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Erwin Karl Münz (* 6. Dezember 1912 in Mannheim; † 1. März 1978 in Konstanz) war ein deutscher Schriftsteller und Dichter.
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Er wurde als Sohn von Karl Münz und Rosa Münz, geb. Lutz, in Mannheim geboren. Dort absolvierte er auch die Volksschule und das Gymnasium mit dem Abitur als Abschluss. Schon vor dem Ende der Schulzeit veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband Kriegsjugend, zu dem Walter von Molo das Vorwort schrieb. Münz besuchte die Schauspielschule von Herbert Maisch und Hubert Moest, war Konzertberichterstatter und dann zweiter Dramaturg am Nationaltheater Mannheim. 1933 folgte ein weiteres Studium in Heidelberg (Theaterwissenschaft, Französisch, Englisch, Deutsch) und München (Französisch, Geschichte, Deutsch). Er wurde Leiter der Studentenbühne, legte die Regieprüfung bei Meyer-Fürst am Residenztheater ab. Dann war er Leiter des Romanischen Seminars und Assistent von Karl Vossler. Seine erste Vorlesung hatte den Titel Utopische Sozialisten in Frankreich. Er war Herausgeber und Autor des von Michael Kardinal von Faulhaber angeregten Großen Kreises, die Werke von Franz J. Weinrich, Ilse Stach, J.M. Wehner herausgaben.
1935/36 wurden auch Schriften von Münz wie zum Beispiel Die Muttergottes schreitet übers Donauland verboten. Münz bekam von der Reichsschrifttumskammer Schreibverbot, tauchte, auch mit Hilfe von Kardinal Faulhaber, in Belgien für zwei Jahre unter. Wieder zurück, absolvierte er 1937 das 2. Staatsexamen für den Höheren Schuldienst und 1938 die 2. Lehramtsprüfung für den Volksschuldienst. Er unterrichtete an Volksschulen in München und im Haßgau, danach war er Assessor an der Aufbauschule (Gymnasium) in Kaiserslautern. In der Zwischenzeit hatte er Maria Dahnes geheiratet. Das Dolmetscherexamen bestand er in Berlin mit Auszeichnung. Im Krieg wurde er zunächst in Frankreich bei höheren Kommandostäben als Dolmetscher eingesetzt, unter anderem bei General Erwin von Witzleben. 1941/42 wurde er zwangsweise an die russische Nordfront abkommandiert. Nach Krankheit und Genesung kam er wieder nach Frankreich (Paris, Blois, Marseille, Avignon) zurück. Da er relativ unabhängig war, konnte er, auch als Zöllner, politisch und rassisch Verfolgten bei der Flucht verhelfen. Dafür erhielt er Anfang der 1950er Jahre einen Staatsempfang in Tours. Wieder in Russland, floh er 1945 und wurde noch einige Wochen in einem KZ inhaftiert.
Nach dem Krieg nahm er seine schriftstellerische und publizistische Arbeit und die schulischen Aufgaben wieder auf und wurde Mitarbeiter am Süddeutschen Rundfunk. Er gab Unterricht bei den Schulbrüdern in Illertissen und am Deutschordensgymnasium in Bad Mergentheim. Dazu hielt er zahlreiche Vortrags- und Rezitationstourneen zwischen Köln und München und Gastvorlesungen an der Universität Tübingen (romanisches Seminar und Theologische Fakultät). 1963 wurde er vom Auswärtigen Amt nach Nancy berufen, um das Goetheinstitut aufzubauen und zu leiten. An der Universität Nany lehrt er deutsche klassische Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts. Münz erhielt den Professorentitel und wurde Fachberater für Französisch am Oberschulamt Stuttgart. Er wohnte nun in Heilbronn, wo er auch noch am Theodor Heuss-Gymnasium unterrichtete. Neben all dieses Tätigkeiten erschienen viele Publikationen (Novellen, Romane, Monographien, Theaterstücke). Er war Mitarbeiter am Esprit (Paris), an Tor zur Welt (Alfred Döblin, Baden-Baden), einer belgischen Theaterzeitschrift und mehreren deutschen Tageszeitungen.
1975 ließ er sich vom Schuldienst pensionieren und übersiedelte nach Konstanz. Er arbeitete an der dortigen Universität mit, war Kulturreferent an der „Deutsch-Französischen Vereinigung“ und arbeitete am Süddeutschen Rundfunk II in der Sparte Musik und Literatur. Sein Roman Prozess Medusa wurde 1976 im ZDF unter der Regie von Wolfgang Staudte verfilmt und ausgestrahlt.
Münz starb am 1. März 1978 im Alter von 65 Jahren an den Folgen von Lungenkrebs.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Münz, Erwin K. |
| ALTERNATIVNAMEN | Münz, Erwin Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 6. Dezember 1912 |
| GEBURTSORT | Mannheim |
| STERBEDATUM | 1. März 1978 |
| STERBEORT | Konstanz |