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Erika Mustermann beziehungsweise Max Mustermann sind in Deutschland Platzhalternamen für fiktive Personen, die seit 1978 in Mustern, Vorlagen und Ausfüllhilfen, Formularen, Hinweisen und Datenbanken verwendet werden. Die Namen werden als imaginäre Personen – daneben zunehmend als Bezeichnung für den deutschen Durchschnittsbürger – verwendet, wobei sie in der Marktforschung teilweise Otto Normalverbraucher und Markus Möglich verdrängen. Frühere fiktive Personen sind der Deutsche Michel und sein weibliches Pendant Lieschen Müller.
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Obwohl Max Mustermann im deutschen Sprachgebrauch die Nachfolge von Otto Normalverbraucher als fiktive Person und Inbegriff des Durchschnittsdeutschen angetreten hat, ist er doch nur der Gatte der wesentlich bekannteren, ebenfalls fiktiven Erika Mustermann, die mit Foto und Lebensdaten viele Musterausweise und Dokumente ziert, während für Max Mustermann keine näheren Daten im Umlauf sind.
2003 gab ein Quakenbrücker Paar seinem Sohn den Namen Max Mustermann, nach eigener Aussage, ohne die Bekanntheit des Namens zu kennen.[1]
Erika Mustermann ist durch den fiktiven Personalausweis und Reisepass zu bundesweiter Bekanntheit gelangt, mit denen die Deutsche Bundesregierung 1982 der Öffentlichkeit das Aussehen der damals neuen maschinenlesbaren Personalausweise vorführte. Ihre Vorgängerin war Renate Mustermann (* 5. August 1958 in Bonn), die 1978 für das Personalausweis-Muster verwendet wurde.
Als typische Angaben der Erika Mustermann werden als Geburtsdatum der 12. September 1945 (nach anderer Quelle der 12. August 1964), als Geburtsort Berlin (in manchen Reisepässen auch München) und als Geburtsname Erika Gabler verwendet. Frau Mustermann ist 1,60 m groß und hat grüne Augen.[2] 1981 war sie in München, Heidestraße 17, wohnhaft (Phantasiestraße, 1995 aber ‚unbekannt verzogen‘), 2007 wohnte sie wieder in der Heidestraße 17, allerdings diesmal in Köln, 2008 in Berlin. Ihr Ordensname lautet Schwester Agnes, was auf ein Leben als Ordensschwester hinweist. In diesem Ausweis ist sie nicht verheiratet, heißt aber mit Nachnamen Mustermann.[3]
Seitdem hat sich Erika Mustermann als Beispielname unter anderem in Formularen, Hinweisen und Datenbanken verbreitet und wird auch zunehmend als Bezeichnung für den Durchschnittsdeutschen verwendet.
Aufgrund der Vielfalt der mittlerweile im Umlauf befindlichen Vorlagen zeichnet sich die imaginäre Person der Erika Mustermann durch große Wandlungsfähigkeit aus. So ist sie ausweislich der Abbildungen auf einer Internetseite des Bundesministeriums des Innern zu neuen Dienstausweisen sowohl im Bundesministerium des Innern als auch im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung beschäftigt und zudem Soldatin im Rang eines Oberleutnants (w); geboren ist sie nach diesen Mustern am 1. Dezember 1972.[4]
Auf den Passfotos der Personalausweis- und Reisepass-Muster sowie der Passbild-Mustertafel sind reale Mitarbeiter der Bundesdruckerei zu sehen. Sie sind die bislang einzigen Personen, deren Foto im Bundesgesetzblatt gedruckt wurde.
Ausweislich der Telefonauskunft gibt es mindestens zwei reale Personen mit Namen Erika Mustermann.
Personalausweis der ersten Erika Mustermann (Version 1987)
Datenseite im Reisepass (Version 2001)
Truppenausweis der Erika Mustermann (Bundeswehr)
Die deutsche Hip-Hop Band Blumentopf veröffentlichte 2003 auf ihrem Album Gern geschehen das Lied Manfred Mustermann, der das Leben eines vermeintlichen Durchschnittsmannes von der Geburt bis zum Tod erzählt.