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Ernst Ludwig von Aster (* 5. Oktober 1778 in Dresden; â 10. Februar 1855 in Berlin) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie. Er hatte maĂgeblichen Anteil an der Errichtung von Festungen im Rheinland im 19. Jahrhundert. König Friedrich Wilhelm IV. benannte 1847 das Fort Asterstein als Dank fĂŒr seine Verdienste bei der Befestigung von Koblenz nach seinem Erbauer. Seit 1981 trĂ€gt auch der Koblenzer Stadtteil Asterstein, in dem das Fort liegt, offiziell seinen Namen.
Inhaltsverzeichnis |
Ernst Ludwig war der Sohn des kursĂ€chsischen Generalmajors und Chef des Ingenieurkorps Friedrich Ludwig Aster und dessen Ehefrau Susanne Ludowike, geborene Hennig (â 1817).
Aster trat am 4. August 1794 als Unteroffizier in das sĂ€chsische Ingenieurkorps in Dresden ein. 1800 wurde er Sous-Lieutenant sowie 1804 Premierleutnant und machte als solcher 1806 den Feldzug gegen die Franzosen mit. Unter anderem kĂ€mpfte er dabei in der Schlacht bei Jena. Am 12. Oktober 1809 erfolgte seine Beförderung zum KapitĂ€n im Generalstab. 1811 auf Napoleons Veranlassung, dem er einen Plan zur Befestigung Torgaus vorlegte, zum Major im Generalstab befördert. Am Feldzug gegen Russland nahm er 1812 als Sous-Chef beim Generalstab des Korps Reynier teil und wurde fĂŒr seine Verdienste mit dem MilitĂ€r-St.-Heinrichs-Orden sowie der Ehrenlegion ausgezeichnet.
1813 zum Oberstleutnant und Chef des Generalstabes Johann Adolf von Thielmanns in Torgau ernannt, ging er nach der Schlacht bei GroĂgörschen, weil auch er sich an den Verhandlungen mit den Alliierten beteiligt hatte, in deren Hauptquartier, fĂŒhrte 1813 an der Spitze einer Kosakenabteilung mehrere kĂŒhne Handstreiche in der Oberlausitz aus und kĂ€mpfte dann bei Bautzen und Leipzig. Am 8. Dezember 1813 erhielt Aster dem Pour le MĂ©rite.
Bei der Reorganisation der sĂ€chsischen Truppen wurde er Oberquartiermeister, spĂ€ter Chef des Generalstabes beim VII. deutschen Armeekorps und 1814 Oberst. Bei der Teilung der SĂ€chsischen Armee 1815 trat er in das preuĂische Ingenieurkorps ein und war als Chef des Generalstabes des II. Armeekorps an den Schlachten bei Ligny und Belle-Alliance (Waterloo) sowie an den Belagerungen mehrerer französischer Grenzfestungen beteiligt. 1816 entwirft er mit anderen die BauplĂ€ne des Festungsrings Köln, die noch im selben Jahr umgesetzt werden.
Am 27. MĂ€rz 1816 wurde er zum Oberst und Brigadier der 3. Ingenieur-Brigade mit Dienstsitz in Ehrenbreitstein befördert. Noch im selben Jahr zum Generalmajor und 1821 zum Chef der dritten Ingenieurinspektion ernannt, leitete er die Befestigung von Koblenz und Ehrenbreitstein (Festung Koblenz), bei welcher er das seitdem herrschende neue preuĂische Befestigungssystem (Polygonalsystem) anwendete. 1825 wurde er Festungskommandant von Koblenz und Ehrenbreitstein, 1827 Generalleutnant, 1837 Mitglied des Staatsrats und Generalinspektor der preuĂischen Festungen, 1838 Chef des Ingenieurkorps und Kurator der Artillerie- und Ingenieurschule zu Berlin, 1842 General der Infanterie und erhielt am 18. Januar 1844 durch die Verleihung des Schwarzen Adlerordens die Erhebung in den Erbadel.
Nachdem er 1849 den erbetenen Abschied erhalten hatte, starb er am 10. Februar 1855 in Berlin. Aster war einer der gelehrtesten Offiziere und ein ausgezeichneter Mathematiker.
Seine Nachgelassenen Schriften erschienen Berlin 1856â61, 5 BĂ€nde (2. Auflage 1878).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Aster, Ernst Ludwig von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie |
| GEBURTSDATUM | 5. Oktober 1778 |
| GEBURTSORT | Dresden |
| STERBEDATUM | 10. Februar 1855 |
| STERBEORT | Berlin |