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Ernst Haeckel

Ernst Haeckel

Ernst Heinrich Philipp August Haeckel (* 16. Februar 1834 in Potsdam; † 9. August 1919 in Jena) war ein deutscher Zoologe, Philosoph und Freidenker, der die Arbeiten von Charles Darwin in Deutschland bekannt machte und zu einer speziellen Abstammungslehre ausbaute.

Haeckel war Arzt, spĂ€ter Professor fĂŒr vergleichende Anatomie. Er prĂ€gte einige heute gelĂ€ufige Begriffe der Biologie wie Stamm oder Ökologie. Auch bezeichnete Haeckel die Politik als angewandte Biologie.[1] Ernst Haeckel vertrat einen Monismus auf naturwissenschaftlicher Grundlage (Entwicklungs-Monismus) und grĂŒndete am 11. Januar 1906 den Deutschen Monistenbund in Jena.

Haeckel trug durch seine populĂ€ren Schriften sehr zur Verbreitung des Darwinismus in Deutschland bei. DarĂŒber hinaus erarbeitete er eine ausfĂŒhrliche embryologische Argumentation fĂŒr die Evolutionstheorie und formulierte in diesem Zusammenhang das biogenetische Grundgesetz. Er gilt als Wegbereiter der Eugenik und Rassenhygiene, weil er fortschrittsoptimistisch von der Evolution eine Höherentwicklung und keine „Degeneration“ erwartete. Der Deutsche Monistenbund wurde, wie auch andere Freidenkerorganisationen, 1933 von den Nationalsozialisten verboten. Nationalsozialistische Ideologen haben Ausschnitte seiner Aussagen spĂ€ter als BegrĂŒndung fĂŒr ihren Rassismus und Sozialdarwinismus herangezogen, gleichzeitig aber wesentliche Teile von Haeckels Weltbild als unvereinbar mit der völkisch-biologischen Sichtweise des Nationalsozialismus erklĂ€rt.[2]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ernst Haeckel

Ernst Haeckel wurde 1834 als zweiter Sohn des Regierungsrates Philipp August Haeckel und seiner Frau Charlotte geb. Sethe, die aus einer Juristenfamilie stammte, in Potsdam geboren. Ein Jahr nach Haeckels Geburt zog die Familie nach Merseburg, einer Regierungsbezirkshauptstadt in der Provinz Sachsen, wo er das örtliche Domgymnasium besuchte. Durch die naturwissenschaftlichen Interessen seines Vaters und die gezielte Förderung seines Lehrers Otto Gandters kam Haeckel frĂŒh mit den Schriften Matthias Jacob Schleidens, Alexander von Humboldts und Charles Darwins in Kontakt. Einer autobiographischen Skizze zufolge war insbesondere die Reiseliteratur Humboldts und Darwins entscheidend fĂŒr Haeckels spĂ€tere Berufswahl.[3]

Nach dem Abitur 1852 nahm Haeckel das Studium der Medizin in Berlin auf, wechselte jedoch auf DrĂ€ngen seines Vaters noch im gleichen Jahr an die UniversitĂ€t WĂŒrzburg, deren medizinische FakultĂ€t aufgrund der Professoren Albert von Kölliker, Franz von Leydig und Rudolf Virchow einen hervorragenden Ruf besaß. Obwohl sich zwischen Haeckel und Virchow nie eine persönliche Freundschaft entwickelte, wurde die von Virchow entworfene Zellularpathologie zu einem entscheidenden Element in Haeckels Denken. In bewusster Abgrenzung zur idealistischen Naturphilosophie erklĂ€rte Virchow, dass sich alle körperlichen Funktionen durch die Interaktion der Zellen erklĂ€ren ließen. Dieser Ansatz wurde von Haeckel als offensiv materialistisch aufgefasst, da er ohne die Annahme einer immateriellen Lebenskraft auskam und den Körper mechanistisch durch seine Zusammensetzung erklĂ€rte. Haeckel war begeistert von Virchows empirischen ErklĂ€rungsansĂ€tzen, sah in ihnen jedoch zugleich eine Gefahr fĂŒr seinen Glauben. In einem 1856 verfassten Brief an seine Tante Bertha erklĂ€rte Haeckel, dass man zwischen den Bereichen des Wissens und des Glaubens unterscheiden mĂŒsse, da auch die erfolgreichsten wissenschaftlichen ErklĂ€rungen an ihre Grenzen stießen. An dieser Grenze beginne der christliche Glaube.[4]

Nach dem Abschluss seines Medizinstudiums im MĂ€rz 1858 plante Haeckel die Habilitation bei dem Physiologen und Meeresbiologen Johannes MĂŒller. Der ĂŒberraschende und von Haeckel als Suizid interpretierte Tod MĂŒllers zwang Haeckel zur Änderung seiner PlĂ€ne. Carl Gegenbaur, ein Freund aus WĂŒrzburg und neu berufener Professor in Jena, schlug Haeckel eine gemeinsame Italienfahrt vor, die gleichermaßen dem Ideal einer Bildungsreise und der Vorbereitung der Habilitation dienen sollte. Haeckel sagte zu, musste jedoch letztlich ohne den erkrankten Gegenbaur aufbrechen. Der erste Teil seiner Reise gestaltete sich nicht besonders erfolgreich. Von der religiösen Kunst, den Prozessionen und dem Papsttum abgestoßen, schrieb Haeckel an seine Verlobte Anna Sethe, dass er bei einem lĂ€ngeren Aufenthalt in Rom sicherlich zum Heiden werde.[5] Auch der Aufenthalt am Golf von Neapel war zunĂ€chst von RĂŒckschlĂ€gen bestimmt und Haeckel wandte sich unter dem Einfluss Hermann Allmers der Kunst zu. Erst im November 1859 beschloss Haeckel, sich den Radiolarien zu widmen, einer Gruppe von einzelligen Tieren, an denen Johannes MĂŒller unmittelbar vor seinem Tod gearbeitet hatte. In kurzer Zeit sammelte Haeckel 101 neue Arten, 1861 wurde er mit der Schrift De Rizopodum finibus et ordinibus habilitiert.

1862 hielt Haeckel die erste Vorlesung ĂŒber die Entstehung der Arten.
1865 erhielt er die EhrendoktorwĂŒrde in Philosophie und eine Professur fĂŒr Zoologie in Jena, die damals zur Philosophischen FakultĂ€t gehörte.

1866 bis 1867 unternahm Haeckel eine Reise zu den Kanarischen Inseln und nahm dort an der winterlichen Erstbesteigung des Teide teil. In dieser Zeit traf Haeckel mit Charles Darwin, Thomas Huxley und Charles Lyell zusammen.

Nach dem Tod seiner Frau Anna im Jahr 1864 heiratete Haeckel 1867 Agnes Huschke, die Tochter des Anatomen, Zoologen und Embryologen Emil Huschke (1797–1858). Der gemeinsame Sohn Walter wurde 1868 geboren, 1871 die Tochter Elisabeth und 1873 die Tochter Emma.

1869 reiste der Forscher nach Norwegen, 1871 nach Dalmatien, 1873 nach Ägypten, in die TĂŒrkei sowie nach Griechenland.

Von 1876 an war Haeckel Prorektor der UniversitÀt Jena und unternahm Vortragsreisen durch Deutschland. Bis 1879 folgten mehrere Reisen nach England und Schottland, in deren Verlauf es zu weiteren Begegnungen mit Charles Darwin kam, sowie eine Reise nach Korfu.

Von 1881 bis 1882 bereiste Haeckel erstmals die Tropen, unter anderem auch die Insel Ceylon.

Das Arbeitszimmer in der Villa „Medusa“, Jena, 2007

1882 war Haeckel am Bau der Villa Medusa und der Einrichtung des Zoologischen Institutes der UniversitÀt Jena beteiligt, deren Prorektor er 1884 erneut wurde.
1887 reiste Haeckel nach PalĂ€stina, Syrien und Kleinasien, 1890 nach Algerien, 1897 durch SĂŒdfinnland und Russland, 1899 nach Korsika und 1900 zum zweiten Mal in die Tropen. In dieser Zeit begann auch seine Freundschaft mit Frida von Uslar-Gleichen (1864–1903).

Haeckel betĂ€tigte sich auch politisch: So war er ein Mitglied des Alldeutschen Verbandes und wurde 1905 Ehrenmitglied der Gesellschaft fĂŒr Rassenhygiene, ebenso war er seit 1889 Ehrenmitglied des korporativen „Medizinischen Vereins“ der UniversitĂ€t Jena (heute Landsmannschaft Rhenania zu Jena und Marburg).[6]

Um seine monistische Weltanschauung zu verbreiten, grĂŒndete Haeckel 1906 den Monistenbund am Jenaer Zoologischen Institut. Daneben hat er sich stark fĂŒr den Pazifismus eingesetzt, etwa indem er 1910 zusammen mit anderen bedeutenden Persönlichkeiten, wie etwa Friedrich Naumann und Max Weber, einen in deutschen Zeitungen veröffentlichten "Aufruf zur BegrĂŒndung eines Verbandes fĂŒr internationale VerstĂ€ndigung" unterzeichnete, welcher Abkommen mit anderen Nationen fördern sollte, um den Weltfrieden zu garantieren.[7][8]

1907 unternahm der Forscher seine letzte große Reise nach Schweden. 1908 stiftete Haeckel das Phyletische Museum in Jena.

1909 endete Haeckels LehrtÀtigkeit, 1910 trat er aus der evangelischen Kirche aus. Seine Frau Agnes starb 1915. Haeckels Gebrechlichkeit nahm in dieser Zeit erheblich zu (Oberschenkelhalsbruch, Armbruch). 1918 verkaufte er die Villa Medusa an die Carl-Zeiss-Stiftung. Ernst Haeckel starb am 9. August 1919.

Haeckel als populÀrer Forscher

Generelle Morphologie der Organismen. Berlin, 1866; In diesem Werk definierte Haeckel den Begriff Ökologie

Haeckels Ideen sind fĂŒr die Geschichte der Evolutionstheorie von großer Bedeutung. Er definierte u. a. den Begriff Ökologie und erwies seine Kompetenz als Anatom. Haeckel beschrieb Hunderte von neuen Arten. Inspiriert durch den Linguisten August Schleicher, mit dem er in Jena eng befreundet war, fĂŒhrte er StammbĂ€ume zur Darstellung des historischen Verlaufes der Evolution in die Biologie ein. Diese Idee gilt heute indes als ĂŒberholt; stattdessen verwenden aktuelle Systematiken Kladogramme und Phylogramme. Haeckel postulierte zudem erstmals den gemeinsamen Ursprung aller Organismen, wobei er allerdings die Abstammung aus dem Bereich dreier Gruppen fĂŒr wahrscheinlicher hielt. Die meisten Überlegungen dieser Art sind zurzeit jedoch wissenschaftlich falsifiziert.

Die Hauptwerke

Bildtafel Nr. 71 „Radiolarien” (Strahlentierchen) aus Kunstformen der Natur, 1899
Bildtafel Nr. 8 „Discomedusae” aus Kunstformen der Natur, 1899

Haeckels Werke, die seinen Ruf in der Fachwelt begrĂŒndeten, sind grundlegende meeresbiologische Monographien ĂŒber Radiolarien (1862, 1887), KalkschwĂ€mme (1872), Medusen (1879-1880) und Staatsquallen (1869, 1888). Diese Arbeiten brachten ihm letztlich die Berufung zum Professor, spĂ€ter zum ersten Ordinarius fĂŒr Zoologie in Jena ein. Bei der Beschreibung der von der britischen Challenger-Expedition gesammelten Radiolarien benannte Haeckel ĂŒber 3.500 neue Arten. Sein Teil des Challenger-Reports umfasst drei BĂ€nde mit 2.750 Druckseiten und 140 detaillierten Bildtafeln. Haeckel war nicht nur ein hervorragender Forscher sondern auch ein begnadeter Zeichner, wie sĂ€mtliche aus seiner Hand stammenden Darstellungen und Bildtafeln auch heute noch durch ihre Naturtreue und PlastizitĂ€t eindrucksvoll belegen. Diese besitzen aufgrund ihrer MaterialfĂŒlle auch heute noch wissenschaftlichen Wert.

Nach 1859 nahm Haeckel die Gedanken von Darwins Entstehung der Arten auf. Haeckels „Generelle Morphologie“ (1866) ist ein epochales Werk, das den Beginn zahlreicher noch folgender Synthesen verschiedener Teilgebiete der Biologie im Rahmen der Evolutionstheorie markiert. Nach der „Generellen Morphologie“ begann Haeckel, gemeinverstĂ€ndliche, also an Laien gerichtete BĂŒcher - oft verschriftlichte Vortragsreihen - zu publizieren. Diese gingen vom Gedanken der Abstammungslehre aus und thematisierten sowohl wissenschaftliche als auch philosophische Aspekte, die sich in einer monistischen Weltanschauung verdichten. AuflagenstĂ€rkstes Buch wurde der Weltbestseller „Die WeltrĂ€thsel“ von 1899.

Um 1900 endete Haeckels wissenschaftliche Arbeit; danach popularisierte er im Grunde nur noch seine eigenen Gedanken. Es erschienen Reiseberichte und ein Band mit Aquarellen. Den wichtigsten Überblick ĂŒber Haeckels populĂ€re Schriften bietet eine posthum erschienene sechsbĂ€ndige Ausgabe der GemeinverstĂ€ndlichen Werke.

NatĂŒrliche Schöpfungsgeschichte (1868)

Erstdruck

Mit der „NatĂŒrlichen Schöpfungsgeschichte“ (1868) unternahm Haeckel den ersten Versuch, seine in der „Generellen Morphologie“ entwickelten Gedanken auch fĂŒr Laien verstĂ€ndlich zusammenzufassen. Trotz der großen MĂ€ngel, die Haeckel spĂ€ter bemerkte, erlebte die „NatĂŒrliche Schöpfungsgeschichte“ bis zur Publikation der „WeltrĂ€thsel“ (1899) neun Auflagen und wurde in zwölf Sprachen ĂŒbersetzt. Die „WeltrĂ€thsel“ und die „Lebenswunder“ (1904) setzen diese Linie fort, ĂŒberschreiten jedoch zunehmend den Rahmen der Deutung biologischer Tatsachen im Kontext der Evolutionstheorie.

Unter anderem spekulierte er in diesem Werk ĂŒber den Erdteil, in dem sich der Mensch entwickelt hatte. Haeckel ging davon aus, dass „die meisten Anzeichen auf das sĂŒdliche Asien“ hindeuteten, rĂ€umte aber zugleich ein: „Vielleicht war aber auch das östliche Afrika der Ort, an welchem zuerst die Entstehung des Urmenschen aus den menschenĂ€hnlichen Affen erfolgte; vielleicht auch ein jetzt unter den Spiegel des indischen Oceans versunkener Kontinent, welcher sich im SĂŒden des jetzigen Asiens einerseits östlich bis nach den Sunda-Inseln, andrerseits westlich bis nach Madagaskar und Afrika erstreckte.“ Den hypothetischen Urmenschen nannte Haeckel „Homo primigenius oder Pithecanthropus primigenius“.[9]

Anthropogenie (1874)

Stammbaum des Menschen nach Haeckel (1874)

Haeckel wendet in seiner Schrift „Anthropogenie“ (1874, rund 730 Seiten) die in der „Generellen Morphologie“ entwickelten Methoden auf den Menschen an. Nach einer historischen Einleitung in die Geschichte der Evolutionstheorien untersucht er die Keimesgeschichte des Menschen, indem er die Eizelle, Befruchtung, die Anlage der KeimblĂ€tter und des Blutkreislaufes im Sinne der Ontogenese darstellt. Der dritte Abschnitt umfasst die Stammesgeschichte oder Phylogenie. Hier stellt Haeckel zunĂ€chst einfache Wirbeltiere vor, dann verschiedene Stufen der Ahnenreihe des Menschen:

I. vom Moner zur Gastraea,
II. vom Urwurm bis zum SchÀdelthier,
III. vom Urfisch bis zum Amnionthier (=Gruppe aus Reptilien, Vögeln und SÀugern) und
IV. Vom UrsÀuger bis zum Affen.

Der vierte Abschnitt behandelt die Entwicklungsgeschichte einzelner Organsysteme: Hautdecke und Nervensystem, Sinnesorgane, Bewegungsorgane, Darmsystem, GefĂ€ĂŸsystem und Urogenitalsystem. Es folgt ein zusammenfassendes Kapitel, in welchem Haeckel die dualistische Auffassung, besonders den Schöpfungsglauben und die Auffassung von einer von den Hirnfunktionen unabhĂ€ngigen Seele fĂŒr widerlegt erklĂ€rt und seinen Monismus in kurzen ZĂŒgen umreißt. (Nahezu zeitgleich zu Haeckels Buch erschien Darwins Schrift „Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl“, die sich methodisch allerdings völlig anders ausrichtete.)

Wissenschaftliche und weltanschauliche Positionen

Bildtafel Nr. 49 „Seeanemonen” aus Kunstformen der Natur, 1899
Bildtafel Nr. 85 „Ascidiacea” aus Kunstformen der Natur, 1904

Kunst und Natur

Haeckel sah die Biologie in Vielem mit der Kunst verwandt. Seine kĂŒnstlerische Begabung wurde durch Symmetrien in der Natur stark angesprochen, unter anderem der von Einzellern wie Radiolarien. Besondere BerĂŒhmtheit erlangten seine Abbildungen von Planktonorganismen und Quallen, die die biologische Welt in eindrucksvoller Schönheit darstellten. Dies war schon in seinen wissenschaftlichen Monographien der Fall, besonders aber seine populĂ€ren „Kunstformen der Natur“, die er von 1899 bis 1904 in mehreren Heften veröffentlichte, gehörten – wie Brehms Tierleben – in den Haushalt eines jeden BildungsbĂŒrgers.
Seine Darstellungen beeinflussten die Kunst des beginnenden 20. Jahrhunderts. So beruhen die GlaslĂŒster im Ozeanischen Museum Monaco von Constant Roux ebenso auf Vorlagen Haeckels wie das monumentale Tor des französischen Architekten RenĂ© Binet auf der Pariser Weltausstellung 1900. Binets von Haeckel inspiriertes Tafelwerk „Esquisses dĂ©coratives“ wurde zu einer Grundlage des Art nouveau (Jugendstil).

Auch Haeckels Wohnhaus (Villa Medusa, heute das Ernst-Haeckel-Museum) und das von ihm gestiftete GebĂ€ude des Phyletischen Museums, beides in Jena, fĂŒhren Kunst und Wissenschaft zusammen, in dem z. B. Ornamente der Fassade und Innenausstattung Tafelwerke zu den Medusen zitieren. Haeckel war unglaublich arbeitsam. So beschrieb er allein von der britischen Challenger-Expedition ĂŒber 3.500 neue Radiolarien-Arten. Haeckels Challenger-Report umfasst drei BĂ€nde mit 2.750 Druckseiten und 140 detailliert gestochenen Tafeln dieser fragilen Organismen. Insbesondere nach dem Tod seiner ersten Frau arbeitete er vielfach mehr als 18 Stunden am Tag.

Biogenetische Grundregel

Haeckels Beobachtungen der Parallelen zwischen Ontogenese und Phylogenese waren Grundlage fĂŒr die Postulierung eines kausalen Zusammenhanges zwischen ontogenetischen und evolutionĂ€ren Prozessen; seine Theorie lĂ€sst sich im Satz „Ontogenese rekapituliert Phylogenese“ zusammenfassen. Die bereits von Baer gemachte Beobachtung, dass sich frĂŒhe Ontogenese-Stadien nahe verwandter Organismen stĂ€rker Ă€hneln als die spĂ€teren Adultformen, ist nach wie vor gĂŒltig. Die von Haeckel daraus gezogene Schlussfolgerung eines kausalen Zusammenhangs ist jedoch lange umstritten gewesen und wird von Biologen inzwischen weitgehend abgelehnt.

Die ĂŒbereinstimmenden Grundmerkmale phylogenetisch verwandter Organismen, lassen sich im Rahmen der Evolutionstheorie verstehen, da neue Merkmale in der Regel auf bereits existierenden Merkmalen aufbauen. Ein modernes VerstĂ€ndnis der biogenetischen Grundregel setzt das VerstĂ€ndnis des Organismus als sich kontinuierlich anpassendes stets im Umbau befindliches System voraus.

Evolution und Monismus

Philosophisch verfocht er eine monistische Naturphilosophie, unter der er eine Einheit von Materie und Geist verstand. So schrieb er in „Die WeltrĂ€tsel“:

„Die Verschmelzung der anscheinenden GegensĂ€tze, und damit der Fortschritt zur Lösung des fundamentalen WeltrĂ€thsels, wird uns aber durch das stetig zunehmende Wachsthum der Natur-Erkenntniß mit jedem Jahre nĂ€her gelegt. So dĂŒrfen wir uns denn der frohen Hoffnung hingeben, daß das anbrechende zwanzigste Jahrhundert immer mehr jene GegensĂ€tze ausgleichen und durch Ausbildung des reinen Monismus die ersehnte Einheit der Weltanschauung in weiten Kreisen verbreiten wird.“

Dabei war Haeckel kein strenger Atheist. Zwar lehnte er jeden Schöpfungsakt strikt ab (daher die SchĂ€rfe seiner Auseinandersetzung mit den Kreationisten, etwa mit Arnold Braß und dem Keplerbund), er kam jedoch aus einem christlichen Elternhaus und sah die Natur - bis hin zu anorganischen Kristallen - als beseelt an. Sein Monismus war der einer durchgeistigten Materie, er sah Gott als identisch mit dem allgemeinen Naturgesetz und vertrat einen durch Johann Wolfgang von Goethe und Spinoza inspirierten Pantheismus. In diesem Zusammenhang sprach er u. a. von „ZellgedĂ€chtnis“ (Mneme) und „Kristallseelen“.

In „Die WeltrĂ€tsel“ zitiert Ernst Haeckel mehrmals seinen (heute wesentlich weniger bekannten) Kollegen Johann Gustav Vogt, vor allem bezĂŒglich seiner Vorstellungen ĂŒber Elektromagnetismus und einen universellen Äther.[10] GemĂ€ĂŸ Haeckel und Vogt besitzen Masse und Äther sowohl Empfindung als auch Willen, sie Â»empfinden Lust bei Verdichtung, Unlust bei Spannung; sie streben nach der ersteren und kĂ€mpfen gegen letztere«. Wegen dieses Weltbildes werden die beiden auch als hylozoistische Naturphilosophen bezeichnet.[11]

Haeckel nahm im September 1904 am Internationalen Freidenker-Kongress in Rom teil, der von 2.000 Menschen besucht wurde. Dort wurde er anlĂ€sslich eines gemeinsamen FrĂŒhstĂŒcks feierlich zum „Gegenpapst“ ausgerufen. Bei einer folgenden Demonstration der Teilnehmer auf dem Campo de' Fiori vor dem Denkmal Giordano Brunos befestigte Haeckel einen Lorbeerkranz am Denkmal. Haeckel nahm diese Ehrungen gerne an: „Noch nie sind mir so viele persönliche Ehrungen erwiesen worden, wie auf diesem internationalen Kongreß“. Diese Provokation am Sitz des Papstes löste eine massive Kampagne und Anfeindungen von kirchlicher Seite aus. Insbesondere wurde seine wissenschaftliche IntegritĂ€t in Frage gestellt, und er wurde als FĂ€lscher und BetrĂŒger dargestellt sowie als Affen-Professor verhöhnt. Allerdings gaben 46 bekannte Professoren eine EhrenerklĂ€rung fĂŒr Haeckel ab.

Am 11. Januar 1906 wird auf Haeckels Initiative der Deutsche Monistenbund in Jena gegrĂŒndet, den Ernst Haeckel schon im September 1904 in Rom vorgeschlagen hatte. Mit dem Monistenbund fanden die bereits seit kurzer Zeit bestehenden, sehr heterogenen monistischen Bestrebungen einen ĂŒbergreifenden organisatorischen Rahmen, der sich dezidiert auf eine naturwissenschaftliche Basis im Sinne Haeckels stellte, in den aber nicht alle Vertreter des Monismus eingebunden wurden. Haeckel wird EhrenprĂ€sident des Deutschen Monistenbundes.

Ernst Haeckel gehörte zu den fĂŒhrenden Freidenkern und Vertretern eines naturwissenschaftlich orientierten Fortschrittsgedankens, wodurch seine Ideen nicht nur fĂŒr rechte und national gesinnte, sondern auch fĂŒr bĂŒrgerlich-liberale sowie linke Kreise attraktiv waren. Die Monisten um Haeckel hatten damals viele AnhĂ€nger, so zĂ€hlten beispielsweise Ferdinand Tönnies, Henry van de Velde, Alfred Hermann Fried, Otto Lehmann-RußbĂŒldt, Helene Stöcker, Magnus Hirschfeld, Carl von Ossietzky dazu. Teile seiner Ideen wurden von Nationalsozialisten ĂŒbernommen, die zwar den Monismus ablehnten, die sozialdarwinistischen Aspekte Haeckels jedoch gut fĂŒr ihre Ideologie verwenden konnten.

Pazifismus und Friedensbewegung

Ernst Haeckel vertrat pazifistische Ideen. So unterstĂŒtzte er die Friedensbewegung Bertha von Suttners (die die Werke Haeckels und Darwins las und die Evolutionslehre vertrat) durch GlĂŒckwunschadressen und Briefe.[12] Im Jahr 1913 grĂŒndete E. Haeckel zusammen mit der französischen Sozialistin Henriette Meyer die internationale Friedensvereinignung L'Institut Franco-Allemand de la RĂ©conciliation und die Zeitschrift "La RĂ©conciliation", welche fĂŒr einen andauernden Frieden zwischen Deutschland und Frankreich eintreten sollte. In einem Leitartikel "Vernunft und Krieg" in "La RĂ©conciliation" identifizierte er das WettrĂŒsten als Problem, welches ein nicht zu stoppendes Moment hin zu einem Krieg bilden könnte, und verurteilte den nationalen Chauvinismus, welcher Deutschland, Frankreich und Großbritannien erfasst hatte.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs verteidigte Haeckel jedoch die deutsche Beteiligung am Krieg und Ă€ußerte sich zunehmend nationalistisch. In Haeckels Sichtweise[13] war vor allem England fĂŒr den Ausbruch eines Krieges verantwortlich, welchen Haeckel z.B. 1916 in einem Brief an seinen Neffen Konrad Huschke[14] einen "schrecklichen Weltkrieg" mit "furchtbaren Verlusten" nannte. Haeckel unterzeichnete am 2. Oktober 1914 den kriegsbejahenden Aufruf „An die Kulturwelt“, der von weiteren 92 Intellektuellen, darunter dem Physiker Max Planck und dem Schriftsteller Gerhart Hauptmann, unterschrieben wurde.[15]

Ethik und Zukunft

Die in den WeltrĂ€tseln beschriebene monistische Ethik bleibt bei allem revolutionĂ€ren Anspruch wie Iring Fetscher anmerkt im Umkreis erfĂŒllbarer bĂŒrgerlicher Alltagstugenden stecken. Haeckel leitet aus dieser Ethik allerdings eine Utopie ab, die die Fortschritte von Wissenschaft und Technik auch gesellschaftlich nutzen möchte. Haeckel schreibt:

„Die höhere Kultur, der wir erst jetzt entgegen zu gehen anfangen, wird voraussichtlich die Aufgabe stets im Auge behalten mĂŒssen, allen Menschen eine möglichst glĂŒckliche, d.h. zufriedene Existenz zu verschaffen. Die vervollkommnete Moral, frei von allem religiösen Dogma und auf die klare Erkenntnis der Naturgesetze gegrĂŒndet, lehrt uns die alte Weisheit der goldenen Regel („WeltrĂ€thsel“, Kap. 19), mit den Worten des Evangeliums: „Liebe deinen nĂ€chsten als dich selbst.“ Die Vernunft fĂŒhrt uns zu der Einsicht, daß ein möglichst vollkommenes Staatswesen zugleich die möglichst große Summe von GlĂŒck fĂŒr jedes Einzelwesen, das ihm angehört, schaffen muß. Das vernĂŒnftige Gleichgewicht zwischen Eigenliebe und NĂ€chstenliebe, zwischen Egoismus und Altruismus, wird das Ziel unserer monistischen Ethik. Viele barbarische Sitten und alte Gewohnheiten, die jetzt noch als unentbehrlich gelten: Krieg, Duell, Kirchenzwang usw. werden verschwinden. Schiedsgerichte werden hinreichen, um in allen Rechtsstreitigkeiten der Völker und Personen den Ausgleich herbeizufĂŒhren. Das Hauptinteresse des Staates wird nicht, wie jetzt, in der Ausbildung einer möglichst starken MilitĂ€rmacht liegen, sondern in einer möglichst vollkommenen Jugenderziehung auf Grund der ausgedehntesten Pflege von Kunst und Wissenschaft. Die Vervollkommnung der Technik, aufgrund der Erfindungen in der Physik und Chemie, wird die LebensbedĂŒrfnisse allgemein befriedigen; die kĂŒnstliche Synthese vom Eiweiß wird reiche Nahrung fĂŒr alle liefern. Eine vernĂŒnftige Reform der EheverhĂ€ltnisse wird das Familienleben glĂŒcklich gestalten.“ (aus: „Die Lebenswunder“ 1904, Kap. 17, Abschnitt IV c, vollstĂ€ndig)

Haeckel zĂ€hlt Mitleid und Sympathie zu den edelsten Gehirnfunktionen, welche zu den wichtigsten Bedingungen des sozialen Zusammenlebens sowohl bei Menschen als auch bei höheren Tieren gehören („Die Lebenswunder“ 1904, S. 131). Er sieht das Gebot der NĂ€chstenliebe, wenn auch nicht von Christus zuerst entdeckt, so doch zurecht vom Christentum in den Vordergrund gestellt. Darin liegt nach ihm der hohe ethische Wert des Christentums, welcher auch dann noch fortdauern werde, wenn dessen ĂŒbrige "morsche Dogmen" lĂ€ngst in TrĂŒmmern zerfallen sind. Insbesondere wendet er sich gegen einen reinen Egoismus:

„Daher sind die Propheten des  r e i n e n  E g o i s m u s,  F r i e d r i c h  N i e t z s c h e,  M a x S t i r n e r  u. s. w.  [Hervorhebung im Original] im biologischem Irrtum, wenn sie allein ihre 'Herrenmoral' an Stelle der allgemeinen Menschenliebe setzen wollen und wenn sie das Mitleid als SchwĂ€che des Charakters oder als einen moralischen Irrtum des Christentum verspotten.“ (aus: „Die Lebenswunder“ 1904, S. 131/132)

Eugenik und Sozialdarwinismus

Weil sich Ernst Haeckel sehr dezidiert zu eugenischen Fragestellungen geĂ€ußert und dabei Selektionsmechanismen und ZĂŒchtungsgedanken angesprochen hat, wird er von verschiedenen Historikern als einer der wichtigsten Wegbereiter der Rassenhygiene/Eugenik in Deutschland betrachtet.[16][17][18]

Auch Wilhelm Schallmayer, ein SchĂŒler Haeckels bescheinigte seinem ehemaligen Lehrer, wesentliche Grundgedanken der Eugenik ausgesprochen zu haben.[19]

In Haeckels Buch „Die Lebenswunder“ (1904) heißt es etwa:

„Es kann daher auch die Tötung von neugeborenen verkrĂŒppelten Kindern, wie sie z.B. die Spartaner behufs der Selection des TĂŒchtigsten ĂŒbten, vernĂŒnftigerweise nicht unter den Begriff des Mordes fallen, wie es noch in unseren modernen GesetzbĂŒchern geschieht. Vielmehr mĂŒssen wir dieselbe als eine zweckmĂ€ĂŸige, sowohl fĂŒr die Beteiligten, wie fĂŒr die Gesellschaft nĂŒtzliche Maßregel billigen.“ (Die Lebenswunder, 1904, S. 23)

Oder:

„Hunderttausende von unheilbar Kranken, namentlich Geisteskranke, AussĂ€tzige, Krebskranke usw. werden in unseren modernen Culturstaaten kĂŒnstlich am Leben erhalten und ihre bestĂ€ndigen Qualen sorgfĂ€ltig verlĂ€ngert, ohne irgend einen Nutzen fĂŒr sie Selbst oder fĂŒr die Gesamtheit.“ (Die Lebenswunder, 1904, S. 134)

Haeckel griff die Idee auf, die Ausschaltung der Selektion durch die Medizin wĂŒrde zu degenerativen Erscheinungen fĂŒhren, und popularisierte sie in Deutschland. Dabei entwickelte er diese Überlegungen jedoch nicht, wie Francis Galton, in systematischer Weise. Vor allem vollzog er nicht, wie sein SchĂŒler Wilhelm Schallmayer und sein Freund Alfred Ploetz, die „entscheidende Wende von der bloßen Diagnostik degenerativer Tendenzen zu einer therapeutischen Programmatik“[20] Haeckel blieb auf der Basis der Theorie Darwins bei der deduktiven Feststellung angeblicher degenerativer Tendenzen in den zivilisierten Gesellschaften und stellte noch keine Überlegungen ĂŒber eine Gegenstrategie an. Das von Haeckel vielzitierte Beispiel von Sparta und die von ihm bewunderte spartanische Praxis der „Beseitigung anormal geborener SĂ€uglinge“ ordnen die Historiker Peter Weingart, JĂŒrgen Kroll und Kurt Bayertz wie folgt ein:

„Haeckels Interesse etwa war rein theoretischer Art. Er fĂŒhrte die spartanische MenschenzĂŒchtung als ein Beispiel fĂŒr die Wirksamkeit des Selektionsprinzips in der menschlichen Gesellschaft an. Den so naheliegenden, sich aufdrĂ€ngenden Schritt von der Theorie zur Praxis ging er nicht; obwohl er auf die kontraselektorischen Wirkungen der Zivilisation verwies, kam ihm nicht die Idee, die spartanische MenschenzĂŒchtung als ein nachahmenswertes Vorbild zu nehmen, dem es auf der Basis und mit den Mitteln der modernen Selektionstheorie nachzueifern gelte“.[21]

Der Historiker R.J.Richards bescheinigt E.Haeckel darĂŒber hinaus die Position vertreten zu haben, dass die Evolutionstheorie keine praktischen politischen Implikationen habe.[22] So antwortet Haeckel etwa auf einen Angriff von R. Virchow, welcher der Abstammungslehre sozialistische Tendenzen vorwirft:

„Übrigens möchten wir bei dieser Gelegenheit nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, wie gefĂ€hrlich eine derartige unmittelbare Übertragung naturwissenschaftlicher Theorien auf das Gebiet der praktischen Politik ist. Die höchst verwickelten VerhĂ€ltnisse unseres heutigen Kulturlebens erfordern von dem praktischen Politiker eine so umsichtige und unbefangene BerĂŒcksichtigung, eine so grĂŒndliche historische Vorbildung und kritische Vergleichung, dass derselbe immer nur mit grösster Vorsicht und ZurĂŒckhaltung eine derartige Nutzanwendung eines 'Naturgesetzes' auf die Praxis des Kulturlebens wagen wird.“ (E. Haeckel: Freie Wissenschaft und freie Lehre, 2. Auflage. 1908, S. 69)

Otto Speck vertritt dagegen die Auffassung, dass Ernst Haeckel 1911 in Dresden eine eugenische Beratungsstelle eröffnete und sich sehr wohl um eine praktische Umsetzung der Rassenhygiene und Eugenik in der Politik bemĂŒhte. Er schreibt: "Konkrete Ziele waren eine rassenhygienische Eheberatung und in politischer Hinsicht die Durchsetzung gesetzlicher Regelungen zur Sterilisierung fortpflanzungsunwĂŒrdiger Personen aus den unteren sozialen Schichten."[23]

Durch die Übertragung des darwinistischen Evolutions- und Selektionsprinzips auf menschliche Gesellschaften, bereitete Ernst Haeckel in Deutschland, so verschiedene Wissenschaftler, den Boden fĂŒr den Sozialdarwinismus.[24][25][26] Der Soziologe Fritz Corner bezeichnete ihn 1975 als Vater des deutschen Sozialdarwinismus.[27]

Im Jahre 1900 fungierte Haeckel als Vorsitzender eines Gremiums in einem von der Familie Krupp finanzierten Wettbewerb. Dort wurden AufsĂ€tze bewertet, in denen das Thema „Rassenhygiene“ im Hinblick auf innenpolitische und gesetzgeberische Konsequenzen abgehandelt wurde. Das Gremium behauptete, dass die Idee von der Gleichheit aller Menschen eine „Entartung“ und Degeneration der „Zivilisation“ nach sich zöge.[28] Das Preisausschreiben gewann Wilhelm Schallmayer mit seiner Arbeit „Was lernen wir aus den Prinzipien der Descendenztheorie in Beziehung auf die innerpolitische Entwickelung und Gesetzgebung der Staaten?“. Diese Arbeit sollte fĂŒr eine Verbreitung der sozialdarwinistischen Ideen in Deutschland eine besondere Rolle spielen, weil sie in großem Maße zu einer Politisierung anthropologischer Themen beitrug.[29]

1905 wurde Haeckel Mitglied in der von Alfred Ploetz gegrĂŒndeten Gesellschaft fĂŒr Rassenhygiene. Satzung und Ziel der Gesellschaft sahen die Förderung der „Theorie und Praxis der Rassenhygiene unter den weißen Völkern“ vor. Die Gesellschaft trug in Deutschland wesentlich zur Institutionalisierung der Rassenhygiene als wissenschaftliches Fach bei.

Euthanasie

Als einer der ersten deutschsprachigen Autoren, der die Tötung Schwerkranker - auf ihren Wunsch - und Schwerbehinderter - ohne ihre Zustimmung - forderte, wurde Haeckel auch zum Vordenker und Wegbereiter der freiwilligen und unfreiwilligen „Euthanasie“ in Deutschland. Schon drei Jahre vor der Programmschrift Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens von Alfred Hoche und Karl Binding (1920) hatte er in „Ewigkeit“ (1917) ĂŒber „die unheilbar an Geisteskrankheit, an Krebs oder Aussatz Leidenden, die selbst ihre Erlösung wĂŒnschen“, „neugeborene Kinder mit Defekten“ und „Mißgeburten“ unmissverstĂ€ndlich geschrieben: „Eine kleine Dosis Morphium oder Cyankali wĂŒrde nicht nur diese bedauernswerten Geschöpfe selbst, sondern auch ihre Angehörigen von der Last eines langjĂ€hrigen, wertlosen und qualvollen Daseins befreien.“ (S. 35) Darin klingt Hoches Begriff der „Ballastexistenzen“ bereits an, und mit seinen AusfĂŒhrungen ĂŒber den angeblich geringeren „Lebenswert“ verschiedener Menschengruppen (Lebenswunder, 1904, S. 291–315) hatte Haeckel schon zuvor maßgeblich zur Idee von „lebensunwertem Leben“ beigetragen.

Kritik

Haeckel wird vorgeworfen, immer wieder seine AutoritĂ€t als Naturwissenschaftler missbraucht zu haben, um seine politischen Ideen zu legitimieren. Allerdings hat E. Haeckel eine politische Rolle verneint: „Ich selbst bin nichts weniger als Politiker. .. Ich werde daher weder in Zukunft eine Rolle spielen, noch habe ich frĂŒher jemals einen Versuch dazu gemacht.“ (E. Haeckel: Freie Wissenschaft und freie Lehre, 2. Auflage. 1908, S. 69)

Sein Biogenetisches Grundgesetz von 1866 wird von der modernen Biologie in seiner Schlussfolgerung als widerlegt betrachtet. Es ist keinesfalls ein Naturgesetz, wie zunĂ€chst von Baer und Haeckel postuliert wurde. Dennoch hat die Beobachtung einer scheinbaren Rekapitulation der Entwicklungsstadien der Organismen nach wie vor eine Bedeutung. Sie zeigt eine Verwandtschaft der betrachteten Arten auf und ist, wenn auch kein Gesetz, so doch eine wiederholbare und belegbare morphologische Beobachtung. Auch die bekannten Lehrbuchautoren RĂŒdiger Wehner und Walter Gehring schreiben in ihrem Lehrbuch „Zoologie“:

„Die Form freilich, die Haeckel (1834-1919) in seiner „biogenetischen Grundregel“ (1866) diesem Sachverhalt prĂ€gnant, aber stark vergröbernd gegeben hat, daß nĂ€mlich die Ontogenese eines Organismus die Rekapitulation seiner Phylogenese bedeute, beschreibt die VerhĂ€ltnisse zu einseitig. Die Embryonalentwicklung jedes Organismus ist reich an Eigenanpassungen (Caenogenesen), die – wie die KeimhĂŒlle der Amnioten (Abb. 3.20) – den spezifischen Bedingungen des sich entwickelnden Embryos Rechnung tragen.“

Die Haeckel zugeschriebene Neigung zur philosophischen Bewertung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse soll mit dafĂŒr verantwortlich sein, dass seine Abbildungen biologischer Objekte teilweise bewusst verfĂ€lscht sind. In der Embryonenkontroverse wurde ihm daher unter anderem von Wilhelm His bewusster Wissenschaftsbetrug unterstellt. Andere Beobachter vermuten dagegen, dass die tendenzielle Deutung seiner embryologischen Beobachtungen als zu starke Schematisierung verstanden werden kann.

Haeckel hat im hohen Alter wĂ€hrend des ersten Weltkrieges zudem einen polemischen deutschnationalen Chauvinismus entwickelt, der sich besonders deutlich in seinem Text Ewigkeit Ă€ußert: „Ein einziger feingebildeter deutscher Krieger [
] hat einen höheren intellektuellen und moralischen Lebenswert als hunderte von den rohen Naturmenschen, welche England und Frankreich, Russland und Italien ihnen gegenĂŒberstellen.“[30] In der Generellen Morphologie heißt es zudem: „Die Unterschiede zwischen den höchsten und den niedersten Menschen [sind] grösser, als diejenigen zwischen den niedersten Menschen und den höchsten Thieren.“ Dies folgerte er allerdings ausdrĂŒcklich nicht aus der Genetik, sondern aus der sozialdarwinistischen Theorie.

Wirkungsgeschichte: weltanschauliche Bedeutung und Ausbeutung

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In der Historiographie bestehen zwei Extrempositionen zur politischen Einordnung des Darwinismus bzw. Sozialdarwinismus. Hans-GĂŒnther Zmarzlik (1963[31]) zieht eine Linie von sozialdarwinistischen EntwĂŒrfen zu rechtsradikalen Ideologien. David Gasmann (1971) und unabhĂ€ngig davon Richard Weikart sehen in Haeckel gar einen Vordenker des Nationalsozialismus. In Bezug auf den Darwinismus kommt dagegen etwa Gunter Mann (1973) zum Urteil: Darwinismus sei ein integraler Bestandteil der „marxistisch-kommunistisch-materialistischen Weltanschauung“ (Mann). Diese unterschiedlichen Zuschreibungen finden sich vereinnahmend oder ablehnend auch bei Gegnern und BefĂŒrwortern Haeckels.

GĂŒnter Altner (1981) schlĂ€gt ein Stufenmodell eines nicht zwangslĂ€ufigen Weges von Darwinismus zum Nationalsozialismus vor, das auch geeignet ist, Haeckels Beitrag zu bestimmen. Nach dem wissenschaftlichen Darwinismus bilden danach Sozialdarwinismus, Rassenhygiene und Rassenanthropologie die entscheidenden und zeitlich und logisch aufeinander folgenden Schritte. Rasse ist in der ursprĂŒnglichen Bedeutung von Rassenhygiene kein Begriff des 'Rassenkampfes' sondern wird im Sinne der englischen Sprache als Synonym fĂŒr die gesamte Menschheit gebraucht. Haeckel liefert in diesem Modell relevante BeitrĂ€ge zu den ersten drei Stufen: Im Rahmen des wissenschaftlichen Darwinismus bestimmt er die Stellung des Menschen innerhalb der Primaten. Auf der Stufe des Sozialdarwinismus ĂŒbertrĂ€gt er biologische Vorstellungen auf gesellschaftliche VerhĂ€ltnisse – wobei oftmals seine antiklerikale bzw. antikatholische Haltung den Ausschlag gibt. In der Rassenhygiene bleibt Haeckel im 19. Jahrhundert verfangen. Er fördert vor allem die Arbeit anderer Autoren.([32]) Beim Preisausschreiben „Was lernen wir von den Prinzipien der Deszendenztheorie?“ 1900 fördert er den Arzt Wilhelm Schallmayer, der Haeckels Thesen radikalisierte und dessen Schriften spĂ€ter zu einem der Grundpfeiler der angewandten Rassenhygiene in der Zeit des Nationalsozialismus wurden.

Die sozialistische Rezeption bis 1933

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Haeckel wurde von verschiedenen Sozialdemokraten, Sozialisten und Anarchisten[33] wie etwa Alfred Hermann Fried, Magnus Hirschfeld, Friedrich Albert Lange, August Bebel, Lenin, Otto Lehmann-RußbĂŒldt, Julius Schaxel, Helene Stöcker, Ferdinand Tönnies oder Henry van de Velde gelesen und diskutiert.[34] Karl Kautsky arbeitete programmatisch zu Rassenfragen, wobei er sich auf Haeckel bezog.[35]

In der politischen Linken war man sich in Bezug auf die EinschĂ€tzung Haeckels keineswegs einig. So finden sich etwa im ersten Jahrgang der populĂ€rwissenschaftlich-sozialistischen Zeitschrift „Urania“ (1925) bei drei Bezugnahmen auf Haeckel drei unterschiedliche Positionen. Robert Niemann wĂŒrdigt Haeckel als nachbĂŒrgerlichen, entwicklungsgeschichtlich orientierten Freigeist, fĂŒr Karl August Wittfogel ist Haeckel ein Ahnherr zur Zerstörung der alten Ideologie; „die das geistige Bollwerk der kapitalistischen BesitzverhĂ€ltnisse bildet“. K. SchĂ€fer kritisiert den Sozialdarwinismus bei der RĂŒckfĂŒhrung der Ethik auf die Naturwissenschaft. Es könne nichts anderes als „waschechte kapitalistische Ethik“ herauskommen und belegt dieses mit einem Zitat von Haeckel. „Der Darwinismus ist alles andere eher als sozialistisch“ (S. 258). Allerdings stammt dieses Zitat Haeckels aus einer Verteidigungs-Schrift Haeckels[36] gegen heftigen Angriffe Rudolf Virchows.[37] Virchow wandte sich, entgegen dem Bestreben Haeckels, gegen die EinfĂŒhrung darwinistischer Inhalte in LehrplĂ€ne fĂŒr höhere Schulen und UniversitĂ€ten und versuchte den Darwinismus dadurch zu diskreditieren, indem er ihn mit Sozialismus und Kommunismus in Verbindung brachte; ein in der unter dem Eindruck der chaotischen Geschehnisse wĂ€hrend der Pariser Kommune stehenden Zeit schwerwiegender Vorwurf.[38]

FĂŒr Lenin spielt Haeckel keine große Rolle, er findet lediglich in seiner Schrift "Empiriokritizismus und historischer Materialismus" ausfĂŒhrlicher ErwĂ€hnung, in Bezug auf Haeckels Buch „WeltrĂ€tsel“. Dabei schließt sich Lenin der Kritik Franz Mehrings an, nach der die UnzulĂ€nglichkeit Haeckels darin bestehe, „daß er keine Ahnung vom historischen Materialismus hat und sich so zu einer Reihe haarstrĂ€ubender AbsurditĂ€ten sowohl ĂŒber Politik als auch ĂŒber eine monistische Religion usw. usf. versteigt“. Das Buch wird als Beweis fĂŒr die UnfĂ€higkeit des „naturwissenschaftlichen Materialismus, bei gesellschaftlichen Fragen mitzureden“ angefĂŒhrt. Die „starke Seite“ des Buches sei die Darstellung, die Haeckel „vom Siegeszug des naturwissenschaftlichen Materialismus gibt“.[39]

Magnus Hirschfeld gewinnt Haeckel nach einem Besuch als Autor seiner Zeitschrift fĂŒr Sexualwissenschaft zum Thema menschliche Hermaphroditen.[40]

Bedeutend sind auch die BeitrĂ€ge, die Haeckels Nachlassverwalter Heinrich Schmidt fĂŒr die Buchreihen des marxistischen Urania Verlages zum Thema Affenabstammung des Menschen, Kampf ums Dasein oder Fortpflanzung schrieb.

Die nationalsozialistische Rezeption

Haeckels PrivatsekretĂ€r Heinrich Schmidt wurde nach dem Tod Haeckels 1920 dessen Nachlassverwalter und Direktor des Ernst-Haeckel-Hauses der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena sowie Herausgeber der „Monistischen Monatshefte“. Nach dem Verbot dieser Zeitschrift 1933 aus politisch-inhaltlichen Motiven, grĂŒndete Schmidt die Zeitschrift „Natur und Geist, Monatshefte fĂŒr Wissenschaft, Weltanschauung und Weltgestaltung“. Schmidt entwickelte sich zunehmend radikal-nationalistisch.[41] In diesem Zusammenhang griff er auf zum Teil rassistische und nationalistische Argumente zurĂŒck, welche in ihrer RadikalitĂ€t die Meinungen seiner Kollegen Ludwig Plate oder Hans F. K. GĂŒnther bei weitem ĂŒbertraf.[42] Sein Versuch, das Ernst-Haeckel-Haus sowie die Person Haeckels im nationalsozialistischen Sinne umzugestalten beziehungsweise umzudeuten, scheiterte letztendlich.[42] Über den Umweg der Zeitschrift „Natur und Geist“ fanden weltanschauliche Argumente Einzug in das „Standardwerk zur menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“ von Erwin Baur, Eugen Fischer und Fritz Lenz.[43]

Weitere Wissenschaftler, die Haeckels Werk und dessen PopularitĂ€t nach 1933 im nationalsozialistischen Sinne zu verwerten versuchten, waren beispielsweise Karl Astel (1898-1945), Lothar Stengel von Rutkowski (1908-1991), Heinz BrĂŒcher (1915-1991), Victor Julius Franz (1883-1953) oder der nach dem Dritten Reich bedeutende Evolutionsbiologe Gerhard Heberer (1901-1973). Sie sammelten und publizierten nationalistische Texte und BĂŒcher oder verwerteten antisozialistische, rassenkundliche oder eugenische Textstellen aus dem Gesamtwerk Haeckels. Den fĂŒr die NS-Ideologie zentralen Antisemitismus konnte BrĂŒcher, der Haeckel attestierte „engstirniger Judenhaß sei ihm fremd“[44] in einem GesprĂ€ch Haeckels mit Hermann Bahr finden. Haeckel habe sich gegen die Einwanderung russischer Juden gewandt 'die unserer Gesittung unvertrĂ€glich' seien. Dagegen befĂŒrwortete Haeckel aber tatsĂ€chlich eine „rassische Vermischung von Juden und Ariern“ und hielt die deutschen Juden fĂŒr ein wichtiges Element der deutschen Kultur, welche immer tapfer fĂŒr AufklĂ€rung und Freiheit und gegen reaktionĂ€re und okkulte KrĂ€fte standen.[45][46]

FĂŒr BrĂŒcher ist Haeckels SpĂ€twerk „Die Kristallseelen“ ein Musterbeispiel germanischer ganzheitlicher Forscherkunst und daher Haeckel nicht materialistisch. Er legte daneben eine umfangreiche Sippenforschung vor, in der er Haeckel auch rassenkundlich begutachtete.[47] Haeckel sei vom Wesen her nordisch. Allerdings sieht er Probleme bei der 'Erbgesundheit' seiner Familie.

Ganz anders der NS-FunktionĂ€r GĂŒnter Hecht, ReprĂ€sentant des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. Dieser erklĂ€rt den materialistischen Monismus Haeckels als unvereinbar mit dem Nationalsozialismus und durch die völkisch-biologische Sichtweise des Nationalsozialismus widerlegt.[48] Ähnlich auch Kurt Hildebrandt, ein der NS-Ideologie nahestehender Theoretiker der Rassenhygiene, der einen „Àsthetischen Fundamentalismus“ in EngfĂŒhrung von Ideen des George-Kreises vertrat und eine „deutsche Kultur als ErfĂŒllung des arischen Wesens“ heranzĂŒchten wollte, um einem „westlichen Mechanismus“ zu begegnen.[49] Hildebrandt nannte es eine „Illusion“ Haeckels, dass dieser an die „mechanistische Lösung“ der WeltrĂ€tsel durch Darwins Abstammungslehre glaubte.[50] Die weltanschaulichen Artikel Heberes etwa in „Volk und Rasse“ oder den „Nationalsozialistischen Monatsheften“ versuchen diesen Vorwurf abzuwehren und erinnern vor allem an die antiklerikale Position Haeckels, um diese im nationalsozialistischen Kirchenkampf zu nutzen. Letztlich kommt es im NS nicht zu einer einheitlichen von der NSDAP festgelegten EinschĂ€tzung des Werkes Haeckels.

Die Nationalsozialisten beriefen sich immer wieder auf vermeintlich wissenschaftliche Grundlagen, wobei insbesondere auch der „Sozialdarwinismus“ Ernst Haeckels vereinnahmt wurde. Haeckel setzte die Kulturgeschichte mit der Naturgeschichte gleich, da beide seiner Meinung nach den gleichen Naturgesetzen gehorchten. Diese Vorstellung soll Hitler stark beeindruckt haben — so jedenfalls die These von Daniel Gasman, The Scientific Origins of National Socialism, 1971:

„Hitler's views on [...] nature, eugenics [...] and evolution [...] coincide for the most part with those of Haeckel and are more than occasionally expressed in very much the same language“.

Die Thesen D. Gasmans sind allerdings in den letzten Jahren stark in Kritik geraten, so beispielsweise durch den Wissenschaftshistoriker R.J. Richards.[51] Richards weist unter anderem auf eine Richtlinie fĂŒr Bibliotheken und BĂŒchereien der sĂ€chsischen Regierung im Jahr 1935 hin,[52] in der Schriften, welche die „oberflĂ€chliche wissenschaftliche AufklĂ€rung eines primitiven Darwinismus und Monismus“ verteidigen, „wie diejenigen Ernst Haeckels“, verurteilt und als untauglich fĂŒr die nationalsozialistische Bildung im dritten Reich bezeichnet werden.

Haeckel in der DDR

Haeckel-Statue im botanischen Garten Chemnitz

Das Ernst-Haeckel-Haus wurde in der DDR als wissenschaftshistorische ForschungsstĂ€tte weiterbetrieben und hat auch die Wiedervereinigung ĂŒberstanden. In ideologischer Hinsicht wurde bei der Rezeption Haeckels versucht, das revolutionĂ€re Element seiner Biographie zu betonen. So interpretierte Georg Schneider 1950 eine Zeichnung des 16-jĂ€hrigen Haeckel von 1850 mit dem Titel „Nationalversammlung der Vögel“ als Anteilnahme Haeckels an der innerpolitischen revolutionĂ€ren Entwicklung Deutschlands, oder Erika Krauße (1987) stellt z. B. eine Verbindung der Schullehrer Haeckels mit der Revolution von 1848 her.

Auszeichnungen

Die Royal Society verlieh ihm 1900 die Darwin-Medaille „fĂŒr seine langanhaltende und hochbedeutsame Arbeit in der Zoologie, die stets vom Geist des Darwinismus inspiriert war“ (Original: „For his long-continued and and highly important work in zoology all of which has been inspired by the spirit of Darwinism)“.[53]

1894 wurde Haeckel zum Ehrenmitglied des Nassauischen Vereins fĂŒr Naturkunde ernannt. Die Accademia dei Lincei fĂŒhrte ihn seit 1899 als auswĂ€rtiges Mitglied.

Werke

  • Über die Eier Scomberesoces. In: J. MĂŒllers Archiv fĂŒr Anatomie und Physiologie. 1855, S. 23–32 Tafel IV, V.
  • Über die Beziehungen des Typhus zur Tuberkulose. In: Wiener medizinische Wochenschrift. Bd. VI, 1856, S. 1–5, 17-20.
  • Fibrois des Uterus. In: Wiener medizinische Wochenschrift. Bd. VI, 1856, S. 97–101.
  • De telis quibusdam Astaci fluviatilis. Dissertio inauguralis histologica, die VII M. Martini A. Berolini, T.G. Schade, 1857.
  • Über die Gewebe des Flußkrebses. In: MĂŒllers Archiv fĂŒr Anatomie und Physiologie. 1857, S. 469–568 Tafel XVIII, XIX.
  • BeitrĂ€ge zur normalen und pathologischen Anatomie der Plexus chlorioides. In: Vierchows Archiv fĂŒr pathologische Anatomie. Bd. XVI, 1858, S. 253–289, Tafel VIII.
  • Über Augen und Nerven der Sterntiere. In: Zeitschrift fĂŒr wissenschaftliche Zoologie. Band 1859, 1859, S. 183–190 Tafel XI.
  • Reiseskitzen aus Sizilien. In: Zeitschrift fĂŒr allgemeine Erdkunde. Bd. VIII, Berlin 1860, S. 433–486.
  • Über neue lebende Radiolarien des Mittelmeers. In: Monatsbericht der Königlichen Akademie der Wissenschaften Berlin. 13. Dezember 1860,, S. 794–817.
  • Abbildung und Diagnosen neuer Gattungen und Arten von lebenden Radiolarien des Mittelmeers. In: Monatsbericht der Königlichen Akademie der Wissenschaften Berlin. 20. Dezember 1860, S. 835–845.
  • De Rizopodum finibus et ordinibus. Dissertio pro venia legendi impetranda in litterarum universitate Jenensi. Die IV. M. Martini 1861, Berolini, Georg Reimer, 1861
  • Die Radiolarien (Rhizopoda radiata). Eine Monographie. Georg Reimer Bd. 1 (Text) XVI und Bd. 2 (Atlas), Berlin 1862.
  • Über die Entwicklungstheorie Darwins. Öffentlicher Vortrag in der Allgemeinen Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Stettin, am 19. September 1862 (Amtlicher Bericht ĂŒber die 37. Versammlung S. 17), 1863.
  • BeitrĂ€ge zur Kenntnis der Corycaeiden (Copepoden). In: Jenaische Zeitschrift fĂŒr Medizin und Naturwissenschaft. Band 1, 1864, S. 61–112, Tafel I-III.
Titelblatt der Erstausgabe
  • Beschreibung neuer craspedoter Medusen aus dem Golf von Nizza. Jenaische Zeitschrift fĂŒr Medizin und Naturwissenschaft. Band 1, 1864, S. 325–342.*
  • Die WeltrĂ€thsel. GemeinverstĂ€ndliche Studien ĂŒber Monistische Philosophie. E. Strauß, Bonn 1899.
  • Die Familie der RĂŒsselquallen (Medusae Geryonidae). In: Jenaische Zeitschrift fĂŒr Medizin und Naturwissenschaft. Band 1. 1864, S. 435–469 Tafel XI, XII.
  • Über eine neue Form des Generationswechsels bei Medusen und ĂŒber die Verwandtschaft der Geryoiniden und Äginiden. In: Monatsbericht der Berliner Akademie. 1865, S. 85–94.
  • Kunstformen der Natur. Marix, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-17-7, nach der Originalausgabe von 1904, neu gesetzt, ĂŒberarbeitet & eingeleitet

Literatur

  • Winfried Krakau: Ernst Haeckel. Der naturwissenschaftliche Monist und Philosoph, evolutionĂ€re Humanist und Kirchenkritiker im Â»GesprĂ€ch« mit Winfried Krakau zu Fragen unserer Zeit. Karin Fischer Verlag, Aachen 2011, ISBN 978-3-8422-3916-6.
  • Volker Mueller, Arnher E. Lenz: Darwin, Haeckel und die Folgen. Monismus in Vergangenheit und Gegenwart. Angelika Lenz Verlag, Neustadt am RĂŒbenberge 2006, ISBN 3-933037-56-5.
  • Bernhard Kleeberg: Theophysis. Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen. Böhlau, Köln/Weimar 2005, ISBN 3-412-17304-5.
  • Mario DiGregorio: From Here to Eternity. Ernst Haeckel and Scientific Faith. Göttingen 2005, ISBN 3-535-56972-9.
  • Daniel Gasman: Haeckel's Monism and the Birth of Fascist Ideology. Peter Lang, New York 1998, ISBN 0-8204-4108-2.
  • RĂŒdiger Wehner, Walter Gehring: Zoologie. 23. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-13-367423-4, Kap. 11.1.4, S. 573–575.
  • Robert J. Richards: The Tragic Sense of Life, Ernst Haeckel and the Struggle over Evolutionary Thought. The University of Chicago Press, Chicago/ London 2008, ISBN 978-0-226-71214-7.
  • Birk Engmann: Ernst Haeckel zum neunzigsten Todestag. Seine Überlegungen zu Theophysis, Kristallseele und Bewusstsein und deren heutige Bedeutung. In: Ärzteblatt ThĂŒringen. 11/2009, ISSN 0863-5412, S. 681–684. (online)

Zitate ĂŒber Ernst Haeckel

  • Charles Darwin: WĂ€re die „natĂŒrliche Schöpfungsgeschichte“ erschienen, bevor meine Arbeit niedergeschrieben war, dann wĂŒrde ich sie wahrscheinlich nie zu Ende gefĂŒhrt haben. Fast alle SchlĂŒsse, zu denen ich gekommen, finde ich durch diesen Naturforscher bestĂ€tigt, dessen Kenntnisse in vielen Punkten viel vollkommener sind als die meinen. (Einleitung zu Die Abstammung des Menschen, Auflage 1870)
  • Franz Mehring: Uns scheint das Buch von sehr aktuellem Interesse auch fĂŒr die sozialdemokratische Partei zu sein (zu Haeckels Buch „WeltrĂ€thsel“, 1899/1900)
  • Thomas Alva Edison: Haeckel ist der grĂ¶ĂŸte unter den lebenden Menschen. Ich glaube absolut an seine Theorie.
  • Rudolf Steiner: In ... widerspruchsvoller Art leben zwei Wesen in Haeckel. Ein Mensch mit mildem, liebeerfĂŒlltem Natursinn, und dahinter etwas wie ein Schattenwesen mit unvollendet gedachten, engumgrenzten Ideen, die Fanatismus atmeten ... Ein MenschenrĂ€tsel, das man nur lieben konnte, wenn man es sah; ĂŒber das man oft in Zorn geraten konnte, wenn es urteilte. (in Mein Lebensgang, 1925)

Weblinks

 Commons: Ernst Haeckel â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Ernst Haeckel â€“ Quellen und Volltexte
Wikiversity Wikiversity: Abb. Titelblatt und Frontispiz Ernst Haeckel: NatĂŒrliche Schöpfungsgeschichte (1868) â€“ Kursmaterialien, Forschungsprojekte und wissenschaftlicher Austausch
Wikiversity Wikiversity: Abb. Titelblatt und zeitgenössischer Einband Ernst Haeckel: Die WeltrĂ€thsel (1899) â€“ Kursmaterialien, Forschungsprojekte und wissenschaftlicher Austausch

Von Ernst Haeckel:

Über Ernst Haeckel:

Ernst-Haeckel-Haus und Museum in Jena:

Einzelnachweise

  1. ↑ Richard Langton Gregory, The Oxford companion to the mind, Oxford University Press, 2004, S. 385; Heinz BrĂŒcher, Karl Astel, Ernst Haeckels Bluts- und Geisteserbe: eine kulturbiologische Monographie, J. F. Lehmann, 1936, S. 9.
  2. ↑ R.J.Richards: The Tragic Sense of Life: Ernst Haeckel and the Struggle over Evolutionary Thought. The University of Chicago Press (2008) S. 446.
  3. ↑ "Biographische Notizen", 3, Hackel Papers, Haeckel-Haus, Jena
  4. ↑ Ernst Haeckel: Briefe an die Elternm K.F. Koehler, Leipzig 1921, S. 177f.
  5. ↑ Ernst Haeckel: Italienfahrt: Briefe an die Braut, K. F. Koehler, Leipzig 1921, S. 8.
  6. ↑ CC-BlĂ€tter 1/2007, S. 23.
  7. ↑ Roger Chickering: A Voice of Moderation in Imperial Germany: The "Verband fĂŒr internationale VerstĂ€ndigung" 1911-1914. In: Journal of Contemporary History. Vol. 8, No. 1 (1973), S. 147–164.
  8. ↑ siehe auch Bundesarchiv Koblenz. Nachlass Hans Wehberg , "Aufruf zur BegrĂŒndung eines Verbandes fĂŒr internationale VerstĂ€ndigung."
  9. ↑ Ernst Haeckel: NatĂŒrliche Schöpfungsgeschichte. GemeinverstĂ€ndliche wissenschaftliche VortrĂ€ge ĂŒber die Entwickelungslehre im Allgemeinen und diejenige von Darwin, Goethe und Lamarck im Besonderen, ĂŒber die Anwendung derselben auf den Ursprung des Menschen und andere damit zusammenhĂ€ngende Grundfragen der Naturwissenschaft. Berlin, Georg Reimer 1868, Kapitel 19 (Volltext)
  10. ↑ Ernst Haeckel: zeno.org: Die WeltrĂ€tsel (1899), Kapitel 12: Das Substanzgesetz
  11. ↑ siehe textlog.de
  12. ↑ Brigitte Hamann: Berta von Suttner. Ein Leben fĂŒr den Frieden. 2. Auflage. MĂŒnchen 1987, S. 71, 140, 158, 165, ISBN 3-492-03037-8.
  13. ↑ siehe beispielsweise E.Haeckel "Englands Blutschuld am Weltkriege" in "Ernst Haeckel: Sein Leben, Denken und Wirken. Eine Schriftenfolge fĂŒr seine zahlreichen Freunde und AnhĂ€nger" Victor Franz (Hrsg.)
  14. ↑ K.Huschke (Hrsg.) "Ernst und Agnes Haeckel: ein Briefwechsel." S. 215.
  15. ↑ Rolf Groschopp, Dissidenten, 1997, S. 393.
  16. ↑ Helmut Zander, Biologie des vollkommenen Menschen - Wissenschaft und Ethik im Monistenbund um 1900, in Neue ZĂŒrcher Zeitung, Nr. 167, 21. Juli 2001, S. 73.
  17. ↑ Rolf Winau, 100 Jahre Sozialhygiene, Sozialmedizin und Public Health in Deutschland, auf CD-Rom Hrsg. v. Udo Schagen u. Sabine Schleiermacher, Berlin 2005
  18. ↑ William H. Tucker, The Science and Politics of Racial Research, University of Illinois Press 1996, S. 111.
  19. ↑ Wilhelm Schallmayer, Ernst Haeckel und die Eugenik, in Was wir ernst Haeckel verdanken: Ein Buch der Verehrung und Dankbarkeit, Hrsg. Heinrich Schmidt, 1914, S. 368.
  20. ↑ Peter Weingart, JĂŒrgen Kroll und Kurt Bayertz: Rasse, Blut und Gene. Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland. Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt am Main 1992, S. 77.
  21. ↑ Peter Weingart, JĂŒrgen Kroll und Kurt Bayertz: Rasse, Blut und Gene. Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland. Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt am Main 1992, S. 89f.
  22. ↑ R.J.Richards: The Tragic Sense of Life: Ernst Haeckel and the Struggle over Evolutionary Thought. The University of Chicago Press (2008) S. 327.
  23. ↑ Otto Speck (em. Ordinarius fĂŒr SonderpĂ€dagogik an der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen): Soll der Mensch biotechnisch machbar werden? Eugenik, Behinderung und PĂ€dagogik. Reinhardt Verlag, MĂŒnchen 2005, S. 22
  24. ↑ Manuela Lenzen, Evolutionstheorien - In den Natur- und Sozialwissenschaften, Campus 2003, S. 138.
  25. ↑ Andreas Frewer, Medizin und Moral in der Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Campus Verlag 2000, S. 30.
  26. ↑ Paul Weindling, Health, Race and German Politics Between National Unification and Nazism, 1870-1945, Cambridge University Press 1989, S. 41.
  27. ↑ Wolf Michael Iwand, Paradigma Politische Kultur, Leske und Budrich VS Verlag, 1997, S. 330.
  28. ↑ John Weiss, Der lange Weg zum Holocaust. Die Geschichte der Judenfeindschaft in Deutschland und Österreich, Ullstein, Berlin 1998, S. 185f.
  29. ↑ Uwe Hoßfeld, Rasse-Bilder in ThĂŒringen 1863-1945. In: BlĂ€tter zur Landeskunde,Nr. 63, ThĂŒringer Landeszentrale fĂŒr Politische Bildung, Erfurt 2006, S. 4.
  30. ↑ Ernst Haeckel: Ewigkeit. Weltkriegsgedanken ĂŒber Leben und Tod, Religion und Entwicklungslehre.Berlin 1915, S. 36.
  31. ↑ Zmarzlik, Hans-GĂŒnter (1963): Der Sozialdarwinismus in Deutschland als geschichtliches Problem. In: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte 11, 1963, S. 246–273 zu finden unter: http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1963_3_3_zmarzlik.pdf
  32. ↑ Conrad-Martius, Hedwig: Utopien der MenschenzĂŒchtung. Kösel-Verlag MĂŒnchen, 1955, S. 74.
  33. ↑ "Verwunderlicher ist die Begeisterung der Linken fĂŒr den „General-Feldmarschall des Darwinismus“ (Haeckel ĂŒber sich selbst). August Bebel, Carl v. Ossietzky, Kropotkin und W.I. Lenin waren nicht die einzigen, die Haeckels Thesen begierig aufgriffen und glaubten, mit ihnen eine Waffe fĂŒr den Klassenkampf in der Hand zu halten. Dies gelang nur, indem sie – im Gegensatz zu den Nazis, die die Selektionsaspekte und den „Kampf ums Dasein“ der Evolutionstheorie ĂŒberbetonten – das Prinzip der stĂ€ndigen Fortentwicklung im Tier- und Pflanzenreich auf die Menschen ĂŒbertrugen, und zwar zum einen auf die Menschen als biologische Wesen (die Eugenik als Verbesserung des Menschen war auch unter Sozialisten vor 100 Jahren sehr beliebt und das nicht nur in der politischen Polemik, wie bei Bebel, der sich gegen den Krieg mit dem Argument aussprach, dass dabei die stĂ€rksten, wehrtĂŒchtigen MĂ€nner sterben wĂŒrden und somit das eigene Volk degenerieren), zum anderen auf die menschlichen Gesellschaftsformation: Es schien ein natĂŒrliches Gesetz der Evolution zu sein, dass der Kapitalismus quasi von alleine vom Kommunismus abgelöst wĂŒrde, Martin Vogt: Der Rassismus-Papst - Ernst Haeckel und die Etablierung des wissenschaftlichen Rassismus‘ in Deutschland. In: ZAG. Nr. 41 (elektronisch bei Nadir.org)
  34. ↑ u.a. Auswahl von Autoren des Buches: Was wir Ernst Haeckel verdanken, Herausgegeben von Heinrich Schmidt, Jena 1914
  35. ↑ Karl Kautsky, Rasse und Judentum, 1914 (s. auch Karl Kautsky - Are the Jews a Race?, 1914-1926, bei: Marxists.org, hier Kapitel 4 mit Bezugnahme auf Haeckel)
  36. ↑ Ernst Haeckel: "Freie Wissenschaft und freie Lehre, eine Entgegnung auf Rudolf Virchows MĂŒnchener Rede ĂŒber "Die Freiheit der Wissenschaft im modernen Staat" (1878)
  37. ↑ Rudolf Virchow: Die Freiheit der Wissenschaft im modernen Staat. 1877
  38. ↑ R.J.Richards: The Tragic Sense of Life: Ernst Haeckel and the Struggle over Evolutionary Thought. The University of Chicago Press, 2008, S. 318ff.
  39. ↑ W. I. Lenin, Werke, Bd.14 (Materialismus und Empiriokritizismus), S. 351–361, Berlin 1987
  40. ↑ Beitrag in: Was wir Ernst Haeckel verdanken
  41. ↑ Uwe Hoßfeld, Haeckels Â»Eckermann«: Heinrich Schmidt (1874-1935). In: Matthias Steinbach & Stefan Gerber (Hrsg.), Klassische UniversitĂ€t und akademische Provinz: Die UniversitĂ€t Jena von der Mitte des 19. bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Jena: Bussert & Stadeler, 2005, S. 282.
  42. ↑ a b Uwe Hoßfeld, Haeckels Â»Eckermann«: Heinrich Schmidt (1874-1935). In: Matthias Steinbach & Stefan Gerber (Hrsg.), Klassische UniversitĂ€t und akademische Provinz: Die UniversitĂ€t Jena von der Mitte des 19. bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Jena: Bussert & Stadeler, 2005, S. 284.
  43. ↑ Heiner Fangerau, Das Standardwerk zur menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene von Erwin Baur, Eugen Fischer und Fritz Lenz im Spiegel der zeitgenössischen Rezensionsliteratur 1921-1941, Dissertation, Ruhr-UniversitĂ€t Bochum, FakultĂ€t fĂŒr Medizin, 2000, S. 66.
  44. ↑ BrĂŒcher 1936, S. 117.
  45. ↑ Hermann Bahr: Der Antisemitismus. Ein internationales Interview. In: Deutsche Zeitung. Wien, 23, 1893, #7664, 1-2. (30. April 1893) Buchausgabe: S. Fischer 1894, S. 62–69. HĂ€ufige Neuauflagen, zuletzt 2010, ISBN 978-1-149-17667-2 Link
  46. ↑ Ernst Haeckel: Die WeltrĂ€thsel. GemeinverstĂ€ndliche Studien ĂŒber monistische Philosophie. 1. Auflage. Strauß, Bonn 1899.genauer Beleg?
  47. ↑ Heinz BrĂŒcher: Ernst Haeckels Bluts- und Geisteserbe. Eine kulturbiologische Monographie. J. F. Lehmanns, MĂŒnchen 1936.
  48. ↑ GĂŒnter Hecht, Biologie und Nationalsozialismus Zeitschrift fĂŒr die gesammte Naturwissenschaft 3, (1937-38), 285
  49. ↑ Vgl. Stefan Breuer: Ästhetischer Fundamentalismus und Eugenik bei Kurt Hildebrandt. In: Bernhard Böschenstein u.a. (Hrsg.): Wissenschaftler im George-Kreis. Die Welt des Dichters und der Beruf der Wissenschaft, de Gruyter, Berlin 2005, S. 291–310, hier 306.
  50. ↑ Kurt Hildebrandt, Die Bedeutung der Abstammungslehre fĂŒr die Weltanschauung Zeitschrift fĂŒr die gesammte Naturwissenschaft 3, (1937-38), 17
  51. ↑ Robert J. Richards: „Myth: That Darwin and Haeckel were Complicit in Nazi Biology," in Galileo Goes to Jail and Other Myths about Science and Religion, ed.Ronald L. Numbers (Cambridge: Harvard University Press, 2009). (online)
  52. ↑ „Richtlinien fĂŒr die BestandsprĂŒfung in den VolksbĂŒchereien Sachsens“ Die BĂŒcherei 2 (1935): 279–80.
  53. ↑ VerleihungsbegrĂŒndungen bei der Royal Society
  54. ↑ bis Kap. 10; damit unvollstĂ€ndig, seit 2008 nicht mehr bearbeitet
  55. ↑ Kapitel 1. Die folgenden Kapitel: durch Änderung der Zahl in der URL. Mit den Abb. der Printausgabe, Ges. Werke 6, 1924
  56. ↑ nur noch online verfĂŒgbar


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