, S. 277
  35. ↑ Adolph, S. 26–34
  36. ↑ a b Adolph, S. 22
  37. ↑ Adolph, S. 36
  38. ↑ Adolph, S. 35–41
  39. ↑ Adolph, S. 42–46
  40. ↑ Große Kracht, S. 284
  41. ↑  Carl Severing: Mein Lebensweg. Im auf und ab der Republik. Greven Verlag, 1950, S. 403.
  42. ↑ Adolph, S. 153
  43. ↑ a b Adolph S. 69–72
  44. ↑ {{#invoke:Zitation|TitelFormat|titel=Das Erzbistum Berlin ehrt seinen ersten Glaubenzeugen}} Erzbistum Berlin, {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}, abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}} (pdf; 1,1 MB).
  45. ↑ PĂŒnder 2000, S. 311
  46. ↑ Große Kracht, S. 284–285
  47. ↑ Adolph S. 72
  48. ↑ Große Kracht, S. 285
  49. ↑  Walter Adolph: Ein notwendiger Erlass. In: Katholisches Kirchenblatt fĂŒr das Bistum Berlin. Nr. 34, {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}, S. 7f. In: Große Kracht, S. 285–286
  50. ↑ Zitiert nach Adolph, S. 75
  51. ↑ Photographie Klauseners beim Hitlergruß im Sommer 1933, Peter Steinbach, Johannes Tuchel, Ute Stiepani: {{#invoke:Zitation|TitelFormat|titel=Im Sog der Zeit – Katholische Kirche im „Dritten Reich“}} GedenkstĂ€tte Deutscher Widerstand, abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}.
  52. ↑  Georg May: Ludwig Kaas: Der Priester, der Politiker und der Gelehrte aus der Schule von Ulrich Stutz. Bd. 3, John Benjamin's Publishing Company, Amsterdam 1982, ISBN 90-6032-199-5, S. 356.
  53. ↑ Adolph, S. 76
  54. ↑ a b Richter, S. 358
  55. ↑ a b Adolph, S. 75
  56. ↑ Schwegel 2004, S. 89
  57. ↑ Schwegel 2004, S. 89
  58. ↑ Adolph, S. 82, Schwegel 2004, S. 89
  59. ↑  Guenter Lewy: Mit festem Schritt ins neue Reich. In: Der Spiegel. 17. MĂ€rz 1965.
  60. ↑ a b  Gerhard Schulz: Permanente Gleichschaltung des öffentlichen Lebens und Entstehung des nationalsozialistischen FĂŒhrerstaates in Deutschland. In: Gerhard Schulz (Hrsg.): Die große Krise der dreißiger Jahre: Vom Niedergang d. Weltwirtschaft zum Zweiten Weltkrieg. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1985, ISBN 3525361890.
  61. ↑  Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.: Treuekundgebund fĂŒr die Reichsregierung. In: Berliner Morgenpost. 18. Oktober 1933 (http://pressechronik1933.dpmu.de/2013/10/17/pressechronik-18-10-1933/, abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}).
  62. ↑ Adolph, S. 77
  63. ↑ Hajo Goertz: Die Kirche und das Dritte Reich,. Deutschlandradiokultur. {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}. Abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}.
  64. ↑ Adolph, S. 78
  65. ↑ Große Kracht, S. 288–289
  66. ↑ Adolph, S. 80
  67. ↑ Große Kracht, S. 289
  68. ↑ Adolph, S. 74
  69. ↑ Zipfel, S. 61
  70. ↑ Adolph, S. 84
  71. ↑ Adolph, S. 87
  72. ↑ Adolph, S. 84–86
  73. ↑ Photographie Klauseners wĂ€hrend der Rede, Peter Steinbach, Johannes Tuchel, Ute Stiepani: {{#invoke:Zitation|TitelFormat|titel=Selbstbehauptung und Widerstehen katholischer Christen}} GedenkstĂ€tte Deutscher Widerstand, abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}.
  74. ↑ Adolph, S. 95
  75. ↑ a b  Max Gallo: Der schwarze Freitag der SA. 1. Auflage Auflage. Molden, 1977, ISBN 3-217-05072-X, S. 176.
  76. ↑ a b  Ernst Piper: Nazis gegen Nazis. In: Der Spiegel. 4. Juli 2009.
  77. ↑ Adolph, S. 94
  78. ↑  Joachim Mehlhausen: Nationalsozialismus und Kirchen. In: Gerhard MĂŒller (Hrsg.): Theologische RealenzyklopĂ€die. Volume 29, Walter de Gruyter, 1998, ISBN 3-11-002218-4, S. 59.
  79. ↑ a b Klausener, S. 9
  80. ↑ Peter Steinbach, Johannes Tuchel, Ute Stiepani: {{#invoke:Zitation|TitelFormat|titel=Erich Klausener}} GedenkstĂ€tte Deutscher Widerstand, abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}.
  81. ↑  Michael Behnen: Erich Klausener. In: Gerhard Taddey (Hrsg.): Lexikon der deutschen Geschichte. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1977, S. 641.
  82. ↑ Große Kracht, S. 288
  83. ↑ Rainer Ort: Der Fall Erich Klausener, in: Der SD-Mann Johannes Schmidt, S. 91ff.
  84. ↑ a b Adolph, S. 104–111
  85. ↑ Gruchmann, S. 405
  86. ↑ Rothfels, S. 67
  87. ↑  Ger van Roon: Der katholische Widerstand. In: Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung (Hrsg.): Widerstand und Exil 1933–1945. Bonn 1985.
  88. ↑ Zipfel, S. 284
  89. ↑ Große Kracht, S. 290–296
  90. ↑ a b Große Kracht, S. 293
  91. ↑ a b Große Kracht, S. 291
  92. ↑ Große Kracht, S. 295
  93. ↑ Adolph, S. 122
  94. ↑ Adolph, S. 124–125
  95. ↑ Bistumsarchiv OsnabrĂŒck 04-62-33, in Klaus Scholder S. 206
  96. ↑ St. Kirchmann (d.i. W. Gurian), St. Ambrosius und die deutschen Bischöfe, Luzern 1934, S. 20, in Klaus Scholder S. 206
  97. ↑  Rudolf von Thadden: Die Geschichte der Kirchen und Konfessionen. In: Otto BĂŒsch, Wolfgang Neugebauer, Historische Kommission zu Berlin (Hrsg.): Handbuch der preussischen Geschichte. Bd. 3, Walter de Gruyter, 2001, ISBN 3-11-014092-6, S. 695.
  98. ↑ Klaus Scholder, S. 205
  99. ↑ Adenauer, Briefe 1945–1947, Berlin 1983, S. 172f, in Klaus Scholder, S. 212
  100. ↑ PĂŒnder 2000, S. 324
  101. ↑ Adolph (1955), S. 141–144
  102. ↑  Rudolf Padberg: Kirche und Nationalsozialismus in Westfalen. Paderborn 1984, S. 132.
  103. ↑  GĂŒnther Högl (Hrsg.): In: Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933–1945. Katalog zur stĂ€ndigen Ausstellung des Stadtarchivs in der GedenkstĂ€tte Steinwache. Dortmund 1992, S. 278.
  104. ↑ Möllers und Voigt, 2010, S. 34f
  105. ↑ a b Gruchmann, S. 415
  106. ↑ a b c Steinbach, S. 20
  107. ↑ Max Gallo, S. 288
  108. ↑ GedĂ€chtniskirche der deutschen Katholiken Maria Regina Martyrum zu Ehren der Blutzeugen fĂŒr Glaubens- und Gewissensfreiheit in den Jahren 1933–1945. Morus Verlag, Berlin 1963, S. 74.
  109. ↑ Katholische Kirche DĂŒsseldorf
  110. ↑ Briefmarken zum Deutschen Widerstand. Abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}.
  111. ↑  Heide Lukosch, Ulrich Senff, Susanne Aye, Landesamt fĂŒr Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Landesamt fĂŒr Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen vom Gestern zum Heute. Selm 2008, S. 5–6 (http://alt.ipa-bork.de/archiv/2008-Chronik%20LAFP%20_21_02_2008.pdf).
  112. ↑  Hermann Otto Penz: Das Staatl. Neusprachl. Erich-Klausener-Gymnasium in Adenau hat eine wahrhaft bewegte Geschichte. In: Kreisverwaltung Ahrweiler (Hrsg.): Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler. 1969 (http://www.kreis.aw-online.de/kvar/VT/hjb1969/hjb1969.34.htm).
  113. ↑ Gedenktag fĂŒr Dr. Erich Klausener am 09.09.2009. Erich-Klausener-Gymnasium, Adenau. Abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}.
  114. ↑ Gedenkfeier fĂŒr Dr. Erich Klausener (1885–1934). Marcus Weber, Bistum MĂŒnster, Kreisdekanat Recklinghausen. Abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}.
  115. ↑ Bundesministerium fĂŒr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}.
  116. ↑  Georg Möllers: Ermordet vor 75 Jahren: Dr. Erich Klausener. Demokrat, engagierter Christ, politischer Beamter. In: Matthias Kordes (Hrsg.): Vestischer Kalender 2010, 81. Jg.. Recklinghausen 2009, S. 177–188.
  117. ↑  Festschrift zur Gedenkveranstaltung fĂŒr Dr. Erich Klausener in Hoppegarten am 24. Juni 2009. Berlin 2009.
  118. ↑ Impressionen vom Gedenktag fĂŒr Dr. Erich Klausener. Katholische Kirchengemeinde St. Georg Hoppegarten. Abgerufen am {{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}.
  119. ↑  Sebastian Aehlig: Dr. Erich Klausener – vorbildhafter Glaubenszeuge. In: Katholische Kirchengemeinde St. Hubertus (Hrsg.): Pfarrbrief der katholischen Kirchengemeinde St. Hubertus. Nr. 37, Petershagen August 2009, S. 13–14 (http://www.st-hubertus-petershagen.de/media/pfarrbrief/Pfarrbrief_2009_07.pdf).
  120. ↑ Große Kracht, S. 271f

Weblinks

 Commons: Erich Klausener â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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