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Erz

Dieser Artikel behandelt den wirtschaftsgeologischen Oberbegriff Erz.
  • Zu der Vorsilbe „erz-“ siehe erz-.
  • Kfz-Kennzeichen des Erzgebirgskreises
  • Zu dem römisch-katholischen Geistlichen, Heilpraktiker und Archäologen Matthias Erz (1851–1899) siehe Matthias Erz.
Golderz

Ein Erz ist ein Mineralgemenge, das aufgrund seines Metallgehaltes bergmännisch abgebaut wird. Es besteht aus metallhaltigen Erzmineralen (gelegentlich auch Erze genannt) und der nicht-metallhaltigen Gangart.

Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Erz ist ein Begriff aus der Ökonomie. Ob ein Mineralvorkommen als Erzlagerstätte bezeichnet wird, hängt einzig von der Wirtschaftlichkeit des Abbaus ab. Hierunter werden auch die Erze gezählt, die im Verlaufe der Geschichte abgebaut wurden. Da die Wirtschaftlichkeit der einzig bestimmende Faktor ist, könnten also in Zeiten der Ressourcenknappheit durchaus Mineralvorkommen, die derzeit uninteressant erscheinen, als Lagerstätten eingestuft und abgebaut werden.

„Erze sind natürlich vorkommende Mineralaggregate von wirtschaftlichem Interesse, aus denen durch Bearbeitung ein oder mehrere Wertbestandteile extrahiert werden können. Meistens sind dies Minerale, die mehr oder weniger metallische Bestandteile enthalten.“

– Definition nach der UK Institution of Mining and Metallurgy

Dennoch ist der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch hauptsächlich mit metallischen Komponenten assoziiert. Die Definition nach James F. Kemp 1909 ist im Prinzip nach wie vor gültig:

„Erz ist ein mehr oder weniger mit Gangart verwachsenes, metallhaltiges Mineral oder Mineralgemenge, das - vom Standpunkt des Bergmanns oder Aufbereiters betrachtet - mit Gewinn abgebaut, bzw. gewinnbringend weiterverarbeitet werden kann. Die Frage, ob ein Metall oder mehrere Metalle Gewinn abwerfen, scheint das einzig mögliche Kriterium zu sein, welches benutzt werden kann.“

Die Geschichte der Menschheit ist seit langem auch mit der Gewinnung von Stoffen aus der Natur verbunden. Stand zuerst nur die Gewinnung von Erden und Mineralen durch mehr oder wenig zufälliges Sammeln von frei vorkommenden Mineralen und Verwitterungsprodukten im Vordergrund, so wurde doch bald auch ein gezieltes Suchen und der Bergbau zur Beschäftigung des Menschen.

Erze können ganz unterschiedliche Metallgehalte aufweisen. Ein Zinnerz mit 2% Zinnanteil mag bereits als reich gelten, wohingegen ein Eisenerz erst mit über 60% Eisen (früher in Deutschland: 30% Eisen) als hochgradig angesehen wird.

Gliederung der Erzminerale nach dem Anion

Sulfidische Erze

Oxidische Erze

Silikatische Erze

Gliederung der Erzminerale nach dem Metallkation

Schwarzmetallerze: Fe, Mn, Cr, Ti, Ni, Co, W, Mo, V

Eisenerze

Manganerze

Chromerze

Titanerze

Nickelerze

Kobalterze

Wolframerze

Molybdänerze

Vanadiumerze

Buntmetallerze: Cu, Pb, Zn, Sn

Kupfererze

Bleierze

Zinkerze

Zinnerze

Leichtmetallerze: Al, Mg, Li, Be

Aluminiumerze

Magnesiumerze

Berylliumerze

Lithiumerze

Edelmetallerze: Au, Ag, Pt

Golderze

Silbererze

  • gediegen Silber: Ag
  • Argentit bzw. Silberglanz: Ag2S

Platinerze

Auswahl wichtiger Erzminerale in alphabetischer Reihenfolge

Importabhängigkeit der Bundesrepublik Deutschland

  • 100 % bei Asbest, Bauxit, Chrom, Mangan, Nickel, Platin und Zinn
  • 99,5 % bei Kupfer
  • 68 % bei Zink

Siehe auch

Weitere Informationen

Wiktionary Wiktionary: Erz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Erz – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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