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Ernst Erich Noth (Pseudonym seit 1931, eigentlicher Name Paul Albert Krantz) (* 25. Februar 1909 in Berlin; † 15. Januar 1983 in Bensheim) war ein deutscher Schriftsteller und Literaturwissenschaftler.
Inhaltsverzeichnis |
Paul Krantz wuchs in einer Mietskaserne in Berlin-Mariendorf auf; sein Stiefvater, der Musiker Karl-Heinz Krantz, hatte dem unehelichen Kind seinen Namen gegeben. Wegen seiner außergewöhnlichen Begabung erhielt er 1919 eine Freistelle auf der Oberrealschule. Als Schüler gehörte er vorübergehend dem "Jungdeutschen Orden" an. 1927 war er in die „Steglitzer Schülertragödie“ verwickelt, wegen der er acht Monate Untersuchungshaft erlitt und 1928 vor Gericht gestellt wurde, (zugezogene Gutachter waren u.a. Eduard Spranger und Arnolt Bronnen). Der damit verbundene große Presserummel brachte ihm einen unliebsamen frühen Ruhm. Nachdem er vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden war, beendete er seine schulische Ausbildung an der Odenwaldschule in Heppenheim. Krantz studierte ab 1929 Germanistik an der Universität Frankfurt, wo er der „Roten Studentengruppe“ angehörte. Gleichzeitig wurde er freier Mitarbeiter der „Frankfurter Zeitung“ und verfasste Gedichte und erzählende Texte. 1933 wurde er wegen „kommunistischer Betätigung“ von der Universität relegiert und ihm die Promotion in Frankfurt am Main verwehrt: Zwar lag die schriftliche Doktorarbeit vor, die nationalsozialistischen Machthaber verboten ihm jedoch, die mündliche Prüfung abzulegen. Daraufhin emigrierte Krantz im März 1933 nach Frankreich.
Anfangs arbeitete er unter dem bereits in Deutschland verwendeten Pseudonym „Ernst Erich Noth“ an verschiedenen Pariser literarischen Zeitschriften mit und veröffentlichte mehrere Werke in französischer Sprache. Später ging er nach Südfrankreich, wo er bis 1940 Redakteur der Zeitschrift „Cahiers du Sud“ war. Im Mai 1939 wurde ihm von den Nationalsozialisten die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, und seine Werke wurden auf die Schwarze Liste der Reichsschrifttumskammer gesetzt. 1939 und 1940 war Noth zeitweise interniert; nach der deutschen Besetzung Frankreichs lebte er ein Jahr lang im Untergrund. 1941 gelang ihm mit amerikanischer Hilfe die Flucht in die USA.
In den Vereinigten Staaten war Ernst Erich Noth von 1942 bis 1948 Leiter des deutschsprachigen Rundfunkprogramms der National Broadcasting Company. 1948 wurde er US-amerikanischer Staatsbürger, nunmehr offiziell unter dem Namen „Ernst Erich Noth“. Von 1949 bis 1959 gab er die Literaturzeitschrift „Books Abroad“ heraus, gleichzeitig war er Professor für Moderne Sprachen und Literaturwissenschaft an verschiedenen amerikanischen Universitäten, darunter an der University of Oklahoma und an der Marquette University (Milwaukee). 1963 kehrte er nach Europa zurück. In Frankreich war er als Verlagslektor und Dozent an den Universitäten in Aix-en-Provence, Marseille und Paris tätig. Ab 1970 lebte er wieder in Deutschland. Die Goethe-Universität in Frankfurt am Main verlieh ihm 1971 den 1933 vorenthaltenen Doktortitel, und Noth lehrte dort bis 1980, zuletzt als Honorarprofessor.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Noth, Ernst Erich |
| ALTERNATIVNAMEN | Krantz, Paul (wirklicher Name bis 1948) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-amerikanischer Literaturwissenschaftler und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 25. Februar 1909 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 15. Januar 1983 |
| STERBEORT | Bensheim |