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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Oder-Spree | |
| Höhe: | 40 m ü. NN | |
| Fläche: | 16,6 km² | |
| Einwohner: |
11.580 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 698 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 15537 | |
| Vorwahl: | 03362 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LOS | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 67 124 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Friedrichstraße 6–8 15537 Erkner | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jochen Kirsch (SPD) | |
| Lage der Stadt Erkner im Landkreis Oder-Spree | ||
Erkner ist eine Stadt im Land Brandenburg, Landkreis Oder-Spree, südöstlich von Berlin.
Inhaltsverzeichnis |
Erkner ist eine Kleinstadt südöstlich von Berlin und befindet sich im Verdichtungsraum („Speckgürtel“) der Hauptstadt. Nachbarorte sind Woltersdorf, Grünheide (Mark), Gosen-Neu Zittau und Berlin.
Erkner wurde im Jahre 1579 erstmals unter dem Namen „Arckenow“ im Rüdersdorfer Kirchenbuch als Wohnstätte eines Fischers urkundlich erwähnt („Mittwoch s post Convers, Pauli hat Hans der Fischer im Arckenow taufen lassen Und ist genant Maria.“). Aus diesem Flurnamen entwickelte sich die Namensgebung Erkenau – Erkener - Erkner. Bis zum Jahre 1701 wuchs die Fischersiedlung Arckenow lediglich auf sieben Häuser an.
Dies änderte sich, als 1712 in Erkner eine Posthalterei für die neue Postlinie von Berlin nach Frankfurt (Oder) eingerichtet wurde.
Ab 1748 siedelten sich im Zuge der friderizianischen Binnenkolonisierung drei Pfälzer Bauernfamilien auf dem Buchhorst im heutigen Ortsteil Neuseeland an. Später verlegten sie ihre Höfe an den östlichen Teil der heutigen Buchhorster Straße. Einer dieser Höfe mit dem ältesten Haus Erkners beherbergt heute das „Heimatmuseum Erkner“.
Des Weiteren ließ der preußische König Friedrich II. 1752 in Erkner eine aus 1.500 Bäumen bestehende Maulbeerplantage anlegen, von der heute nur noch ein Baum in der Friedrichstraße erhalten ist.
1805 lebten im „I. Heidedistrikt der Rüdersdorfer Heide“ (er umfasste etwa das heutige Stadtgebiet Erkners südlich des Flakenfließes einschließlich der Woltersdorfer Schleuse) 260 Menschen. Erkner war zu dieser Zeit ein Schifferdorf mit mehreren Wohnplätzen: „Der Erkner“, Neu Buchhorst, Schönschornstein, Alte Hausstelle, Hohenbinde, Jägerbude und bis 1884 Woltersdorfer Schleuse. Günstig gelegen an den Wasserwegen zwischen Oder, Spree, Havel und Elbe bestimmten insbesondere die Massentransporte von Kalk, Kohle und anderen Rohstoffen zwischen den Kalklagerstätten von Rüdersdorf/Kalkberge und Berlin („Berlin ist aus dem Kahn gebaut“) bzw. dem sich rasant entwickelnden Industriegebiet Schlesiens und Berlin die Fahrten der Schiffer Erkners, aber auch der Nachbarorte, wie Gosen-Neu Zittau oder Woltersdorf.
Von 1818 bis 1952 gehörte Erkner zum Landkreis Niederbarnim.
1822 geben in einer Einwohnerliste zwei Drittel der Familien „Schiffer“ als Stand des Familienoberhauptes an. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bleibt dieses Gewerbe - gestützt auch durch bis zu fünf Werften - von Bedeutung für Erkner.
1842 wird die Berlin-Frankfurter Eisenbahn mit dem Haltepunkt Erkner eröffnet, der aber schon im folgenden Jahr wegen des großen Zuspruchs von Berliner Ausflüglern zum Bahnhof erweitert wird. Diese Eisenbahnlinie verbindet ab 1846 mit der Niederschlesischen - jetzt als Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn - Berlin über Erkner mit Breslau, und damit die beiden neben dem Ruhrgebiet wichtigsten Industriegebiete Preußens.
Die Industrialisierung von Erkner wurde durch die Gründung der ersten großen kontinentaleuropäischen Teerdestillation durch Julius Rütgers im Jahr 1860 eingeleitet. Ab 1909 begann auf dem Firmengelände in Zusammenarbeit mit Leo Baekeland die weltweit erstmalige industriemäßige Produktion von Kunststoffen (Bakelite). Am 25. Mai 1910 wurde hier die Bakelite Gesellschaft m.b.H. Berlin-Erkner gegründet. Erst Ende des Jahres entstand Baekelands Firma in den USA.
Die damals für gesundheitsförderlich gehaltenen Abgase der Teerfabrikation führten dazu, dass sich Erkner von etwa 1880 bis zum Ende des zweiten Weltkrieges als Luftkurort bezeichnete und so den Fremdenverkehr zu steigern suchte.[2] Als prominentester Dauer-Kurgast lebte Gerhart Hauptmann von 1885 bis 1889 in Erkner, dem dieser Luftwechsel von seinen Ärzten empfohlen worden war.
Ab 1888 trägt der I. Heidedistrikt auch amtlich den Namen Erkner.
1910 wurde die katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius Erkner gegründet.
Im Rahmen der Aufrüstung der deutschen Wirtschaft durch die Nationalsozialisten wird 1938 ein Zweigwerk der SKF-Kugellagerwerke Schweinfurt eröffnet, das bis 1944 (laut einem US-Flugblatt nach dem Bombenangriff 1944) zum „wichtigsten Kugellagerwerk der deutschen Rüstungsindustrie geworden“ sein soll. Von den im Krieg ca. 2000 Arbeitskräften waren viele Zwangsarbeiter.
Am 8. März 1944 wurde Erkner durch Verbände der 8. USAAF mit 320 B-17 und 150 B-24 Bombern angegriffen. Insgesamt fielen 291,5 t Spreng- und 609 t Brandmunition auf den Ort nieder. Rund 230 Tote waren zu beklagen, 1.007 von 1.333 Häusern wurden restlos zerstört oder waren nahezu unbewohnbar. Erkner wurde am 21. April 1945 kampflos der Roten Armee übergeben.
Auf dem Gelände der im Krieg beschädigten und anschließend demontierten Bakelite GmbH entstand ab 1946 der „VEB Plasta, Kunstharz- und Preßmassenfabrik Erkner“, der zu einem der größten Betriebe der Stadt wurde. Das Werk spezialisierte sich auf hochfeste, faserverstärkte Formmassen und technische Phenolharze. 1977 kam außerdem ein Forschungszentrum für Duroplaststoffe hinzu. Auf Modernisierungen des Werks wurde auf Kosten der Umwelt jedoch weitestgehend verzichtet, was zu einer starken Geruchs- und Grundwasserbelastung führte. Das Gelände wurde nach der Wende saniert, die Schadstoffemissionen um 94% gesenkt. Die Verringerung der Schadstoffe im Grundwasser dauert bis heute an. Seit 2002 gehört dieser Betrieb zur finnischen Dynea.
Ein zweiter großer Arbeitgeber im Ort war der Nachfolger der 1945 enteigneten Rütgerswerke „VEB Teerdestillation und Chemische Fabrik Erkner“, später Erkneraner Betriebsteil des PCK Schwedt. Viele Erkneraner Schulklassen hatten Patenbrigaden in diesen Betrieben. Nach ca. 135 Jahren endete die Geschichte dieses Erkner stark prägenden Betriebs 1995 mit dem Komplettabriss. Das ehemalige Firmengelände am Bahnhof Erkner beherbergt heute unter anderem die Stadthalle und den Busbahnhof.
Als erster Ort Ostdeutschlands nach der Deutschen Wiedervereinigung erhielt Erkner am 6. Juni 1998 das Stadtrecht.
Die Stadtverordnetenversammlung (SVV) der Stadt Erkner besteht aus 22 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Sitzverteilung sieht seit der Kommunalwahl am 28. September 2008 folgendermaßen aus (im Vergleich die Ergebnisse Kommunalwahl von 2003):
| SPD | Die Linke | CDU | Fraktionslos | Junge Liste Erkner | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2008 | 11 | 7 | 2 | 2 | – | 22 |
| 2003 | 9 | 7 | 4 | – | 2 | 22 |
Jochen Kirsch (SPD)
Das Wappen wurde am 15. Dezember 1992 genehmigt.
Blasonierung: „Im blauen Schild ein goldener Schrägrechtsbalken überdeckt von einem schwarzen bewurzelten Maulbeerbaum mit grünen Blättern und zwei silbernen Maulbeeren.“[3]
Eine Partnerschaft besteht mit der polnischen Gemeinde Gołuchów (Goluchow) in der Woiwodschaft Großpolen.
In der Liste der Baudenkmale in Erkner stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale.
In der „Villa Lassen“ (Gerhart-Hauptmann-Straße 1–2), in der der spätere Literaturnobelpreisträger 1885–1889 gelebt hatte, findet sich ein Gerhart-Hauptmann-Museum mit einer ständigen Ausstellung zum Leben, Werk und Wirken des Dichters sowie einer Forschungsbibliothek.
Das Heimatmuseum ist der zentrale Punkt des Museumshofes am Sonnenluch.
Erkner besitzt drei Kirchen - die evangelische Genezerathkirche (1896, neugotisch), die katholische Bonifatiuskirche (1932, frühmodern, Wiederaufbau 1949) und eine neuapostolische Kirche aus der Mitte der 1990er Jahre.
Aus Erkner heraus führen vier Hauptstraßen in die entsprechenden umliegenden Orte: die Berliner Straße gen Westen, die Woltersdorfer Landstraße gen Norden, die Fangschleusenstraße gen Osten und die Neu Zittauer Straße gen Süden. Weiterhin besteht eine Anschlussstelle an der östlichen Stadtgrenze, die Erkner mit dem Berliner Ring verbindet.
Der Bahnhof Erkner liegt an der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn und ist einer der Haltepunkte des Regional-Express RE 1, der von Magdeburg nach Eisenhüttenstadt über Potsdam, Berlin und Frankfurt (Oder) verkehrt. Weiterhin ist der Bahnhof der Endpunkt der Berliner S-Bahn-Linie 3, die von hier bis zum Berliner Ostbahnhof beziehungsweise nach Berlin-Spandau fährt.
In Erkner befindet sich das sozialwissenschaftliche Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS). Dieses international vernetzte Institut widmet sich der angewandten Grundlagenforschung zur Zukunftsfähigkeit von Städten und Regionen. Untersuchungsräume sind zur Zeit die neuen Bundesländer, die Bundesrepublik Deutschland und ausgewählte Regionen in Europa.
Die Stadt Erkner hat eine Grundschule, die Löcknitz-Grundschule, sowie zwei weiterführende Schulen: die Oberschule „Johannes R. Becher“ und das Carl Bechstein Gymnasium Erkner. Weiterhin existieren zwei Förderschulen: die Schule am Rund und die Förderschule für geistig Behinderte. Außerdem gibt es noch das Bildungszentrum Erkner, eine Einrichtung des BKK Bundesverbandes und der Deutschen Rentenversicherung, an dem hauptsächlich Sozialversicherungsrecht unterrichtet wird.
1893 wurde der Klavier- und Flügelbauer Carl Bechstein Ehrenbürger von Erkner. Seine damalige Villa dient heute als Rathaus.
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